Berlin, 09. Jan (Reuters) – Zum Schutz von Kindern im Internet will die EU-Kommission die Technologiekonzerne stärker in die Pflicht nehmen. „Ich werde in den kommenden Monaten eine Gesetzgebung vorschlagen, die Unternehmen verpflichtet, den sexuellen Missbrauch von Kindern zu erkennen, zu melden und zu entfernen. Eine freiwillige Meldung wird dann nicht mehr ausreichen“, sagte die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht. Allein im Jahr 2020 hätten Internetanbieter und soziale Netzwerke 22 Millionen freiwillige Meldungen abgegeben. 2019 seien es 17 Millionen Meldungen gewesen. Der Facebook-Mutterkonzern Meta sei allein für 95 Prozent der Meldungen verantwortlich. Das sei aber nur ein Bruchteil der begangenen Straftaten.
Verbraucherschutzministerin – Kündigungen von Strom und Gas teilweise rechtswidrig
Berlin, 08. Jan (Reuters) – Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke hat die Vertragskündigungen einiger Billiganbieter von Strom und Gas als „teilweise in der Form völlig rechtswidrig“ kritisiert. „Wenn einzelne Stromanbieter für die Kilowattstunde jetzt mehr als 70 oder gar 90 Cent verlangen, dann halte ich das für extreme Ausschläge“, sagte die Grünen-Politikerin der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag. „Auch wenn die Beschaffungskosten steigen, sind derart horrende Preiserhöhungen nicht gerechtfertigt.“ Lemke verwies darauf, dass die Kündigungen und der Vertragsabschluss bei anderen Verbrauchern für viele Haushalte deutlich höhere Strom- und Gaspreise bedeuteten – und wies auch auf mögliche juristische Schritte der Betroffenen hin. „Hier sind die Verbraucherzentralen und gegebenenfalls auch die Gerichte gefragt, genau hinzuschauen.“ Die Regierung beobachte die Entwicklung und prüfe, ob weiterer Handlungsbedarf bestehe.

„Wir werden die Bürgerinnen und Bürger nicht alleine lassen und einem generellen Preisanstieg entgegenwirken“, betonte die Grünen-Politikerin. Die Bundesregierung werde die Abgaben auf den Strompreis weiter senken, den Heizkostenzuschuss beim Wohngeld erhöhen und die CO2-bedingten Mehrkosten beim Heizen fair zwischen Mietern und Vermietern aufteilen. Lemke verwies darauf, dass die EEG-Umlage zum 1. Januar 2022 abgesenkt wurde und forderte die Anbieter auf, diese Senkung an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterzugeben.
Im Zuge der Preisexplosion bei Strom und Gas hatten mehrere Anbieter den Kunden die Lieferverträge gekündigt. Allein im Fall von Stromio sprechen Verbraucherschützer von mehreren hunderttausend betroffenen Haushalten. Dem Vergleichsportal Check24 zufolge haben rund 260 Grundversorger neue Tarife nur für Neukunden eingeführt. Die Preise seien um durchschnittlich 105,8 Prozent angehoben worden.
Verbraucherschutzministerin – Kündigungen von Strom und Gas teilweise rechtswidrig
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Fotoquelle: Grüne im Bundestag, S. Kaminski
Apple Fitness+ führt am 10. Januar Collections ein
Apple Fitness+ führt ab 10. Januar mit Collections, Zeit fürs Laufen und mehr neue Möglichkeiten ein, um Menschen zu motivieren ihre Ziele zu erreichen. Zusätzlich kommen neue Zeit fürs Gehen-Gäste und Künstler:innen im Spotlight-Trainings zu Fitness+ hinzu.
Apple Fitness+, der erste Fitness- und Welnnessservice rund um die Apple Watch und für alle gedacht, führt am 10. Januar Collections und Zeit fürs Laufen ein. Collections sind eine kuratierte Sammlung von Trainings und Meditationen in der Fitness+ Mediathek, die Anwender:innen helfen soll, ein Ziel zu erreichen. Zeit fürs Laufen ist ein Audio-Lauferlebnis, das Anwender:innen helfen soll, beständiger und besser zu laufen, und stellt beliebte Laufstrecken in einigen der bekanntesten Städte vor.
„Wir wissen, dass gerade zu Beginn eines neuen Jahres viele Menschen nach neuen Wegen suchen, um ihre Ziele zu erreichen. Mit den Erweiterungen macht Fitness+ es noch einfacher, sich zu motivieren und überall aktiv zu bleiben. Die umfangreichste Mediathek an hochwertigen und vielfältigen Inhalten helfen Körper und Geist zu trainieren, egal wo man sich auf seiner Fitnessreise befindet“, sagt Jay Blahnik, Vice President of Fitness Technologies bei Apple. Wir können es kaum erwarten, mit Collections Menschen zu motivieren ihre Ziele zu erreichen und sich mit Zeit fürs Laufen bei der Erkundung ikonischer Städte mit einer langen Lauftradition inspirieren zu lassen.“
Am selben Tag stellt Fitness+ auch die dritte Staffel von Zeit fürs Gehen mit Gästen wie Rebel Wilson, Bernice A. King und Hasan Minhaj sowie neue Künstler:innen im Spotlight-Trainings mit Musik von Ed Sheeran, Pharrell Williams, Shakira und den Beatles vor.
„Für mich kann eine großartige Playlist den Unterscheid bei einem Workout bedeuten“, sagt Shakira. „Musik hat die Kraft, dich anzuregen und dir mehr Spaß zu bringen, also hoffe ich, dass diese Playlists auch eine Inspiration für Apple Fitness+ Nutzer:innen sein werden!“
Collections
Fitness+ wird Collections einführen, eine kuratierte Sammlung von Trainings und Meditationen in der Fitness+ Mediathek, die Anwender:innen helfen soll, ihre Ziele zu erreichen. Aus den fast 2.000 Trainings und geführten Meditationen, die in Fitness+ verfügbar sind, bieten Collections Nutzer:innen eine völlig neue Möglichkeit, sich für ihr nächstes Training oder ihre nächste Meditation zu motivieren. Collections enthalten vorgeschlagene Pläne, die Nutzer:innen helfen, in den nächsten Tagen oder Wochen gezielte Trainingsentscheidungen zu treffen.
Die folgenden sechs Collections werden zum Start verfügbar sein:30 Tage Core-Herausforderung
– Die Haltung mit Pilates verbessern
– Balance-Haltungen in Yoga perfektionieren
– Den ersten 5.000-Meter-Lauf absolvieren
– Den Rücken stärken und die Hüften dehnen
– Für ein besseres Schlaferlebnis entspannen

Zeit fürs Laufen
Laufen ist eine der beliebtesten Aktivitäten, die jederzeit und überall ausgeübt werden kann, mit Vorteilen wie verbesserter Kardio-Fitness, besserer Stimmung und Stressabbau. Zeit fürs Laufen in Fitness+ ist ein neues Audio-Lauferlebnis, das Nutzer:innen helfen soll, beständiger und besser zu laufen. Jede Folge dreht sich um eine beliebte Laufstrecke an einigen der bekanntesten und kultigsten Orte.
Jede Folge besteht aus inspirierenden Tipps, die von einem:r der Fitness+-Trainer:innen gegeben werden, die Anwender:innen kennen und schätzen, darunter Emily Fayette, Jamie-Ray Hartshorne, Sam Sanchez und Scott Carvin, sowie einem neuen Lauftrainer, Cory Wharton-Malcolm. Wharton-Malcolm, der sich für die Inklusion in der Laufgemeinschaft einsetzt, ist 2007 seinen ersten Marathon gelaufen und begibt sich nun auf Laufabenteuer in der ganzen Welt. Sein motivierendes Coaching lässt selbst den härtesten Lauf spielerisch erscheinen.
Die Folgen von Zeit fürs Laufen enthalten auch motivierende und anregende Musik, deren Playlists von den Fitness+ Trainer:innen zusammengestellt werden. Die Playlists sind auf die Intensität, den Ort und das Coaching des jeweiligen Laufs abgestimmt und fangen den Geist der Stadt ein, in der der Lauf stattfindet. Die Playlist für Miami Beach enthält zum Beispiel lateinamerikanische Musik, die von den pulsierenden Sehenswürdigkeiten und Klängen der Stadt inspiriert ist. Nutzer:innen können die Playlists auch speichern und jederzeit wieder anhören. Während Zeit fürs Laufen erhalten Anwender:innen auch Fotos, die der:die Fitness+-Trainer:in von bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke gemacht hat. Die Fotos werden nach dem Training in der Trainingsübersicht angezeigt und können in der eigenen Fotomediathek gespeichert oder mit anderen geteilt werden.
Zeit fürs Laufen wird mit drei Folgen starten: London, gecoacht von Cory Wharton-Malcolm; Brooklyn, gecoacht von Emily Fayette und Miami Beach, gecoacht von Sam Sanchez. Eine neue Folge von Zeit fürs Laufen wird jede Woche montags veröffentlicht. Unabhängig vom Niveau können Läufer:innen Zeit fürs Laufen genießen und auf ihrer Strecke vom Start bis zum Ziel motiviert bleiben.
Zeit fürs Laufen reiht sich in ein wachsendes Portfolio von Fitness+ Audioerlebnissen ein, darunter Zeit fürs Gehen und Meditation, die jederzeit und überall genutzt werden können — alles, was man dazu benötigt sind eine Apple Watch und AirPods oder andere Bluetooth-fähige Kopfhörer. Zeit fürs Laufen kann draußen oder auch drinnen auf einem Laufband absolviert werden, und die Folgen werden in der Trainings App auf der Apple Watch mit einem Fitness+ Abo verfügbar sein. Für Apple Watch Anwender:innen, die im Rollstuhl sitzen, wird Zeit fürs Laufen zu Zeit fürs Laufen oder Schieben, und einmal ausgewählt, haben Nutzer:innen die Wahl zwischen Lauf oder Training Rollstuhl outdoor (Lauftempo).

Zeit fürs Gehen
Ab 10. Januar stellt Fitness+ die dritte Staffel von Zeit fürs Gehen vor, ein inspirierendes Audioerlebnis auf der Apple Watch, das Menschen motiviert, häufiger zu gehen. In Zeit fürs Gehen teilen einige der interessantesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt Geschichten, Fotos und Musik mit Fitness+ Abonnent:innen. Bislang waren 41 Menschen bei Zeit fürs Gehen zu Gast, darunter Dolly Parton, Anthony Joshua, Jane Fonda, Randall Park, Camila Cabello, Naomi Campbell, Ruby Bridges, Dr. Sanjay Gupta, Bebe Rexha und viele andere. Kürzlich hat Seine Königliche Hoheit Prinz William die zweite Staffel abgeschlossen und dabei darüber gesprochen, wie wichtig es ist, geistig fit zu bleiben.
Zum Start der dritten Staffel werden jede Woche neue Gäste hinzukommen. Ab 10. Januar können Nutzer:innen mit der Schauspielerin, Autorin und Produzentin Rebel Wilson spazieren gehen. In ihrer Episode erinnert sie sich an eine Schauspielstunde, die zu einer großen Lebenslektion geworden ist und daran, wie eine unerwartete Verbindung ihr Trost gespendet hat, nachdem sie einen geliebten Menschen verloren hatte.
Zu den weiteren Gästen von Zeit fürs Gehen in Staffel 3 gehören unter anderem:
– Bernice A. King, Anwältin, Ministerin und Geschäftsführerin des Martin Luther King Jr. Center for Nonviolent Social Change.
– Hasan Minhaj, Comedian, Autor und Produzent, bekannt durch „The Daily Show“ und seine ausgezeichnete Serie „Patriot Act
with Hasan Minhaj“.
– Chris Meloni, Schauspieler, der vor allem durch seine Fernsehrolle in „Law & Order: Special Victims Unit“ bekannt ist.Ayọ
Tometi, Aktivistin für Menschenrechte, Strategin und Autorin, bekannt als Mitbegründerin von Black Lives Matter.
– Chelsea Handler, bekannt für ihre Stand-up-Comedy, ehemalige Moderatorin der „The Chelsea Handler Show“ und Autorin
von sechs Bestsellern.
– Sugar Ray Leonard, ehemaliger Profiboxer, olympischer Goldmedaillengewinner und Mitglied der Hall of Fame.

Künstler:innen im Spotlight
Darüber hinaus wird Fitness+ die beliebte Serie Künstler:innen im Spotlight um neue Trainings zur Musik von Ed Sheeran, Pharrell Williams, Shakira und den Beatles erweitern. Bei der Serie gibt es jeweils eine gesamte Trainingsplaylist für eine:n Künstler:in. Vier Wochen lang erscheinen immer montags neue Trainings mit Musik der Künstler:innen für unterschiedliche Trainingsarten. Zu den Trainings gehören Radfahren, Tanzen, HIIT, Kraft, Laufband und Yoga mit Musikgenres wie Chill Vibes, Everything Rock, Hip-Hop/R&B, Latin Grooves und Upbeat Anthems.
Inspiriert von diesen Fitness+ Trainings können Apple Music und Apple One Abonnent:innen die Fitness+ Spotlight Serie genießen, die eine komplette Playlist für jede:n einzelne:n Künstler:in im Spotlight, einschließlich motivierender, energiegeladener Tracks aus dem gesamten Katalog sowie Features und Remixe zur Motivation außerhalb des Fitness+ Workouts liefert.
Mehr Informationen unter apple.com/de/apple-fitness-plus.
Apple Fitness+ führt am 10. Januar Collections ein
Foto/Quelle: Apple
Wahlsiege in Ländern wichtig für Durchsetzung von Scholz-Politik
Berlin, 08. Jan (Reuters) – SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat die Ziele seiner Partei im Wahljahr 2022 hoch gesteckt. „In 2022 wollen wir alle vier Landtagswahlen gewinnen und die Ministerpräsidenten stellen“, sagte Kühnert in einem am Samstag veröffentlichten Reuters-Interview. Dies sei auch wichtig für den Erfolg der Ampel-Regierung. „Je stärker wir in den Ländern werden, desto besser lässt sich die Politik von Olaf Scholz auf Bundesebene umsetzen“, fügte er hinzu. Die Bedeutung der Länder zeige sich bei der Pandemie-Bekämpfung oder dem Ausbau der Erneuerbaren Energien.
„Es macht einen Unterschied, wer ein Bundesland führt.“ Kühnert forderte seine Partei auf, sich auf dem Wahlerfolg bei der Bundestagswahl nicht auszuruhen. Man habe 2021 einen Vertrauensvorschuss bekommen. „Jetzt wollen wir den Vertrauensvorschuss rechtfertigen.“ Entscheidend seien „innere Festigkeit, die Organisationsstärke und die programmatische Stärke einer Partei“. 2022 werden im Saarland, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen neue Landtage gewählt.

Den Start der Koalition aus SPD, Grünen und FDP hält Kühnert für „deutlich besser“ als man dies zu Beginn der Ampel-Verhandlungen habe erwarten können. Dennoch gehöre er eher zu dem „nüchternen Lager“. „Wir haben eine Zusammenarbeit in dieser Regierung vereinbart und die erfordert auch Vertrauen und Verlässlichkeit, aber alle Gefühlsregungen darüber hinaus bleiben ausdrücklich freiwillig.“
Kanzler Olaf Scholz habe ein pragmatisches Verhältnis zu Koalitionen. Er habe verstanden, dass man eben nicht mehr in der politischen Ordnung der alten Bundesrepublik lebe, in der letztlich nur zwei Koalitionen zur Auswahl stünden. „Ich muss heute als Demokrat auch in der Lage sein, mit unwahrscheinlichen Partnern zumindest auf Zeit gut zusammenarbeiten zu können.“
Wahlsiege in Ländern wichtig für Durchsetzung von Scholz-Politik
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Foto: SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert, Fotograf: Maximilian Neudert Quelle: spd.de
SPD-Generalsekretär – Stopp der EU-Vorschläge zu Atomkraft utopisch
Berlin, 08. Jan (Reuters) – SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat die Forderungen nach einem Stopp der EU-Kommissionsvorschläge zur Klassifizierung von Atomkraft und Gas als nachhaltige Energien als utopisch bezeichnet. „Einige unterschätzen leider massiv die formalen Hürden, vor denen wir stehen“, sagte Kühnert in einem am Samstag veröffentlichten Reuters-Interview. Der Kommissionsvorschlag zur Taxonomie könne im Rat nur mit den Stimmen von mindestens 20 Mitgliedsstaaten gestoppt werden. „Das ist völlig utopisch, da Deutschland zur Atomkraft beispielsweise eine klare Minderheitsposition unter den EU-Regierungen vertritt.“ Deshalb sei es klug von der Bundesregierung gewesen, den Kommissionsvorschlag frühzeitig so weit wie möglich zu beeinflussen. Gaskraftwerke würden nur als Übergangstechnologie eingestuft, wenn sie wasserstofftauglich seien.

„Dass Gas als Brücken-Energieträger gebraucht wird, ist keine Erfindung der Kommission, sondern findet sich so auch im Ampel-Koalitionsvertrag.“ Das könne jetzt niemanden ernsthaft überraschen, sagte er in Anspielung auf Kritik bei den Grünen. „Wir haben immer gesagt, dass wir das brauchen. Wie schnell wir Gas nicht mehr brauchen, hängt von unserem Energiebedarf ab und der Frage, wie schnell wir die Erneuerbaren ausbauen. Je schneller der Ausbau der Erneuerbaren und der Speicherkapazitäten, desto schneller und großflächiger können wir aus fossilen Energieträgern aussteigen.“
Kühnert sieht die SPD in der Debatte nicht in der Defensive. „Wir haben den Ausstieg aus der Atomenergie nicht nur forciert, sondern politisch durchgesetzt“, sagte er. „Und zum Gas haben wir keine romantische Beziehung, sondern sehen ganz nüchtern den Energiebedarf unserer Industriegesellschaft und den bisher schleppenden Ausbau von Erneuerbaren.“ Die Mehrzahl der Umweltverbände akzeptiere, dass Gas im Übergang gebraucht werde.
SPD-Generalsekretär – Stopp der EU-Vorschläge zu Atomkraft utopisch
Berufungsgericht – Aktionärsklage gegen Boeing wieder zugelassen
Washington, 08. Jan (Reuters) – Ein amerikanisches Berufungsgericht hat am Freitag eine 2019 eingereichte Aktionärsklage gegen den Flugzeugbauer Boeing Co wieder zugelassen. Bei zwei Abstürzen der Boeing 737 Max innerhalb von fünf Monaten waren 346 Menschen ums Leben gekommen.
Der Seafarers Pension Plan, die Altersversorgung für Seeleute in mehreren Ländern, hatte eine Klage gegen Führungskräfte und Vorstandsmitglieder des Unternehmens eingereicht, weil diese in Vollmachtsunterlagen für Aktionäre falsche und irreführende Angaben über die 737 Max gemacht hätten.

Der Richter eines US-Bezirksgerichts hatte die Klage zuvor abgewiesen. Er stützte sich dabei auf eine Boeing-Satzung, die dem Unternehmen das Recht gibt, darauf zu bestehen, dass Klagen gegen Boeing vor einem Gericht in Delaware eingereicht werden. Das Berufungsgericht hat diese Entscheidung nun aufgehoben.
Die durch die Abstürze ausgelöste Krise um die 737 Max kostete Boeing mehr als 20 Milliarden Dollar und führte zu einem 20-monatigen Flugverbot. Die 737 MAX wurde erst wieder in Betrieb genommen, nachdem das Unternehmen erhebliche Verbesserungen an der Software und der Ausbildung vorgenommen hatte.
Im November hatten sich derzeitige und ehemalige Vorstandsmitglieder von Boeing in einem separaten Rechtsstreit mit Aktionären auf einen Vergleich in Höhe von 237,5 Millionen Dollar. Im Januar 2021 stimmte Boeing einer Vereinbarung mit dem US-Justizministerium über einen Aufschub der Strafverfolgung im Zusammenhang mit den 737 MAX-Abstürzen in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar zu.
Berufungsgericht – Aktionärsklage gegen Boeing wieder zugelassen
Fed-Protokolle überschatten US-Jobdaten
Frankfurt, 07. Jan (Reuters) – Die Spekulationen auf eine aggressivere Straffung der Geldpolitik durch die Notenbank Fed setzen den Börsen erneut zu. Die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten nährten diese Furcht zusätzlich. Dax und EuroStoxx50 fielen am Freitag um jeweils mehr als ein halbes Prozent auf 15.918 beziehungsweise 4298 Punkte. US-Staatsanleihen gerieten ebenfalls unter Druck. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Neuneinhalb-Monats-Hoch von plus 1,762 Prozent. Dem konnten sich ihre deutschen Pendants nicht entziehen, die mit minus 0,042 Prozent knapp unter ihrem Zweieinhalb-Jahres-Hoch vom Donnerstag rentierten.
Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft ging im Dezember überraschend auf 199.000 von 210.000 im Vormonat zurück. Analysten hatten mit einem doppelt so hohen Plus gerechnet. Allerdings stiegen die Löhne um 0,6 statt der erwarteten 0,4 Prozent. Diese Zahlen dürften der US-Notenbank Fed nicht gefallen, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Das Tempo des Stellenaufbaus sollte ein schnelleres sein.“ Gleichzeitig steige durch die höheren Gehälter die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale.
Die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der jüngsten Fed-Beratungen hatten Investoren auf dem falschen Fuß erwischt, weil die Notenbanker unter anderem einen Abbau ihrer Wertpapierbestände diskutiert hatten. Um dies zu erreichen, kann sie das Geld aus auslaufenden Anleihen nicht mehr reinvestieren oder Papiere aktiv verkaufen.
ÖLPREIS STEIGT WEITER – BITCOIN ERNEUT IM MINUS
Unterdessen zog der Ölpreis erneut an. Die lloc verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 82,76 Dollar je Barrel (159 Liter). Grund hierfür seien Produktionsausfälle durch die Unruhen in Kasachstan sowie Lieferengpässe in Libyen wegen Wartungsarbeiten an einer Pipeline, sagte Analystin Louise Dickson vom Brokerhaus Rystad. Die Furcht vor einem Nachfrage-Rückgang durch die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus sei dagegen gewichen, warf Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades ein.

Abwärts ging es dagegen für Bitcoin das vier Prozent auf 41.450 Dollar verlor. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verhalte sich inzwischen ähnlich wie andere riskante Anlageklassen, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Wenn diese nachgäben gerate auch Bitcoin unter Druck und umgekehrt.
SAMSUNG HELLT STIMMUNG IN CHIP-BRANCHE AUF
Am Aktienmarkt griffen Investoren bei Chipwerten zu. So setzten sich die Titel von Infineon mit einem Plus von 1,8 Prozent an die Spitze des Dax. Rivale STMicro rückte in Paris 4,2 Prozent vor. Auftrieb erhielten die europäischen Firmen von den starken Samsung-Zahlen, sagte ein Börsianer. Dank eines Booms bei Speicherchips verbuchte der südkoreanische Konzern den höchsten operativen Gewinn seit vier Jahren. Samsung-Titel schlossen in Seoul 1,8 Prozent im Plus.
In London steuerten die Aktien von Aston Martin mit einem Plus von zeitweise gut sieben Prozent auf den größten Tagesgewinn seit fast einem Jahr zu. Der Sportwagenhersteller, für dessen Formel 1-Rennstall der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel fährt, steigerte seinen Umsatz 2021 um 82 Prozent.
Fed-Protokolle überschatten US-Jobdaten
LMM Deutschland expandiert mit erweitertem Team in 2022
Die LMM Deutschland mit Sitz in Frankfurt erweitert aufgrund der starken Nachfrage nach Vermögens- und Investmentcontrolling von Family Offices, Stiftungen und vermögenden Privatpersonen das Team in Frankfurt. Mit Matthias Ruppert (54) stößt zu der bisherigen Geschäftsführerin Melanie Kühlborn-Ebach, die mit dem Team aus Vaduz vor vier Jahren mit dem Aufbau der deutschen Niederlassung in Deutschland begann, ein neues Mitglied zur deutschen Geschäftsführung.
Ebenfalls neu in der Geschäftsführung ist Michael Hasler (35), Mitglied der Geschäftsleitung beim Stammhaus in Vaduz und für UHNWI-Kunden zuständig. Auf der Controlling- und Reportingseite verstärkt Daniela Stadtmüller (47) als Leiterin Investment Controlling das expandierende Deutschlandgeschäft. Sie wird von Nadja Deuse (49) in der Funktion als Vermögenscontrollerin unterstützt. «Ich freue mich, dass wir als unabhängiger Sparringspartner entlang des gesamten Bewirtschaftungsprozesses so viel Resonanz finden», erklärt Melanie Kühlborn-Ebach, Geschäftsführerin der LMM Deutschland. „Die Komplexität von Vermögensanlagen, steigende regulatorische Anforderungen, auch in Hinsicht auf ESG-Kriterien, sowie weiterhin volatile Märkte lassen viele Anleger nach einem Überblick suchen. Wir sind sozusagen der Navigator auf hoher See.“
Matthias Ruppert war zuvor von 2014 bis 2021 bei BNP Paribas, zuletzt als Key Client Relationshipmanager im Wealth Management. In seiner bisherigen Tätigkeit war er für das UHNWI-Segment zuständig. Dies umfasste die ganzheitliche Betreuung von Unternehmerkunden mit eigenem Single Family Office. Sein Schwerpunkt bei der LMM Deutschland wird die Akquisition und Betreuung von Kundenmandaten sein.
Daniela Stadtmüller verantwortet in Frankfurt das Investment Controlling und arbeitet eng mit dem Stammteam in Vaduz zusammen. Sie kommt von der Finvia WTS Vermögencontrolling GmbH, wo sie als Prokuristin im Bereich Vermögenscontrolling für vermögende Privatkunden, institutionelle Kunden und Stiftungen tätig war.
Nadja Deuse studierte an der Fachhochschule Frankfurt am Main Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Steuerrecht, Prüfungs- und Revisionswesen und war zuletzt als Investment Controller für die FINVIA WTS Vermögenscontrolling GmbH tätig.
„Mit diesem Team, das über langjährige und weitreichende Erfahrung verfügt, können wir in Deutschland den nächsten Schritt gehen“, kommentiert Jürg Meier, Co-Gründer und CEO der LMM Investment Controlling AG. „Immer mehr Kunden nutzen die Überwachung und Kontrolle durch einen unabhängigen Experten.
LMM Deutschland expandiert mit erweitertem Team in 2022
Foto/Quelle: LMM
Electrochaea schließt Serie-D-mit 36 Millionen Euro ab
Das Power-to-Gas-Unternehmen Electrochaea gab heute eine Kapitalbeteiligung des Europäischen Innovationsrat Fonds (EIC Fund) in Höhe von 14,9 Millionen Euro bekannt. Die Investition vervollständigt die Serie-D Finanzierungsrunde in Höhe von insgesamt 36 Millionen Euro. Diese wird vom Energietechnologieunternehmen Baker Hughes angeführt. Auch die Bestandsinvestoren MVP, die ENGIE-Tochter Storengy, btov, KfW, Energie 360°, Caliza und Focus First haben sich erneut beteiligt. Es ist die weltweit größte Finanzierungsrunde für ein Power-to-Methane-Unternehmen.
Ziel der Investitionsrunde ist es, die Skalierung und Kommerzialisierung der Technologie von Electrochaea weiter zu beschleunigen. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt und zur Marktreife geführt, mit der fossiles Erdgas ersetzt wird. Außerdem kann erneuerbare Energie in großen Mengen und über lange Zeiträume gespeichert und gleichzeitig CO2 wiederverwendet werden.

Der EIC Fund investiert in wegweisende, innovative Technologien aus Europa, die über ein sehr hohes marktwirtschaftliches Potenzial verfügen. Electrochaea stellt eine Schlüsseltechnologie bereit, um das Ziel der Netto-Null-Treibhausgasemissionen in Europa bis 2050 zu erreichen. Das zusätzliche Wachstumskapital wird für den Bau eines kommerziellen Großprojekts eingesetzt, das bereits im Rahmen des EIC-Accelerator-Programms mit 2,5 Millionen Euro gefördert wird.
Mit Hilfe der Biomethanisierung wird erneuerbares, klimaneutrales Methan in Gasnetzqualität unter Wiederverwendung von CO2 und grünem Wasserstoff erzeugt. Das erneuerbare Gas kann fossiles Erdgas ersetzen. Damit ist es möglich, einerseits die Treibhausgasemissionen erheblich zu reduzieren, andererseits aber auch Investitionen in die bestehende Gasverteilungs- und Speicherinfrastruktur abzusichern. So trägt Electrochaea erheblich zu einer sauberen Energiewirtschaft bei.
„Das Investment durch den EIC Funds wird Electrochaea befähigen, Kunden in ganz Europa und der Welt mit erneuerbarem Gas zu beliefern“, sagt Mich Hein, CEO von Electrochaea. „Technologien, die zu Netto-Null-Treibhausgasemissionen beitragen können, müssen unverzüglich auf den Markt gebracht und in größerem Maßstab eingesetzt werden. Unsere Technologie hat sich bereits in zwei Demonstrationsanlagen in Dänemark und in der Schweiz bewährt.“
„Electrochaea ist ein großartiges Beispiel dafür, wie der EIC Fund innovative Unternehmen im Bereich der Klimatechnologie dabei unterstützt, ihre Technologien auf den Markt zu bringen und die Ziele des Green Deals zu erreichen“, fügt Martin Bruncko, Mitglied des Investitionsausschusses des EIC Fund, hinzu. „Diese Finanzierung wird Electrochaea dabei unterstützen, in industriellem Maßstab erfolgreich erneuerbares Methan zu produzieren, das Erdgas ersetzt und im bestehenden Gasnetz gespeichert und transportiert werden kann.“
Mehr Informationen: www.electrochaea.com.
Electrochaea schließt Serie-D-mit 36 Millionen Euro ab
Foto/Quelle Electrochaea
PayFit erhält weitere 254 Millionen Euro
Das mit 1,82 Milliarden Euro bewertete Start-up baut bestehende Märkte aus – im Fokus: Deutschland
Mit PayFit können Unternehmen von einem bis 100 Mitarbeitenden alle Personaldaten zentral verwalten und so auch die Lohnabrechnung automatisch durchführen. Mit der neuen Series E Finanzierungsrunde in Höhe von 254 Millionen Euro von General Atlantic und bisheriger Investoren (Eurazeo, Bpifrance, Accel Ventures) baut PayFit die bestehenden Standorte – Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien – weiter aus und stellt europaweit 400 neue Mitarbeitende ein. Auch das Deutschland-Team von PayFit wird auf über 120 Mitarbeitende erweitert.
Diese Finanzierungsrunde bei PayFit ist die größte eines französischen HR-Tech Startups und beschert dem Unternehmen mit einer Bewertung von 1,82 Milliarden Euro erstmals den „Unicorn“-Status.
General Atlantic und bestehende Investoren legen nach
Die neue Finanzierungsrunde steht unter der Leitung des US-Fonds General Atlantic mit aktiven Beteiligungen der bestehenden Investoren Eurazeo, Bpifrance und Accel.
Das Startup wird die finanziellen Mittel vor allem in die Weiterentwicklung des Produkts und den Ausbau bestehender Märkte investieren. Das Unternehmen zählt bereits über 6.000 KMU zu seinem Kundenstamm und will seinen Umsatz im nächsten Jahr verdoppeln. Hierzulande unterhält das Unternehmen ein Büro in Berlin und hat zudem bundesweit Mitarbeitende. Am deutschen Standort soll das Team auf über 120 ausgebaut werden. Fokus beim Team-Ausbau liegt dabei vor allem auf den Bereichen Produktentwicklung, Kundenservice und Vertrieb.
Produkt mit Fokus auf digitale Personalprozesse und Lohnabrechnung
PayFit hilft vor allem kleineren Unternehmen ohne große HR-Abteilungen dabei, alle Personaldaten an einem Ort zu verwalten und so die Lohnabrechnung automatisiert und digital zu erledigen.
Istvan Laszloffy, Country Manager PayFit Deutschland, erklärt:
„Die meisten Unternehmen in Deutschland mit weniger als 100 Mitarbeitenden sammeln ihre Personaldaten in verschiedenen Excel-Tabellen und lagern die Lohnabrechnung an Steuer- oder Lohnbüro aus. Dabei besteht der Löwenanteil der Arbeit aus Sammeln, Aufbereiten und Korrigieren der Daten sowie aus dem Austausch innerhalb des Unternehmens, um diese zu verifizieren. Und genau dieser Teil bleibt auch beim Auslagern trotzdem im Unternehmen und somit auch Arbeitslast und Fehlerquellen. PayFit führt alle Personaldaten von Krankenkasse und Steuer ID über offene Urlaubstage bis hin zur letzten Gehaltserhöhung an einem digitalen Ort zusammen. So haben alle Beteiligten wie Geschäftsführer, Buchhalterin, Personaler oder Mitarbeiterin jederzeit Zugriff, volle Transparenz und wenig manuellen Aufwand. Nicht zuletzt kann die Lohnabrechnung dadurch komplett automatisiert erstellt werden.“
Firmin Zocchetto, CEO und Mitgründer des Unternehmens, erklärt:
„Die Markteinführung in Deutschland, Großbritannien, und in Spanien hat uns viele Wachstumsperspektiven eröffnet. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die neuen aufgenommenen Mittel für die Entwicklung unserer bestehenden Märkte zu nutzen, in denen unser Wachstumspotenzial immens ist. Mit PayFit haben wir ein skalierbares Unternehmen mit einem Modell aufgebaut, das uns erlaubt schnell zu wachsen und in dem Mitarbeitende gerne arbeiten, weil sie einen echten Einfluss auf unsere Kunden haben können. Diese Finanzierung wird es uns ermöglichen, das rasche Wachstum, das wir von Anfang an hatten, fortzusetzen.“
Chris Caulkin, Managing Director und Head of Technology für EMEA bei General Atlantic, kommentiert:
„PayFit hat ein innovatives und bahnbrechendes Produkt entwickelt, das die Anforderungen von KMUs in ganz Europa in den Bereichen Lohnabrechnung und Personalverwaltung erfüllt. Wir sehen große Wachstumsmöglichkeiten für das Unternehmen, vor allem mit der Erweiterung des Produkts und dem Ausbau von Marktanteilen in Frankreich und ganz Europa. Wir freuen uns, PayFit und sein Managementteam in diesem nächsten Kapitel zu unterstützen.“
PayFit ist die siebte Investition von General Atlantic in das französische Tech-Ökosystem in den letzten fünf Jahren.
Philipp Botteri, Partner beim langjährigen Investor Accel, resümiert die rasante Entwicklung PayFits: „Es ist erstaunlich, wie die Gründer Firmin, Florian und Ghislain das PayFit-Team von nur 40 Mitarbeitenden und 60 Kunden im Jahr 2017 – dem Jahr, in dem wir die Serie A-Finanzierung leiteten – auf mittlerweile ein Team von mehr als 700 Mitarbeitenden in vier europäischen Ländern und mit mehr als 6.000 Kunden skalieren konnten. Die einzigartige und flexible Cloud-Architektur von PayFit macht es möglich, die zentralen Personal- und Gehaltsabrechnungsbedürfnisse des großen, noch unterversorgten europäischen KMU-Marktes zu erfüllen. Ich bin gespannt, was das Team mit dieser neuen Finanzierung alles noch erreichen wird!“
Weitere Informationen finden Sie hier
Quelle Siccma Media GmbH







