Washington, 08. Feb (Reuters) – Das chronische Defizit in der US-Handelsbilanz ist im vergangenen Jahr so hoch ausgefallen wie noch nie. Die Importe übertrafen die Exporte um mehr als 859 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium am Dienstag in Washington mitteilte.
2020 waren es noch knapp 677 Milliarden Dollar. Allein das Defizit mit China stieg im vergangenen Jahr um 45 Milliarden auf gut 355 Milliarden Dollar, das mit der EU um 35 Milliarden auf fast 220 Milliarden Dollar.
Der frühere US-Präsident Donald Trump hat das traditionell hohe Defizit immer wieder als Zeichen dafür gedeutet, dass sein Land von anderen Staaten über den Tisch gezogen werde – und deshalb Handelskonflikte angezettelt, etwa mit China.
Die USA fordern China auf, die Verpflichtungen der Handelsabkommen von 2020 und 2021 einzuhalten. Die US-Regierung verliere die Geduld, da Peking in den vergangenen Monaten keine wirklichen Anstalten gemacht habe, den Zusagen nachzukommen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen in Washington.
Im Rahmen des unter Ex-Präsident Trump ausgehandelten „Phase 1“-Handelsabkommens hatte sich China verpflichtet, zusätzliche US-Waren und -Dienstleistungen im Wert von 200 Milliarden Dollar zu kaufen. Bis November hat China nur etwa 60 Prozent des Ziels erreicht, wie aus Handelsdaten des Peterson Institute for International Economics hervorgeht.
US-Präsident Joe Biden hatte betont, dass das Handelsabkommen die Kernprobleme mit der staatlich gelenkten Wirtschaft Chinas nicht angehe. Aber US-Vertreter hatten Chinas Behörden gedrängt, die Vereinbarung einzuhalten.
Chinas Außenministerium erklärte, beide Staaten sollten Handelsfragen auf der Grundlage gegenseitigen Respekts klären. Es gebe keine Gewinner bei Handelskonflikten. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington hatte bereits vorige Woche gesagt, Peking habe sich bemüht, das „Phase 1“-Abkommen „trotz der Auswirkungen von Corona, der globalen Rezession und der Unterbrechung der Lieferketten“ umzusetzen.
US-Handelsdefizit steigt 2021 auf Rekordhöhe von 859 Milliarden Dollar
Düsseldorf, 08. Feb (Reuters) – Die Bundesnetzagentur hat dem Stromanbieter Rheinische Elektrizitäts- und Gasversorgung zu Unrecht angehobene monatliche Abschlagszahlungen untersagt. Bei Zuwiderhandlung drohe der Firma mit der Marke „Immergrün“ ein Zwangsgeld in Höhe von 100.000 Euro jeweils für die Sparten Strom und Gas, teilte die Bonner Behörde am Dienstag mit.
Die Netzagentur habe festgestellt, dass die gegenüber zahlreichen Haushaltskunden im Oktober 2021 ausgesprochenen Erhöhungen der monatlichen Abschläge für Strom und Gas ohne rechtliche Grundlage erfolgt seien. Der Versorger habe sich in den untersuchten Fällen weder auf eine absehbare Änderung des Verbrauchsverhaltens noch auf zuvor wirksam vereinbarte Preiserhöhungen stützen können.
Wie viele Kunden dies betrifft, blieb offen. Von der Rheinischen Elektrizitäts- und Gasversorgungsgesellschaft war zunächst keine Stellungnahme darüber zu erhalten, ob, wann und wie zu Unrecht erhobene Summen den Kunden erstattet werden.
Die Bundesnetzagentur hatte im November ein Aufsichtsverfahren gegen den Anbieter eingeleitet, der wie auch andere Vertriebsfirmen durch die drastisch gestiegenen Strom- und Gaspreise unter Druck geraten ist. „Das Risiko steigender Beschaffungspreise darf nicht durch einseitige Erhöhung der Abschläge auf Haushaltskunden abgewälzt werden“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.
Auch in angespannten Marktsituationen seien die geltenden rechtlichen Bestimmungen zu beachten, betonte die Behörde. Dies gelte auch und insbesondere für Normen, die dem Schutz von Verbrauchern dienten.
Bundesnetzagentur droht Stromversorger „Immergrün“ mit Zwangsgeld
Washington, 08. Feb (Reuters) – Es war, als könnte Olaf Scholz es gar nicht abwarten, seine Botschaft unter die US-Bevölkerung zu bringen. Schon bevor er zu seinem Antrittsbesuch in Washington eintraf, hatte er in der „Washington Post“ auf Englisch ein Interview gegeben, in dem er den deutschen Ansatz in der Ukraine-Krise erklärte – und verteidigte.
In der Pressekonferenz mit US-Präsident Joe Biden dauerte es am Montag dann im Weißen Haus nicht einmal 13 Minuten, bis Scholz ungefragt auch auf Englisch sagte: Ja, die USA und Deutschland seien „absolut“ zusammen. Ja, man werde im Falle von Sanktionen gegen Russland dieselben Schritte gehen. Im Klartext: Auf Deutschland sei auch unter der Ampel-Regierung und seiner Kanzlerschaft Verlass.
Die permanenten Nachfragen, denen sich der SPD-Politiker in Washington immer wieder ausgesetzt sah, zeigen jedoch das Problem Deutschlands – und des Kanzlers. Obwohl Scholz immer wieder eine Doppelstrategie aus Gesprächs- und Sanktionsbereitschaft gegenüber Russland betonte, hat er mit dem Image der Bundesrepublik als Drückeberger zu kämpfen – was den neuen Kanzler sichtlich ärgert. „Nonsens“ sagte er etwa knapp in einem fast 20-minütigen Interview mit dem Sender CNN zur Kritik aus der Ukraine, Deutschland sei kein verlässlicher Partner mehr.
Das Misstrauen hat nach Einschätzung von EU-Diplomaten drei Gründe. Zum einen liegt dies an der historischen Rolle, die die Bundesrepublik in den letzten Jahrzehnten eingenommen hat – als militärisch zögerliches wirtschaftliches Schwergewicht.
Schon die Kanzler Gerhard Schröder und Angela Merkel mussten sich wegen ihrer Weigerungen, bei westlichen Kriegseinsätzen im Irak und Libyen teilzunehmen, den Vorwurf gefallen lassen, Deutschland sei nicht verlässlich. In der Auseinandersetzung um das iranische Atomprogramm und die russische Annexion der Krim gab es zum anderen das Misstrauen, Deutschland könnte eigene wirtschaftliche Interessen über Prinzipien stellen – obwohl dann ausgerechnet Berlin an der Spitze der Sanktionsbewegung stand.
Dazu kommt aber drittens das Auftreten von Scholz selbst. Auch in Washington vermied er wieder das Wort Nord Stream 2 überhaupt in den Mund zu nehmen.
Er erklärte dies mit nötiger „strategischer Ambiguität“ – Russland solle im Unklaren gelassen werden, wie hoch die Kosten für eine Invasion der Ukraine wirklich seien. Aber der neben ihm stehende US-Präsident erklärte die Ostsee-Pipeline kurzerhand für tot, sollte Russland die Ukraine angreifen. Von Ambiguität war da nichts zu spüren.
Dazu kommt, dass Scholz auch bei CNN vorgehalten wurde, dass Deutschland zwar ohne Probleme Waffen an Israel, Ägypten oder die Kurden lieferte, aber nun im Falle der Ukraine davor zurückschreckt.
Da spielt es keine Rolle, dass die US-Haltung kaum weniger kompliziert als die deutsche ist: Biden wollte am Montag etwa partout nicht auf die Frage antworten, ob denn die USA ihre milliardenschweren Öleinkäufe in Russland stoppen würden – obwohl er selbst vorschlug, Putin die Einnahmen aus den Rohstoffverkäufen zu nehmen.
Immerhin half Biden Scholz aus der Patsche, indem der US-Präsident höchstpersönlich Zweifel an der deutschen Verlässlichkeit wegwischte. Biden lobte zudem die hohen deutschen Finanzhilfen für die Ukraine sowie die deutschen Beiträge zur Nato. Im Interview bei CNN hielt Scholz dann ein so flammendes Plädoyer für die Demokratien im Kampf gegen autoritäre Regime wie Russland und China, dass der Moderator Jack Tapper am Ende sichtlich beeindruckt war. Das klare Bekenntnis zur transatlantischen Zusammenarbeit, Nato und EU war dann auch die Botschaft des SPD-Politikers, die bei den elf hochrangigen US-Senatoren am besten ankam, die er vor seinem Rückflug zum Kennenlernen und Erklären in die Residenz der deutschen Botschafterin in Washington eingeladen hatte.
NUN FOLGEN EUROPA – UND PUTIN
Aber nun muss Scholz die nicht minder schwierige Übung meistern, auch noch die Europäer auf Linie zu bringen: Gleich nach seiner Rückkehr nach Berlin trifft Scholz die Präsidenten von Polen und Frankreich. Emmanuel Macron wird über seine Gespräche in Moskau briefen. Dann folgen Gespräche mit EU-Vertretern und Balten. Auch hier ist die klare Mission, eine einheitliche Position gegenüber Russland zu finden und gleichzeitig Verständnis für die Notwendigkeit von Gesprächen mit Moskau in Osteuropa zu sichern.
Der zweite Teil der Feuerprobe folgt dann Anfang kommender Woche: Dann muss Scholz zunächst zu der zunehmend kritischen Regierung in Kiew fliegen und im Anschluss nach Moskau. Schon die Erfahrung von Außenministerin Annalena Baerbock, deren Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Montag kurzfristig abgesagt wurde, zeigt, wie heikel die deutsch-ukrainischen Beziehungen sind. Und dann folgt das Treffen mit Putin. Halb Osteuropa wird an seinen Lippen hängen, um zu überprüfen, ob Scholz seine Doppelstrategie aus Entschlossenheit und Dialog erst meint.
Halbe Feuertaufe – Scholz versucht sich in Washington als Krisenmanager
Frankfurt, 08. Feb (Reuters) – Anleger schwanken weiter zwischen der Freude über starke Firmenbilanzen und der Sorge vor einer Abkühlung der Konjunktur durch steigende Zinsen. Dax und EuroStoxx50 gaben daher am Dienstag ihre anfänglichen Gewinne fast komplett ab und notierten am frühen Nachmittag jeweils knapp im Plus bei 15.217 beziehungsweise 4124 Punkten.
„Angesichts der begonnenen Zinswende sind Anlegerinnen und Anleger dabei, neu zu bestimmen, wo die fairen Werte der großen Aktienindizes liegen könnten“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.
„Das ist ein Rätsel mit vielen Unbekannten.“ Der Aufwärtstrend des Dax sei aber noch intakt, warf Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets ein. Denn den erwarteten US-Zinserhöhungen zum trotz blieben die Realzinsen – Nominalzinsen abzüglich Inflation – auf absehbare Zeit negativ. „Schuldner werden also bevorzugt, Sparer bestraft und Aktionäre sind höchstwahrscheinlich immer noch in der richtigen Anlageklasse unterwegs.“
LAGARDE DÄMPFT ZINSERHÖHUNGSSPEKULATIONEN
Zumal EZB-Chefin Christine Lagarde Spekulationen auf nahende Zinserhöhungen in der Euro-Zone einen Dämpfer verpasste. Die Europäische Zentralbank (EZB) rechne nicht mit einer längerfristigen Inflationsrate über der Zielmarke von zwei Prozent. „Diese Kommentare werden Anleger aber mit Vorsicht genießen, da die EZB der Entwicklung so weit hinterherhinkt“, warnte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. So lange es keine Anzeichen dafür gebe, dass die Teuerung ihren Höhepunkt erreicht und deutlich zurückgehen werde, träfen Lagardes Beteuerungen auf taube Ohren.
Aus diesem Grund zogen sich Investoren erneut aus Staatsanleihen zurück und trieben die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf 0,24 Prozent. Der Kurs des Euro gab auf 1,1405 Dollar nach. „Letztendlich sind sich die Anleger sehr wohl bewusst, dass die Leitzinsen in den kommenden Monaten in den USA viel stärker steigen werden als in der Eurozone“, kommentierten die Anlagestrategen der Bank Unicredit.
ÖLPREIS AUF TALFAHRT – ALUMINIUM-RALLY GEHT WEITER
Abwärts ging es auch für den Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,8 Prozent auf 91,02 Dollar je Barrel (159 Liter). „Die Wiederaufnahme der indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran könnten zur einer erneuten Öffnung der internationalen Märkte für iranisches Öl führen“, prognostizierte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades.
Unterdessen befeuerten Angebotsengpässen die Preise für Aluminium erneut. Vor den Olympischen Spielen hätten viele chinesische Hütten ihre Produktion heruntergefahren, um die Luftqualität zu verbessern, sagte Analyst Nitesh Shah vom Fondsanbieter WisdomTree. China produziert mehr als die Hälfte des im Flugzeug- und Automobilbau eingesetzte Industriemetalls. In London verteuerte es sich um 2,5 Prozent und stand mit 3210 Dollar je Tonne vor dem Sprung auf ein 13-Jahres-Hoch. Dies verhalf dem europäischen Index für Bergbauwerte zu einem Kursplus von 2,6 Prozent.
BP-ZAHLEN HELLEN ANLEGERSTIMMUNG AUF
Bei den Unternehmen lief es für BP zuletzt wie geschmiert. Das Quartalsergebnis und der angekündigte Aktienrückkauf lägen über den Erwartungen, lobte Analyst Giacomo Romeo von der Investmentbank Jefferies. Der langfristige Ausblick und das Bekenntnis zur Reduzierung des Schadstoff-Ausstoßes sollten ebenfalls gut ankommen. BP-Aktien stiegen in London um bis zu 2,3 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 418 Pence.
Die Titel von TUI rutschten dagegen trotz kräftig gewachsener Quartalsergebnisse und eines optimistischen Ausblicks um 3,5 Prozent ab. „Dies sind zwar gut Nachrichten von einem von der Pandemie am stärksten betroffenen Unternehmen“, sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. „Der Weg aus der Verlustzone sollte aufgrund des enormen Schuldenberges noch ein ganz langer werden.“
Frankfurt, 08. Feb (Reuters) – Bei Merck reißt die Pannenserie im Pharmageschäft nicht ab. Der Darmstädter Konzern hat einen weiteren heftigen Forschungsrückschlag mit einem seiner wichtigsten Medikamenten- Hoffnungsträger erlitten.
Die Krebsimmuntherapie Bavencio scheiterte in einer entscheidenden klinischen Studie der Phase-3, in der das Mittel zur Erstbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Vergleich zu einer Chemotherapie getestet wurde.
Die Studienziele hinsichtlich des Gesamtüberlebens und des Zeitraums ohne ein Fortschreiten der Krankheit sind nicht erreicht worden, wie aus dem Quartalsbericht des US-Pharmakonzerns Pfizer, mit dem Merck seit 2014 bei dem Mittel zusammenarbeitet, am Dienstag hervorgeht. Merck bestätigte dies.
Das Dax-Unternehmen hatte erst im vergangenen Jahr nach zwei Studienflops die Arbeiten an dem Krebsmittel Bintrafusp alfa beendet, das auch einer der Hoffnungsträger von Merck war. Mit der Krebsimmuntherapie Bavencio konnte Merck 2017 erstmals seit neun Jahren wieder ein neues Medikament auf den Markt bringen.
Bavencio ist bereits für die Behandlung einiger Krebsarten zugelassen, darunter zum Einsatz bei Blasenkrebs, Nierenzellkrebs oder dem Merkelzellkarzinom, einem seltenen aggressiven Hauttumor. Für diese Indikationen ist der Markt aber nicht groß wie für Lungenkrebs – der weltweit häufigsten Krebsart.
Merck musste mit dem Mittel, in das ursprünglich große Hoffnungen gesetzt wurden, schon einige Rückschläge verdauen. So scheiterten Studien zur Behandlung von Eierstockkrebs, zum Einsatz bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs sowie bei Magenkrebs-Patienten.
Krebsimmuntherapie von Merck scheitert in Lungenkrebsstudie
GoCardless, ein weltweit führendes Fintech für direkte Bankzahlungen, erhält 312 Millionen US-Dollar in seiner Series-G-Finanzierungsrunde. Mit einer Bewertung von 2,1 Milliarden US-Dollar wird es damit zum neuesten Tech-Einhorn in Europa und UK.
Die Finanzierungsrunde wird von Permira angeführt. Der Investor verfügt über umfangreiche Erfahrungen bei der Unterstützung erstklassiger Zahlungsverkehrs- und Finanzsoftware-Unternehmen wie Klarna, Clearwater Analytics und Carta. Der neue Investor BlackRock Private Equity Partners beteiligte sich ebenfalls an der Finanzierungsrunde. Die Finanzierung wird es GoCardless ermöglichen, seine wachsende Marktposition im Open-Banking-Bereich durch Produkt- und geografische Expansion weiter voranzutreiben, um das weltweit führende Netzwerk für direkte Bankzahlungen zu werden.
GoCardless wickelt jährlich Transaktionen im Wert von mehr als 25 Milliarden US-Dollar für über 70.000 Unternehmen auf der ganzen Welt ab, darunter DocuSign, Klarna, TripAdvisor und Epson. Seit der letzten Finanzierungsrunde im Dezember 2020 wurde die Unternehmensbewertung mehr als verdoppelt. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg um 85 Prozent. GoCardless hat seine Investitionen in die Entwicklung von Open-Banking-Produkten erhöht und Instant Bank Pay auf den Markt gebracht: eine neue Möglichkeit, einmalige Bank-zu-Bank-Zahlungen über Open Banking einzuziehen. Seitdem hat das Unternehmen bereits Tausende Händler in Großbritannien und Europa bei der Abwicklung von Einmalzahlungen im Wert von mehreren Millionen Dollar unterstützt.
Klarna hat sich vor kurzem für GoCardless entschieden, um seinen mehr als 21 Millionen Kunden in den USA Zahlungen per Bankeinzug anzubieten. Um auf dem Markt zu expandieren, nutzt Klarna die Erfahrung von GoCardless im Bereich Konto-zu-Konto-Zahlungen. Darüber hinaus haben PayPal und GoCardless eine strategische Vereinbarung unterzeichnet, die GoCardless zum Partner für Lastschriftzahlungen bei PayPal macht. PayPal-Händler werden bald die Möglichkeit haben, ihren Kunden zusätzliche Bankzahlungs-Optionen anzubieten, da die Verbraucher immer mehr Auswahlmöglichkeiten im Checkout wünschen.
Hiroki Takeuchi
Hiroki Takeuchi, Mitgründer und CEO von GoCardless, sagt:
„Der Einzug von Open Banking ist ein einmaliger Generationenwechsel, der die Art und Weise, wie wir auf der ganzen Welt zahlen, verändern wird. Ich freue mich, Partner wie Permira und BlackRock Private Equity Partners an Bord zu haben, die uns mit ihrer globalen Ausrichtung und technologischen Expertise beim Aufbau eines Netzwerks für direkte Bankzahlungen unterstützen. Das Zahlungsnetzwerk wird den freien Zahlungsverkehr ohne Karten, Verfallsdaten oder zusätzliche Kosten ermöglichen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihnen und unseren neuen Vorstandsmitgliedern, um die zukünftige Entwicklung von GoCardless voranzutreiben.“
Alberto Riva, Principal bei Permira, fügt hinzu:
„Wir glauben, dass GoCardless einzigartig positioniert ist, um durch die Nutzung von Open Banking ein globaler Champion im Bereich Konto-zu-Konto-Zahlungen zu werden. Wir freuen uns, Hiroki und sein exzellentes Team dabei zu unterstützen, weiterhin Innovationen zu entwickeln und erstklassige Lösungen anzubieten, die ein günstigerer, schnellerer und sicherer Weg sind, Zahlungen weltweit einzuziehen.“
Mit der Finanzierungsrunde wird GoCardless auch seinen Vorstand um weitere Technologie- und Zahlungs-Experten erweitern. Michael Rouse, ehemaliger Chief Commercial Officer bei Klarna, tritt dem Vorstand bei und Koen Köppen, Chief Technology Officer bei Klarna und Vorstandsmitglied von Mollie wird unabhängiger Director.
GoCardless baut auf jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der direkten Bankzahlungen auf. Das Unternehmen wird seinen Fokus erweitern, um sowohl wiederkehrende als auch einmalige Zahlungen zu ermöglichen, und seine internationale Expansion fortsetzen. Darüber hinaus wird es sein ‚Bank Pay‘-Netzwerk für andere Zahlungsdienstleister öffnen, die seine Technologie und Plattform nutzen wollen.
J.P. Morgan Securities PLC fungierte als alleiniger Vermittler bei dieser Finanzierungsrunde. Goldman Sachs International fungierte als Finanzberater für Permira.
Der erste Abschluss in Höhe von 192 Millionen US-Dollar ist erfolgt. Es wird erwartet, dass die Runde vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen im Laufe des Jahres vollständig abgeschlossen sein wird.
Seit der Gründung im Jahr 2020 konnte sich Sunvigo am Energiemarkt etablieren. Der Kundenstamm wächst 2021 um das Zehnfache.
Mit Eneco und Sparta Capital investieren zwei etablierte Fonds aus dem Bereich erneuerbarer Energien in das revolutionäre Geschäftsmodell von Sunvigo. Sparta und Eneco, die den größten Teil der neuen Finanzierung bereitstellen, investieren gemeinsam mit Bestandsinvestoren wie Ecosummit, dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Übermorgen Ventures insgesamt 10 Millionen Euro. Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) stellt weitere 5 Millionen Euro Fremdkapital zur Finanzierung der PV-Anlagen zur Verfügung. Während die aktuelle Energiekrise sowohl junge als auch etablierte Unternehmen in die Insolvenz getrieben hat, konnte sich Sunvigo neue Investments sichern und seine Kunden sogar vor steigenden Strompreisen schützen.
Seit der Gründung im Jahr 2020 hat Sunvigo bereits Hunderten Kunden den einfachen Zugang zu günstigem Solarstrom ermöglicht. Im ersten Jahr nach der Gründung hat sich der Kundenstamm mehr als verzehnfacht.
Einstieg zweier renommierter Investoren stellt die Weichen für starkes Wachstum
Eneco und Sparta Capital investieren jetzt in das weitere Wachstum und die Vision von Sunvigo. Hans W. Cool, Investment Director von Eneco Ventures, sieht in Sunvigo die ideale Ergänzung zum Portfolio von Eneco: „Wir glauben, dass es einen großen Markt für Sunvigo’s Produkt gibt. Wir sehen auch viele mögliche Synergien, zum Beispiel mit der Eneco-Tochter LichtBlick“. Auch Guillaume Sarlat, Head of Sustainability Investment bei Sparta Capital, ist von dem Geschäftsmodell überzeugt: „Sunvigo bietet eine vertrauenswürdige Lösung für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Welt.
Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Meilenstein für Sparta und wir freuen uns, das Managementteam von Sunvigo in den kommenden Jahren zu unterstützen“. Dadurch eröffnen sich für Sunvigo neue Möglichkeiten: „Durch Sparta können wir mit einem der führenden Investoren in diesem Bereich zusammenarbeiten und erhalten Zugang zu internationalen Kapitalmärkten, um die Finanzierung unserer Solarsysteme auszuweiten“, erklärt Dr. Michael Peters, Gründer von Sunvigo und Solarexperte.
Darüber hinaus beteiligen sich auch die Bestandsinvestoren Ecosummit, HTGF, Übermorgen Ventures und ein Family Office erneut an der Finanzierungsrunde und bestätigen damit ihr Vertrauen in den Solarenergieanbieter. Die DKB stockt zusätzlich das Finanzierungsvolumen für die Solaranlagen um weitere 5 Millionen Euro Fremdkapital auf.
Digitalisierung, Ausbau der Green Power Community und Verstärkung des Sunvigo-Teams
Die Gründer Bastian Bauwens, Dr. Michael Peters und Dr. Vigen Nikogosian werden das frische Kapital nutzen, um die Green Power Community weiter auszubauen, das Kundenerlebnis insbesondere durch Digitalisierung zu verbessern und die internen Prozesse weiter zu optimieren. Auch personell will sich Sunvigo vergrößern. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen über 50 Mitarbeiter und will in diesem Jahr in allen Bereichen stark wachsen. In Zukunft wird Sunvigo seine Anlagen in virtuellen Kraftwerken vernetzen und so allen Stromkunden Sonnenstrom aus der Sunvigo Community zur Verfügung stellen.
Die Verstärkung kann das Team gut gebrauchen, denn die Nachfrage nach Solarenergie ist riesig. „In den letzten Monaten ist die Nachfrage rasant angestiegen“, bestätigt Dr. Peters. „Viele Menschen sind überfordert mit den aktuell stark steigenden Strompreisen und fragen sich, was sie gegen die steigenden Kosten tun können. Der Umstieg auf Solarenergie ermöglicht eine Absicherung gegen steigende Preise. Aber bisher musste man dafür viel Komplexität in Kauf nehmen. Mit Sunvigo kann man nun endlich beides haben – Absicherung gegen steigende Preise durch die Solaranlage auf dem eigenen Dach und trotzdem bleibt die Stromversorgung so einfach wie mit einem klassischen Stromvertrag“.
Rom, 08. Feb (Reuters) – Italien will den Verbrauchern mit Milliarden-Hilfen bei den gestiegenen Energiekosten entlasten. „Die Regierung arbeitet an einer Notfallverordnung im Wert von mindestens fünf Milliarden Euro, um Familien und Unternehmen zu helfen, ihre Strom- und Gasrechnungen zu bezahlen“, erklärte der Chef der mitregierenden rechten Lega-Partei Matteo Salvini am Dienstag.
Die Regierung hat seit Juli 2021 rund zehn Milliarden Euro eingeplant, um die Energierechnungen für Verbraucher und Unternehmen zu senken. Salvini forderte vor kurzem eine Erhöhung des Defizits um mindestens 30 Milliarden Euro.
Doch das Finanzministerium, das das Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf 5,6 Prozent der Wirtschaftskraft von angepeilten 9,4 Prozent 2021 senken will, hält dagegen.
Der Arbeitgeberverband Confindustria hat berechnet, dass die steigenden Energierechnungen die Industrie in diesem Jahr rund 37 Milliarden Euro kosten werden, verglichen mit 20 Milliarden Euro 2021 und nur acht Milliarden Euro im Vorkrisenjahr 2019.
Italien will Verbraucher bei Energierechnung mit 5 Mrd Euro entlasten
Mariupol, 08. Feb (Reuters) – Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat sich tief erschüttert von der Lage im Krisengebiet in der Ostukraine gezeigt. Baerbock sprach nach einem Besuch an der sogenannten Kontaktlinie in der Nähe von Mariupol am Dienstag von „sehr bedrückenden Bildern“ und „sehr bedrückenden Gefühlen“.
„Man spürt, was vor Jahren passiert ist, dass Menschen von einem Tag auf den anderen alles verloren haben, was sie hatten“, sagte Baerbock. „Kinderspielzeug liegt noch am Wegesrand.“ Der Ort sei „ein Zeugnis dessen, dass wir mitten in Europa Krieg haben.“
Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland könne nur diplomatisch gelöst werden, betonte die Ministerin. Sie sei hier, „um ein Zeichen zu setzen“.
Wichtig sei, dass die Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor Ort ihre Arbeit machen könne. Zugleich müssten vor allem im Normandie-Format, in dem Deutschland und Frankreich zwischen Russland und der Ukraine vermitteln, Fortschritte erzielt werden.
Baerbock in Ostukraine – Ort ist Zeugnis für Krieg mitten in Europa
Brüssel, 08. Feb (Reuters) – Die EU-Kommission hält erstmals für ein Mitgliedsland bestimmte finanzielle Mittel zurück, weil dieses sich nicht an ein Urteil des obersten europäischen Gerichts hält.
Die EU-Exekutive informierte Polen am Dienstag darüber, sie werde Zahlungen aus den regulären EU-Überweisungen einbehalten als Ausgleich für die erste Tranche einer vom Europäische Gerichtshof (EuGH) verhängten Strafe, die das Land nicht beglichen habe. Es handle sich um zunächst rund 15 Millionen Euro, erläuterte ein EU-Vertreter.
Es geht in dem Fall um den Streit über den polnischen Braunkohle-Tagebau in Turow nahe der Grenze zu Tschechien. Tschechien hatte Polen wegen Umweltschäden vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt, der im September Polen zu einer Geldstrafe von täglich 500.000 Euro verurteilt hatte. Laut EuGH muss Polen den Tagebau in Turow beenden. Dem widersetzte sich die nationalkonservative Regierung in Warschau.
EU-Kommission stoppt Zahlung an Polen wegen nicht beglichener Strafe