UFO fordert Eurowings Discover zu Tarifverhandlung auf

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Frankfurt, 10. Mrz (Reuters) – Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat die Lufthansa-Tochter Eurowings Discover offiziell zu Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal aufgefordert. Die Geschäftsleitung der Airline sei darüber am Dienstag informiert worden, erklärte UFO am Donnerstag.

Ziel sei es, zügig branchen- und standortgerechte Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu etablieren. „Der Start-up-Charme der Eurowings Discover ist verbraucht“, erklärte die stellvertretende UFO-Vorsitzende Anja Bronstert. Die Beschäftigten bräuchten ein Minimum an sozialer Absicherung. Die konkurrierende Gewerkschaft Verdi erklärte, sie vertrete Beschäftigte in Kabine, Cockpit und am Boden. Es sei aber noch zu früh, Tarifverhandlungen aufzunehmen.

Eurowings Discover teilte mit, die Aufforderung von UFO sei zur Kenntnis genommen worden. „In diesen für die gesamte Branche herausfordernden Zeiten fokussieren wir uns aktuell auf den weiteren Aufbau unseres Flugbetriebs. Dazu zählt für uns auch die für den 13. April avisierte Betriebsversammlung und der damit verbundene Prozess zur Gründung eines Betriebsrats.“

Die Lufthansa-Tochter für touristische Langstreckenflüge hatte im Juli den Betrieb aufgenommen. Sie hat mehr als 1000 Beschäftigte und eine Flotte von elf Flugzeugen, die in diesem Jahr um zehn Maschinen wachsen soll. Der Lufthansa-Konzern hat die Plattform gegründet mit dem erklärten Ziel, zu niedrigeren Kosten als in der Hauptmarke Lufthansa zu arbeiten, um zum Beispiel dem Ferienflieger Condor Konkurrenz zu machen. Da nicht automatisch ein Konzerntarifvertrag greift, können durch die Gründung von Flugbetrieben die Arbeitskosten neu festgelegt werden. 

UFO und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatten in dieser Woche mit Duldung des Unternehmens die ersten Betriebsratswahlen bei Eurowings Discover angestoßen. An deren Ausgang lässt sich erkennen, wie stark die Unterstützung in der Belegschaft für Kandidaten der Gewerkschaften sind. Zur Aufnahme von Tarifverhandlungen kann ein Unternehmen von einer Gewerkschaft den Nachweis der Vertretungsbefugnis verlangen, indem die Zahl der Mitglieder offengelegt wird. Die VC hat noch keine Initiative zum Start von Tarifverhandlungen ergriffen, strebt das aber auch an.

Für Flugbegleiter gibt es zwei Gewerkschaften – UFO und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Diese hat bei Eurowings, dem schon länger bestehenden Lufthansa-Ferienflieger für Europa-Strecken, nach langem Ringen als maßgebliche Gewerkschaft Tarifverträge für die Kabine abgeschlossen.

Bei mehreren Gewerkschaften im Betrieb handelt die stärkere Tarifverträge aus, welche die kleinere übernimmt. „Eine Tarifierung ist absolut notwendig, da die Gehälter durchaus weit unterhalb des Low-Cost-Levels liegen“, sagte ein Verdi-Sprecher. Die Gewerkschaft werde ihre Mitglieder unterstützen, wenn diese den Mut hätten, trotz ihrer noch befristeten Arbeitsverträge von der Arbeitgeberin Tarifverträge einzufordern.

UFO fordert Eurowings Discover zu Tarifverhandlung auf

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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