Sonntag, August 9, 2026
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Londoner Börse will mit neuem Segment Startups anlocken

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London, 15. Jan (Reuters) – Die Londoner Börse will einem Medienbericht zufolge mit einem neuen Marktsegment bisher nicht börsennotierte Unternehmen anlocken. Der Plan ziele auf schnell wachsende Technologieunternehmen, die wegen strenger Regulierungsvorgaben bisher oft auf eine Börsennotiz verzichten, berichtete das „Wall Street Journal“ am Samstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Mit gelockerten Vorschriften und der Beschränkung des Börsenhandels auf einzelne Tage wolle sich die London Stock Exchange (LSE) nach dem Brexit ein neues Geschäftsfeld erschließen. Die Aktien sollten lediglich an ein bis fünf Tagen im Monat, im Quartal oder innerhalb von sechs Monaten gehandelt werden, schrieb das Blatt unter Berufung auf Vorschläge der LSE an die Aufsichtsbehörde FCA und das Finanzministerium.

Die LSE und das britische Finanzministerium reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage. Die FCA lehnte eine Stellungnahme ab. Bereits im Dezember hatte Großbritannien neue Regeln für Börsennotierungen angekündigt, mit denen die Attraktivität des Finanzplatzes erhöht werden soll. Seit dem EU-Austritt des Landes sieht sich die Londoner Börse verschärftem Wettbewerb mit Börsenplätzen auf dem Kontinent ausgesetzt.

Ziel der geplanten Angebotserweiterung sollen offenbar Startup-Unternehmen sein, für die nach dem Bericht herkömmliche Börsennotierung abschreckend sind. Demnach schwebt der Londoner Börse ein neuer Handelsplatztyp vor, der als Sprungbrett zum regulären Börsenhandel dienen würde. Er „sollte als Verbesserung der derzeitigen Optionen für Unternehmen gesehen werden, die Kapital aufnehmen wollen, ohne dass dadurch wachstumshemmende Vorschriften eingeführt werden“, berichtete das Blatt. 

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UNO verurteilt Luftangriffe in Äthiopien und ruft zum Dialog auf

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Genf, 15. Jan (Reuters) – Das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen (OHCHR) hat sich beunruhigt über Luftangriffe in der äthiopischen Region Tigray geäußert. Wie Liz Throssell, eine Sprecherin des OHCHR, am Freitag (Ortszeit) sagte, seien seit Anfang Januar mindestens 108 Zivilisten durch Luftangriffe getötet und 75 verletzt worden. Die Angriffe sollen angeblich von der äthiopischen Luftwaffe ausgeführt worden sein, erklärte Throssell vor Journalisten in Genf. „Die Nichteinhaltung der Grundsätze der Unterscheidung und der Verhältnismäßigkeit könnte auf Kriegsverbrechen hinauslaufen“, so die OHCHR-Sprecherin. Sie forderte die äthiopischen Behörden und ihre Verbündeten auf, den Schutz der Zivilbevölkerung im Einklang mit dem Völkerrecht zu gewährleisten. Der äthiopische Militärsprecher Oberst Getnet Adane und der Regierungssprecher Legesse Tulu reagierten nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, schrieb auf Twitter https://twitter.com/antonioguterres/status/1482116750951034884, dass er untröstlich über das Leid des äthiopischen Volkes sei und appellierte erneut an alle beteiligten Parteien, die Kämpfe einzustellen: „Die Äthiopier verdienen Frieden. Es ist an der Zeit, den Dialog und die Versöhnung einzuleiten.“ Die Regierung hat bisher bestritten, in dem seit 14 Monaten andauernden Konflikt mit den rebellischen Tigray-Kräften Zivilisten angegriffen zu haben.

Auch Vertreter der US-Regierung wollen sich für die Beilegung des Konflikts in Äthiopien einsetzen. Wie das US-Außenministerium am Freitag mitteilte, werden der neue US-Beauftragte für das Horn von Afrika, David Satterfield, sowie die stellvertretende US-Außenministerin für afrikanische Angelegenheiten, Molly Phee, in der kommenden Woche unter anderem nach Äthiopien reisen. „Sie werden die Regierungsvertreter dazu ermutigen, die gegenwärtige Chance zum Frieden zu nutzen, indem sie die Luftangriffe und andere Feindseligkeiten beenden und die Grundlage für einen umfassenden nationalen Dialog schaffen“, hieß es in einer Erklärung.

Vor über einem Jahr brachen in der Region Tigray Kämpfe zwischen den Truppen der von der Volksbefreiungsfront (TPLF) geführten Regionalregierung und der Zentralregierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed aus. In den Kämpfen wurden bereits Tausende Menschen getötet, mehr als zweieinhalb Millionen Menschen sind auf der Flucht.

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Vulkan im Inselstaat Tonga löst Tsunami im Südpazifik aus

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Bangalore, 15. Jan (Reuters) – Vulkanische Aktivität im südpazifischen Inselstaat Tonga hat dem US-Tsunami-Warnzentrum zufolge in der Region einen Tsunami ausgelöst. Es seien Flutwellen mit einer Höhe von rund 60 Zentimetern gemessen worden, teilte die Behörde am Samstag mit. Auch für das US-Außengebiet Amerikanisch-Samoa bestehe die Gefahr von Flutwellen und gefährlichen Meeresströmungen entlang der Strände und der Häfen. Tiefer gelegene Küstengebiete könnten überflutet werden, hieß es weiter. Die Menschen wurden aufgefordert, die Strände zu verlassen. Informationen über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. 

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Lagarde – EZB wird alles Nötige im Kampf gegen Inflation tun

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Frankfurt, 14. Jan (Reuters) – Im Kampf gegen die hohe Inflation will die EZB laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde ihr Möglichstes tun. „Wir werden alle nur nötigen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass wir unser Inflationsziel von zwei Prozent mittelfristig erreichen“, betonte sie auf der Konferenz der Ausschüsse für Unionsangelegenheiten der Parlamente der EU (Cosak). Die Europäische Zentralbank stehe unerschütterlich zu ihrem Preisstabilitätsziel. Es sei zu erwarten, dass die Treiber der Teuerung im Laufe des Jahres nachließen. Der EZB-Rat sei auf der jüngsten Sitzung zu dem Schluss gekommen, dass weiterhin eine laxe geldpolitische Linie nötig sei, damit sich die Teuerungsrate mit der Zeit auf dem Zielwert einpendeln könne.

Die Inflation im Euro-Raum war im Dezember überraschend auf ein erneutes Rekordhoch gestiegen. Angetrieben von teurer Energie kosteten Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 5,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 

Lagarde – EZB wird alles Nötige im Kampf gegen Inflation tun

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China und Hongkong streichen Flüge – Omikron trifft Luftfahrt

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Hongkong/Peking/Sydney/Frankfurt, 14. Jan (Reuters) – Der internationale Flugverkehr wird von der global wieder aufflammenden Corona-Pandemie immer stärker getroffen. So kündigte Hongkong an Freitag an, ab Sonntag für einen Monat Umsteigeflüge aus rund 150 Ländern weltweit auszusetzen, die als Covid-Hochrisikogebiete gelten.

Die chinesisch regierte Insel verfolgt wie China eine Null-Covid-Politik. Betroffen vom Einreiseverbot sind auch Flüge aus Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern mit gestiegenen Infektionszahlen.

Die Regierung Hongkongs reagiert damit auf Dutzende Corona-Ausbrüche der Omikron-Variante seit Ende letzten Jahres. Nach drei Monaten ohne lokale Infektionen wurde die Krankheit nach Behördenangaben durch zwei Crewmitglieder von Cathay Pacific Airways eingeschleppt.

Aufgrund strenger Quarantäneauflagen für Flugzeugbesatzungen ist die Zahl der Frachtflüge schon so stark gesunken, dass die Regierung vor Versorgungsproblemen und steigenden Preisen warnte. Lufthansa Cargo fliege mit Luftfracht Hongkong weiter an, allerdings ohne längeren Zwischenstopp der Crews, wie eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter erklärte. Die Besatzung wechsele stattdessen in Indien.

China setzte am Freitag 30 weitere internationale Flüge aus. Das betrifft Flüge aus Frankfurt und Paris neben Verbindungen in die USA, Kanada und Australien. Damit dürfen fast keine internationalen Passagierflüge mehr in China ankommen. Im September gab es nach Behördenangaben ohnehin nur noch 200 Flüge in der Woche – das sind zwei Prozent des Vorkrisenvolumens von 2019. Shanghai hatte am Donnerstag fünf Infektionsfälle gezählt, die aus den USA kämen.

Hongkong

OMIKRON-DÄMPFER ZU JAHRESBEGINN

Das erneute Aufflammen der Pandemie weltweit verschlechtert die Aussichten für die internationale Luftfahrt im ersten Quartal. Strengere Reiserestriktionen in vielen Ländern können anders als vor einigen Monaten auch Geimpfte treffen, da auch für diese das Ansteckungsrisiko gestiegen ist. „Es besteht Unsicherheit, wenn man sich Covid einfängt, im Ausland unvorhersehbar festzustecken“, sagte der Chef des ungarischen Billigfliegers Wizz, Joszef Varadi, zu Reuters. Die Airline hat Flüge in die Vereinigten Arabischen Emirate im Programm. Für die gebe es aber noch Nachfrage von risikobereiten Reisenden. Der Chef des internationalen Airline-Verbandes IATA, Willie Walsh, erklärte in dieser Woche, das erste Quartal werde schwieriger als erwartet. Denn seit Dezember seien die Buchungen abgesackt.

Nach Daten des Reiseforschers Forwardkeys werden derzeit 38 Prozent des Vorkrisenniveaus an internationalen Flügen angeboten, nach 58 Prozent im Oktober. Omikron führe vielerorts zu kürzeren Fristen für notwendige Corona-Tests vor Reiseantritt und ebenso bereits zu Personalengpässen bei Airlines wegen steigender Krankheitszahlen, erklärte Olivier Ponti von Forwardkeys. Letzteres betraf vor allem Fluggesellschaften aus den USA und Australien, in Europa aber auch schon Finnair.

In dieser Woche seien mit einem Minus von 7,2 Prozent so viele Flüge weltweit gestrichen worden wie seit einem halben Jahr nicht mehr, berichtete der Reisedatenanbieters OAG. Bei der Lufthansa zählten die Datensammler ein Minus von 17 Prozent. Die Airline hatte vor Weihnachten eine Streichung von 33.000 Flügen angekündigt wegen des Nachfragerückgangs aufgrund der Pandemie. Bei Ryanair erfasste OAG sogar den Wegfall von 44 Prozent der Flugverbindungen.

China und Hongkong streichen Flüge – Omikron trifft Luftfahrt

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Wells Fargo profitiert vom Verkauf von Geschäftsteilen

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New York, 14. Jan (Reuters) – Einnahmen aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten haben der amerikanischen Großbank Wells Fargo in den Schlussmonaten des vergangenen Jahres zu einem Gewinnschub verholfen.

Der viertgrößte Finanzkonzern der USA erzielte im vierten Quartal einen Überschuss von 5,8 Milliarden Dollar nach 3,09 Milliarden Dollar vor Jahresfrist, wie Wells Fargo am Freitag mitteilte. Pro Aktie stand ein Gewinn von 1,38 Dollar je Aktie zu Buche. Analysten hatten mit 1,13 Dollar je Aktie gerechnet.

Wells

Wells Fargo hatte im vergangenen Jahr seine Asset-Management- und Corporate-Trust-Geschäfte verkauft. Dies schob die Gewinne im Quartal um 943 Millionen Dollar an.

Wells Fargo profitiert vom Verkauf von Geschäftsteilen

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Innenministerin Faeser will Tempo in EU-Asylpolitik machen

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Berlin, 14. Jan (Reuters) – Bundesinnenministerin Nany Faeser will im Ringen um eine einheitliche europäische Asylpolitik zusammen mit der EU-Kommission und der französischen Ratspräsidentschaft Tempo machen.

Die neue Bundesregierung stehe auch in der Migrationspolitik für „einen neuen Geist“, dies gelte auch für Europa, sagte die SPD-Politikerin nach einem Treffen mit der zuständigen EU-Kommissarin Ylva Johansson am Freitag in Berlin.

Es müsse eine Reform für ein gemeinsames europäisches Asylsystem geben. Hierzu sei es angesichts der Widerstände durchaus denkbar, dass eine Art Koalition der Willigen in der EU-Migrationspolitik vorangingen.

Asylpolitik

Die Schwedin Johansson, wie Faeser eine Sozialdemokratin, sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz, sie setze in der Migrationspolitik große Hoffnungen in die französische Ratspräsidentschaft, die zu Jahresbeginn begann und bis Ende Juni dauert.

Es sei wichtig, dass sich die europäischen Staaten solidarisch verhielten und entsprechend ihrer jeweiligen Stärke bereit seien, Menschen aufzunehmen. Faeser betonte, es gebe unterschiedliche Wege, sich an der Solidarität Europas zu beteiligen.

Denkbar seien etwa auch Ausgleichszahlungen. Es gehe um die Stärkung der europäischen Gemeinschaft. 

Innenministerin Faeser will Tempo in EU-Asylpolitik machen

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PropTech1 Ventures schließt überzeichneten €50-Millionen-Fonds

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PropTech1 Ventures

PropTech1 Ventures schließt überzeichneten €50-Millionen-Fonds, um in Innovationen in der Immobilienbranche zu investieren

PropTech1 Ventures, der europäische Venture-Capital-Fonds für das ungenutzte Innovationspotenzial der Immobilienwirtschaft, konnte im finalen Closing sein maximales Fondsvolumen von 50 Millionen Euro erreichen und wurde aufgrund von starker Nachfrage sogar überzeichnet.

Im finalen Closing begrüßt PropTech1 mit den Basler Versicherungen erstmals auch eine Versiche­rungs­gesellschaft im Kreise der Fondsinvestoren. Ferner nimmt der Venture-Capital-Investor erneut internationale Immobilienunternehmen und -unternehmer aus Österreich, Norwegen, Deutschland und Kanada in den Investoren­kreis auf.

Hierzu gehören unter anderem Dr. Martin Hintze und Rainer Bormann, Partner von Sector7 Investors, Markus Ertler, Österreichs „Business Angel of the Year 2019“, Paul Schaufler, CEO der auritas Finanzmanagement, der Business Angel und Immobilienunternehmer Dr. Philip Wältermann (PWI GmbH) sowie Jon Øyvind Eriksen, CEO des norwegischen DeepTech-Investors Aidiom und Gründer von Signicat, dem führenden Anbieter von digitalen Identitätslösungen in Europa. Weiterhin investiert hat ein privates Investmentvehikel von Robert Červinka, langjähriger Geschäftsführer bei verschiedenen opportunistischen Real-Estate-Private-Equity-Fonds wie ARES und Cerberus und vormalige Geschäftsführer von RREEF/ Deutsche Bank.

Managing Partner Anja Rath kommentiert das finale Closing des überzeichneten Fonds: „Bereits der erste von PropTech1 aufgelegte Fonds verfügt über zahlreiche internationale Investoren, die für uns und unsere Startups ein Netzwerk von Trondheim im Norden Norwegens bis zu Sofia im Südosten Europas sowie zwischen San Francisco im Südwesten der USA und Montreal im Nordosten des amerikanischen Kontinents aufspannen.“

Managing Partner Nikolas Samios ergänzt: „Ebenfalls konnten wir unseren initialen Plan umsetzen, möglichst thematisch diverse Investoren in einem Fonds zu vereinen. So reicht das Spektrum von Immobilienbanken über globale Berater, Versicherungen und Versorger bis hin zu zahlreichen mittelständischen Immobilienunternehmen und Top-Unternehmern. 2022 steht nun erstmal unter der Überschrift des weiteren Ausbaus und der Unterstützung unseres Portfolios, bevor wir uns in Folge mit der Auflage weiterer Fonds beschäftigen werden.“

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle PropTech1 Venture Services GmbH

Der Inflationsdruck stabilisiert sich, die Geldpolitik nicht

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Fed Gold Kreditmärkte Aktienmärkte Inflation US-Wirtschaft
Foto von Florian Ielpo (Quelle: LOIM)

Inflationsdruck – Ein Marktkommentar von Florian Ielpo, Head of Macro, Multi Asset bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM):

„Die Inflation in den USA ist nach wie vor hoch: Sie wurde im Dezember mit 7 % angegeben und entsprach damit den Erwartungen, nachdem sie im November noch bei 6,8 % lag.

Ihre Haupttreiber bleiben unverändert, mit einer Mischung aus Transport-, Unterkunfts- und Bekleidungskosten. Die Energieinflation leistete im Dezember einen negativen Beitrag: Dies ist ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die durch Störungen ausgelöste Inflation nun zurückbilden und die Inflation stabilisieren könnte.

In der vergangenen Woche deutete die US ISM-Komponente „Bezahlte Preise“ auf einen verlangsamten Preisanstieg hin. Über diesen Datenpunkt hinaus gibt es derzeit weltweit Anzeichen für eine Abschwächung der Inflation, und zwar nicht nur in den USA: 69 % der Daten, aus denen sich unsere Inflations-Nowcasting*-Indikatoren zusammensetzen, sind in den USA, in der Eurozone und in China rückläufig (siehe die nachstehenden Grafiken).

Jüngste Entwicklung der weltweiten Inflations-Nowcasts (links) und Diffusionsindex (% der steigenden Daten, rechts):

Quelle: LOIM, Bloomberg, Stand: 12. Januar 2022

Es stellen sich zwei Fragen: Ist diese Stabilisierung eine nachhaltige Entwicklung und wird sie den Kurs der Geldpolitik ändern? Diese Abschwächung des Inflationsdrucks scheint uns der wahrscheinlichere Weg zu sein: Die Inflation könnte sich schneller normalisieren als die Märkte erwarten.

Eine Änderung des geldpolitischen Kurses ist unwahrscheinlich, da die normalisierte Inflation auf einem hohen Niveau verbleiben dürfte, das im nächsten Jahr zwischen 2,5 und 3 % liegen wird. Das bedeutet, dass die Fed Spielraum für Zinserhöhungen hat, die jedoch bis zum Jahresende moderat ausfallen dürften.

Höhere reale Zinssätze sind die natürliche Folge der Änderung des geldpolitischen Kurses; sie könnten durch CAPEX im Jahr 2022 weiter angeheizt werden, da dadurch ein Teil der durch die pandemischen Steuerpakete angehäuften überschüssigen Ersparnisse abgezogen wird.

Inflationsdruck
Florian Ielpo (Quelle: LOIM)

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Märkte?

  • Höhere Realzinsen bedeuten eine anhaltende Vermögensrotation, aber nicht unbedingt negative Aktienrenditen.
  • Die geringere Inflationsprämie dürfte den Anstieg der Realzinsen und seine Auswirkungen auf die Welt der festverzinslichen Wertpapiere abfedern.
  • Da die USA der Teil der Welt mit der straffsten Geldpolitik bleiben, könnte der Dollar weiter steigen.
  • In Zeiten strafferer Geldpolitik schneiden Rohstoffe in der Regel schlechter ab als Aktien: Wir sehen nicht ein, warum das diesmal anders sein sollte, vor allem, was Gold anbelangt.

Einfach ausgedrückt: Die Inflation in den USA dürfte sich im Laufe des Jahres abschwächen, aber die Fed sollte ihre restriktive Haltung noch eine Weile beibehalten – bis wir sicher sind, dass der Nachfrageschock überwunden ist.“

Der Inflationsdruck stabilisiert sich, die Geldpolitik nicht

Ein Marktkommentar von Florian Ielpo, Head of Macro, Multi Asset bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM):

Foto von Florian Ielpo (Quelle: LOIM)

Dax-Anleger gehen vor US-Berichtssaison in Deckung

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Frankfurt, 14. Jan (Reuters) – Der Dax ist zum Wochenschluss auf Tauchstation gegangen: Die hohen Inflationsraten, die Aussicht auf eine straffere US-Geldpolitik, die Omikron-Welle und die anlaufende Berichtssaison sind laut Börsianern genug Gründe, die Anleger am deutschen Aktienmarkt erst einmal vorsichtig zu stimmen. „Die 16.000 ist im Moment eine verdammt hohe Hürde für den Dax“, sagte Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Die Angst, gleich zu Jahresbeginn auf der falschen Seite positioniert zu sein, ist riesig.“ Der deutsche Leitindex verlor am Freitag 0,6 Prozent auf 15.929 Zähler. Der EuroStoxx50 gab 0,7 Prozent nach.

Mit Spannung erwarteten die Investoren den Start der US-Berichtssaison. Die Großbanken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo läuten im Tagesverlauf traditionell den Reigen der US-Bilanzen ein. Dank Zuwächsen im Kreditgeschäft und anziehenden Staatsanleihe-Renditen dürften die Finanzinstitute nach Einschätzung von Analysten einen Jahresschlussspurt hingelegt haben. Im Fokus standen zudem Konjunkturdaten aus den USA, darunter vor allem die Einzelhandelsumsätze. Experten rechneten für Dezember mit Ausgaben auf dem Niveau des Vormonats. Im November waren sie noch um 0,3 Prozent gestiegen. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

ANLEGER FÜRCHTEN ZINSWENDE IN DEN USA

Investoren sorgen sich derzeit, dass die Konjunktur in den USA mit einer zu aggressiven Zinspolitik der US-Notenbank abgewürgt werden könnte. Fed-Chef Jerome Powell signalisierte zuletzt vor einem Kongressausschuss, dass die sehr lockere geldpolitische Linie wohl bald ausgedient habe und die Wirtschaft trotz der Corona-Welle für eine straffere Geldpolitik bereit sei. An den Finanzmärkten wird für März mit der Zinswende gerechnet, der bis zu drei weitere Schritte bis zum Jahresende folgen könnten. Der Dollar hatte über Wochen von der Aussicht auf höhere Zinsen profitiert, war zuletzt jedoch ins Schlingern geraten. Am Freitag lag der Dollar-Index nahezu unverändert bei 94,78 Zählern. Der Euro trat mit 1,1456 Dollar ebenfalls auf der Stelle.

Am deutschen Aktienmarkt zogen die vorläufigen Zahlen von SAP die Blicke auf sich. Die Freude über ein Wachstum des Cloud-Geschäfts am oberen Ende der angepeilten Spanne war schnell verflogen. Die Aktien des größten europäischen Software-Hauses drehten nach anfänglichen Gewinnen von bis zu 2,5 Prozent ins Minus und verloren im Dax ein Prozent auf 119,22 Euro. „Die operative Gewinnmarge hat mit dem Umsatzanstieg nicht schrittgehalten“, monierte ein Börsianer. Zudem sei der Ausblick recht zurückhaltend. Die Markterwartung an das Betriebsergebnis liege am oberen Ende der von SAP angepeilten Spanne.

WACKER CHEMIE NACH ZAHLEN AN MDAX-SPITZE Gefragt waren dagegen die Aktien von Wacker Chemie – die Titel des Spezialchemiekonzerns setzten sich mit einem Plus von rund vier Prozent an die MDax-Spitze. Wacker Chemie hat den operativen Gewinn im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und die Erwartungen damit deutlich übertroffen. Auch für die Aktie der Deutsche-Bank-Tochter DWS ging es nach einer positiv aufgenommenen Bilanz bergauf. Die Titel legten im SDax 3,4 Prozent zu.

Einen rabenschwarzen Tag erlebten an der Pariser Börse die Anleger des Energieriesen EdF. Der von der französischen Regierung angeordnete Verkauf günstigen Atomstroms an die Konkurrenz brockte dem Konzern den größten Kurssturz der Firmengeschichte ein. Die Aktien des staatlichen Versorgers fielen um bis zu 25 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 7,76 Euro. Damit schrumpfte der Börsenwert von EdF zeitweise um mehr als acht Milliarden Euro.

Dax-Anleger gehen vor US-Berichtssaison in Deckung

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