Sonntag, März 29, 2026
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Zuckerkrise in Russland – Behörden werden nach Hamsterkäufen aktiv

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17. Mrz (Reuters) – Der starke Anstieg der Zuckerpreise nach dem Einmarsch in die Ukraine und sich häufende Hamsterkäufe rufen die russische Wettbewerbsbehörde auf den Plan. Diese kündigte am Donnerstag Kontrollen bei Produzenten, Einzel- und Zwischenhändlern an.

„Die Tatsache, dass in mehreren Regionen kein Zucker in den Regalen zu finden ist, ist auf eine überstürzte Nachfrage zurückzuführen, die von unehrlichen Organisationen angeheizt wird“, erklärte die Anti-Monopol-Organisation FAS. Die Zuckerpreise sind in der vergangenen Woche um 12,8 Prozent gestiegen, wie aus Daten des Statistikamtes Rosstat hervorgeht.

In den sozialen Medien verbreitete Videoaufnahmen zeigen, wie Rentner sich in Supermärkten gegenseitig anrempeln, um so viele Zuckertüten wie möglich zu ergattern. Für viele Russen ist Zucker ein Grundnahrungsmitteln wie Buchweizen und Salz. Wegen der westlichen Sanktionen wegen des russischen Einmarschs in die Ukraine haben sich viele Verbraucher beeilt, Vorräte anzulegen oder aufzustocken.

„Meine Schwiegermutter war gestern im Laden, und es gab überhaupt keinen Zucker mehr, und auch in anderen Geschäften konnte sie ihn nicht finden“, sagte Oleg, ein Bauunternehmer in der Stadt Wladimir. „Die Menschen sind besorgt.“ Die Behörden sehen dagegen keinen Grund zur Eile, um Lebensmittel zu kaufen.

HILFE PER SCHIFF?

Russland hat den Zuckerexport bis zum 31. August verboten. Zugleich hat die Regierung ein zollfreies Kontingent für die Einfuhr von 300.000 Tonnen Zucker und Rohzucker festgelegt. Damit soll die drohende Lebensmittelinflation gelindert werden. Zudem soll noch in diesem Jahr die Anbaufläche für Zuckerrüben um 1,1 Millionen Hektar erhöht werden, wie das Landwirtschaftsministerium Anfang bekanntgab. 

Zuckerkrise

„Wir haben keine Probleme mit Zucker, unsere Produzenten produzieren ihn in ausreichenden Mengen“, sagte der stellvertretende Industrie- und Handelsminister Viktor Ewtuchow. „Angesichts der Entscheidung, die Ausfuhren zu verbieten und freie Importe dieses Produkts zuzulassen, erwarten wir wirklich keine Engpässe bei dieser Ware, die von der Bevölkerung heute sehr stark nachgefragt wird.“

Zwei Schiffe mit einer Ladung von 88.000 Tonnen Rohzucker sind derzeit auf dem Weg von Brasilien zum russischen Schwarzmeerhafen, wie das Beratungsunternehmen Ikar mitteilte. Das russische Einzelhandelsunternehmen Magnit MGNT.MM hat inzwischen zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, um die Verpackungskapazitäten für Zucker zu erhöhen und die Auslieferung in seine Geschäfte zu beschleunigen.

Zuckerkrise in Russland – Behörden werden nach Hamsterkäufen aktiv

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Scholz sichert Selenskyj Unterstützung zu – Kein Nato-Einsatz

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Berlin/Kiew/Lwiw, 17. Mrz (Reuters) – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag in einer live im Bundestag übertragenen Videobotschaft Vorwürfe gegen Deutschland erhoben und eindringlich um mehr Unterstützung gebeten. Die Bundesrepublik habe nicht genug getan, um den russischen Angriff auf sein Land zu verhindern, sagte Selenskyj. Bundeskanzler Olaf Scholz erklärte als Reaktion auf die Rede, Selenskyj haben sich „mit eindrucksvollen Worten“ an den Bundestag gewandt. „Wir stehen den tapferen Ukrainern weiter bei, sich der russischen Aggression zu widersetzen“, sagte er und verwies auf Deutschlands finanzielle und militärische Hilfe. Mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte Scholz erneut, dass die Nato nicht in den Konflikt eingreifen werde. 

Selenskyj sagte, Deutschland habe daran mitgewirkt, eine Mauer zu errichten, um die Ukraine zu isolieren und Russland auszuliefern. Als Beispiel nannte er das lange Festhalten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 und die Weigerung des Westens, der Ukraine eine Nato-Mitgliedschaft zu ermöglichen. Selenskyj bat Deutschland darum, der Ukraine einen EU-Beitritt zu ermöglichen und „nicht noch einen weiteren Stein in die Mauer zu setzen“.

Russland bombardiere seit drei Wochen Wohnviertel und Krankenhäuser. Bislang seien 108 Kinder getötet worden, „mitten in Europa, bei uns im Jahr 2022“. An Scholz richtete Selenskyj zum Ende seiner rund zehnminütigen Rede den an den Ausspruch des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan angelehnten Appell: „Reißen Sie diese Mauer nieder, unterstützen Sie uns.“

Der ukrainische Präsident bekräftigte seine Forderung nach einer Flugverbotszone, auch um eine Luftbrücke zur Evakuierung umkämpfter Städte einzurichten. Zugleich dankte er aber auch für die Unterstützung und erwähnte etwa die Wirtschaft, die die Sanktionen gegen Russland trage, und die vielen Helfer, die sich um die Flüchtlinge kümmern.

Selenskyj war auf zwei großen Bildschirmen zu sehen. Die Abgeordneten applaudierten zur Begrüßung und zum Abschied stehend. Die Opposition kritisierte scharf, dass es nach Selenskyjs Rede keine Ukraine-Debatte gab, sondern dass mit dem Thema Impfpflicht direkt zur Tagesordnung übergegangen wurde. Scholz äußerte sich zu Selenskys Rede vor einem anschließenden Gespräch mit dem Nato-Generalsekretär.

STOLTENBERG: KONFLIKT DARF NICHT WEITER ESKALIEREN

„Die Nato trägt die Verantwortung dafür, diesen Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen“, sagte Stoltenberg. „Putin setzt allein auf Gewalt“, kritisierte Scholz. Der russische Präsident löse entsetzliches Leid in der Ukraine aus. „Uns berührt auch das Schicksal der vielen jungen Russen, die von ihrer Führung in einen sinnlosen Krieg gegen den eigenen Nachbarn geschickt werden“, sagte Scholz. „Es ist wichtig, dass das Schicksal dieser jungen Menschen auch in Russland bekannt wird. Jeder in Russland muss wissen: Präsident Putin trägt für deren Tod oder Verwundung die alleinige Verantwortung.“

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexii Resnikow appellierte an die Abgeordneten des Europaparlaments, Putin zum Kriegsverbrecher zu erklären. In einer Video-Schalte führte er Beispiele an, um seine Forderung zu untermauern. So habe Russland am Mittwoch ein Theater aus der Luft angegriffen, in dem 1200 Frauen und Kinder Zuflucht gesucht hätten. Dort wurde am Donnerstag nach Überlebenden gesucht. Russland weist Vorwürfe zurück, das Theater angegriffen zu haben.

Russland dementiert, Zivilisten ins Visier zu nehmen, und bezeichnet das Vorgehen in der Ukraine als militärischen Sondereinsatz zur Entnazifizierung des Nachbarlandes. Die USA und ihre Verbündeten sehen darin jedoch einen Vorwand für einen ungerechtfertigten Angriff auf die Ex-Sowjetrepublik. Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Über drei Millionen Ukrainer sind seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar geflohen, Tausende getötet worden.

BRITEN: RUSSISCHE TRUPPEN ERLEIDEN SCHWERE VERLUSTE 

Zu Beginn der vierten Kriegswoche hielten die Kämpfe vor allem um Städte wie Kiew und Mariupol an, und die Zahl der getöteten Zivilisten stieg nach ukrainischen Angaben weiter. Großbritannien zufolge soll der russische Vorstoß an allen Fronten ins Stocken geraten sein. Die russischen Streitkräfte erlitten schwere Verluste, hieß es unter Berufung auf Militärgeheimdienste.

Russland steckt nach Angaben des Kreml enorme Energie in die Gespräche mit der Ukraine über ein eventuelles Friedensabkommen, weist aber Darstellungen über deutliche Fortschritte zurück. „Unsere Delegation unternimmt kolossale Bemühungen“ und demonstriere dabei eine größere Einsatzbereitschaft als die ukrainische Seite“, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Zu einem Bericht der „Financial Times“, wonach beide Seiten bei einem vorläufigen Friedensplan erheblich vorangekommen sind, sagte Peskow: „Das ist nicht richtig – es gibt Elemente, die richtig sind, aber insgesamt ist es falsch.“

Scholz sichert Selenskyj Unterstützung zu – Kein Nato-Einsatz

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Schnabel – Klimawende und Ukraine-Krise treiben Energiepreis-Inflation

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Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Der infolge der Ukraine-Krise beschleunigte Trend zur Abkehr von klimaschädlichen Energieträgern wird aus Sicht von EZB-Direktorin Isabel Schnabel einen hohen Preis fordern. Die Maßnahmen zum Schutz des Planeten und für das Selbstbestimmungsrecht freier Gesellschaften würden eine „neue Ära der Energiepreis-Inflation“ einläuten, mahnte die deutsche Ökonomin am Donnerstag auf einer Geldpolitik-Konferenz in Frankfurt. „Durch diese Phase hindurchzusteuern, wird Solidarität und politische Kooperation auf allen Ebenen erfordern – in Europa und auch national“, fügte sie hinzu.

Auch die Geldpolitik werde in der Zeit des Übergangs zu einer klimaschonenden Wirtschaft ihren Beitrag leisten. Sie werde dafür sorgen, dass die Kaufkraft der Verbraucher geschützt werde und sich die Erwartung einer hohen Inflation nicht in den Köpfen der Bürger festsetze. Zugleich werde die Geldpolitik weiter Wachstum und Beschäftigung stützen.

Der Krieg in der Ukraine wird nach Ansicht der OECD die globale Konjunktur bremsen und die Inflation hochtreiben. Der russische Einmarsch in die Ukraine verteuert bereits Energie spürbar und treibt damit die Inflation nach oben. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland 2022 wegen des russischen Krieges auf 2,1 Prozent gesenkt und damit fast halbiert. Der Konflikt verschärft auch die schon bestehenden Probleme für die stark vernetzte deutsche Industrie.

Deutschland bezieht über die Hälfte seines Gases aus Russland und sucht vor dem Hintergrund des Einmarsches in die Ukraine nach alternativen Lieferanten. Norwegen ist bereits mit rund 30 Prozent der zweitgrößte. Deutschland benötigt etwa 100 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Mittelfristig will Deutschland auch Wasserstoff aus Norwegen beziehen. Geprüft wird auch, ob dafür eine eigene Pipeline nach Deutschland gebaut werden muss.

Schnabel – Klimawende und Ukraine-Krise treiben Energiepreis-Inflation

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US-Industrie fährt Produktion überraschend stark hoch

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Washington, 17. Mrz (Reuters) – Die US-Industrie hat ihre Produktion im Februar unerwartet kräftig hochgefahren. Die Betriebe stellten 1,2 Prozent mehr her als im Vormonat, wie die Notenbank (Fed) am Donnerstag mitteilte.

Von Reuters befragte Volkswirte hingegen hatten nur mit 0,6 Prozent Wachstum gerechnet. Industrie, Versorger und Bergbauunternehmen zusammen produzierten 0,5 Prozent mehr und trafen damit die Erwartung von Ökonomen punktgenau. Die direkten und indirekten Folgen des Krieges in der Ukraine könnten bei den Firmen allerdings künftig für höhere Energiekosten sorgen und die Lieferketten erneut durcheinanderbringen.

US-Industrie fährt Produktion überraschend stark hoch

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Verdi kündigt bundesweite Warnstreiks bei der Postbank an

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Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Im Tarifkonflikt bei der Postbank ruft die Gewerkschaft Verdi kurz vor der dritten Verhandlungsrunde zu bundesweiten Streiks am Freitag auf. Einbezogen seien dann alle Postbankfilialen, die Callcenter der Postbank sowie die Postbank-Standorte, teilte Verdi am Donnerstag mit.

In den Filialen und bei den Callcentern solle auch am Samstag gestreikt werden. Verdi wolle mit diesem bislang größten Ausstand kurz vor der neuen Gesprächsrunde am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen. Deren bisheriges Angebot sei inakzeptabel, erklärte die Gewerkschaft. Die Verhandlungen für die rund 15.000 Beschäftigten der zur Deutschen Bank gehörenden Postbank hatten in der zweiten Runde im Februar keine Fortschritte gebracht.

„Die Beschäftigten der Postbank erwarten am Dienstag ein Angebot der Arbeitgeberseite, das der hohen Inflation bei gleichzeitig hohen Gewinnen der Deutschen Bank Rechnung trägt, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck. Die Deutsche Bank hatte in der zweiten Verhandlungsrunde ein erstes Gehaltsangebot vorgelegt.

Streik

Es sieht unter anderem die stufenweise Anhebung der Gehälter in zwei Schritten um insgesamt 4,9 Prozent vor. Verdi zufolge hat es eine Laufzeit von 36 Monaten und enthält neun Nullmonate. Die Gewerkschaft war mit einer Forderung von sechs Prozent mehr Gehalt in die Verhandlungen gezogen. Die Beschäftigten sollen nach den Vorstellungen von Verdi zudem einen Corona-Ausgleich von 1500 Euro bekommen. Ein wichtiges Thema in den Verhandlungen ist zudem das mobile Arbeiten.

Verdi kündigt bundesweite Warnstreiks bei der Postbank an

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Rheinmetall rüstet sich für Auftragsboom

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Düsseldorf, 17. Mrz (Reuters) – Vor dem Hintergrund wachsender Wehretats in Deutschland und anderen Ländern rüstet sich Rheinmetall für einen Auftragsboom. Konzernchef Armin Papperger kündigte am Donnerstag an, bis Mitte nächsten Jahres 1500 bis 3000 zusätzliche Mitarbeiter in Deutschland, England und Australien zu rekrutieren, um die erwartete Auftragsflut abzuarbeiten.

Es müssten zwar erst die Aufträge unter Dach und Fach gebracht werden. Aber es sei damit zu rechnen, dass ein großer Teil der Mitarbeiter bereits bis Ende des Jahres eingestellt wird. „Es gibt bereits 700 bis 800 Stellenausschreibungen“, so Papperger. Neue Fabriken würden aber nicht gebraucht.

Rheinmetall mit seinen derzeit rund 24.000 Mitarbeitern hat fünf Werke in Deutschland und produziert zudem in Kanada, den USA, Großbritannien, Österreich, der Schweiz, Italien, Ungarn, Südafrika und Australien. 

Wegen Russlands Einmarsch in die Ukraine haben mehrere EU-Länder angekündigt, ihre Wehr-Etats aufzustocken. Die Bundesregierung will ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Ausstattung der Bundeswehr schaffen. Nach Angaben Pappergers sind allein für Munition 20 Milliarden Euro vorgesehen. „Der Munitionsbestand der Bundeswehr ist sehr gering“, betonte Papperger.

Rheinmetall könne innerhalb von sechs bis zwölf Monaten Munition im Wert von zwölf Milliarden Euro liefern. Für LKW seien die Lieferzeiten etwa zwölf Monate, für den Radpanzer Boxer bis zu 18 Monate und für den Schützenpanzer Puma 24 Monate. Rheinmetall produziert neben Munition unter anderem auch Panzer, gepanzerte Transportfahrzeuge, Waffen und Flugabwehrsysteme. 

WACHSTUMSZIELE DURCH REKORD-AUFTRAGSBESTAND ABGESICHERT

Rheinmetall verfügt aktuell über einen Rekord-Auftragsbestand von rund 24,5 Milliarden Euro, wovon der Löwenanteil auf den Rüstungsbereich entfällt. Das stimmt Papperger zuversichtlich: Der Umsatz soll organisch um 15 bis 20 Prozent steigen, die operative Umsatzrendite auf über elf (Vorjahr: 10,5) Prozent. In den Planungen seien auch erste Einnahmen aus den geplanten zusätzlichen Wehrausgaben der Bundesregierung enthalten, so Papperger.

2021 erzielte der Rüstungs- und Technologiekonzern ein Umsatzplus von 4,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro und einen Anstieg des operativen Gewinns (Ebit) um 33 Prozent auf 594 Millionen Euro. Netto schnellte das Ergebnis auf 332 Millionen Euro von einer Million im Jahr zuvor. Die Dividende soll um fast zwei Drittel auf 3,30 Euro je Aktie steigen. 

AKTIE ERREICHT REKORDHOCH

An der Börse kamen die Wachstumspläne des Düsseldorfer Traditionskonzerns, dessen Gewinnbringer früher die Autozulieferung war, gut an. Mit einem Plus von fünf Prozent markierte die Aktie mit 164,10 Euro ein Rekordhoch. Seit Kriegs-Ausbruch in der Ukraine haben die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Titel knapp 70 Prozent an Wert gewonnen.

Rheinmetall rüstet sich für Auftragsboom

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Volkswirte zur erneuten Zinserhöhung der Londoner Notenbank

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London, 17. Mrz (Reuters) – Die britische Notenbank stemmt sich mit einer erneuten Zinsanhebung gegen die steigende Inflation im Land. Sie erhöhte den geldpolitischen Leitzins am Donnerstag um einen Viertel Punkt auf 0,75 Prozent. Von Reuters befragte Experten hatten dies erwartet. Sie sagten in ersten Reaktionen:

Notenbank

NAEEM ASLAM, BROKERHAUS AVATRADE:

„Das Pfund fällt, weil Anleger glauben, dass die Bank von England in ihrer Geldpolitik zu aggressiv ist. Ein Fehler wird die Bank einiges kosten, da wir uns einigen ernsthaften Problemen wie dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine gegenübersehen.“

DIRK CHLENCH, LBBW:

„Während hierzulande die EZB noch die Füße stillhält, hat die Bank of England bereits zum dritten Mail in kurzer Folge ihren Leitzins angehoben. Die Bank of England führt aus, dass sich durch die Russland-Krise der bereits zuvor ausgeprägte Preisaufwärtsdruck noch weiter vergrößert hat. Die Währungshüter erwarten Inflationsraten von acht Prozent und darüber. Der Hochpunkt der Inflation sollte nunmehr nicht mehr im April 2022, sondern im Oktober 2022 erreicht werden. Dann werden die britischen Energieversorger wieder Preiserhöhungen vornehmen dürfen. 

Aus alledem ziehen wir den Schluss, dass die Bank of England im weiteren Verlauf dieses Jahres noch mindestens dreimal an der Zinsschraube drehen wird. Die Bank of England selbst erachtet eine moderate Straffung der geldpolitischen Zügel für die nächsten Monate als angemessen.“

ALEXANDER KRÜGER, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE PRIVATBANK:

„Der Ukraine-Krieg hat die Notenbank nicht von der Inflationsbekämpfung abgehalten. Nun ist der Leitzins wieder da, wo er vor dem Corona-Ausbruch war. Hinsichtlich weiterer Zinsanhebungen hat die Notenbank allerdings kalte Füße bekommen. Eine Zinspause im Mai ist deshalb wahrscheinlicher geworden. Alles in allem hat die Notenbank die Erwartung an weitere Zinsschritte gedämpft.“

Volkswirte zur erneuten Zinserhöhung der Londoner Notenbank

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Neuer Corona-Höchstwert – Fast 300.000 Neuinfektionen

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Berlin/Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Einen Tag vor der von der Ampel-Koalition geplanten Lockerung des Infektionsschutzgesetzes erreicht die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen neuen Rekordwert. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 294.931 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 32.179 Fälle mehr als vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 1651,4 von 1607,1 am Vortag und markierte damit ebenfalls einen neuen Höchstwert. 278 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 126.420. Die Zahl der Intensivpatienten mit dem Virus in Krankenhäusern betrug am Mittwoch 2257. 

Am Nachmittag beraten Bundeskanzler Olaf Scholz und die 16 Ministerpräsidenten auch über die Corona-Politik. Am Freitag wollen die Ampel-Parteien dann ein abgespecktes Infektionsschutzgesetz beschließen, das die rechtlich möglichen Corona-Maßnahmen der Bundesländer deutlich reduzieren soll. „Die Länder wünschen sich einmütig einen Basisschutz gerade deshalb, weil wir heute einen Rekordstand an Infektionen haben“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Hendrik Wüst (CDU), im ARD-Morgenmagazin. „Wir brauchen eine schnelle, unkomplizierte Regelung, wenn es mal schwieriger wird, wenn das Gesundheitssystem oder die kritische Infrastruktur an die Grenzen kommt.“ So sei beispielsweise nicht klar geregelt, was ein Hotspot sei. „Das ist alles sehr unbestimmt, sehr wischiwaschi.“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schrieb zur Kritik von Wüst und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der den Gesetzentwurf im Deutschlandfunk als „Sprung ins Unbekannte“ bezeichnet hatte, auf Twitter: „Ministerpräsidenten Wüst und Söder beklagen den Wegfall der Schutzmaßnahmen. Dabei hatten sie den Wegfall aller Maßnahmen bei der letzten MPK ab Montag selbst beschlossen.“ Er kämpfe um jede mögliche Verbesserung der Lage, mehr gehe derzeit aber nicht. „Maske und 2G+ ohne drohende Überlastung? Machen weder Gerichte noch FDP. Mag man nicht mögen. Aber so ist es.“ 

Die meisten Ländern haben bereits angesichts der hohen Infektionszahlen die aktuellen Regeln bis zum 2. April verlängert und wollen damit solange wie nach dem neuen Bundesgesetz erlaubt an den alten Regeln festhalten. Die Regeln des bisherigen Infektionsschutzgesetzes laufen am Samstag aus. Ohne Neuregelung wären dann gar keine Schutzmaßnahmen mehr möglich. Neben einen „Basisschutz“ mit Maskenpflicht etwa im Öffentlichen Nahverkehr sollen eingeschränkte weitere Schutzmaßnahmen in sogenannten Hotspots mit hohen Infektionszahlen weiter möglich sein. Die FDP setzte gegenüber SPD und Grünen durch, dass in Geschäften keine Maskenpflicht mehr gilt.

Als Begründung für die Rückführung der Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen führt die Ampel-Koalition an, dass trotz steigender Fallzahlen keine Überlastung des Gesundheitssystems drohe. Grund ist der häufig mildere Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit der vorherrschenden Omikron-Virusvariante. Kritiker verweisen dagegen auf die nach wie vor hohe tägliche Zahl an Corona-Toten sowie dauerhafte gesundheitlichen Probleme von Infizierten durch Long-Covid.

Neuer Corona-Höchstwert – Fast 300.000 Neuinfektionen

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Dax schaltet Gang zurück – Ukraine und US-Zinswende belasten

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Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Nach seiner jüngsten Rally hat der Dax am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt. Schwindende Hoffnungen auf eine baldige Waffenruhe in der Ukraine und die lang erwartete Zinswende in den USA belasteten die Stimmung.

Der Dax verlor bis zu 1,3 Prozent auf 14.253 Zähler, nachdem er am Mittwoch fast vier Prozent fester geschlossen hatte. Der EuroStoxx50 gab 0,7 Prozent nach. Die Lage in der Ukraine sei weiterhin schwer zu durchschauen und die weitere Entwicklung mit hoher Unsicherheit verbunden, konstatierten die Analysten der Helaba. Gold, das gern als sicherer Hafen angesteuert wird, verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 1943 Dollar je Feinunze.

Zuletzt hatte die Aussicht auf eine mögliche Kompromisslinie in den Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine die Anleger wieder mutiger gestimmt. Am Donnerstag erklärte das Präsidialamt in Moskau jedoch, dass ein Bericht der „Financial Times“ über Fortschritte bei den Gesprächen nur teilweise korrekt sei, insgesamt sei er nicht wahr. 

DOLLAR VON ZINSERHÖHUNG UNBEEINDRUCKT

Neben dem Krieg in der Ukraine sorgte auch die erste Zinserhöhung in den USA seit 2018 für Diskussionen am Markt. Die Fed hievte den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation wie erwartet um einen Viertel Punkt auf die neue Zielspanne von 0,25 bis 0,50 Prozent. Für Ende 2022 halten die US-Notenbanker im Mittel ein Leitzinsniveau in einer Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent für angemessen. Bis Ende 2023 könnte es auf 2,8 Prozent getrieben werden. Damit signalisieren sie einen aggressiveren Kurs, als es viele Experten erwartet hatten. 

„Die Fed versucht jetzt aus allen Rohren zu feuern und scheint dabei sehr optimistisch zu sein, was die Widerstandsfähigkeit der (Welt-)Konjunktur angeht“, erklärten die Analysten der NordLB. „Sollte sich der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine aber noch hinziehen, dürfte unseres Erachtens die Weltwirtschaft stark auf die Probe gestellt werden – und solch massive Zinsanstiege haben oftmals eine Rezession zur Folge.“ Der Dollar konnte von der Aussicht auf höhere Zinsen nicht profitieren und verlor 0,4 Prozent auf 98,2710 Stellen. Der EuroEUR=kletterte um bis zu 0,3 Prozent auf 1,1067 Dollar. 

Dax

BRENT KOSTET WIEDER MEHR ALS 100 DOLLAR

Am Ölmarkt bestimmte die Angst vor Versorgungsengpässen durch den Ukraine-Krieg das Marktgeschehen. Die Warnung der Internationalen Energieagentur IEA vor Ausfällen russischer Lieferungen trieb den Preis für das Nordseeöl BrentLCOc1 wieder über die 100-Dollar-Marke. Es verteuerte sich um bis zu 5,2 Prozent auf 103,15 Dollar. 

Unter den Einzelwerten stachen am deutschen Aktienmarkt auf der Verliererseite vor allem ThyssenKrupp heraus. Die Titel rutschten im MDax um 11,2 Prozent auf 8,37 Euro ab, nachdem der Industriekonzern wegen der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs einen Teil seiner Jahresziele ausgesetzt hat. Zudem traut sich das Unternehmen keine Prognose zu, ob es eine mögliche Abspaltung des Stahl-Geschäfts wirklich umsetzen kann.

Rheinmetall konnte die Anleger dagegen mit einem optimistischen Ausblick überzeugen. Vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsausgaben in Deutschland und anderen Ländern sieht Unternehmens-Chef Armin Papperger den Rüstungskonzern auf Wachstumskurs. Die Aktien drehten ins Plus und kletterten um bis zu fünf Prozent auf einen Rekordwert von 164,10 Euro. Seit Jahresbeginn haben sie bereits rund 88 Prozent an Wert zugelegt.

An der Pariser Börse ging es für die Titel des Softwareunternehmens Atos mit einem Plus von 7,4 Prozent bergauf. Spekulationen auf ein Interesse von AirbusAIRG.DE an dem Cybersicherheitsgeschäft von Atos lockten Anleger in die Aktien. Airbus notierten knapp im Plus.

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Ukraine-Krieg heizt Preisboom in der Logistik an

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Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) – Die Corona-Pandemie hat die Frachtraten in den vergangenen beiden Jahren weltweit in schwindelnde Höhen getrieben – jetzt heizt der Ukraine-Krieg die Transportpreise weiter an. Unternehmen müssen mit noch höheren Logistikkosten rechnen. „Wir haben starke Materialpreissteigerungen bei Halbleitern, Energie, Frachten – das setzt sich weiter fort 2022, sogar verstärkt“, beschreibt etwa der Finanzchef des Autozulieferers ZF FriedrichshafenZFF.UL, Konstantin Sauer, die schwierige Lage.

Die Sanktionen Europas gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine treffen die Luftfracht zwischen Europa und Asien unmittelbar. Seit dem 28. Februar ist der riesige Luftraum Russlands für Airlines aus 36 Ländern einschließlich Europas gesperrt, nachdem die EU-Staaten eine solche Sanktion gegen russische Gesellschaften verhängt hatten. „Wir erwarten, dass die Preise für Luftfracht auf der Europa-Asien-Route um mehr als 30 Prozent steigen werden“, sagt Ruxandra Haradau-Döser, Luftfahrtexpertin von Kepler Cheuvreux. 

Und das, nachdem die Luftfracht im vergangenen Jahr boomte, weil etwa die Autoindustrie in der Chip-Krise die raren, von asiatischen Herstellern ergatterten Halbleiter einfliegen ließ. Dieser Engpass hat bisher kaum nachgelassen. Jetzt werden die Transportkapazitäten über die Luft noch knapper: Mit den russischen Cargolinien AirBridgeCargo und Volga-Dnepr fallen wichtige Anbieter aus.

Die europäischen Fracht-Airlines müssen Umwege fliegen, was Flüge von Frankfurt nach Asien nach Angaben von Lufthansa Cargo um anderthalb bis zweieinhalb Stunden verlängern kann. Die Maschinen tanken mehr Treibstoff, das verringert das mögliche Ladegewicht. Wegen der längeren Flugzeit sind außerdem weniger Flüge möglich. In den kommenden Monaten ist nach Schätzung von Analystin Haradau-Döser die Cargo-Kapazität zwischen Asien und Europa um rund 50 Prozent geringer als Anfang Februar. „Gleichzeitig erwarten wir, dass die Nachfrage steigt, weil Zugverbindungen zwischen China und Europa ausfallen“, sagt die Analystin. Hinzu kommt der massive Ölpreisanstieg in Reaktion auf den Krieg. Die Mehrkosten gäben die Fluggesellschaften an die Kunden weiter. 

FRACHTRATEN MEHR ALS VERDOPPELT

Luftfrachtkapazitäten blieben außerdem begrenzt, weil sich die Passagierflüge von Europa nach Asien nur langsam, wenn überhaupt erholen, erklärte Bernstein Research. Die Hälfte der Fracht wird normalerweise als Beiladung in Passagierjets transportiert. Die Luftraumsperrung über Russland bedeute einen Rückgang der globalen Frachtkapazität um zehn Prozent. Die Frachtraten seien derzeit zweieinhalb Mal so hoch wie 2019. „Das wird noch schlimmer“, schreibt Bernstein-Analyst Alex Irving. 

Die Analysten von Stifel Research erklären, es sei noch zu früh für eine genaue Prognose. Die Frachtraten dürften aber im ersten Halbjahr weiter steigen, eine Normalisierung auf sich warten lassen. „Wir glauben, das post-pandemische Umfeld wird viel günstiger sein für die Spediteure als die vor-pandemische Welt“, heißt es in einem Kommentar der Stifel-Analysten Marc Zeck und Johannes Braun.

Auch die Deutsche PostDPWGn.DE, Luftfrachtanbieter mit DHL, erklärte unlängst, die schon hohen Frachtraten seien seit dem Angriff Russlands weiter gestiegen. Höhere Kerosin-Preise würden an die Kunden weitergegeben. Lufthansa Cargo geht von weiterem Preisanstieg auf den Asien-Routen aus. Cargo-Chefin Dorothea von Boxberg erwartet ein weiteres „starkes Jahr“. Die Lufthansa-Tochter verdoppelte dank des Preisanstiegs bei knapperem Angebot 2021 das Betriebsergebnis auf 1,5 Milliarden Euro. Das ist noch nichts im Vergleich zur französischen Schiffsreederei CMA CGM- sie verzehnfachte den Gewinn 2021 auf 17,9 Milliarden Dollar.

Was das für die Kunden heißt, zeigt das Beispiel Continental. Der Autozulieferer gab für Sonderfrachten – vor allem für die eingeflogenen Halbleiter – im vergangenen Jahr allein 200 Millionen Euro aus. Das Unternehmen rechnete mit ähnlich hohen Kosten in diesem Jahr, die wiederum nur ein Bruchteil des Kostenanstiegs durch höhere Preise für Energie, Rohstoffe oder Bauteile sind. Aber das war eine Kalkulation noch vor Ausbruch des Krieges.

ZF-Finanzchef Sauer erklärte, das Unternehmen versuche, den starken Kostenanstieg durch Einsparungen auszugleichen, aber das gelinge nur teilweise. „Das wird noch die Inflation beflügeln in unserem Land“, warnte er. „Da kommt noch einiges auf uns zu.“

Ukraine-Krieg heizt Preisboom in der Logistik an

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.