Sonntag, Mai 3, 2026
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BGH – Einzelhändler können bei Lockdown Mieten kürzen

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Karlsruhe, 12. Jan (Reuters) – Gewerbetreibende haben bei einer Pandemie-bedingten Schließung ihrer Geschäftsräume grundsätzlich Anspruch auf Mietminderung. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Mittwoch entschieden.

Wie hoch der Abschlag ist, muss allerdings im Einzelfall geprüft werden. Dabei sind auch staatliche Hilfen für das Unternehmen zu berücksichtigen. (Az. XII ZR 8/21)

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Deutsche Wirtschaft 2021 um 2,7 Prozent gewachsen – Meinung von Ökonomen

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Deutsche Wirtschaft

Berlin, 12. Jan (Reuters) – Die deutsche Wirtschaft hat Ökonomen zufolge im vergangenen Jahr wegen Materialengpässen und Pandemie-Auflagen nur einen Teil der 2020 erlittenen Corona-Verluste wettgemacht. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 2,7 Prozent zugelegt haben, geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 20 Volkswirten von deutschen und internationalen Banken hervor. 2020 war Europas größte Volkswirtschaft noch um 4,6 Prozent eingebrochen. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht an diesem Freitag eine erste offizielle Schätzung.

„Auch wenn 2,7 Prozent stark klingt: Gemessen an dem Einbruch im Vorjahr, aber auch gemessen an den Erwartungen ist das eine Enttäuschung“, sagte der Konjunkturexperte der DekaBank, Andreas Scheuerle. Dafür mitverantwortlich macht er auch die Corona-Politik. „Gegen die Pandemiewellen ist man als einzelnes Land machtlos“, sagte Scheuerle. „Im Umgang mit diesen Wellen wurden aber zu viele Fehler gemacht: Die Politik handelte nicht proaktiv, zögerte zu lange und ergriff dann zu zu schwachen Maßnahmen.“

Den Konjunkturexperten der Berenberg Bank zufolge wird es bis zum Frühjahrsquartal dauern, ehe die deutsche Wirtschaft ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht hat. Dass es so lange dauere, liege neben der Pandemie zu einem guten Teil am Mangel an Halbleitern, der insbesondere die Automobilindustrie und den Maschinenbau ausgebremst hat. „Da Deutschland einen größeren Teil seiner Wirtschaftsleistung in diesen beiden Bereichen erarbeitet als nahezu alle anderen Länder, hat dies Deutschland vergleichsweise hart getroffen“, sagte Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding.

Bis die deutsche Wirtschaft die Engpässe und die Corona-Folgen abschütteln kann, wird wohl noch ein Weilchen vergehen. Im laufenden ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt als Folge von Corona-Auflagen und Lieferproblemen sogar merklich schrumpfen, erwartet Scheuerle. „Hier kommt die Energiepreisexplosion als Belastungsfaktor hinzu“, sagte der Ökonom. „Im Sommerhalbjahr werden sich die Probleme wieder zumindest teilweise lösen, so dass dieser Zeitraum uns wieder eine dynamische Konjunktur bescheren wird.“

Auch führende Institute gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nach anfänglichen Schwierigkeiten kräftig wachsen wird. Das Essener RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung etwa rechnet mit einem Plus von 3,9 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt.

Deutsche Wirtschaft 2021 um 2,7 Prozent gewachsen – Meinung von Ökonomen

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12. Januar: Der Börsen Vormittag

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Update: 17:09 Uhr

12. Jan (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:

17.05 Uhr – Ein Absatz-Boom in China ermuntert Anleger zum Einstieg bei Elektroautobauern. Die Aktien von Tesla, Nio, Li Auto, Sono und Xpeng steigen an der Wall Street um bis zu drei Prozent. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz von Elektrofahrzeugen auf dem weltgrößten Automarkt um fast 160 Prozent auf 3,52 Millionen Einheiten.

16.40 Uhr – Ein Dämpfer für die Absatzperspektiven eines Alzheimer-Medikaments drückt Biogen auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief. Die Aktien der Biotechfirma fallen um rund zehn Prozent auf 217,10 Dollar. Die US-Krankenversicherung Medicare will die Kosten nur für Patienten übernehmen, die das Mittel im Rahmen klinischer Versuche nehmen. Damit zerstöre sie Hoffnungen auf einen Verkaufserfolg des umstrittenen Medikaments, sagt Analyst Cory Kasimov von JPMorgan. Die Titel des Biogen-Rivalen Eli Lilly, der an ähnlichen Arzneimitteln forscht, fallen um vier Prozent.

14.25 Uhr – Ermutigende Testergebnisse für den Coronavirus-Impfstoff geben dem Anbieter Ocugen Auftrieb. Die Aktien der Pharmafirma steigen im vorbörslichen US-Geschäft um sieben Prozent. Dem Entwicklungspartner Bharat Biotech zufolge neutralisiert eine Auffrischungsimpfung mit dem Serum sowohl die Delta- als auch die Omikron-Variante. Das Vakzin hat eine Notfall-Zulassung der Weltgesundheitsorganisation WHO.

13.38 Uhr – Hoffnungen auf eine anziehende Nachfrage und die Rally des Nickelpreises geben Kupfer Auftrieb. Kupfer verteuert sich um drei Prozent und erreicht mit 10.006 Dollar je Tonne ein Drei-Monats-Hoch. Zinn ist ebenfalls gefragt und mit 41.490 Dollar so teuer wie nie.

12.53 Uhr – Aus Furcht vor einem Angebotsengpass decken sich Anleger mit Nickel ein. Das Industriemetall legt 4,4 Prozent zu und ist mit 22.745 Dollar je Tonne so teuer wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren. Die Lagerbestände<MNISTX-TOTAL> haben sich in den vergangenen fünf Monaten halbiert und sind so niedrig wie zuletzt vor rund zwei Jahren. Grund hierfür sei der Elektroauto-Boom, sagt Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. „Denn Batterien mit einem hohen Nickelanteil werden nach wie vor von den Autoherstellern präferiert.“

11.20 Uhr – Trotz der rasant zulegenden Infektionszahlen der Corona-Variante Omikron steigt der Ölpreis weiter an. Die Sorte Brent verteuert sich um ein halbes Prozent auf über 84 Dollar pro Barrel. Damit hat der Preis wieder das Niveau vor der Ausbreitung von Omikron vor zwei Monaten erreicht. „Omikron ist jetzt die Geschichte von gestern“, sagte Luca Paolini, Stratege bei Pictet Asset Management. Investoren erwarten trotz Omikron eine weitere Erholung der Nachfrage. Dazu trug auch US-Notenbankchef Jerome Powell bei. Anleger rechneten nach seinen Äußerungen damit, dass die geldpolitischen Zügel nicht ganz so schnell angezogen werden wie zuletzt befürchtet.

09.27 Uhr – Anleger nehmen nach einer Gewinnwarnung bei Philips Reißaus. Die Aktien brechen an der Börse in Amsterdam um mehr als elf Prozent ein, nachdem der Medizintechnik-Konzern für das Schlussquartal einen Ergebnisrückgang von rund 40 Prozent in Aussicht gestellt hat. Philips machen fehlende Elektronikbauteile und ein Massenrückruf von Beatmungsgeräten zu schaffen.

07.55 Uhr – Nach den Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell ziehen sich Anleger beim Dollar zurück. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gibt auf 95,543 Punkte nach und fällt damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte November. Powell sagte, dass es mehrere Monate dauern könnte, bis eine Entscheidung über den Abbau der neun Billionen Dollar schweren Bilanz der Federal Reserve getroffen wird.

07.38 Uhr – Nordex-Aktien ziehen im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um 2,8 Prozent an. Der Windturbinenhersteller erhielt einen Auftrag aus Spanien von RWE Renewables Iberia. 

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Dax höher erwartet – US-Inflation im Blick

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Frankfurt, 12. Jan (Reuters) – Vor den mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Mittwoch höher starten. Am Dienstag hatte der deutsche Leitindex als Reaktion auf vorangegangene Verluste 1,1 Prozent auf 15.941,81 Punkte zugelegt. Experten erwarten für Dezember eine Teuerungsrate in den USA von sieben Prozent im Jahresvergleich. Im November hatte der Wert bei 6,8 Prozent gelegen. Eine überraschend hohe Inflation könnte den Spekulationen auf eine aggressivere Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed neue Nahrung geben. Etwas Abwechslung vom Dauerbrenner-Thema Inflation bieten die anstehenden Firmenbilanzen. Im Tagesverlauf öffnen unter anderem die „Lieferando“-Mutter Just Eat Takeaway und die Supermarktkette Sainsbury ihre Bücher. Bei den Lebensmittel-Händlern seien die Sorgen um Lieferengpässe wohl überzogen gewesen, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Allerdings rechne er in der Branche mit Warnungen vor steigenden Lohn-, Material- und Transportkosten.

Schlusskurse europäischer Indizes Stand
am vorangegangenen Handelstag
Dax 15.941,81
Dax-Future 16.050,00
EuroStoxx50 4.281,54
EuroStoxx50-Future 4.310,00

Schlusskurse der US-Indizes am Stand Veränderung
vorangegangenen Handelstag
Dow Jones 36.252,02 +0,5 Prozent
Nasdaq 15.153,45 +1,4 Prozent
S&P 500 4.713,07 +0,9 Prozent

Asiatische Indizes am Mittwoch Stand Veränderung

Nikkei 28.779,23 +2,0 Prozent
Shanghai 3.590,02 +0,6 Prozent
Hang Seng 24.347,11 +2,6 Prozent

Dax höher erwartet – US-Inflation im Blick

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Cerberus vor Komplett-Rückzug bei deutschen Großbanken

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– von Tom Sims und Frank Siebelt

Frankfurt, 11. Jan (Reuters) – Der US-Finanzinvestor Cerberus wird sich Insidern zufolge über kurz oder lang komplett von der Deutschen Bank und der Commerzbank verabschieden. „Das ist wohl der Anfang vom Ende eines Investments, dass sich letztlich nicht ausgezahlt hat“, sagte eine der mit der Situation vertrauten Personen. Cerberus hatte seine Anteile an den beiden Großbanken über Nacht deutlich reduziert – vier Jahre nach dem aufsehenerregenden Einstieg. Der Investor realisierte mit dem 443 Millionen Euro schweren Verkauf nach Reuters-Berechnungen rund 170 Millionen Verlust. Seine beiden Anteilspakete sind 450 Millionen Euro weniger wert als damals.

Weitere Paketverkäufe könnten schnell folgen: Cerberus hat sich nur auf eine Frist von 45 Tagen festgelegt, innerhalb der der Investor keine weiteren Bank-Aktien auf den Markt werfen will. Normal sind Haltefristen von mindestens 90 Tagen.

Der Teilrückzug gab den Aktien am Dienstag einen Dämpfer. Commerzbank-Titel büßten bis zum Nachmittag 4,9 Prozent ein, Deutsche-Bank-Aktien lagen ein Prozent im Minus. Cerberus hält nun noch knapp zwei Prozent an der Deutschen Bank und knapp drei Prozent an der Commerzbank.

Beide Großbanken haben in den vergangenen Jahren groß angelegte Umbaumaßnahmen eingeleitet, zu denen auch massive Stellenstreichungen gehören. Dadurch haben sich zwar auch ihre Aktienkurse erholt. Deutsche-Bank-Papiere liegen aber immer noch mehr als 20 Prozent unter dem Kursniveau, zu dem Cerberus gekauft haben dürfte. Bei Commerzbank-Aktien sind es sogar rund 30 Prozent.

Der Finanzinvestor war vor gut vier Jahren mit drei Prozent bei der Deutschen Bank und mit fünf Prozent an der Commerzbank eingestiegen. Ein ungewöhnlicher Schritt für einen Investor, der normalerweise ganze Unternehmen kauft. Cerberus setzte Insidern zufolge auf eine Bankenfusion – eine Wette, die allerdings nicht aufging. Weder kam der große Zusammenschluss zwischen den beiden Häusern zustande, auch wenn zeitweise darüber gesprochen wurde, noch gab es eine Fusion des einen oder anderen mit einer ausländischen Bank. Cerberus ließ Bitten um eine Stellungnahme unbeantwortet. Deutsche Bank und Commerzbank wollten sich nicht äußern.

Auch Aktionärsschützer glauben nicht mehr an eine Fusion der beiden Großbanken. „Aus meiner Sicht hat Cerberus realisiert, dass es endgültig keine realistische Chance mehr gibt, dass eine Fusion zwischen Deutscher und Commerzbank realisiert werden kann“, kommentierte Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), den Rückzug. Dazu hätten der Erfolg der Sanierung der Deutschen Bank und die neue Strategie der Commerzbank beigetragen, aber auch die neue Bundesregierung, merkte der Anlegeranwalt an.

Deka-Bankanalyst Andreas Thomae sieht den Ausstieg nüchtern: „Cerberus hat sich opportunistisch bei steigenden Kursen von einem Teil seiner Investments getrennt.“ Strategieänderungen seien dadurch nicht zu erwarten. „Beide Banken sind auf einem guten Erholungspfad.“ Bei der Commerzbank hatte Cerberus dazu durchaus beigetragen: Der Großaktionär machte so lange Druck auf Bankchef Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann, bis beide im Sommer 2020 im Streit um einen härteren Sanierungskurs gleichzeitig das Handtuch warfen. Zielkes Nachfolger Manfred Knof griff dann deutlich radikaler durch.

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Boeing sieht sich im Rennen um Flugzeug-Aufträge vor Airbus

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Seattle, 11. Jan (Reuters) – Der US-Flugzeugbauer Boeing sieht sich im Rennen um die meisten Aufträge für neue Verkehrsflugzeuge im abgelaufenen Jahr als Sieger. Nach Stornierungen und Umbestellungen stünden unter dem Strich 535 Flugzeug-Orders zu Buche, erklärte der Airbus-Erzrivale am Dienstag in Seattle. Der deutsch-französische Konkurrent war auf 507 Orders gekommen. Allerdings hat Boeing die Zahlen nach oben korrigiert. Die Amerikaner sind zuversichtlicher, was die Bereitschaft der Fluggesellschaften angeht, die bestellten Maschinen tatsächlich abzunehmen. Ohne diese Korrektur läge Boeing mit 479 Bestellungen hinter Airbus. Zählt man nur die Neubestellungen zusammen, rangiert Boeing mit 909 vor Airbus mit 771.

Gemessen an den Auslieferungen liegt Airbus inzwischen seit drei Jahren vor dem einst übermächtigen Rivalen: 611 Flugzeuge wurden in Toulouse und Hamburg an die Kunden übergeben, Boeing brachte es nur auf 340. Das waren mehr als doppelt so viel wie im Corona-Jahr 2020 und entsprach im Großen und Ganzen den Erwartungen der Analysten. Von den 806 produzierten Flugzeugen von 2018 ist Boeing aber weit entfernt: Der US-Konzern war schon vor der Corona-Krise durch den erzwungenen Produktionsstopp für den einstigen Verkaufsschlager 737 MAX gebeutelt worden, der nach zwei Abstürzen mit Hunderten von Todesopfern fast zwei Jahre weltweit nicht fliegen durfte.

Zuletzt hatte Boeing auch mit Produktionsmängeln beim 787 Dreamliner zu kämpfen. Von dem Langstreckenmodell wurden 2021 deshalb nur noch 18 Stück ausgeliefert – nach 41 im Jahr davor.

Boeing

Bei Frachtflugzeugen, die seit der Corona-Pandemie stärker gefragt sind denn je, bleibt Boeing vorerst dominierend. Mit 84 Aufträgen brach der US-Flugzeugbauer seinen Rekord aus dem Jahr 2018, als 83 Frachter bestellt worden waren. Airbus hatte im vergangenen Jahr die ersten Bestellungen für die Frachtversion des Langstrecken-Flugzeugs A350 erhalten; ein Teil davon waren allerdings Umbestellungen von Maschinen, die die Kunden eigentlich für den Passagierverkehr einsetzen wollten.

Boeing sieht sich im Rennen um Flugzeug-Aufträge vor Airbus

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Weltbank erwartet 2022 und 2023 deutlich weniger Wachstum der Weltwirtschaft

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Washington, 11. Jan (Reuters) – Die Weltbank warnt vor einer deutlichen Abkühlung der globalen Konjunktur und sieht vor allem ärmere Länder unter Druck. In diesem Jahr dürfte die Weltwirtschaft nur noch um 4,1 Prozent wachsen, 2023 dann um 3,2 Prozent, teilte die Weltbank am Dienstag in Washington mit. Im vergangenen Jahr dürfte es noch zu einem Plus von 5,5 Prozent gereicht haben – als Erholung von der ersten Phase der Corona-Krise. Sowohl für die USA, China und die Euro-Zone sind die Experten skeptischer. Schwellenländer müssten sich auf höhere Schulden sowie eine steigende Ungleichheit einstellen. Vor allem Entwicklungsländer seien wahrscheinlich auf weitere Schuldenerleichterungen angewiesen.

Die Schätzungen der Weltbank für 2021 und 2022 liegen jeweils 0,2 Punkte unter den Prognosen aus dem vergangenen Juni. Die Corona-Variante Omikron könnte die Lage weiter verschlechtern. Ende Januar werden Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Weltwirtschaft erwartet. Hier rechnen Ökonomen ebenfalls mit niedrigeren Werten.

Laut Weltbank sind die Aussichten wegen zahlreicher Faktoren düsterer geworden – einer stärkeren Inflation als zunächst gedacht, anhaltenden Lieferkettenproblemen in vielen Branchen sowie neuen Corona-Mutationen. Weltbank-Präsident David Malpass verwies auf niedrigere Impfquoten in armen Ländern. Weltweit sind 59 Prozent der Menschen mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft, in Entwicklungsländern sind es dagegen nur neun Prozent. Die Kluft zwischen reichen und armen Staaten werde dadurch größer.

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Chipkrise macht Audi zu schaffen – Absatz sinkt

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München, 11. Jan (Reuters) – Audi verliert in der Chipkrise im Rennen der drei deutschen Premiumhersteller an Boden. Die Volkswagen-Tochter verkaufte nach Angaben von Dienstag im vergangenen Jahr 1,68 Millionen Fahrzeuge, das sind 0,7 Prozent weniger als im ersten Corona-Jahr 2020. Damit reicht es für die Ingolstädter nur zum dritten Platz. Die Krone geht in diesem Jahr an BMW: Die Münchner haben 2,2 Millionen Autos der Kernmarke verkauft, Daimler kam mit einem Absatzminus von fünf Prozent auf 2,05 Millionen Fahrzeuge auf den zweiten Platz.

Allein im vierten Quartal brach der Audi-Absatz um gut ein Drittel ein – noch stärker als bei der Konkurrenz in Stuttgart. Nach dem ersten Halbjahr hatte Audi noch auf Rekordkurs gelegen. Audi-Vertriebschefin Hildegard Wortmann sprach von einem herausfordernden Jahr: „Wenngleich die Halbleiterversorgung auch in den kommenden Monaten angespannt bleiben wird, gibt uns das kräftige Wachstum bei den Auslieferungen der E-Modelle Rückenwind für die weitere entschlossene Umsetzung unserer Roadmap.“ Zugleich verwies sie auf den hohen Auftragseingang sowie einen Rekord-Auftragsbestand.

Die Autoindustrie weltweit hat seit über einem Jahr mit der Knappheit von Computerchips zu kämpfen. Audi musste wie viele andere Hersteller die Produktion immer wieder anhalten. BMW hatte die Versorgung mit Halbleitern besser im Griff. Ein Grund dafür ist nach Einschätzung von Analysten die besseren Beziehungen der Münchner mit ihren Lieferanten.

Zu spüren bekam Audi die Halbleiterknappheit vor allem in China: In der Volksrepublik verkaufte das Unternehmen 701.289 Fahrzeuge, das sind 3,6 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Für Europa meldete Audi ein Minus von 0,4 Prozent, vor allem wegen einer Schwäche auf dem Heimatmarkt Deutschland, wo es um 15,6 Prozent abwärts ging. In Deutschland spielten neben dem Halbleiterengpass auch Sondereffekte wegen einer Mehrwertsteuersenkung in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine Rolle. In den USA wurden dagegen fünf Prozent mehr Autos an die Kunden übergeben.

Kräftig aufwärts ging es zudem bei rein elektrisch angetriebenen Autos: 81.894 dieser Fahrzeuge wurden verkauft, das entspricht einem Plus von 57,5 Prozent. Audi hat angekündigt, bis 2025 mehr als 20 vollelektrische Modelle im Angebot zu haben. Ab 2026 sollen zudem keine neuen Verbrenner mehr auf den Markt kommen.

Bislang machen die drei deutschen Hersteller das Rennen im Premiumsegment immer unter sich aus. Doch der US-Elektroautopionier Tesla ist ihnen mit starkem Wachstum auf den Fersen. Analysten sagen für dieses Jahr, wenn das erste Werk der Kalifornier in Europa in Grünheide bei Berlin anläuft, einen Absatz von rund anderthalb Millionen Autos voraus. 

Chipkrise macht Audi zu schaffen – Absatz sinkt

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BioNTech erwartet 2022 bis zu 17 Mrd Euro Impfstoff-Umsatz

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Frankfurt, 11. Jan (Reuters) – BioNTech erwartet in diesem Jahr Umsätze von bis zu 17 Milliarden Euro mit seinem Covid-19-Impfstoff. Im vergangenen Jahr dürfte der Umsatz wie bislang vorhergesagt bei 16 bis 17 Milliarden Euro gelegen haben.

BioNTech

2022 geht Vorstandschef Ugur Sahin von einer Spanne von 13 bis 17 Milliarden aus, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Investoren-Präsentation hervorgeht. BioNTech bekräftigte, dass ein an die Omikron-Variante des Coronavirus angepasster Impfstoff bereits im März zur Verfügung stehen könnte. Insgesamt strebt das Unternehmen in diesem Jahr weiterhin eine Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Impfdosen an.

BioNTech erwartet 2022 bis zu 17 Mrd Euro Impfstoff-Umsatz

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Bitkom – Verschärfter Fachkräftemangel bremst Wachstum aus

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Bitkom

Berlin, 11. Jan (Reuters) – Der Mangel an IT-Experten verschärft sich nach Einschätzung der deutschen Digitalwirtschaft massiv und droht das Wachstum der Branche auszubremsen. Derzeit seien 96.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz. Die Zahl werde 2022 auf deutlich über 100.000 steigen. Bis zu 130.000 offene Stellen seien derzeit denkbar, genaue Zahlen aber noch nicht bekannt. Der deutsche Markt für IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird laut Bitkom dieses Jahr um 3,6 Prozent auf 184,9 Milliarden Euro zulegen. Ohne Fachkräftemangel wäre möglicherweise ein Prozent mehr drin, so Berg.

„Wir haben ein riesiges Problem“, betonte der Verbandspräsident. Gerade in schnell wachsenden Software-Unternehmen, aber auch in der Breite fehlten Fachkräfte. Die Firmen fänden einfach nicht genügend Mitarbeiter und würden schon Abstriche bei den Anforderungen an die Bewerber machen. Diese wiederum können ihre Ansprüche hochschrauben: „Die Gehälter schießen durch alle Decken durch“, sagte Berg.

Laut Bitkom sind in der Branche aktuell 1,25 Millionen Menschen beschäftigt. Bis Jahresende würden voraussichtlich 39.000 zusätzliche Jobs geschaffen. „Die Unternehmen könnten noch weitaus mehr Personal einstellen, aber es fehlt an Spezialistinnen und Spezialisten“, so Bitkom-Präsident Berg. „Das bedeutet weniger Wachstum, weniger Wertschöpfung und weniger Innovation – und bremst uns bei der Digitalisierung aus und vergrößert den Abstand zu den Vorreitern wie den USA.“

Bitkom
Foto: Bitkom-Präsident Achim Berg / Fotoquelle: Bitkom e.V. www.bitkom.org

LIEFERENGPÄSSE – CHIPS WERDEN AUS KÜHLSCHRÄNKEN AUSGEBAUT

Auch Lieferengpässe belasten die Branche, wobei vor allem Halbleiter für einfache Anwendungen fehlen, wie Berg erklärte. So gebe es Anekdoten, nach denen eine Firma bereits zu Hunderten Kühlschränke aufgekauft und die darin enthaltenen Chips ausgebaut und in höherwertige Produkte eingebaut habe, sagte der Verbandspräsident. „Das zeigt, was das für Blüten treibt.“ Corona betrachtet Bitkom dagegen als Herausforderung und Chance zugleich. „Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung Schwung gegeben und das belebt den Markt“, sagte Berg.

So wuchs das Umsatzvolumen 2021 um 3,9 Prozent auf 178,4 Milliarden Euro, was Bitkom vor allem auf das gute Geschäft mit IT-Hardware und Software zurückführte. Im globalen Maßstab spiele der deutsche Markt eine untergeordnete Rolle: Deutschlands Anteil an den weltweiten Ausgaben für Informations- und Kommunikationstechnik liege 2022 voraussichtlich bei 3,9 Prozent, rechnete Bitkom vor. Er gehe von Jahr zu Jahr zurück, weil die Investitionen und Ausgaben in anderen Ländern schneller wachsen würden – neben den USA (+4,7 Prozent) besonders im asiatischen Raum. Wachstumsspitzenreiter sind demnach Indien (+9,1 Prozent) und China (+5,3 Prozent).

Bitkom – Verschärfter Fachkräftemangel bremst Wachstum aus

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Foto: Bitkom-Präsident Achim Berg / Fotoquelle: Bitkom e.V. www.bitkom.org

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