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Exporte und deutsche Produktion, Meinungen von Ökonomen

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Berlin, 07. Jan (Reuters) – Die von hartnäckigen Materialengpässen geplagte deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im November überraschend gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,2 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Wachstum von 1,0 Prozent gerechnet. Überraschend gut gelaufen sind die Exporte. Diese legten im November um 1,7 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Hier hatten Ökonomen ein Minus von 0,2 Prozent erwartet.

Auftragszuwachs Illustration Meinung

Analysten sagten dazu in ersten Reaktionen:

JENS-OLIVER NIKLASCH, LBBW:

„Diese Zahlen erhellen die Konjunkturlage nicht unbedingt. Das Minus im Produzierenden Gewerbe geht auf die Energieproduktion zurück, die um über vier Prozent sank. Da können vielleicht wetterbedingte Ursachen eine Rolle gespielt haben. Optimisten freuen sich wahrscheinlich über die Zunahme im Kraftfahrzeugbau um über vier Prozent, Pessimisten könnten auf den Maschinenbau verweisen, der fast in derselben Größenordnung schrumpfte. Alles in allem passen die Zahlen aber zur Konjunktur: Wir haben eine große Corona-Lücke und das vierte Quartal 2021 hat nicht dazu beigetragen, diese Lücke kleiner werden zu lassen.“

THOMAS GITZEL, CHEFÖKONOM VP BANK:

„Die Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen und Vorprodukten lassen derzeit keine nachhaltige Erholung der Produktion zu. Dabei legte die Automobilproduktion im November um 4,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Allerdings verbuchten andere Branchen wie etwa der Maschinenbau ein Minus. Von der besser laufenden Produktion bei den Autobauern konnten daran angeschlossene Branchen also im November nicht profitieren.

Der Rückgang der Industrieproduktion ist auch gleichzeitig keine gute Nachricht für das deutsche Bruttoinlandsprodukt. Je schlechter die Industrieproduktion im Schlussquartal 2021 abschneidet, desto wahrscheinlicher wird ein neuerliches Abgleiten in die Rezession. Der Dienstleistungssektor litt bereits im vierten Quartal unter den hohen Infektionszahlen. Dabei sitzt die Industrie aufgrund des Materialmangels auf einem Berg nicht abgearbeiteter Aufträge. Würden sich die Verspannungen bei den Lieferketten lösen, könnte die Industrie Corona-bedingte Verluste im Dienstleistungssektor kompensieren.

Ob und wie schnell der Materialfluss in Gang kommt, ist die Millionen-Dollar-Frage des Jahres 2022. Zarte Hoffnungsschimmer auf eine Besserung gibt es. So hat sich der Schiffstau vor den großen Seehäfen in den USA und in China zuletzt verringert. Doch selbst in diesem günstigen Falle, bliebe noch ein weiteres Risiko. Die rasante Verbreitung der hochinfektiösen Omikron-Variante birgt die Gefahr hoher Krankenstände – und zwar weltweit. Letzteres könnte die Lieferketten erneut empfindlich stören und die Produktionsschwierigkeiten noch weiter verschärfen. Die Verwendung der vielen Konjunktive zeigt aber wie groß die Unsicherheit ist. Fakt ist derweil: Fließen Materialien wieder in ausreichendem Maße, kommt die Industrieproduktion kräftig voran.“

JÖRG KRÄMER, CHEFÖKONOM COMMERZBANK:

„Obwohl die Produktion im November überraschend etwas gesunken ist, zeichnet sich für das vierte Quartal gegenüber dem dritten Quartal ein Zuwachs ab. Das liegt besonders an der Autoindustrie, die ihre Produktion nach Verbandsangaben im Dezember vermutlich wegen eines nachlassenden Halbleitermangels zum dritten Mal in Folge steigern konnte. Ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal ist damit unwahrscheinlicher geworden. Allerdings ist es mit Blick auf das erste Quartal für eine Entwarnung zu früh. Denn die neue Corona-Welle dürfte die Lieferungen aus China erneut ins Stocken bringen und den Dienstleistungssektor hierzulande empfindlich einbremsen.“

ALEXANDER KRÜGER, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE:

„Nach dem überaus guten Vormonat ist der nochmalige Exportzuwachs ein beachtliches Ergebnis. Insgesamt sieht es nach einem schönen Quartalsplus aus. Zuletzt etwas verringerte Liefer- und Transportengpässe machen Mut, dass der Höhepunkt der Verspannungen vorüber ist. Auch wenn der Normalisierungsweg noch weit ist, wird das hohe Exportniveau 2022 wohl ausgebaut werden.“

Exporte und deutsche Produktion, Meinungen von Ökonomen

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7. Januar: Der Börsen Vormittag

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Update: 17:24

Frankfurt, 07. Jan (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:

17.16 Uhr – Der 550 Millionen Dollar schwere Kauf der Sport-Webseite The Athletic brockt der New York Times den größten Kurssturz seit dem Börsen-Crash vom März 2020 ein. Die Aktien des Zeitungsverlages fallen um mehr als elf Prozent auf 42,36 Dollar. Langfristig sei die Übernahme zwar sinnvoll, schreiben die Analysten vom Brokerhaus Guggenheim. Der Preis sei allerdings hoch und die notwendigen Investitionen ebenfalls.

15.15 Uhr – Die Anbindung der eigenen Software an die Werbeplattform des Online-Händlers Amazon beschert Marin einen Kurssprung. Die Aktien des Spezialisten für Digitalmarketing steigen im vorbörslichen US-Geschäft um 30 Prozent.

10.29 Uhr – Angebotssorgen treiben die Ölpreise weiter in die Höhe. Der Preis für die Nordseesorte Brent klettert um bis zu 1,2 Prozent auf 82,98 Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit mehr als sechs Wochen. Auch das US-Leichtöl WTI kostet mit bis zu 80,46 Dollar je Fass so viel wie zuletzt Mitte November. Es wurde in der Spitze 1,3 Prozent höher gehandelt. Laut Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch lassen vor allem Angebotssorgen die Ölpreise weiter steigen. Die Unruhen in Kasachstan schürten Befürchtungen, die dortige Ölproduktion könnte ebenfalls beeinträchtigt sein, erklärte der Experte. Kasachstan produziert laut Fritsch knapp 1,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag und gehört damit zu den größeren Produzentenländern innerhalb der OPEC+. Neben Kasachstan nährten aber auch zeitweilige Produktionsrückgänge in Libyen die Angebotssorgen, so der Experte.

10.01 Uhr – Besser als erwartet ausgefallene Umsätze im vierten Quartal und im Gesamtjahr geben STMicroelectronics Auftrieb. Die Aktien des französisch-italienischen Chipherstellers klettern in der Spitze um 4,7 Prozent auf 44,92 Euro, den höchsten Stand seit mehr als fünf Wochen.

08.43 Uhr – Der Gewinnsprung bei Samsung Electronics schiebt die Aktien von Halbleiterhersteller Infineon an. Die Titel legen bei Lang & Schwarz 1,3 Prozent zu und gehören damit zu den stärksten Dax-Werten. Samsung Electronics hat dank der hohen Nachfrage nach Speicherchips das höchste Betriebsergebnis seit vier Jahren eingefahren. Die Aktien gewannen knapp zwei Prozent.

07.52 Uhr – Für Bitcoin & Co geht es zum Wochenschluss weiter bergab: Die größte und älteste Cyber-Devise verliert bis zu fünf Prozent auf 40.959 Dollar und markiert damit den niedrigsten Stand seit mehr als drei Monaten. Ethereum fällt in der Spitze um knapp neun Prozent ebenfalls auf ein Drei-Monats-Tief von 3129 Dollar. Seit Jahresbeginn kommen Bitcoin und Ethereum damit bereits auf ein Minus von rund zehn beziehungsweise 14 Prozent. „Bitcoin hat seinen Weg ins Jahr 2022 verschlafen“, kommentiert Craig Erlam vom Brokerhaus Oanda. Anleger hatten sich zuletzt aus Furcht vor rasch steigenden Zinsen in den USA aus riskanteren Anlagen wie Kryptowährungen zurückgezogen.

07.40 Uhr – Nach einer Hochstufung steht Lanxess bei Lang & Schwarz an der MDax-Spitze. Die Aktien legen 1,6 Prozent zu. Barclays hat die Titel auf „Overweight“ von „Equal Weight“ heraufgesetzt und das Kursziel auf 70 (60) Euro erhöht.

Boerse Schaubild

7. Januar der Börsen Vormittag

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Der Börsen Vormittag vom 6.Januar 2022

Fed-Signale zur Geldpolitik verderben Anlegern die Laune

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Frankfurt, 06. Jan (Reuters) – Aus Furcht vor einer schärferen Straffung der US-Geldpolitik als erwartet ziehen sich Anleger aus den europäischen Aktienmärkten zurück. Dax und EuroStoxx50 fielen am Donnerstag um jeweils mehr als ein Prozent auf 16.099 beziehungsweise 4333 Punkte.

Auslöser dieser Verkäufe seien die Mitschriften der jüngsten Beratungen der US-Notenbank Fed, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. „Was die Märkte scheinbar auf dem falschen Fuß erwischt hat, war die Diskussion um eine Reduzierung der Bilanz, also den Entzug von Liquidität.“

Die Diskussion um das sogenannte Quantitative Tightening (QT) deute darauf hin, dass die Inflation der Fed-Führung größere Sorgen bereite als gedacht, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. „Es ist noch nicht so lange her, da sahen sie Zinserhöhungen frühestens 2024 und QT wurde nicht einmal erwähnt.“

BOND-RENDITEN ZIEHEN KRÄFTIG AN

Um ihre Wertpapierbestände abzubauen, kann eine Notenbank das Geld aus auslaufenden Anleihen nicht mehr reinvestieren oder aktiv verkaufen. Vor diesem Hintergrund flogen Staatsbonds aus den Depots. Dies trieb die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen US-Treasuries auf ein Neun-Monats-Hoch von plus 1,751 Prozent. Ihre deutschen Pendants rentierten mit minus 0,033 Prozent so hoch wie zuletzt vor gut zweieinhalb Jahren.

Am Aktienmarkt gerieten vor allem Technologiewerte unter die Räder. Der europäische Branchenindex steuerte mit einem Minus von bis zu 3,5 Prozent auf den größten Tagesverlust seit dem Kursrutsch nach dem Auftauchen der Omikron-Variante des Coronavirus Anfang Dezember zu. Eine steigende Inflation und höhere Zinsen entwerten Experten zufolge zukünftige Gewinne dieser wachstumsstarken Firmen. Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik machte auch die „Anti-Inflationswährung“ Gold unattraktiver. Das Edelmetall gab rund ein Prozent auf 1790 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) nach.

Portfoliomanager Carlos de Sousa vom Vermögensverwalter Vontobel bezeichnete die aktuellen Kursreaktionen jedoch als überzogen. „Die Tatsache, dass sie Quantitative Tightening diskutieren, bedeutet nicht, dass sie es auch tun werden.“

UNRUHEN IN KASACHSTAN TREIBEN ÖLPREIS

Aufwärts ging es dagegen mit dem Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 82,12 Dollar je Barrel (159 Liter). Als einen Grund nannte Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht die Unruhen in Kasachstan. „Das Land stemmt derzeit immerhin eine Ölförderung von 1,6 Millionen Barrel pro Tag.“

Das mittelasiatische Land ist außerdem der weltgrößte Exporteur von Uran. In Erwartung von Lieferausfällen und Preissteigerungen stiegen Investoren bei Förderern dieses für Atomreaktoren benötigten radioaktiven Materials ein. Der in den USA börsennotierte Global X-Fonds (ETF) auf diese Werte stieg vorbörslich um 1,6 Prozent.

ZUKAUF VON ALD KOMMT BEI ANLEGERN GUT AN

Stark gefragt waren auch die Aktien von ALD, die in Paris zeitweise zehn Prozent zulegten, so stark wie zuletzt vor mehr als einem Jahr. Die Autoleasing-Firma will für 4,9 Milliarden Euro den Rivalen LeasePlan übernehmen. Das Unternehmen verspricht sich von dem Deal eine Verbesserung des Reingewinns um fünf Prozent ab 2024. Die Titel der ALD-Mutter Societe Generale (SocGen) gewannen rund zwei Prozent.

In London drohte den Papieren von Dr. Martens mit einem Minus von bis zu 13 Prozent auf 366,6 Pence dagegen der größte Tagesverlust der Firmengeschichte. Die Investmentbank Goldman Sachs verkaufte nach eigenen Angaben im Auftrag des Finanzinvestors Permira 65 Millionen Aktien des Schuh-Herstellers zu je 395 Pence.

Fed-Signale zur Geldpolitik verderben Anlegern die Laune

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Qatar Airways will mehr als 600 Mio Dollar Schadenersatz von Airbus

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Update 17:16

Berlin, 06. Jan (Reuters) – Qatar Airways verlangt im Streit um mangelhafte Airbus-Flugzeuge Schadenersatz in Millionenhöhe. Die Fluggesellschaft Katars fordert Gerichtsunterlagen vom Donnerstag zufolge Entschädigung in Höhe von 618 Millionen Dollar. Dazu kämen vier Millionen Dollar pro Tag, bis die derzeit von der Flugaufsicht aus dem Verkehr gezogenen 21 Maschinen des Typs A350 wieder in Betrieb genommen werden könnten. Airbus erklärte, das Unternehmen werde die Beschwerde „vollumfänglich zurückweisen“. Die A350 habe keine Mängel, welche die Flugfähigkeit beeinträchtigten.

Qatar Airways hatte im Dezember Klage eingereicht. Ein solcher Rechtsstreit zwischen Fluglinie und Flugzeughersteller ist Branchenexperten zufolge ungewöhnlich. Die beiden Unternehmen streiten seit längerem, nachdem es zu Mängeln bei der Außenhaut von A350 gekommen ist. Bemängelt werden Veränderungen am Lack einiger Maschinen. Dazu kommt Korrosion am Blitzschutzsystem der Flugzeuge. Qatar Airways zufolge müsse wegen der Mängel 21 Maschinen des Typs A350 am Boden bleiben. Airbus dagegen geht davon aus, dass die Flugzeuge sicher sind, und wirft der Fluggesellschaft vor, das Thema ungerechtfertigterweise als sicherheitsrelevant zu behandeln.

Qatar Airways will mehr als 600 Mio Dollar Schadenersatz von Airbus

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Strompreis: Verbraucherzentrale kritisiert teure Neu-Tarife

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Düsseldorf, 06. Jan (Reuters) – Nach der Kündigung von Stromlieferverträgen durch Anbieter wie Stromio haben Verbraucherschützer die hohen Preis-Aufschläge von Grundversorgern für Neukunden scharf kritisiert. „Die einseitige Vertragskündigung von Stromio und die verzögerte Mitteilung an die Betroffenen ist aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW skandalös“, erklärte diese am Donnerstag. Die Haushalte stünden zwar nicht ohne Energie da, sondern rutschten automatisch in die Ersatzversorgung des kommunalen Energieanbieters. Doch einige Grundversorger verlangten nun von Neukunden Strompreise, die um ein Vielfaches höher lägen als die der Bestandskunden.

Im Zuge der Preisexplosion bei Strom und Gas haben mehrere Anbieter in den vergangenen Wochen den Kunden die Lieferverträge gekündigt. Allein im Fall von Stromio sprechen Verbraucherschützer von mehreren hunderttausend betroffenen Haushalten. Dem Vergleichsportal Check24 zufolge haben rund 260 Grundversorger neue Tarife ausschließlich für Neukunden eingeführt. Hier wurden die Preise um durchschnittlich 105,8 Prozent angehoben, was zu Zusatzkosten von 1735 Euro pro Jahr führe.

Strompreis

„Die Spaltung der Grundversorgung in Neu- und Bestandskunden widerspricht unserem Verständnis des freien Marktes und der Liberalisierung im Energiemarkt deutlich. Eine Bestrafung oder Schikanierung von Kundenkreisen, die ihren Anbieter gewechselt haben, kritisieren wir“, sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Wolfgang Schuldzinski. Allein mit den gestiegenen Beschaffungskosten sei dies nicht zu rechtfertigen. „Hier liegt der Verdacht nahe, dass Betroffene abgestraft werden sollen, die in der Vergangenheit den Grundversorgern den Rücken zugekehrt haben.“ Hinzu komme, dass durch das Abschmelzen der EEG-Umlage auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde der staatliche Anteil am Strompreis zum 1. Januar 2022 deutlich gesunken sei.

Strompreis: Verbraucherzentrale kritisiert teure Neu-Tarife

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Studie – Betrug mit Kryptowährungen auf Rekordniveau

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London, 06. Jan (Reuters) – Der Betrug mit Kryptowährungen hat im vergangenen Jahr einer Studie zufolge Rekordausmaße erreicht. Allerdings erhöhte sich auch das gesamte gehandelte Volumen von Cyberdevisen massiv. Laut Angaben der Marktforschungsfirma Chainalysis vom Donnerstag wurden 2021 bei kriminellen Machenschaften Kryptowährungen im Wert von 14 Milliarden Dollar veruntreut. Das sind 80 Prozent mehr als im Jahr davor und so viel wie noch nie. Das Gesamtvolumen im Krypto-Handel verfünffachte sich der Studie zufolge auf 15,8 Billionen Dollar.

Kryptowährungen und andere Finanzprodukte aus der Cyber-Welt wie Non-Fungible Tokens (NFT) hatten im vergangenen Jahr einen regelrechten Boom erlebt. Die größte und bekannteste Kryptowährung Bitcoin stieg 2021 auf ein Rekordhoch von knapp 69.000 Dollar und gewann in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 60 Prozent. Aktuell kostet ein Bitcoin 42.900 Dollar.

Cyberdevisen werden durch hochkomplexe Berechnungen von Computern erzeugt und im Gegensatz zu klassischen Währungen wie Euro oder Dollar nicht von Notenbanken kontrolliert. Wegen der Betrugsfälle sind Aufsichtsbehörden alarmiert. Sie warnen vor allem Privatleute vor möglichen Totalausfällen ihrer Krypto-Investments. Weltweit arbeiten Finanzaufseher deshalb an einer geeigneten Regulierung für die Branche.

Studie – Betrug mit Kryptowährungen auf Rekordniveau

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Vietnams Autobauer VinFast expandiert nach USA und Deutschland

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Hamburg/San Francisco, 06. Jan (Reuters) – Der vietnamesische Autobauer VinFast treibt seine Expansion voran und will künftig auch in den USA und Deutschland Elektroautos bauen. Das noch junge Unternehmen, bei dem im vergangenen Jahr für wenige Monate der ehemalige Opel-Chef Michael Lohscheller an der Spitze stand, kündigte am Donnerstag die Produktion von Batteriezellen und -packs für Elektrofahrzeuge in einem neuen Produktionskomplex in den USA an. Über einen „Mega-Standort“, an dem sowohl E-Autos als auch Elektrobusse vom Band laufen sollen, wolle VinFast noch in diesem Jahr entscheiden, sagte die neue Chefin Le Thi Thu Thuy der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der US-Technikmesse CES in Las Vegas.

Der Autobauer, der erst vor Kurzem mit dem Verkauf von batteriegetriebenen Fahrzeugen in Vietnam begonnen hat, will Ende 2024 mit der Produktion von E-Autos in den USA loslegen. In Vietnam wurde bereits mit dem Bau einer Batteriezellfabrik begonnen. Mit einem für nächstes Jahr weltweit geplanten Verkauf von 42.000 Elektroautos ist das Unternehmen aus Südostasien noch relativ klein. Zum Vergleich: Der US-Rivale Tesla steigerte sich 2021 um 87 Prozent auf 936.000 Fahrzeuge.

STANDORTSUCHE IN DEUTSCHLAND

Auch in Deutschland plant VinFast die Produktion von Elektroautos und -Bussen. Bei der Suche nach einem Standort kooperiere man mit der Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing des Bundes. „Die Ära, in der man Autos weltweit mit dem Schiff transportiert, ist vorüber, besonders seit es Covid-19 gibt“, erklärte Le Thi Thu Thuy. Die Fabriken müssten nahe an den Märkten sein, um die Kunden zu gewinnen. VinFast wolle qualitativ hochwertige E-Fahrzeuge und eine besondere Kundenerfahrung zu erschwinglichen Preisen anbieten. „Wir sind überzeugt, dass wir einen Platz im europäischen Markt finden, zumal die Umstellung auf E-Fahrzeuge in Europa glasklar ist.“

Auch andere asiatische Autobauer, vor allem aus China, haben sich auf den Weg gemacht, sich eine Scheibe von dem schnell wachsenden europäischen Markt für Elektroautos abzuschneiden. Unternehmen wie Nio, Li Auto und Xpeng haben ihre Fühler bereits ausgestreckt. Geely hat mit seinen Töchtern Volvo Cars, Lynk und Polestar bereits ein Standbein in Europa.

Vietnams Autobauer VinFast expandiert nach USA und Deutschland

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Auftragszuwachs der Industrie, Meinungen von Ökonomen

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Auftragszuwachs Illustration Meinung

Berlin, 06. Jan (Reuters) – Die deutsche Industrie hat sich im November dank der guten Auslandsnachfrage stärker als erwartet vom zuvor erlittenen Auftragseinbruch erholt. Die Unternehmen zogen 3,7 Prozent mehr Bestellungen an Land als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Wachstum von 2,1 Prozent gerechnet. In ersten Reaktionen hieß es dazu:

THOMAS GITZEL, CHEFVOLKSWIRT VP BANK:

„Der Auftragsverlauf ähnelt damit einer Berg- und Talbahn. Die Lieferschwierigkeiten bei vielen Produkten führen zu Produktionsunterbrechungen. Wird weniger produziert, leidet in weiterer Folge auch der Bedarf an Vorprodukten und Rohstoffen. Ganz ungetrübt ist deshalb der kurzfristige Ausblick für die deutsche Industrie nicht mehr. Daran ändern auch die wieder besseren November-Daten zu den Auftragseingängen nichts.

Doch ganz grundsätzlich gilt: Der ökologische Umbau der Industrie und die Digitalisierungswelle sind langfristig gute Nachrichten für die deutsche Industrie. Auch die Investitionspläne der deutschen Bundesregierung helfen dem verarbeitenden Gewerbe. Die Auftragsbücher werden trotz kurzfristiger Rückschläge auf Sicht der kommenden Jahre gut gefüllt bleiben.“

JÖRG KRÄMER, COMMERZBANK-CHEFVOLKSWIRT:

„Es war klar, dass sich die Auftragseingänge im November erholen würden, nachdem sie im Oktober um 5,8 Prozent eingebrochen waren. Aber der Trend weist bei den Auftragseingängen noch nach unten. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Bestände nicht abgearbeiteter Aufträge laut Daten des Ifo-Instituts so hoch sind wie zuletzt Anfang der 60er Jahre. Diesen Auftragsberg werden die Industrieunternehmen durch ein kräftiges Hochfahren ihrer Produktion abarbeiten, wenn sich die Materialengpässe ab dem Frühsommer mit sinkenden Corona-Zahlen deutlich entspannen. Erste Anzeichen einer Entspannung gibt es in der Autoindustrie, die ihre Produktion nach Verbandsangaben bereits zwei Monate in Folge steigern konnte.“

ALEXANDER KRÜGER, CHEFVOLKSWIRT HAUCK AUFHÄUSER LAMPE:

„Der Anstieg ist ein Reflex auf den äußerst schwachen Vormonat, er gleicht den dortigen Rückgang aber nicht aus. Die Auftragsbücher sind weiter voll, so dass die Perspektive unverändert stimmt. Erfreulich ist vor allem die Belebung des Auslandsgeschäfts, zumal Lieferengpässe abzunehmen scheinen. Bis die Lieferlogistik aber reibungsloser funktioniert, ist das erste Halbjahr wohl vorüber. Es bleibt zu hoffen, dass die Industrie von harten Quarantäne-Regeln verschont bleibt.“

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Auftragszuwachs der Industrie, Meinungen von Ökonomen

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Aufträge der deutschen Industrie ziehen unerwartet deutlich an

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Berlin, 06. Jan (Reuters) – Die deutsche Industrie hat sich im November dank der guten Auslandsnachfrage stärker als erwartet vom zuvor erlittenen Auftragseinbruch erholt. Die Unternehmen zogen 3,7 Prozent mehr Bestellungen an Land als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Wachstum von 2,1 Prozent gerechnet. Im Oktober hatte es noch einen Rückgang von 5,8 Prozent gegeben. „Für die konjunkturellen Aussichten liefert dies einen positiven Impuls, wenngleich die wirtschaftliche Aktivität durch bestehende Lieferengpässe weiterhin belastet wird“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu.

Für das positive Abschneiden sorgte im November allein die anziehende Auslandsnachfrage: Die Aufträge von dort stiegen um 8,0 Prozent zum Vormonat. Dabei legten die Bestellungen aus der Euro-Zone mit 13,1 Prozent besonders deutlich zu, während die aus dem restlichen Ausland um 5,0 Prozent kletterten. Die Bestellungen aus dem Inland gaben dagegen um 2,5 Prozent nach. Positiv entwickelt haben sich im November auch die Umsätze in der Industrie: Sie lagen um real um 4,2 Prozent höher als im Vormonat, blieben aber um 3,4 Prozent unter ihrem Vorkrisenniveau von Februar 2020.

Die Industrie hat eigentlich genügend Aufträge, um ihre Produktion auf Hochtouren laufen zu lassen. Allerdings fehlen wichtige Vorprodukte wie beispielsweise Mikrochips, die in zahlreichen Gegenständen – von Autos bis Haushaltsgeräten – enthalten sind. Der Materialmangel in der Industrie hat sich Ende 2021 nochmals verschärft: 81,9 Prozent der Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen, so viele wie noch nie. Da die Probleme noch eine Weile anhalten dürften, wird der Aufschwung in diesem Jahr nach Prognose führender Institute kleiner ausfallen als bislang angenommen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) etwa senkte seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandproduktes 2022 von 5,1 auf 4,0 Prozent. 

Aufträge der deutschen Industrie ziehen unerwartet deutlich an

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6. Januar Donnerstag Börsen Vormittag

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Update 17:59

Frankfurt, 06. Jan (Reuters) Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:

17.47 Uhr – Nachlassende Spekulationen auf Lieferengpässe bei Uran schicken die Aktien von Förderern dieses für Atomreaktoren benötigten radioaktiven Materials auf Talfahrt. An der Wall Street fallen die Aktien von Uranium Energy oder Energy Fuels um bis zu 6,1 Prozent. Der börsennotierte Global X-Fonds (ETF) auf diese Werte fiel um gut vier Prozent. Vorbörslich hatten deren Kurse zugelegt. Kazatomprom zufolge, dem weltgrößten Uran-Förderer, würden der Minenbetrieb und Export bislang nicht von den Unruhen in Kasachstan beeinträchtigt. Das mittelasiatische Land ist der weltgrößte Exporteur von Uran.

16.20 Uhr – Die Plan des Großaktionärs Amazon zur Entwicklung von Elektro-Transportern gemeinsam mit Stellantis schickt Rivian auf Talfahrt. Die Aktien des Elektrolaster-Anbieters fallen um fast elf Prozent und sind mit 80,46 Dollar so billig wie noch nie seit dem Börsengang vor zwei Monaten. Einer Pflichtveröffentlichung zufolge will der Online-Händler Amazon bis zu 100.000 Transporter von Rivian kaufen. Die in den USA notierten Titel der Opel-Mutter Stellantis steigen um 1,6 Prozent.

14.46 Uhr – Ein möglicher Verkauf des TV-Senderkette CW Network gibt den beiden Eigner AT&T und Viacom Auftrieb. Die Aktien des Telekom-Anbieters und des Medienkonzerns steige im vorbörslichen US-Geschäft um bis zu zwei Prozent. Dem „Wall Street Journal“ zufolge denken die beiden Firmen über einen Teilverkauf und einen Komplett-Ausstieg nach. Ein möglicher Käufer sei Nexstar Media, deren Titel 5,4 Prozent abrutschten.

12.55 Uhr – Die Ausschreitungen im benachbarten Kasachstan lasten auf der russischen Börse. Investoren ziehen sich unter anderem aus dem Rubel zurück. Im Gegenzug steigt der Dollar um 0,7 Prozent auf ein Neun-Monats-Hoch von 77,35 Rubel. Der Euro gewinnt ähnlich stark und ist mit 87,50 Rubel so teuer wie zuletzt vor vier Monaten. Der Moskauer Aktienindex rutscht um 2,5 Prozent ab.

10.32 Uhr – Spekulationen über eine mögliche Supermarkt-Fusion von Auchan und Carrefour schieben die Carrefour-Aktien weiter an. Die Titel steigen in der Spitze um 5,6 Prozent auf 18,22 Euro, den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Mittwoch berichtet, der französische Einzelhandelsriese Auchan erwäge einen neuen Anlauf zur Übernahme des größeren börsennotierten Konkurrenten. Daraufhin hatten Carrefour bereits rund fünf Prozent zugelegt. Verhandlungen zwischen Auchan und Carrefour waren im Oktober ergebnislos abgebrochen worden. Damals hatte Auchan den Carrefour-Aktionären 21 Euro je Aktie, insgesamt 16,6 Milliarden Euro, in Aussicht gestellt.

10.11 Uhr – Der Verkauf der Beteiligung am US-Werbetechnologie-Unternehmen VideoAmp gibt RTL Auftrieb. RTL-Aktien steigen gegen den negativen Markttrend um knapp ein Prozent und sind damit größter SDax-Gewinner. Der Preis für den Anteil von knapp 8,6 Prozent an der Software- und Daten-Firma beläuft sich auf 104 Millionen Dollar in bar (92 Millionen Euro). „Das ist zwar eine eher kleinere Transaktion, aber ein netter Buchgewinn“, sagte ein Händler. Der Verkauf an sich sei nicht überraschend, da sich RTL mehr auf seine Kernaktivitäten konzentrieren wolle.

09.37 Uhr – Der stärkere Dollar macht den Metallpreisen zu schaffen. Kupfer verbilligt sich um 1,7 Prozent auf 9537 Dollar je Tonne. Je teurer die Weltleitwährung, desto unattraktiver wird der zumeist in Dollar abgerechnete Kauf von Rohstoffen für Investoren. Anleger sorgen sich laut Börsianern zudem darum, dass eine zu rasche Anhebung der Zinsen in den USA die Konjunkturerholung abwürgen könnte.

09.22 Uhr – Spekulationen auf schneller steigende Zinsen in den USA stützen den Dollar. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, rückt in der Spitze um 0,2 Prozent auf 96,3870 Punkte vor. Der Euro rutscht mit 1,1297 Dollar knapp unter die Marke von 1,13 Dollar. Aus den am Mittwoch veröffentlichten Fed-Protokollen geht hervor, dass die US-Notenbank über eine womöglich raschere Anhebung der Zinsen nachdenkt.

07.50 Uhr – Aus Furcht vor rasch steigenden Zinsen in den USA ziehen sich Investoren aus riskanteren Anlagen wie Kryptowährungen zurück. Bitcoin fällt am Donnerstag in der Spitze um 2,7 Prozent auf 42.413 Dollar, den niedrigsten Stand seit knapp fünf Wochen. Für Ethereum geht es mehr als vier Prozent bergab, die Cyber-Devise ist mit 3403 Dollar so billig wie seit knapp drei Monaten nicht mehr. Ausgelöst wurden die Zinsspekulationen von den am Mittwoch veröffentlichten Fed-Protokollen. Die US-Notenbank denkt angesichts des Inflationsschubs über eine womöglich schnellere Anhebung der Zinsen nach. „Das Abdrehen des Geldhahns lässt Krypto Assets wieder unattraktiver werden“, konstatiert Timo Emden von Emden Research. 

Nach der Veröffentlichung der Fed-Protokolle dürfte der Dax Berechnungen von Banken
und Brokerhäusern zufolge am Donnerstag niedriger starten. Die US-Notenbank denkt angesichts des Inflationsschubs über eine womöglich raschere Anhebung der Zinsen nach. Die Wall Street beendete den Handel am Mittwoch deutlich im Minus. Der Dax hatte noch vor Veröffentlichung der Protokolle den dritten Tag in Folge im Plus geschlossen. Er war
um 0,7 Prozent auf 16.271 Punkte vorgerückt.

Neben der Fed stehen am Donnerstag auch Konjunkturdaten im Fokus. Ihr Augenmerk richten Börsianer vor dem Hintergrund explodierender Energiepreise und Lieferketten-Problemen auf die deutschen Inflationsdaten. Analysten erwarten für Dezember einen
leichten Rückgang auf 5,1 Prozent im Jahresvergleich. Am Morgen werden außerdem die Auftragseingänge der deutschen Industrie veröffentlicht. Hier sagen Experten für November ein Plus von 2,1 Prozent voraus, nach einem Minus von 6,9 Prozent im Vormonat. Wenige Stunden später stehen vergleichbare Daten aus den USA auf dem Programm. Hier hat sich der Anstieg
voraussichtlich auf 1,5 von einem Prozent beschleunigt.

Schlusskurse europäischer Indizes Stand am vorangegangenen Handelstag
Dax 16.271,75
Dax-Future 15.972,00
EuroStoxx50 4.392,15
EuroStoxx50-Future 4.288,50

Schlusskurse der US-Indizes am Stand Veränderung
vorangegangenen Handelstag
Dow Jones 36.407,11 -1,1 Prozent
Nasdaq 15.100,17 -3,3 Prozent
S&P 500 4.700,58 -1,9 Prozent

Asiatische Indizes am Stand Veränderung
Donnerstag
Nikkei 28.487,87 -2,9 Prozent
Shanghai 3.590,50 -0,1 Prozent
Hang Seng 22.821,81 -0,4 Prozent

06. Januar Boersen Vormittag

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