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Marktentwicklungen 8. Februar 2022

Update 19:45 Uhr

08. Feb (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

COTY – Bangalore: Der von der deutschen Unternehmerfamilie Reimann kontrollierte Kosmetikkonzern hat nach guten Geschäften mit teuren Hautcremes die Prognose angehoben. „Wir verkaufen teurere Produkte, teurere Produktgruppen“, sagte CEO Sue Nabi. Coty-Aktien legten in New York um mehr als sieben Prozent zu.

AIRBUS – Paris: Im Streit mit seinem Kunden Qatar Airways über Qualitätsmängel hat der Flugzeugbauer weitere Bestellungen storniert. Airbus strich die Orders für zwei Maschinen vom Typ A350-1000, wie aus am Montag veröffentlichten Geschäftsdaten hervorgeht. In dem Streit verlangt Qatar Airways gut 600 Millionen Dollar Schadenersatz wegen von Lackschäden am Airbus A350. Der Hersteller räumt Abnutzungserscheinungen ein, bestreitet aber die behaupteten Sicherheitsrisiken. Airbus hat zudem von sich aus eine Bestellung der Fluggesellschaft über 50 Maschinen vom Typ A321neo annulliert.

HARLEY-DAVIDSON – Bangalore: Die Nachfrage in Europa und den USA nach Motorrädern der Kult-Marke haben das Traditionsunternehmen zurück auf Wachstumskurs gebracht. Der Umsatz schnellte 2021 um 32 Prozent auf 5,336 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn erreichte 650 (Vorjahr: 1,0) Millionen Dollar, das Ergebnis je Aktie 4,21 (0,63) Dollar. Für 2022 kündigte der Vorstand ein Umsatzplus von fünf bis zehn Prozent und eine operative Umsatzrendite von elf bis zwölf Prozent an.

PELOTON – Bangalore: Der Fitnessgeräte-Hersteller tauscht einem Medienbericht zufolge seinen Chef aus. Mitgründer John Foley wechsele auf den Posten des Verwaltungsratschefs und übergebe die Leitung des Unternehmens an Ex-Spotify- und Netflix-Manager Barry McCarthy, berichtete das „Wall Street Journal“. Der aktivistische Investor Blackwells Capital hatte zuletzt auf eine Ablösung von Foley gedrängt. Dem Bericht zufolge will Peloton außerdem die Kosten trimmen und rund 2800 Jobs abbauen. Die Nachfrage nach Peloton-Geräten ist in der Corona-Pandemie sprunghaft angestiegen, da mehr Menschen zu Hause Sport trieben. Seit der Wiedereröffnung von Fitnessstudios sind die Umsätze des Unternehmens aber wieder zurückgegangen. Im vergangenen Jahr haben die Peloton-Aktien mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Zu dem Medienbericht war von Peloton zunächst kein Kommentar zu erhalten.

ORANGE – Madrid: Der französische Telekommunikationskonzern erwägt einem Medienbericht zufolge eine Fusion seines spanischen Geschäftes mit dem lokalen Rivalen MasMovil, um so zu Marktführer Telefonica aufzuschließen. Den Plänen zufolge sollen die Anteilseigner von MasMovil – die US-Beteiligungsgesellschaft KKR, der britische Finanzinvestor Cinven und der US-Wettbewerber Providence – 50 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten, berichtete die Zeitung „Expansion“ unter Berufung auf Marktteilnehmer. Die anderen 50 Prozent verblieben bei Orange. Orange wollte dazu nicht Stellung nehmen.

VOLKSWAGEN – Hamburg: Der Autobauer zahlt seinen Mitarbeitern wegen der Belastungen durch die Pandemie je bis zu 500 Euro Corona-Prämie. Das Geld werde Ende Februar mit dem Monatslohn ausgezahlt und fließe den Beschäftigten ohne Abzüge zu, teilten Unternehmen und Betriebsrat mit. Im vergangenen Jahr war bereits eine Corona-Hilfe von 1000 Euro gezahlt worden. Die Regelung gilt für die rund 120.000 Tarifbeschäftigten in den sechs westdeutschen VW-Werken und der Sparte Financial Services.

TENDAM – Madrid: Der spanische Modehändler plant einem Medienbericht zufolge einen Börsengang. Bei der Platzierung werde eine Marktkapitalisierung von rund zwei Milliarden Euro angestrebt, schrieb die Zeitung „Cinco Dias“ unter Berufung auf Insider. Die Tendam-Anteilseigner PAI und CVC prüften paralell dazu auch einen Verkauf der Firma. Tendam – früher bekannt als Cortefiel – war bis 2005 an der Madrider Börse gelistet. Die Beteiligungsgesellschaften PAI und CVC nahmen sie nach der Übernahme aber vom Markt. Tendam wollte sich nicht zu dem Medienbericht äußern.

VOLVO CARS – Stockholm: Der schwedische Autobauer investiert über die nächsten zehn Jahre zehn Milliarden schwedische Kronen (rund 960 Millionen Euro) in seine Produktionsstätte in Göteborg. Man werde die Fabrik auf die Produktion von E-Autos umstellen, teilte das Unternehmen mit. Der Konzern will neue Technologien und Fertigungsverfahren einführen, wie etwa eine neue Batteriemontageanlage, hieß es weiter. Am 4. Februar gab Volvo Cars bekannt, dass sie mit dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt eine Batteriefabrik in der westschwedischen Stadt errichten werde, die 2025 in Betrieb gehen soll.

OUTOKUMPU – Helsinki: Gestiegene Preise für Energie und Material sowie höhere Fixkosten haben den Gewinn des finnischen Edelstahlherstellers gedämpft. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebidta) stieg im vierten Quartal um mehr als das Vierfache auf 326 Millionen Euro von 78 Millionen im Vorjahr, wie Outokumpu mitteilte. Damit wurde die Durchschnittsschätzung der Analysten von 333 Millionen Euro jedoch knapp verfehlt. Der Umsatz legte um 64 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu. „Die Profitabilität wurde durch erheblich gestiegene Kosten beeinträchtigt“, erklärte der Stahlkocher. Outokumpu rechne für das erste Quartal 2022 mit einem bereinigten Ebitda auf einem ähnlichen oder höheren Niveau als im vierten Quartal. Der Vorstand will an die Aktionäre für das Gesamtjahr 2021 eine Dividende von 0,15 Euro je Aktie ausschütten.

BP – London: Steigende Öl- und Gaspreise haben dem britischen Energiekonzern 2021 das beste Ergebnis der vergangenen acht Jahre beschert. Nach einem Verlust 2020 von 5,7 Milliarden Dollar verbuchte der Konzern nun einen Gewinn von 12,8 Milliarden Dollar, wie BP mitteilte. Gleichzeitig sank die Verschuldung um 8,3 Milliarden auf 30,6 Milliarden Dollar. Mit der Erholung der Volkswirtschaften von der Pamdemie sind die Erdgas- und Strompreise seit Mitte vergangenen Jahres auf Höhenflug.

JUST EAT TAKEAWAY.COM – Berlin: Der Lieferando-Eigner zieht sich von der Nasdaq zurück. Just Eat Takeaway.com begründete den Schritt mit Kosteneinsparungen und einer Reduzierung der Komplexität. Das Delisting soll noch im ersten Quartal erfolgen, wie das Unternehmen mitteilte. Der niederländische Konzern hatte für 7,3 Milliarden Dollar den US-Anbieter Grubhub erworben.

CANCOM – Düsseldorf: Das IT-Systemhaus hat 2021 trotz kaum kalkulierbarer Lieferengpässe Umsatz und Gewinn gesteigert. Nach ersten Berechnungen legten die Erlöse um 11,3 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro zu und das operative Ergebnis (Ebitda) um 21,7 Prozent auf 121,5 Millionen. „Wir konnten im Jahresvergleich die höchste Ebitda-Steigerung der letzten zehn Jahre sowie das bis dato beste organische Wachstum überhaupt erreichen“, betonte Firmenchef Rudolf Hotter.

LG ENERY SOLUTION (LGES) – Seoul: Der südkoreanische Batteriehersteller geht nach dem Ende der weltweiten Chipengpässe später im Jahr von einer höheren Nachfrage nach Elektroautos aus. Das wiederum werde den Bedarf an Batterien erhöhen, gab LGES bekannt, dass erst im Januar sein fulminantes Börsendebüt in Seoul gefeiert hat und direkt zum zweitwertvollsten südkoreanischen Unternehmen aufstieg. Im vierten Quartal machte LGES einen Betriebsgewinn von 76 Milliarden Won (umgerechnet knapp 56 Millionen Euro) nach einem Betriebsverlust von 350 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz des Tesla-, Volkswagen- und General-Motors-Zulieferers legte um zwei Prozent zu.

BNP PARIBAS – Paris: Die französische Großbank hat im vierten Quartal einen Gewinnsprung hingelegt und besser als von Analysten erwartet abgeschnitten. Dank geringerer Rückstellungen für faule Kredite schnellte das Nettoergebnis um knapp 45 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro in die Höhe, wie BNP Paribas mitteilte. Experten hatten lediglich mit 2,09 Milliarden gerechnet. Der Umsatz stieg um 3,7 Prozent auf 11,23 Milliarden Euro. Der Vorstand äußerte sich zuversichtlich, bis 2025 den Nettogewinn jährlich um sieben Prozent zu steigern und den Umsatz um durchschnittlich 3,5 Prozent.

HAMBORNER REIT – DÜsseldorf: Das Immobilienunternehmen hat 2021 aufgrund von Veräußerungen zahlreicher Einzelhandelsobjekte weniger verdient. Die Mieterlöse schrumpften um 4,3 Prozent auf 84,4 Millionen Euro und das für die Branche wichtige operative Ergebnis FFO fiel um 4,5 Prozent auf 53,1 Millionen, wie Hamborner Reit auf Basis erster Berechnungen mitteilte. Die vollständige Bilanz soll am 17. März veröffentlich werden.

HUGO BOSS – München: Das deutsche Modeunternehmen will wieder deutlich wachsen. „Wir planen bis 2025 mindestens eine Verdoppelung des Umsatzes und werden in allen Bereichen und in allen Regionen stark wachsen“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Daniel Grieder der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe). Es gebe für ihn keinen Grund, warum Boss kleiner sein sollte als Tommy Hilfiger.

„Dort hatten wir zuletzt mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz im Jahr, bei Hugo Boss ist es etwa die Hälfte.“ Grieder kommt vom Modekonzern Tommy Hilfiger und ist seit vergangenem Sommer bei Hugo Boss. Er widersprach Spekulationen, er solle das in Metzingen ansässige Unternehmen für einen Verkauf sanieren. „Es ist nicht meine Aufgabe, die Marke für einen Verkauf hübsch zu machen. Wir wollen nicht verkaufen, wir wollen kaufen.“ Hugo Boss plane eine Plattform nach dem Vorbild des französischen Luxuskonzerns LVMH für weitere Marken.

NVIDIA/SOFTBANK – Bangalore: Der Verkauf der Prozessorsparte Arm durch den Mutterkonzern SoftBank an den US-Chiphersteller Nvidia ist Insidern zufolge gescheitert. Anstelle des 80 Milliarden Dollar schweren Deals wolle Arm nun den Sprung an die Börse wagen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Die zunächst für 2020 angekündigte Übernahme scheiterte an mehreren regulatorischen Hürden: Die US-Bundeshandelskommission hatte im Dezember wegen Wettbewerbsbedenken auf dem Chip-Markt gegen den Verkauf geklagt. Auch britische und EU-Regulierungsbehörden befürchteten, dass der Deal die Halbleiterpreise weiter in die Höhe treiben und die Produktvielfalt und das Entwicklungspotenzial im Chip-Sektor einschränken könnte. Nvidia lehnte eine Stellungnahme ab. Arm und SoftBank reagierten nicht sofort auf eine Bitte zur Stellungnahme.

META – Bangalore: Der Facebook-Investor und Tech-Milliardär Peter Thiel zieht sich aus dem Verwaltungsrat des Internetriesen zurück. „Peter war ein wertvolles Mitglied unseres Vorstands und ich bin sehr dankbar für alles, was er für unser Unternehmen getan hat“, sagte Meta-CEO Mark Zuckerberg. Laut der Zeitung „Wall Street Journal“ will sich der langjährige Aufsichtsrat nach seinem Ausscheiden nach der Meta-Hauptversammlung im Mai stärker in der Politik engagieren und die Agenda der Republikaner und des ehemaligen Präsidenten Donald Trump bei den Zwischenwahlen 2022 unterstützen. In den letzten Jahren war der Trump-Anhänger aufgrund seiner politischen Ansichten im Vorstand umstritten, da das Unternehmen während Trumps Präsidentschaft mehrfach in politische Kontroversen verwickelt war. 

Marktentwicklungen 8. Februar 2022

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