Sonntag, März 29, 2026
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Bund und Länder bereiten sich auf große Zahl von Kriegsflüchtlingen vor

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Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Bund und Länder bereiten sich auf eine Ankunft von sehr viel mehr ukrainischen Kriegsflüchtlingen vor. „Wir wissen, dass das eine große, große Herausforderung werden wird“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag nach Beratungen mit den 16 Ministerpräsidenten und Länderchefinnen. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sprach von einer großen nationalen Aufgabe, die Bund, Länder und Kommunen nur gemeinsam bewältigen könnten.

Der Bund sagte finanzielle Hilfe zu. Die Summe soll aber von einer Arbeitsgruppe erst bis zum 7. April geklärt werden. Grund ist auch die Unsicherheit, wie viele Menschen bereits aus der Ukraine gekommen sind und wie viele noch kommen werden. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey sagte, an Berlin könne man derzeit ablesen, was auf andere Länder zukäme. So kämen pro Tag 10.000 Menschen an. 

Scholz, Wüst und Giffey kündigten an, dass die ukrainischen Kriegsflüchtlinge möglichst schnell in den Alltag in Deutschland integriert werden sollten. „Integration durch Normalität“ sei wichtig, sagte Giffey und verwies darauf, dass man aus früheren Erfahrungen und Fehlern bei der Aufnahme von Flüchtlingen lernen müsse.

Flüchtlinge

Sowohl Wüst als auch Giffey verwiesen darauf, dass Arbeitskräfte gesucht würden und deshalb auch die Integration in den Arbeitsmarkt möglich sei. „Wir müssen von Anfang an darauf setzen, dass es eine Integrationsperspektive gibt, in den Kitas, in den Schulen, auf dem Arbeitsmarkt“, sagte der Kanzler. „Wir dürfen nicht immer den Fehler wiederholen, dass man am Anfang einer solchen Entwicklung alles darauf setzt, dass das nur vorübergehend ist.“

Giffey forderte auch möglichst schnellen Deutsch-Unterricht für die ukrainischen Kinder. Viele Menschen würden sicher gerne so schnell wie möglich wieder in ihre Heimat zurückkehren, betonte sie. Kanzler Scholz wies aber darauf hin, dass dies auch von dem weiteren Kriegsverlauf abhänge. Wenn die Zerstörungen in der Ukraine sehr groß seien, könne es sein, dass auch Männer zu ihren geflüchteten Familien stoßen würden.

Bund und Länder wollen zudem die Registrierung der Ankommenden beschleunigen. „Der Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder halten es für unerlässlich, die Ankommenden rasch und unkompliziert zu registrieren“, heißt es in dem achtseitigen Beschluss. Bund und Länder würden die Registrierung derjenigen, die in Deutschland blieben, im Ausländerzentralregister sicherstellen. Der Bund unterstütze dies „personell und materiell“. Zugleich solle der Bund eine enge Absprache mit europäischen Partnern vorantreiben. 

Flüchtlinge

Um die Unterbringung zu erleichtern und zu beschleunigen, werde der Bund Abweichungen von bauplanungsrechtlichen Standards lagebedingt ermöglichen, heißt es weiter. 

Die Flüchtlinge sollen gleichmäßig auf die Bundesländer verteilt werden. Zugleich wird aber auf Probleme verwiesen, „weil aufgrund der zunächst freien Wahlmöglichkeit des Aufenthaltsortes der Geflüchteten vor Äußerung eines Schutzgesuches zunächst nur begrenzte Steuerungsmöglichkeiten bestehen“. Die aus der Ukraine kommenden Menschen müssen sich erst nach 90 Tagen oder für den Fall registrieren, dass sie staatliche Leistungen beziehen wollen.

Bund und Länder bereiten sich auf große Zahl von Kriegsflüchtlingen vor

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Leasingfirma Grenke stellt bis 2024 Gewinnverdoppelung in Aussicht

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Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Die Leasingfirma Grenke peilte für die nächsten Jahre kräftige Zuwächse von Neugeschäft und Gewinn an. Das Nachsteuerergebnis und auch das Leasingneugeschäft sollen sich bis 2024 verglichen mit 2021 verdoppeln, kündigte das Unternehmen am Donnerstag in Baden-Baden an. Dabei habe die auf Leasing von IT und Büroausstattung spezialisierte Firma einen guten Jahresstart erwischt. Die Entwicklung aus dem vierten Quartal habe sich fortgesetzt, sagte Vorstandschef Michael Bücker. „Da sind wir wirklich gut unterwegs und außerordentlich zufrieden damit.“ 

Die Börse reagierte positiv auf Zahlen und Ausblick: Zeitweise lag die Grenke-Aktie mehr als 13 Prozent im Plus.

Einen Einfluss des Ukraine-Kriegs auf das Geschäft kann Grenke aktuell nicht feststellen. „Wir sehen derzeit tatsächlich noch keine Disruptionen“, sagte Bücker. Im Gegenteil, das Unternehmen sei gut unterwegs und sehe sich mit seinem Geschäftsmodell gewappnet. Auch was eventuelle indirekte Auswirkungen angehe, sei Grenke relativ resilient. Seinen Aktionären stellte Bücker eine fast verdoppelte Dividende von 0,51 Euro je Aktie in Aussicht. Für das Jahr 2020 wurden 0,26 Euro je Aktie gezahlt. 

Grenke

„Wir sind der Auffassung, dass wir in unseren Märkten aufbauend auf unseren historischen Stärken unseren Marktanteil weiter ausbauen können“, sagte Bücker. Grenke peilt 2022 ein Leasingneugeschäft zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden Euro an. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie war es im vergangenen Jahr auf 1,7 Milliarden Euro gesunken nach 2,0 Milliarden Euro 2020. Das Unternehmen hatte im Herbst seine Jahresprognose 2021 aufgrund von globalen Lieferengpässen auf 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro gesenkt. 

VERÄUßERUNGSGEWINN TREIBT ERGEBNIS NACH STEUERN

Nach Steuern stieg 2021 der Gewinn um fast acht Prozent 95,2 Millionen Euro. Ohne die Einnahmen aus dem Verkauf der Fintech-Firma viafintech wurden 72,2 Millionen Euro erzielt. Dies ist auch die Vergleichszahl für die Gewinnprognose 2024. Für das laufende Jahr stellte das Management einen Nachsteuergewinn von 75 bis 85 Millionen Euro in Aussicht.

Die Finanzaufsicht Bafin hatte unlängst bei Grenke die Kapitalvorgaben verschärft. Unter anderem hatten die Aufseher nach einer Sonderprüfung Schwachstellen bei der Geldwäsche-Prävention bemängelt und die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation angemahnt. Die Prüfung der Aufseher fand zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 2021 statt. Mit den Auflagen und ihrer Überprüfung ist die Untersuchung der Aufseher dann aber wohl abgeschlossen. Grenke war 2020 vom Leerverkäufer Fraser Perring mit massiven Vorwürfen unter anderem zu Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche überzogen worden. Neben von Grenke selbst beauftragten Wirtschaftsprüfern hatte sich die Bafin eingeschaltet.

Leasingfirma Grenke stellt bis 2024 Gewinnverdoppelung in Aussicht

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Taliban erlauben Mädchen Besuch höherer Schulen – Druck aus dem Ausland

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Kabul, 17. Mrz (Reuters) – Die um internationale Anerkennung ringenden radikal-islamischen Taliban in Afghanistan lassen kommende Woche mit Beginn des neuen Schuljahrs Mädchen zum Unterricht an weiterführenden Schulen zu. „Alle Schulen werden für alle Jungen und Mädchen geöffnet“, sagte der Sprecher des Bildungsministerium in Kabul, Asis Ahmad Rajan, am Donnerstag Reuters. Allerdings dürften Mädchen nur getrennt von den Jungen und nur durch Lehrerinnen unterrichtet werden. In ländlichen Gegenden mit wenig Lehrpersonal könnten ausnahmsweise auch ältere Lehrer den Unterricht der Mädchen übernehmen.

Der Zugang zur Bildung für Mädchen und Frauen ist eine der zentralen Forderungen der internationalen Gemeinschaft an die Taliban, die im vergangenen August die Regierung nach jahrelangen Kämpfen übernommen haben. Die meisten Länder erkennen die neuen Machthaber nicht an und begründen dies unter anderem mit der Stellung von Frauen in einer fundamentalistisch-islamistischen Gesellschaft. In ihrer ersten Herrschaftsperiode von 1996 bis 2001 hatten die Taliban Frauen von Bildung und fast allen Berufen ausgeschlossen. 

Die Taliban wollen wieder gemäß ihrer Auslegung des islamischen Rechts das Land regieren. Gleichzeitig sind sie auf Milliarden-Hilfen des Westens angewiesen, um weit verbreitete Armut und Hunger zu bekämpfen. Die Hilfen wurden vergangenes Jahr weitgehend eingestellt.

Frauen in Afghanistan haben in den vergangenen Monaten berichtet, ihnen werde vielfach die Teilnahme am öffentlichen Leben verwehrt. In mehreren Fällen hätten die Betroffenen ihren Arbeitsplatz aufgeben müssen. Die für Frauenrechte zuständige Heather Barr bei Human Rights Watch warnte, die Wiedereröffnung von Schulen für Mädchen sei nicht unbedingt ein Hinweis auf die Wahrung der Rechte von Frauen.

Taliban erlauben Mädchen Besuch höherer Schulen – Druck aus dem Ausland

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

OECD – Krieg in Ukraine bremst globales Wachstum und treibt Inflation

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Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Der Krieg in der Ukraine wird nach Ansicht der OECD die globale Konjunktur bremsen und die Inflation hochtreiben. Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte wegen des Konflikts 2022 um mehr als einen Prozentpunkt niedriger ausfallen, erklärte die Industriestaaten-Gruppe am Donnerstag. Zudem könnte sich „die bereits zu Jahresbeginn hohe Inflation um mindestens zwei weitere Prozentpunkte erhöhen“. Die Rohstoffpreise seien drastisch gestiegen und auf Russland und die Ukraine zusammen entfalle rund ein Drittel der weltweiten Weizenexporte. „Störungen bei der Weizen-, Mais- und Düngemittelversorgung bedeuten eine Gefahr für die weltweite Ernährungssicherheit und drohen, den Hunger zu verschlimmern.“

Die anziehenden Preise für Metalle könnten in vielen Wirtschaftszweigen für Probleme sorgen, wie etwa im Flugzeug- und Fahrzeugbau sowie in der Halbleiterproduktion. „Die durch den Krieg ausgelöste Angebotsverknappung bei Rohstoffen verschärft die pandemiebedingten Lieferstörungen“, erklärte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Der russische Einmarsch in die Ukraine verteuert bereits Energie spürbar und treibt damit die Inflation nach oben. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland 2022 wegen des russischen Krieges auf 2,1 Prozent gesenkt und damit fast halbiert. Der Konflikt verschärft auch die schon bestehenden Probleme für die stark vernetzte deutsche Industrie. Rund 60 Prozent der Unternehmen melden zusätzliche Störungen in der Lieferkette und Logistik als Folge des Krieges, wie aus Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervorgeht.

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Drei chinesische Firmen streben an die Schweizer Börse

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Shanghai/Zürich, 17. Mrz (Reuters) – Drei chinesische Unternehmen streben den Sprung an die Schweizer Börse SIX an. Der Batteriehersteller Gotion High Tech (002074.SZ) sowie die Medizintechnik- und Diagnostikfirma Lepu Medical Technology (Beijing), deren Aktien in Shenzhen gehandelt werden, wollen Global Depository Receipts (GDR) am Aktienmarkt in Zürich platzieren, wie aus den veröffentlichten Börsenunterlagen hervorgeht. Kurz zuvor hatte bereits die in Shanghai börsennotierte Sany Heavy Industry (600031.SS), ein Hersteller von Baumaschinen und Bergbauausrüstung, seine Pläne für eine Zweitnotiz an der SIX bekanntgemacht.

Schweiz

Details der geplanten Transaktionen wurden nicht genannt. Die drei Firmen erklärten, die Ausgabe von GDRs an der SIX solle der Finanzierung der globalen Expansion dienen. China hatte Ende vergangenen Jahres eine Kooperation der Börsen Shanghai und London auf Shenzhen sowie die Kapitalmärkte in der Schweiz und in Deutschland ausgeweitet.

An der SIX können GDRs grundsätzlich bereits seit 2007 gehandelt werden. Bislang wurde von der Möglichkeit aber kein Gebrauch gemacht, erklärte ein Sprecher des Börsenbetreibers am Donnerstag. Mit den Börsen in Shanghai und Shenzhen gebe es seit 2019 Absichtserklärungen für eine Zusammenarbeit und die Bedingungen für eine Kooperation sollen nun endgültig festgelegt werden. „Was wir zu diesem Zeitpunkt sagen können, ist, dass das Interesse auf beiden Seiten rege ist“, erklärte der Sprecher.

Drei chinesische Firmen streben an die Schweizer Börse

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Bahn-Tochter Schenker macht Rekordgewinn von 1,2 Mrd Euro

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Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Die Bahn-Logistik-Tochter Schenker hat nach Angaben aus dem Umfeld des Aufsichtsrats im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erzielt. Die Spedition (LKW, Flugzeug, Schiff) konnte ihren Betriebsgewinn auf rund 1,2 Milliarden Euro steigern, wie mit den Zahlen Vertraute am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Dies sei ein Plus des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) von mehr als 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit kletterte der Gewinn stärker als der Umsatz: Dieser legte um rund ein Drittel auf 23,4 Milliarden Euro zu. Haupttreiber war das Geschäft mit See- und Luftfracht. Eine Deutsche-Bahn-Sprecherin wollte die Zahlen nicht kommentieren und verwies auf Bilanz-Pressekonferenz Ende März.

Bahn

Das Schenker-Ergebnis wird am Finanzmarkt mit großer Aufmerksamkeit erwartet, da das Unternehmen als möglicher Übernahmekandidat gilt. In der Ampel-Regierung wird ein Verkauf von Schenker diskutiert, um einerseits dem hochverschuldeten Konzern zumindest kurzfristig Luft zu verschaffen. Zum anderen wird gerade bei Grünen und FDP bemängelt, dass der Staat einen Logistik-Konzern mit Aktivitäten rund um die Welt besitzt.

Schenker gehört mit fast 75.000 Mitarbeitern in rund 130 Ländern zu den weltweit führenden Logistik-Unternehmen.

Bahn-Tochter Schenker macht Rekordgewinn von 1,2 Mrd Euro

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Hohe Energiepreise belasten Chemiebranche – VCI kippt Prognose für 2022

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Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Die steigenden Energiepreise im Zuge des Kriegs in der Ukraine sorgen für gravierende Probleme in der deutschen Chemiebranche. Die Hoffnung der chemisch-pharmazeutischen Industrie auf einen positiven Wirtschaftsverlauf in diesem Jahr habe mit der Invasion Russlands in der Ukraine ein jähes Ende gefunden, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Donnerstag mit. „Krieg und Sanktionsmaßnahmen werden deutliche Spuren in der Weltwirtschaft hinterlassen“, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. „Die Effekte sind erheblich.“ Für 2022 erwartet nun mehr als die Hälfte der Unternehmen laut einer aktuellen Mitgliederumfrage des VCI einen Rückgang bei Produktion und Umsatz. Vor dem Krieg in der Ukraine sei dagegen noch gut die Hälfte von einem Umsatzplus ausgegangen.

Größter Belastungsfaktor sind die hohen Energiepreise: 70 Prozent der Unternehmen hätten dadurch große Probleme. 85 Prozent könnten die steigenden Kosten gar nicht oder nur teilweise an ihre Kunden abwälzen. Betroffen sei davon in erster Linie der Mittelstand „aus dem wir dramatische Meldungen haben, dass Unternehmen die Verdoppelung, die Verdreifachung von Energiekosten nicht mehr verkraften können“, erläuterte Große Entrup. „Hier stehen Unternehmen vor der Zahlungsunfähigkeit, vor Insolvenz und ähnlichen Herausforderungen.“ Sorgen bereiteten zudem die Störungen der Lieferketten, die durch den Krieg in der Ukraine und erneute Lockdowns in China wegen der Corona-Pandemie noch zunehmen dürften.

Laut VCI machen Russland und die Ukraine zusammen knapp drei Prozent der deutschen Chemie- und Pharmaexporte aus. Das waren zuletzt gut 6,8 Milliarden Euro. Auf die Region entfielen zudem rund zwei Prozent der Direktinvestitionen im Ausland. Die Betriebe beschäftigten nach Schätzung des VCI insgesamt etwa 20.000 Personen vor Kriegsbeginn. Wie sich die Handelsbeziehungen mit russischen Kunden entwickeln werden, könne für die Branche nicht verallgemeinert werden. „Arzneimittel nehmen hier zum Beispiel eine Sonderrolle ein.“ Das Geschäft mit der gesamten Region werde aber wohl künftig deutlich geringer ausfallen. Zudem sei eine Verstaatlichung von Betrieben nicht auszuschließen, sagte Große Entrup.

Kaum eine andere Branche benötigt so viel Energie für die Herstellung ihrer Produkte wie die Chemieindustrie. Der VCI warnte daher vor den „massiven Folgen“, die ein Importstopp von russischem Gas für die Branche hätte. „Tiefe Einschnitte in das Produktionsniveau der chemisch-pharmazeutischen Industrie wären nicht nur bei großen energieintensiven Unternehmen zu erwarten, sondern wären auch im Mittelstand und wohl über alle Sparten unvermeidlich. Über die Wertschöpfungsketten würde sich der Effekt auf die gesamte Industrie in Deutschland fortpflanzen.“ Denn die Produkte der Chemieindustrie werden in allen großen Industriezweigen benötig. „Wenn wir bei uns Probleme kriegen, wenn wir im produktiven Bereich durch das Thema Energie, durch das Thema Lieferketten ins Stottern geraten, dann stottert die gesamte Industrie“, erklärte Große Entrup.

Angesichts der hohen Unsicherheiten zog der VCI seine bisherige Geschäftsprognose für dieses Jahr zurück. Bislang war der Verband von einem Umsatzplus von fünf Prozent ausgegangen sowie einem Anstieg der Preise um drei Prozent und der Produktion um zwei Prozent. Im vergangenen Jahr erzielte Deutschlands drittgrößter Industriezweig nach der Autobranche und dem Maschinenbau einen Umsatzzuwachs von fast 18 Prozent auf 225 Milliarden Euro. Das war vor allem einem Anstieg der Preise um gut neun Prozent und hoher Nachfrage über das ganze Jahr zu verdanken. Die Produktion legt um gut fünf Prozent zu. 

Zum Jahresende zeigten sich allerdings deutliche Bremsspuren, denn die Engpässe bei der Logistik und Vorprodukten sowie die steigenden Energie- und Rohstoffkosten setzten der Branche zunehmend zu. Zwar blieb die Nachfrage hoch, wegen Störungen der Lieferketten konnten die Unternehmen ihre Produktion aber nur geringfügig ausweiten.

Hohe Energiepreise belasten Chemiebranche – VCI kippt Prognose für 2022

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Macron will sich mit Reformprogramm Wiederwahl sichern

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Paris, 17. Mrz (Reuters) – Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will mit dem Versprechen umfassender Reformen die Präsidentschaftswahl im kommenden Monat gewinnen. „Wir befinden uns an einem entscheidenden Punkt“, sagte das Staatsoberhaupt am Donnerstag in Paris mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und den Klimawandel. Sein wichtigstes Ziel sei es, Frankreich unabhängiger zu machen. Dafür kündigte er unter anderem Investitionen im Volumen von 30 Milliarden Euro in den Hochtechnologie-Sektor sowie 25 Milliarden Euro für Forschung an. Gleichzeitig sollen Unternehmen steuerlich entlastet werden.

Dem Arbeitsmarkt will Macron mit einer Erhöhung des Renteneintrittsalters wettbewerbsfähiger machen. Demnach soll die bisherige Grenze von 62 Jahren stufenweise auf 65 Jahre angehoben werden. Zudem soll die Arbeitslosenhilfe so umgestaltet werden, dass die Anreize zur Rückkehr in den Beruf erhöht werden. Menschen, die Sozialhilfe beziehen, sollen zu Schulungen verpflichtet werden, damit sie in den Arbeitsmarkt zurückkehren können.

Im Bereich der Energiepolitik gab Macron das Ziel aus, Frankreich zu einem der ersten Länder zu machen, das ohne fossile Energien auskommt. Dazu soll die Regulierung des Strommarktes verändert werden. Außerdem plant Macron ein Programm zur Optimierung des Energieverbrauchs in Gebäuden und eine Förderung beim Leasing von E-Autos.

In Umfragen hat Macron in den vergangenen Wochen seinen Vorsprung vor seinen Konkurrenten ausbauen können. Demnach wird er die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 10. April gewinnen und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch aus der entscheidenden Abstimmung am 24. April als Sieger hervorgehen.

Macron will sich mit Reformprogramm Wiederwahl sichern

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Dax schließt 0,4 Prozent schwächer

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Dax schließt

Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Nachfolgend die Kurse ausgewählter Indizes zum Xetra-Handelsschluss am Donnerstag: Download Agena Trader Screenshot

Dax schließt
Screenshot Agena Trader, 5 Min Chart

Index-Stände17:30 17.03.22Plus/Minus in Prozent
Dax<.GDAXI>14.388,06-0,4
MDax<.MDAXI>31.472,57+0,3
TecDax<.TECDAX>3.257,60+0,3
SDax<.SDAXI>14.572,59+0,0
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.887,84-0,1
Stoxx50<.STOXX50>3.632,52+0,6
ATX<.ATX>3.334,19+0,7
Dow Jones<.DJI>34.218,13+0,5
Nasdaq<.IXIC>13.474,49+0,3
S&P 500<.SPX>4.378,73+0,5
Umsatz aller Dax-WerteStand 17.03.22
in Millionen Stück96,849
in Milliarden Euro4,761
Ölpreis in Dollar je Barrel17:30 17.03.22Plus/Minus in Prozent
Brent<LCOc1>107,00+9,2
WTI<CLc1>102,87+8,2

Zur Gesamteinordnung, Screenshot: Agena Trader, Download Grafik

Dax schließt

Screenshot: Agena Trader 4-fach Chart.

Dax schließt 0,4 Prozent schwächer

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Bank of England stellt sich mit Zinserhöhung der inflationären Schockwelle entgegen

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Ein Kommentar von Andy Burgess, Spezialist für Fixed Income, Insight Investment zur aktuellen Zinsentscheidung der Bank of England:

„Die Bank of England hat die Zinssätze wie erwartet um 25 Basispunkte auf 0,75 % angehoben, nachdem die US-Notenbank gestern einen ähnlichen Schritt getan hatte. Die Invasion in der Ukraine hat die Energie- und Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen lassen und damit eine inflationäre Schockwelle um die Welt geschickt – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Zentralbanken bereits ein Inflationsproblem haben. Zum jetzigen Zeitpunkt überwiegen die Bemühungen, die Inflation wieder unter Kontrolle zu bringen, gegenüber den sich abschwächenden Aussichten für das weltweite Wachstum.

Anleger Bank of England

Ein Mitglied des geldpolitischen Ausschusses (MPC) war jedoch anderer Meinung und stimmte dafür, die Zinssätze unverändert bei 0,50 % zu belassen – wobei der Ausschuss insgesamt der Ansicht war, dass eine weitere moderate Straffung der Geldpolitik in den kommenden Monaten „angemessen sein könnte“ (zuvor wurde eine solche Straffung als wahrscheinlich angesehen).

Dies steht im Gegensatz zur Februar-Sitzung, bei der vier Mitglieder auf eine Anhebung um 50 Basispunkte drängten, und kann als ein etwas vorsichtigeres Signal im Vergleich zur hawkistischen Rhetorik der Fed verstanden werden. In ihrer Erklärung wies die Bank darauf hin, dass der Konflikt in der Ukraine die Unterbrechungen der globalen Lieferketten verschärft und die Unsicherheit über die Wirtschaftsaussichten erheblich erhöht habe.“

Bank of England stellt sich mit Zinserhöhung der inflationären Schockwelle entgegen

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