Freitag, März 27, 2026
Start Blog Seite 5568

Mit kurzen Laufzeiten gegen steigende Zinsen vorgehen

0
esg

Die Märkte preisen eine straffere Politik der Zentralbanken ein, doch solange keine Klarheit über die Inflation besteht, ist es schwer zu sagen, ob die Zinsen ihren Höhepunkt erreicht haben. Das europäische Wachstum hängt stärker von hohen Energiepreisen ab. Daher sehen wir in Euro-Investment-Grade-Strategien mit kurzen Laufzeiten eine Chance, einen Puffer gegen steigende Zinsen zu schaffen. Anleger könnten auch einen ESG-Ansatz für dieses Engagement in Betracht ziehen. ESG-Screening und Indexoptimierung können die Performance auch in schwierigen Zeiten verbessern, wie wir sie im ersten Quartal 2022 erlebt haben.

Sicherheit geht in Europa vor

Die Inflation befindet sich auf einem historisch hohen Niveau und viele Zentralbanken scheinen hinter der politischen Kurve zu liegen. Der Druck, mit der Normalisierung der Zinssätze zu beginnen, ist akut – siehe unseren Q2 Bond Compass: Lösungen für ein neues Zinsregime für weitere Informationen zu diesem Thema. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Normalisierungsprozess noch nicht eingeleitet. Die Märkte gehen davon aus, dass die EZB wie die US-Notenbank (Fed) und die Bank of England (BoE) die Zinsen aggressiv anheben wird. In den ESTR-Terminkontrakten wird eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte bis Ende 2022 und um 130 Basispunkte in den kommenden 12 Monaten eingepreist.  

Während es unbestreitbare Argumente für eine Anhebung der Leitzinsen aus dem negativen Bereich zu geben scheint, könnte es für die EZB aus mehreren Gründen schwieriger sein, einen aggressiven Straffungszyklus einzuleiten:

Institutionelle Zurückhaltung:

Seit dem „Politikfehler“ von 2011 ist die EZB eher vorsichtig und hält die Zinsen seit 2014 im negativen Bereich. Während die Fed und die BoE 2017 ihre Politik strafften, hielt die EZB die Zinsen konstant, obwohl der Verbraucherpreisindex auf einem Niveau lag, das mit ihrem Ziel übereinstimmte, und die EU-Messung der wirtschaftlichen Einschätzung den höchsten Stand seit 2000 erreichte. 

Ende der Ära der Anleihekäufe:

Die EZB hat seit 2015 weiter  Staatsanleihen gekauft. Die jüngsten Signale der EZB deuten allerdings darauf hin, dass die Käufe Anfang Juli 2022 eingestellt werden sollen. Dies ist bereits ein Schock für das System, da die Renditen steigen und die Spreads zwischen Kern und Peripherie ausufern. Die EZB hat ihre Anleihekäufe im Rahmen des Programms zum Ankauf öffentlicher Schuldtitel in den letzten Wochen sogar noch ausgeweitet. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass das Programm zum Ankauf von Pandemieanleihen ausläuft, aber auch, um den Marktbewegungen entgegenzuwirken. Denn der Anstieg der Staatsanleihenrenditen verschärft die monetären Bedingungen im Euroraum effektiv.

Wachstumsrisiken:

Die Bekämpfung der Inflation mag das Ziel der EZB sein, allerdings ist ein Großteil des Anstiegs des Verbraucherpreisindex auf die Energiepreise zurückzuführen. Diese und andere globale kostentreibende Faktoren der Inflation können nicht durch die Steuerung der Gesamtnachfrage in der Wirtschaft kontrolliert werden. Vielmehr werden die höheren Energiepreise und die geringere Verfügbarkeit einiger Ressourcen die Nachfrage beeinträchtigen. Schwächere Unternehmens- und Verbraucherumfragen deuten auf Wachstumsrisiken hin, die der EZB Anlass zur Sorge geben könnten.

EZB-Programm zum Ankauf von Staatsanleihen schaltet einen Gang höher

Kurz gesagt, der Markt preist jetzt ein erhebliches Maß an Straffung ein und es besteht das Risiko, dass die EZB dies nicht bestätigt. Ein wesentliches Hindernis für Investitionen am vorderen Ende der Kurve im Euroraum war die fehlende Umlaufrendite: Trotz des Ausverkaufs am Anleihemarkt rentiert die zweijährige deutsche Staatsanleihe immer noch nur knapp über 10 Basispunkte. 

Eine Möglichkeit, die Umlaufrendite zu erhöhen, besteht darin, sich auf Investment-Grade-Kredite zu konzentrieren. Die Rendite des Bloomberg EUR Corporate 0-3 Year Index liegt bei über 95 Basispunkten und damit auf dem höchsten Stand seit Mitte 2014, wenn man den Anstieg in Zusammenhang mit dem Covid 2020 außer Acht lässt. Die Renditeabstände zu Staatsanleihen haben sich auf den höchsten Stand seit Q1 2013 ausgeweitet, wenn man den 2020er-Spike außer Acht lässt.

Dies gilt trotz der Tatsache, dass die Einstellung der EZB-Anleihekäufe angesichts der relativen Höhe der gekauften Beträge für Staatsanleihen schädlicher sein wird als für Unternehmensanleihen und deutet darauf hin, dass die Märkte eine deutliche Konjunkturabschwächung bereits eingepreist haben. Die Anzeichen für finanziellen Stress halten sich bislang in Grenzen: Das Verhältnis von Heraufstufungen zu Herabstufungen bei Moody’s fiel im ersten Quartal 2022 auf 0,56, stieg dann aber im zweiten Quartal wieder auf 1,67. Bei S&P blieb das Verhältnis in beiden Quartalen deutlich über 2.

ESG immer noch auf dem Vormarsch

Für diejenigen, die über eine Rückkehr zu Investment-Grade-Anlagen nachdenken, könnte es an der Zeit sein, ESG zu berücksichtigen. Im Jahr 2021 wiesen 13 der 14 aufgelegten OGAW-Kredit-ETFs eine Art von ESG-Screening auf.   Der Aufschwung von ESG wurde Anfang des Jahres durch die Invasion in der Ukraine in Frage gestellt, die zu einer Outperformance in den typischerweise nicht ESG-konformen Sektoren Energie und Verteidigung führte. Es gibt jedoch unterschiedliche Ansätze für ESG. 

Der Ansatz von State Street Global Advisors für festverzinsliche ETFs besteht darin, in Zusammenarbeit mit Bloomberg eine Reihe von Indizes zu erstellen, die die Merkmale der Standard-Benchmarks ohne ESG widerspiegeln. Auf diese Weise können diese Engagements für Kernbestände verwendet werden, während gleichzeitig das ESG-Rating des Portfolios verbessert wird.

Das Screening und die anschließende Optimierung des Index, um sowohl die ESG-Bewertung zu maximieren als auch die Merkmale an die des Mutterindex anzunähern, hat ebenfalls zur Performance beigetragen. Der Bloomberg SASB Euro Corporate 0-3 Year ESG Ex Controversies Select Index, der Index, der unserem neu aufgelegten ESG-Fonds mit kurzer Laufzeit zugrunde liegt, hat den Bloomberg EUR Corporate 0-3 Year Index im bisherigen Jahresverlauf trotz des nicht ESG-freundlichen Hintergrunds um 14 Basispunkte übertroffen. 

Wie man dieses Thema spielt

Anleger, die Zugang zum ESG-Thema für Unternehmen mit einer Laufzeit von 0-3 Jahren suchen, können dies mit SPDR ETFs tun. Um mehr über unsere neuen ETFs zu erfahren, klicken Sie auf den nachstehenden Link, um die Seiten der Fonds zu besuchen.

SPDR Bloomberg SASB 0-3 Year Euro Corporate ESG UCITS ETF

Erfahren Sie mehr

Wenn Sie mehr über unser Angebot an festverzinslichen ESG-ETFs erfahren möchten, lesen Sie bitte unseren Überblick, der die SASB-Methodik erläutert und zeigt, wie Anleger diese Engagements im aktuellen Umfeld nutzen können. 

Überblick über die SPDR Fixed Income ESG ETF-Palette

Bild pixabay

1)Euro Short-Term Rate forwards. Source Bloomberg Finance L.P. as of 28 April 2022.

Quelle Fullstop PR GmbH

Ehemaliger Amazon-Manager unterstützt Skalierung von Logistiktechnologie

0
Forto

Forto ernennt Alex Mallet zum Executive Vice President of Engineering

Forto, ein Anbieter von digitalisierten Speditions- und Supply-Chain-Lösungen, gibt heute die Ernennung von Alex Mallet zum Executive Vice President of Engineering bekannt. Mallet verfügt über 20 Jahre Erfahrung mit der Skalierung internationaler Plattformen und wird die globale Expansion von Forto weiter vorantreiben.

Zuvor hatte er bei Amazon über zehn Jahre lang globale Software-Entwicklungsteams geleitet und die internationale Expansion des E-Commerce-Geschäfts unterstützt, zuletzt als Director of Software Development im Berliner Büro. Bevor er zu Amazon kam, war Alex Mallet mehr als 12 Jahre bei Microsoft in einer Vielzahl von Software-Engineering- und Management-Positionen für ein breites Spektrum an Microsoft-Produkten und -Diensten tätig. Bei Forto wird Mallet das Team von Ingenieuren und Technologieexperten leiten, das die Logistik-Technologieplattform des Unternehmens entwickelt.

„Alex Mallet besitzt langjährige Erfahrung mit der Skalierung globaler Software-Services, der Nutzung von Technologien zur Verschlankung von Betriebsabläufen und KI-basierten Optimierung von Geschäftsergebnissen”, kommentiert Erik Muttersbach, CTO und Co-Founder von Forto. „Diese Expertise, kombiniert mit seinem Kundenfokus und seiner Leidenschaft für Technologie, macht ihn zu einer starken Ergänzung des Forto-Teams in unserer nächsten Phase.”

Alex Mallet ergänzt: „Die Digitalisierung der Logistik ist ein perfektes Beispiel für die Zusammenführung der digitalen und der physischen Welt. Was wie ein einfacher Prozess aussieht, bei dem Waren von Punkt A nach B transportiert werden, erfordert in Wirklichkeit eine aufwendige Orchestrierung. Intelligente Technologien können diese Komplexität auf effiziente Weise bewältigen – sei es durch Automatisierung oder das Schaffen von Transparenz durch ausgeklügelte Datenanalysen für eine bessere, proaktive Entscheidungsfindung.”

Über Fortos Plattform lässt sich der gesamte Prozessablauf weltweiter Lieferketten digital managen: Von Angeboten über Buchungen, Dokumentenverwaltung sowie Track and Trace bis hin zur proaktiven Freistellungsverarbeitung und -analyse. Das Ergebnis ist eine transparente und nahtlose Supply Chain. Das 2016 gegründete Unternehmen gestaltet den globalen Warenverkehr von weltweit 16 Standorten sicherer und verhilft der Logistikbranche zugleich zu mehr Nachhaltigkeit.

Über Forto

Forto verfolgt die Vision, eine hochtransparente, reibungslose und nachhaltige digitale Lieferkette zu schaffen. Die Plattformtechnologien von Forto adressieren den gesamten Prozessablauf, von Angebot, Buchung, Dokumentenverwaltung, Tracking und Tracing bis hin zu proaktiver Freistellungsverarbeitung und -analyse, und unterstützen Kunden mit mehr Transparenz, Einblick und Kontrolle.

Führende Hersteller und E-Commerce-Marken gehören zu den 2.500 Kunden, die Fortos digital fokussierte Angebote als Teil ihrer Lieferkette nutzen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin beschäftigt derzeit mehr als 750 Mitarbeiter an 16 Standorten in Europa und Asien, darunter Büros in Berlin, Kopenhagen, Hamburg, Ho-Chi-Minh-Stadt, Madrid, Rotterdam, Singapur, Hongkong und Shanghai.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.forto.com

Quelle Piabo PR Gmb

Volkswirte zum Zins-Stakkato der Bank of England

0
Bank of England Auslandsgeschäft

London, 05. Mai (Reuters) – Die Zentralbank in London stemmt sich mit der vierten Zinsanhebung binnen sechs Monaten gegen die hohe Inflation. Die Bank of England (BoE) erhöhte den Leitzins am Donnerstag um einen Viertel Punkt auf 1,0 Prozent. Eine solch rasche Abfolge geldpolitischer Straffungsschritte hat es seit einem Vierteljahrhundert im Vereinigten Königreich nicht mehr gegeben. Ökonomen sagten dazu in ersten Reaktionen:

ULRICH WORTBERG, HELABA:

„Die BoE hat sich – ähnlich wie die Fed – der Inflationsbekämpfung verschrieben und den Basiszins zum vierten Mal in Folge erhöht. Damit liegt er auf dem höchsten Niveau seit 13 Jahren. Wir halten angesichts der erhöhten Inflations- und Lohnsteigerungsraten weitere Maßnahmen für gerechtfertigt. Dabei befinden sich die Währungshüter in einem Dilemma: Einerseits zwingen sie die auf einem 30-Jahreshoch liegende Inflation und die Sorgen vor einer Lohn-Preis-Spirale zum Handeln, andererseits sind die wirtschaftlichen Risiken mit dem Ukraine-Krieg gestiegen. Die Erwartungen bezüglich der BoE-Zinsen sollten aber nicht zu hoch geschraubt werden, denn die Notenbanker erwarten ein leicht schrumpfendes BIP im Jahr 2023.“

ALEXANDER KRÜGER, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE PRIVATBANK:

„Die Bank of England singt im Leitzinserhöhungs-Chor weiter mit. Allerdings ist sie leiser hörbar als die Fed. Das dürfte vorerst auch so bleiben. Die Notenbank hält eine weitere geldpolitische Straffung weiter für notwendig. Wegen hoher Konjunkturgefahren wird sie nur vorsichtig an der Zinsschraube drehen. Kleine Zinsschritte sind somit deutlich wahrscheinlicher als große.“

Volkswirte zum Zins-Stakkato der Bank of England

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Voller Zugriff auf China-Geschäft lässt BMW-Kassen klingeln

0

München, 05. Mai (Reuters) – Die Vollkonsolidierung des China-Geschäfts lässt die Kassen beim Münchner Autobauer BMW klingeln. Hinzu kam die weiterhin hohe Nachfrage nach Premiumfahrzeugen, welche die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen nach oben treibt. „Noch nie in der Geschichte unseres Unternehmens hatten wir mehr Vorbestellungen als heute“, sagte BMW-Chef Oliver Zipse am Donnerstag. Insbesondere bei den vollelektrischen Fahrzeugen seien die Auftragsbücher auf Monate hinaus gefüllt. „Die Märkte signalisieren uns, dass diese hohe Nachfrage anhält“, sagte Zipse. 

Angesichts der Knappheit bei Halbleitern konzentrieren sich Autobauer weltweit auf die besonders margenstarken Fahrzeuge. Mit einer schnellen Entspannung der Chipkrise sei nicht zu rechnen, sagte Zipse. Frühestens in der zweiten Jahreshälfte werde sich die Lage bessern. „Mit einer grundsätzlichen Knappheit werden wir aber auch 2023 noch umgehen müssen.“ Eine schnelle Entspannung für Autokäufer ist bei den Preisen nicht in Sicht: Eine Stabilisierung der Verkaufspreise sei möglicherweise erst Richtung Jahresende zu erwarten, sagte Finanzchef Nicolas Peter. 

Neben der Chipkrise und Lockdowns in China machen die steigenden Preise auf den Energie- und Rohstoffmärkten BMW zu schaffen. „Der Krieg in der Ukraine und der Anstieg der Inflationsrate könnten diese Entwicklung weiter verschärfen“, hieß es. Peter sagte, allein für dieses Jahr sei mit Zusatzkosten im mittleren dreistelligen Millionenbereich zu rechnen. An der Prognose halte das Unternehmen dennoch vorerst fest. „Unabhängig davon bleibt die Situation unsicher. Dies erschwert eine genaue Prognose für das Jahr 2022 deutlich.

MILLIARDEN-BUCHGEWINN DANK BBA-VOLLKONSOLIDIERUNG

BMW erwirtschaftete in den ersten drei Monaten mit 31,1 Milliarden Euro 16,3 Prozent mehr Umsatz als vor Jahresfrist. Der Betriebsgewinn legte um 12,1 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu. Der Konzernüberschuss schnellte sogar auf 10,2 Milliarden Euro nach oben und lag damit mehr als dreimal so hoch wie vor Jahresfrist. Dabei spielte vor allem die Vollkonsolidierung des chinesischen Gemeinschaftsunternehmens BBA mit Brilliance eine Rolle. 

Den Buchgewinn bezifferte Peter auf 7,66 Milliarden Euro. Zudem erhielt BMW Zugriff auf fünf Milliarden Euro aus der Kasse des Gemeinschaftsunternehmens. BMW hatte im Februar grünes Licht für die seit längerem geplante Übernahme der Mehrheit an BBA erhalten. Jefferies-Analyst Philippe Houchois schrieb dazu, dieser Effekt mache eine Bewertung der Zahlen zwar schwieriger, aber „diese Zahlen sehen so aus, als ob die Erwartungen signifikant übertroffen wurden.“

Voller Zugriff auf China-Geschäft lässt BMW-Kassen klingeln

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Londoner Notenbank schraubt Zinsen weiter nach oben

0
Londoner Notenbank Inflationsrate Bank of England Zins Pfund BoE Investment
Bank of England - British central bank. Landmark of London UK.

London, 05. Mai (Reuters) – Die Zentralbank in London schraubt den Leitzins immer weiter nach oben. Die Bank of England erhöhte ihn am Donnerstag um einen Viertel Punkt auf 1,0 Prozent. Es war bereits die vierte Anhebung in Folge, mit der sie sich gegen den hohen Inflationsdruck auf der Insel stemmt.

Londoner Notenbank schraubt Zinsen weiter nach oben

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Copyright [tupungato] /Depositphotos.com

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Nach „Partygate“ – Kommunalwahl als Stimmungstest für Johnson

0

London/Belfast, 05. Mai (Reuters) – In Großbritannien läuft die Kommunalwahl, die nach der „Partygate“-Affäre vor allem als Stimmungstest für Premierminister Boris Johnson gilt. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden am Donnerstag über fast 7000 Sitze in 140 Gemeinden und Bezirken. Beobachter rechnen damit, dass sie Johnson abstrafen. Zum einen wegen ihres Unmuts über die hohen Lebenshaltungskosten, zum anderen wegen der Vorwürfe, dass an Johnsons Amtssitz trotz geltender Corona-Lockdowns Partys gefeiert wurden. Der Premier steht deshalb schon seit Monaten unter Druck und wurde zu einem Bußgeld verdonnert. Die Wahlergebnisse werden am Freitag erwartet.

Johnson selbst ging am Donnerstag mit seinem Hund zur Stimmabgabe in ein Wahlbüro nahe der Londoner Downing Street, in der sein Amtssitz liegt. Auf Äußerungen wartete die Presse dabei vergeblich. In der Hauptstadt müssen seine Torys um die Wahlbezirke Wandsworth und Westminster zittern. Sie gelten zwar als Hochburgen der Konservativen, könnten jetzt aber an die oppositionelle Labour-Partei gehen. Der Blick richtet sich auch auf das rund 270 Kilometer nördlich von London gelegene Newcastle-under-Lyme. 

Die früher für ihre Kohle- und Stahlindustrie bekannte Stadt gehörte zum Labor-Stammland. Doch 2019 konnten die Konservativen hier, wo die Menschen strikt für den Brexit waren, zum ersten Mal seit 100 Jahren einen Parlamentssitz erringen. Vergangenes Jahr übernahmen sie zum ersten Mal überhaupt die Kontrolle des Stadtrats. Bei der jetzigen Abstimmung wird sich zeigen, ob die Tory-Begeisterung auch nach der „Partygate“-Affäre anhält. 

Labour hat im Wahlkampf zudem scharfe Kritik daran geübt, wie Johnson auf die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise reagiert, die den Briten zusetzen. Ein schwaches Wahlergebnis könnte Johnsons Kritikern in den eigenen Reihen Auftrieb geben, die an der Mehrheitsfähigkeit des 57-Jährigen vor der bis Ende 2024 anstehenden Parlamentswahl zweifeln. 

Doch einen Sturz des Premiers hält unter anderem Tony Travers von der London School of Economics für unwahrscheinlich: Die Kommunalwahl sei zwar der wichtigste Stimmungstest für Johnson in einer sehr schwierigen Zeit, sagte der LSE-Gastprofessor und Journalist. Solange die Ergebnisse aber nicht „katastrophal schlecht“ seien, werde Johnson zwar durch das Votum beschädigt, könne aber weitermachen. „Zurzeit kommt ihm zugute, dass es keinen offensichtlichen Nachfolger gibt.“ Auch ein konservativer Abgeordneter, der anonym bleiben wollte, rechnet nicht damit, dass Johnsons Gegner durch die Wahl genug Rückhalt für einen Coup gegen den Premierminister erhalten.

SINN FEIN VOR NORDIRLAND-WAHL VORN – HISTORISCHE WENDE?

In Nordirland steht am Donnerstag gleichzeitig mit der Wahl des Regionalparlaments ein Richtungsentscheid für die Zukunft der britischen Provinz an, in der pro-britische Unionisten jahrelang maßgeblich die Geschicke bestimmten. Den letzten Umfragen zufolge liegt jetzt aber die katholisch-nationalistische Partei Sinn Fein, die für eine Vereinigung der Provinz mit dem EU-Staat Irland eintritt, im Schnitt sechs Prozentpunkte vor der Democratic Unionist Party (DUP).

Bei einem Sieg Sinn Feins, die als politische Vertretung der früheren militanten Untergrundorganisation IRA bekanntgewordenen ist, würde erstmals eine nationalistische Partei stärkste Kraft in der Regierung in Belfast werden. Dies wäre Beobachtern zufolge ein historischer Wandel – 24 Jahre nachdem mit dem Karfreitagsabkommen der gewaltsame Nordirland-Konflikt beigelegt worden war.

Selbst wenn auch die nordirischen Wähler eher explodierende Lebenshaltungskosten sowie ein marodes Gesundheitssystem umtreiben, könnte Sinn Fein einen Triumph bei dem anstehenden Votum als Etappensieg auf dem Weg zur Abspaltung werten. So hatte Sinn-Fein-Spitzenpolitikerin Michelle O’Neill erst unlängst erklärt, nach ihrer Einschätzung könne es noch vor Ende des Jahrzehnts zu einer Vereinigung mit der Republik Irland kommen. O’Neill war nordirische Vize-Regierungschefin und musste Anfang Februar zurücktreten, als Regierungschef Paul Givan von der protestantischen, pro-britischen Democratic Unionist Party (DUP) aus Protest gegen Brexit-Handelsregeln hinwarf.

Nach dem Karfreitagsabkommen von 1998 müssen Vertreter des katholischen und des protestantischen Lagers immer zusammen regieren. Der EU-Ausstieg Großbritanniens hat der Nordirland-Frage neue Brisanz verliehen und vor allem zu Diskussionen über die Grenze zwischen der britischen Provinz und dem EU-Mitglied Irland geführt. Beim Brexit-Referendum 2016 stimmten die Nordiren für einen Verbleib in der EU. 

Nach „Partygate“ – Kommunalwahl als Stimmungstest für Johnson

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Was es mit dem Nopec-Gesetz auf sich hat

0

Washington, 05. Mai (Reuters) – Die weltweit hohen Ölpreise lassen den US-Senat einen alten Gesetzentwurf aus der Schublade holen: Den „No Oil Producing and Exporting Cartels Act“, kurz Nopec. Er könnte von einem Ausschuss noch in der Nacht zum Freitag (MESZ) verabschiedet werden und damit den Weg für Kartellklagen bahnen. Er soll Verbraucher wie Unternehmen in den USA vor künstlich herbeigeführten Preissteigerungen bei Benzin und Heizöl schützen. Dabei steht der Vorwurf im Raum, dass die im Ölkartell Opec zusammengeschlossenen Förderländer mit Lieferkürzungen die Preise absichtlich nach oben getrieben haben. Nachfolgend einige Details zum Gesetzentwurf:

WAS IST DER NOPEC-GESETZENTWURF?

Der überparteilich eingebrachte Nopec-Gesetzentwurf würde das amerikanische Kartellrecht ändern. Die Immunität von Staaten würde aufgehoben, die die Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und deren nationale Ölgesellschaften lange vor Klagen geschützt hat. Der US-Generalstaatsanwalt erhielte die Möglichkeit, das Ölkartell oder dessen Mitglieder wie das tonangebende Saudi-Arabien vor einem Bundesgericht zu verklagen. Auch andere Produzenten wie Russland, die mit dem Kartell in der größeren Gruppe Opec+ zusammenarbeiten, könnten verklagt werden.

Unklar ist, wie ein Bundesgericht kartellrechtliche Entscheidungen gegen eine ausländische Nation durchsetzen könnte. Mehrere Versuche, Nopec in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu verabschieden, haben Saudi-Arabien beunruhigt. Die Führung in Riad hat jedes Mal, wenn eine Version des Gesetzentwurfs vorgelegt wurde, massive Lobbyarbeit gestartet.

WIE GEHT ES WEITER?

Es wird erwartet, dass der Justizausschuss des Senats die jüngste Fassung des Gesetzes am Donnerstag verabschiedet. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss es anschließend den gesamten Senat und das Repräsentantenhaus passieren und vom Präsidenten unterzeichnet werden. Aus dem Weißen Haus kamen bislang keine Äußerungen dazu, ob Präsident Joe Biden den Gesetzentwurf unterstützt. Offen ist zudem, ob im Kongress eine Mehrheit zustande kommt.

WAS HAT SICH JETZT GEÄNDERT?

Frühere Versionen des Nopec-Gesetzes scheiterten am Widerstand von Lobbygruppen. Doch in jüngster Zeit haben sich im US-Kongress die Sorgen und die Wut über die steigenden Benzinpreise verstärkt. Diese haben dazu beigetragen, dass die Inflationsrate den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht hat. Das erhöht die Chancen auf einen Erfolg für den Entwurf.

Die Opec-Länder haben die Aufforderungen der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten, die Ölhähne schrittweise weiter zu öffnen, bislang zurückgewiesen. Russland, das normalerweise etwa zehn Prozent des weltweiten Erdöls produziert, könnte in diesem Jahr einen Rückgang der Rohölproduktion um bis zu 17 Prozent. Der Grund: Es hat wegen des Einmarsches in die Ukraine mit westlichen Sanktionen zu kämpfen.

GIBT ES RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN?

Einige Analysten befürchten, dass eine überstürzte Verabschiedung des Gesetzes unbeabsichtigte Folgen haben könnte. So könnten Länder ihrerseits ähnliche Maßnahmen gegen die USA ergreifen, die beispielsweise die landwirtschaftliche Produktion zurückhalten, um die heimischen Landwirte zu unterstützen. „Es ist immer eine schlechte Idee, Politik zu machen, wenn man wütend ist“, warnt der ehemalige CIA-Analyst Mark Finley vom Baker Institute der Rice University.

Die Opec-Staaten könnten auch auf andere Weise zurückschlagen. 2019 drohte Saudi-Arabien damit, sein Öl in anderen Währungen als dem Dollar zu verkaufen, falls ein Nopec-Gesetz verabschiedet werde. Dies würde den Status des Dollar als wichtigste Reservewährung der Welt untergraben, den Einfluss der USA auf den Welthandel verringern und die US-Fähigkeit schwächen, Sanktionen gegen andere Staaten durchzusetzen. Saudi-Arabien könnte zudem beschließen, Waffen aus anderen Ländern als den Vereinigten Staaten zu kaufen, womit der US-Rüstungsindustrie lukrative Aufträge verloren gingen.

Auch könnten die Ölproduzenten US-Investitionen in ihren Ländern einschränken oder einfach ihre Preise für in die USA verkauftes Öl erhöhen – und damit das grundlegende Ziel des Gesetzes untergraben. Die USA und ihre Verbündeten stünden bereits vor großen Herausforderungen bei der Sicherung einer zuverlässigen Energieversorgung, sagt Paul Sullivan vom Global Energy Center des Atlantic Council. „Das Letzte, was wir tun sollten, ist, eine Granate in die Sache zu werfen.“

ÖLINDUSTRIE DAGEGEN

Die führende US-Öllobbygruppe, das American Petroleum Institute, hat sich ebenfalls gegen den Nopec-Gesetzentwurf ausgesprochen. Begründung: das schade den heimischen Öl- und Gasproduzenten. Eine Befürchtung der Industrie ist, dass die Nopec-Gesetzgebung letztendlich zu einer Überproduktion der Opec führen könnte, wodurch die Preise so niedrig wären, dass die Energieunternehmen in den USA Schwierigkeiten hätten, ihre häufig kostspieligere Produktion zu steigern. Saudi-Arabien und andere Opec-Länder verfügen über einige der billigsten und am einfachsten zu fördernden Reserven der Welt. „Das könnte die Bohraktivitäten in den US-Ölfeldern abkühlen und sowohl die heimische Energiesicherheit als auch den heimischen Wirtschaftsaufschwung gefährden“, heißt es bei der Forschungsgruppe ClearView Energy Partners.

Was es mit dem Nopec-Gesetz auf sich hat

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Henkel will durch Umbau Kosten und Arbeitsplätze sparen

0

Düsseldorf, 05. Mai (Reuters) – Der Konsumgüterkonzern Henkel streicht in der ersten Phase seines Umbaus mindestens 2000 Stellen. Später sollen noch weitere Arbeitsplätze abgebaut werden, kündigte Konzernchef Carsten Knobel am Donnerstag an. Auch damit will Henkel bei der Zusammenlegung des kriselnden Kosmetik- mit dem Waschmittelgeschäft Einsparungen in einer Höhe von 500 Millionen Euro erreichen, sagte Knobel.

Vor allem in Verwaltung und Vertrieb sollen zunächst Arbeitsplätze wegfallen, Gespräche mit den Arbeitnehmern liefen bereits. Durch die Pläne sollen beim Hersteller von Pritt, Persil und Schwarzkopf schnellere Entscheidungen und mehr Wachstum möglich werden. Auch in der Logistik will Henkel Kosten drücken – steigende Preise für Rohstoffe und Logistik sowie der Ausstieg aus dem russischen Markt hatten dem Konzern zuletzt zu schaffen gemacht. 

Henkel sorge mit der Zusammenlegung der beiden Bereiche mit rund 20.000 Mitarbeitern für eine „eine positive Wachstumsdynamik“, versprach Knobel. „Dies ist ein wichtiger strategischer Schritt in eine erfolgreiche Zukunft.“ Die neue Sparte um Persil und Schwarzkopf solle ein organisches Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent erreichen, die bereinigte Umsatzrendite soll im mittleren Zehn-Prozent-Bereich liegen. Doch zunächst einmal sorgten die bereits im Januar angekündigten Pläne für Unruhe in der Belegschaft, räumte Knobel ein: „Ein Zusammenschluss sorgt immer für Unsicherheit.“

Es sei den Mitarbeitern aber klar, dass die Zusammenlegung für Stellen-Streichungen sorgen werde. „Wir müssen aber die richtigen Schritte für das Geschäft einleiten“, betonte Wolfgang König, der die neue Sparte leiten soll. In einer ersten Phase bis Ende 2023 sind Knobel zufolge rund 2000 Stellen betroffen, dann will der Vorstand Produktion und Logistik für einen weiteren Abbau unter die Lupe nehmen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen Knobel zufolge vermieden werden. Den letzten größeren Abbau von damals 3000 Stellen hatte Henkel 2008 angekündigt.

Der Konzern hatte bereits Ende April Zahlen für das erste Quartal vorgelegt und dabei seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr gekürzt. Insgesamt stiegen die Umsätze auch durch höhere Preise zu Jahresanfang, im Kosmetik-Geschäft schrumpften die Erlöse indes – und sollen auch im Gesamtjahr zurückgehen. Die Zusammenlegung soll dann bessere Zeiten bringen. 

Die Konsumgüterkonzerne ächzen unter steigenden Kosten für Material und Logistik. Allein bei den Materialpreisen geht Henkel 2022 von einem Anstieg im mittleren Zwanzig-Prozent-Bereich gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2021 aus. „Das sind zusätzliche Belastungen für das Gesamtjahr in Höhe von rund zwei Milliarden Euro“, hatte er gesagt. Das werden neben den Industrie-Kunden auch die Verbraucher zu spüren bekommen. Wie Wettbewerber auch dreht Henkel an der Preisschraube, um die gestiegenen Kosten weiterzureichen.

Henkel will durch Umbau Kosten und Arbeitsplätze sparen

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Erleichterungsrally nach Fed-Entscheid an Europas Börsen

0
Fed

Frankfurt, 05. Mai (Reuters) – Nach dem Zins-Entscheid der US-Notenbank hat sich unter den europäischen Aktienanlegern Erleichterung breitgemacht. Dax und EuroStoxx50 legten am Donnerstag deutlich zu. Auch für Industriemetalle wie Kupfer ging es bergauf. Die Federal Reserve erhöhte im Kampf gegen die Inflation die Zinsen zwar um einen halben Prozentpunkt, zerstreute jedoch Befürchtungen, sie könnte die Zügel in den kommenden Monaten noch deutlicher anziehen als bislang erwartet. „Zur Beruhigung der Märkte sagte Fed-Chef Jerome Powell, dass eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte nicht wirklich in Betracht gezogen werde“, urteilte Thomas Costerg, US-Volkswirt bei Pictet Wealth Management. 

Der Dax übersprang die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Punkten und stieg in der Spitze um 2,5 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 14.315 Zählern. Der EuroStoxx50 gewann 2,4 Prozent. Der Dollar-Index, der unmittelbar nach dem Fed-Beschluss nachgab, notierte am Donnerstag 0,2 Prozent fester bei 102,82 Punkten. Der Euro rutschte wieder unter die Marke von 1,06 Dollar. Ende April hatte die Gemeinschaftswährung auf einem Fünf-Jahrestief von 1,0470 Dollar gelegen.

HOHE INFLATION BLEIBT ZÜNGLEIN AN DER WAAGE

Fed-Chef Powell signalisierte am Mittwochabend für die nächsten beiden Sitzungen im Juni und Juli Zinssprünge von einem halben Prozentpunkt. An den Terminmärkten wird für das Jahresende mit einem Zinsniveau von mindestens 2,75 Prozent gerechnet. „Nun liegt es an der Inflation, sich zu beruhigen. Wenn nicht, könnte sich die moderatere Tonart der Fed von gestern auch ganz schnell wieder ändern“, warnte Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. 

Die US-Notenbank sieht sich mit rasant steigenden Preisen konfrontiert. Die Teuerungsrate erreichte zuletzt mit 8,5 Prozent den höchsten Stand seit über 40 Jahren – auch befeuert durch neue Energiepreisschübe infolge des Ukraine-Krieges. Anleger rätseln derzeit, wann die Europäische Zentralbank dem Beispiel der Fed folgen und ebenfalls die Zinswende einleiten könnte. EZB-Direktorin Isabel Schnabel hält eine erste Anhebung im Juli angesichts der auch im Euroraum hohen Inflation für möglich.

AIRBUS STARTEN NACH ZAHLEN DURCH

Neben den Notenbanken hielt auch eine Reihe von Firmenbilanzen die Anleger auf Trab. Die Aktien des Flugzeugbauers Airbus setzten sich mit einem Plus von zeitweise mehr als acht Prozent an die Dax-Spitze. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich – für Experten überraschend – um 82 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro.

Für Enttäuschung sorgte dagegen der Online-Modehändler Zalando, der erstmals seit der Firmengründung vor 14 Jahren einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Die Tage deutlichen Wachstums dürften erst einmal vorbei sein, sagte ein Händler. Die Aktien verloren in der Spitze mehr als fünf Prozent auf 35,13 Euro. Im MDax rutschten Aixtron trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs im ersten Quartal um sechs Prozent ab. Seit Jahresbeginn haben die Titel des für die Chipindustrie produzierenden Anlagenbauers gut 36 Prozent zugelegt.

An der Mailänder Börse war UniCredit heiß begehrt. Dank eines Bekenntnisses zum geplanten milliardenschweren Aktienrückkauf sahen die Anleger über den Gewinneinbruch hinweg. Die Aktien des Finanzinstituts stiegen um fast sieben Prozent. Das Festhalten an der Ausschüttung sei eine positive Überraschung, schreibt Analyst Benjie Creelan-Sandford von der Investmentbank Jefferies.

Erleichterungsrally nach Fed-Entscheid an Europas Börsen

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Copyright [rissix] /Depositphotos.com

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Credit Suisse friert wegen Sanktionen Milliardenvermögen ein

0
Credit Suisse Schweiz Greensill CS
SANKT MORITZ, SWITZERLAND - AUGUST 16, 2018: Credit Suisse, swiss bank sign on window in Sankt Moritz, Switzerland

Zürich, 05. Mai (Reuters) – Die Credit Suisse hat im Zusammenhang mit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine Milliardenvermögen von Kunden eingefroren. Gemäß dem am Donnerstag veröffentlichten ausführlichen Quartalsbericht beliefen sich die blockierten Vermögenswerte auf 10,4 Milliarden Franken.

Die Schweizer Großbank hatte zwar bereits in der vergangenen Woche bei der Veröffentlichung der Eckwerte zum ersten Quartal 10,4 Milliarden Franken erwähnt, nun aber klargemacht, dass diese Gelder nicht abgezogen, sondern im Zuge der Sanktionen eingefroren wurden. Der Anteil russischer Kunden an den verwalteten Vermögen im Vermögensverwaltungsgeschäft belaufe sich nun auf weniger als vier Prozent des Gesamtbestandes. 

Im Zeitraum Januar bis März verbuchte die Bank einen Verlust von 273 Millionen Franken. Wegen der Invasion verbuchte das Institut dabei Rückstellungen für Kreditverluste im Umfang von 58 Millionen Franken. Dem Quartalsbericht zufolge kletterten die wertberichtigten Bruttokredite in der Vermögensverwaltung seit Ende 2021 um 230 Millionen Franken.

Haupttreiber seien dabei die Bereiche Luftfahrt- und Yachtfinanzierung, Lombardkredite, Exportfinanzierung und europäische Hypotheken gewesen. „Der Anstieg der gefährdeten Kredite beinhaltete negative Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine und der damit verbundenen Sanktionen“, hieß es von der Bank.

Credit Suisse friert wegen Sanktionen Milliardenvermögen ein

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Copyright [AndreaA.] /Depositphotos.com

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.