Montag, März 30, 2026
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Bund und Länder wollen schnelle Registrierung von Flüchtlingen

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Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Bund und Länder wollen die Registrierung ukrainischer Kriegsflüchtlinge beschleunigen. Das geht aus der neuen Beschlussvorlage für die Beratungen von Bundeskanzler Olaf Scholz mit den 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am Donnerstagnachmittag hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

„Der Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder halten es für unerlässlich, die Ankommenden rasch und unkompliziert zu registrieren“, heißt es in dem zehnseitigen Entwurf. Bund und Länder würden die Registrierung derjenigen, die in Deutschland blieben, im Ausländerzentralregister sicherstellen. Der Bund unterstütze dies „personell und materiell“, insbesondere mit Bereitstellung von Personalisierungsinfrastruktur. Zugleich solle der Bund eine enge Absprache mit europäischen Partnern vorantreiben. 

UN Ukraine Ukraine Registrierung

Der Bund bekennt sich zu seiner finanziellen Verantwortung, will den Ländern und Kommunen aber noch keine genaue Summe der Unterstützung garantieren. Stattdessen heißt es nun in dem Entwurf, dass eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden soll, die Ergebnisse spätestens bis zum 7. April vorlegen soll. Um die Unterbringung zu erleichtern und zu beschleunigen, werde der Bund Abweichungen von bauplanungsrechtlichen Standards lagebedingt ermöglichen, heißt es weiter.

Die Flüchtlinge sollen gleichmäßig auf die Bundesländer verteilt werden. Zugleich wird auf Probleme verwiesen, „weil aufgrund der zunächst freien Wahlmöglichkeit des Aufenthaltsortes der Geflüchteten vor Äußerung eines Schutzgesuches zunächst nur begrenzte Steuerungsmöglichkeiten bestehen“. Regierungssprecher Steffen Hebestreit hatte am Mittwoch gesagt, dass Deutschland bereits 175.000 ukrainische Kriegsflüchtlinge aufgenommen hat. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl weiter stark anstiegen wird. Die aus der Ukraine kommenden Menschen müssen sich aber erst nach 90 Tagen registrieren.

Bund und Länder wollen schnelle Registrierung von Flüchtlingen

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

RTL schüttelt Corona mit Rekordgewinn ab – Kriegs-Folgen unklar

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Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Der europäische Fernsehkonzern RTL lässt die Corona-Krise mit einem Rekordgewinn hinter sich. Dank anziehender Werbung und Verkäufen von Beteiligungen stieg das Konzernergebnis 2021 kräftig auf 1,45 (Vorjahr: 0,625) Milliarden Euro und die Umsätze kletterten um 10,3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, wie die Bertelsmann-Tochter am Donnerstag mitteilte.

RTL-Chef Thomas Rabe sprach von einem erfolgreichen Jahr und kündigte mit 5,00 Euro pro Aktie die höchste Dividende seit 2015 an. In diesem Jahr rechnet RTL mit stagnierendem operativen Gewinn und mehr Umsatz. „Wenn die Ukraine-Krise sich auswachsen sollte, müssten wir sicher über unsere Einschätzung nochmal nachdenken“, warnte Rabe jedoch. Die indirekten Folgen des russischen Einmarsches in die Ukraine auf das RTL-Geschäft seien noch nicht genau abzuschätzen. 

RTL

Die TV-Werbeumsätze zogen im vergangenen Jahr um 16 Prozent an und die Erlöse des Streaminggeschäfts legten um gut 31 Prozent zu. Die zahlenden Abonnenten für RTL+ in Deutschland haben sich Ende 2021 auf 2,7 Millionen mehr als verdoppelt, bei Videoland in den Niederlanden ging es mit 21 Prozent auf 1,1 Millionen nach oben. „Im Vergleich zu 2021 werden wir die jährlichen Inhalteinvestitionen in RTL+ und Videoland bis 2026 auf rund 600 Millionen Euro verdreifachen“, sagte Rabe. Die Zahl der Abonnenten soll bis Ende 2026 auf zehn Millionen klettern. Beim Streaming peilt RTL einen Umsatz-Anstieg von 223 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro an und will ab 2026 Gewinn machen.

RABE LIEBÄUGELT MIT FUSION VON RTL UND PROSIEBENSAT.1

Für das laufende Jahr erwartet die RTL Group rund 7,4 Milliarden Euro Konzernumsatz und damit ein organisches Wachstum von etwa fünf bis sechs Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) werde bei 1,15 Milliarden Euro stagnieren, da Anlaufverluste im Streaminggeschäft auf rund 250 (2021: 166) Millionen Euro steigen dürften. Hier unterstellt das Management, dass Corona und der Ukraine-Krieg Konsumklima, Inflation und Konjunktur nicht zu stark dämpfen. Während RTL kein Geschäft in der Ukraine betreibt, hat der Konzern nach Rabes Worten seine Aktivitäten in Russland von rund sechs Millionen Euro pro Jahr beendet. 

RTL verfolgt europaweit die Schaffung cross-medialer, nationaler Champions auf Länderebene – etwa durch Verkäufe oder Fusionen. Der Konzern hat bereits Lösungen in seinen Märkten Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Kroatien auf den Weg gebracht. „Ich wüsste keinen guten Grund, warum man etwas Ähnliches nicht auch in Deutschland machen sollte“, sagte Rabe mit Blick auf eine Fusion von RTL mit dem bayerischen Rivalen ProSiebenSat.1, die er für die mittlere Sicht immer wieder ins Spiel bringt. „Aber das steht momentan überhaupt nicht auf der Agenda, es gibt keine Diskussion,“ betonte Rabe. Er könne sich aber nicht vorstellen, dass das jüngst verschärfte bayerische Mediengesetz „ein Hemmnis wäre, wenn wir irgendwann in der Zukunft zum Schluss kämen, dass ein Zusammengehen von RTL und ProSieben Sinn macht.“

RTL schüttelt Corona mit Rekordgewinn ab – Kriegs-Folgen unklar

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Citigroup-Memo – In Russland strenge Auflagen für Wertpapiergeschäfte von Ausländern

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New York/London, 17. Mrz (Reuters) – Russland hat einer Kunden-Mitteilung der CitigroupC.Nzufolge strikte Regeln für Ausländer umrissen, um Genehmigungen zum Kauf und Verkauf russischer Wertpapiere und Immobilien zu erhalten. Damit werden erstmals Einzelheiten dazu sichtbar, mit welchen neuen staatlichen Kontrollen die russische Führung auf die Sanktionen des Westens reagiert.

Russische Behörden hätten die Anordnung zur Erlangung von Genehmigungen bekannt gegeben, hieß es in einer Kunden-Mitteilung des US-Bankhauses. Danach muss ein Antrag beim russischen Finanzministerium in russischer Sprache eingereicht werden und er muss „Informationen über Zweck, Gegenstand, Inhalt und wesentliche Bedingungen der Transaktion“ enthalten.

Die westlichen Staaten hatten in Reaktion auf die russische Invasion der Ukraine massive Finanzsanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht.

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

H&M macht Zalando Konkurrenz und verkauft online andere Modemarken

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Stockholm, 17. Mrz (Reuters) – H&M will Onlinehändlern wie Zalando, Asos und Amazon das Wasser abgraben. Erstmals verkauft die schwedische Modekette online auch externe Modemarken. Zunächst würden solche Waren nur über die schwedische und deutsche Plattform verkauft, teilte ein Firmensprecher am Donnerstag mit.

H&M

Kunden könnten unter anderen Kleidung von Lee, Wrangler oder Kangol erwerben. Später sollen weitere Länder und Marken folgen. Bisher hatte H&M lediglich Kosmetik von anderen Herstellern im Angebot. 

Der schwedische Zara-Konkurrent litt bereits vor der Coronapandemie unter rückläufigen Kundenzahlen in seinen Läden. Online konnte H&M nie mit Anbietern wie Zalando mithalten.

Der Berliner Dax-Konzern kommt inzwischen europaweit auf mehr als 48 Millionen Kunden und versteht sich verstärkt auch als Mode-Plattform, über die andere Händler, Modemarken oder stationäre Läden ihre Waren veräußern können. Dazu gehört inzwischen auch ein umfangreiches Second-Hand-Angebot. H&M versucht sich daran nun erstmal auf dem schwedischen Heimatmarkt.

H&M macht Zalando Konkurrenz und verkauft online andere Modemarken

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Staat haftet nicht für Corona-Verluste von geschlossenen Hotels

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Karlsruhe, 17. Mrz (Reuters) – Hoteliers und Gastronomen haben über die Soforthilfe hinaus keinen Anspruch auf staatliche Entschädigung für die zeitweilige Schließung von Hotels und Restaurants wegen der Corona-Pandemie. Aus dem Infektionsschutzgesetz ergebe sich weder unmittelbar noch mittelbar ein Entschädigungsanspruch, entschied der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Donnerstag in Karlsruhe verkündeten Urteil.

Ein Hotelbetreiber aus Brandenburg ist damit auch in letzte Instanz gescheitert. Er hatte das Land Brandenburg verklagt, nachdem er sein Hotel vom 23. März bis 7. April 2020 nach der Corona-Verordnung schließen musste. Im Hotel selbst gab es keine Infektionen. Der Betreiber erhielt 60.000 Euro Soforthilfe, er wollte jedoch seine gesamten Umsatz- und Gewinneinbußen ersetzt bekommen, insgesamt 27.000 Euro.

Das Bundesverfassungsgericht hatte solche Entschädigungen für staatlich angeordnete Schließungen in einem am Mittwoch veröffentlichen Beschluss nicht ausgeschlossen. Der BGH sieht das anders: „Der Wortlaut des Infektionsschutzgesetzes ist klar“, sagte der Vorsitzende BGH-Richter Ulrich Herrmann. Eine Entschädigung widerspräche auch dem Willen des Gesetzgebers. 

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

EZB kann mit Blick auf Folgen des Ukraine-Krieges flexibel reagieren

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Frankfurt/Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Die Europäische Zentralbank hält sich mit Blick auf die Folgen des Ukraine-Krieges auf dem Weg der Normalisierung ihrer Geldpolitik Optionen offen. Bei Bedarf könnten auch neue Instrumente eingesetzt werden, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag auf einer Geldpolitik-Konferenz in Frankfurt.

Es würden notfalls alle notwendigen Schritte eingeleitet, wenn sich die Folgen des Krieges verschärften und die Konjunkturerholung abzuwürgen drohten. Die EZB werde sicherstellen, dass die Geldpolitik reibungslos umgesetzt werde. Die Zentralbank habe bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie dazu in der Lage sei, betonte die Französin. 

Die Inflationsrate im Euroraum ist mit 5,9 Prozent zuletzt meilenweit über die Zielmarke der EZB von 2,0 Prozent hinausgeschossen.

Die Notenbank hat vor diesem Hintergrund beschlossen, ihre milliardenschweren Anleihenkäufe schneller zurückzufahren und im Sommer zu beenden, wenn es der Inflationsausblick erlaubt. Damit wäre der Weg für die Zinswende frei, die die US-Notenbank Fed am Mittwoch bereits vollzogen hat. Ähnlich wie in Europa ist auch dort Energie ein starker Preistreiber. Durch die Folgen des Ukraine-Krieges dürfte sich der Auftrieb noch verstärken – auch weil sich die Preise für Öl, Gas und auch Weizen weiter verteuern.

Lagarde betonte, die EZB sei sich der Risiken bewusst. Man stehe bereit, die eigenen Pläne zum weiteren Vorgehen zu überprüfen, falls die Datenlage dies erfordern sollte.

EZB kann mit Blick auf Folgen des Ukraine-Krieges flexibel reagieren

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Selenskyj erhebt Vorwürfe gegen Deutschland – Nicht genug getan

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Berlin/Kiew/Lwiw, 17. Mrz (Reuters) – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag in einer live im Bundestag übertragenen Videobotschaft Vorwürfe gegen Deutschland erhoben und eindringlich um mehr Unterstützung gebeten. Die Bundesrepublik habe nicht genug getan, um den russischen Angriff auf sein Land zu verhindern, sagte Selenskyj. Deutschland habe daran mitgewirkt, eine Mauer zu errichten, um die Ukraine zu isolieren und Russland auszuliefern.

Als Beispiel nannte er das lange Festhalten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 und die Weigerung des Westens, der Ukraine eine Nato-Mitgliedschaft zu ermöglichen. Zu Beginn der vierten Kriegswoche hielten die Kämpfe vor allem um Städte wie Kiew und Mariupol an, und die Zahl der getöteten Zivilisten stieg nach ukrainischen Angaben weiter. Britischen Geheimdiensten zufolge soll der russische Vorstoß aber an allen Fronten weitgehend stocken. 

Selenskyj bat Deutschland darum, der Ukraine einen EU-Beitritt zu ermöglichen und „nicht noch einen weiteren Stein in die Mauer zu setzen“. Russland bombardiere seit drei Wochen Wohnviertel und Krankenhäuser. Bislang seien 108 Kinder getötet worden, „mitten in Europa, bei uns im Jahr 2022“. An Bundeskanzler Olaf Scholz richtete Selenskyj zum Ende seiner rund zehnminütigen Rede den Appell: „Reißen Sie diese Mauer nieder, unterstützen Sie uns.“

Der ukrainische Präsident bekräftigte seine Forderung nach einer Flugverbotszone, auch um eine Luftbrücke zur Evakuierung umkämpfter Städte einzurichten. Zugleich dankte er aber auch für die Unterstützung und erwähnte etwa die Wirtschaft, die die Sanktionen gegen Russland trage, und die vielen Helfer, die sich um die Flüchtlinge kümmern. Selenskyj war auf zwei großen Bildschirmen zu sehen. Die Abgeordneten applaudierten zur Begrüßung und zum Abschied stehend. Vor seiner Rede im Bundestag hatte Selenskyj bereits zu anderen westlichen Parlamenten gesprochen, wie etwa am Mittwoch zum US-Kongress.

MARIUPOL: IM BESCHOSSENEN THEATER GIBT ES ÜBERLEBENDE

Russland bezeichnet das eigene Vorgehen in der Ukraine als militärischen Sondereinsatz zur Entnazifizierung des Nachbarlandes. Die USA und ihre Verbündeten sehen darin jedoch einen Vorwand für einen ungerechtfertigten Angriff auf die Ex-Sowjetrepublik. Russland weist Vorwürfe zurück, Zivilisten ins Visier zu nehmen. Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Über drei Millionen Ukrainer sind seit Kriegsbeginn am 24. Februar geflohen, Tausende getötet worden.

In der besonders hart umkämpften Hafenstadt Mariupol im Südosten des Landes sollen russische Kräfte nach ukrainischen Angaben ein Theater bombardiert haben, in dem Zivilisten Schutz gesucht haben sollen. Der Luftschutzraum habe den Angriffen standgehalten, und es gebe Überlebende, sagte ein Vertreter der Stadtregierung. Details wurden zunächst nicht bekannt. Russland bestreitet, das Theater angegriffen zu haben. Auf Satellitenbildern war zu sehen, dass vor dem Gebäude das Wort „Kinder“ auf den Boden geschrieben worden war.

Die Zahl der Todesopfer in der nordukrainischen Stadt Tschernihiw steigt nach Angaben des Regionalgouverneurs immer weiter an. Allein am Mittwoch seien 53 Menschen getötet worden. In Kiew sind nach ukrainischen Angaben durch Trümmerteile einer von der Luftabwehr abgeschossenen Rakete mindestens ein Mensch getötet und drei weitere Menschen verletzt worden. Vororte im Nordosten und Nordwesten von Kiew sind nach heftigen Gefechten fast vollständig zerstört, doch das Zentrum der Hauptstadt hält weitgehend Stand. 

GROSSBRITANNIEN: RUSSISCHE TRUPPEN ERLEIDEN SCHWERE VERLUSTE

Die zahlenmäßig weit unterlegenen ukrainischen Truppen haben russische Soldaten bisher an der Einnahme auch anderer großer Städte gehindert, obwohl es sich bei der Invasion um den größten Angriff in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg handelt. In britischen Militärgeheimdienst-Berichten zur aktuellen Lage hieß es am Donnerstag, in den vergangenen Tagen habe es zu Land, Wasser und Luft nur ein minimales Fortkommen des russischen Militärs gegeben. Die russischen Streitkräfte erlitten schwere Verluste. Offizielle russische Zahlen sind dazu nicht bekannt.

Unterdessen gingen laut dem russischen Außenministerium die Verhandlungen mit der Ukraine weiter. In einer Videokonferenz werde über militärische, politische und humanitäre Fragen gesprochen, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Zuletzt hatte es bei den Verhandlungen russischer und ukrainischer Unterhändler vorsichtige Signale der Annäherung gegeben. Der Tonfall außerhalb dieser Gespräche wurde aber immer schärfer.

So warf Putin dem Westen vor, die russische Gesellschaft spalten und das Land zerstören zu wollen. Dies werde nicht gelingen, sagte Putin vor Ministern. „Jedes Volk, und insbesondere das russische Volk, wird immer die wahren Patrioten von dem Abschaum und den Verrätern unterscheiden können, um diese einfach auszuspucken wie eine Mücke, die versehentlich in ihren Mund geflogen ist.“ 

US-Präsident Joe Biden bezeichnete Putin als Kriegsverbrecher. Bei einem Gespräch mit Journalisten antwortete Biden zuerst mit Nein auf die Frage, ob er bereit sei, Putin so zu nennen. „Oh, ich glaube, er ist ein Kriegsverbrecher“, sagte er dann. Seine Sprecherin Jen Psaki erklärte später, Biden habe aus dem Herzen gesprochen. Die formelle Prüfung, ob Putin Kriegsverbrechen begangen habe, laufe im US-Außenministerium. Russland wies den Vorwurf laut Medienberichten scharf zurück. Bidens Bemerkung sei „inakzeptable und unverzeihliche Rhetorik“, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow einer Meldung der Nachrichtenagentur Tass zufolge.

Selenskyj erhebt Vorwürfe gegen Deutschland – Nicht genug getan

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Nach Erdbeben unterbrechen Chipfirmen in Japan Produktion

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Tokio, 17. Mrz (Reuters) – Das Erdbeben in Japan verschärft den Teilemangel in der Automobilindustrie: Der japanische Chiphersteller Renesas und der Zulieferer Murata mussten ihre Produktion wegen des Bebens im Nordosten des Landes am Donnerstag teilweise einstellen. Renesas teilte mit, den Betrieb in zwei Halbleiterfabriken ganz und in einer weiteren teilweise gestoppt zu haben. Dazu zähle die Anlage in Naka, die Chips für die Autoindustrie produziert. Die Branche litt zuletzt ohnehin unter einem Halbleitermangel und musste deswegen ihre Produktion drosseln.

„Wir bewerten die Auswirkungen des Erdbebens auf unsere gesamte Lieferkette“, erklärte Renesas. Zurzeit würden die Schäden im Werk, auch in den empfindlichen Reinräumen, unter die Lupe genommen. Murata teilte mit, den Betrieb nach dem Erdbeben in vier Fabriken eingestellt zu haben. In einer Anlage sei ein Feuer ausgebrochen.

Renesas gilt als wichtiger Zulieferer, da der Konzern fast ein Drittel aller Mikrokontroller-Chips herstellt, die weltweit in Autos verbaut werden. Murata ist einer der weltweit führenden Anbieter von Keramikkondensatoren, die in Smartphones, Computern und Autos verwendet werden.

Erdbeben

Auch andere Branche reagierten auf das Beben. Der Raffineriekonzern Eneos stoppte den Betrieb in mehreren Erdölraffinerien. Der Autobauer Toyota strich in zwei Fabriken die Tagschicht, nachdem die Arbeiter in der Nacht evakuiert worden waren. Die Arbeit in den beiden Fabriken werde zunächst gedrosselt wieder aufgenommen, am Freitag dürfte sie wieder komplett laufen, erklärte der Autobauer.

Bei dem Beben der Stärke 7,4, das sich am Mittwoch kurz vor Mitternacht (Ortszeit) vor der Küste von Fukushima in einer Tiefe von 60 Kilometern ereignet hatte, starben vier Menschen und mehr als hundert wurden verletzt. Auch mehrere Stunden nach dem Erdbeben waren Tausende Haushalte ohne Strom und Wasser, zeitweise war der Strom auch in Teilen der über 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio ausgefallen. Der Betrieb des Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszuges wurde eingestellt.

Nach Erdbeben unterbrechen Chipfirmen in Japan Produktion

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Energiepreis-Explosion treibt Inflation auf 5,9 Prozent – Rekordhoch im Euroraum

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Berlin, 17. Mrz (Reuters) – Rasant steigende Energiepreise treiben die Inflation in der Euro-Zone auf ein Rekordhoch. Die Verbraucherpreise stiegen im Februar um 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Donnerstag auf Basis endgültiger Daten mitteilte. In einer früheren Schätzung von Anfang März war nur von 5,8 Prozent die Rede. Im Januar lag die Teuerung bei 5,1 Prozent. 

Die Inflationsrate schießt damit immer weiter über die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent hinaus. Die EZB hat vor diesem Hintergrund beschlossen, ihre milliardenschweren Anleihenkäufe schneller zurückzufahren und im Sommer ganz auslaufen lassen, wenn es der Inflationsausblick erlaubt. Damit wäre der Weg frei für eine Zinswende, die die US-Notenbank bereits am Mittwoch vollzogen hat. Ähnlich wie in Europa ist auch dort Energie ein starker Preistreiber. Durch die Folgen des Ukraine-Krieges dürfte sich der Auftrieb noch verstärken. 

In der Euro-Zone verteuerte sich Energie im Februar um 32,0 Prozent, nach 28,8 Prozent im Januar. Unverarbeitete Lebensmittel kosteten 6,2 Prozent mehr. Die Preise für Industriegüter ohne Energie gingen um 3,1 Prozent nach oben, während Dienstleistungen 2,5 Prozent teurer waren als vor Jahresfrist.

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Audi schafft in Chipkrise Rekordgewinn – Unsicherheit Ukraine-Krieg

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München, 17. Mrz (Reuters) – Audi wagt keine Vorhersage zu den Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf seine Geschäftsergebnisse. Es werde im März und April zu deutlichen Belastungen der Produktion kommen, sagte Finanzvorstand Jürgen Rittersberger am Donnerstag. Unklar sei aber, wie lange es dauere, den Rückstand aufzuholen. Zudem bestehe Unsicherheit darüber, welche Auswirkungen der Krieg auf die Weltwirtschaft habe. „Ich traue mir kein Prognose zu.“ 

Dabei sei die Volkswagen-Tochter gut in das Jahr gestartet. Die Auftragsbücher seien voll, die Versorgung mit Halbleitern verbessere sich. Vor Ausbruch des Krieges habe Audi mit einem Umsatzanstieg auf 62 bis 65 Milliarden Euro und einer operativen Rendite zwischen neun und elf Prozent gerechnet. Der Netto-Cashflow werde zwischen 4,5 und 5,5 Milliarden Euro liegen, teilte das Unternehmen mit. 

2021 hatten die Ingolstädter mit einem Betriebsgewinn von rund 5,5 Milliarden Euro rund doppelt so viel verdient wie im Jahr davor und einen Rekord markiert. Der Umsatz verbesserte sich um 6,2 Prozent auf 53 Milliarden Euro, die Umsatzrendite lag bei 10,4 Prozent. Trotz der Engpässe bei der Versorgung mit Halbleitern hätten die Auslieferungen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres gelegen. Weil Chips fehlten, musste auch Audi zeitweise die Produktion drosseln.

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