Am 20. Januar hat der erste Teil der Reihe „Charts richtig lesen“ stattgefunden. Worum ging es?
Teil 1: Technische Analyse: Trendstrukturen
Für den Erfolg an den Finanzmärkten gibt es keine universelle Formel, eins haben die Kurse dennoch gemeinsam: Sie bewegen sich in Trends. Egal ob ein Trader auf eine Trendfortsetzung oder eine Trendumkehr setzen will, zuerst muss er sich im Chart orientieren. In dieser Folge verbinden wir Theorie und Praxis und schaffen eine Grundlage, mit der unabhängig von der Anlageklasse oder des zeitlichen Horizonts neue Handelsideen generiert werden können.
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Berlin, 22. Jan (Reuters) – Bis Mitte Januar hat die Bundesregierung nach eigenen Angaben rund 20.400 Aufnahmezusagen für afghanische Ortskräfte und deren Familien erteilt. Das geht aus einer Antwort des Auswärtigen Amtes auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Hinzu kämen etwa 8000 weitere Zusagen für die Aufnahme von besonders gefährdeten Afghaninnen und Afghanen und deren Kernfamilien.
„Erst ein Drittel der gefährdeten Personen mit einer Ausnahmezusage konnte bislang nach Deutschland kommen. So viele Monate nach der Machtübernahme durch die Taliban ist das eine erschreckende Bilanz“, sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Clara Bünger den FUNKE-Zeitungen. Die Bundesregierung müsse ihre Anstrengungen verdoppeln, um die gefährdeten Menschen so schnell wie möglich aus ihrer verzweifelten Lage zu befreien.
Seit dem 15. Mai 2021 sind laut Angaben der Bundesregierung mehr als 9300 afghanische Ortskräfte, gefährdete Personen wie Journalisten oder Menschenrechtler und deren engste Familienmitglieder in Deutschland eingereist. Das Außenministerium teilte darüber hinaus mit, dass viele Personen mit Aufnahmezusage bereits eigenständig Afghanistan verlassen hätten und sich in Drittstaaten wie etwa Pakistan befänden.
Linke – Aufnahme von Gefährdeten aus Afghanistan zu langsam
22. Jan (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:
AIR CHINA / United Airlines – Washington/Peking: Die US-Regierung wird 44 Flüge der chinesischen Fluglinien Air China, China Southern Airlines, China Eastern Airlines und Xiamen Airlines aus den USA vorläufig streichen. Die Aussetzungen beginnen am 30. Januar mit dem Linienflug der Xiamen Airlines von Los Angeles nach Xiamen und dauern bis zum 29. März, teilte das US-Verkehrsministerium mit. Damit reagierte die US-Regierung auf die Entscheidung der chinesischen Regierung, einige Flüge von US-Fluggesellschaften wegen Covid-19-Bedenken auszusetzen. Seit dem 31. Dezember haben die chinesischen Behörden 20 Flüge von United Airlines, zehn von American Airlines und 14 von Delta Air Lines ausgesetzt, nachdem einige Passagiere positiv auf COVID-19 getestet wurden.
Berlin, 21. Jan (Reuters) – Die EZB ist laut ihrer Chefin Christine Lagarde trotz der Erwartung abflauender Inflation grundsätzlich offen für künftige geldpolitische Kurswechsel. Derzeit sei aber nicht absehbar, dass die Inflation über eine Lohn-Preis-Spirale außer Kontrolle gerate, sagte sie am Freitag auf dem Online-Forum „Davos Agenda“.
Die EZB gehe davon aus, dass die derzeit hohe Teuerung schrittweise zurückgehen werde. „Doch das bedeutet nicht, dass wir nicht offen sein müssten für Änderungen am Inflationsausblick“, fügte sie hinzu.
Die Geldpolitik sei abhängig von der Datenlage. Bereits im März stünden neue Projektionen der EZB-Volkswirte an. „Das könnte anders aussehen“, sagte die Französin. Wenn es so käme, müsse sich die EZB ihren Fahrplan für das weitere geldpolitische Vorgehen anschauen. Jedenfalls werde sich die EZB nach dem Ende der Anleihenzukäufe auch anderen Instrumenten zuwenden – Zinserhöhungen gehörten dazu.
Die EZB ist mit Blick auf den Inflationsausblick intern uneins. Wie aus den Protokollen der Zinssitzung vom Dezember hervorgeht, kreiste die Diskussion darum, ob sich die Inflation länger als erwartet halten könnte.
Ein solches Szenario ist demnach aus der Sicht einiger Währungshüter nicht auszuschließen. Dabei verwiesen sie darauf, dass die EZB bei ihrer Projektion für die Inflationsentwicklung in den Jahren 2023 und 2024 bereits dicht am Inflationsziel von 2,0 Prozent steuere. Da diese Vorhersage mit Aufwärtsrisiken behaftet sei, könne gut und gerne ein Wert über der Zielmarke herauskommen.
Die Inflation in der Euro-Zone war zuletzt auf 5,0 Prozent gestiegen. Die EZB-Ökonomen sagten für 2022 eine durchschnittliche Teuerungsrate in der Währungsunion von 3,2 Prozent voraus. 2023 soll sie dann auf 1,8 Prozent fallen und 2024 auf diesem Niveau verharren.
Lagarde erwartet abflauende Inflation – Doch Geldpolitik abhängig von Datenlage
EMnify erhält 50 Millionen Euro vom Londoner Wachstumsfonds One Peak als alleinigem Investor
EMnify, die führende Cloud-basierte Plattform für Konnektivität im modernen Internet der Dinge (IoT), gibt heute eine Investition der Serie B durch den Londoner Wachstumsinvestor One Peak in Höhe von 57 Millionen US-Dollar (50 Millionen Euro) bekannt. Das in Berlin und Würzburg ansässige Unternehmen wird das neue Kapital einsetzen, um seine globale Marktexpansion mit besonderem Fokus auf die USA zu beschleunigen sowie seine proprietäre, branchenführende IoT-Plattform weiterzuentwickeln und zu optimieren.
Um die aktuelle Wachstumsdynamik zu nutzen, plant das Unternehmen, sein Führungsteam weiter auszubauen und die Mitarbeiterzahl bis 2022 zu verdoppeln. Der Schwerpunkt wird dabei auf Stellen in den Bereichen Technologie und Go-to-Market in der DACH-Region sowie in Nordamerika liegen.
EMnify stattet Tausende von Kunden mit sicherer, zuverlässiger und global vernetzter IoT-Konnektivität für Millionen von vernetzten Geräten aus. Das Unternehmen gibt für 2016 bis 2021 eine CAGR (Compound Annual Growth Rate, durchschnittliche jährliche Wachstumsrate) von 190 Prozent im SIM-Bereich und 77 Prozent beim Umsatz an.
Die EMnify-API- und SIM-Technologien verbinden jede Art von IoT-Anwendung sicher mit dem Application-Backend. Die Cloud-nativen Integrationen und No-Code-Workflows ermöglichen eine nahtlose Skalierbarkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg, für Implementierungen jeder Größe – vom lokalen Start-up bis zum globalen Unternehmen.
Das EMnify-IoT-Supernetwork setzt neue Industriestandards und ist das größte unabhängige IoT-Netzwerk seiner Art. Es unterstützt den lokalen Zugang (2G – 5G, LTE-M, NB-IoT) zu über 600 Mobilfunkbetreibern – 397 in direkten Partnerschaften – in fast 200 Ländern aus mehr als 25 Cloud-Regionen. Plan ist, bis 2022 weitere 10 Cloud-Regionen hinzuzufügen.
„Mit One Peak gewinnen wir nicht nur einen Investor, sondern auch einen strategischen Partner mit Expertise im Bereich europäischer, auf globales Wachstum ausgerichteter SaaS-Scale-ups. EMnify hat in kurzer Zeit einen weiten Weg zurückgelegt und ist perfekt aufgestellt, um dieses Kapital zu nutzen und unsere Marktexpansion und Produktentwicklung weltweit zu beschleunigen. Einen besonderen Fokus werden wir auf den US-Markt richten, wo wir bereits 20 Prozent unserer weltweiten Kundenbasis haben.
Sie machen über 30 Prozent unseres Umsatzes aus“, betonte Frank Stoecker, CEO und Mitgründer von EMnify. „Wir freuen uns darauf, noch viel mehr Unternehmen jeglicher Größe dabei zu helfen, ihre IoT-Lösungen weltweit zu vernetzen, zu sichern und zu skalieren.“
„Der globale Mobilfunkmarkt für das Internet der Dinge nähert sich einem Wendepunkt. Denn der Bedarf an ortsunabhängigen Echtzeitdaten ist größer als je zuvor, während immer kleinere Modulgrößen und geringere Bereitstellungskosten eine Fülle von Anwendungsfällen ermöglichen. EMnify ebnet den Weg, um die Nachfrage nach globaler, grenzenloser Vernetzung zu erfüllen, die als Cloud-native Ressource analog zu anderen bestehenden Komponenten eines modernen Technologie-Stacks verfügbar ist“, kommentierte David Klein, Managing Partner bei One Peak.
„Wir sind sehr beeindruckt von EMnifys starkem und kapitaleffizientem Wachstumskurs, seinem disruptiven Best-in-Class-Technologie-Stack und seinem erstklassigen Gründerteam. Wir sind davon überzeugt, dass das Unternehmen alle Voraussetzungen mitbringt, um der globale Standard im Bereich IoT-Vernetzung zu werden und freuen uns darauf, EMnify in seiner nächsten Phase des explosionsartigen Wachstums zu unterstützen.
„Bis heute hat EMnify 80 Millionen US-Dollar (70 Millionen Euro) an Beteiligungskapital eingeworben. Die bahnbrechende Softwareplattform und der kundenorientierte Ansatz des Unternehmens werden durch mehr als 110 internationale IoT-Experten in Vollzeit ermöglicht. Sie unterstützen schnell wachsende IoT-Unternehmen aus 70 Ländern bei der Skalierung ihrer Lösungen in mehr als 140 Märkten.
Frankfurt, 21. Jan (Reuters) – Die Furcht vor einer Eskalation des Ukraine-Konflikts hat die europäischen Aktienanleger am Freitag verschreckt. „Die Spannungen nehmen zu und Experten erwarten eine Verschärfung der Krise durch Gewalt“, sagt Christian Henke vom Broker IG. „Kein Wunder, dass die Anleger dem Frankfurter Börsenparkett lieber fern bleiben.“ Auch die nahende Zinswende in den USA belastete den Markt. Der Dax fiel zeitweise um 1,6 Prozent auf 15.652 Zähler, der EuroStoxx50 gab bis zu 1,7 Prozent nach.
US-Außenminister Antony Blinken hatte zuletzt klargestellt, dass für die USA jeglicher Grenzübertritt seitens russischer Truppen in die Ukraine eine Aggression darstellen würde.
Ein solcher Vorfall würde eine „schnelle, ernsthafte und gemeinsame Antwort“ der westlichen Alliierten auslösen. Russland hat an der Grenze zur Ukraine rund 100.000 Soldaten zusammengezogen, weist den Vorwurf aber zurück, eine Invasion in die ehemalige Sowjet-Republik vorzubereiten. Am Freitag kamen Blinken und der russische Außenminister Sergej Lawrow zu Beratungen über die Krise zusammen. Der Moskauer Aktienindex RTS rutschte zeitweise um knapp vier Prozent ab.
BUNDESANLEIHEN ALS SICHERER HAFEN GEFRAGT
Angesichts der anhaltenden Spannungen griffen Investoren wieder zu Bundesanleihen. Die Kurse der gern als sicherer Hafen angesteuerten Titel stiegen, im Gegenzug fiel die Rendite mit minus 0,064 Prozent auf den tiefsten Stand seit einer Woche. Am Mittwoch war die Bund-Rendite erstmals seit fast drei Jahren über die Marke von null Prozent geklettert.
Aus Furcht vor einer raschen Abfolge von Zinserhöhungen der großen Notenbanken hatten Investoren Staatsanleihen in den vergangenen Wochen verstärkt aus ihren Depots geworfen. Anleger rechneten damit, dass die US-Notenbank die Zinsen bereits im März erhöhen könnte und damit früher als ursprünglich an den Finanzmärkten erwartet. EZB-Chefin Christine Lagarde betonte zuletzt, die Europäische Zentralbank müsse geldpolitisch nicht so aggressiv vorgehen wie es die Fed voraussichtlich tun werde. Der Euro notierte am Freitag 0,2 Prozent fester bei 1,1332 Dollar.
Am deutschen Aktienmarkt rückten zum Wochenschluss insbesondere Siemens Energy in den Fokus. Der Energietechnik-Konzern muss wegen anhaltender Probleme der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa erneut Abstriche an den Prognosen machen. Die Aktien rauschten im Dax um bis zu 14 Prozent auf 19,74 Euro in die Tiefe und markierten damit den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Die Papiere von Siemens Gamesa brachen in Madrid um zwölf Prozent ein. Die Rivalen Nordex und Vestas mussten ebenfalls Federn lassen. Ihre Aktien büßten 6,5 beziehungsweise sechs Prozent ein.
NETFLIX-AUSBLICK TRÜBT BRANCHENSTIMMUNG
Einen schwarzen Börsentag erlebte auch Nordic Entertainment, nachdem der Streaming-Anbieter Netflix einen düsteren Ausblick auf das Neugeschäft gegeben hatte. Die Aktien des schwedischen Medien- und Unterhaltungsunternehmens fielen in der Spitze um rund acht Prozent. Netflix rechnet nur mit 2,5 Millionen Neukunden von Januar bis März, was weniger als die Hälfte dessen ist, was sich Analysten erhofft hatten. Die Citi-Analysten prognostizierten, der Ausblick werde Spekulationen schüren, ob der Markt für abonnierbare Video-Dienste zu schwächeln beginne. Die Netflix-Aktie sackte nachbörslich um fast ein Fünftel ab und büßte damit fast alle in der Coronapandemie angehäuften Gewinne ein.
Genf, 21. Jan (Reuters) – Vor ihrem Krisengespräch in Genf haben die Außenminister Russlands und der USA Hoffnungen auf eine baldige Entspannung gedämpft. Er rechne nicht mit einem Durchbruch, sagte der russische Ressortchef Sergej Lawrow am Freitag in der Schweizer Stadt. Auch sein Gegenüber Antony Blinken sagte bei seiner Ankunft, er gehe nicht davon aus, dass die Differenzen ausgeräumt werden könnten. Die USA blieben der Diplomatie und dem Dialog aber verplichtet. Eine weitere Aggression Russlands gegen die Ukraine müsse verhindert werden.
Die beiden Minister wollten sich nach ihrem Treffen in getrennten Pressekonferenzen äußern. Blinken hatte am Donnerstag bei einem Besuch in Berlin klargestellt, dass für die USA jeglicher Grenzübertritt seitens russischer Truppen in die Ukraine eine Aggression darstellen würde. Ein solcher Vorfall würde eine „schnelle, ernsthafte und gemeinsame Antwort“ der westlichen Alliierten provozieren. Dazu seien die Alliierten entschlossen, bekräftigte Blinken am Freitag in Genf.
Russland hat an der Grenze zur Ukraine rund 100.000 Soldaten zusammengezogen, weist den Vorwurf aber zurück, eine Invasion in die ehemalige Sowjet-Republik vorzubereiten. Der Westen hat wiederholt gewarnt, dass ein Einmarsch in die Ukraine schwerwiegende politische und wirtschaftliche Folgen haben würde. Die Regierung in Moskau fordert Sicherheitsgarantien, etwa die Zusage der Nato, dass die Ukraine nicht in das Bündnis aufgenommen wird. Die Nato lehnt dies mit Verweis auf das Selbstbestimmungsrecht von Staaten ab, hat der Ukraine aber noch keine konkrete Beitrittsperspektive aufgezeigt.
Krisentreffen in Genf – Blinken und Lawrow dämpfen Erwartungen
Berlin, 21. Jan (Reuters) – Die SPD erwägt zusätzliche Hilfen für ärmere Haushalte wegen der stark gestiegenen Gas- und Strompreise. „Die Entwicklung der Energiepreise werden wir deshalb sorgfältig im Blick behalten und dort, wo nötig, insbesondere mit Blick auf die niedrigen Einkommen, unterstützend eingreifen“, heißt es im Beschlussentwurf zur SPD-Fraktionsklausur, der Reuters am Freitag vorlag. „Auch die bestehenden Regelungen auf dem Strommarkt werden wir diesbezüglich überprüfen.“ Die Strompreise würden verringert, weil die EEG-Umlage bis 2023 auf null abgesenkt werde.
Diese Formulierung lässt offen, ob die Umlage bereits früher als im Koalitionsvertrag beschrieben zu Beginn des Jahres 2023 entfällt. Das hatte Fraktionschef Rolf Mützenich bereits angesprochen. Dem Papier zufolge dringt die SPD auch darauf, dass die Klimaschutz-Pläne sozial abgefedert werden. „Nur wenn die Kosten des Klimaschutzes in der Gesellschaft sozial gerecht geteilt werden, werden die Menschen in unserem Land die Veränderungen annehmen und akzeptieren können“, heißt es im Beschlussentwurf.
SPD erwägt mehr Hilfen für ärmere Haushalte wegen hoher Strompreise
Paris, 21. Jan (Reuters) – Der Streit des Flugzeugbauers Airbus mit Qatar Airways über Schadenersatz für angebliche Lackschäden beim Langstreckenjet A350 schaukelt sich immer weiter hoch. Airbus hat von sich aus eine Bestellung der Fluggesellschaft über 50 Maschinen vom Typ A321neo annulliert, wie ein Airbus-Sprecher am Donnerstagabend bestätigte. Insidern zufolge hatte Airbus das bei Terminabsprachen zum bevorstehenden Prozess an einem Londoner Gericht erklärt. Ende April soll dort über die Klage von Qatar auf gut 600 Millionen Dollar Schadenersatz aufgrund von Lackschäden am A350 verhandelt werden. Die Luftfahrtbehörde von Katar betrachtet das als Sicherheitsrisiko und hatte die Airline angewiesen, 21 ihrer insgesamt 53 Maschinen dieses Typs am Boden zu lassen. Airbus hatte Abnutzungserscheinungen eingeräumt, Sicherheitsrisiken aber verneint.
Qatar äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorgang. Wie aus Gerichtsunterlagen hervorging, wird sich die Fluglinie voraussichtlich aber gegen die Aufkündigung der A321neo-Lieferverträge wehren.
Qatar hatte den Auftrag über die A321neo-Maschinen vor zehn Jahren erteilt. Der Golf-Carrier wollte damit neue Strecken anbieten, auf denen sie große Jets noch nicht füllen kann, die aber zu weit für die kleinere A320 sind. Die erste Auslieferung war für Februar 2023 geplant. Airbus könnte nach Einschätzung von Experten schnell andere Käufer für den stark nachgefragten Typ A321neo finden, während die Corona-Pandemie das Interesse am Langstreckenjet A350 weiter einbrechen ließ.
Foto: Symbolfoto
Qatar fordert für die Stilllegung der 21 A350 eine Entschädigung von 618 Millionen Dollar zuzüglich vier Millionen Dollar pro Tag des laufenden Streits. Die geforderte Summe könnte mit der A321-Kündigung durch Airbus noch steigen. Airbus warf dem einst hochgeschätzten Kunden Qatar vor, die Sicherheitsbedenken nur vorzuschieben. Die Airline hatte auch die Abnahme von zwei Dutzend neuer Flieger verweigert.
Vor Gericht will Airbus argumentieren, Qatar Airways habe die Behörde des Emirats beeinflusst, um für die Stilllegung Schadenersatz zu erstreiten. Die Airline wies das zurück. Aus Branchenkreisen am Golf hieß es früher, hinter dem Streit stünden keine wirtschaftlichen Interessen, weil Qatar Airways die Maschinen für die Fußball-Weltmeisterschaft benötige.
Lackschaden-Streit von Airbus und Qatar Airways eskaliert
Ein Kommentar von Hendrik Tuch, Leiter Fixed Income NL bei Aegon Asset Management:
„Der Film „Don’t look up“ auf Netflix unterhält derzeit das weltweite Publikum. In diesem Katastrophenfilm mit einem Twist spielen Jennifer Laurence und Leonardo DiCaprio Wissenschaftler, die einen Kometen entdecken, der in etwa sechs Monaten auf der Erde einschlagen und im Grunde alles Leben auf unserem zerbrechlichen Planeten vernichten wird – eine 10 auf der Torino-Skala, einem Instrument zur Einstufung potenzieller Erdstöße.
Leonardo und Jennifer haben wenig Glück, das Weiße Haus von der bevorstehenden Katastrophe zu überzeugen, denn die Trump’sche Präsidentschaft von Meryl Streep hat andere Prioritäten. Das Weiße Haus startet verspätet einen Plan, um den Kometen zu sprengen, bevor er auf die Erde trifft, um dann einen Rückzieher zu machen, als sie herausfinden, dass der Komet aus wertvollen Metallen besteht. Zusammen mit einem exzentrischen IT-Milliardär beschließt das Weiße Haus, den Kometen zu zertrümmern und die Stücke „kontrolliert“ auf die Erde fallen zu lassen. Um Fragen der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu vermeiden, startet das Weiße Haus außerdem eine Social-Media-Kampagne “ Don’t look up „, die bemerkenswert populär ist.
Der Plan scheitert, und am Ende des Films gehen wir alle zugrunde. Nur eine Handvoll Insider überleben, die durch den Weltraum zu einem anderen Planeten fliehen. Die implizite Botschaft ist natürlich, dass wir den aktuellen Warnungen der wissenschaftlichen Fachwelt vor den Gefahren des Klimawandels Beachtung schenken und unsere Sucht nach sozialen Medien beenden sollten.
Der Komet der Fed
Der Film erinnert auf unheimliche Weise an den Zustand der Finanzmärkte in den letzten Monaten. Trotz der bevorstehenden Straffung der Geldpolitik legten Aktien und andere Risikopapiere weiter zu, und viele Aktienmärkte erreichten fast jede Woche neue Höchststände. Die meisten Aktienmarktstrategen predigten weiterhin das Evangelium, bei Kursrückgängen zu kaufen, was in den letzten Quartalen so gut funktioniert hat und ihrer Meinung nach auch in diesem Jahr funktionieren wird. Meiner Meinung nach raten sie uns, nicht „nach oben zu schauen“, während der Komet der Fed immer näher kommt. Die Handlungen und Worte der Fed in den letzten Monaten zeigen, dass sie sich wirklich Sorgen um eine galoppierende Inflation macht.
Diese Sorgen spiegeln sich auch in den letzten Fed-Protokollen wider, die bis zum Rand mit hawkishen Kommentaren gefüllt waren. In diesem Jahr werden wir nicht nur ein schnelles Ende der Ankaufprogramme der Fed erleben, sondern auch eine Reihe von Zinserhöhungen verdauen müssen, und obendrein erwägt die Fed nun, ihre Bilanz zu verkleinern. Die Fed hat (endlich) erkannt, dass der Inflationsdruck nicht vorübergehend sein wird und dass sie jetzt handeln muss, um zu vermeiden, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt auf die geldpolitische Bremse tritt, wie es Volcker getan hat. Infolge der außergewöhnlichen Geldpolitik seit Beginn der Covid-19-Krise wird es eine ganze Weile dauern, bis die Straffung Auswirkungen auf das künftige Wachstum und die Inflation hat. Die Wirtschaft wird sich nicht dramatisch verlangsamen, wenn man die Zinsen von null auf zwei Prozent erhöht, und die Lohnwachstumstrends werden sich nicht wirklich um eine verringerte Fed-Bilanz kümmern.
Natürlich macht sich der Anleihemarkt Gedanken über die bevorstehende Straffungswelle, denn der US-Anleihemarkt hat in der ersten Woche des Jahres mehr als 1,5 % verloren. Der 2-jährige Zinssatz hat sich seit Anfang Dezember auf 80 Basispunkte verdoppelt, und in der vergangenen Woche erreichte auch der 10-jährige Zinssatz mit 1,75 % einen neuen Höchststand. Dieser Ausverkauf erfolgte trotz der schwachen ISM-Dienstleistungen und einer unterdurchschnittlichen Zahl der Beschäftigtenzahlen, was für Anleihenanleger ein sehr beunruhigendes Zeichen sein sollte.
Die Aktien- und sonstigen Risikomärkte begannen das Jahr zunächst positiv, was sich jedoch nach dem Zusammenbruch der Anleihemärkte schnell änderte. Der Nasdaq fiel am dritten Handelstag um mehr als 3 %, und seither ist eine weitere Volatilität zu beobachten. Viele Anleger sind der Meinung, dass diese Entwicklung als eine Rotation hin zu Value-Aktien zu betrachten ist und dass Ihr Geld auf dem Aktienmarkt sicher ist, wenn Sie von Wachstums- auf Value-Aktien umsteigen und Finanzwerte und dividendenstarke Aktien übergewichten.
Ich persönlich glaube nicht, dass es auf dem aktuellen Aktienmarkt viele Verstecke gibt, um die bevorstehende Straffung der Fed zu vermeiden. Wir haben in den letzten Monaten bereits einen beträchtlichen Rückgang bei Meme- und anderen extrem bewerteten Aktien gesehen, während Kryptowährungen nun ebenfalls an Boden verlieren. Der vergangene Aufwärtstrend am Aktienmarkt stützte sich auf immer weniger Large Caps, was ihn immer anfälliger für einen Gewinnausfall bei einem der Ultra-Cap-Werte macht. Meine größte Sorge ist jedoch der Moment, in dem die Aktien- und Rentenanleger wirklich anfangen, in den Himmel zu schauen und die wahre Größe des ankommenden Fed-Kometen zu erkennen. Die Fed hätte die Straffung der Geldpolitik im vergangenen Jahr früher einleiten sollen. Das Hinauszögern der Drosselung im letzten Jahr hat nur dazu geführt, dass der Komet, mit dem wir jetzt konfrontiert sind, eine größere Bedrohung für alle Finanzmärkte darstellt.“
Was Investoren vom Film „Don’t look up“ lernen können: Der Komet der Fed kommt immer näher
Titelfoto und Foto von Hendrik Tuch (Quelle: Aegon AM)