Montag, Juni 1, 2026
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Auslagerung von Kapitalanlagen der Versicherer übersteigt 5,5 Billionen US-Dollar – Private Markets und globale Expansion prägen die Branche neu

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clearwater

Clearwater Analytics (NYSE: CWAN) hat heute den 2026 Insurance Investment Outsourcing Report (IIOR) veröffentlicht, der in Zusammenarbeit mit DCS Financial Consulting erstellt wurde. Der Bericht umfasst ein verwaltetes Versicherungsvermögen von 5,5 Billionen US-Dollar (AUM) an ausgelagerten Kapitalanlagen, verteilt auf 96 Vermögensverwalter – eine Steigerung von 23 % gegenüber dem Vorjahr und von 65 % seit 2021 – ergänzt um 1,8 Billionen US-Dollar an beratenen Vermögen bei 12 Anlageberatungsgesellschaften. Die Ergebnisse zeigen einen Outsourcing-Markt, der größer, internationaler aufgestellt und spürbar komplexer geworden ist.

Der IIOR 2026 zeigt die wesentlichen Trends auf, die das Kapitalanlagemanagement der Versicherer grundlegend verändern:

Private Markets erreichen eine neue Dimension. Die extern in Private Markets verwalteten Versicherungsvermögen haben sich seit 2021 mehr als verdoppelt, 947 Milliarden US-Dollar erreicht und machen – zusammen mit börsennotierten Anlagen – annähernd ein Drittel der ausgelagerten Versicherungsallokationen aus. Versicherer haben sich schrittweise über traditionelle Privatplatzierungen hinaus entwickelt und investieren in Mittelstandsfinanzierungen, Infrastrukturanleihen und strukturierte Kreditprodukte. 67 % der teilnehmenden Vermögensverwalter bieten inzwischen Strategien für private festverzinsliche Anlagen zusätzlich zu ihren Börsenanlagestrategien an.

Europa rückt ins Zentrum. Europa und Großbritannien sind zu einer bedeutenden und wachsenden Kraft in der externen Vermögensverwaltung für Versicherer geworden: Die gemeldeten verwalteten Vermögen legten im Jahresvergleich um 32 % zu und haben sich seit 2021 von 1,0 auf 2,1 Billionen US-Dollar mehr als verdoppelt – getragen von organischem Wachstum und einer breiteren Beteiligung am IIOR. Damit entfallen 38 % der gesamten ausgelagerten Versicherungsvermögen auf die Region. Prozentual wuchsen APAC und Offshore-Märkte im Jahresvergleich noch schneller und übertrafen damit jeweils deutlich den weiterhin soliden Zuwachs von 12 % in Nordamerika. Der Auslagerungsmarkt ist damit nicht mehr primär nordamerikanisch geprägt. Mandate gewinnen Vermögensverwalter zunehmend durch globale Reichweite, regionale Spezialisierung – oder beides.

„Der IIOR 2026 zeigt: Die Branche befindet sich in einem Wandel, der sich nicht allein mit Zahlen beschreiben lässt. Private Markets haben eine neue Größenordnung erreicht, Europa hat das Kräfteverhältnis verschoben, und die Komplexität, die diese Branche heute über Anlageklassen, Regionen und Regulierungsräume hinweg bewältigen muss, wächst stetig“, so Sandeep Sahai, CEO von Clearwater Analytics. „Wir sind überzeugt, dass starke Partnerschaften Versicherern und ihren Vermögensverwaltern den Rückhalt geben, den diese Entwicklungen erfordern. Wir laden Sie ein, den vollständigen Bericht zu lesen und zu erfahren, was dieser Wandel für Ihr Geschäft bedeutet.“

„Der IIOR 2026 macht eines unmissverständlich klar: Externe Vermögensverwaltung ist das neue Standardmodell, mit dem Versicherer weltweit ihr Kapital anlegen“, so Steve Doire, Inhaber von DCS Financial Consulting und Strategic Advisor von Clearwater Analytics. „Die nahezu Verdopplung der von Anlageberatungsgesellschaften betreuten Vermögen innerhalb von zwei Jahren belegt, dass Versicherer gezielt externe Experten einbinden, um zunehmend diversifizierte und komplexe strategische Anlageprogramme zu konzipieren und zu steuern. Ebenso bedeutsam ist die Dynamik in Europa. Der Markt hat sich klar von der Vorherrschaft Nordamerikas gelöst. Am besten für die kommende Phase aufgestellt sind jene Vermögensverwalter, die diesen globalen Wandel frühzeitig erkannt und in die nötigen Kompetenzen und die regionale Präsenz investiert haben, um Mandate über die Regionen hinweg zu gewinnen.“

Der Wettbewerb verschärft sich

Das Wachstum des IIOR spiegelt das Wachstum des Marktes selbst wider. Was als Report mit 40 Teilnehmern begann, umfasst heute 108 Vermögensverwalter und Anlageberatungsgesellschaften sowie 5,5 Billionen US-Dollar an verwalteten Vermögen. In den vergangenen zehn Jahren ist der Anteil der zehn größten Vermögensverwalter am gesamten verwalteten Vermögen von 70 % auf 59 % zurückgegangen. Dies zeigt, dass eine wachsende Zahl von Häusern um Mandate von Versicherern konkurriert. Spezialisierte und mittelgroße Vermögensverwalter gewinnen an Boden – durch ausgewiesene Versicherungsexpertise, Kompetenzen im Bereich der Private Markets und regionale Stärke. Zudem haben sich die von Anlageberatungsgesellschaften betreuten Vermögen innerhalb von zwei Jahren nahezu verdoppelt, da Versicherer verstärkt externe Expertise hinzuziehen, um zunehmend komplexere Anlageprogramme zu steuern.

Das erwartet Sie im Report

Der IIOR 2026 umfasst 96 Profile von Vermögensverwaltern, 12 Profile von Anlageberatungsgesellschaften, globale und regionale Ranglisten sowie Daten zu Vermögensallokationen, Kundensegmenten und regionalen Wachstumsentwicklungen in den wichtigsten Märkten für Versicherungsanlagen. Diese Ergebnisse zeichnen ein klares Bild davon, wo Versicherungsvermögen verwaltet werden, welche Häuser Marktanteile gewinnen und wie sich der Markt wandelt. Der Bericht entsteht in Kooperation mit DCS Financial Consulting sowie Institutional Investor.

2026 IIOR herunterladen

Foto/Quelle: DCS / CWAN

Vom Klagen zur Klarheit: Wie Verkäufer mit schwierigen Kunden souverän umgehen

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Kunden jammern Verkäufer richtig führen Oliver Schumacher

Manche Kunden beschweren sich häufig. Aussagen wie „Preise sind zu hoch“, „Prozesse zu langsam“, „Der Markt schwierig“ oder „Früher war alles besser“ hat vermutlich jeder Kundenbetreuer schon mal gehört. Solche Gespräche kosten Zeit, belasten die Stimmung und binden Aufmerksamkeit. Viele Verkäufer reagieren darauf, indem sie erklären, rechtfertigen oder zustimmen, um zu beruhigen. Doch genau das verschärft die Situation: Das Gespräch dreht sich weiter im Kreis. Im schlimmsten Fall verliert der Verkäufer die Gesprächsführung endgültig und das Gespräch wird ein Beschwerdegespräch ohne Ziel. Wichtig zu wissen ist, dass Jammern sich selten persönlich gegen den Verkäufer richtet. Es ist meist Ausdruck von Unsicherheit, Druck oder Orientierungslosigkeit. Aber wer das erkennt, kann das Gespräch neu ausrichten.

Wenn Kunden grundsätzlich unzufrieden wirken

Einige Kunden wirken dauerhaft kritisch. Sie beanstanden Preise, Lieferzeiten oder den gesamten Markt. Oft bleiben die Aussagen ungenau.
„Das funktioniert nie.“
„Alles wird immer komplizierter.“
„So kann man heute nicht mehr arbeiten.“

Diese Aussagen schaffen Stimmung, aber keine Grundlage für Lösungen. Verkäufer geraten schnell in die Defensive. Sie versuchen, jeden Punkt zu erklären. Dabei verlieren sie Energie und Struktur.

Besser ist es, aus diesem Muster auszusteigen: Sie hören zwar zu, lassen sich jedoch nicht emotional hineinziehen. So können sie leichter das Gespräch zu konkreten sachlichen Themen zurückholen.

Jammern ist keine Kritik

Jammern unterscheidet sich deutlich von konstruktiver Kritik. Kritik benennt konkrete Punkte. Jammern dagegen beschreibt diffuse Zustände. Und konstruktive Kritik lässt sich bearbeiten, Jammern aber nicht.

Wer beides gleich behandelt, verzettelt sich. Verkäufer versuchen dann, Probleme zu lösen, die gar nicht klar benannt sind. Das führt zu langen Gesprächen ohne Ergebnis. Doch Jammern braucht keine Lösung, sondern Struktur.

Warum Kunden jammern

Hinter Klagen steckt meist ein Bedürfnis. Manche Kunden wollen Kontrolle zurückgewinnen. Andere suchen Aufmerksamkeit. Wieder andere wollen Risiken vermeiden. Jammern entlastet kurzfristig, da Verantwortung abgegeben wird, meist unbewusst. Der Verkäufer soll nun zuhören oder sogar Verantwortung übernehmen.

Spielen Verkäufer dieses Muster mit, übernehmen sie Aufgaben, die nicht ihre sind. Sie versuchen, Emotionen zu reparieren, statt Entscheidungen zu strukturieren. Genau hier verlieren sie ihre Rolle.

Die Haltung des Verkäufers entscheidet

Der entscheidende Faktor liegt beim Verkäufer: Wer genervt reagiert, verschärft die Situation. Wer zustimmt, verstärkt das Jammern. Wer sich verteidigt, verliert an Souveränität.

Besser ist es, ruhig zu bleiben und zuzuhören, ohne mitzuleiden. Also wahrnehmen ohne zu bewerten. Eine solche innere Distanz verändert den Gesprächsverlauf deutlich.

Zuhören ohne Zustimmung

Aktives Zuhören bedeutet in diesem Kontext etwas anderes. Es geht nicht darum, jede Aussage zu bestätigen, sondern Ordnung zu schaffen.

Der Verkäufer fasst also sachlich zusammen, ohne zu werten: „Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es Ihnen vor allem um die Lieferzeiten.“ Oder: „Sie sprechen mehrere Punkte an. Welcher davon ist für Sie aktuell am wichtigsten?“

Solche Aussagen bringen Struktur und Orientierung. Der Kunde fühlt sich gehört. Darüber hinaus wird das Gespräch konkreter.

Mit Fragen aus dem Jammertal führen

Gezielte Fragen helfen, das Gespräch zu lenken:

Was genau meinen Sie damit?
Woran machen Sie das fest?
Was wäre für Sie eine gute Lösung?
Was hat in der Vergangenheit funktioniert?
Was ist Ihnen aktuell am wichtigsten?

Diese Fragen verschieben den Fokus raus aus der Emotion hin zu Entscheidung. Viele Kunden werden jetzt ruhiger, da sie merken, dass das Gespräch vorankommt.

Grenzen setzen ohne Konfrontation

Nicht jeder Punkt gehört in die Verantwortung des Verkäufers. Deshalb sind klare Grenzen wichtig.

Beispiel: „Ich verstehe Ihren Punkt. Lassen Sie uns auf das konzentrieren, was wir konkret beeinflussen können.“ Oder: „Ich unterstütze Sie gerne. Dafür brauche ich einen konkreten Ansatzpunkt.“

Diese Formulierungen wirken ruhig, setzen aber gleichzeitig klare Grenzen und bringen die Gesprächsführung wieder zurück zum Verkäufer.

Struktur am Gesprächsende schaffen

Ein gutes Gespräch endet mit Klarheit.

Was wurde besprochen?
Was ist der nächste Schritt?
Wer übernimmt was?
Bis wann?

Jammern aber hält Gespräche offen. Struktur hingegen schafft Verbindlichkeit. Genau diese Verbindlichkeit sorgt dafür, dass Gespräche produktiv werden.

Schwierige Kunden als Chance

Jammernde Kunden sind oft engagiert und beschäftigen sich intensiv mit ihrer Situation. Wer sie richtig führt, gewinnt häufig besonders loyale Kunden.

Denn viele Kunden sind erleichtert, wenn jemand das Gespräch ordnet. Sie fühlen sich ernst genommen und erleben gleichzeitig Führung. Diese Kombination stärkt Vertrauen.

Fazit: Struktur statt Zustimmung

Jammernde Kunden brauchen keine Bestätigung, sondern Klarheit. Verkäufer, die ruhig bleiben, zuhören und gezielt strukturieren, behalten die Gesprächsführung. Jammern ist kein Angriff. Es ist ein Signal. Wer dieses Signal erkennt und das Gespräch neu ausrichtet, verwandelt schwierige Situationen in produktive Gespräche.

So entsteht aus Klagen Zusammenarbeit. Und aus schwierigen Gesprächen entstehen oft die stabilsten Kundenbeziehungen.

Autor Oliver Schumacher

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Das Billionen-IPO: SpaceX setzt einen neuen Bewertungsmaßstab für die Raumfahrtindustrie

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SpaceX, TeraFab und Raumfahrt im Fokus Bild Foto von Audun Wickstrand-Iversen (Quelle: DNB Asset Management)

Raumfahrt im Wandel: Vom Nischenmarkt zum Milliardenuniversum

Raumfahrt galt lange als Spielfeld staatlicher Agenturen oder milliardenschwerer Visionäre. Das ändert sich gerade fundamental. SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, steht offenbar unmittelbar vor einem Börsengang – und mit einer erwarteten Bewertung von 1,5 bis 1,7 Billionen Dollar wäre es eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Für Investoren ist das keine abstrakte Meldung, sondern ein konkreter Handlungsauftrag.

Rechnet man alle derzeit börsennotierten Satelliten- und Raumfahrtunternehmen zusammen, kommt man auf eine Marktkapitalisierung von vielleicht 200 bis 300 Milliarden Dollar. SpaceX allein würde dieses Universum beim Fünffachen ansetzen. Was auf den ersten Blick wie eine Verdrängungs-These klingt, ist in Wirklichkeit ein Katalysator: Wenn die großen Investmentbanken – amerikanische, europäische und asiatische – das SpaceX-Prospekt vorbereiten, werden sie Vergleichsunternehmen analysieren, Bewertungsmodelle bauen und Coverage aufbauen. Kapital, das bisher keinen Zugang zur Raumfahrt hatte, findet plötzlich einen Einstieg.

Knappes Angebot, große Nachfrage

Der Mechanismus ist klassisch: begrenztes Angebot trifft auf breite Nachfrage. Sobald SpaceX in große Indizes wie den Nasdaq aufgenommen wird, kaufen Indexfonds automatisch – ohne Rücksicht auf Bewertungsmodelle oder Wachstumsstory. Das ist strukturelle Nachfrage. Für die übrigen börsennotierten Werte der Branche bedeutet das: Mit der SpaceX-Bewertung als Anker wirken sie günstig. Eine Neubewertung der gesamten Satellitenbranche ist die logische Folge.

TeraFab: Gamechanger oder Milliardenwette?

Parallel dazu treibt Musk ein Projekt voran, das in seiner Ambition kaum zu überbieten ist: TeraFab. In Austin, Texas, soll für 25 bis 30 Milliarden Dollar eine Chipfabrik entstehen, die alle sechs Stufen der Halbleiterproduktion unter einem Dach vereint – von der Chip-Architektur bis zur Verpackung. Was heute auf TSMC in Taiwan, Zulieferer in Malaysia und Designer wie Apple oder Nvidia verteilt ist, würde Musk in vertikaler Integration bündeln. Das Ziel: eine Terawatt an Rechenleistung, rund 50 Mal das, was heute global verfügbar ist.

Zwei Chip-Typen stehen im Zentrum: Der Dojo-Chip für das Training großer KI-Modelle in Rechenzentren und die AI-4/AI-5-Chips, die in Tesla-Fahrzeugen und humanoiden Robotern zum Einsatz kommen. Die Vision: Beide sollen zu einem Masterchip verschmelzen, der sowohl Training als auch Ausführung beherrscht. Gelingt das, entstünde ein Halbleiterhersteller, der unabhängig von TSMC, Nvidia und Intel agiert – mit potenziell deutlich niedrigeren Kosten.

Doch nüchtern betrachtet: Was hier beschrieben wird, hat noch kein Unternehmen in dieser Form realisiert. Die Wahrscheinlichkeit, auf Probleme und Verzögerungen zu stoßen, ist eher hoch als gering. TeraFab ist eine hochriskante Wachstumswette – mit entsprechend asymmetrischem Chance-Risiko-Profil.

Die Wertschöpfungskette im Blick

Für Anleger, die nicht direkt in SpaceX oder Tesla investieren, lohnt der Blick auf flankierende Positionen. Palantir ist ein naheliegender Kandidat: Das Unternehmen reorganisiert Unternehmensdaten mit eigener Software und macht klassische Standardlösungen überflüssig – ein Ansatz, der inhaltlich eng mit dem verwandt ist, was Musks KI-Arm XAI im Unternehmensmarkt anstrebt. Palantir könnte damit strukturell von demselben Trend profitieren, den TeraFab auf der Hardware-Seite adressiert.

Auf der Chip-Seite verdient die Disruptions-These besondere Aufmerksamkeit: TSMC, Nvidia und Intel trägt heute ein Wettbewerbsrisiko, das im Beta-Modell der meisten Portfoliomanager noch nicht eingepreist ist. Das ist kein unmittelbares Verkaufssignal – aber ein Grund zur Wachsamkeit. Intel hat kürzlich bekannt gegeben, dass es sich dem Terafab-Projekt anschließen wird.

Fusion als Szenario – aber kein guter Deal

Spekuliert wird auch über eine mögliche Fusion von Tesla und SpaceX. Strategisch passt sie zur Logik des Musk-Ökosystems: Wer vertikale Kontrolle anstrebt, möchte am Ende alles unter einem Dach. Doch aus Investorensicht wäre das – zumindest mit den heute verfügbaren Informationen – kein überzeugender Deal. Die Synergien sind schwer zu quantifizieren, die Bewertungskomplexität wäre enorm, und SpaceX nach dem Börsengang wäre besser kapitalisiert als Tesla. Ein Zusammenschluss würde die Verhandlungsposition verschieben – nicht notwendigerweise zugunsten der Tesla-Aktionäre.

Fazit für Investoren

Der SpaceX-Börsengang ist mehr als ein Einzelereignis. Er ist ein Bewertungsereignis für die gesamte Raumfahrt- und Satellitenindustrie. Bestehende notierte Titel dürften durch den Analystenzustrom und den Bewertungsanker profitieren. TeraFab vergrößert den adressierbaren Markt – und die Unsicherheit. Wer in diesem Bereich investiert, sollte hohe Volatilität als Eigenschaft des Segments akzeptieren, nicht als Fehler.

Kommentar Audun Wickstrand Iversen, Portfoliomanager DNB Disruptive Opportunities bei DNB Asset Management

Bild Foto von Audun Wickstrand-Iversen (Quelle: DNB Asset Management)

Quelle TE Communications GmbH

Wie Anleger sich auf Chinas nächsten Konjunkturaufschwung positionieren können

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Konsum, Technologie und Wachstum in China Foto von Wenli Zheng (Quelle: T. Rowe Price).

Die globalen Märkte sind in letzter Zeit nervöser geworden

Die globalen Märkte sind in letzter Zeit nervöser geworden, auch wenn die Ursachen für die Volatilität je nach Anlageklasse variieren. In China haben Verkäufe bei mehreren Large-Cap-Technologieaktien die Stimmung verunsichert. Dennoch ändern kurzfristige Schwankungen unserer Ansicht nach nichts an den mittel- bis langfristigen Anlageargumenten. China scheint in die Anfangsphase eines neuen Konjunkturzyklus einzutreten, wobei Technologie und Konsum voraussichtlich die wichtigsten Wachstumsmotoren sein werden. Vor diesem Hintergrund stechen drei Themen für Anleger hervor, die nach strukturellen Wachstumschancen suchen.

Ein potenzieller Wendepunkt im chinesischen Konjunkturzyklus

Chinas Aktienmarkt umfasst mittlerweile mehr als 6.000 börsennotierte Unternehmen und bietet ein breites und vielfältiges Spektrum an Anlagemöglichkeiten. Um sich in dieser Tiefe zurechtzufinden, bedarf es eines klaren makroökonomischen Rahmens.

Historisch gesehen hat sich Chinas Wirtschaft zwischen Expansions- und Entschuldungsphasen abgewechselt, die jeweils typischerweise drei bis vier Jahre dauerten. Und jeder neue Expansionszyklus wurde in der Regel von einer Reihe spezifischer struktureller Kräfte angetrieben.

Signale aus der Politbüro-Sitzung vom vergangenen September deuten darauf hin, dass die jüngste Entschuldungsphase sich dem Ende zuneigen könnte. Sollte sich ein neuer Expansionszyklus durchsetzen, dürften Technologie und Konsum als Haupttreiber hervortreten, wobei drei investierbare Themen in den Fokus rücken.

Konsumgütersektor: Plattformbasierte Unternehmen stechen hervor

Im Konsumgütersektor sind die Chancen zunehmend selektiv und nicht mehr breit angelegt.

Dies liegt daran, dass wir divergierende Trends beobachten. Kleinstädte waren vom Immobilienabschwung weniger betroffen und zeigen sich weiterhin relativ widerstandsfähig. Auch die Ausgabengewohnheiten variieren je nach Altersgruppe: Rentner und jüngere Verbraucher bleiben vergleichsweise widerstandsfähig, während Verbraucher im Alter von 35 bis 50 Jahren, die oft durch Hypotheken belastet sind, tendenziell vorsichtiger sind. Gleichzeitig verlagern sich die Konsumgewohnheiten weg von physischen Gütern hin zu erlebnis- und dienstleistungsorientierten Ausgaben.

In diesem Umfeld stechen plattformorientierte Unternehmen hervor, darunter ausgewählte Betreiber von Einkaufszentren, Hotelketten, Snack-Einzelhändler und Getränke-Franchise-Betreiber. Obwohl sie eng mit der Konsumaktivität verbunden sind, sind diese Unternehmen weniger von einzelnen Produktzyklen abhängig und zeigen tendenziell eine größere Widerstandsfähigkeit über Konjunkturzyklen hinweg.

Nehmen wir die Getränke-Franchise-Betreiber als Beispiel. Einige Marken sind stark auf Erfolgsprodukte und Werbekampagnen angewiesen, um den Umsatz anzukurbeln, wodurch ihre Gewinne anfällig für Veränderungen im Verbrauchergeschmack sind. Andere konkurrieren durch Effizienz in der Lieferkette, Skaleneffekte und ein diszipliniertes Franchisemanagement. Der Schlüssel zu ihrem Erfolg liegt in der Steigerung der Produktivität auf Filialebene und der Senkung der Betriebskosten für Franchisenehmer, wodurch diese mehr verdienen und gleichzeitig weniger ausgeben können. Aus Anlageperspektive bieten solche lieferkettenorientierten Modelle in der Regel stabilere Erträge als solche, die auf das genaue Timing von Produktzyklen angewiesen sind.

Technologie: Blick hinter die oberflächliche Volatilität

Auch innerhalb des Technologiesektors hat sich die Streuung vergrößert. Softwareunternehmen sind unter Druck geraten, da befürchtet wird, dass künstliche Intelligenz bestehende Geschäftsmodelle disruptieren könnte, während sich hardwarebezogene Titel als widerstandsfähiger erwiesen haben. Diese Divergenz scheint eher von der Stimmung und Fragen zur Nachhaltigkeit der Investitionsausgaben getrieben zu sein als von einer fundamentalen Verschiebung der langfristigen Nachfrage.

In dieser Phase des KI-Investitionszyklus bieten hardwarebezogene Segmente eine größere Vorhersehbarkeit. Dabei sehen wir drei Schwerpunktbereiche.

Erstens sind dies Komponenten, deren Wert mit GPU-Upgrades steigt, darunter optische Module und Energiemanagementsysteme.

Zweitens sind es Segmente mit Angebotsengpässen und Preissetzungsmacht, wie beispielsweise High-End-ABF-Substrate und bestimmte Glasfaserprodukte. Da die KI-getriebene Nachfrage wächst, während das Kapazitätswachstum relativ begrenzt bleibt, wird das Potenzial für Gewinnsteigerungen deutlicher.

Drittens sind es nachgelagerte Akteure, die möglicherweise vor einem Aufschwung stehen, insbesondere in den Bereichen fortschrittliche Verpackung und Testverfahren.

Technologieführerschaft ist selten von Dauer. Wir bevorzugen Unternehmen in der Anfangsphase von Produkt-Upgrades oder der Einführung neuer Produkte, bei denen die Marktdurchdringung noch gering ist. Wenn sich die Akzeptanz von einem niedrigen Niveau aus beschleunigt, können Umsatzwachstum und Margenausweitung sich gegenseitig verstärken und so das allgemeine Anlagepotenzial stärken.

Identifizierung traditioneller Branchen, die in die Erntephase eintreten

Eine weitere Chance liegt in ausgewählten traditionellen Branchen. In Sektoren, in denen die Kapazitätsausweitung begrenzt ist, die Nachfrage aber stetig wächst, verschiebt sich die Dynamik von der Investitions- in die Erntephase. Beispiele hierfür sind elektrolytisches Aluminium, LCD-Panels und bestimmte Chemiesegmente. Wenn sich die Angebotsdisziplin durchsetzt, könnte sich die Rentabilität verbessern, gestützt durch stärkere und stabilere Cashflows.

Selektivität gegenüber Indexschwergewichten

Die anhaltende globale Volatilität bis ins zweite Quartal 2026 wird das Anlageumfeld wahrscheinlich weitgehend prägen. In China liegen die Aktienbewertungen jedoch bereits deutlich unter den Höchstständen des vorangegangenen Zyklus, sodass weniger Überbewertung abgebaut werden muss.

In einem Markt, der von Stimmungsschwankungen geprägt ist, gewinnt die Selektivität zunehmend an Bedeutung. Anstatt sich auf Indexschwergewichte zu konzentrieren, könnten Anleger in Unternehmen mit klaren Wettbewerbsvorteilen, nachhaltigen Wachstumsaussichten und einer führenden Position in Nischensegmenten einen höheren Wert erkennen. Auf lange Sicht dürfte ein solcher Ansatz eher zu nachhaltigen, qualitativ hochwertigen Anlageergebnissen führen.

Marktkommentar von Wenli Zheng, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

Bild Foto von Wenli Zheng (Quelle: T. Rowe Price)

Quelle TE Communications GmbH

Vertrauen durch Infrastruktur – Warum echte Arbeit am Produkt den Markt gewinnt

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MediCoinSwiss Supply Chain Technologie im Fokus Gerrit Langer und Clemens Ressel schwarz weiss

MediCoinSwiss entwickelt technologische Lösungen für die Supply Chain und macht komplexe Technologie einfach nutzbar für sichere und skalierbare Anwendungen

fundscene: Clemens, man sieht dich aktuell intensiv an der Seite von MediCoinSwiss. Was genau ist deine Aufgabe in diesem Deep-Tech-Umfeld?

Clemens Ressel: Ich unterstütze das Team in einer entscheidenden Phase des Aufbaus. Mein Fokus liegt darauf, die hochkomplexe technische Substanz von CEO Gerrit Langer – der als Erfinder und Initiator technologisch in einer eigenen Liga spielt – in eine Sprache zu übersetzen, die für den Markt und strategische Partner greifbar ist. Ich sorge für die strategische Schärfung und die Vorbereitung der Außenwirkung, damit aus technischer Neugier echte geschäftliche Ernsthaftigkeit auf Entscheider-Niveau wird.

fundscene: Warum habt ihr euch für den Standort Zug in der Schweiz entschieden?

Clemens Ressel: Zug ist für uns kein Ort auf dem Papier, sondern gelebte Realität. Ich lebe hier, und unser Office steht physisch und echt mitten im Crypto Valley. Das ist uns extrem wichtig: Wir sind keine Briefkastenfirma, sondern ein greifbares Unternehmen in einem Umfeld, das für regulatorische Präzision und globale Finanzkraft steht. Hier schlagen wir die Brücke zwischen digitaler Behauptung und physischer Wahrheit. Wir liefern mit dem Patent 1 den Beweis, dass eine unkopierbare Kopplung zwischen Produkt und Datensatz möglich ist.

fundscene: MediCoinSwiss setzt auf radikale Einfachheit. Warum ist das für die Adoption so wichtig?

Clemens Ressel: Weil Technologie im Alltag nur gewinnt, wenn sie kein IT-Projekt ist. Unsere Lösung funktioniert ohne App-Download oder Registrierung direkt über den Browser. Wer im Hochleistungsbereich arbeitet, weiß: Unter Druck zählt nur das, was ohne Reibung funktioniert. Wir haben die Hürden für den Nutzer fast auf Null gesenkt, um echte Sicherheit massentauglich zu machen.

fundscene: Man kennt dich als Vordenker für strategische Positionierung und Mentor, der viel erreicht hat und auch persönliche Krisen weggesteckt hat. Wie fließt dieser Unternehmergeist in MediCoinSwiss ein?

Clemens Ressel: Als Vordenker für strategische Positionierung beschäftige ich mich seit Jahren damit, komplexe Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen. Es geht dabei um weit mehr als Kommunikation – es geht um mentale Härte und Beständigkeit. Ich habe in meinem Leben gelernt, dass Ergebnisse nur durch saubere Vorbereitung und disziplinierte Execution entstehen. Meine Erfahrung aus schwierigen Lebensphasen hat mir gezeigt, wie wichtig belastbare Strukturen sind. Genau diesen Geist bringe ich in die operative Begleitung ein. Wir spielen hier keine bloße Idee, sondern bauen eine robuste Infrastruktur für den Markt.

fundscene: Als „Mental Red Adair“ wirst du oft gerufen, wenn es brennt. Was ist deine wichtigste Erkenntnis für dieses Projekt, um Brände in der Supply Chain gar nicht erst entstehen zu lassen?

Clemens Ressel: Dass wir keine Luftschlösser bauen dürfen. Erfolg am Markt ist kein Höhenflug, sondern das Resultat von Standards. Gerrit Langer liefert die geniale technische Basis, und ich sorge dafür, dass wir diese PS auf die Straße bringen. Wir suchen Partner, die keine Lust auf „Pitch-Entertainment“ haben, sondern echte Probleme in ihrer Supply Chain lösen wollen. Wir sind hier in Zug, um zu liefern.

Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Wir bedanken uns bei Clemens Ressel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Pillen, Gadgets, Illusionen: Der Longevity-Mythos

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System, Körper, Gesundheit: Longevity neu gedacht Bild: Ernennung der Botschafter:in der Oberpfalz 2023 Oberpfalz Marketing e. V. Regierung der Oberpfalz Emmeramsplatz Bildcredtis/Fotograf: altrofoto.de

Ein kritischer Kommentar zur Vermessung der Unsterblichkeit von Dr. Josef Scheiber

Wir leben im goldenen Zeitalter des Narzissmus, getarnt als Gesundheitsvorsorge. Das Silicon Valley hat den Tod als technisches Problem definiert, das gelöst werden muss, vergleichbar mit einem Software Bug. Die Biohacking Szene feiert sich dafür, 50 Pillen zum Frühstück zu schlucken und jeden Herzschlag zu tracken.

Doch hinter dieser glänzenden Fassade offenbart sich ein fundamentales Missverständnis. Wir versuchen, ein biologisches Problem mit mechanistischem Denken zu lösen und scheitern.

Der Körper ist keine Maschine

Das vorherrschende Narrativ behandelt Menschen wie Autos. Verschlissene Teile austauschen, Tank auffüllen, Motor checken. Doch der Körper ist kein lineares System, sondern ein kybernetisches, antifragiles Netzwerk, das auf Reize reagiert. Ein Auto repariert sich nicht selbst, wenn es einen Kratzer hat. Der Mensch schon.

Wichtig zu wissen: Altern ist primär kein Rohstoffmangel, sondern Informationsverlust. Zellen vergessen, was sie tun sollen. Wer in dieses verrauschte System meint, einfach nur möglichst viele Supplements kippen zu müssen, betreibt kosmetische Korrekturen an einem Haus, dessen Fundament gerade wegbricht.

Die Komfortfalle der Balance

Ein weiterer Irrtum ist das Streben nach statischer Balance. Wellness predigt Entspannung und Ausgleich. Doch biologisch gesehen ist eine konstante Balance die Nulllinie und damit der Tod. Leben ist Oszillation: Aktivierung und Regeneration.

Unsere moderne Komfortzone mit konstanten Temperaturen, künstlichem Licht und dauerhaftem Nahrungsangebot verhindert diese Reize. Longevity Trends verstärken diese Stagnation. Kältebäder, Fastenperioden oder extreme Trainingspläne werden vermarktet, aber oft nur als kurzlebige Show.

Echte Wirkung entsteht durch konsequente, wiederkehrende Herausforderungen. Hormesis, also Kälte, Hitze oder Hunger, aktiviert unsere biologischen Wartungssysteme. Wer nur auf Komfort setzt, rostet.

Das Heimat Paradox: Kontext statt Import

Am deutlichsten zeigt sich das Scheitern beim Thema Ernährung. Wir blicken neidisch auf die Blue Zones und importieren deren Lebensmittel, ignorieren aber den Kontext. Goji Beeren aus China oder Avocados aus Mexiko sollen plötzlich Gesundheit bringen.

Das ist eine naive Inhaltslogik.

Biologie ist Exo Biologie, also ein Spiegel der Umgebung. Pflanzen entwickeln ihre Schutzstoffe als Reaktion auf ihre Umwelt. Genau hier entsteht das Heimat Paradox: Die robusteste Gesundheit finden wir nicht in der Ferne, sondern in der Resonanz mit unserem eigenen Lebensraum.

Ein Wildkraut, eine alte Apfelsorte oder eine regionale Beere, gewachsen unter denselben Bedingungen wie wir, besitzt für unseren Körper eine höhere Informationsdichte als importierte Superfoods.

Daten Religion und der Verlust des Gefühls

Die Technologisierung der Gesundheit hat neue Probleme geschaffen. Schlafringe, Fitness Dashboards und penible Ernährungspläne erzeugen Stress und Nocebo Effekte. Menschen vermeiden soziale Ereignisse, fürchten ungesunde Mahlzeiten und überwachen jeden Herzschlag.

Ein System im Daueralarm regeneriert nicht.

Wir verlieren die Interozeption, also das intuitive Körpergefühl. Technologie sollte unterstützen, nicht dominieren. Wer zu stark optimiert, verliert die Fähigkeit, eigene Signale zu interpretieren und damit einen zentralen Schlüssel zu echter Gesundheit.

Sinn statt Technik

Der größte Fehler vieler Ansätze liegt in ihrer Leere. Wir optimieren die Hardware wie Mitochondrien oder Telomere, vergessen aber die Software, also den Sinn.

Ein biologisches System ohne Aufgabe schaltet sich ab. Die Evolution verschwendet keine Energie. Ohne ein Wozu bleibt jede Optimierung bedeutungslos.

Die Zukunft gehört dem Homo Regenerativus. Menschen, die verstehen, dass sie Teil eines Rhythmus sind. Die Licht, Kälte, Nahrung und Bewegung als Informationsquellen nutzen, um ihren biologischen Code zu beeinflussen.

Menschen, die aufhören, den Tod zu bekämpfen, und beginnen, das Leben bewusst zu gestalten. Die sich nicht auf Pillen, Gadgets oder exotische Superfoods verlassen, sondern auf Rituale, regionale Ernährung, Bewegung und Sinn.

Bild: Ernennung der Botschafter:in der Oberpfalz 2023 Oberpfalz Marketing e. V. Regierung der Oberpfalz Emmeramsplatz Bildcredtis/Fotograf: altrofoto.de

Autor Dr Josef Schreiber

Echte Longevity entsteht nicht im Labor. Sie entsteht, wenn wir wieder lernen, unser System aktiv zu steuern und Reize, Herausforderungen und Ruhe sinnvoll zu orchestrieren.

Europas Wachstumsstrategie hart getroffen von der Energiekrise

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Energiepreise Europa Wachstum unter Druck Katharine Neiss Quelle: PGIM

Europa besonders stark von Energiekrise betroffen

Europa zählt aufgrund seiner Energieabhängigkeit zu den Regionen, die am stärksten von der anhaltenden Energiekrise betroffen sind. Diese Anfälligkeit trifft Europas Wachstumsstrategie zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Energieintensive Sektoren unter Druck

Der erwartete Wachstumsimpuls für die kommenden Jahre sollte von Verteidigungsausgaben, öffentlicher Infrastruktur und einer teilweisen Reindustrialisierung kommen. Diese Sektoren gehören zu den energieintensivsten Bereichen der Wirtschaft. Höhere und volatilere Energiepreise treffen daher genau die Bereiche, auf die sich die politischen Entscheidungsträger verlassen hatten, um Impulse zu setzen.

Realwirtschaft stärker betroffen als Inflation

Im Gegensatz zur Zeit nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine dürfte der aktuelle Schock in der Realwirtschaft deutlich spürbar sein, während die Inflation vergleichsweise gedämpft bleibt. Sie könnte zwar Werte im mittleren einstelligen Bereich erreichen, bleibt jedoch hinter dem starken Anstieg nach 2022 zurück.

Angebotsschock belastet Wachstumsperspektiven

Höhere Energiepreise wirken wie ein klassischer Angebotsschock, der die Kosten für Haushalte und Produzenten erhöht und letztlich die Konjunktur belastet. Wachstumsbedenken dürften daher die nächste Phase der Marktpreisbildung dominieren, insbesondere wenn die angespannten finanziellen Rahmenbedingungen anhalten.

EZB korrigiert Wachstumsprognosen nach unten

Die Entscheidungsträger der EZB haben das BIP Wachstum für 2026 um rund 0,3 Prozentpunkte nach unten korrigiert, da höhere Energiekosten und Unsicherheit den Konsum und die Investitionen belasten. Italien zeigt diese Dynamik besonders deutlich.

Italien im Fokus der wirtschaftlichen Risiken

Die zuvor erwartete Entwicklung hin zu größerer politischer Stabilität und solideren Haushaltsergebnissen steht nun unter Druck. Italiens hohe Abhängigkeit von LNG Importen und seine energieintensive Industrie werfen grundlegende Fragen zum zukünftigen Wachstumsmodell auf.

Geopolitische Verschiebungen verstärken den Druck

Über Italien hinaus gewinnt die geopolitische Dimension an Bedeutung. Russland geht wirtschaftlich gestärkt aus dem Konflikt hervor und profitiert von steigenden Energieeinnahmen. Europas Plan, russische LNG Importe bis 2027 auslaufen zu lassen, könnte zusätzliche Risiken bergen.

Steigende Staatsausgaben erhöhen fiskalischen Druck

Die Notwendigkeit höherer Verteidigungsausgaben nimmt zu. Gleichzeitig belasten Energiehilfen für Haushalte und Unternehmen die öffentlichen Haushalte zusätzlich. Ohne eine koordinierte fiskalische Strategie könnte es schwierig werden, diese Herausforderungen langfristig zu bewältigen.

Kommentar von Katharine Neiss, Chefökonomin für Europa im Fixed-Income-Geschäft von PGIM

Bild Quelle: PGIM

Quelle TE Communications GmbH

Der Anstieg der Energiepreise erhöht das Risiko von Fehlentscheidungen der Zentralbanken

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Inflation Zentralbanken Energiepreise unter Druck ARif Husain Quelle: T. Rowe Price)

Ausgangslage vor dem Krieg nicht vergessen

Angesichts des andauernden Krieges kann man leicht aus den Augen verlieren, wie die Weltwirtschaft noch vor wenigen Wochen aussah. Es ist jedoch wichtig, sich diese Ausgangslage in Erinnerung zu rufen. Wenn der Krieg endet, wird es zweifellos zusätzliche Faktoren zu bewerten geben, diese werden jedoch auf den vor dem Krieg vorherrschenden Trends aufbauen.

Inflation war bereits zuvor ein zentrales Risiko

Eine höhere Inflation war bereits ein Risiko. Bei einem kürzlich abgehaltenen Portfolio Strategietreffen bemerkte ein Kollege, dass die chinesische Innenpolitik maßgeblich zur global niedrigen Inflation beigetragen hat. Doch die jüngsten Maßnahmen in China haben das Blatt gewendet. Die zuvor disinflationären Effekte wirken nun potenziell inflationär. Damit stand das Inflationsrisiko bereits vor dem Krieg auf der Agenda.

Einfluss von KI auf Inflation bleibt unklar

Die Auswirkungen von KI auf die Inflation sind weiterhin schwer einzuschätzen. Kurzfristig wirken Investitionen in Rechenzentren eher inflationär, insbesondere durch steigende Betriebskosten. Langfristig könnte KI jedoch durch Produktivitätsgewinne und geringere Arbeitsnachfrage disinflationär wirken. Der genaue Zeithorizont bleibt jedoch unsicher.

US Wachstum vor starkem Aufschwung

Das Wachstum in den USA war auf einen deutlichen Aufschwung vorbereitet. Fiskalische Impulse, geldpolitische Lockerungen und erwartete Steuerrückerstattungen hätten einen starken wirtschaftlichen Sommer begünstigt. Auch global sorgten expansive Politikmaßnahmen für ein positives Umfeld.

Deutlich gestiegene Energiekosten verändern die Lage

Was sich verändert hat, sind vor allem die Energiekosten. Diese sind deutlich gestiegen, teilweise verbunden mit Knappheit und strukturellen Engpässen. Schäden an Infrastruktur und mögliche Blockaden wichtiger Handelsrouten könnten die Situation längerfristig belasten.

Chancen auf Deeskalation bleiben bestehen

Auch wenn die Dauer des Konflikts ungewiss ist, sprechen viele Faktoren für eine mögliche Deeskalation. Logistische, wirtschaftliche und politische Kosten erhöhen den Druck auf eine Lösung. Die Phase akuter Panik könnte daher bereits überwunden sein.

Marktbewegungen durch technische Faktoren verstärkt

Ein Großteil der Marktbewegungen ist auf die Auflösung stark nachgefragter Positionen zurückzuführen. Besonders gehebelte Positionen wurden schnell abgebaut, was zu extremen Ausschlägen geführt hat. Geringe Liquidität verstärkt diese Effekte zusätzlich.

Liquidität und Positionierung als Treiber der Volatilität

Einige Märkte waren zeitweise weniger liquide als während der COVID Pandemie. In Kombination mit überfüllten Positionen führte dies zu überdurchschnittlichen Bewegungen, etwa bei Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit.

Inflationsschutz gewinnt an Bedeutung

Angesichts steigender Inflation erscheint der Ausbau von Inflationsschutz im Portfolio sinnvoll. Inflationsgebundene Wertpapiere wirken derzeit attraktiv, da die erwarteten Preissteigerungen hoch bleiben dürften.

Zentralbanken vor schwierigen Entscheidungen

Die Reaktionen der Zentralbanken auf steigende Energiepreise bergen Risiken. Sowohl zu starke Zinserhöhungen als auch Untätigkeit könnten negative Folgen haben. Politische Motive könnten diese Entscheidungen zusätzlich beeinflussen.

Währungen bieten Chancen durch höhere Volatilität

Im Devisenmarkt wird mit steigender Volatilität gerechnet. Dies eröffnet Chancen für zusätzliche Renditen. Der US Dollar profitierte zuletzt eher von Positionsauflösungen als von seiner Rolle als sicherer Hafen.

Zinsmärkte bieten attraktive Relative Value Chancen

Besonders im globalen Zinsmarkt ergeben sich interessante Möglichkeiten. Die Unterschiede zwischen Märkten sind aktuell so groß wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Strategien entlang der Zinskurve könnten attraktive Renditen bei moderatem Risiko ermöglichen.

Marktkommentar von Arif Husain, Leiter Global Fixed Income und Chief Investment Officer bei T. Rowe Price

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Asiens Batterie-Dominanz ist zementiert – Europa kämpft um Nischen

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Batteriemarkt Batterien Europa im globalen Wettbewerb Stian Ueland Quelle: DNB Asset Management

Batteriemarkt wächst rasant, bleibt aber konzentriert

40 % Wachstum im Jahr 2025 – der Batteriemarkt boomt. Doch hinter den beeindruckenden Zahlen verbirgt sich ein Markt, der von wenigen asiatischen Akteuren dominiert wird und westliche Investoren vor strategische Fragen stellt.

Europa steht dabei vor einem strukturellen Wettbewerbsproblem. Zwar existieren mit Akteuren wie PowerCo, Verkor oder ACC erste industrielle Ansätze, doch im globalen Vergleich fehlt es weiterhin an Skaleneffekten, Kosteneffizienz und technologischem Vorsprung. Ein Großteil der Produktionskapazitäten in Europa wird derzeit von chinesischen oder südkoreanischen Unternehmen kontrolliert. Europäische Anbieter dürften daher kurzfristig kaum in der Lage sein, im Massenmarkt mit den führenden internationalen Herstellern gleichzuziehen.

Chancen für Europa in spezialisierten Segmenten

Dennoch gibt es Nischen, in denen Europa strategisch relevant bleiben kann. Dazu zählen hochwertige Batteriezellen, regulierte Märkte sowie Anwendungen, bei denen Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle spielt. In diesen Segmenten sehen wir realistische Chancen für europäische Anbieter, sich zu behaupten – auch wenn der Wettbewerb global strukturell herausfordernd bleibt.

Markt wird von wenigen globalen Playern dominiert

Der Markt wird derzeit maßgeblich von wenigen großen Anbietern geprägt. Unternehmen wie CATL und BYD verfügen über signifikante Wettbewerbsvorteile – sowohl technologisch als auch in der Kostenstruktur. CATL kombiniert starke Forschungs- und Entwicklungskapazitäten mit kontinuierlichen Fortschritten in der Zellchemie und treibt damit Effizienz sowie Kostensenkungen voran. Diese Innovationskraft ist ein wesentlicher Grund für die führende Marktstellung. Aus Investorensicht bleiben beide Unternehmen zentrale Bausteine im Batterie Exposure.

Für Investoren ist zudem die gesamte Wertschöpfungskette relevant. Neben Zellherstellern spielen auch Rohstoff und Systemanbieter eine Rolle. Dazu zählen etwa Albemarle als wichtiger Zulieferer für Batteriematerialien sowie Sunrun und Enphase, die Batterien in dezentrale Energiesysteme integrieren.

Geopolitische Abhängigkeiten als Risiko

Gleichzeitig stellt die Abhängigkeit von einzelnen Regionen eine strategische Herausforderung für westliche Volkswirtschaften dar. Politische Initiativen zur Diversifizierung der Lieferketten sind bereits sichtbar, wovon insbesondere südkoreanische Anbieter profitieren könnten. Eine vollständige Entkopplung erscheint jedoch weder realistisch noch ökonomisch sinnvoll, da sie mit deutlich höheren Kosten verbunden wäre.

In den USA zeigt sich ein differenziertes Bild. Der Markt wird maßgeblich von asiatischen Herstellern in Kooperation mit lokalen Automobilkonzernen geprägt. Die Nachfrageentwicklung leidet derzeit unter einer moderateren Dynamik im Bereich Elektromobilität. Gleichzeitig bleibt offen, inwieweit Unternehmen wie Tesla ihre Ambitionen zur Eigenproduktion von Batteriezellen erfolgreich skalieren können.

Batterien als Schlüsseltechnologie der Energiewende

Langfristig bleibt der strukturelle Wachstumstrend intakt. Batterien sind ein zentraler Baustein der Energiewende – nicht nur im Mobilitätssektor, sondern zunehmend auch als Speicherlösung zur Stabilisierung der Stromnetze. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Volatilität in der Energieerzeugung und steigender Stromnachfrage kommt ihnen eine Schlüsselrolle zu. So können Batteriespeicher kurzfristig helfen, Angebot und Nachfrage im Stromsystem auszugleichen und Engpässe im Netz zu überbrücken.

Lithium Ionen Technologie bleibt dominant

Technologisch sehen wir derzeit keine kurzfristige Disruption der Lithium Ionen Technologie. Alternative Ansätze wie Natrium Ionen Batterien könnten in spezifischen Anwendungen an Bedeutung gewinnen, doch die bestehende Infrastruktur, Skalierung und kontinuierliche Weiterentwicklung sprechen dafür, dass Lithium Ionen auf absehbare Zeit dominant bleiben wird.

Investoren müssen selektiv vorgehen

Für Investoren bedeutet dies, dass der Batteriemarkt weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial bietet, jedoch stark konzentriert und von geopolitischen sowie technologischen Faktoren geprägt ist. Selektivität bleibt entscheidend – sowohl entlang der Wertschöpfungskette als auch mit Blick auf regionale Unterschiede und strukturelle Wettbewerbsvorteile.

Marktkommentar von Stian UelandPortfoliomanager bei DNB Asset Management

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Hohe Sparquoten, hohe Immobilienpreise

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ABS Spreads europäische Verbraucher im Fokus Egbert Bronsema (Quelle: Aegon Asset Management)

Europäische Verbraucher können wirtschaftliche Schocks abfedern

Die geopolitischen Entwicklungen sind nach wie vor äußerst ungewiss, und oft reichen schon wenige Beiträge auf X oder Truth Social aus, um die Ölmärkte in die eine oder andere Richtung stark in Bewegung zu versetzen. Auch wenn die Lage sehr unbeständig ist, können wir uns dennoch ein deutlich fundierteres Bild von dem damit verbundenen fundamentalen Kreditrisiko für unsere ABS Bestände machen.

Insgesamt sind wir mit einem gut positionierten und recht konservativen Portfolio in diese Phase der Volatilität gestartet, und obwohl die Renditen negativ waren, hielt sich der Kursrückgang mit rund minus 20 Basispunkten im Monatsverlauf in Grenzen. Die Spreads bei ABS haben sich relativ stabil gezeigt und sind nur geringfügig aufgeweitet, insbesondere im Vergleich zu Unternehmensanleihen und anderen Risikoanlagen. Die Marktreaktion war von Risikoscheu geprägt, verlief jedoch geordnet. Teile des Marktes mit höherem Beta, insbesondere Mezzanine Tranchen, zeigten eine größere Sensitivität, während vorrangige ABS und Investment Grade ABS weiterhin gut unterstützt wurden. Die Primäremissionen bei ABS halten weiterhin an, und die Clearing Spreads sind im Vergleich zum Februar nicht wesentlich weiter ausgeweitet, da der Primärmarkt offen bleibt und die Liquidität an den Sekundärmärkten weiterhin gut ist.

Es ist wichtig zu beachten, dass das zugrunde liegende Risiko des Fonds überwiegend auf den europäischen Verbraucher ausgerichtet ist. Selbst wenn sich unser Basisszenario nicht bewahrheitet und der Konflikt über einen längeren Zeitraum andauert, ist der europäische Verbraucher im Allgemeinen gut aufgestellt, um erhebliche wirtschaftliche Schocks abzufedern. Die Sparquoten sind europaweit nach wie vor hoch, die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, und der Arbeitsmarkt ist robust.

ABS von Nahostkonflikt und Energiepreisen abgeschirmt

Anhaltend hohe Energiepreise würden die Wirtschaft zweifellos belasten, was sich letztendlich in einer gewissen Schwäche in den eher konjunkturabhängigen, energieintensiven Sektoren niederschlagen dürfte. Der Arbeitskräftemangel in nicht konjunkturabhängigen Sektoren wie dem Gesundheitswesen, dem Bildungswesen und den öffentlichen Dienstleistungen dürfte jedoch dazu beitragen, die Gesamtauswirkungen auf die Beschäftigung abzumildern. In der Regel hatten europäische Verbraucher kaum Schwierigkeiten, ihre Schulden zu bedienen, solange sie einen Arbeitsplatz hatten.

Dies ist einer der Hauptgründe, warum ABS Wertpapiere relativ abgeschirmt bleiben. Sie weisen nur ein begrenztes direktes Engagement und eine minimale direkte Verknüpfung mit der geopolitischen Lage im Nahen Osten oder den Energieversorgungsketten auf. Dank ihrer kurzen Laufzeiten und variablen Zinsstrukturen sind sie im Vergleich zu Unternehmensanleihen mit langer Laufzeit weniger anfällig für Marktwertschwankungen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach hochwertigen, spreadstabilen Anlagen robust, insbesondere bei Anlegern, die in volatileren Märkten auf defensive Renditen setzen.

Wir gehen davon aus, dass die Volatilität bei Unternehmensanleihen weiterhin hoch bleiben wird, was für das Portfolio angesichts unseres Engagements über unsere CLO Investitionen von Bedeutung ist. CLO Bestände machen derzeit fast 25 Prozent des Fonds aus, Stand März 2026. Die Kreditmärkte insgesamt haben deutlich auf den geopolitischen Schock reagiert.

Die Spreads von Investment Grade Unternehmensanleihen haben sich weltweit ausgeweitet und verzeichneten damit die stärkste Bewegung seit mehreren Monaten nach der Eskalation im Zusammenhang mit dem Iran und der gesamten Region. Der Bloomberg Corporate Credit Index OAS beispielsweise stieg von 63 Ende Januar auf derzeit 92 über Swaps, Stand März 2026.

Auch CDS Indizes und Risikoprämien haben sich regionenübergreifend ausgeweitet, da Anleger neben den inflationären Auswirkungen höherer Energiepreise auch die geopolitischen Tail Risiken neu bewerten.

Dies bildet den Hintergrund, vor dem sich der Handel mit ABS bisher entwickelt hat, da die Spread Bewegungen bislang begrenzt und moderat waren. Zwar haben sich die Spreads bei ABS ausgeweitet, doch sind die Spread Bewegungen in Sektoren mit höherem Beta, wie beispielsweise CLOs, sowie weiter unten in der Kapitalstruktur bei BB und B bei einer sich steilenden Kreditkurve ausgeprägter. Bei vorrangigen Tranchen und konsumbezogenen ABS war trotz der allgemein risikoscheuen Stimmung nur eine moderate Ausweitung zu beobachten. Bei konsumbezogenen ABS, einschließlich Auto und Verbraucherkrediten, kam es zu einer gewissen Abschwächung der Geld Brief Spannen im Sekundärmarkt, jedoch ohne ungeordnete Neubewertung.

Zwar ist das Emissionsvolumen im Vergleich zum Februar geringer, doch funktioniert der Primärmarkt weiterhin. Jüngste europäische ABS Transaktionen wurden erfolgreich bepreist, und die Orderbücher sind nach wie vor gut gefüllt. Betrachtet man den Bloomberg Pan European Floating Rate Benchmark, der keine CLOs, sondern ausschließlich RMBS und ABS mit Investment Grade Rating enthält, so hat sich der OAS leicht von 65 Ende Januar auf derzeit 69, Stand März 2026, ausgeweitet.

Anleihen halten Stresstests weiter stand

Bei CLOs war eine etwas ausgeprägtere Ausweitung der Spreads zu beobachten. AAA Anleihen sind weiterhin gut gestützt, insbesondere im Vergleich zu Unternehmensanleihen einzelner Emittenten. Die Nachfrage von Banken und Versicherern nach variabel verzinslichen, hochwertigen Papieren hat die Spitze der Kapitalstruktur weiterhin gestützt, auch wenn die Kreditmärkte insgesamt eine risikoaverse Haltung einnahmen. Gleichzeitig befinden sich die Primärmärkte in einer abwartenden Haltung. Zwar wurden einige Transaktionen platziert, jedoch mit größeren Emissionsabschlägen als noch im Februar. Bei Mezzanine CLOs ist eine deutlichere Spread Reaktion zu beobachten, wobei sich die Spreads der BB und B Tranchen stärker ausweiten.

Dies spiegelt das höhere Beta gegenüber den Spreads der zugrunde liegenden Kredite und eine größere Sensitivität gegenüber der Volatilität an den Leveraged Loan Märkten wider. Wichtig ist, dass die Ausweitung eher preis als flussgetrieben zu sein scheint, da es bislang noch keine Anzeichen für Zwangsverkäufe gibt und die Sekundärliquidität weiterhin verfügbar ist, auch wenn sich die Geld Brief Spannen ausgeweitet haben. Was den zugrunde liegenden Kreditmarkt betrifft, so war eine gewisse Abschwächung zu beobachten, die durch eine risikoaverse Stimmung und erneute Inflationssorgen im Zusammenhang mit höheren Ölpreisen getrieben wurde.

Es ist jedoch zu keinem Einfrieren der Kreditliquidität gekommen, und die Auswirkungen sind im Vergleich zu früheren geopolitischen Schocks nach wie vor gering. Zwar würde sich ein deutlich schwächeres wirtschaftliches Umfeld auf diesen Sektor auswirken, doch zeigen unsere Stresstests, dass alle Anleihen in unserem Portfolio einem wirtschaftlichen Schock standhalten können, der deutlich schwerwiegender ist als die globale Finanzkrise. Wir sind daher weiterhin von der zugrunde liegenden Bonität aller unserer Bestände überzeugt.

Marktkommentar von Egbert Bronsema, Senior Portfolio Manager, Aegon European ABS Fund bei Aegon Asset Management

Bild Quelle: Aegon Asset Management

Quelle: TE Communications GmbH