Dienstag, März 24, 2026
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Anlegern stehen unruhige Wochen bevor

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Frankfurt, 05. Mai (Reuters) – Zins- und Konjunktursorgen werden Experten zufolge die Börsenstimmung in der neuen Woche erneut prägen. „Der Ukraine-Krieg und die Corona-Lockdowns in China machen die wirtschaftlichen Aussichten auf lange Sicht komplizierter und unsicherer“, warnt Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Außerdem wachse die Furcht, dass die Notenbanken die Inflation nicht oder nur um den Preis einer Stagflation oder Rezession in den Griff bekämen, wirft Robert Greil, Chef-Anlagestratege des Bankhauses Merck Finck, ein. 

Diese Spekulationen brockten den Dax in den vergangenen Tagen ein Minus von insgesamt rund zwei Prozent ein. Damit stand er vor dem größten Wochenverlust seit zwei Monaten. 

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Als weiteres Damokles-Schwert hänge eine mögliche weitere Eskalation des Ukraine-Kriegs über der Börse, sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets „Deshalb sind nun alle Augen auf Putins Rede am Montag gerichtet.“ Russland wies allerdings Gerüchte, denen zufolge Staatspräsident Wladimir Putin am Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland der Ukraine formal den Krieg und eine Generalmobilmachung verkünden wird, zurück.

INFLATIONSDATEN IM BLICK – ZAHLREICHE FIRMENBILANZEN

Bei den Konjunkturdaten richten Anleger ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die US-Verbraucherpreise am Mittwoch. Er rechne für April mit einem Rückgang der Teuerungsrate auf 8,2 von 8,5 Prozent, prognostiziert Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. Dennoch blieben die Inflationsgefahren hoch. „Schließlich ist die US-Wirtschaft stark ausgelastet, was den Lohnanstieg anschieben dürfte.“ Hinzu kämen weitere preistreibende Faktoren wie die Kosten für den Kampf gegen den Klimawandel oder die De-Globalisierung. „Wir erwarten daher, dass es der Notenbank nicht gelingen wird, die Inflation dauerhaft auf das Ziel von 2 Prozent zu senken.“ 

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Gleichzeitig gerate die Europäische Zentralbank (EZB) unter immer stärkeren Zugzwang, da sich die Inflation sonst nur noch schwer einfangen lasse, sagt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. „Ich kann mir daher gut vorstellen, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung Anfang Juni den Weg für eine schnelle Straffung der Zinsen freimacht.“ Frankreichs Notenbankchef und EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau plädiert für eine Anhebung des Einlagensatzes in den positiven Bereich bis zum Jahresende.

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Diesseits des Atlantik steht am Dienstag der ZEW-Index, der die Stimmung der deutschen Börsenprofis widerspiegelt, auf dem Terminplan. Analysten sagen hier für Mai eine Verschlechterung auf minus 42 Punkte von minus 41 Zählern voraus. 

Unabhängig davon rollt eine neue Welle von Firmenbilanzen auf die Börsianer zu. Allein aus dem Dax legt rund ein Dutzend Unternehmen Geschäftszahlen vor, darunter die Pharma- und Agrarchemiefirma Bayer, der Technologiekonzern Siemens sowie die Versorger RWE und E.ON. Im Ausland öffnen unter anderem der Unterhaltungskonzern Walt Disney und der Triebwerkshersteller Rolls-RoyceRR.L ihre Bücher.

Anlegern stehen unruhige Wochen bevor

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

E.ON-Chef – Stopp russischen Gases würde Probleme verschärfen

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Düsseldorf, 06. Mai (Reuters) – Der Chef des Energiekonzerns E.ON, Leonhard Birnbaum, warnt eindringlich vor einem Stopp russischer Gaslieferungen. „Das aktuelle Problem ist die mögliche Verknappung von Öl und vor allem Gas“, sagte Birnbaum in seiner am Freitag vorab veröffentlichten Rede zur Hauptversammlung am 12. Mai. Höhere Preise für Industrie und Haushalte seien die direkte Folge. Mittelbar drohe auch die Gefahr einer Rezession. „Ein Gasembargo oder Lieferstopp würde das Problem verschärfen“, warnte der E.ON-Chef. Eine Lösung sei der beschleunigte Übergang in ein neues Zeitalter erneuerbarer Energien. Daraus ergäben sich zusätzliche Chancen – auch für seinen Konzern.

E.ON bereite sich auf alle denkbaren Szenarien vor, auch auf eine Gasmangellage in Europa, sagte er weiter. E.ON habe innerhalb des Konzerns einen Stab eingerichtet, der die Lage auf Tagesbasis beobachte. Russland hatte im Streit um die geforderte Bezahlung der Gaslieferungen in Rubel Polen und Bulgarien den Gashahn zugedreht. In der Wirtschaft ist die Sorge groß, dass dies auch Deutschland geschehen könnte.

Birnbaum hatte vor einem Jahr die Führung des Versorgers vom langjährigen E.ON-Chef Johannes Teyssen übernommen. Er will das Geschäft mit den Netzen, Wasserstoff und der Digitalisierung vorantreiben und hatte dem Konzern im Herbst vergangenen Jahres neue Ergebnis- und Wachstumsziele gesetzt.

Für das Jahr 2026 werde für das Kerngeschäft ein bereinigtes Ebitda-Ziel von rund 7,8 Milliarden Euro angepeilt. Zudem will E.ON von 2022 bis 2026 seine Geschäfte mit Investitionen von rund 27 Milliarden Euro ausbauen. Die bisherige Dividendenpolitik von bis zu fünf Prozent Dividendenwachstum pro Jahr wurde bis 2026 verlängert. Für 2021 sollen die Anleger 49 Cent je Aktie erhalten.

E.ON-Chef – Stopp russischen Gases würde Probleme verschärfen

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Europas Börsen gehen auf Tauchstation – Zinssorgen belasten

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Frankfurt, 06. Mai (Reuters) – Zinssorgen dies- und jenseits des Atlantiks haben den europäischen Aktienanlegern am Freitag zu schaffen gemacht. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils rund 1,2 Prozent auf 13.729 Punkte beziehungsweise 3651 Zähler. „Die Stimmung an der Börse ist schlecht und im aktuellen Umfeld fehlen die Kaufanreize für Aktien“, sagte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets. Im Blick haben die Investoren vor allem die Zinspolitik der US-Notenbank Fed.

Notenbank-Chef Jerome Powell hatte nach der Zinserhöhung um 50 Basispunkte am Mittwoch weitere Anhebungen im größeren Stil von 75 Basispunkten zunächst ausgeschlossen. Doch viele zweifelten daran, dass eine Tempoverschärfung der Fed in den kommenden Wochen vom Tisch sein dürfte. 

„Die Börsianer trauen der Fed im Moment mehrheitlich nicht zu, dass sie gleichzeitig die Inflation bekämpfen und die Wirtschaft vor einem heftigen Absturz bewahren kann“, sagte Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Viele rechneten laut Experten damit, das die Inflations-Bekämpfung für die Fed Vorrang hat und damit in den kommenden Monaten auch größere Zinsschritte folgen könnten.

Rückschlüsse auf die künftige US-Geldpolitik erhofften sich die Investoren vom Arbeitsmarktbericht, der am Nachmittag anstand und einen Hinweis auf die Gesundheit der weltgrößten Volkswirtschaft geben dürfte. Analysten erwarten für April den Aufbau von 391.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nach einem Plus von 431.000 Jobs im Vormonat.

ANLEGER SPEKULIEREN AUF STEIGENDE ZINSEN IM EURO-RAUM 

Neben der US-Notenbank lässt aber auch das Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB) in puncto Zinswende die Anleger nicht los. Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung im Euro-Raum nahmen zu, nachdem das französische EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau sich für ein Ende der Anleihenkäufe in der zweiten Jahreshälfte ausgesprochen hatte – was als Voraussetzung für eine Zinserhöhung gilt. Der Euro verteuerte sich in der Spitze um 0,4 Prozent auf 1,0580 Dollar. Der Dollar-Index gab 0,2 Prozent auf 103,49 Zähler ab. 

Am Anleihenmarkt trennten sich die Investoren von Staatspapieren – dies trieb die Rendite der zehnjährigen deutschen Bonds auf 1,0888 Prozent, den höchsten Stand seit September 2014. Mit steigenden Zinsen werden Anleihen im Vergleich zu Aktien zunehmend attraktiver für Investoren.

RTL KANN MIT UMSATZZAHLEN NICHT PUNKTEN

Auf der Unternehmensseite rückte Adidas ins Rampenlicht. Nach einem Gewinneinbruch zu Jahresbeginn schraubt der Sportartikelkonzern die Erwartungen für 2022 zurück. Die Aktien rutschten im Dax zeitweise um fast sieben Prozent auf 175,44 Euro ab. Grund für den schwindenden Optimismus ist das Geschäft in China, das unter Boykottaufrufen gegen westliche Marken und den neuerlichen Corona-Lockdowns in großen Städten leidet. „Der größte Wachstumsmarkt der Branche dürfte für Adidas zumindest kurzfristig ein Problem bleiben“, urteilte Molnar von RoboMarkets. Für die Aktien des Rivalen Puma ging es fast drei Prozent abwärts.

Im MDax musste RTL trotz eines Umsatzwachstums zum Jahresauftakt Federn lassen. Die Aktien des europäischen Fernsehkonzerns fielen in der Spitze um fünf Prozent auf 41,72 Euro, den niedrigsten Stand seit Januar 2021. Laut einem Händler lagen die Umsatzzahlen leicht unter den Markterwartungen. Ein Kursfeuerwerk zündete dagegen SAF Holland, die im SDax fast 14 Prozent auf 7,67 Euro zulegten. Der bayerische Lkw-Zulieferer hat nach einem Anstieg im ersten Quartal seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr erhöht. 

An der Londoner Börse brockten ein überraschend hoher Quartalsverlust und gekappte Gesamtjahresziele IAG den größten Kursrutsch seit einem knappen halben Jahr ein. Die Aktien der British-Airways-Mutter rutschten in London um gut zwölf Prozent in den Keller. Der europäische Reiseindex gab zeitweise 2,5 Prozent nach.

Europas Börsen gehen auf Tauchstation – Zinssorgen belasten

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Scholz – Putin wird diesen Krieg nicht gewinnen

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Scholz
Brussels, Belgium. 21th January 2020.Finance Minister of Germany Olaf Scholz attends a Finance Ministers' Economic and Financial Affairs Council (ECOFIN) meeting.

Hamburg, 06. Mai (Reuters) – Bundeskanzler Olaf Scholz hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Bruch mit den Werten der Zivilisation vorgeworfen. Russland sei mutwillig aus der Weltgemeinschaft ausgestiegen, sagte Scholz am Freitag in Hamburg. „Putin darf diesen verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht gewinnen – und er wird diesen Krieg auch nicht gewinnen“, sagte er. Sollte sich Russland aber durchsetzen, drohe „internationale Regellosigkeit“.

Der Kanzler warf Putin auch Irrationalität vor, weil sein Hass auf eine freiheitliche Ukraine größer sei als sein Interesse an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Russlands. „Russlands Aggression gegen die Ukraine ist die größte Katastrophe unserer Zeit“, sagte er.

Zudem warnte Scholz vor weltweiten Verwerfungen. „Die gesamte globale Ernährungssicherheit ist durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine massiv bedroht“, sagte der Kanzler. Der internationale Zusammenhalt sei fragil, so dass man sich um andere Demokratien bemühen müsse. Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten dürfe kein exklusiver Club bleiben.

Entweder die G7 werde „Kern einer starken globalen Allianz für Demokratie und Multilateralismus – oder sie wird nicht mehr sehr viel erreichen“, sagte er. Deutschland hat derzeit den G7-Vorsitz und hat zum Gipfel Ende Juni in Elmau demokratische Staaten wie Indien, Indonesien, Senegal und Südafrika als Partnerländer eingeladen.

Scholz – Putin wird diesen Krieg nicht gewinnen

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Steht die Rezession wirklich vor der Tür?

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Fed Gold Kreditmärkte Aktienmärkte Inflation US-Wirtschaft
Foto von Florian Ielpo (Quelle: LOIM)

 Ein Marktkommentar von Florian Ielpo, Head of Macro bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM):

  • Die Märkte werden durch die Aussicht auf eine bevorstehende Rezession erschüttert, ohne dass die Wirtschaftsstatistiken eindeutige Anzeichen dafür zeigen
  • Anders als bei der COVID-Krise sollte man sich bei der Einschätzung der aktuellen Rezessionswahrscheinlichkeit auf die Wirtschaftsdaten verlassen, und bisher ist diese gering.
  • Auch wenn eine Rezession auf kürzere Sicht unwahrscheinlich ist, scheint die Verlangsamung jetzt unvermeidlich: Wir haben das Ende dieser unbeständigen Periode noch nicht gesehen.

2022 ist das Jahr aller Risiken, sowohl der Markt- als auch der Wirtschaftsrisiken. Zu Beginn des Jahres erwartete man ein sehr hohes Wachstum und eine moderate Inflation.

Der Krieg vor den Toren Europas und das Bewusstsein unserer Zentralbanken für die Inflation haben das Gegenteil bewirkt. Eine wachsende Zahl von Anlegern rechnet inzwischen mit einer ausgewachsenen Stagflation: eine immer noch hohe Inflation am Ende des Jahres und gleichzeitig ein potenziell negatives Wachstum. Die Rezession steht vor der Tür, würden einige sagen – mit gutem Grund – und doch. Und doch deuten die wenigen bisher veröffentlichten Wirtschaftsstatistiken in diese Richtung. Stehen wir also am Rande einer Rezession, ja oder nein? 

Die Investmentwelt erinnert sich daran, dass die „Rezession“ des Jahres 2020 insofern einzigartig war, als die Wirtschaftsstatistiken nicht geeignet waren, sie zu messen. Der „Lockdown“-Zeitraum war eine Quelle der Wertvernichtung, ohne dass jemand in der Lage war, diese Vernichtung in Echtzeit zu messen (mit der bemerkenswerten Ausnahme der Ölpreise). Ist die aktuelle Situation ähnlich? Der Rohstoffschock und der Anstieg der Realzinsen sind zwei solide Ursachen für eine starke Verlangsamung.

Allerdings handelt es sich dabei um endogene Ursachen für den Abschwung, während die Rezession von 2020 auf exogene Faktoren zurückzuführen ist. Als endogener Faktor par excellence haben sich die Realzinsen in den Vereinigten Staaten innerhalb eines einzigen Monats von einem negativen Niveau auf ein gefährlich nahes positives Niveau bewegt: genug, um einen Investitionszyklus zu verlangsamen, der bereits ziemlich gedämpft aussah.

Neben diesen Gründen für die Befürchtung einer Rezession gibt es das gewichtige Argument, dass es noch keiner Zentralbank gelungen ist, eine weiche Landung zu inszenieren, wenn eine Konjunkturabschwächung erforderlich ist, um der steigenden Inflation entgegenzuwirken.

Schaubild 1. Prozentuale Überraschungsindizes zu wichtigen Terminen

Quelle: Bloomberg, LOIM

Wer kann behaupten, diese Argumente nicht zu hören? Wirtschaftsstatistiken. Bei dieser endogenen Verlangsamung haben unsere herkömmlichen Statistiken eine gute Chance, sie rechtzeitig zu erkennen. Bislang gibt es jedoch nur wenige Wirtschaftsdaten, die auf eine bevorstehende Rezession hindeuten – darunter die Stimmung der privaten Haushalte, ein eher unberechenbarer Indikator. Die Lage ist heikel: Obwohl es wahrscheinlich ist, dass die Weltwirtschaft einen tiefen und notwendigen Abschwung erleben wird, gibt es derzeit keine einheitlichen Daten, die in diese Richtung weisen.

Schaubild 1 zeigt den nach wie vor hohen Stand der Konjunkturüberraschungsindizes: Die Tatsache, dass die Wirtschaftswissenschaftler von den Konjunkturdaten enttäuscht sind, ist in der Regel das erste Anzeichen dafür, dass sich der Abschwung beschleunigt. Die Indizes, die diese „Überraschungen“ messen, liegen bis heute im positiven Bereich, sogar sehr positiv, sowohl in den USA als auch in Europa. Zwar enttäuschten die US-BIP-Zahlen für das erste Quartal, aber das Wachstum der US-Nachfrage wird nicht in Frage gestellt. Der US-Verbraucher ist nach wie vor in einer starken Position. Sofern die Zahlen vom Mai nicht einbrechen, wird die Rezession im 2. Quartal nicht kommen.

Für das Portfoliomanagement ist es jedoch wichtig, den Eintritt in die Rezession zu datieren. Wie Schaubild 2 zeigt, brach der Aktienmarkt im Jahr 2008 erst dann richtig ein, als die Umfragedaten wirklich zusammenbrachen. Die Umfragedaten sind in den USA nach wie vor sehr gut. In Europa deuten einige Zahlen, wie der IFO, auf einen starken Rückgang der deutschen Wirtschaft hin. Wenn wir unsere Nowcasting-Indikatoren (siehe unten) analysieren, finden wir insgesamt Anzeichen für einen immer noch starken Konjunkturzyklus.

So gesehen scheint die Rezession zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor der Tür zu stehen, während die Ergebnisse des ersten Quartals weiterhin vom Schleier der nominalen Wirtschaft getragen werden: Die Inflation steigt schneller als das Wachstum und stützt die Umsätze der großen Unternehmen, was die guten Ergebnisse erklärt. Diese Phänomene sind vorübergehend: Die Inflation wird nicht ewig bei 8 % bleiben, und die Verlangsamung dürfte eintreten. Aus unserer Sicht ist daher weiterhin Vorsicht geboten.

Schaubild 2. Entwicklung des US USM im Zeitraum 2007-2008 im Vergleich zur umgerechneten Performance des S&P500


Quelle: Bloomberg, LOIM.

Kurz gesagt: Es scheint zwar klar zu sein, dass sich die Weltwirtschaft in diesem Jahr verlangsamen wird, aber eine Rezession wird es im zweiten Quartal wahrscheinlich nicht geben, wohl aber Volatilität.

Steht die Rezession wirklich vor der Tür?

Foto von Florian Ielpo (Quelle: LOIM)

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Alternative zu Gazprom – LNG-Projekte in Deutschland

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06. Mai (Reuters) – Die Bundesregierung will die Abhängigkeit von Pipeline-Erdgaslieferungen aus Russland auch mit verflüssigtem Erdgas (LNG) zurückfahren, das auf Tankern transportiert wird. Hier konkurrieren gleich mehrere Projekte miteinander. Es folgt eine kurze Übersicht:

WILHELMSHAVEN

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper unterstützt mit 65 Millionen Euro den Bau eines Flüssiggasterminals in Wilhelmshaven. Die Kapazität pro Jahr beträgt 7,5 Milliarden Kubikmeter und damit etwa 8,5 Prozent des deutschen Jahresbedarfs. Bevor ein festes Terminal errichtet wird, soll bereits im kommenden Winter eines von vier gecharterten Spezialschiffen durch Uniper zum Einsatz kommen.

Die Floating Storage and Regasification Units (FSRU) können das Flüssiggas in den gasförmigen Zustand zurückverwandeln und in das Netz einspeisen. Uniper und RWE sollen insgesamt je zwei Schiffe betreiben. Die Bundesregierung stellt hierfür knapp drei Milliarden Euro zur Verfügung und hat ein LNG-Beschleunigungsgesetz vorbereitet.

Unabhängig davon gibt es zudem Überlegungen zum Bau eines LNG-Terminals in Wilhelmshaven mit einer Jahreskapazität von 16 bis 20 Milliarden Kubikmeter, die E.ON und der Partner Tree Energy Solutions verfolgen. Start könnte 2025 sein.

BRUNSBÜTTEL

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther hat angekündigt, eines der Spezialschiffe in Brunsbüttel Anfang 2023 in Betrieb nehmen zu wollen. Ein festes Terminal mit einer Kapazität von acht Milliarden Kubikmetern soll spätestens 2026 starten. Den Planungen zufolge soll die staatliche Förderbank KfW an dem Projekt 50 Prozent halten, der niederländische Versorger Gasunie 40 Prozent und RWE zehn Prozent. Shell hat zugesagt, eine große Menge LNG zu buchen.

STADE

Bis 2026 soll hier ein Terminal mit einer Kapazität von zwölf Milliarden Kubikmetern pro Jahr entstehen. Die Projektgesellschaft Hanseatic Energy Hub wird vom belgischen Netzbetreiber Fluxys, dem Schweizer Investor Partners Group und dem deutschen Logistik-Konzern Buss unterstützt. Eine Investitionsentscheidung wird im kommenden Jahr erwartet. Der Chemieriese Dow will sich mit einer Minderheitsbeteiligung engagieren. Der Karlsruher Versorger EnBW beabsichtigt, jährlich drei Milliarden Kubikmeter Gas abzunehmen.

HAMBURG

Überlegungen zum Einsatz von schwimmenden LNG-Terminals gibt es auch in Hamburg, Rostock und im niederländischen Eemshaven.

Alternative zu Gazprom – LNG-Projekte in Deutschland

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Spannungen zwischen China und Japan – Vergleiche mit Ukraine zurückgewiesen

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Peking, 06. Mai (Reuters) – China weist Vergleiche seiner Politik in der pazifischen Region mit Russlands Vorgehen in der Ukraine zurück. Japan übertreibe angeblich von China ausgehende Drohungen, erklärte das Außenministerium in Peking am Freitag. Japan nutze die vielmehr angebliche Gefahr als Vorwand, um sein Militär aufzurüsten. 

China reagierte damit auf Äußerungen des japanischen Außenministers Fumio Kishida, der am Donnerstag auf Taiwan verwiesen und erklärt hatte: „Die Ukraine kann morgen Ostasien sein.“ 

Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan ähnlich wie Russland Teile der Ukraine als Bestandteil des eigenen Territoriums und strebt eine Wiedervereinigung mit der Inselrepublik an. Taiwan hat seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine seine Alarmstufe erhöht. Es befürchtet, dass China militärisch gegen die Insel vorgehen könnte. Konkrete Anzeichen dafür gibt es bisher nicht. 

Der russische Präsident Wladimir Putin unterstützt die Haltung der Pekinger Regierung zu Taiwan. China und Russland hatten vor Ausbruch des Ukraine-Krieges einen Freundschafts-Pakt geschlossen.

Spannungen zwischen China und Japan – Vergleiche mit Ukraine zurückgewiesen

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Uni Frankfurt prüft Plagiatsvorwürfe gegen Springer-Chef Döpfner

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Berlin, 06. Mai (Reuters) – Die Universität Frankfurt prüft Plagiatsvorwürfe rund um die Doktorarbeit von Axel Springer-Chef Mathias Döpfner. An die Goethe-Universität sei ein Sachverhalt herangetragen worden, in dem es um den Vorwurf wissenschaftlichen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit der Dissertation von Döpfner gehe, erklärte die Hochschule am Freitag.

„Es wurde eine Kommission zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten eingerichtet.“ Diese untersuche Döpfners Dissertation von 1990: „Musikkritik in Deutschland nach 1945: Inhaltliche und formale Tendenzen – eine kritische Analyse“. Die Prüfung sie wie üblich vertraulich. Dies gelte auch für die zu erwartende Dauer des Verfahrens. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ detailliert darüber berichtet. 

Döpfner wollte sich dazu nicht konkret äußern. Ein Sprecher des Berliner Verlags erklärte nur, der langjährige Vorstandsvorsitzende sei über den Vorgang informiert. „Er hat volles Vertrauen in die Arbeit der Kommission der Universität Frankfurt.“ 

Döpfner studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaften in Frankfurt und Boston. Der 59-Jährige ist seit Januar 2002 Vorstandschef von Axel Springer, Herausgeber von „Bild“ und „Welt“. Als enger Vertrauter der Verlegerwitwe Friede Springer ist er mit knapp 22 Prozent auch drittgrößter Aktionär. Döpfner war zuletzt in der Affäre um den Ex-Bild-Chef Julian Reichelt in die Kritik geraten.

In einer persönlichen, aber bekannt gewordenen SMS hatte Döpfner mit einem umstrittenen DDR-Vergleich deutsche Journalisten pauschal kritisiert. Nach einer Entschuldigung blieb Döpfner trotz Kritik an seinem Verhalten Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), dessen Cheflobbyist er seit 2016 ist.

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Landtagsabgeordneter Martin Huber wird CSU-Generalsekretär

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München, 06. Mai (Reuters) – Der bayerische Landtagsabgeordnete Martin Huber wird neuer Generalsekretär der CSU. Parteichef Markus Söder stellte den 44-Jährigen am Freitag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands als Nachfolger des zurückgetretenen Stephan Mayer vor. Huber kommt wie Mayer aus dem konservativen oberbayerischen Landkreis Altötting.

„Ich wollte keine Lücke ins Kabinett reißen“, sagte Söder zu seiner Wahl. „Es hätte mehrere Ministerinnen gegeben, die das können.“ Unter anderem waren Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Digitalministerin Judith Gerlach für den Posten gehandelt worden. Huber sagte, er brenne für das Amt und wolle Ökonomie und Ökologie verbinden.

Huber sitzt seit 2014 im bayerischen Landtag. Vorher war er unter anderem persönlicher Referent von Söders Vorgänger und internem Widersacher Horst Seehofer. In seinem neuen Amt muss er unter anderem den Landtagswahlkampf 2023 organisieren. Söder sagte, Huber sei „jung, modern und konservativ. Ein kluger Kopf. Und er ist einfach seriös.“ Mayer war am Dienstag nach nur drei Monaten als Generalsekretär zurückgetreten, nachdem er einen Journalisten des Magazins „Bunte“ offenbar massiv bedroht und beleidigt hatte.

Landtagsabgeordneter Martin Huber wird CSU-Generalsekretär

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US-Kommission prangert Verhalten der Schweiz gegenüber Oligarchen an

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Zürich, 06. Mai (Reuters) – Ein US-Gremium aus Regierungs- und Kongressmitgliedern nimmt die Schweiz in Zusammenhang mit den Sanktionen gegen Russland ins Visier. Das Land stütze den russischen Präsidenten Wladimir Putin und ihm nahestehende Personen, erklärte die Helsinki Commission.

Die Schweizer Regierung wies die Vorwürfe am Freitag zurück. Die Schweiz setze alle Sanktionen der Europäischen Union um und stehe im internationalen Vergleich sehr gut da, erklärte ein Regierungssprecher. „Sie ist in ständigem Austausch mit allen relevanten Akteuren im In- und Ausland, einschließlich den USA, und trägt so zu einem möglichst lückenlosen Sanktionsregime bei.“

Putin und eine Reihe von Oligarchen nutzten die Schweiz, um Vermögen zu verstecken und zu schützen, erklärte die Kommission, die die Einhaltung von Verpflichtungen zur Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa überwacht.

Die engen Beziehungen zwischen den schweizerischen und den russischen Behörden hätten einen korrumpierenden Einfluss auf das Personal der Strafverfolgungsbehörden in der Schweiz ausgeübt. Die Kommission warf auch die Frage auf, wie sich das Verhalten der Schweiz auf die nationale Sicherheit der USA auswirke und ob die Vereinigten Staaten ihre strategischen bilateralen Beziehungen zur Schweiz überdenken sollten. 

Auf 150 bis 200 Milliarden Franken schätzt der Schweizer Bankenverband die Vermögen aller im Ausland lebenden Russen in der Schweiz. Gleichzeitig hat die Regierung in Zusammenhang mit den im Zuge der russischen Ukraine-Invasion verhängten Sanktionen bisher rund 7,5 Milliarden Franken an Vermögen eingefroren. Dieses Auseinanderklaffen hat der Regierung Kritik eingetragen, die Vermögen zu wenig entschlossen aufzuspüren. 

Experten zufolge besteht ein Problem darin, dass viele der Vermögen hinter verschachtelten Gesellschaften und Strohmännern verborgen sind. Auf der anderen Seite unterliegen Anwälte und Treuhänder in der Schweiz weniger strengen Offenlegungspflichten als die Banken und bieten Personen, die ihre Vermögen verstecken wollen, damit ein mögliches Schlupfloch.

US-Kommission prangert Verhalten der Schweiz gegenüber Oligarchen an

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