Samstag, August 8, 2026
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Finanzguru erhält 8 Millionen Euro für weiteres Wachstum

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finanzguru

Das Frankfurter FinTech Finanzguru erhält zu Beginn des Jahres 2022 frisches Kapital.

In einer erweiterten Series-A-Finanzierung haben VR Ventures, Coparion und Venture Stars gemeinsam mit HDI, der Deutschen Bank sowie Business Angel Frank Strauß dem jungen Unternehmen 8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit dem frischen Kapital will Finanzguru das bestehende Angebot durch Hinzunahme des Finanz- & Versicherungsgeschäfts deutlich erweitern. Das ausgebaute Geschäftsmodell ist der logische nächste Schritt, um die zentrale Verbraucherplattform für Finanzen in Deutschland zu werden. Die App soll technologisch weiterentwickelt und die Möglichkeit geschaffen werden, aus ihr heraus Überweisungen auszuführen sowie maßgeschneiderte Finanz- und Versicherungsprodukte anzubieten.

Dank Finanzguru behalten Nutzer die eigenen Einnahmen, Ausgaben und Verträge im Blick. Sie können sparen, anlegen und günstige Tarife für Strom und Gas sowie Versicherungen abschließen. Finanzguru hat als eines der ersten FinTechs im Jahr 2019 die Richtlinie PSD2 vollständig umgesetzt. Damit erfüllt Finanzguru strenge Sicherheitsanforderungen für das Abrufen von Bankdaten über elektronische Schnittstellen. Die eigens dafür errichtete technologische Plattform wird bereits heute von mehr als 500.000 Kunden genutzt. Darüber hinaus ist Finanzguru 2021 mit dem Kauf des Versicherungsmaklers Volders in das Bancassurance-Geschäft eingestiegen und hat eine persönliche Beratung für Finanz- und Versicherungsthemen aufgebaut. Ein Geschäftsfeld, in dem Finanzguru inzwischen mehr als 20.000 Kunden betreut und das weiter zügig ausgebaut wird.

Finanzguru plant, seine Umsätze nach knapp 1 Million Euro im Jahr 2020 und 2 Millionen Euro 2021 in den kommenden Jahren deutlich zu steigern. Damit will das Unternehmen seine Position als größte bankenunabhängige Finanz-App in Deutschland festigen und seinen Vorsprung auf Wettbewerber ausbauen.

Für die Investoren sagte Timo Fleig, Geschäftsführer bei VR Ventures, anlässlich der Vertragsunterzeichnung: „Wir sind absolut überzeugt vom Wachstumspotential von Finanzguru. Das Unternehmen zeigt seit seiner Gründung, dass es für komplexe Geldfragen sehr komfortable Antworten finden kann, die von den Kunden überaus geschätzt werden.“

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle Finanzguru by dwins GmbH

Qonto schließt 486 Millionen Euro Series-D-Finanzierungsrunde ab

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qonto

Qonto, die führende europäische Finanzlösung für Unternehmen, hat in seiner Series-D-Finanzierungsrunde 486 Millionen Euro gesammelt und ruft damit eine Bewertung von 4,4 Milliarden Euro auf. Die Finanzierungsrunde wird angeführt von Tiger Global und TCV. Weitere neue Investoren sind Alkeon, Eurazeo, KKR, Insight Partners, Exor Seeds, Guillaume Pousaz, Gaingels und Ashley Flucas. Die Bestandsinvestoren Valar, Alven, DST Global und Tencent haben ebenfalls nachgelegt.

Seit der Gründung 2017 ist es Ziel von Qonto, die erste All-in-One-Finanzlösung für KMU und Freiberuflerinnen zu sein. Qonto vereinfacht für seine Kundinnen das gesamte Finanzmanagement von täglichen Bankgeschäften und Finanzierungen bis zu Buchhaltung und Ausgabenmanagement. Das Unternehmen betreut derzeit mehr als 220.000 Kundinnen in vier europäischen Märkten (Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien). Mit der aktuellen Finanzierungsrunde hat sich Qonto das Ziel gesetzt, bis 2025 die bevorzugte Finanzlösung für eine Million Geschäftskundinnen in Europa zu sein.

Im vergangenen Jahr hatte Qonto in Deutschland, seinem am schnellsten wachsenden Markt, mit einem Kundenzuwachs von mehr als 170 Prozent einen starken Aufschwung. Mit der neuen Finanzierung will das Unternehmen seine Position hierzulande ausbauen, seine Mitarbeiterzahl erhöhen und das maßgeschneiderte Angebot für Geschäftskund*innen kontinuierlich weiterentwickeln.

Die wichtigsten Fakten zu Qonto in Deutschland seit dem Markteintritt Anfang 2020:

Seit Januar 2020 ist Qonto Partnerschaften mit 18 digitalen Akteuren, wie Raisin DS, DATEV und iwoca eingegangen. Damit bietet das Unternehmen seinen deutschen Kund*innen die gesamte Bandbreite von digitalen Bankgeschäften, integrierte Buchhaltungslösungen bis zum Spesenmanagement.

Heute sind rund 25 der 500 Qonto-Mitarbeiter*innen für den deutschen Markt zuständig. 2021 eröffnete Qonto zudem sein Berliner Büro in der Factory Berlin.

Qonto arbeitet stets daran, sein Produkt an Kundenbedürfnisse und lokale Eigenschaften anzupassen. So konnten die Qonto-Teams innerhalb von weniger als sechs Monaten lokale IBANs für deutsche KMU und Freiberufler*innen einführen.

Qontos wichtigste Prioritäten:

Qonto will seine Marktdurchdringung in Deutschland, Italien und Spanien weiter ausbauen. Das Unternehmen hat seinen Umsatz in den letzten beiden Jahren in Deutschland, Italien und Spanien vervierfacht und wächst in diesen drei Märkten besonders schnell. 2021 hat das Unternehmen Büros in Barcelona, Berlin und Mailand eröffnet, um das Produkt besser an die einzelnen Märkte anzupassen und Partnerschaften mit Anbietern vor Ort voranzutreiben. Um die starke Dynamik in Europa weiter voranzutreiben plant Qonto:

In den nächsten zwei Jahren über 100 Millionen Euro allein in den deutschen Markt zu investieren.
Ab 2023 in weiteren europäischen Märkten zu launchen.
Bis 2025 die 1 Millionen-Kunden-Marke zu knacken, wobei 75 Prozent der Neukunden außerhalb des französischen Marktes akquiriert werden sollen.

Qonto will bis 2025 mehr als 2.000 Mitarbeiterinnen beschäftigen mit 50 Prozent der Neueinstellungen außerhalb Frankreichs. Diese werden unter anderem in einem zentralen Customer Support Operations Hub in Barcelona eingesetzt. Um seine internationale Strategie zur Personalgewinnung zu realisieren, wird Qonto ein europäisches „Qonto Campus“-Programm starten, das Mitarbeitenden ermöglicht, flexibel aus allen internationalen Büros zu arbeiten. In Deutschland will Qonto bis 2023 100 neue Mitarbeiterinnen einstellen.

Torben Rabe, Country Manager Deutschland

Qonto will sein Produktangebot durch interne Weiterentwicklung, neue strategische Partnerschaften und potenzielle Akquisitionen weiter ausbauen, um das beste Produkt auf dem Markt zu bieten. In Deutschland wird Qonto beispielsweise in Kürze Instant SEPA einführen.
„Qonto kommt im deutschen Markt gut an: 2021 konnten wir im Vergleich zum Vorjahr ein Kundenwachstum um mehr als 170 Prozent verzeichnen.

Die Series-D-Finanzierungsrunde ist ein wichtiger Meilenstein für Qonto und wird uns ermöglichen, unsere führende Position in Europa weiter auszubauen. Unser Fahrplan steht fest: In den nächsten zwei Jahren werden wir mehr als 100 Millionen Euro in den deutschen Markt investieren. Dabei wollen wir uns darauf konzentrieren, unser Produkt weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse unserer Kundinnen abzustimmen. Dazu brauchen wir viele talentierte neue Mitarbeiterinnen, die wir bis Ende 2023 einstellen wollen“, erklärt Torben Rabe, Country Manager Deutschland Qonto.

„Seit unserer Gründung 2017 verfolgen wir ein und dasselbe Ziel: Eine umfassende Finanzlösung zu schaffen, die Geschäftskund*innen unterstützt und es ihnen so ermöglichen, ihr Tagesgeschäft noch besser zu bewältigen. Diese Series-D-Finanzierungsrunde ist eine großartige Gelegenheit für uns, unser enormes Wachstum voranzutreiben,” sagt Alexandre Prot, Co-Gründer und CEO von Qonto. “Eines ist dabei sicher: Unsere Kapitalerhöhung verdeutlicht die unglaubliche Dynamik des europäischen Tech-Ökosystems. Dabei zählen wir weiterhin auf die Politik, die das Unternehmertum in Europa unterstützt, erfolgreich Innovationen hervorzubringen. Wir sind erst am Anfang unserer Reise, Unternehmen bestmöglich zu unterstützen und sind sehr gespannt, was die Zukunft für uns bereithält. Das Qonto-Team fühlt sich geehrt, dass die renommiertesten internationalen Investoren uns ihr Vertrauen schenken und unsere Mission unterstützen, die führende Finanzlösung für Unternehmen zu sein.“

John Curtius, Partner bei Tiger Global: „Qonto hat die Finanzprozesse für Unternehmen revolutioniert, indem es ein benutzerfreundliches System mit einem einzigartigen All-in-One-Service verbunden hat. Das Unternehmen konnte während der Corona-Pandemie einen erheblichen Zuwachs an Kund*innen in europäischen Märkten verzeichnen. Das zeigt, wie sich die Bedürfnisse von Unternehmen in diesen Zeiten entwickelt haben. Wir haben das immense Wachstum von Qonto seit einiger Zeit verfolgt und freuen uns, das Qonto-Team auf seiner Mission zu begleiten.“

„Bei TCV lieben wir es, visionäre Gründerinnen zu fördern und könnten nicht begeisterter sein mit Alex, Steve und dem ganzen Qonto-Team als Partner zusammenzuarbeiten“, sagt John Doran, General Partner bei TCV. „Wir freuen uns darauf, das Unternehmen dabei zu unterstützen, weiterhin erstklassige Bank- und Finanzlösungen für Millionen von KMU und Freiberuflerinnen anzubieten.“

Weitere Informationen finden Sie hier

Titelbild: Steve Anavi und Alexandre Prot Gründer

Quelle PIABO PR GmbH

Alasco erhält 40 Millionen US-Dollar für Digitalisierung

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alasco

Als neue Investoren steigen der New Yorker Software Investor Insight Partners und die globale Private Equity-Plattform Lightrock ein.

Die Immobilienwirtschaft hat bei den Themen Digitalisierung und Klimaschutz enormen Nachholbedarf. Deshalb hat sich das Münchner Unternehmen Alasco zum Ziel gesetzt, die Branche auf Augenhöhe mit führenden Industrien zu bringen – mit Cloud-basiertem Real-Time-Controlling. Dabei bekommt der Digitalisierungsexperte nun Unterstützung von zwei neuen Investoren, die insgesamt 40 Millionen USD investieren. Einen maßgeblichen Beitrag leistet in dieser Finanzierungsrunde der New Yorker Venture Capital Fonds Insight Partners, einer der weltweit führenden Software- und Technologie-Investoren. Auch die auf nachhaltige Lösungen spezialisierte globale Private Equity-Plattform Lightrock investiert in Alasco.

Für Alasco-Gründer und CEO Sebastian Schuon steht die Skalierung seines Unternehmens nun an erster Stelle:

„Eines unserer Hauptziele mit der Series-B-Finanzierung ist es, unsere Plattform weiterzuentwickeln. Dazu müssen wir wachsen“. Mit dem Investment soll sich die Zahl der Mitarbeitenden von Alasco in 2022 mehr als verdoppeln – von 100 auf 220. Zusätzlich wollen die Gründer Benjamin Günther, Sebastian Schuon und Anselm Bauer das bereitgestellte Kapital nutzen, um die Expansion in neue Märkte voranzutreiben. „Die Ausweitung unserer internationalen Präsenz ist der nächste logische Schritt. Schon heute setzen Kund:innen unsere Lösung für internationale Projekte ein. Die Immobilienwirtschaft ist eine globale Industrie, die dringend digitale Lösungen braucht. Wir wollen hier unseren Beitrag leisten und zeigen, dass die Branche echte Fortschritte machen kann. Dazu starten wir 2022 auf dem britischen Markt. Wir freuen uns deshalb, mit Insight Partners einen erfahrenen globalen Partner an unserer Seite zu haben”, so Schuon weiter.

Alasco plant darüber hinaus seine Real Estate Success Software weiter konsequent auszubauen. Kund:innen sollen in der Lage sein, den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie mit Alasco digital managen zu können – vom Bau, über die Instandhaltung, bis hin zum Verkauf. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Sebastian Schuon: „In Zukunft wird es entscheidend sein, Finanzdaten und Nachhaltigkeitskriterien miteinander zu verknüpfen. Wir wollen unsere Kund:innen dabei unterstützen, bessere Entscheidungen zu den Umweltauswirkungen ihrer Projekte zu treffen. Dazu werden wir die bestehenden Funktionen zur ESG-Dokumentation in den nächsten Jahren um weitere Bausteine erweitern. Mit Lightrock haben wir einen Investor gewinnen können, der das Thema Nachhaltigkeit vorantreibt und uns mit seiner Erfahrung auf diesem Weg begleiten kann.“

CEO Sebastian Schuon

Rachel Geller, Managing Director bei Insight Partners, wird außerdem Mitglied des Boards von Alasco. Sie meint: „Alasco wird von einem fantastischen Gründungsteam geführt. Kund:innen von Alasco schätzen vor allem die digitalen Workflows und die Transparenz, wenn es um die finanzielle Performance und Nachhaltigkeit ihrer Projekte geht. Wir sehen aufgrund des positiven Feedbacks im Markt großes Potenzial für eine europaweite Expansion. Insight Partners freut sich, in Alasco zu investieren und das Unternehmen auf seinem Wachstumskurs zu begleiten.“

Christopher Steinau, Principal bei Lightrock, ergänzt: „Die Immobilienbranche ist einer der größten CO2-Emittenten der Welt, der 39 Prozent der weltweiten jährlichen Treibhausgasemissionen verursacht und rund 30 Prozent der weltweiten Energie verbraucht. Wir glauben, dass Alasco einen Wandel in der Branche herbeiführen und Immobilieneigentümern dabei helfen kann, ESG-bezogene Entscheidungen auf Grundlage solider Daten und Benchmarks zu treffen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Team von Alasco, um das Thema weiter voranzutreiben.“

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle getpress GmbH

EZB-Chefökonom – Inflationsrate mittelfristig nicht über Zielwert

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Berlin, 11. Jan (Reuters) – EZB-Chefvolkswirt Philip Lane dämpft die Sorge vor einer länger anhaltenden hohen Inflation in der Euro-Zone. „Wir sehen kein Verhalten, das darauf hindeutet, dass die Inflation mittelfristig über unserem Ziel bleiben wird“, sagte Lane der italienischen Tageszeitung „Il Sole 24 Ore“ (Dienstagausgabe). „Wir wussten, dass wir Ende 2021 eine Konzentration des Preisdrucks haben würden, insbesondere angesichts des starken Anstiegs der Energiepreise. Aber das Narrativ bleibt unverändert.“

Die Inflation im Euro-Raum ist im Dezember überraschend auf ein erneutes Rekordhoch gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 5,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, angetrieben von teurer Energie. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik 1997. Im November hatte die Teuerungsrate bei 4,9 Prozent gelegen. Sie liegt damit weit mehr als doppelt so hoch wie das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank peilt mittelfristig eine Rate von 2,0 Prozent als optimalen Wert für die Wirtschaft an.

Chefökonom

Lane zufolge geht die EZB davon aus, dass die Inflation im Laufe dieses Jahres nachlassen wird. 2023 und 2024 werde sie sich dann unterhalb der Zielmarke von zwei Prozent stabilisieren. Wegen der starken Teuerung fordern manche Ökonomen zu einer Abkehr von der extrem lockeren Geldpolitik auf.

Der EZB-Rat hatte im Dezember zwar das Ende der Anleihen-Zukäufe über das 1,85 Billionen Euro schwere Pandemie-Notprogramm PEPP ab dem Frühjahr beschlossen. Fällige Tilgungsbeträge sollen jedoch noch bis mindestens Ende 2024 reinvestiert werden. Damit die Finanzmärkte nach dem Auslaufen der PEPP-Zukäufe ab April 2022 nicht auf dem Trockenen sitzen, schafft die EZB zudem eine flexible Brücke über das kleinere Anleihenprogramm namens APP. Dessen Ende, das als eine Voraussetzung für eine Zinswende gilt, ließen die Währungshüter aber bewusst offen. EZB-Chefin Christine Lagarde ließ durchblicken, dass die Nullzinspolitik auch im Jahr 2022 fortgesetzt werden soll. 

EZB-Chefökonom – Inflationsrate mittelfristig nicht über Zielwert

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Österreichs Nachhilfe-Startup GoStudent ist drei Milliarden Euro wert

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gostudent Management

Berlin, 11. Jan (Reuters) – Die Nachhilfeplattform GoStudent aus Österreich hat weitere 300 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt und kommt damit inzwischen auf eine Bewertung von drei Milliarden Euro. Der Technologieinvestor Prosus habe die neue Finanzierungsrunde angeführt, teilte das Wiener Startup am Dienstag mit. Ebenfalls an Bord seien unter anderen die Deutsche Telekom, die japanische SoftBank wie auch Tencent aus China. Das 2016 von Felix Ohswald und Gregor Müller gegründete Startup hatte erst im Juni 205 Millionen Euro erhalten und war damit zum Einhorn aufgestiegen.

Ohswald begründete Reuters gegenüber das Interesse an GoStudent mit den jüngsten Erfolgen in der Corona-Krise: „GoStudent hat im letzten Jahr sein Geschäft knapp verzehnfacht und verbuchte Ende des Jahres 2021 rund 1,5 Millionen Nachhilfeeinheiten pro Monat.“ Zudem sei man erfolgreich nach Südamerika und Kanada expandiert und habe gezeigt, dass „GoStudent das Zeug dazu hat, sich als globaler Player im Bildungsbereich zu etablieren“. Mit dem frischen Geld will GoStudent in weiteren Ländern aktiv werden – mindestens sechs sind im laufenden Jahr geplant, darunter auch die USA. Zudem will das Unternehmen Zukäufe stemmen und den Marktanteil in bestehenden Regionen ausbauen.

gostudent Management
gostudent C Level Management – Alfons Priessner, Felix Ohswald, Laura Warnier, Gregor Müller Foto: Stefanie Möller www.gostudent.org

Aktuell ist GoStudent in 22 Ländern präsent, beschäftigt mehr als 1300 Mitarbeiter und 15.000 Nachhilfekräfte. Über die Plattform können Mitglieder kostenpflichtige Online-Einzelkurse für alle Schulstufen und -fächer buchen. GoStudent ist im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben um das 7.5-Fache gewachsen. Konkrete Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt.

Bezüglich eines möglichen Börsengangs hält sich Ohswald bedeckt. Da gebe es keinen Zeitplan, sagte der Firmenchef: „Das IPO-Marktumfeld ist im ständigen Wandel, daher ist dieser Schritt für uns noch etwas schwer vorauszusagen.“

Österreichs Nachhilfe-Startup GoStudent ist drei Milliarden Euro wert

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Foto: Gostudent.org Copyright: Stefanie Möller

Börsenneuling About You wächst etwas langsamer

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ABOUT YOU Tarek Müller
ABOUT YOU: Portraits Geschaeftsfuehrung © 2017 Johannes Arlt

München, 11. Jan (Reuters) – Beim Online-Modehändler About You hat das Wachstumstempo im dritten Quartal etwas nachgelassen. Der Umsatz lag von September bis November 2021 mit 512,5 Millionen Euro um 48 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie die Otto-Tochter am Dienstag mitteilte. Nach neun Monaten stehen 1,33 Milliarden Euro zu Buche, ein Plus von 55 Prozent. Mitgründer und Co-Vorstandschef Hans Wiese gibt sich zuversichtlich, im Gesamtjahr auf einen Umsatz von 1,75 bis 1,775 Milliarden Euro zu kommen, womit die obere Hälfte der Zielspanne erreicht wäre. Die Lockerung der Corona-Vorschriften habe sich positiv bemerkbar gemacht, weil wieder mehr Kunden Kleidung zum Ausgehen bestellt hätten, erklärte der Börsenneuling.

„Wir haben Investitionen in das internationale Wachstum von About You zu unserer obersten Priorität gemacht, das hat sich auch im dritten Quartal ausgezahlt“, sagte Wiese. Trotz erhöhter Marketingausgaben für den Markteintritt in Italien, Portugal, Griechenland und Frankreich im Herbst soll der bereinigte operative Verlust (Ebitda) im Geschäftsjahr 2021/22 wie geplant bei 70 Millionen Euro liegen. Vorgezogene Ausgaben für IT und Logistik seien darin schon eingerechnet. 50 (bisher 34) Millionen Euro sollen in diesem Geschäftsjahr (per Ende Februar) investiert werden. Nach neun Monaten liegt das Ebitda bei minus 55,9 Millionen Euro. Das Kerngeschäft im deutschsprachigen Raum sei profitabel, betonte About You.

Beim Börsengang im Juni war About You mit vier Milliarden Euro bewertet worden. Gegenüber dem Ausgabepreis hat die Aktie seither aber fast ein Fünftel nachgegeben.

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Foto: ABOUT YOU Portraits Geschäftsführung Tarek Müller Copyright:© 2017 Johannes Arlt

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11. Januar: Der Börsen Vormittag

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Update 19:47 Uhr

11. Jan (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:

19.08 Uhr – Gedämpfte Hoffnungen auf eine rasche Verfügbarkeit eines speziell auf die Omikron-Variante des Coronavirus zugeschnittenen Impfstoffs setzen Vakzin-Herstellern zu. Die Aktien von BioNTech, Moderna und Novavax fallen an der Wall Street um jeweils rund vier Prozent. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge bedarf es weiterer Forschung, bevor ein solches Serum einsatzfähig ist. Pharmafirmen arbeiten bereits an Impfstoffen der zweiten Generation.

15.22 Uhr – Ein Auftrag der US-Regierung zur Lieferung 600.000 weiterer Dosen eines Medikaments zur Behandlung von Coronavirus-Patienten beflügelt Vir Biotechnology. Die Aktien der Pharmafirma steigen im vorbörslichen US-Geschäft um acht Prozent. Die Titel des Entwicklungspartners GlaxoSmithKline gewinnen in London 1,3 Prozent und notieren mit 1663 Pence so hoch wie zuletzt vor eineinhalb Jahren.

12.42 Uhr – Am Rohölmarkt setzen Anleger darauf, dass die Ausbreitung der Corona-Variante Omikron die globale Nachfrageerholung nicht aus der Spur bringt. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um 1,4 Prozent auf 82 Dollar je Barrel. Der Preis für US-Rohöl steigt um 1,5 Prozent auf 79,39 Dollar je Barrel. „Trotz der kontinuierlich steigenden Omikron-Fälle sind die europäischen Regierungen der Ansicht, dass es jetzt an der Zeit ist, die Beschränkungen zu lockern, was die Hoffnung auf eine Erholung der Ölnachfrage weckt“, sagte Tamas Varga vom Ölmakler PVM.

11.25 Uhr – Die angekündigte elf Milliarden Dollar schwere Übernahme des Handyspiele-Anbieters Zynga durch Take-Two sorgt für Rückenwind in der Branche. Analysten wiesen auf ein mögliches Bietergefecht um den „Farmville“-Anbieter sowie mögliche andere Zusammenschlüsse hin. Technologie-Investor Prosus legt an der Börse in Amsterdam rund fünf Prozent zu. In Paris ziehen die Computerspiele-Anbieter Focus Home Interactive und Ubisoft um zwei bis der drei Prozent an. Den Analysten von Jefferies zufolge wäre es nicht überraschend, wenn sich aus der 45-tägigen Angebotsfrist ein Bieterkampf ergeben würde.

09.58 Uhr – Die Aktien von Darktrace schießen an der Börse in London um bis zu 25 Prozent nach oben. Damit nimmt der Titel Kurs auf den höchsten Tagesgewinn seit seinem Börsengang im April. Der Spezialist für Cyber-Sicherheit punktet bei den Anlegern mit einer nach oben gesetzten Prognose für den Umsatz sowie die Gewinnmarge.

08.05 Uhr – Anleger greifen bei Aktien von Eckert&Ziegler zu. Die Titel steigen im Frankfurter Frühhandel um 4,7 Prozent. Die Medizintechnikfirma hat am Vorabend mitgeteilt, mit der US-Firma Atom Mines einen exklusiven langfristigen Liefervertrag für Ytterbium-176 geschlossen zu haben. Damit werde ein Engpass bei dem wichtigen Vorprodukt für bestimmte Krebstherapien gelöst.

07.50 Uhr – Der Teilausstieg des Finanzinvestors Cerberus belastet die deutschen Großbanken. Aktien der Deutschen Bank geben vorbörslich bei Lang & Schwarz 1,4 Prozent nach, die Titel der Commerzbank büßen 2,5 Prozent ein. Cerberus platzierte am Montagabend binnen weniger Stunden Teile seiner 2017 erworbenen Aktienpakete an den beiden Instituten.

07.41 Uhr – Delivery Hero-Aktien steigen vorbörslich bei Lang & Schwarz um 4,3 Prozent und setzen sich damit an die Spitze der Dax-Gewinner. Der Konzern hat angekündigt, das Essensliefergeschäft solle voraussichtlich im zweiten Halbjahr die Gewinnschwelle erreichen.

11. Januar: Der Börsen Vormittag

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

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Marktentwicklungen 11. Januar 2022

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Update: 12:36 Uhr

11. Jan (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

APTIV – Bangalore: Der irische Automobilzulieferer will die amerikanische Softwarefirma Wind River von der Beteiligungsfirma TPG Capital kaufen. Der Kaufpreis belaufe sich auf 4,3 Milliarden Dollar und solle in bar beglichen werden, teilte Aptiv mit. Wind River stellt Software für Unternehmen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt und Verteidigung, Telekommunikation, Industrie und Automobilbau her. Der Umsatz der kalifornischen Firma lag 2021 bei 400 Millionen Dollar.

TESLA – Peking: Der US-Elektroautobauer hat zum Jahresschluss in China einen Verkaufsrekord aufgestellt. Im Dezember verkaufte Tesla 70.847 in China hergestellte Fahrzeuge, die höchste monatliche Rate seit Start der Produktion in Shanghai im Jahr 2019, wie der Chinesische Verband für Personenkraftwagen (CPCA) mitteilte. Damit langen die Verkäufe im Dezember, einschließlich 245 für den Export bestimmte Fahrzeuge, fast dreimal so hoch wie im Vorjahresmonat und 34 Prozent höher als im November. Der US-Konzern hat nach Reuters Berechnungen damit im vergangenen Jahr 473.078 in China produzierte Fahrzeuge abgesetzt. Insgesamt seien im vergangenen Jahr in China 2,14 Millionen Autos verkauft worden, 7,7 Prozent weniger als noch 2020.

MAN – München: Der Lkw- und Bus-Hersteller hat im vergangenen Jahr wieder mehr Fahrzeuge verkauft. Der Absatz stieg auf knapp 94.000 Stück von 82.000 im ersten Corona-Jahr, wie die Traton-Tochter mitteilte. Vor Ausbruch der Krise waren es noch 105.000 Fahrzeuge. Aufwärts ging es insbesondere bei Lkws und Lieferwagen. Das Geschäft mit Bussen leidet dagegen weiterhin unter der Corona-Pandemie, der Absatz sank hier um 13 Prozent.

NOKIA – Helsinki: Der finnische Netzwerkausrüster hat seine eigene Prognose im vergangenen Jahr dank erfolgreicher Wagniskapital-Investitionen übertroffen. Die operative Marge habe bei 12,4 bis 12,6 Prozent gelegen, teilte Nokia mit. Es waren 10 bis 12 Prozent in Aussicht gestellt worden. Die Aktie kletterte zum Handelsstart mehr als drei Prozent. Nokia setzte 2021 rund 22,2 Milliarden Euro um, was im Rahmen der Erwartungen ist. Der Ericsson-Konkurrent will am 3. Februar seine Gesamtjahreszahlen veröffentlichen. Konzern-Chef Pekka Lundmark hat Nokias Geschäfte gestrafft, dem Unternehmen eine neue Organisationsstruktur verpasst und den Abbau von bis zu 10.000 der rund 90.000 Stellen auf den Weg gebracht.

SHOP APOTHEKE – Düsseldorf: Die Online-Apotheke hat dank eines 21-prozentigen Wachstumssprungs im vierten Quartal ihre Jahresziele fast erreicht. Nach ersten Berechnungen stiegen die Erlöse 2021 um 9,5 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro, wie Shop Apotheke mitteilte. Prognostiziert war ein Plus von zehn Prozent. Allerdings hatten Kapazitätsengpässe im Zeitraum Mai bis Mitte September die Versand-Apotheke ausgebremst und im dritten Quartal zu einen Umsatzrückgang um 0,3 Prozent geführt.

VW – Der Wolfsburger Autokonzern hat im vergangenen Jahr einen Absatzeinbruch in China hinnehmen müssen. Insgesamt seien 2021 in der Region „Greater China“ 3,3 Millionen Fahrzeuge abgesetzt worden, ein Rückgang zum Jahr davor von 14 Prozent, wie der für China bei Volkswagen zuständige Manager mitteilte. Für das laufende Jahr rechnet Volkswagen in der Region mit einem Absatz-Zuwachs von rund 15 Prozent.

DAX 110122 Vorbericht

SIKA – Zürich: Der Schweizer Bauchemiekonzern ist 2021 kräftig gewachsen. Der Umsatz kletterte um 17,3 Prozent auf den Rekordwert von 9,24 Milliarden Franken, wie das Unternehmen mitteilte. Sika sei in allen Regionen stärker als der Markt gewachsen. Die größten Zuwächse verbuchte der Konzern in der Region Amerika. In den USA habe die Gesellschaft von Instandsetzungs- und Neubauprojekte bei Distributions- und Rechenzentren profitiert. Auch in Mexiko, Kolumbien, Brasilien, Peru und Chile hätten die Geschäfte floriert. Konzernweit erwartet Sika für 2021 eine operative (Ebit) Marge von 15 Prozent. Das Management bestätigte zudem die Ziele bis 2023 und geht weiter davon aus, die Übernahme des früheren Bauchemiegeschäft von BASF in der zweiten Hälfte 2022 abschließen zu können.

HOLCIM – Zürich: Der Schweizer Zementkonzern stemmt einen weiteren Zukauf. Holcim übernimmt die französische PRB Group mit einem Umsatz von rund 340 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. PRB produziere Beschichtungen, Dämmstoffe, Klebstoffe sowie Bodenbeläge und decke mit rund 700 Mitarbeitern den gesamten französischen Markt ab. Der Kaufpreis wurde nicht offengelegt. Die Transaktion, die der behördlichen Genehmigung und der Anhörung des Betriebsrats in Frankreich unterliege, dürfte im zweiten Quartal 2022 abgeschlossen werden. Holcim sei gut in das neue Jahr gestartet.

TURO – Bangalore: Der von Daimler unterstützte US-Car-Sharing-Anbieter hat seinen Antrag auf einen Börsengang in den Vereinigten Staaten eingereicht und damit erstmals seine Finanzen offengelegt. Das Unternehmen meldete in den neun Monaten bis September vergangenen Jahres einen Nettoumsatz von 330,5 Millionen Dollar, gegenüber 107,8 Millionen Dollar im Vorjahr. Das entspricht einem Umsatzsprung von 207 Prozent. Die Plattform ermöglicht es Autobesitzern in 5500 Städten in den USA, Kanada und Großbritannien, ihre Fahrzeuge zu vermieten. Das Angebot umfasst über 450.000 Fahrzeuge, von Pick-ups und Minivans bis hin zu Luxusfahrzeugen wie Lamborghini, Rolls-Royce und Porsche. 

Marktentwicklungen 11. Januar 2022

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Dax nach schwachem Wochenstart wieder höher erwartet

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Frankfurt, 11. Jan (Reuters) – Der Dax wird am Dienstag Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Zins- und Inflationssorgen hatten den deutschen Börsenleitindex zum Wochenstart um 1,1 Prozent auf 15.768 Punkte gedrückt. „Eines steht fest, das Thema Inflation bleibt derzeit ganz oben auf der Risikoliste der Anleger“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst des Handelshaus CMC Markets. Hinweise zum Zeitrahmen für die geplante Zinswende in den USA erhoffen sich Investoren von der Befragung von US-Notenbankchef Jerome Powell, der im Tagesverlauf vom Bankenausschuss des Senats zu seiner Nominierung für eine zweite Amtszeit an der Spitze der Federal Reserve angehört wird. Immer mehr Anleger erwarten bereits für März eine erste Zinserhöhung. Angesichts der steigenden Inflation wächst der Druck auf die Währungshüter, die geldpolitischen Zügel schneller anzuziehen.

Schlusskurse europäischer Indizes Stand
am vorangegangenen Handelstag
Dax 15.768,27
Dax-Future 15.871,00
EuroStoxx50 4.239,52
EuroStoxx50-Future 4.261,00

Schlusskurse der US-Indizes am Stand Veränderung
vorangegangenen Handelstag
Dow Jones 36.068,87 -0,5 Prozent
Nasdaq 14.942,83 +0,1 Prozent
S&P 500 4.670,29 -0,1 Prozent

Asiatische Indizes am Dienstag Stand Veränderung

Nikkei 28.214,66 -0,9 Prozent
Shanghai 3.573,01 -0,6 Prozent
Hang Seng 23.774,46 +0,1 Prozent

Dax nach schwachem Wochenstart wieder höher erwartet

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Airbus fliegt bei Auslieferungen Erzrivalen Boeing davon

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Update: 19:59

Paris/Berlin, 10. Jan (Reuters) – Airbus hat das dritte Jahr in Folge seine Position als weltgrößter Flugzeugbauer verteidigt. Der europäische Konzern lieferte 2021 deutlich mehr Verkehrsflugzeuge aus als der Erzrivale Boeing. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 611 Flugzeuge an 88 Kunden übergeben, wie das Unternehmen am Montag nach Börsenschluss mitteilte. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Airbus habe damit sein selbstgestecktes Ziel erreicht. „Auch wenn noch Unsicherheiten bestehen, sind wir auf dem richtigen Weg, die Produktion im Laufe des Jahres 2022 zu steigern, um die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen“, sagte Airbus-Chef Guillaume Faury.

Zugleich sammelte der Konzern 771 Aufträge ein, doppelt so viele wie vor Jahresfrist. Stornierungen herausgerechnet, lag der Auftragseingang bei 507 Maschinen, im Orderbuch stehen damit insgesamt 7082 Flugzeuge. Insbesondere zu Jahresende habe sich eine deutliche Erholung gezeigt, sagte Faury. Die Aufträge zeigten, dass die Nachfrage real ist. Faury ließ offen, wie viele Flugzeuge im laufenden Jahr ausgeliefert werden sollen. Sein Unternehmen strebe an, alle Maschinen an Kunden zu übergeben, die es produziere.

Gefragt bei Kunden sind derzeit vor allem Kurzstreckenflugzeuge: So bestellte die US-Leasinggesellschaft Azorra 22 Maschinen aus der A220-Familie. Die Flugzeuge bieten Platz für 100 bis 150 Passagiere. Eine längere Version der A220 wäre ein logischer nächster Schritt, sagte der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Christian Scherer; kurzfristig stehe das Thema aber nicht auf der Agenda.

Airbus strebt an, die Produktion des Kassenschlagers A320 bis Sommer 2023 auf monatlich 65 Maschinen zu steigern, nachdem es zum Höhepunkt der Pandemie gerade einmal 40 Maschinen pro Monat waren. Umstritten zwischen Airbus und seinen Geschäftspartnern ist, wie es danach weitergeht: Zulieferer und Kunden bremsen Airbus vor allem bei dem Plan, die Produktion anschließend auf 70 oder 75 Maschinen pro Monat hochzufahren. Triebwerksbauer haben Bedenken, damit Schritt halten zu können, Leasinggesellschaften warnen vor einem Überangebot, das die Preise kaputtmachen könnte. Faury kündigte an, eine Entscheidung zu einem weiteren Hochfahren der Produktion Mitte des Jahres zu treffen.

Mit den Auslieferungen verfügt Airbus über einen satten Vorsprung vor Boeing: Der US-Hersteller hatte in den ersten elf Monaten gerade einmal 302 Flugzeuge an die Kunden übergeben. 

Airbus fliegt bei Auslieferungen Erzrivalen Boeing davon

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