Sonntag, März 29, 2026
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Industriezykliker, Luxusgüter und Finanzwerte unter Druck

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Industriezykliker Cyber

Ein Marktkommentar von Zehrid Osmani Leiter für globale, langfristige und indexunabhängige Strategien bei Martin Currie, Teil von Franklin Templeton:

Angesichts des relativ geringen Gewichts Russlands im internationalen Handel glauben wir nicht, dass diese kurzfristige negative Auswirkung auf das Vertrauen einen dauerhaften Einfluss auf die wirtschaftliche Dynamik haben wird. Vorausgesetzt, der Konflikt weitet sich nicht auf andere Gebiete aus. Der bewaffnete Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat das Potenzial, die Inflation weltweit anzuheizen, und zwar aufgrund der höheren Ölpreise und der Unterbrechung der Energielieferungen, aber auch bei den Agrarrohstoffen, da die Ukraine und Russland über eine beträchtliche landwirtschaftliche Produktion verfügen.

Sektoren, die in nächster Zeit von dem Konflikt und der Unsicherheit unterstützt werden dürften, sind der Verteidigungssektor, Alternative Energien – hier insbesondere LNG -, Öl und Gas sowie Verbrauchsgüter, Düngemittel und landwirtschaftliche Maschinen. Dies steht im Zusammenhang mit dem Anstieg der Getreidepreise. Und schließlich erwarten wir höhere Ausgaben für Cybersicherheit. 

Unter Druck dürften in nächster Zeit Industriezykliker stehen als auch Luxusgüter, da eine potenzielle Angst vor einem schwächeren Handel besteht. Aber auch die Finanzwerte sind betroffen, da sie durch die Erwartung niedriger Zinssätze zusammen mit den Auswirkungen der Sanktionen einige Engagements europäischer Banken in Russland belastet werden.

Geopolitische Risiken stehen jetzt im Mittelpunkt

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine kam für den Markt unerwartet und hat dazu geführt, dass die Geopolitik stärker in den Mittelpunkt gerückt ist. Die expansiven territorialen Ansprüche Russlands haben das Potenzial, die Aufmerksamkeit des Marktes auf China und seine territorialen Ansprüche im Südchinesischen Meer zu lenken – ein Risiko, das der Markt unserer Meinung nach nicht richtig einschätzt. Gleichzeitig hält China möglicherweise den Schlüssel zu einer Deeskalation des Konflikts in der Ukraine, durch die mögliche Rolle als Vermittler oder durch diplomatischen Druck auf Putin. Die Situation ist zum jetzigen Zeitpunkt höchst unvorhersehbar, man könnte düstere Szenarien einer Eskalation und Ausweitung des Konflikts malen. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Anleger in nächster Zeit ihre Risikopositionen reduzieren werden, vor allem in Bezug auf geografische Engagements.

Stagflation eher unwahrscheinlich

Während wir die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation weiterhin als gering einschätzen, erhöhen wir sie auf 10-15 %. Als wir Anfang Dezember letzten Jahres unseren Bericht über die Aussichten für das Jahr 2022 verfassten, lag sie noch unter 5 %. Das Stagflationsrisiko ist in Europa zum jetzigen Zeitpunkt eindeutig höher als in anderen Regionen.

Unserer Ansicht nach birgt ein bewaffneter Konflikt ein erhöhtes Risiko, dass der Konjunkturzyklus von einer Expansion zu einer Verlangsamung übergeht. Dies würde in der Regel Qualitäts- und Wachstumswerte gegenüber Value-Titeln begünstigen.

Der verstärkte Inflationsdruck wird die erhöhte und länger anhaltende Inflation, die wir erleben und die über Mitte 2022 hinaus anhalten könnte, weiter verstärken. Angesichts der Stärke des US-Dollars, der als Flucht in einen sicheren Hafen angesehen wird, und der möglichen Zinsdifferenzierung der Zentralbanken könnte dies auch den Inflationsdruck in der europäischen Region erhöhen.

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Foto von Zehrid Osmani (Quelle: Martin Currie / Franklin Templeton)

Wichtiger Faktor: Unternehmensgewinn

Angesichts der geringeren Gewinnwachstumsaussichten dürfte die Gewinndynamik für die Anleger noch wichtiger werden. Wie in unserem Ausblick für 2022 dargelegt, waren die Erwartungen für das Gewinnwachstum in diesem Jahr nach einer deutlichen Erholung im Jahr 2021 eher verhalten. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen führen zu einem Abwärtsrisiko für die Wirtschaftsdynamik, und werden daher die Ertragswachstumserwartungen weiter nach unten ziehen, insbesondere wenn das Klima der Unsicherheit anhält.

In einem solchen Umfeld mit höherer Inflation, geringerem Wirtschaftswachstum und niedrigerem Gewinnwachstum wird der Markt noch stärker auf Unternehmen mit beständigem Wachstum und höheren strukturellen Wachstumsprofilen setzen, die über Preisgestaltungsmacht verfügen, um ihre Margen vor dem höheren Inflationsdruck zu schützen. Wir sind der Ansicht, dass Qualitäts- und Wachstumsunternehmen wieder in den Fokus der Anleger rücken werden, da diese Unternehmen in der Regel mehr dieser Merkmale wie beständiges Wachstum, höhere strukturelle Wachstumsprofile und stärkere Preisgestaltungsmacht aufweisen.

Industriezykliker, Luxusgüter und Finanzwerte unter Druck

Foto von Zehrid Osmani (Quelle: Martin Currie / Franklin Templeton)

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Fed geht trotz Ukraine-Krieg von einem Rückgang der Inflation aus

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Fed Inflation

Ein Marktkommentar von Nick Chatters, Fixed Income Manager bei Aegon Asset Management:

„In der Erklärung des FOMC gab es mit der Ankündigung einer Anhebung um 25 Basispunkte keine wirklichen Überraschungen. Angesichts der starken Nachfrage und der starken Wirtschaft besteht das Ziel darin, den Aufschwung durch die Schaffung von Preisstabilität und eines starken Arbeitsmarktes zu verlängern.

Es wurde erwartet, dass die Inflation in der zweiten Jahreshälfte zurückgehen würde – nach den Ereignissen in der Ukraine ist dies immer noch die Erwartung, aber sie wird in diesem Jahr hoch bleiben.

Die Bewegung an den Märkten mit steigenden Renditen am vorderen Ende, einer flacheren Kurve und sinkenden Inflationserwartungen ist eine klassische Reaktion auf die “ hawkishe“ Überraschung im Punkteplot. Der Median der Punkte zeigt, dass die Fed-Teilnehmer davon ausgehen, dass die Obergrenze von 2 % in diesem Jahr und 3 % im Jahr 2023 erreicht wird – mit einem Teilnehmer, der 3 % in diesem Jahr erwartet, ist das ziemlich heftig. Dies scheint eine Fed zu sein, die nun besorgt ist, dass sie hinter der Kurve liegt, und die so schnell wie möglich zur Neutralität zurückkehren möchte, ohne den Aufschwung zu stören.“

Fed geht trotz Ukraine-Krieg von einem Rückgang der Inflation aus

Foto von Nick Chatters (Quelle: Aegon AM)

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Börsen im Minus – Hoffnung der Anleger auf Waffenruhe schwindet

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Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Russland hat die Hoffnungen der Anleger auf eine baldige Waffenruhe in der Ukraine am Donnerstag wieder zunichte gemacht. Der Dax verlor am Nachmittag ein Prozent auf 14.293 Zähler, nachdem er am Mittwoch fast vier Prozent fester geschlossen hatte. Der EuroStoxx50 gab 0,8 Prozent nach. Nach Angaben des Kreml laufen die Gespräche inmitten der Kämpfe über ein eventuelles Friedensabkommen auf Hochtouren, Darstellungen über deutliche Fortschritte seien aber nicht wahr. Ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj betonte, dieser habe seine zentrale Position nicht geändert.

Die Freude der Anleger über angebliche Fortschritte sei verfrüht gewesen, sagte Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker ThinkMarkets. „Die Märkte waren heiß darauf, bei positiven Nachrichten nach oben zu laufen. Der Ausverkauf kam dann, als die Anleger erkannten, dass die beiden Seiten in bezug auf einen Waffenstillstand und ein Ende des Kriegs weit voneinander entfernt sind.“

Anleger

An den US-Börsen kehrte nach ersten Zinserhöhung der Notenbank Fed seit 2018 ebenfalls Ernüchterung ein. Die Indizes starteten im Minus, nachdem die Börsen am Mittwoch mit deutlichen Gewinnen reagiert hatten. Wie erwartet hievte die Fed den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation um einen Viertel Punkt auf die neue Zielspanne von 0,25 bis 0,50 Prozent an und signalisierte einen aggressiveren Zinserhöhungszyklus, als es viele Experten erwartet hatten.  „Während die erhöhten Inflationsrisiken eine straffere Geldpolitik rechtfertigen, dürfte ein schnelleres Tempo der Zinserhöhungen das Wachstum im Laufe der Zeit belasten, da sich die finanziellen Bedingungen abrupter verschärfen“, sagte Allison Boxer, US-Ökonomin beim Anleihespezialist Pimco.

BOE TRITT AUFS BREMSPEDAL – KRIEG TRÜBT KONJUNKTURAUSSICHTEN

Auch die Bank of England (BoE) hob am Donnerstag wie erwartet den Schlüsselsatz um einen Viertel Prozentpunkt auf 0,75 Prozent an. Die Notenbanker deuteten für die kommenden Monate aber behutsamere Erhöhungen als bislang erwartet an. Das drückte das Pfund Sterling um jeweils ein knappes halbes Prozent auf 1,3100 Dollar und 1,1859 Euro.

Anleger

Der Krieg verkompliziere auch für die BoE die eigentlich immer noch fest angestrebte und notwendige rasche geldpolitische Neuausrichtung, urteilten die Analysten der NordLB. „Lieferkettenengpässe und ein Energiepreisschub erhöhen zwar den Preisdruck nochmals, doch die konjunkturellen Perspektiven verdüstern sich durch eine inflationsbedingte Verringerung der Kaufkraft, die zuletzt deutlich gestiegenen Zinsen, ein starkes Pfund sowie die Nachwehen des Brexit.“

Am Ölmarkt bestimmte die Angst vor Versorgungsengpässen durch den Ukraine-Krieg das Marktgeschehen. Die Warnung der Internationalen Energieagentur IEA vor Ausfällen russischer Lieferungen trieb den Preis für das Nordseeöl BrentLCOc1 wieder über die 100-Dollar-Marke. Es verteuerte sich um bis zu 6,8 Prozent auf 104,46 Dollar.

AUSSICHT AUF AUFTRAGSBOOM TREIBT RHEINMETALL 

Am deutschen Aktienmarkt gingen ThyssenKrupp um 11,2 Prozent auf ein Acht-Tages-Tief von 8,37 Euro in die Knie. Der Industriekonzern setzte wegen der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs sein Jahresziel für die Kennziffer Free Cashflow vor M&A aus. Das sei ein negativer Aspekt, komme aber angesichts eines sehr schwachen Jahresstarts mit Blick auf die Free Cashflow-Entwicklung und angesichts der volatilen Rohstoffmärkte nicht überraschend, sagte DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp.

Vor dem Hintergrund wachsender Wehretats in Deutschland und anderen Ländern erwartet RheinmetallRHMG.DE indes einen Auftragsboom. Die Aktien des Rüstungskonzerns kletterten um bis zu fünf Prozent auf einen Rekordwert von 164,10 Euro. Seit Jahresbeginn haben sie bereits rund 88 Prozent an Wert zugelegt.

Spekulationen auf ein Interesse von Airbus trieben die Aktien von Atos  um bis zu 7,4 Prozent. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern ist einem Medienbericht zufolge an dem Cybersicherheitsgeschäft des französischen Softwareunternehmens interessiert.

Börsen im Minus – Hoffnung der Anleger auf Waffenruhe schwindet

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

IWF würdigt Zinswende in USA – Doch Gefahren für Schwellenländer

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Washington, 17. Mrz (Reuters) – Der IWF hält die Zinswende der US-Notenbank Fed für angemessen und warnt zugleich vor drohenden Gefahren für Schwellenländer. Der Sprecher des Internationalen Währungsfonds (IWF), Gerry Rice, betonte am Donnerstag, die Anhebung des Leitzinses und auch das Signal für künftige Erhöhungen seien adäquat. Doch das „erhöhte Tempo der geldpolitischen Normalisierung“ erhöhe auch die Risiken für jene Staaten, die sich in Dollar verschuldet hätten. Dies gelte insbesondere für Schwellen- und Entwicklungsländer, fügte er hinzu.

Die Fed hat am Mittwoch mit der ersten Zinserhöhung seit Jahren auf die hohe Inflation reagiert und will dieses Jahr kräftig nachlegen. Sie hievte den Leitzins um einen Viertel Punkt auf die neue Zielspanne von 0,25 bis 0,50 Prozent. Für Ende 2022 halten die Währungshüter im Mittel ein Leitzinsniveau in einer Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent für angemessen. Bis Ende 2023 könnte es auf 2,8 Prozent ansteigen.

Damit dürften Anlagen in den USA attraktiver werden und Kapital etwa aus Schwellenländern abfließen. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier hatte bereits nach der Zinswende daraufhingewiesen, dass durch höhere US-Zinsen Kapital in die Vereinigten Staaten gelockt werde und der Dollarkurs Auftrieb erhalten dürfte.

IWF würdigt Zinswende in USA – Doch Gefahren für Schwellenländer

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Deutsche-Bank-Finanzchef – Stagflation derzeit nicht das Basis-Szenario

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Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Die Deutsche Bank sieht laut ihrem Finanzchef James von Moltke angesichts des Ukraine-Kriegs die Gefahr einer Konjunkturflaute bei hoher Inflation. „Machen wir uns alle Sorgen wegen eines Umfelds der Stagflation, was eine negative Auswirkung auf die Wirtschaft und auch auf die Banken hätte? Natürlich tun wir das,“ sagte von Moltke am Donnerstag auf einer Veranstaltung der US-Bank Morgan Stanley. Er sehe dies aber derzeit nicht notwendigerweise als den Basisfall an.

Deutsche-Bank

Es gebe zugrundeliegendes Wachstum und Stärke in der Welt, was sich zeigen werde, wenn die Krise überwunden sei, sagte der Finanzchef. „Ich denke, dass die Idee, dass die Zinsen steigen, wie wir gestern sahen, ich denke, diese These ist intakt“, merkte er an. Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch angesichts der hochschießenden Inflation wie erwartet die Zinswende vollzogen und erstmals seit 2018 den Schlüsselsatz angehoben. Sie hievte den Leitzins um einen Viertel Punkt auf die neue Zielspanne von 0,25 bis 0,50 Prozent und deutete zudem weitere Schritte ab. 

Deutsche Bank Deutsche-Bank

Zu Russlands Invasion der Ukraine und den Finanzsanktionen sagte von Moltke: „Wir stehen stark im Dialog insbesondere mit unseren Unternehmenskunden wegen der Folgen dieser Krise für sie.“ Was die Privatkunden angehe, hier seien die Auswirkungen moderater. Wie immer in solchen Situationen, gebe es eine Reaktion, zum Bargeld überzugehen und konservativer zu werden bei Investments. „Das ist natürlich etwas, was wir managen und womit wir umgehen können.“

Deutsche-Bank-Finanzchef – Stagflation derzeit nicht das Basis-Szenario

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Erneuter Kursrutsch bei Nickel – Handelslimit erreicht

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Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Die Kursturbulenzen bei Nickel gehen in eine neue Runde. Der Preis des für die Stahl-Herstellung benötigten Metalls fiel am Donnerstag an der Börse LME um acht Prozent auf 41.945 Dollar je Tonne, bevor der Handel automatisch unterbrochen wurde. Bei anderen Industriemetallen wie Kupfer greift diese Regel erst bei einer Kursveränderung von 15 Prozent. 

In der vergangenen Woche hatte sich der Nickelpreis vor dem Hintergrund des russischen Einmarschs in die Ukraine binnen weniger Stunden auf mehr als 100.000 Dollar verdoppelt. Die LME hatte daraufhin den Handel für mehrere Tage ausgesetzt. Bei der Wiederaufnahme am Mittwoch kam es wegen technischer Probleme bereits nach wenigen Minuten zu einer erneuten Unterbrechung. „Was für ein Schlamassel“, sagte ein Börsianer. „Das ist peinlich. Chaos beschreibt das nicht einmal annähernd.“ 

Russland liefert rund zehn Prozent des weltweiten Nickel-Bedarfs. Wegen der westlichen Sanktionen befürchteten Investoren Lieferausfälle. Verschärft wurde die Rally offenbar durch einen sogenannten Short Squeeze. Insidern zufolge wurde Tsingshan, einer der weltgrößten Nickel- und Stahlproduzenten, vom Ukraine-Krieg auf dem falschen Fuß erwischt und musste Wetten auf einen Preisverfall des Metalls auflösen.

Nickel

Erneuter Kursrutsch bei Nickel – Handelslimit erreicht

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Wichtige Entwicklungen zur Börse.

Wissing will Allianz mit Ländern bei flächendeckendem Glasfaserausbau

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Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Digitalminister Volker Wissing will die Länder verstärkt in die Pflicht für den geplanten Gigabit-Ausbau der Kommunikationsnetze nehmen. Die Bundesländer müssten Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der Eckpunkte seiner Gigabit-Strategie.

„Ich bitte die Bundesländer, bis Ende 2022 entsprechende Gesetzesänderungen vorzunehmen“, sagte er nach Beratungen mit Mobilfunk- und Glasfaserunternehmen. Wissing schlug etwa vor, dass mobile Funkmasten ohne Genehmigung gebaut werden sollten. 

Der Abbau von Bürokratie sei wichtiger als immer mehr staatliche Förderung beim Ausbau der digitalen Infrastruktur. Ein Großteil solle privatwirtschaftlich investiert werden, um die Zahl der Glasfaser-Anschlüsse bis Ende 2025 zu verdreifachen. Die staatliche Förderung von einer Milliarde Euro in diesem Jahr solle nur dort greifen, wo keine wirtschaftlich tragfähige Investition möglich sei, also vor allem in dünn besiedelten Gebieten. 

Auch Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder stellte sich hinter diesen Ansatz. Anders als frühere Regierungen habe das Ministerium sehr früh eine Gigabit-Strategie vorgelegt. Entscheidend sei tatsächlich der Abbau bürokratischer Hürden. Damit könne es gelingen, die Netze in Deutschland bis 2025 auf ein ganz neues Niveau zu heben.

Ob das gesetzte Ziel tatsächlich erreicht werde, hänge aber davon ab, ob die Beschleunigung des Ausbaus gelinge, sagte Norbert Westfal, Präsident des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO). Für den Glasfaserausbau stünden in den nächsten Jahren ausreichend privatwirtschaftliche Mittel zur Verfügung, um die vorhandenen Planungs- und Baukapazitäten voll auszulasten.

Wissing will Allianz mit Ländern bei flächendeckendem Glasfaserausbau

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Länder üben massive Kritik an Corona-Kurs der Ampel-Regierung

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Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Mehrere Ministerpräsidenten haben in der Beratung mit Kanzler Olaf Scholz nach Angaben aus Teilnehmerkreisen am Donnerstag massive Kritik am Corona-Kurs der Ampel-Koalition geübt. Landeschefs von Linken, SPD, Grünen und der Union hätten der Regierung übereinstimmend vorgeworfen, mit dem neuen Infektionsschutzgesetz aus der zweijährigen gemeinsamen Pandemiebekämpfung auszusteigen.

„Einen solchen Umgang mit den Ländern hat es noch nie gegeben“, habe etwa Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kritisiert. Niedersachsens Landeschef Stephan Weil (SPD) sagte nach Angaben von Teilnehmern, das Abschieben aller Verantwortung auf die Länder sei nicht vertretbar. „Das Verfahren ist schlicht unsäglich“, habe Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) angemerkt. Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) habe gesagt, dass sie den Frust der Kollegen verstehen könne. Die Abschaffung der Maskenpflicht sei schlicht falsch.

Hintergrund ist, dass die Ampel-Fraktionen am Freitag im Bundestag ein abgespecktes Infektionsschutzgesetz beschließen wollen, das umfangreichere Corona-Auflagen nur noch in Hotspots mit hohen Infektionszahlen und einer Überlastung des Gesundheitssystems erlaubt. Dazu muss es jeweils einen Landtagsbeschluss geben.

Etliche Landesregierungen hatten schon im Vorfeld kritisiert, dass die von SPD, Grünen und FDP noch erlaubten Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung angesichts der Rekordzahlen an Neuinfektionen nicht ausreichend seien. So sei es rechtlich viel zu schwammig, ab wann eine Stadt oder Region zum Hotspot erklärt werden könne. Massive Kritik habe es an einer Abschaffung einer Maskenpflicht etwa im Handel gegeben, auf die die FDP bestanden hatte.

Am Tag der Bund-Länder-Beratungen hatte das Robert-Koch-Institut 294.931 Neuinfektionen und weitere 278 Corona-Tote binnen 24 Stunden gemeldet.

Länder üben massive Kritik an Corona-Kurs der Ampel-Regierung

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US-Anleger auf der Hut – Ukraine-Gespräche im Fokus

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Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Einen Tag nach dem Einläuten der Zinswende haben die US-Börsen eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dow-Jones-Index trat am Donnerstag bei 34.080 Punkten auf der Stelle, der S&P 500 notierte 0,2 Prozent höher bei 4367 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq lag 0,4 Prozent im Plus bei 13.487 Punkten. 

Am Mittwoch hatten sie kräftig zugelegt, nachdem die Notenbank wie erwartet den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation um einen Viertel Punkt auf die neue Zielspanne von 0,25 bis 0,50 Prozent angehoben hatte. Zudem signalisierte die Fed einen aggressiveren Zinserhöhungszyklus, als es viele Experten erwartet hatten. 

„Es gibt viele Dinge in der Fed-Erklärung, die diese Erleichterung an den Aktienmärkten eigentlich hätten verhindern sollen, also denke ich, dass es in diesem Sinne etwas übertrieben war“, sagte Aktienstratege Philip Marey von der Rabobank. Das Wichtigste für die Anleger seien aber momentan ohnehin die Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen. „Es bleibt abzuwarten, ob der Optimismus hinsichtlich eines möglichen Friedensschlusses übertrieben ist.“ Nach Angaben des Kreml laufen die Gespräche inmitten der Kämpfe auf Hochtouren, Darstellungen über deutliche Fortschritte seien aber nicht wahr.

In der Hoffnung auf höhere Gewinne griffen Anleger erneut beim Kreditkarten-Anbieter American Express zu. Die Papiere zogen um 3,3 Prozent an. Bei einer strafferen Geldpolitik winken dem Sektor höhere Zinseinnahmen. Finanzwerte notierten insgesamt aber schwächer, die Papiere von Goldman SachsGS.N sackten um 0,9 Prozent ab. Angesichts steigender Ölpreise zählten Aktien aus dem Energiesektor hingegen zu den Gewinnern.

US-Anleger auf der Hut – Ukraine-Gespräche im Fokus

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Schweizer Politiker wollen Druck auf Oligarchen erhöhen

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Zürich, 17. Mrz (Reuters) – Die überraschend hohen russischen Vermögen auf Schweizer Bankkonten geben Forderungen nach einem schärferen Kurs des Landes gegen Oligarchen neue Nahrung. So wollen die Sozialdemokraten über einen Vorstoß im Parlament eine Task Force nach US-Vorbild schaffen, um die Mitfinanzierung des Krieges Russlands gegen die Ukraine zu verhindern, wie Co-Präsidentin Mattea Meyer zur Nachrichtenagentur Reuters sagte. „Die Schweiz hat als Finanzdrehscheibe und Rohstoffhandelsplatz eine Mitverantwortung und muss alles dafür tun, (Russlands Präsidenten Wladimir) Putin und seiner Gefolgschaft den Geldhahn zuzudrehen.“ 

Auf 150 bis 200 Milliarden Franken schätzt der Schweizer Bankenverband die Vermögen von im Ausland lebenden Russen in der Schweiz. Dies entspreche einem tiefen einstelligen Prozentwert aller bei Schweizer Banken deponierten grenzüberschreitenden Vermögen. Trotz der Aufweichung des Bankgeheimnisses ist die Schweiz immer noch der weltweit wichtigste Standort für ausländisches Geld. 

Schweizer

Die überraschend bekanntgegebene Verbandsschätzung übertraf die Erwartungen von Experten, nachdem Finanzminister Ueli Maurer Ende Februar erklärt hatte, die Bedeutung Russlands für den Schweizer Finanzplatz sei „unter ferner liefen“. 

„Es liegt offenbar enorm viel Geld von vermögenden Russen auf Schweizer Bankkonten“, erklärte Meyer. Vor allem auf Druck des Auslandes und linker Parteien seien die Schweizer Banken in den vergangenen Jahren zwar vermehrt von einer Schwarzgeld- zu einer Weißgeld-Strategie übergegangen. „Trotzdem ist das Land weiterhin ein Hort für ausländische Vermögen mit zweifelhafter Herkunft, wie verschiedene Leaks in der Vergangenheit aufgedeckt haben.“ Nicht alles Geld von Russen in der Schweiz gehöre Personen, die dem russischen Präsidenten nahe stünden. Aber bei einem Teil handle es sich um Kreml-treue Oligarchen.

Die traditionell neutrale Schweiz hat die Sanktionen der EU gegen Russland zwar nachvollzogen. Doch dies reicht den Sozialdemokraten nicht. „Mit der Task Force sollen Vermögenswerte von sanktionierten russischen Staatsangehörigen in der Schweiz ausfindig gemacht, blockiert und gegebenenfalls beschlagnahmt werden“, so die Co-Chefin der zweitgrößten Partei des Landes.

Die Schaffung einer solchen unter anderem aus Behördenvertretern bestehenden Task Force ist Sache der Regierung. Ein Sprecher des Finanzministeriums wollte sich zu der Forderung nicht äußern. Anfang Monat hatte das US-Justizministerium eine als „KleptoCapture“ bekannte Sondergruppe gebildet, um Sanktionen und Exportverbote durchzusetzen und gegen Oligarchen vorzugehen. 

Schweizer Politiker wollen Druck auf Oligarchen erhöhen

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