Montag, August 17, 2026
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Wolfsburger Gedankenspiele – Wann kommt der Porsche-Börsengang?

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Hamburg, 09. Feb (Reuters) – Kaum etwas elektrisiert Auto-Analysten und Investmentbanker in Deutschland so wie ein möglicher Börsengang von Porsche. Dass Volkswagen diesen Schritt zumindest erwägt, pfeifen die Spatzen schon seit geraumer Zeit von den Dächern. Hinweise, ob es dazu kommt, werden im März erwartet. Dann legen der Wolfsburger Konzern, die Sportwagentochter Porsche AG und der Haupteigner Porsche SE ihre Bilanzen vor. „Dann wird das Management hoffentlich Farbe bekennen“, sagte eine Person aus dem Konzern mit Kenntnis der Überlegungen der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Situation spitzt sich zu“, fügte eine weitere Person hinzu.

Wolfsburg

Es folgt ein Überblick über die wichtigsten Fragen:

BEREITET VOLKSWAGEN EIN IPO VOR?

Fragen zu einem möglichen Börsengang weichen Konzern-Chef Herbert Diess und Finanzvorstand Arno Antlitz bisher aus. Sie bekräftigten wiederholt, der Konzern sei durch seinen Barmittelzufluss in der Lage, die milliardenschwere Transformation auch ohne Erlöse aus einem Porsche-IPO stemmen zu können.

Die Porsche SE, über die die Familien Porsche und Piech 31,4 Prozent des Kapitals von Volkswagen halten, verweist darauf, dass Porsche zu Volkswagen gehöre und entsprechende Entscheidungen in Wolfsburg gefällt würden. Zu Marktspekulationen äußere man sich nicht.

Aus Finanzkreisen hieß es, die vier Interessengruppen bei VW – das Management, die Familien Porsche und Piech, das Land Niedersachsen und die Arbeitnehmer – müssten sich auf einen Weg einigen. „Sobald sie das tun, wird es sehr schnell gehen“, sagte eine Person mit Kenntnis der Zusammenhänge.

„Irgendwann müssen sie entscheiden, so oder so“, sagte der Konzerninsider. Er verwies auf das Börsenumfeld, das sich durch den Kurseinbruch von Facebook vergangene Woche eingetrübt habe. Der Zeitpunkt für ein IPO könnte verstreichen, sollte Volkswagen zu lange warten, gab der Insider zu bedenken. Die Blicke richten sich daher auf Konzernchef Diess. Nimmt er einen neuen Anlauf, um den Börsenwert von Volkswagen zu steigern?

WIE KÖNNTEN DIE BÖRSENPLÄNE AUSSEHEN?

Börsianer halten sowohl eine Abspaltung als auch einen Börsengang für möglich. Bei einem Spin-off werden Aktien den Anteilseignern ins Depot gebucht. Für Volkswagen, dem Porsche zu 100 Prozent gehört, wären damit keine Einnahmen verbunden. Entscheidend könnte ein emotionaler Faktor sein: Die Eigner-Familien bekämen wieder direkten Zugriff auf die Porsche AG, die nach der verlorenen Übernahmeschlacht vor bald zehn Jahren an Volkswagen gegangen war. Seitdem sind die Familien über die Porsche SE indirekt an der VW-Tochter beteiligt.

„Es kann bei der Aktion nicht darum gehen, Cash zu heben“, sagte Arndt Ellinghorst, Autoexperte bei QuantCo. „Es gibt andere, sehr gute Gründe für die Eigenständigkeit der Porsche AG.“ Ellinghorst hält einen Spin-off für „die deutlich elegantere Lösung als ein (Teil-)IPO.“ Volkswagen benötige keine Geldzufuhr. „Oder anders herum, wenn man der Ansicht wäre, dass es aus eigenen, organischen Mitteln nicht reicht, wäre das quasi ein Bankrott-Erklärung für den Konzern.“

Die Wolfsburger würden vermutlich nur einen kleinen Teil der Porsche-Aktien an die Börse bringen, um weiter Zugriff auf Synergien aus der technischen Verflechtung mit Porsche zu haben. Investmentbanker schätzen, in einem ersten Schritt könnten es weniger als 20 Prozent sein. Womöglich würde das schon ausreichen, um dem Aktienkurs von Volkswagen Flügel zu verleihen.

WIE STEHEN DIE FAMILIEN DAZU?

Die Porsches und Piechs haben Insidern zufolge bereits vor einiger Zeit Modelle durchgespielt, wie sie wieder mehr Einfluss auf die Porsche AG bekommen könnten. Das Ergebnis ist nicht bekannt.

Die Porsche AG selbst begleitet die Gedankenspiele mit Sympathie. Finanzchef Lutz Meschke sieht eine Börsennotierung als Vorteil für den abgebenden Konzern, weil dadurch der Wert von Porsche besser sichtbar würde als in einem Mehr-Markenkonzern. Unternehmenschef Oliver Blume äußert sich zurückhaltend und verweist auf die Verflechtung mit dem Konzern.

WANN KÖNNTE EIN IPO ÜBER DIE BÜHNE GEHEN?

Analyst Daniel Schwarz von der Investmentbank Stifel hält das Jahr 2022 für geeignet für ein Porsche-IPO. Gute Zeitpunkte wären aus seiner Sicht: 1.) nach der Betriebsratswahl im März, 2.) vor Ablauf der Amtszeit von Wolfgang Porsche (78) als VW-Aufsichtsrat 2023 und 3.) der Moment, an dem der Markt von Porsches Elektro-Strategie überzeugt sei. Das könnte nach Meinung von Experten schon bald der Fall sein. Porsche hat die Auslieferungen seines vollelektrischen Taycan im vergangenen Jahr auf rund 41.300 mehr als verdoppelt.

Wolfsburger Gedankenspiele – Wann kommt der Porsche-Börsengang?

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Toyota kappt Produktionsziel – Quartalsgewinn bricht ein

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Tokio, 09. Feb (Reuters) – Toyota senkt wegen des Halbleitermangels sein Produktionsziel um eine halbe Million Fahrzeuge. Statt der zuvor in Aussicht gestellten neun Millionen Fahrzeuge rechnet der weltgrößte Autobauer für sein Geschäftsjahr bis Ende März nun mit 8,5 Millionen.

„Wir erwarten nicht, dass sich das Ungleichgewicht bei den Chiplieferungen schnell auflöst, und der Verlauf der Coronavirus-Pandemie ist unklar“, sagte ein Konzernvertreter am Mittwoch zu Journalisten. „Wir glauben, dass die Unsicherheit auch im nächsten Geschäftsjahr anhalten wird.“

Toyota war zunächst besser durch die Chipkrise gekommen als andere Autobauer, hatte zuletzt aber immer mehr mit Problemen zu kämpfen. Neben dem Chipmangel leidet Toyota auch unter den Corona-Restriktionen in Südostasien.

Das operative Ergebnis fiel im dritten Geschäftsquartal um 21 Prozent auf 784 Milliarden Yen (umgerechnet 5,9 Milliarden Euro). Damit fiel der Betriebsgewinn besser aus, als von Refinitiv befragte Analysten erwartet hatten. Sie hatten für den Zeitraum Oktober bis Dezember im Schnitt mit 717 Milliarden Yen gerechnet.

Toyota

An ihrem Gewinnziel von 2,8 Billionen Yen (rund 21 Milliarden Euro) für das Gesamtjahr hielten die Japaner indes fest – das wäre der höchste Gewinn seit sechs Jahren. Analysten rechnen sogar mit etwas mehr. Allerdings gelingt dies nur, weil der schwächere Yen die Einnahmen im Ausland in die Höhe treibt. Der größte Absatzmarkt von Toyota ist Nordamerika, wo der Konzern in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres knapp ein Drittel seiner Fahrzeuge absetzte. In den USA hatte Toyota im vergangenen Jahr erstmals General Motors als Marktführer abgelöst.

Wie andere Autobauer auch profitiert Toyota von der robusten Nachfrage in wichtigen Märkten wie den Vereinigten Staaten, China und Europa. Das ermöglicht es, höhere Preise durchzusetzen und Rabatte zu senken, mit denen die Hersteller sonst ihre Kunden anlocken – was allerdings auf Kosten des Gewinns geht. Die knappen Chips setzen die Autobauer außerdem vor allem bei margenstarken Fahrzeugen ein.

Toyota kappt Produktionsziel – Quartalsgewinn bricht ein

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Marktentwicklungen 9. Februar 2022

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Update 17:23 Uhr

09. Feb (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

COMMERZBANK – Düsseldorf: Die Gewerkschaft Verdi will im Tarifkonflikt bei den privaten Banken mit Warnstreiks bei der Commerzbank und deren Tochter ComTS den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Bestreikt würden zu Wochenbeginn Filialen in Essen, Düsseldorf, Köln und Bielefeld, teilte Verdi mit. In Dortmund seien ab Montag Streiks für drei Tage geplant. Bei der Tochter ComTS werde in Hamm und Duisburg am Dienstag zu ganztägigen Streiks aufgerufen. Der Ausstand treffe voraussichtlich auch die Kreditbearbeitungscenter der Commerzbank. Die vierte Runde der Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband AGV und Verdi hatte im Januar kein Ergebnis gebracht.

VOLKSWAGEN – Frankfurt: Der Wolfsburger Autobauer muss nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter das kriselnde Chinageschäft mit aller Macht auf Vordermann bringen. „VW muss in China die Kurve kriegen und die Bedürfnisse der Kunden besser verstehen, vor allem in der Software“, sagte die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Daniela Cavallo, der „FAZ“. „Wir müssen jetzt alle Anstrengungen unternehmen, um dort weiter erfolgreich zu sein.“ VW hatte auf dem weltgrößten Automarkt China zuletzt Absatzeinbußen hinnehmen müssen. Auch wurden in der Volkswirtschaft im vergangenen Jahr weniger Elektro-Fahrzeuge verkauft als ursprünglich anvisiert.

TOITOI & DIXI – München: Der Hersteller von mobilen Toiletten steht einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge knapp drei Jahre nach der Übernahme durch den Finanzinvestor Apax Partners wieder zum Verkauf. Die britische Beteiligungsfirma bereite derzeit einen Auktionsprozess für ToiToi & Dixi vor, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Das Unternehmen aus Ratingen bei Düsseldorf könne dabei mit 1,5 bis zwei Milliarden Euro bewertet werden. Im Sommer 2019 hatte Apax die Mehrheit an dem Unternehmen von den Erben des ToiToi-Gründers Harald Georg Müller übernommen. Dabei war der Firmenwert von ToiToi & Dixi mit rund 800 Millionen Euro veranschlagt worden.

TEVA – Jerusalem: Der weltgrößte Generikakonzern kämpft mit einem Umsatzrückgang im Kerngeschäft. Im vierten Quartal brach der Umsatz mit Nachahmermedikamenten um 25 Prozent auf 905 Millionen Dollar ein, wie Teva mitteilte. Das isrealische Unternehmen profitierte aber von guten Geschäften in Nordamerika mit seinem Migränemittel Ajovy und dem Mittel Austedo zum Einsatz bei der Huntington-Krankheit und erzielte so einen höheren Gewinn als erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 13 Prozent auf 77 Cent. Analysten hatten 73 Cent prognostiziert. Der Umsatz sank indes um acht Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Für 2022 erwartet Teva einen Umsatz von 15,6 bis 16,2 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,40 bis 2,60 Dollar, nach einem Umsatz von 15,9 Milliarden und einem Ergebnis je Aktie von 2,58 Dollar im vergangenen Jahr.

MEDIOBANCA – Mailand: Die Erholung des Verbrauchergeschäfts und ein starkes Wachstum in der Vermögensverwaltung haben der italienischen Großbank zu einem Rekordergebnis verholfen. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2021/22 sei der Nettogewinn um 28 Prozent auf 526 Millionen Euro nach oben geschnellt, teilte die Mediobanca mit. Analysten hatten für den Zeitraum bis Ende Dezember mit 482 Millionen Euro gerechnet. Die Erträge nahmen um zwölf Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zu. Auch das Beratungsgeschäft habe sich gut entwickelt, vor allem in Frankreich, erklärte die Bank. Ein Drittel des Nettogewinns steuerte die rund 13-prozentige Beteiligung am italienischen Versicherer Generali bei.

TESLA – Washington: Der Elektroauto-Pionier muss erneut Fahrzeuge wegen Softwareproblemen zurückrufen. Knapp 27.000 Autos werden in den USA in die Werkstätten beordert, da ein Softwarefehler zu Problemen beim Abtauen der Windschutzscheibe führen kann, wie die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) mitteilte. Tesla erklärte, ein Update vorzunehmen und das Problem so zu beheben. Anfang Februar hatte Tesla bereits 817.000 Autos in den USA wegen Softwarefehlern am Anschnallgurt zurückgerufen.

CHINA EVERGRANDE – Hongkong/Shanghai: Eine Stabilisierung des hochverschuldeten Immobilienkonzerns ist nach Ansicht seines Verwaltungsratschefs nur durch Wiederaufnahme der Bautätigkeit möglich. „Wir müssen zuerst mit unserer Arbeit wieder starten, dann können wir den Betrieb wiederherstellen, unsere Schulden zurückzahlen und dann gewinnen wir Land“, sagte Verwaltungsratschef Hui Ka Yan zu Mitarbeitern einem Insider zufolge. Notverkäufe halte er für den falschen Weg. Noch im Februar solle die Arbeit vollständig wieder aufgenommen werden. Im Laufe des Jahres wolle Evergrande rund 600.000 Wohnungen fertigstellen. Der Konzern hat Schulden von über 300 Milliarden Dollar.

TESLA – Bangalore: Der Elektroautobauer steht in Kalifornien wegen des Verdachts der Rassendiskriminierung und Belästigung am Pranger. Das kalifornische Ministerium für faire Beschäftigung und Wohnungsbau (DFEH) wolle wegen der Vorwürfe eine Klage gegen das Unternehmen einreichen, teilte Tesla mit. Es gehe es um angebliches Fehlverhalten in einer Fabrik im kalifornischen Fremont zwischen 2015 und 2019. Tesla erklärte, die Beschwerden von Mitarbeitern bereits untersucht zu haben, es sei kein Fehlverhalten festgestellt worden. Gegen Tesla gab es in der Vergangenheit schon mehrere Klagen wegen des Vorwurfs von Diskriminierung und Belästigung.

MAERSK – Kopenhagen: Der dänische Reedereikonzern erwartet, beim Gewinn in diesem Jahr auf der Stelle zu treten. Als Grund nannte der Vorstand das anhaltende Chaos bei den globalen Lieferketten, das sich erst in der zweiten Jahreshälfte auflösen dürfte. „Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Marktsituation auch im zweiten Quartal anhält“, erklärte Konzernchef Soren Skou. 2021 hatte Maersk dank explodierender Frachtraten bei Containerschiffen vor Zinsen und Steuern einen Gewinn (Ebitda) von 24,036 (Vorjahr: 8,3) Milliarden Dollar verbucht. „Außergewöhnliche Marktbedingungen führten zu rekordhohem Wachstum und Rentabilität bei Maersk, führten jedoch auch zu Unterbrechungen der Lieferketten und starken Herausforderungen für unsere Kunden“, sagte Skou. Die Aktionäre sollen an den Zuwächsen mit einer auf 2500 Kronen je Aktie angehobenen Dividende beteiligt werden nach 350 Kronen für 2020.

ADYEN – Amsterdam: Der niederländische Zahlungsdienstleister hat dank starker Geschäfte mit Firmen wie Netflix, Facebook und Uber seinen Gewinn deutlich gesteigert. Das Betriebsergebnis (Ebitda) stieg von Juli bis Dezember um 51 Prozent auf 357,3 Millionen Euro, wie Adyen mitteilte. Das lag über den Erwartungen von Analysten. Der Umsatz legte um 47 Prozent auf 556,5 Millionen Euro zu. Adyen erklärte, davon zu profitieren, dass Verbraucher verstärkt online Waren bestellen und bezahlen. Dieser Trend habe sich in der Coronapandemie beschleunigt.

HONDA MOTOR CO – Tokio: Trotz des anhaltenden Chipmangels und enttäuschende Quartalszahlen auf operativer Ebene blickt Japans zweitgrößter Autohersteller optimistisch auf das Gesamtjahr. Nun erwartet Honda für 2021/22 (per 31. März) ein Betriebsgewinn von 800 Milliarden Yen (etwa 6,07 Milliarden Euro) statt der bislang in Aussicht gestellten 660 Milliarden, wie der Konzern mitteilte. Im dritten Quartal belasteten allerdings der Rückgang des Autoabsatzes wegen der Lieferengpässe bei Halbleitern und höherer Rohstoffkosten den operativen Gewinn. Der Betriebsgewinn sank per Ende Dezember um 17 Prozent auf 229 Milliarden Yen. Honda hält jedoch an seinem Plan fest, im laufenden Geschäftsjahr 4,2 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen – in den vorangegangenen zwölf Monaten hatte das Unternehmen noch 4,5 Millionen geliefert.

AKZO NOBEL – Amsterdam: Der niederländische Farbenkonzern kämpft weiterhin mit hohen Rohstoffkosten. Im vierten Quartal sank der bereinigte operative Gewinn um knapp 29 Prozent auf 209 Millionen Euro, wie Akzo Nobel mitteilte. Analysten hatten einen weniger starken Rückgang auf 212,5 Millionen Euro erwartet. Doch die Rohstoffkosten und sonstigen variablen Kosten zogen alleine im Abschlussquartal um 325 Millionen Euro an. Dank höherer Preise konnte Akzo den Umsatz um neun Prozent auf 2,4 Milliarden Euro steigern. Vorstandschef Thierry Vanlancker erwartet, den Gegenwind durch hohe Rohstofkosten im ersten Quartal ausgleichen zu können.

JENOPTIK – Berlin: Der Technologiekonzern aus Jena hat im abgelaufenen Jahr so viel erlöst wie nie zuvor. Der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 895 Millionen Euro, wie Jenoptik unter Berufung auf vorläufige Zahlen mitteilte. Das lag innerhalb der erwarteten Spanne von 880 bis 900 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn (Ebitda) legte um fast 60 Prozent auf 177 Millionen Euro zu. Jenoptik befindet sich in der Restrukturierung und will sich zu einem reinen Photonik-Konzern entwickeln. „Unser Ziel ist es, trotz Desinvestitionen, bis 2025 einen Umsatz von rund 1,2 Mrd Euro zu erreichen“, sagte Firmenchef Stefan Traeger. Man sei optimistisch, im Geschäftsjahr 2022 weiteres profitables Wachstum zu erzielen.

ABN AMRO BANK – Amsterdam: Die niederländische Bank hat von der Wirtschaftserholung und dem Verkauf des Firmensitzes profitiert. Im vierten Quartal verbuchte das Institut einen Nettogewinn von 552 (Vorjahr: 54) Millionen Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen von 451 Millionen Euro. Im Gesamtjahr schnellte der Gewinn auf 1,234 Milliarden Euro hoch nach einem Verlust von 45 Millionen vor Jahresfrist. Der Vorstand kündigte an, Akiten im Wert von 500 Millionen Euro zurückzukaufen.

HEIDELBERGER DRUCKMASCHINEN – Berlin: Der Hersteller von Druckmaschinen ist angesichts der gestiegenen Nachfrage etwas zuversichtlicher. In dem im März endenden Geschäftsjahr werde nun mit einem Umsatz von mindestens 2,1 Milliarden Euro (20/21: 1,91 Mrd Euro) gerechnet, teilte Heideldruck mit. Bisher waren mindestens 2,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Das Nachsteuerergebnis solle nach einem Verlust im Vorjahr „leicht positiv“ ausfallen. Von April bis Dezember kletterten die Erlöse um 21 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro, während der Betriebsgewinn (Ebitda) ebenfalls um 21 Prozent auf 132 Millionen Euro zulegte. Heideldruck befindet sich gerade im Umbau zu einem Automatisierungs- und Technologieunternehmen und will dabei auch auf Zukäufe und Kooperationen setzen.

DIC ASSET – Düsseldorf: Der Frankfurter Gewerbeimmobilien-Investor erwartet nach einem Rekord-Ergebnis weiteres Wachstum. 2021 steigerte die Firma das für die Branche entscheidende operative Ergebnis FFO um elf Prozent und erreichte mit 107,2 Millionen Euro erstmals den dreistelligen Millionenbereich. „Wir werden auch im laufenden Jahr 2022 wieder mit großer Dynamik wachsen“, kündigte Firmenchefin Sonja Wärntges an. Das FFO soll auf 115 bis 119 Millionen Euro steigen. Zudem plant die Managerin Ankäufe im Volumen von 1,4 bis 1,9 Milliarden Euro.

META/CHIMES – New York: Die Facebook-Mutter und die Finanztechnologie-Plattform Chimes haben gemeinsam gegen zwei in Nigeria ansässige Personen wegen Phishing-Vorwürfen eine Klage in den USA eingereicht. Wie aus den beim US-Bezirksgericht in Kalifornien eingereichten Unterlagen hervorgeht, sollen die beiden Personen sich mithilfe von mehr als 800 falschen Instagram-Konten und fünf Facebook-Konten als Chime-Mitarbeiter ausgegeben und Menschen auf gefälschte Webseiten gelockt haben, um Zugang zu deren Finanzkonten zu erhalten. „Das Vorgehen stellt einen wichtigen Schritt in der branchenübergreifenden Zusammenarbeit gegen diesen Missbrauch dar“, sagte Jessica Romero, Direktorin für Rechtsstreitigkeiten bei Meta. Es ist die erste gemeinsame Klage von Meta und einem Finanzdienstleister. Chimes bereitet derzeit einen milliardenschweren Börsengang vor. Reuters konnte die Beschuldigten zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichen.

Marktentwicklungen 9. Februar 2022

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9. Februar: Der Börsen Vormittag

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Update 16:46 Uhr

09. Feb (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:

16.36 Uhr – Eine wieder aufgeflammte Furcht vor Angebotsengpässen treibt den Ölpreis weiter an. Die Sorten Brent und WTI verdoppeln ihren Kursgewinn auf jeweils mehr als ein Prozent. Genährt werden die Spekulationen vom überraschenden Rückgang der US-Lagerbestände.

16.33 Uhr – Ein überraschend starkes Wachstum ermuntert Anleger zum Einstieg bei Yum. Die Aktien des Restaurant-Betreibers steigen an der Wall Street um 6,2 Prozent, so stark wie zuletzt vor einem halben Jahr. Die Mutter von „Kentucky Fried Chicken“ (KFC) und „Pizza Hut“ steigerte den Quartalsumsatz um fünf Prozent. Der Gewinn blieb mit 1,02 Dollar je Aktie aber hinter den Erwartungen zurück. Verantwortlich hierfür seien gestiegene Kosten, kommentiert Analyst Andrew Charles vom Vermögensverwalter Cowen.

16.10 Uhr – Dank eines überraschend hohen Quartalsgewinns reißen sich Anleger um Hub Group. Die Aktien der Logistikfirma steuern an der Wall Street mit einem Plus von fast 14 Prozent auf 85,97 Dollar auf den größten Tagesgewinn seit knapp 13 Jahren zu. Der Quartalsgewinn war den Angaben zufolge mit 2,48 Dollar je Aktie etwa doppelt so hoch wie erwartet. Dank der außergewöhnlich hohen Nachfrage habe das Unternehmen hohe Preissetzungsmacht, lobt Analyst Jason Seidl vom Vermögensverwalter Cowen. Auch der Ausblick überrasche positiv.

16.00 Uhr – Dank eines optimistischen Ausblicks steuern die Aktien von Enphase auf den größten Tagesgewinn seit zwei Jahren zu. Sie steigen an der Wall Street um knapp 27 Prozent auf 183,15 Dollar. Der Solarindustrie-Zulieferer stellte für das laufende Quartal einen überraschend hohen Umsatz von 420 bis 440 Millionen Dollar in Aussicht. Die Zahlen für das abgelaufene Vierteljahr lägen ebenfalls über den Erwartungen, lobten die Analysten der Investmentbank Roth. Sie bekräftigten ihre Kaufempfehlung und das Kursziel von 270 Dollar. Im Windschatten der Enphase-Rally gewannen Rivalen wie Solaredge, Sunrun oder SMA Solar bis zu 7,6 Prozent.

13.30 Uhr – In einem insgesamt steigenden Autosektor geben Porsche und Volkswagen besonders Gas. Händler verweisen auf die seit längerem kursierenden Gedankenspiele rund um einen möglichen Börsengang des Sportwagenbauers Porsche. Hinweise, ob es dazu kommt, werden im März erwartet. Die Titel der Beteiligungsholding Porsche SE spurten mit einem Kursplus von 7,3 Prozent auf 84,12 Euro an die Dax-Spitze, dicht gefolgt von VW mit sechs Prozent. Seit Anfang Dezember haben die Papiere von Porsche SE rund zwölf Prozent zugelegt.

12.05 Uhr – In Amsterdam sind die Aktien von Adyen mit einem Plus von 12,5 Prozent unangefochtener Spitzenreiter. Der niederländische Zahlungsdienstleister hat dank starker Geschäfte mit Firmen wie Netflix, Facebook und Uber seinen Gewinn deutlich gesteigert. „Die Ergebnisse von Adyen waren robust, insbesondere weil es nach dem schwächeren Bericht von Paypal und der Verlangsamung des E-Commerce bei einigen US-Unternehmen erhebliche Marktängste gab“, sagten die Analysten von JP Morgan. Allerdings trübe eine fehlende Kurzfrist-Prognose das Bild etwas, hieß es bei Jefferies.

11.51 Uhr – Die Werbefirma Ströer zieht Anleger mit gefüllten Auftragsbüchern auf ihre Seite. Mit einem Plus von fünf Prozent sind die Titel die größten Gewinner im MDax. Das starke Handelsgeschäft aus dem Schlussquartal habe sich nahtlos zu Beginn des neuen Jahres fortgesetzt, teilte der Konzern mit. Der gute Start ins Geschäftsjahr treibe die Aktie an, sagte ein Händler.

11.00 Uhr – Anleger greifen nach einem starken Schlussquartal bei Amundi zu. Die Aktien des Vermögensverwalters steigen in Paris um bis zu 4,9 Prozent auf 71 Euro. „Die Mittelzuflüsse im vierten Quartal waren sehr stark, angeführt vom Zufluss von Drittanbietern“, sagten die Analysten der Credit Suisse. Amundi hat seine für 2018 bis 2022 angesetzten strategischen Ziele bereits jetzt erfüllt.

10.35 Uhr – Investoren greifen nach dem jüngsten Ausverkauf wieder bei Staatsanleihen zu. Das lässt die Rendite der zehnjährigen Bundestitel um fünf Basispunkte auf 0,212 Prozent absinken. Spekulationen auf eine künftige Zinsstraffung durch die Europäische Zentralbank hatten die Bundrenditen in den Tagen zuvor angetrieben. Seit Anfang Februar haben sie 20 Basispunkte zugelegt und steuern auf das größte Monatsplus seit einem Jahr zu.

09.50 Uhr – Aktien von Qiagen klettern um bis zu 5,2 Prozent auf 45,25 Euro. Damit stehen sie so hoch wie seit knapp fünf Wochen nicht mehr. Der Diagnostikkonzern profitierte im abgelaufenen Jahr von guten Geschäften mit Produkten ohne Bezug zu Covid-19, während der Umsatz mit Corona-Testprodukten im vierten Quartal nachgab. Dennoch sei der Ausblick auf 2022 besser als erwartet ausgefallen, befanden die Analysten von Jefferies.

09.35 Uhr – Der weltgrößte Schmuck-Hersteller Pandora punktet bei den Anlegern mit seinem Ausblick. Die Aktien der für ihre „Charms“-Anhänger bekannten Firma ziehen in Kopenhagen um bis zu 7,5 Prozent an. Der Konzern rechnet für 2022 mit einem organischen Umsatzwachstum von drei bis sechs Prozent. Zugleich kündigte Pandora ein neues Aktienrückkaufprogramm an.

08.04 Uhr – Siemens Energy-Aktien geben im Frankfurter Frühhandel rund ein Prozent nach. Der Energietechnikkonzern ist im abgelaufenen Quartal wegen der Einbußen seiner spanischen Windenergietochter Siemens Gamesa in die roten Zahlen gerutscht.

07.39 Uhr – Anleger greifen bei Aktien von Heidelberger Druckmaschinen zu. Die Titel steigen vorbörslich bei Lang & Schwarz um 2,9 Prozent an. Der Hersteller von Druckmaschinen hat angesichts der gestiegenen Nachfrage seine Umsatzprognose leicht erhöht. 

9. Februar: Der Börsen Vormittag

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Dax höher erwartet – Firmenbilanzen im Blick

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Frankfurt, 09. Feb (Reuters) – Zur Wochenmitte wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Mittwoch höher starten. Am Dienstag hatte er 0,2 Prozent im Plus bei 15.242,38 Punkten geschlossen. Da im Tagesverlauf keine relevanten Konjunkturdaten auf dem Terminplan stehen, richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf die Firmenbilanzen. Neben der Deutschen Börse öffnen der Kosmetik-Hersteller L’Oreal, die Reederei Möller-Maersk und der Unterhaltungskonzern Walt Disney ihre Bücher.

Ganz ausblenden könnten Anleger die Furcht vor einer rascheren Straffung der Geldpolitik allerdings nicht, warnte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. Sollten die am Donnerstag anstehenden US-Inflationsdaten die Erwartungen erneut übertreffen, könnte dies Wellen an den Finanzmärkten schlagen. Experten erwarten für Januar einen Anstieg der Teuerungsrate auf 7,3 Prozent im Jahresvergleich.

Schlusskurse europäischer Indizes Stand am vorangegangenen Handelstag
Dax 15.242,38
Dax-Future 15.342,00
EuroStoxx50 4.129,25
EuroStoxx50-Future 4.153,50

Schlusskurse der US-Indizes am Stand Veränderung
vorangegangenen Handelstag
Dow Jones 35.462,78 +1,1 Prozent
Nasdaq 14.194,46 +1,3 Prozent
S&P 500 4.521,54 +0,8 Prozent

Asiatische Indizes am Mittwoch Stand Veränderung

Nikkei 27.625,31 +1,3 Prozent
Shanghai 3.473,21 +0,6 Prozent
Hang Seng 24.822,13 +2,0 Prozent

Dax höher erwartet – Firmenbilanzen im Blick

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gummy: Chemnitzer Startup entwickelt physischen NFT

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gummy

Chemnitz, 09. Februar 2022 – Das Startup authentic.network gibt seinen NFT-Produktlaunch bekannt. Gemeinsam mit Co-Founder Christoph Jentzsch, der als Pionier der Blockchain- und DAO-Community gilt, hat das Startup einen neuartigen krypto-optischen Code entwickelt. Mit dessen Hilfe können physische Objekte mittels NFT in die digitale Welt überführt werden.

NFTs – digitale Echtheits- und Eigentumszertifikate

In der Tech-Szene haben NFTs (Non-Fungible Token) bereits ihren festen Platz, um Eigentum an digitalen Werten zu deklarieren und diese handelbar zu machen. Auf Basis seiner patentierten Technologie bietet das Chemnitzer Startup nun die Möglichkeit der Erstellung von NFTs für physische Objekte. Mit gummy, seinem neuesten Produkt, kann über den speziellen Sticker ein NFT für physische Objekte erzeugt werden. Das Generieren eines NFT für das physische Objekt, z.B. eines Gemäldes funktioniert in drei simplen Schritten:

“stick it, own it, trade it.”

stick it: Der gummy wird auf das physische Objekt geklebt und fungiert somit als analoger Anker und Informationsträger zum digitalen Eigentumszertifikat, dem NFT.

own it: Mit einem Smartphone wird der gummy mit der von authentic.network entwickelten App gescannt und dadurch der zugehörige NFT erzeugt.

trade it: Die Verbindung des physischen Objektes mittels gummy zu seinem NFT ist damit abgeschlossen. Das NFT-isierte Produkt kann fortan auf Krypto-Marktplätzen gehandelt, im Web3 genutzt oder anderweitig digital präsentiert werden.

gummy
gummy ist ein kopiergeschützter Informationsträger für physische Produkte, der den Anker in die digitale Welt zu seinem NFT darstellt.
Foto: authentic.network GmbH

gummy – der physische NFT setzt neue Maßstäbe im virtuellen Handel

Gemeinsam mit seinem Gründerteam will Christoph Jentzsch neue Maßstäbe im Web3 und im virtuellen Handel setzen. Die Digitalisierung physischer Objekte soll mit dem einfach zu handhabenden Produkt – gummy – revolutioniert werden. Das Gründerteam verbindet mit gummy eine klare Vision:

„Jedes einzigartige Produkt wird in Zukunft in Form eines NFT vorhanden sein. Bisher boomt der NFT Markt rein im virtuellen Raum. Das ändern wir mit gummy, dem physischen NFT. Wir überführen physische Objekte mittels eines kopiergeschützten und nicht übertragbaren Aufklebers in die digitale Welt und machen Kunstwerke, Artefakte, Produkte oder was auch immer, als NFT im Web3 verfügbar. Auch jenseits der NFT-Trades erschließen sich damit unzählige Potentiale das Web3 weiter zu gestalten”.

Website zum Produkt: www.gummy.link

Frank Theeg, Christoph Jentzsch und Torsten Stein (v. l. n. r.) ermöglichen mit dem speziellen Sticker gummy, physische Objekte in die NFT-Welt zu überführen. Foto: authentic.network GmbH

Mehr im Bereich NFT

Türkei will Bürger zum Tausch von Gold gegen Lira bewegen

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London, 08. Feb (Reuters) – Die türkische Regierung will Insidern zufolge die Bürger dazu bewegen, ihren Gold-Besitz in Lira umzutauschen. Ein entsprechendes Programm solle am Wochenende bekanntgegeben werden, sagten zwei Investoren, die am Dienstag an einem Treffen mit Finanzminister Nureddin Nebati in London teilgenommen hatten. „Sie wollen, dass dieses Gold ins Bankensystem zurückfließt“, sagte einer von ihnen zu den Plänen der Regierung. Einzelheiten seien nicht bekannt. Die Regierung habe im vergangenen Monat eine Öffentlichkeitskampagne verstärkt, die die Bevölkerung dazu bewegen solle, ihr zu Hause gelagertes Gold den Banken anzuvertrauen.

Die Türkei kämpft mit umstrittenen Mitteln gegen eine Inflation, die der Notenbank zufolge im Mai einen Höhepunkt mit 55 Prozent erreichen dürfte. Nach offiziellen Daten halten die Bürger des Landes etwa die Hälfte ihrer Ersparnisse in Fremdwährungen und Gold. Hintergrund ist fehlendes Vertrauen in die Landeswährung. Einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge ist ein früheres Programm der Regierung zur Umwandlung von Devisen in Lira hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Lira Gold Türkei

Türkei will Bürger zum Tausch von Gold gegen Lira bewegen

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Gemischte Firmenbilanzen machen Wall Street zu schaffen

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Frankfurt, 08. Feb (Reuters) – Licht und Schatten in der Bilanzsaison hält Anleger von der Wall Street fern. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 kamen zur Eröffnung am Dienstag kaum vom Fleck.

„Kursrallys bei wenig profitablen Unternehmen aufgrund des Liquiditätsüberschusses, der die Spekulation auf hohe Gewinne in einer mehr oder weniger fernen Zukunft erlaubt, dürften zumindest vorerst der Vergangenheit angehören“, sagte Olivier de Berranger, Chef-Anleger des Vermögensverwalters La Financiere de l’Echiquier.

Ein Ausverkauf müsse dennoch nicht befürchtet werden. „Die gute Wertentwicklung von Alphabet und Amazon nach hervorragenden Ergebnismeldungen belegt, dass es auch in einem weniger günstigen geldpolitischen Umfeld keinerlei Grund gibt, warum die Börsenkurse mit dem Tempo der Unternehmen nicht mithalten sollten.“

Wall Street

Auf die Zahlen von Pfizer regierten Anleger aber enttäuscht, obwohl der Pharmakonzern sich nach einer Umsatz-Verdoppelung auf Rekordkurs sieht. Der Ausblick für die Einnahmen aus dem Covid-Impfstoff und der Pille zur Behandlung von Corona-Patienten blieb aber hinter den Erwartungen zurück.

Es bleibe abzuwarten, ob die Umsätze mit Corona-Produkten langfristig nachhaltig seien, kommentierte Analyst Chris Schott von der Bank JPMorgan. Pfizer-Aktien verloren knapp sechs Prozent.

Coty erfreute Investoren dagegen mit angehobenen Gesamtjahreszielen. Die Aktien des Kosmetik-Konzerns, an dem die deutsche Milliardärsfamilie Reimann maßgeblich beteiligt ist, stiegen um drei Prozent.

Das Unternehmen stellte für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinn von 0,22 bis 0,26 statt 0,20 bis 0,24 Dollar je Aktie in Aussicht. Wegen der Pandemie-Beschränkungen blieb der Umsatz im abgelaufenen Quartal mit 1,58 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen zurück.

Gemischte Firmenbilanzen machen Wall Street zu schaffen

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Staat muss länger auf Tilgung von Corona-Hilfen warten

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München, 08. Feb (Reuters) – Der Staat wird nach Einschätzung von Sanierungsexperten in vielen Fällen länger auf die Rückzahlung der Corona-Hilfen warten müssen. Das liege daran, dass die Pandemie länger gedauert habe als gedacht, sagte Sascha Haghani von der Unternehmensberatung Roland Berger am Dienstag auf einer Podiumsdiskussion der Anwaltskanzlei Latham & Watkins.

Einigen Unternehmen sei das Geschäftsmodell ganz weggebrochen, andere erholten sich langsamer als erhofft. Die ersten Hilfskredite seien nach zwei Jahren – also im Lauf des Jahres 2022 – fällig, viele Unternehmen litten aber noch unter den Folgen der Corona-Krise.

„Jetzt beginnt das Aufräumen nach der Pandemie“, sagte Bernd Papenstein, der bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC für den öffentlichen Sektor verantwortlich ist. „Von staatlicher Seite werden Zugeständnisse an die Rückzahlungsmodalitäten erforderlich sein.“ Bund und Länder hätten den Unternehmen in der Corona-Krise rund 170 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Der Staat sei nach seinen Erfahrungen „nicht verbohrt“, wenn es um die Verlängerung von Tilgungsfristen gehe, sagte der auf Restrukturierungen spezialisierte Latham & Watkins-Anwalt Frank Grell. Papenstein warnte aber, staatliche Stellen würden wie jeder private Gläubiger wenn nötig auf eine harte Sanierung dringen. „Da kann es keine Geschenke vom Staat geben.“

Staat

Mit einer Insolvenzwelle rechnen die Experten auf absehbare Zeit nicht. Für eine reine Umschuldung sei eine Insolvenz nicht mehr nötig, sagte Grell. Vom zweiten Halbjahr an müssten sich viele Unternehmen refinanzieren, sagte Henning Block, der für die Investmentbank Rothschild Sanierungen begleitet. Dass sie daran scheiterten, sei aber nicht zu erwarten. Denn klassische Finanzinvestoren seien ebenso bereit, Geld zu geben, wie Fonds, die sich auf Krisensituationen spezialisiert sind. Letztere seien in den vergangenen 18 Monaten kaum zum Zug gekommen, weil der Staat bei notleidenden Unternehmen einsprang. Banken hätten in der Krise angesichts des staatlichen Rückhalts kaum Kredite an Investoren verkauft, sagte Anwalt Ulrich Klockenbrinck von Latham & Watkins. „Die Finanzierer stehen klar hinter den Unternehmen.“

Insolvenzgefahr sehen die Experten eher infolge der Umbrüche im Zuge des Umbaus der Wirtschaft. In einigen Branchen – etwa der Kohle – zögen sich Banken ganz aus der Finanzierung zurück, sagte Grell. Investmentbanker Block erwartet auch in diesem Jahr einige große Firmenpleiten. Vor allem für Autozulieferer könnte eine Insolvenz der letzte Rettungsanker sein.

Staat muss länger auf Tilgung von Corona-Hilfen warten

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Greenpeace-Chefin Morgan wechselt ins Auswärtige Amt

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Berlin, 08. Feb (Reuters) – Die Chefin der internationalen Umweltorganisation Greenpeace, Jennifer Morgan, wechselt nach Angaben aus Regierungskreisen ins Auswärtige Amt. Sie werde dort Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik bei Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), sagten Regierungsvertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Morgan werde am Mittwoch in Berlin von Baerbock der Presse vorgestellt. Zuvor soll sie vom Bundeskabinett bestätigt werden. Zunächst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

Morgan

Die US-Amerikanerin Morgan arbeitet seit Jahrzehnten bei Nichtregierungs-Organisationen und ist seit 2016 Chefin von Greenpeace. Sie soll nun vor allem die jährlichen Weltklimakonferenzen vorbereiten. Die internationale Klimapolitik ist unter der Ampel-Regierung vom Umweltministerium ins Auswärtige Amt gewechselt.

Greenpeace-Chefin Morgan wechselt ins Auswärtige Amt

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