Sydney/Seoul, 14. Jan (Reuters) – Der südkoreanische Batteriehersteller LG Energy Solution (LGES) nimmt bei seinem Börsengang umgerechnet 9,4 Milliarden Euro ein. Die Nachfrage sei so hoch gewesen wie noch nie zuvor bei einer Neuemission in Südkorea, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Aktien werden zu einem Preis von jeweils 300.000 Won und damit am oberen Ende der Spanne ausgegeben, der erste Handelstag ist für den 27. Januar angesetzt. Es handelt sich um den größten Börsengang in Südkorea seit dem IPO von Samsung Life Insurance im Jahr 2010.
Der Marktwert von LGES liegt auf Basis des Ausgabepreises bei 70,2 Billionen Won (umgerechnet knapp 52 Milliarden Euro) – der Volkswagen-Partner ist damit die Nummer drei an der Börse in Seoul nach Samsung Electronics und dem Halbleiterhersteller SK Hynix. Die Emission war um mehr als das Doppelte überzeichnet, so hoch war die Nachfrage noch nie bei einem Börsengang in Südkorea. Insgesamt sollen 34 Millionen neue Aktien ausgegeben werden, die Mutter LG Chem will zusätzlich 8,5 Millionen ihrer LGES-Aktien auf den Markt bringen. Nach dem Börsengang bleibt LG Chem aber weiterhin mit 81,8 Prozent an LGES beteiligt.
Die weltweite Nachfrage nach Elektroautos wächst derzeit rapide; Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der neuen Stromer bis 2030 mehr als verzwölffacht. Bis dann soll nach Einschätzung der Beratungsfirma Deloitte fast jedes dritte neue Auto über einen Elektroantrieb verfügen.
Börsengang von Batteriebauer LG Energy Solution bringt 9,4 Mrd Euro
Brest, 14. Jan (Reuters) – Unter dem Eindruck der Ukraine-Krise wird Bundesaußenministerin Annalena Baerbock Anfang kommender Woche nach Russland reisen. Dies kündigte die Grünen-Politikerin am Rande von Beratungen der EU-Außenminister in Brest am Freitag an. Bei ihren Gesprächen am Dienstag in Moskau wird es schwerpunktmäßig um die Ukraine-Krise gehen. Baerbock dämpfte allerdings die Erwartungen, dass es in den angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen schon bald eine Annäherung geben könnte.
Es habe etwa im Nato-Russland-Rat zwei Jahre lang keine Gespräche gegeben, sagte Baerbock. Daher könne niemand eine Lösung innerhalb von Stunden erwarten. Hartnäckigkeit, Geduld und starke Nerven seien in der Diplomatie gefragt. Daher sei es auch so wichtig, die unterschiedlichsten Kanäle zu nutzen. Gespräche auf Spitzenebene zwischen Russland einerseits und USA und Nato andererseits in dieser Woche haben keine Fortschritte gebracht.
Russland hat an der Grenze zur Ukraine rund 100.000 Soldaten zusammengezogen. Der Westen befürchtet eine Invasion, was die Regierung in Moskau zurückweist. Stattdessen gehe es Russland um Sicherheitsgarantien. So fordert die Regierung in Moskau unter anderem eine Zusage der Nato, dass die Ukraine nicht in das transatlantische Militärbündnis aufgenommen wird. Dies lehnt die Allianz kategorisch ab. Stattdessen fordert der Westen einen sofortigen Abzug der russischen Truppen vom Grenzgebiet.
Frankfurt, 14. Jan (Reuters) – Die Deutsche-Bank-Tochter DWS profitiert vom Börsenboom. Über den Erwartungen liegende Gebühreneinnahmen führten zu einem Ergebnisschub, wie die Fondsgesellschaft mitteilte.
Auf Basis vorläufiger und untestierter Zahlen habe der bereinigte Vorsteuergewinn im vierten Quartal 2021 auf 378 Millionen Euro von 212 Millionen Euro vor Jahresfrist zugenommen. Die Zahlen würden die veröffentlichten Analysten-Schätzungen deutlich übertreffen.
Die Börse reagierte prompt: Die DWS-Aktie gewann am Freitag im frühen Handel 2,5 Prozent auf 38,90 Euro.
Den Aktionären stellte die DWS vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats eine Dividende von zwei Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2021 in Aussicht.
Für 2020 waren 1,81 Euro gezahlt worden. Hinter dem Ergebnisanstieg stünden höher als erwartet ausgefallene Einnahmen aus Performance- und Transaktionsgebühren von 126 Millionen Euro sowie Managementgebühren. DWS habe im vierten Quartal Erträge von 798 Millionen Euro erzielt.
Die Fondsgesellschaft will ihr gesamtes Zahlenwerk für das vierte Quartal und Gesamtjahr 2021 am 27. Januar veröffentlichen.
Die Ergebniszahlen deuten an, dass die Diskussion um „grüne“ Investments die Geschäfte der Fondsgesellschaft nicht geschmälert haben. Die DWS war im vergangenen Jahr beim Thema nachhaltige Investments in die Schlagzeilen geraten.
Hintergrund waren Vorwürfe einer ehemaligen Leiterin des Unternehmensbereichs Nachhaltigkeit, Desiree Fixler, der Vermögensverwalter sei zu lax mit Kriterien bei solchen Investments umgegangen. Früheren Angaben von Insidern zufolge schaltete sich die US-Börsenaufsicht ein und auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin.
Die DWS hatte die Anschuldigungen ihrer ehemaligen Mitarbeiterin entschieden zurückgewiesen.
Ergebnisschub bei Deutscher-Bank-Fondstochter DWS – Aktie im Aufwind
Ein Kommentar von Marcus Weyerer, Senior ETF Investment Strategist bei Franklin Templeton Investments.
„Chinesische Aktien haben ein schwieriges Jahr hinter sich. Dabei fing erst alles gut an. Zu Beginn des Jahres 2021 war die Stimmung bei Chinas wichtigsten Handelspartnern dank einer unerwartet schnellen wirtschaftlichen Erholung im Inland und der Vorfreude auf die Einführung des Covid-Impfstoffs von Optimismus geprägt. Bis Mitte Februar stiegen die chinesischen Aktien um etwa 20 % und übertrafen damit die globalen Märkte in weniger als zwei Monaten um 14 %. Im November kehrte sich die Situation um. Der chinesische Index liegt jetzt 11 % im Minus, während die globalen Aktien um fast ein Fünftel gestiegen sind.
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die zur Underperformance chinesischer Aktien beigetragen haben. Die meisten dieser Faktoren sind auf die weitreichenden regulatorischen Maßnahmen zurückzuführen, die sich derzeit auf die chinesische Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt auswirken und darauf abzielen, die nationale Sicherheit zu verbessern, Ungleichheit zu verringern und eine nachhaltige Zukunft zu fördern. Wir sind der Ansicht, dass regulatorische Zyklen ein fester Bestandteil von Investitionen in Schwellenländern im Allgemeinen und in China im Besonderen sind. Die Reformen und Sanktionen dienen durchaus einem Ziel, das sich langfristig positiv auf die Finanzmärkte auswirken kann.
Volatilitätsspitzen haben sich in der Vergangenheit als nachhaltige Gelegenheiten für Käufe erwiesen
Der Preis dafür ist die kurzfristige Volatilität, wie wir sie den größten Teil des Jahres erlebt haben. Zwar gibt es keine Anzeichen dafür, dass der aktuelle Zyklus zu Ende ist, doch haben sich die Märkte seit dem Spätsommer etwas stabilisiert. Die Anleger wurden durch die gezielten staatlichen Interventionen in bestimmten Sektoren und die daraus resultierenden spezifischen Risiken aufgeschreckt. Wer jedoch eine positive langfristige Sicht auf das Land hat und Schwankungen in Kauf nehmen kann, könnte auf breit gestreute Lösungen setzen. Während in einigen Sektoren und Unternehmen das Geschäftsmodell vor den Augen der Anleger weggebrochen ist (z. B. AST – Nachhilfeunterricht), könnten andere Branchen von der allgemeinen negativen Stimmung erfasst worden sein und einen interessanten Anlagehorizont bieten.
Bis zu einem gewissen Grad spiegelt der Kursabschlag das derzeit erhöhte Risiko wider, insbesondere im Technologiesektor, der in China unter Beschuss steht. Allerdings reflektiert er möglicherweise nicht die längerfristigen Wachstumsaussichten in angemessener Weise. In der Vergangenheit haben sich Volatilitätsspitzen in China oft als langfristige Gelegenheiten zum Kauf erwiesen. Auch wenn die jüngsten BIP-Wachstumszahlen enttäuscht haben, ist China nach wie vor auf dem besten Weg, innerhalb eines Jahrzehnts die größte Volkswirtschaft der Welt zu werden. Der säkulare Wandel von einer exportorientierten Nation zu einer konsumorientierten Wirtschaft ist weiterhin ungebrochen. Es wird erwartet, dass China bis 2022 eine Mittelschicht mit mehr als 550 Millionen Menschen haben wird – das ist mehr als die gesamte Bevölkerung der EU und des Vereinigten Königreichs zusammen.
Fotoquelle: Franklin Templeton / Foto: Marcus Weyerer, FT
Neben der Größe spielt auch die Qualität eine immer wichtigere Rolle. Da die Armutsquote sinkt, steigt die Nachfrage der chinesischen Verbraucher nach höherwertigen, teureren Produkten stetig an. Viele dieser Produkte werden inzwischen von chinesischen Unternehmen entwickelt, entworfen und hergestellt. Dies wiederum erfordert besser ausgebildete Arbeitskräfte, die auch besser bezahlt werden.
Anlagestrategie für 2022
Angesichts des wirtschaftlichen und politischen Einflusses, den China auf der Weltbühne ausübt, ist das Land in den Portfolios vieler Aktienanleger bedauerlicherweise unterrepräsentiert. Die verstärkte Aufnahme von A-Aktien (Festlandchina) in wichtige Indizes seit 2019 hat die Situation verbessert. Dennoch verharrt das China-Engagement in globalen Benchmarks im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich. Auch wenn es Fragen zum Zugang und zur Risikobereitschaft gibt, die Gründe für diese Unterrepräsentation sind, sollten langfristige Anleger Rückschläge als Gelegenheit zum Ausbau ihrer Positionen betrachten. Bedenken Sie dies: Das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu BIP beträgt in den USA etwa das 1,9-fache. Das Verhältnis in China liegt bei 0,8x (CEIC Data, 2020).
Eine typische Strategie für Schwellenländer ist möglicherweise nicht die geeignetste Lösung, um das Engagement in chinesischen Aktien im Gesamtportfolio zu erhöhen; obwohl China fast 40 % des FTSE Emerging Index ausmacht, würde ein Anleger immer noch 60 Cent pro Dollar in Länder investieren, die in einigen Fällen ein völlig anderes Risiko-Rendite-Profil aufweisen. Die einfachste und kosteneffizienteste Möglichkeit, das bestehende Engagement in diesem für die meisten Anleger relativ kleinen Land zu erhöhen, könnte ein spezieller ETF für China sein. Um die Gesamtheit des Landes bestmöglich zu erfassen und wirklich diversifiziert zu sein, sollte er eine breite Palette von Aktienklassen sowie große und mittelgroße Unternehmen aus verschiedenen Sektoren umfassen.“
China – der verkannte Riese
Ein Kommentar von Marcus Weyerer, Senior ETF Investment Strategist bei Franklin Templeton Investments.
Fotoquelle: Franklin Templeton / Foto: Marcus Weyerer, FT
Berlin, 14. Jan (Reuters) – Bundesfinanzminister Christian Lindner will in den nächsten Jahren aus dem Corona-Krisenmodus rauskommen. Trotz des Nachtragshaushalts für 2021 werde der mögliche Schuldenrahmen nicht voll ausgeschöpft, sondern um 24,8 Milliarden Euro unterschritten, sagte der FDP-Vorsitzende am Freitag im Bundestag. Die geplante Neuverschuldung für 2021 lag bislang bei 240 Milliarden Euro – so viel wie nie zuvor. „Wir tun also das, was nötig ist, aber es wird nicht ausgereizt, was möglich wäre.“ Der Staat müsse sich wieder Spielräume schaffen, um auch in der nächsten Krise handlungsfähig zu sein.
Lindner bekräftigte, die in der Pandemie ausgesetzte Schuldenbremse ab 2023 wieder einhalten zu wollen. In den Jahren danach solle die Schuldenquote reduziert werden. Die Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP sei zudem offen für Entlastungen von Bürgern und Unternehmen. „Es wird keine Steuererhöhungen geben.“
Lindner will raus aus Krisenmodus – 2021 weniger Schulden als zuletzt geplant
Frankfurt, 14. Jan (Reuters) – Der Dax ist zum Wochenschluss schwächer in den Handel gestartet. Der deutsche Leitindex verlor in den ersten Minuten 0,7 Prozent auf 15.925 Zähler. Mit Spannung erwarteten die Anleger den Start der US-Berichtssaison.
Die Großbanken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo läuten traditionell den Reigen der US-Bilanzen ein.
Dank Zuwächsen im Kreditgeschäft und anziehenden Staatsanleihe-Renditen dürften die Finanzinstitute nach Einschätzung von Analysten einen Jahresschlussspurt hingelegt haben.
Im Blick behielten die Investoren auch die Konjunkturdaten aus den USA, darunter die Einzelhandelsumsätze. Experten rechneten für Dezember mit Ausgaben auf dem Niveau des Vormonats. Im November waren sie noch um 0,3 Prozent gestiegen.
Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.
Zu den größten Dax-Gewinnern zählten zur Eröffnung die Aktien von SAP mit einem Plus von 2,1 Prozent. Der Softwareriese ist angesichts des kräftigen Wachstums in der Cloud zuversichtlich für das neue Geschäftsjahr.
Im MDax griffen Anleger bei Wacker Chemie zu. Der Münchner Spezialchemiekonzern hat den operativen Gewinn im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und die Erwartungen damit deutlich übertroffen. Die Aktien legten 3,6 Prozent zu.
Dax geht vor Start der US-Bilanzsaison auf Tauchstation
Berlin, 14. Jan (Reuters) – Das Rezessionsrisiko für die deutsche Wirtschaft ist zu Jahresbeginn gesunken. Das signalisiert der Konjunkturindikator des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), der Reuters am Freitag vorab vorlag.
Das auf aktuell verfügbaren Wirtschaftsdaten basierende Frühwarnsystem des Instituts weist für Januar bis Ende März eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 38,6 Prozent aus – nach 45,2 Prozent im Dezember. Sie liegt nun deutlicher unter der 50-Prozent-Schwelle, was laut IMK eine Fortsetzung des moderaten Aufschwungs signalisiert.
Doch bleibe die rasche Ausbreitung der hoch ansteckenden Corona-Virusmutante Omikron ein schwer zu kalkulierendes Risiko: „Unser Frühwarnsystem verarbeitet die aktuell verfügbaren Daten auf der Monatsfrequenz, doch mit der Rasanz der aktuellen Infektionsentwicklung kann das kaum Schritt halten“, so IMK-Experte Thomas Theobald.
Trotz hoher Unsicherheit wecke die aktuelle Datenlage doch die Hoffnung, dass die Wirtschaft über das Winterhalbjahr von einer Rezession verschont bleibe.
Zwar dürften Gastronomie, Freizeitwirtschaft und sonstige personennahe Dienstleistungen wieder Umsatzeinbußen zu verzeichnen haben. „Der Anteil an der gesamten Wertschöpfung ist aber deutlich geringer als beim Produzierenden Gewerbe. Und das ist bislang mit deutlich weniger gravierenden Störungen der internationalen Lieferketten konfrontiert als bei vergangenen Infektionswellen“, so der IMK-Ökonom.
Rezessionsgefahr in Deutschland sinkt – Omikron bleibt Risiko
Frankfurt, 14. Jan (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
13.33 Uhr – Ein schwächelndes Handelsgeschäft überschattet den höher als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinn von JPMorgan. Die Aktien der Großbank fallen im vorbörslichen US-Geschäft um drei Prozent. Die Titel des Konkurrenten Wells Fargo steigen dagegen dank eines 86-prozentigen Gewinnsprungs um 2,6 Prozent auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 57,40 Dollar.
13.09 Uhr – Anleger nutzen die Veröffentlichung von Geschäftszahlen einiger US-Banken zu Gewinnmitnahmen bei europäischen Instituten. Der heimische Branchenindex, der am Vormittag zeitweise ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 160,17 Punkten erreicht hatte, dreht ins Minus und verliert 0,4 Prozent. Bei JPMorgan schrumpfte zwar der Gewinn, allerdings nicht so stark wie befürchtet. Rivale Wells Fargo verbuchte dank Spartenverkäufen einen Gewinnsprung von 86 Prozent.
12.53 Uhr – Die Furcht vor Versorgungsengpässen und der zuletzt schwächere Dollar treiben die Ölpreise weiter in die Höhe. Das Nordseeöl Brent verteuert sich um bis zu 1,5 Prozent auf 85,75 Dollar je Fass und kostet damit so viel wie seit Ende Oktober nicht mehr. Der Preis für das US-Öl WTI steigt ebenfalls um 1,5 Prozent auf 83,35 Dollar je Barrel und markiert den höchsten Stand seit Mitte November. Der durch das Aufkommen der Omikron-Variante ausgelöste Preisrückgang sei vollständig aufgeholt, konstatieren die Analysten der Commerzbank. „Denn der Einfluss von Omikron auf die Ölnachfrage war bislang deutlich milder als zunächst befürchtet.“
12.48 Uhr – Wegen anhaltender Spannungen mit dem Westen in der Krise um den Nachbarn Ukraine ziehen sich Anleger aus russischen Anleihen zurück. Dies treibt die Rendite der zehnjährigen Titel auf 9,37 Prozent, den höchsten Stand seit fast sechs Jahren. Der Moskauer Aktienindex MOEX rutscht um drei Prozent ab.
11.47 Uhr – Anleger nutzen die Vorlage der Quartalsergebnisse von Moeller-Maersk für Gewinnmitnahmen. Die Aktien der weltgrößten Container-Reederei fallen in Kopenhagen um knapp vier Prozent, obwohl das operative Ergebnis die Markterwartungen übertraf. In den vergangenen Tagen hatten die Titel mehr als sechs Prozent zugelegt.
11.37 Uhr – Erleichtert reagieren Anleger auf die Entscheidung zur Begrenzung der Glücksspiel-Lizenzen im chinesischen Macau. Die Aktien der Kasinobetreiber MGM, Wynn und Melco steigen im vorbörslichen US-Geschäft um bis zu fünf Prozent. Die China-Ableger der drei Firmen gewinnen in Hongkong ähnlich stark. Die Lokalregierung des weltgrößten Spieler-Paradieses Macau will wie bisher nur sechs Glücksspiel-Lizenzen mit einer Laufzeit von zehn Jahren vergeben. Die Zulassungen von Wynn Macau, MGM China und Melco Internationals laufen 2022 aus.
11.11 Uhr – Wegen anhaltender Spannungen mit dem Nachbarn Russland werfen Anleger Staatsanleihen der Ukraine aus ihren Depots. Dies treibt die Rendite der bis 2025 und 2026 auf jeweils mehr als elf Prozent, den höchsten Stand seit dem Börsen-Crash vom März 2020. Zugleich wächst die Angst vor einem Zahlungsausfall. Die Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Pakets ukrainischer Anleihen gegen Zahlungsausfall verteuerte sich um 19.000 auf 798.000 Dollar, teilt der Datenanbieter Markit mit. Auch dies ist der höchste Stand seit knapp zwei Jahren.
10.06 Uhr – Der Teil-Ausstieg des Großaktionärs SSA Investments macht B&M zum Schlusslicht im Londoner FTSE. Die Aktien des Discounters fallen um 4,5 Prozent auf 569,6 Pence. Die Bank Goldman Sachs verkaufte den Angaben zufolge im Auftrag von SSA 40 Millionen B&M-Papiere zu je 585 Pence. Das entspricht etwa vier Prozent des Grundkapitals. SSA hält künftig noch rund sieben Prozent an B&M.
09.44 Uhr – HelloFresh halten mit einem Abschlag von 4,2 Prozent auf 55,66 Euro die rote Laterne im Dax. Das ist der tiefste Stand seit gut zehn Monaten. Die Analysten von JP Morgan haben das Kursziel auf 68 (78) Euro gesenkt.
09.44 Uhr – Optimistische Aussagen zum Geschäftsverlauf beflügeln Cineworld. Die Aktien der Kinokette steigen in London um gut fünf Prozent. Dank des Erfolgs von „Spider-Man: No Way Home“ erreichten die Umsätze den Angaben zufolge im Dezember 90 Prozent des Niveaus vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. „Das demonstriert, dass der Wunsch, Kinos zu besuchen, weiter da ist“, kommentierte Analyst Alastair Reid vom Vermögensverwalter Investec. „Wir erwarten weitere Beweise hierfür in den kommenden Monaten.“
09.30 Uhr – Ein Rekord-Auftragseingang 2021 ermuntert Anleger zum Einstieg bei Webuild. Die Aktien des größten italienischen Baukonzerns steigen in Mailand um 5,4 Prozent und steuern auf den größten Tagesgewinn seit einem knappen halben Jahr zu. Das Unternehmen zog den Angaben zufolge Bestellungen im Volumen von 10,8 Milliarden Euro an Land.
08.35 Uhr – Mit einer Mitteilung auf Twitter beflügelt Elon Musk den Kurs von Dogecoin erneut. Die als Parodie gestartete Kryptowährung steigt an der Börse Kraken um bis zu 25 Prozent auf 0,215 Dollar. Der Tesla-Chef hat per Tweet verkündet, dass Fanartikel des Elektrobauers ab sofort mit Dogecoin bezahlt werden können.
14. Jan (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:
BLACKROCK – Der weltgrößte Vermögensverwalter hat gestützt auf mehr Gebühreneinnahmen den Gewinn im vierten Quartal gesteigert. Der bereinigte Gewinn legte um 2,5 Prozent zu auf 1,61 Milliarden Dollar, wie der US-Konzern mitteilte. Der Umsatz legte um knapp 14 Prozent zu auf 5,1 Milliarden Dollar. Ein großer Teil davon ging auf das Konto von Beratungs- und Verwaltungsgebühren. Das verwaltete Vermögen (assets under management) erreichte mit 10,01 Billionen Dollar zum 31. Dezember einen Rekord. Am Ende des Vorjahres hatte es noch bei 8,68 Billionen gelegen.
MAERSK – Kopenhagen: Der dänische Reedereikonzern hat dank explodierender Frachtraten bei Containerschiffen die Umsatz- und Gewinnprognosen übertroffen. Für das vierte Quartal wies Maersk einen operativen Gewinn (Ebitda) von acht Milliarden Dollar aus und lag damit sowohl über den eigenen Prognosen als auch über den Schätzungen der Analysten. Ein Mengenrückgang von vier Prozent im Containergeschäft wurde von 80 Prozent höheren Frachtraten mehr als wettgemacht. Maersk sprach von einer außergewöhnlichen Situation mit globalen Unterbrechungen der Lieferketten, die die Transportpreise hätten steigen lassen. Auch der Umsatz lag im Quartal mit 18,5 Milliarden Dollar über den Schätzungen.
NAGARRO – Berlin: Der Software-Entwickler will seinen Umsatz im laufenden Jahr deutlich in die Höhe schrauben. Es würden Erlöse von 700 Millionen Euro angepeilt, teilte das Münchner Unternehmen mit. Für das abgelaufene Jahr stellt Nagarro 535 Millionen Euro in Aussicht. Die bereinigte Betriebsergebnis(Ebitda)-Marge soll dieses Jahr erneut bei 14 Prozent liegen. Endgültige Zahlen für 2021 will das Unternehmen erst am 29. April veröffentlichen.
NORDEX – Frankfurt: Der Hamburger Hersteller von Windturbinen meldet neue Großaufträge über insgesamt 245 Megawatt (MW) aus Südamerika. Der norwegische Versorger Statkraft habe 14 Turbinen für seinen geplanten 80-MW-Windpark Morro do Cruzeiro in Brasilien bestellt, erklärte Nordex. Zu dem Auftrag gehöre auch ein dreijähriger Service-Vertrag mit Verlängerungsoption. Ein Entwickler aus Chile habe Ende des vergangenen Jahres 29 Turbinen für einen 165-MW-Windpark bestellt. Hier sei ein zweijähriger Service-Vertrag mit Verlängerungsoptionen auf bis zu 15 Jahre vereinbart worden. Die Kosten für ein Megawatt (MW) installierte Leistung sehen Experten bei 600.000 bis 800.000 Euro.
CINEWORLD – Bangalore: Mit Hilfe des Hollywood-Blockbusters „Spider-Man: No Way Home“ hat der zweitgrößte Kinobetreiber der Welt im Dezember den Umsatz kräftig gesteigert und dabei fast wieder Vor-Corona-Niveau erreicht. Die Comic-Verfilmung mit Tom Holland in der Hauptrolle ist der erste Film, der während der Pandemie weltweit mehr als eine Milliarde Dollar eingespielt hat. Cineworld erklärte, die Umsatzsteigerung sorge auch wieder für positiven Cash-Flow im vierten Quartal. Für das neue Jahr sei das Unternehmen angesichts einer Reihe vielversprechender Premieren wie „Jurassic World: Dominion“ und „Top Gun: Maverick“ zuversichtlich.
GOOGLE – London: Der US-Technologieriese wettet mit dem milliardenschweren Kauf einer Immobilie in der britischen Hauptstadt auf das hybride Arbeiten zwischen Homeoffice und Zuhause. Google erwirbt nach eigenen Angaben für eine Milliarde Dollar das Gebäude Central Saint Giles in der Nähe von Covent Garden, in dem das Unternehmen derzeit Mieter ist. Geplant sei, das Haus für mehrere Millionen zu modernisieren, um mehr Platz für Einzelne zu schaffen und den Anforderungen an das hybride Arbeiten besser gerecht zu werden. So würden auch überdachte Arbeitsplätze im Freien entstehen. Google ist in Großbritannien seit fast 20 Jahren aktiv und beschäftigt rund 6400 Mitarbeiter.
TESLA – San Francisco: Der US-Elektroautokonzern hat einem Insider zufolge den geplanten Produktionsstart für seinen Cybertruck verschoben. Die Produktion solle nun bis zum Ende des ersten Quartals 2023 aufgenommen werden, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ursprünglich sei ein Start Ende diesen Jahres angepeilt gewesen. Grund für die Verschiebung seien Änderungen an den Funktionen des Elektro-Pick-Up. Im ersten Quartal nächsten Jahres werde das Fahrzeug dann zunächst nur in begrenzter Stückzahl gebaut, später werde die Menge dann erhöht, sagte der Insider. Von Tesla war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Tesla-Chef Elon Musk hatte das futuristisch anmutende Auto 2019 vorgestellt.
LG ENERGY SOLUTION (LGES) – Sydney: Der Börsengang des südkoreanischen Batterieproduzenten wird Insidern zufolge ein Volumen von 12,8 Billionen Won (10,8 Milliarden Dollar) haben. Der Ausgabepreis der LGES-Aktien liege bei 300.000 Won je Stück, sagten mit der Transaktion vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Erster Handelstag soll der 27. Januar sein. Zunächst war eine Spanne von 257.000 bis 300.000 Won angepeilt worden. Mit dem jetzigen Preis ergibt sich ein Unternehmenswert von 70,2 Billionen Won. Damit wäre LGES Südkoreas drittwertvollstes Unternehmen nach Samsung und SK Hynix. Der Börsenkandidat stellt Batterien für Autobauer wie General Motors und Volkswagen her und ist eine Tochter des Chemiekonzerns LG Chem.
SONOVA – Zürich: Der Schweizer Hörgerätekonzern übernimmt die Hörakustikkette Alpaca Audiology. Sonova lege für das Netzwerk mit rund 220 Standorten ohne Barmittel und Schulden 310 Millionen Dollar auf den Tisch, wie der Weltmarktführer mitteilte. Mit dem Zukauf verdopple Sonova die Präsenz auf dem weltweit größten Markt. Die 2011 gegründete Alpaca Audiology beschäftige über 500 Mitarbeiter und dürfte einen Jahresumsatz von rund 120 Millionen Dollar beisteuern. Die Transaktion unterliege der Genehmigung durch die Regulatoren und werde voraussichtlich vor Ende des Geschäftsjahres 2021/22 abgeschlossen.
HONDA – Seoul: Der südkoreanische Batteriehersteller LG Energy Solution (LGES) plant ein Batterie-Joint-Venture (JV) mit der japanischen Honda Motor Co in den USA. Wie die südkoreanische Zeitung Maeil Business Newspaper unter Berufung auf einen Insider aus der Branche berichtet, könnte das potenzielle Batterie-JV bis zu vier Billionen Won (3,4 Mrd. USD) kosten und eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 40 Gigawattstunden Batterien haben. Dies sei genug Leistung, um 600.000 Elektrofahrzeuge zu betreiben, so die Zeitung. „Wir diskutieren verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Automobilherstellern, einschließlich der Gründung von Joint Ventures, aber es ist noch nichts entschieden“, sagte LGES in einer Erklärung. Honda wollte ein mögliches JV noch nicht kommentieren.
FACEBOOK/META PLATFORMS – London: Dem Social-Media-Riesen droht in Großbritannien eine Sammelklage in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar, weil er seine Marktdominanz missbraucht haben soll. Wie Liza Lovdahl Gormsen, eine leitende Beraterin der britischen Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA), erklärt, reiche sie die Klage im Namen von mehreren Klägern in Großbritannien ein, die Facebook zwischen 2015 und 2019 genutzt hätten. Der Konzern soll demnach die persönlichen Daten von 44 Millionen Nutzern ausgenutzt haben. In der Klage, die vor dem Londoner Berufungsgericht für Wettbewerbsrecht verhandelt wird, wird behauptet, dass Facebook Milliarden von Pfund verdiente, indem es unfaire Geschäftsbedingungen aufstellte, die von den Verbrauchern die Herausgabe wertvoller persönlicher Daten für den Zugang zum Netzwerk verlangten. Die Anwaltskanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan, die Lovdahl Gormsen vertritt, hat Facebook über die Klage bereits informiert.
MICROSOFT – San Fransisco: Der Vorstand des US-Technologiekonzerns will die Effektivität seiner Richtlinien zur sexuellen Belästigung und geschlechtsspezifischen Diskriminierung als Reaktion auf einen Aktionärsantrag auf der letzten Jahreshauptversammlung des Unternehmens überprüfen. Wie der Vorstand mitteilt, soll ein Transparenzbericht mit den Ergebnissen aller Untersuchungen zu sexueller Belästigung in den vergangenen Jahren gegen die Direktoren und leitenden Angestellten des Unternehmens erstellt werden. Dies schließe auch eine Untersuchung des Vorstandsausschusses Anfang 2019 ein, die Bill Gates betraf. Gates war 2020 aus dem Microsoft-Vorstand zurückgetreten. Das Unternehmen habe dem Vorstand zufolge die Anwaltskanzlei Arent Fox mit der Untersuchung beauftragt. Die Ergebnisse und Empfehlungen der Kanzlei sollen nach Abschluss des entsprechenden Berichts veröffentlicht werden.
Frankfurt, 14. Jan (Reuters) – Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag niedriger starten. Am Donnerstag hatte er knapp im Plus bei 16.031,59 Punkten geschlossen. An der Wall Street hatten Gewinnmitnahmen die Wall Street zum Teil deutlich ins Minus gedrückt. Ihr Hauptaugenmerk richten Börsianer auf die Geschäftszahlen der Großbanken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo, die traditionell die US-Bilanzsaison einläuten. Die Branche gehöre zu den Profiteuren der erwarteten Straffung der US-Geldpolitik, sagte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. „Die Banken können darauf hoffen, mit steigenden Zinsen eine neue alte Einnahmequelle zurückzubekommen.“ Wenn gleichzeitig die Wirtschaft wachse, verdienten sie mit mehr Krediten mehr Geld. Der Konjunkturoptimismus könnte durch die anstehenden US-Einzelhandelsumsätze allerdings einen Dämpfer erhalten. Experten erwarten für Dezember Ausgaben auf dem Niveau des Vormonats. Im November waren sie noch um 0,3 Prozent gestiegen. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.
Schlusskurse europäischer Indizes Stand am vorangegangenen Handelstag Dax 16.031,59 Dax-Future 15.910,00 EuroStoxx50 4.315,90 EuroStoxx50-Future 4.264,50
Schlusskurse der US-Indizes am Stand Veränderung vorangegangenen Handelstag Dow Jones 36.113,62 -0,5 Prozent Nasdaq 14.806,81 -2,5 Prozent S&P 500 4.659,03 -1,4 Prozent
Asiatische Indizes am Freitag Stand Veränderung
Nikkei 28.124,28 -1,3 Prozent Shanghai 3.527,26 -0,8 Prozent Hang Seng 24.262,25 -0,7 Prozent