Krieg in der Ukraine bremst Fusionen und Übernahmen

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21. Mrz (Reuters) – Inflationssorgen und der russische Einmarsch in der Ukraine haben der Übernahmewelle in Deutschland vorerst ein Ende bereitet. Im ersten Quartal 2022 summierte sich der Wert der Firmenübernahmen mit deutscher Beteiligung auf 18,7 Milliarden Dollar, wie aus Daten des Finanzinformations-Dienstleisters Refinitiv hervorgeht. Das waren zehn Prozent weniger als vor einem Jahr und der schwächste Jahresstart auf dem M&A-Markt seit 2016. Dabei zögerten vor allem Unternehmen aus Deutschland mit Zukäufen; Großkonzerne wie Siemens und Bayer standen im Zuge der Bereinigung ihres Portfolios eher auf der Verkäuferseite.

Das Geschäft mit Börsengängen kam seit Jahresbeginn wegen der starken Schwankungen an den Aktienmärkten vollständig zum Erliegen. Das Volumen von Eigenkapital-Transaktionen (ECM) brach um 88 Prozent auf eine Milliarde Dollar ein; der Löwenanteil davon entfiel auf den Teilausstieg des US-Hedgefonds Cerberus bei der Deutschen Bank und der Commerzbank.

Ukraine

DIE GRÖSSTEN ÜBERNAHMEN:

* BAYER verkauft einen Teil seines Agrar-Geschäfts für 2,6 Milliarden Dollar an den Finanzinvestor Cinven. Bayer Environmental Science hatte mit Produkten zur Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern für Kunden außerhalb der Landwirtschaft im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Mit dem Verkauf, der mehr einbrachte als erwartet, will Bayer seine Schulden abbauen.

* SIEMENS hat gleich zwei Randbereiche verkauft und landet zweimal in der Liste der größten fünf Transaktionen: Das Geschäft mit Brief- und Paket-Sortieranlagen ging für 1,3 Milliarden Dollar (1,15 Milliarden Euro) an den Hamburger Maschinenbauer Körber. Die Straßenverkehrstechnik-Tochter Yunex kaufte der italienische Infrastruktur-Konzern Atlantia für 1,08 Milliarden Dollar (950 Millionen Euro).

* ADLER: Der unter Druck stehende Immobilien-Investor hat ein Paket von 15.000 Wohnungen für 1,2 Milliarden Dollar (1,05 Milliarden Euro) an den Finanzinvestor KKR abgegeben. Die Adler Group, an der Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia 20,5 Prozent hält, will damit ihre Schuldenlast abbauen.

* ESL GAMING: Der E-Sport-Anbieter aus Köln wechselte für 1,05 Milliarden Dollar den Eigentümer: Die schwedische Modern Times GroupMTGb.ST gibt das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen („Electronic Sports League“, ESL) an Savvy Gaming aus Saudi-Arabien ab. Savvy gehört dem dortigen Staatsfonds PIF und will ESL mit dem Konkurrenten Faceit zusammenlegen.

DIE ERFOLGREICHSTEN BERATER:

* Bei Fusionen und Übernahmen sind die Zahlen wegen des geringen Volumens wenig aussagekräftig: Goldman SachsGS.N schob sich mit der Begleitung von drei Transaktionen im Wert von 3,4 Milliarden Dollar auf Platz eins, gefolgt von Bank of America (BofA Securities)BAC.N (3,3 Milliarden) und der Deutschen Bank (3,1 Milliarden).

* Morgan Stanley wickelte die Cerberus-Paketverkäufe ab und rangiert damit auf dem ECM-Markt mit 744 Millionen Dollar auf Platz eins.

* Bei Fremdkapital-Transaktionen behauptet die Deutsche Bank mit 26 Deals im Volumen von 8,6 Milliarden Dollar den Platz an der Sonne, wie vor einem Jahr gefolgt von JPMorgan mit 7,8 Milliarden Dollar. Von Platz acht auf drei geht es für die US-Investmentbank City (6,7 Milliarden).

Krieg in der Ukraine bremst Fusionen und Übernahmen

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto und Foto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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