Sonntag, Februar 8, 2026
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Immer mehr Stromversorger drehen kräftig an der Preisschraube

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Düsseldorf, 10. Jan (Reuters) – Die Welle drastischer Preiserhöhungen für Strom und Gas ebbt nicht ab. In 692 Fällen hätten Stromgrundversorger ihre Preise erhöht oder dies angekündigt, teilte das Online-Portal Check24 am Montag mit. Das seien 52 mehr als eine Woche zuvor. Die Zuschläge lägen im Schnitt bei 65,1 Prozent. Betroffen seien gut 4,3 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden bedeute dies Zusatzkosten von 1068 Euro pro Jahr. 43 Grundversorger hätten ihre Preise zum Jahreswechsel im Schnitt um 2,2 Prozent gesenkt.

„Durch gestiegene Kosten bei der Stromerzeugung in Kohle- und Gaskraftwerken, Produktionsrückgängen bei erneuerbaren Energien und gleichzeitig großer Nachfrage aus der Wirtschaft, sind die Strompreise aktuell besonders hoch“, sagt der Geschäftsführer Energie bei Check24, Steffen Suttner.

Die Senkung der Ökostromumlage zum Jahresanfang auf 3,7 Cent je Kilowattstunde nach zuvor 6,5 Cent komme voraussichtlich nicht bei den Verbrauchern an, weil die Beschaffungspreise weiterhin sehr hoch seien. Für Portale wie Check24 und Verivox gehört der Anbieterwechsel zum Geschäftsmodell.

Stromversorger

In den vergangenen Wochen haben diverse kleinere Anbieter Insolvenz angemeldet oder ihren Kunden die Lieferungen gekündigt. Die Kunden fallen automatisch in die Grundversorgung des örtlichen Marktführers, etwa Stadtwerke und Regionalversorger. Viele von diesen haben speziell für Neukunden Tarife eingeführt, die zum Teil deutlich höher liegen als die der Bestandskunden. Verbraucherschützer und Politiker haben dies scharf kritisiert.

Die Wirkung von Appellen ist offenbar begrenzt. Check24 zufolge führten 303 Grundversorger neue Tarife ausschließlich für Neukunden ein – 43 mehr als vor seiner Woche. Die Preise seien im Schnitt um rund 104 Prozent abgehoben worden, was pro Jahr für einen Musterhaushalt Zusatzkosten von 1707 Euro bedeute.

Auch beim Gas drehten viele Versorger an er Preisschraube. Dem Portal zufolge sind in 1066 Fällen Preise erhöht worden oder es sei dies angekündigt worden. Die Preiserhöhungen von im Schnitt 71,2 Prozent gelten für gut 3,6 Millionen Haushalte.

Immer mehr Stromversorger drehen kräftig an der Preisschraube

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MV Werften melden Insolvenz an

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Hamburg, 10. Jan (Reuters) – Der angeschlagene Schiffbauer MV Werften ist pleite. Die Unternehmensgruppe mit zuletzt knapp 2000 Mitarbeitern wolle noch am Montag Insolvenz anmelden, sagte ein Sprecher. Bei Gesprächen zwischen Bund, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Eigner Genting aus Hongkong sei keine Lösung für die weitere Finanzierung gefunden worden. Darüber seien die Mitarbeiter am Vormittag von der Geschäftsleitung informiert worden. Als erste hatten die Nachrichtenagentur dpa und der NDR darüber berichtet.

Insolvenz

Der MV-Werften-Sprecher sagte, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Manuela Schwesig (SPD) hätten am Freitag versucht, einen Ausweg zu finden. Das sei nicht gelungen. Medien berichteten, die Bundesregierung sei dem Vernehmen nach zu einem Rettungspaket und weiteren Finanzhilfen bereit gewesen, habe aber nicht von ihrer Forderung nach einem Eigenbeitrag des Eigentümers abrücken wollen. Es fehle ein klares Bekenntnis der Eigentümer zu ihrer Werft.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesregierung hatte erst im vergangenen Jahr grünes Licht für 300 Millionen Euro an Staatshilfen gegeben. Danach wollten die MV Werften ihre Restrukturierung angehen. Die Werften in Wismar, Rostock und Stralsund gehören seit 2016 dem börsennotierten Glücksspiel- und Kreuzfahrtkonzern Genting. Der Einbuch des Geschäfts mit Kreutzfahrten in der Corona-Krise hatten den Mutterkonzern in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. 

MV Werften melden Insolvenz an

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BurdaPrincipal Investments setzt auf Münchner Startup Arive

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BurdaPrincipal Investments (BPI) investiert in das Münchner Startup Arive. Der Wachstumskapitalarm von Hubert Burda Media hat sich an der aktuellen Finanzierungsrunde des Express-Lieferdienstes beteiligt. Kund:innen können über Arive schnell und einfach hochwertige Konsumgüter bestellen und sich diese innerhalb einer halben Stunde nach Hause liefern lassen. Knapp vier Monate nach dem Launch ihres Services hat Arive in der Series A Runde, 20 Millionen US Dollar eingesammelt. Die Runde wurde von Balderton Capital zusammen mit den anderen Bestandsinvestoren 468 Capital und La Famiglia angeführt.

Schnelle Lieferung für den durchgetakteten Großstädter

Während klassische Lieferdienste bislang primär auf Lebensmittel setzen, können Konsument:innen bei Arive über die App Produkte aus Kategorien wie Technik, Schmuck, Kosmetik, Selfcare und Home kaufen. Zu den Marken, die bereits in der App zu finden sind, gehören namhafte Unternehmen wie Bose, Apple, Lululemon, Lego und Dr. Barbara Sturm. Kriterien für die Aufnahme einer Marke sind deren Nachhaltigkeit und Markenwerte. Geliefert werden die Produkte innerhalb von 30 Minuten per Fahrradkurier bis an die Haustüren der Kund:innen – bislang in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München. Mit dem frischen Kapital aus der Finanzierungsrunde will Arive in neue Städte in Deutschland, aber auch international expandieren. Außerdem sollen die App und der Lieferservice weiterentwickelt werden, um das Einkaufserlebnis weiter zu optimieren.

„Arive schließt eine Lücke im Markt, da Premium-Marken endlich die Möglichkeit haben, ihren Kund:innen auch in der Online-Welt ein exklusives und hochwertiges Shopping-Erlebnis zu bieten. Das Konzept ist ein Novum und hat uns absolut überzeugt. Wir freuen uns, die Gründer Linus und Max auf ihrem Weg zu Europas führender Experience-Commerce-Plattform zu unterstützen.“ Julian von Eckartsberg, Managing Director Europe bei BPI

Verbraucher und Marken profitieren von der Plattform

Arive wurde im Sommer 2021 von Linus Fries und Maximilian Reeker gegründet, mit dem Ziel, Konsument:innen in Städten ein Einkaufserlebnis zu bieten, das zu ihrem Leben passt: Bei Arive können Produkte bestellt und innerhalb kürzester Zeit aus städtischen Lagern per Fahrradkurier an die Haustür geliefert werden. Die Kund:innen profitieren nicht nur von einer kurzfristigen Lieferung, sondern vermeiden auch, dass diese nicht zugestellt werden kann, wenn die Lieferung ein bis drei Tage nach Bestellung erfolgt und sie dann nicht zuhause sind. Gleichzeitig bietet Arive seinen Unternehmerkunden viele Vorteile: Marken und lokale Geschäfte profitieren von einer großen Reichweite – bisher wurde die App rund 100.000 Mal heruntergeladen – redaktionellen Inhalten, Zugang zu Daten aus der App und Angeboten wie exklusive Influencer-Kooperationen.

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Quelle Hubert Burda Media Holding Kommanditgesellschaft

wearonize erreicht 90 % Überperformance bei Companisto-Investment-Runde

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wearonize

FinTech für wearable Payment-Lösungen sammelt über 1,6 Millionen Euro für Ausbau des Produktportfolios und des Teams ein

Die Schweizer wearonize AG startet ins neue Jahr mit dem Push aus einer mehr als erfolgreichen Investment-Runde: Von September bis Dezember 2021 beteiligten sich über die Investment- und Crowdfunding-Plattform Companisto Angel Investor:innen sowie gewerbliche und Privatinvestor:innen mit über 1,6 Millionen Euro an dem Fintech-Start-up für zukunftsweisende wearable-Payment-Lösungen (für Banken und Produzenten gleichermaßen). Damit erreichte wearonize eine Überperformance von 90 % zum ursprünglich angestrebten Investment-Ziel.

Am 21. Dezember 2021 endete die von wearonize im September gestartete Investment-Runde auf Companisto final mit der Gesamtsumme von 1.613.856 Euro – nach zweifacher Verlängerung.

90 % Überperformance – auch dank erfolgreicher Geschäftsentwicklung während Investment-Phase

Ursprüngliches Ziel des FinTech wearonize, das sich seit Markteintritt im August 2020 bereits zum weltweit führenden „Fulfillment-as-a-Service“-Anbieter für wearable Payment-Lösungen (für Produzenten und Banken) entwickelt hat, waren 850.000 Euro gewesen – sowie ein Proof Point, wie das wearonize-Geschäftsmodell auch und gerade bei privaten Investor:innen ankommt:

“Für uns bietet Equity Crowdfunding, neben dem monetären Aspekt, einen weiteren Beleg hinsichtlich der Marktakzeptanz unserer Idee. Als B2B-Partner, der Banken und Produzenten dabei unterstützt, ihren Konsument:innen Payment Wearables anzubieten, sehen wir in der Anzahl von überzeugten Investor:innen einen weiteren Proof Point unserer Geschäftsidee”, so Thorsten Röske, Co-Founder und CEO der wearonize AG.

Zum Investment-Erfolg hatten maßgeblich auch die im Herbst 2021 neu geschlossenen Partnerschaften mit Curve Ltd, USA, und BrilliantTS, Südkorea, beigetragen, die die Führungsposition von wearonize auf dem globalen Markt weiter festigen: wearonize verfügt über Europas größtes Netzwerk an Banken (aktuell 75 Bankhäuser und Kartenausgeber, Stand: Januar 2022), ist zudem in den USA und Asien aktiv und realisiert für renommierte Produzenten wie z. B. die Swatch AG, Schweiz, deren wearable-Payment-Lösungen in Uhren u. ä.

„Dass über 950 Privatanleger:innen in unser Business Model investiert haben, ist eine Bestätigung unserer Idee“

In der ersten Phase, die bei Companisto ausschließlich dem Angel Investors Club offen steht, hatten sich 20 Angel Investor:innen (davon fünf gewerbliche Investor:innen) beteiligt – in der öffentlichen Runde beteiligten sich dann neben weiteren gewerblichen Investor:innen wie Stiftungen und Family Offices mehr als 900 Privatanleger:innen an der wearonize AG.

„Für uns ist die Tatsache, dass über 950 Privatanleger:innen an unser Business Model glauben und investiert haben, eine unglaubliche Bestätigung unserer Idee – aber gleichermaßen auch eine große Verantwortung, die uns bei unseren geschäftlichen Entscheidungen leiten wird. Dieses Investment ist unsere Verpflichtung, besonnene Entscheidungen im Bezug auf das weitere Wachstum und den Ausbau unseres Angebots zu treffen“, resümiert Thorsten Röske.

Die wearonize AG baut mit dem Investment zum einen das Team zur Produktentwicklung und Kundenbetreuung weiter aus, zum anderen entwickelt sie den wearonize-Marktplatz für Banken und Produzenten weiter – ein notwendiger Schritt für neue, internationale Partnerschaften, die bereits in der Vorbereitung zur Bekanntgabe sind.


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Quelle pi creative

Ostrom sammelt 4,4 Millionen Euro in Seed-Runde ein

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468 Capital, J12 Ventures, Global Founders Capital und Übermorgen Ventures investieren mit Angel-Investoren in Ostrom, um Produkt, Team und Technologie weiterzuentwickeln und zu skalieren.

Ostrom hat ingesamt 4,4 Millionen Euro Pre-Seed und Seed-Funding eingesammelt um so den Wechsel zu grünem Strom noch transparenter und fairer zu gestalten. Das von Matthias Martensen und Karl Villanueva gegründete Startup will sein Energieproduktportfolio sowie die Super-App nicht nur in Deutschland, sondern europaweit und später auch global skalieren.

Energieversorger unvorbereitet für die Digitalisierungswelle

Deutschlands Stromlieferanten und Versorger stecken noch in der Vergangenheit fest und bestehen weiterhin auf manuelle, interne Prozesse, postalische Kund:innenkommunikation, irreführende Tarifstrukturen mit langen Mindesvertraglaufzeiten und einem schwer zu erreichenden Kund:innenservice. Die Folge: Hohe Servicekosten und ein schlechtes Nutzer:innenerlebnis! Ostrom ist überzeugt davon, dass der Wechsel zu grünem Strom und ein Vorantreiben der Energiewende auch in Kombination mit ausgezeichnetem Kund:innenservice auf Marktpreisniveau umzusetzen ist.

Wir sehen ganz klar, dass der Energiemarkt reif für einen Umbruch ist. Um die Energiewende vorranzutreiben haben wir deshalb ausgewählte Investitionen in diesem Bereich getätigt. Der Aufbau eines vollständig digitalen Stromanbieters ist eine davon. Wir haben bereits ab dem ersten Tag in Ostrom investiert, da der Markt des Geschäftsmodells sehr groß ist, die Kundenvorteile offensichtlich sind und die Qualität der Gründer stimmt.“ Alexander Kudlich, General Partner beim Hauptinvestor 468 Capital (übersetzt aus dem Englischen)

Phänomenales Wachstum und Traction seit Launch

Seit Ostrom im Mai 2021 gelauncht wurde konnte nach sechs Monaten bereits eine 7-stellige ARR-Rate überschritten werden, bei monatlichem Wachstum von mehr als 100% und vernachlässigbarer Kündigungsrate. Ostrom ist deutschlandweit verfügbar und hat bereits Kund:innen in über 400 Städten und Gemeinden und von über 150 anderen Energieversorgern aufgenommen. Damit gehört Ostrom bereits zu einem der Top 25 Stromlieferanten in Deutschland.

Der Abschluss unserer Seed-Runde mitten in der Energiekrise, in der skrupellose Discounter und träge traditionelle Anbieter reihenweise in Konkurs gehen, zeigt das fortschrittliche Denken unserer Investoren, und ihr Vertrauen in die Zukunft der Energie und in Ostrom als einen wichtigen Akteur der Zukunft. Wir haben Ostrom von Anfang an sehr schlank und automatisierungsorientiert aufgebaut, um die niedrigsten Servicekosten auf dem Markt zu erzielen.“ Matthias Martensen, Mitbegründer und CEO von Ostrom

„Die etablierten Energieversorger mussten nie für ihre Kund:innen arbeiten. Unser Technologie- und Marketing-Stack bei Ostrom lässt jedoch mittlerweile jedes B2C-Startup vor Neid erblassen. Statt Preiskampf und Greenwashing wollen wir Strom einfach, transparent und interessant machen. Beispielsweise haben wir gerade eine neue App released, sodass Nutzer:innen ihren CO2-Ausstoß und Weiterempfehlungen tracken können. Das ist bereits der zweite App-Release in nur sieben Monaten.” Karl Villanueva, Mitbegründer und CMO/CPO bei Ostrom (übersetzt aus dem Englischen)

Top Angels investieren in Ostrom

Neben institutionellen Investoren haben auch mehrere Angels aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Operations und Kund:innenakquise in Ostrom investiert. Dazu gehören:

Philip Klöckner, Advisor & Early-Stage Investor, Gastgeber des Doppelgänger TechTalk Podcast
Eric Quidenus-Wahlforss, Co-Founder & CEO von Dance und Co-Founder von SoundCloud
Jörg Kattner, Co-Founder von Gorillas
Maximilian Backhaus, Global CMO bei HelloFresh
Julian Weselek, Co-Founder & CEO bei Tourlane
Moss-Gründerteam (Ante Spittler, Anton Rummel, Ferdinand Meyer & Stephan Haslebacher)
Diana Zur Löwen, Creator und Influencerin
Ostroms Partner erklären, warum sie investiert haben

Trotz der gerade schwierigen energiewirtschaftlichen Situation in Deutschland glauben Ostroms Investor:innen an das langfristige Potential der Energiewende. Denn gerade jetzt zeigt sich deutlich, dass frischer Wind durch digitale Disruption in der Energiewirtschaft benötigt wird.

Die Umsetzungsstärke von Matthias und Karl beeindruckt uns sehr. Beide haben einen tiefen Einblick in den Markt und ein extrem starkes Konzept für die Kundenakquise entwickelt. Das zeigt auch das bisher beeindruckende Wachstum! Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ostrom die Vision grüner Energie endlich einfach zu machen und weiter zu verfolgen. Emmet King, Partner bei J12 Ventures (übersetzt aus dem Englischen)

„GFC hat Ostrom von Beginn an genau verfolgt. Im Laufe des Jahres 2021 waren wir beeindruckt von der Geschwindigkeit, mit der Matthias, Karl und ihr Team das Produkt implementiert und den Product-Market-Fit erreicht haben. Wir freuen uns darauf, das Team dabei zu unterstützen, den kundenorientiertesten, mobilfreundlichsten und transparentesten Ökostromanbieter in Deutschland und darüber hinaus aufzubauen.“ Dr. Jan Ossenbrink, Partner bei Global Founders Capital

„Wir haben in Ostrom investiert, weil wir glauben, dass das Unternehmen ein sehr skalierbares Geschäftsmodell hat, das den Energiesektor umkrempeln und den Verbraucher stärken wird, während der deutsche Energiemix wesentlich grüner wird. Auf diese Weise wird Ostrom sowohl einen hohen Dekarbonisierungseffekt als auch hohe Einnahmen erzielen. Genau diese Kombination ist es, die wir in einem Portfoliounternehmen suchen.“ Adrian Bührer, Partner bei Übermorgen Ventures

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Quelle Ostrom ist eine Marke der Aplus Energy GmbH

Lindner – Erholung der Wirtschaft wichtiger als EU-Schuldenregeln

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Lindner

Berlin, 10. Jan (Reuters) – Impulse zur Erholung der Wirtschaft von der Corona-Krise sind laut Bundesfinanzminister Christian Lindner das Top-Thema für die Euro-Länder in diesem Jahr. Europa könne mit dem Wiederaufbaufonds 750 Milliarden Euro investieren. „Wir stehen in der Verantwortung, daraus einen Erfolg zu machen“, sagte der FDP-Vorsitzende am Montag in Berlin vor Gesprächen mit Eurogruppenchef Paschal Donohoe, der zugleich irischer Finanzminister ist. Dies sei auch wichtiger als eine Reform der europäischen Schuldenregeln. Der Stabilitätspakt, der Schuldenobergrenzen setzt, in der Pandemie aber ausgesetzt wurde, habe seine Flexibilität bewiesen.

Donohoe sagte, momentan sehe es so aus, als ob die Wirtschaft der Euro-Zone etwa acht Quartale brauche, um ihr Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Nach der globalen Finanzkrise seien dies 29 Quartale gewesen. Donohoe ist der erste ausländische Besucher beim neuen Bundesfinanzminister. Es werde bei den Gesprächen mit Lindner auch um die deutsche G7-Präsidentschaft 2022 gehen, also den Vorsitz bei den Beratungen der sieben führenden Industrienationen. Auch über einen digitalen Euro werde gesprochen.

Lindner
Christian Lindner Foto:© Laurence Chaperon

Lindner zeigte sich offen, die europäische Bankenunion weiterzuentwickeln. Nach der Finanz- und Staatsschuldenkrise hat Europa bereits die Aufsicht über die großen Banken verstärkt und Möglichkeiten zur Abwicklung maroder Institute geschaffen. Im Konzept eines einheitlichen Bankenmarktes fehlt aber noch eine gemeinsame Einlagensicherung. Als strittig gilt in diesem Zusammenhang der Umgang mit hohen Anteilen von Staatsanleihen in den Bilanzen bestimmter Banken. Das ist vor allem in Italien ein Problem.

Die Ampel-Koalition im Bund kann sich vorstellen, eine europäische Rückversicherung für nationale Einlagensicherungssysteme von Banken zu schaffen. Es dürfe aber keine übermäßige Konzentration von Staatsanleihen in den Bankbilanzen geben. Es gebe hier viel zu diskutieren. „Wir werden keine Krise verschwenden“, so Lindner in Anspielung auf ein berühmtes Zitat des früheren britischen Premierministers Winston Churchill, man dürfe eine Krise nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Lindner – Erholung der Wirtschaft wichtiger als EU-Schuldenregeln

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Fotoquelle: Pressefoto Christian Lindner, www.fdp.de, Copyright © Laurence Chaperon

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LG Energy will nach Milliarden-Börsengang Konkurrenten überholen

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Seoul, 10. Jan (Reuters) – Kurz vor dem geplanten milliardenschweren Börsengang schaltet der südkoreanische Batteriehersteller LG Energy Solution (LGES) in den Angriffsmodus. Man werde den chinesischen Hauptrivalen CATL gemessen am Marktanteil wegen der breiter aufgestellten Kundschaft hinter sich lassen, kündigte Firmenchef Kwon Young Soo am Montag an. Einen Zeitrahmen dafür nannte Kwon nicht. Auch bei den Gewinnzielen setzt sich LGES neue Ziele. Durch geringere Material- und Personalkosten soll die operative Marge in den zweistelligen Prozentbereich kommen. Investoren hatten zuletzt kritische Fragen hinsichtlich der Profitabilität des Tesla- und General-Motors-Zulieferers gestellt. Von Januar bis September lag die operative Marge bei fünf Prozent.

Es wird erwartet, dass LG Energy Solution am Freitag die Preisspanne für den Gang aufs Börsenparkett bekanntgibt. Ziel des Unternehmens, das zu LG Chem gehört, ist es, bis zu 10,8 Milliarden Dollar beim größten Börsengang in Südkorea aller Zeiten einzunehmen. LGES könnte dann mit mehr als 58 Milliarden Dollar bewertet werden und auf einen Schlag zur Nummer drei gemessen am Börsenwert in Südkorea aufsteigen – nach Samsung Electronics und SK Hynix. 

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Mit Omikron-Welle wachsen Zweifel an Corona-Maßnahmen

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Berlin, 10. Jan (Reuters) – Mit dem weiteren Anstieg der Corona-Zahlen wächst der Druck, schon bald erneut bei den Corona-Maßnahmen nachzuschärfen. Nur vier Tage nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen sagte der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen, dass er bereits vor dem nächsten Spitzentreffen am 24. Januar neue Beschränkungen erwarte.

Was man im Moment tue, reiche nicht aus, um die Omikron-Welle einzudämmen, mahnte Dahmen am Montag im Deutschlandfunk. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte weitere Maßnahmen angekündigt. Der SPD-Politiker hatte sich vergangenen Freitag bei der Bund-Länder-Runde nicht mit seiner Forderung nach mehr Kontaktbeschränkungen durchsetzen können.

Hintergrund der Debatte sind die weiter deutlich steigenden Corona-Zahlen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Montag 25.255 Neuinfektionen. Das sind 6737 Fälle mehr als vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 375,7 von 362,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Bremen liegt als Spitzenreiter unter den Bundesländern bei einer Inzidenz von 1028. Grünen-Politiker Dahmen brachte deshalb erneut die Schließung etwa von Fitness-Studios, aber auch der Gastronomie ins Gespräch. Die Spitzen von Bund und Länder hatten vergangenen Freitag nur die Zugangsregeln für die Gastronomie verschärft. Dort ist jetzt auch für Geimpfte und Genesene ein zusätzlicher Test oder eine Auffrischimpfung nötig.

Zugleich nimmt die Debatte über eine allgemeine Impfpflicht angesichts der Sitzungswoche des Bundestages an Fahrt auf. Die SPD-Fraktion hat für Dienstag eine Anhörung mit Experten geplant, auch andere Fraktionen beraten über ihre Positionen. SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese wies Meldungen zurück, dass die Impfpflicht wegen des parlamentarischen Terminplans erst im Mai oder Juni kommen könne. „Der Februar hat in der Tat nur eine Sitzungswoche. Bundestag und Bundesrat können aber natürlich jederzeit Sondersitzungen ansetzen, falls erforderlich“, sagt Wiese der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber auch ohne Sondersitzungen ist ein Beschluss im ersten Quartal machbar.“

Omikron

Inmitten des Vormarsches der hochansteckenden Omikron-Mutante begann am Montag in acht weiteren Bundesländern wieder der Unterricht. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger mahnte im ZDF Ausfallpläne der Schulen an, damit Unterricht bei Corona-Infektionen von Lehrern oder Schülern notfalls auch in hybrider Form möglich ist. „Bildung muss oberste Priorität haben“, sagte die FDP-Politikerin. Hygienemaßnahmen und Maskenpflicht müssten konsequent umgesetzt werden und umfangreiche Testung seien nötig.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) trat Berichten über Zweifel an der Genauigkeit von Corona-Schnelltests bei Omikron entgegen. In Deutschland gebe es keine Schnelltests zu kaufen, die das Label „unzuverlässig“ verdienten, erklärte der Präsident des Instituts, Klaus Cichutek, im ZDF. Das PEI habe eine Liste mit Tests veröffentlicht, die über eine „erhöhte Sensitivität“ verfügten. Die Tests, die die höheren Anforderungen nicht erfüllten, würden in Deutschland nicht verkauft, weil sich Testzentren, Apotheken und Discounter an der PEI-Liste orientierten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte am Sonntag eine Positivliste für Schnelltests angekündigt. Er habe das Paul-Ehrlich-Institut veranlasst, eine solche Aufstellung vorzubereiten mit Tests, die für Omikron besonders geeignet seien beziehungsweise Omikron früh erkennen könnten. „Dies wird allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagte er in der ARD.

Die Impfkampagne kommt weiter nur zäh voran. Mit 148.571 Impfungen am Sonntag blieb sie erneut weit unterhalb der Zahlen, die nötig wären, um das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von 30 Millionen Impfungen im Januar zu erreichen. 71,9 Prozent der Gesamtbevölkerung haben nun zwei Impfungen, 42,9 Prozent sind geboostert. 

Mit Omikron-Welle wachsen Zweifel an Corona-Maßnahmen

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Hochwasser in Deutschland zweitteuerste Naturkatastrophe 2021 weltweit

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München, 10. Jan (Reuters) – Die Sturzflut im Rheinland war nur der Vorbote: Europa muss sich im Klimawandel nach Erkenntnissen der Münchener Rück auf mehr und teurere Naturkatastrophen einstellen. Mit einem Gesamtschaden von 46 Milliarden Euro war das Tief „Bernd“ mit tagelangen Regenfällen im vergangenen Jahr das zweitteuerste Naturereignis weltweit, wie aus dem am Montag veröffentlichten Naturkatastrophenbericht des Rückversicherers hervorgeht. „Der Klimawandel hat solche Ereignisse wahrscheinlicher gemacht“, stellt Ernst Rauch, der Chef-Klimaforscher der Münchener Rück, im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters fest. „Es wird eine Generationenaufgabe, unser Land wetterfest zu machen.“

Weltweit verursachten Stürme, Hochwasser, Waldbrände oder Erdbeben 2021 Schäden von 280 (2020: 210) Milliarden Dollar.

120 (82) Milliarden davon mussten Versicherer und Rückversicherer tragen – mehr war es Rauch zufolge nur 2017 (146 Milliarden). 10.000 Menschen kamen dabei ums Leben, ähnlich viele wie 2020. Die Überschwemmungen im Westen Deutschlands und in angrenzenden Regionen kosteten mehr als 220 Menschen das Leben.

Mehr Schaden richtete im vergangenen Jahr nur der Hurrikan „Ida“ an, der Ende August über den Süden und Osten der USA hinwegzog und eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Von den 65 Milliarden Dollar Gesamtschaden mussten die Versicherer 36 Milliarden zahlen. In den USA ist ein weit größerer Teil der Häuser, Fabriken, aber auch öffentlicher Infrastruktur wie Straßen und Brücken gegen Naturereignisse versichert als etwa in Deutschland. Daher entfällt auf das Land mit 145 Milliarden Dollar gut die Hälfte des volkswirtschaftlichen Schadens, mit 85 Milliarden aber gut zwei Drittel der versicherten Schäden.

MILLIARDENSCHÄDEN AUF ENGSTEM RAUM

„Bernd“ kostet die Branche nach Berechnungen der Münchener Rück elf Milliarden Euro, davon 8,2 Milliarden in Deutschland. Das ist knapp ein Viertel des Gesamtschadens. Die Sturzfluten etwa an Ahr und Erft hatten im Juli ganze Dörfer überschwemmt. „Dass auf so engem Raum ein so großer Schaden entstehen konnte, hat viele überrascht“, sagt Rauch. Das sei eine neue Dimension: Der versicherte Schaden liege beim Vierfachen dessen, was die größten Überschwemmungs-Unwetter in Deutschland je angerichtet haben. „Das sind Erfahrungen, die für die Versicherungswirtschaft prägend sein werden“, sagt der Klima-Experte.

Der Einfluss des Klimawandels sei nicht von der Hand zu weisen. Die warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aus den Meeren aufnehmen, damit werden starke Niederschläge wahrscheinlicher. Und weil sich mit den Temperaturunterschieden auch Luftströme verändern, bleiben Hochs und Tiefs länger an einem Ort. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Welt das Ziel einer Erwärmung von maximal 1,5 Grad verfehle, steige Monat für Monat, sagt Rauch. „Es wird immer klarer, dass wir uns dem Klimawandel anpassen müssen“ – auch mit Blick auf künftige Generationen. „Das geht vom Verbot, zerstörte Gebäude in Risikozonen wieder aufzubauen, bis zur Renaturierung von Flüssen.“

Die Sicherheitspuffer bei Schutzmaßnahmen müssten größer werden. „Hochwasserschutz ist in Deutschland meist auf ein 100-jähriges Hochwasser ausgelegt.“ Die Niederlande erhöhten ihre Deiche bereits für Fluten, wie man sie bisher nur alle 10.000 Jahre erwartet habe, erklärt Rauch. Dass sich Schutzmaßnahmen lohnten, zeige der Hurrikan „Ida“. Als er auf das amerikanische Festland traf, war er sogar stärker als 2005 der Wirbelsturm „Katrina“, der New Orleans verwüstet hatte. Dennoch richtete „Ida“ nur halb so große Schäden an wie „Katrina“, weil die verstärkten Deiche rund um die Stadt hielten. 

Bild: pixabay

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Nato hält an Beitrittsperspektive für Ukraine fest

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Genf/Brüssel, 10. Jan (Reuters) – Ungeachtet der zunehmenden Spannungen mit Russland hält die Nato an der Beitrittsperspektive für die Ukraine fest. Die Allianz werde das Recht auf Selbstbestimmung der Staaten Europas nicht antasten, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montag in Brüssel. Ein Nato-Beitritt sei alleine die Entscheidung der Ukraine und der Mitgliedstaaten des Bündnisses.

Zugleich warnte Stoltenberg Russland erneut vor einer militärischen Aggression gegen die Ukraine. Dies hätte unabsehbare politische und wirtschaftliche Folgen. Mit Blick auf die anstehenden Gespräche mit russischen Vertretern sprach Stoltenberg von „einer wichtigen Woche für die Sicherheit Europas“.

Am Montag kommen in Genf die stellvertretenden Außenminister Russlands und der USA, Wendy Sherman und Sergej Rjabkow, zu einem direkten Gespräch zusammen. Am Mittwoch folgt ein Treffen des Nato-Russland-Rats und am Donnerstag der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), zu der auch Russland gehört.

Nato

Stoltenberg sagte, man gehe mit guter Absicht in die Gespräche und werde Russlands Sorgen hören. In Brüssel tagte am Montag die Nato-Ukraine-Kommission. Die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Olha Stefanischyna sagte bei einem gemeinsamen Presseauftritt mit Stoltenberg, Russland habe als Aggressor nicht das Recht, irgendwelche Forderungen zu stellen.

Russland hat knapp 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Der Westen droht mit harten Sanktionen, sollten russische Soldaten in die Ukraine einmarschieren. Die Regierung in Moskau weist den Vorwurf zurück, sie bereite eine Invasion vor. Stattdessen wolle man deutlich machen, dass Moskau eine weitere Ost-Erweiterung der Nato nicht akzeptieren werde. Zudem verlangt Russland Sicherheitsgarantien. Die Nato hatte zuletzt auf das Selbstbestimmungsrecht der Ukraine als souveränes Land verwiesen.

Nato hält an Beitrittsperspektive für Ukraine fest

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