Dienstag, März 31, 2026
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Renault schreibt schwarze Zahlen und zahlt Staatshilfen früher zurück

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Paris, 18. Feb (Reuters) – Renault will nach der Rückkehr in die Gewinnzone Staatshilfen vorzeitig zurückzahlen. Der französische Autokonzern schaffte 2021 nach zwei Verlustjahren den Sprung zurück in die Gewinnzone mit einem Nettoergebnis von 888 Millionen Euro, wie Renault am Freitag mitteilte.

Die Aktionäre gehen allerdings leer aus und müssen auf eine Dividende für 2021 verzichten, denn Vorrang hat für Renault die Rückzahlung der Hilfen und die weitere Verbesserung der Ergebnisse.

An der Börse honorierten die Anleger die Zahlen: Die Renault-Aktien kletterten um mehr als vier Prozent. Der Autobauer hatte wegen der Corona-Pandemie vom französischen Staat vier Milliarden Euro an Krediten bekommen, davon hat er bereits eine Milliarde wieder zurückgezahlt. Den Rest will Renault nun vor dem festgelegten Rückzahlungstermin 2024 begleichen. Mindestens zwei Milliarden Euro will der Konzern dieses Jahr zurückgeben, bis Ende 2023 dann den Rest.

Zahlen

Renault hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Fixkosten deutlich herunterzuschrauben und sich auf die rentabelsten Automodelle und Märkte zu konzentrieren. Der Konzern konnte die operative Gewinnmarge 2021 auf 3,6 Prozent verbessern. Sie lag damit über den Zielen, die sich Renault selbst gesetzt hatte.

Im Rahmen der Konzernstrategie „Renaulution“ hatte der Konzern eine Marge über drei Prozent im Jahr 2023 ins Visier genommen. „Mit diesen Ergebnissen für 2021 hat die Renault Group einen weiteren Schritt bei ihrer Erholung geschafft“, erklärte Finanzchefin Clotilde Delbos. Das sei unter anderem das Ergebnis strikter Kostendisziplin.

Für das laufende Jahr peilt Renault nun eine operative Marge von mehr als vier Prozent an. Der Konzern untermauerte zudem sein Ziel, bis 2030 die Marke Renault komplett auf Elektroautos umzustellen.

Renault schreibt schwarze Zahlen und zahlt Staatshilfen früher zurück

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto und Foto: Symbolfoto

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Frachtschiff mit Volkswagen-Fahrzeugen brennt im Atlantik

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Berlin, 18. Feb (Reuters) – Im Atlantik hat ein mit Autos des Volkswagen-Konzerns beladenes Schiff Feuer gefangen. Die Felicity Ace sei vor den Azoren in Brand geraten, sagte ein VW-Sprecher am Freitag. Die Crew sei inzwischen von Bord, Verletzte gebe es keine.

Derzeit verschaffe sich VW einen Überblick über die Lage. Das Schiff war auf dem Weg vom wichtigsten Verladehafen Emden in die USA. Wie viele Autos der Frachter geladen hatte, ließ der Sprecher offen. Unklar sei zudem, ob und wie stark die Autos beschädigt wurden.

Frachtschiff

Eine Audi-Sprecherin bestätigte, dass Fahrzeuge des Ingolstädter Herstellers neben anderen VW-Marken an Bord des Schiffes sind.

Dazu kommen etwa 1100 Porsche-Autos, wie ein Porsche-Sprecher sagte. Medienberichten zufolge soll die Felicity Ace fast 4000 Fahrzeuge des Konzerns geladen haben.Das Schiff fährt unter der Flagge Panamas. Die Felicity Ace ist rund 200 Meter lang und wurde im Jahr 2005 gebaut. 

Frachtschiff mit Volkswagen-Fahrzeugen brennt im Atlantik

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Analyse: „Die Ära des billigen Erdgases dürfte vorbei sein“

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EZB Fed Inflation
Foto von Guillermo Felices (Quelle: PGIM Fixed Income)

Ein Marktkommentar von Guillermo Felices, Global Investment Strategist bei PGIM Fixed Income:

Rohstoffmärkte, wie Erdgas und Kohle, die für die Herstellung, Heizung und Kühlung verwendet werden, sind nach wie vor von Lieferkettenproblemen beeinträchtigt. Einige Rohstoffmärkte haben erhebliche Verwerfungen erlebt: So stiegen die europäischen Erdgaspreise im Dezember 2021 um das zehn- bis 15-fache, und die US-amerikanischen Erdgas- und Steinkohlepreise stiegen im vierten Quartal 2021 ebenfalls um ein Vielfaches. Genau hierin liegt aber auch der Widerspruch des Übergangs zu grünen Energiequellen: Trotz trotz des ESG-Drucks erlebte die Kohlenutzung 2021 mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mehrjahreshoch, da die vergleichsweise geringeren Preise für Erdgasverbraucher einen Anreiz boten, auf den kohlenstoffintensiven Brennstoff umzusteigen.

Globale Rohölmärkte um etwa 2,8 Mio Barrel pro Tag unterversorgt

Das anhaltende Nettoangebot an Rohöl im Jahr 2021 führte zwar zu einem Abbau der globalen Lagerbestände und stützte die Preise, doch dürfte sich der Markt im Jahr 2022 allmählich wieder ausgleichen. Grund dafür sind die Rücknahmen der OPEC+-Kürzungen, eine nachlassende Nachfrage und eine geringfügige, aber dennoch bedeutsame Reaktion der US-amerikanischen Produktion. Derzeit schätzen wir, dass die globalen Rohölmärkte um etwa 2,8 Millionen Barrel/Tag unterversorgt sind. Dies ist auf den starken Abbau der Lagerbestände im Jahr 2021 und den Anstieg der WTI-Preise um 55 % im letzten Jahr zurückzuführen.

EIA, IEA und OPEC rechnen mit steigender Diesel-und Benzinnachfrage von 3-4 %

Dieses Jahr könnte die Nachfrage den Höchststand von vor der Coronakrise übersteigen. In der Vergangenheit stieg die weltweite Ölnachfrage außerhalb globaler Rezessionen zuverlässig um ein bis zwei Mio. Barrel pro Tag pro Jahr. Unser Wirtschaftsteam prognostiziert für 2022 ein starkes globales BIP-Wachstum von 4,2 %. Angesichts der Tatsache, dass verzögerte Nachfragekomponenten (z. B. Flugzeugtreibstoff) möglicherweise wieder zunehmen werden, halten wir daher ein Nachfragewachstum von zwei Millionen Barrel pro Tag für angemessen. Sowohl die Energy Information Administration (EIA), die International Energy Agency (IEA) als auch die OPEC gehen davon aus, dass die Ölnachfrage in diesem Jahr aufgrund der weltweit steigenden Diesel- und Benzinnachfrage um 3-4 % steigen wird. 

Überraschender Anstieg der Fördermenge in den USA

Was das Angebot anbelangt, so haben die großen unabhängigen US-Produzenten entgegen dem historischen Trend nicht mit höheren Investitionsausgaben auf die Ölpreiserholung reagiert. Ihr Fokus hat sich vom Wachstum auf die Aktionärsrendite verlagert. Die großen unabhängigen US-Förderer, die in den letzten zehn Jahren die Angebotsausweitung anführten, gehen jetzt von einem Förderungswachstum von nur 0-5 % im Jahr 2022 aus. Dies entspricht wohl kaum der notwendigen Angebotsreaktion, um einen Ausgleich des Nachfragewachstums zu schaffen.

Zudem planen etwas überraschend große Ölkonzerne, wie ExxonMobil und Chevron, erhebliche Steigerungen der Fördermenge, und wir gehen davon aus, dass das Wachstumstempo der beiden großen Konzerne im Jahr 2022 höher sein wird als das der unabhängigen Produzenten. Auch die privaten US-Förderer haben 2021 die Zahl der Bohrtürme kräftig erhöht. Die in Privatbesitz befindlichen Anbauflächen sind in der Regel weniger produktiv, die erwarteten Angebotsausweitungen jedoch erheblich. Wir schätzen, dass die privaten Produzenten im Jahr 2022 zwischen 200.000-300.000 Barrel Rohöl pro Tag fördern könnten.

Die größte Quelle für zusätzliche Rohölvorräte im Jahr 2022 wird jedoch die OPEC+ sein. Die derzeitig geplanten OPEC-Kürzungen enden im Mai 2022, und die OPEC+-Produktion steigt bereits jetzt. Einige Mitgliedstaaten, wie Angola und Nigeria, haben jedoch Schwierigkeiten, ihre Quoten zu erfüllen, Dies führt zu Skepsis an den Märkten , ob die OPEC+ überhaupt noch in der Lage ist, mittelfristig genug zu produzieren, um die weltweite Nachfrage zu decken. 

Inflation macht Schieferöl wieder attraktiv

Über das Jahr 2022 hinaus besteht Grund zur Annahme höherer Rohölpreise. Das Rohölangebot außerhalb der USA ist im Verhältnis zum erwarteten Nachfragewachstum im Jahr 2023 weiterhin knapp. Damit die USA ihren Status als Ausgleichproduzent, als sogenannter „Swing-Produzent“, wiedererlangen können, muss es einen „Appell“ zur Förderung von Schieferöl geben. Es bleibt abzuwarten, ob die US-Produzenten diesem Aufruf folgen werden – angesichts der Nachfrage nach Aktionärsrenditen und des verstärkten ESG-Drucks, der das Kapital von traditionellen Öl- und Gasprojekten wegführt. Auch der Inflationsdruck dürfte dazu führen, dass die Break-even-Preise für US-Schieferöl von den 35-50 US-Dollar von vor der Coronakrise auf 40-55 US-Dollar ansteigen.

Die mittelfristige Rohölnachfrage ist angesichts der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen und erneuerbarer Energie weniger sicher. Wann genau sich die strukturelle Ölnachfrage ändern wird ist unklar. Man erwartet jedoch, dass sie im Laufe der Zeit einen bedeutenden Einfluss auf die Gesamtnachfrage haben wird. Wir betrachten 50 US-Dollar/Barrel als weiche Untergrenze für Rohöl für die Zeit nach 2022. Außerdem sehen wir für das Jahr 2023 eine Spanne von 60-80 US-Dollar/Barrel als realistisch an, da ein angemessener Anreiz für ein zusätzliches Angebot geschaffen werden muss, das in nächster Zeit größtenteils aus den USA kommen muss.

Ölpreiseinbruch hat Gaspreise stagnieren lassen

Die US-Preise für Erdgas zogen 2021 stark an und überstiegen im September die Marke von 6 US-Dollar/mmBtu, was auf eine Reaktion des Angebots aufgrund der Disziplin der Erzeuger sowie auf eine starke Nachfrage infolge robuster Exporte und eines stabilen Grundlaststromverbrauchs zurückzuführen ist. Die EIA erwartet, dass die Preise im Jahr 2022 durchschnittlich 3,79 US-Dollar/mmBtu betragen werden.[1]

Was die langfristigen Nachfragetrends für Erdgas angeht, sind wir optimistisch gestimmt und betrachten es als einen Übergangskraftstoff, der die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien überbrückt. Die Ära des billigen Erdgases dürfte daher vorbei sein, und die Preise dürften in den nächsten Jahren über 3,00 US-Dollar/ mmBtu liegen werden.

Es gibt zwei Hauptgründe, warum die Erdgasproduktion seit 2019 trotz einer Verdoppelung des Preises stagniert. Erstens haben sich die US-Erdgasproduzenten bei ihren Investitionsausgaben sehr viel disziplinierter verhalten. Die Erdöl- und Erdgasindustrie hat ein Jahrzehnt hinter dem allgemeinen Aktienmarkt zurückgebliebener Renditen hinter sich, und die Aktionäre haben verlangt, dass der freie Cashflow zur Schuldentilgung und/oder zur Rückzahlung von Barmitteln an die Aktionäre verwendet wird.

Die Reinvestitionsquote der Produzenten ging von mehr als 100 % des Cashflows vor dem durch COVID-19-bedingten Einbruch der Gaspreise auf heute 50-70 % zurück. Zweitens führte der Ölpreiseinbruch auch zu einer Verlangsamung der auf Öl ausgerichteten Bohrungen. Dies wiederum führte zu einem Rückgang der Erdgasströme aus den Ölquellen (so genanntes „assoziiertes Gas“). Außerdem ist festzustellen, dass das Gasangebot aus dem ergiebigen Marcellus-Formation im Nordosten der USA aufgrund von Pipelinebeschränkungen begrenzt ist. 

Zu den Triebkräften der robusten Nachfrage gehören die starken Exporte von verflüssigtem Erdgas (LNG) sowie die steigende Stromnachfrage, da weiterhin Kohlekraftwerke stillgelegt werden. Die US-LNG-Exporte lagen 2021 bei durchschnittlich 9,8 Mrd. Kubikfuß/Tag, gegenüber 6,5 Mrd. Kubikfuß/Tag im Jahr 2020 und weniger als 1,0 Mrd. Kubikfuß/Tag im Jahr 2016.

Die EIA rechnet mit durchschnittlich 11,5 Mrd. Kubikfuß/Tag, wenn der sechste Transportzug des Unternehmens Sabine Pass LNG und die ersten Züge der neuen LNG-Exportanlage Calcasieu Pass LNG in Betrieb gehen. Die Spanne zwischen den US-Erdgas- und den internationalen Preisen ist nach wie vor groß, so dass das Arbitrage-Exportfenster weitgehend offen bleibt.

Angesichts der Abkehr der Industrieländer von der Stromversorgung aus Kohle hat Erdgas dazu beitragen, dass im Jahr 2020 rund 1.500 Milliarden Kilowattstunden erzeugt werden. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 50 % gegenüber 2010, während der Kohleanteil an der Stromerzeugung im gleichen Zeitraum um rund 50 % gesunken ist.

Streit um NordStream2 führte zu Leerung der Gassspeicher


Die europäischen Erdgaspreise stiegen im Jahr 2021 ebenfalls sprunghaft an, da das Angebot angesichts der steigenden Nachfrage schrumpfte. Die Gründe für die Versorgungsengpässe sind vielfältig und beinhaltet unter anderem eine höhere saisonale Nachfrage und die Weigerung Russlands, zusätzliche Lieferungen über die Basisverträge hinaus bereitzustellen. Die Prognosen für die Gasversorgung sind komplizierter, da sie vor allem von geopolitischen Faktoren und der Entscheidung über die Genehmigung von NordStream2 abhängen. 

Russland ist mit 18 % der Weltproduktion im Jahr 2020 nach den USA (23,6%) der zweitgrößte Erdgasproduzent. Mit einem geschätzten Marktanteil von 23 % ist Russland außerdem der größte Gasexporteur der Welt (die Gesamtausfuhren belaufen sich auf 230 Mrd. m³). Europa und China sind die wichtigsten Exportmärkte, wobei China in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat.

Die Schätzungen der Gasreserven schwanken stark und reichen von 37,4tcm bis 47,8tcm im Jahr 2020 (EIA). Die jüngsten Auseinandersetzungen um die Genehmigung der NordStream2-Pipeline haben dazu geführt, dass Russland beschlossen hat, nur die vertraglich festgelegten Grundmengen zu liefern und nicht die üblichen zusätzlichen Lieferungen in Spitzenzeiten der Nachfrage.

Die Füllmenge der EU-Speicher, die von russischem Gas abhängigen sind, liegt derzeit unter ihrem historischen Durchschnitt. Der russische Konzern Gazprom zögert offenbar damit, die Produktion zu erhöhen, um die Speicher zu füllen. Gazprom hat Einfluss auf fast ein Drittel aller Gasspeicher in Deutschland, Österreich und den Niederlanden.

Aus rein vertraglicher Sicht liefert das Unternehmen die festgelegte Gasmenge, jedoch nicht darüber hinaus. Länder mit einer geringeren Abhängigkeit von Gazprom- Lieferungen, wie Frankreich und Italien, verfügen über normale Gasvorräte in ihren Speichern.

Erschwerend kommt hinzu, dass man in Russland ernsthaft befürchtet, dass der starke Gaspreisanstieg die Gasfelder anderer Länder wirtschaftlich unrentabel machen und die Entwicklung und Nutzung alternativer Energiequellen fördern wird. Der eigentliche Wendepunkt für den Gasmarkt in Europa ist jedoch die Genehmigung der NordStream2-Pipeline. Solange diese Frage nicht geklärt ist, wird der Markt weiter angespannt bleiben.

Analyse: „Die Ära des billigen Erdgases dürfte vorbei sein“

Foto von Guillermo Felices (Quelle: PGIM Fixed Income)

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Qualitätsdividenden werden 2022 am stärksten profitieren

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Qualitätsdividenden langfristige Folgen Südkorea

Ein aktueller Marktkommentar von Marcus Weyerer, Senior ETF Investment Strategist bei Franklin Templeton Investments:

Das Jahr 2021 war ein Rekordjahr für Dividenden auf der ganzen Welt. Angesichts des robusten Gewinnwachstums und des Nachholbedarfs sind wir optimistisch für das Jahr 2022 und die Aussichten für Dividendenanleger. Eine geringere Unterstützung durch die Zentralbanken und weniger fiskalische Anreize könnten allerdings bedeuten, dass sich in diesem Jahr die Spreu vom Weizen trennen könnte. Wir glauben, dass eine Qualitätsdividendenstrategie am besten positioniert ist, um von den allgemeinen Entwicklungen zu profitieren.

Da sich die Märkte vermehrt auf eine straffere Geldpolitik rund um den Globus einstellen, werden hohe Dividendenrenditen allein nicht ausreichen, um Anleger in diesem Jahr zu überzeugen. Neben der reinen Rendite sollte das Augenmerk vor allem auf der Rentabilität und der Bilanzstärke liegen, da beides für die Beurteilung der Nachhaltigkeit von Dividenden in der Zukunft wichtig ist. Qualitätsdividendenstrategien könnten am meisten von einer Normalisierung nach der Covid-Pandemie profitieren.

Qualitätsdividenden
Foto von Marcus Weyerer (Quelle: Franklin Templeton)

Sie investieren überdurchschnittlich in Unternehmen mit moderater Verschuldung, so dass steigende Zinsen keinen besonderen Effekt ausmachen werden. Zudem sind es oft Unternehmen, die in der Lage sind, höhere Preise leichter an die Kunden weiterzugeben. Darüber hinaus bieten Qualitätsansätze ein größeres finanzielles Polster, wie sich während des Pandemieschocks im Jahr 2020 gezeigt hat.

So sind beispielsweise Versorger – in der Regel hohe Dividendenzahler, aber auch oft mit einer hohen Schuldenlast belastet – tendenziell untergewichtet. Innerhalb des Finanzsektors sind renditeorientierte Strategien oft stark in Banken investiert. Bei Qualitätsdividendenstrategien ist die Gewichtung zwischen Banken und Versicherungen ausgewogener. Dies ist auch unter dem Gesichtspunkt der Gesamtrendite wichtig. 

Im Dreijahreszeitraum bis zum 31. Dezember 2021 erzielte der LibertyQ Global Dividend Index eine durchschnittliche jährliche Rendite von 16,2 %, während der MSCI ACWI High Dividend Yield Index 
12,9 % lieferte. Über 5 Jahre lagen die Werte bei 11,1 % bzw. 9,7 %.

Qualitätsdividenden werden 2022 am stärksten profitieren

Titelfoto und Foto von Marcus Weyerer (Quelle: Franklin Templeton)

Weitere Themen zum Bereich Politik.

China erneut wichtigster deutscher Handelspartner – Autos bleiben Exportschlager

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Berlin, 18. Feb (Reuters) – China hat sich 2021 das sechste Mal in Folge zum wichtigsten Handelspartner Deutschlands aufgeschwungen. Zwischen beiden Ländern wurden Waren im Wert von 245,4 Milliarden Euro gehandelt und damit 15,1 Prozent mehr als im ersten Corona-Jahr 2020, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Niederlande mit einem Umsatz von 206,1 Milliarden Euro (+20,1 Prozent) und die USA mit 194,1 Milliarden Euro (+13,4 Prozent).

2021 wurden Waren im Wert von 141,7 Milliarden Euro aus China importiert, so viel wie aus keinem anderen Land und gut ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Auf den Rängen zwei und drei der wichtigsten Importstaaten lagen weiter die Niederlande mit 105,7 Milliarden Euro (plus 21,5 Prozent) und die USA mit 72,1 Milliarden Euro (+6,5 Prozent). „Damit war der Wert der aus China importierten Waren fast doppelt so hoch wie der Wert der Importe aus den Vereinigten Staaten“, so die Statistiker.

Die meisten deutschen Exporte gingen wie bereits seit 2015 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 122,1 Milliarden Euro exportiert, ein Plus von 18,0 Prozent. Auf den Rängen zwei und drei der wichtigsten Abnehmerstaaten lagen weiter China mit 103,6 Milliarden Euro (+8,1 Prozent) und Frankreich mit 102,3 Milliarden Euro (+12,6 Prozent).

Gegen den Trend sank der Warenverkehr mit Großbritannien nach dem zum 1. Januar 2021 vollzogenen Brexit weiter: Mit einem Außenhandelsumsatz von 97,4 Milliarden Euro fiel er 4,6 Prozent geringer aus. Großbritannien rutschte in der Rangfolge der wichtigsten Handelspartner von Rang sieben auf Platz zehn ab. „Für das Vereinigte Königreich war das die schlechteste Platzierung in der Rangfolge der deutschen Handelspartner seit dem Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950“, hieß es.

Trotz Produktionsproblemen infolge von Lieferengpässen bei wichtigen Bauteilen wie Halbleitern blieben Fahrzeuge auch 2021 der größte deutsche Exportschlager. Dabei wurden Kraftwagen und Kraftwagenteile im Wert von 209,4 Milliarden Euro ausgeführt und damit 11,6 Prozent mehr als 2020.

Auf den Rängen zwei und drei der wichtigsten Exportgüter folgten Maschinen mit einem Wert von 194,4 Milliarden Euro (+10,3 Prozent) und chemische Erzeugnisse mit 136,3 Milliarden Euro (+21,7 Prozent). Größter Importschlager waren Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse mit einem Wert von 127,7 Milliarden (+9,9 Prozent), gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteile im Wert von 113,8 Milliarden Euro (+1,1 Prozent) und chemischen Erzeugnissen mit 93,3 Milliarden Euro (+15,9 Prozent).

China erneut wichtigster deutscher Handelspartner – Autos bleiben Exportschlager

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Intel rechnet wegen Investitionen zunächst mit keinen Margengewinnen

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San Francisco, 18. Feb (Reuters) – Der US-Chipkonzern Intel geht wegen anhaltend hoher Investitionen von keiner schnellen Verbesserung der Marge aus. Die Bruttomarge werde dieses Jahr auf 52 Prozent von fast 58 Prozent in 2021 fallen und in den kommenden zwei Jahren zwischen 51 und 53 Prozent liegen, gab das Unternehmen in der Nacht zu Freitag auf seinem Investorentag bekannt. Ab 2025 gehe es dann wieder aufwärts.

Intel steigt mitten in der Chipkrise stärker in die Auftragsfertigung ein und baut seine Kapazitäten weltweit massiv aus. So zieht der US-Konzern ein Mega-Fabrikareal in Ohio hoch, was zunächst 20 Milliarden Dollar kostet, und kauft den israelischen Chiphersteller Tower Semiconductor für 5,4 Milliarden Dollar.

Weitere milliardenschwere Investitionen sind in Europa geplant, wo Intel derzeit nach einem geeigneten Standort für eine Chipfabrik sucht. Deutschland werden gute Chancen auf den Zuschlag zugeschrieben. Firmenchef Pat Gelsinger will die Entscheidung bald verkünden.

Intel

Zugleich machte Gelsinger sein Interesse öffentlich, sich an einem Konsortium zur Übernahme des Chip-Designers Arm zu beteiligen. Nach langem Ringen mit den Wettbewerbsbehörden war der 80 Milliarden Dollar schwere Verkauf von Arm an Nvidia in der vergangenen Woche geplatzt.

Laut Gelsinger hatte es die Konsortiumsgespräche vor dem Interesse von Nvidia bereits gegeben. Im laufenden Jahr sollen die Umsätze von Intel leicht um 1,7 Prozent auf 76 Milliarden Dollar zulegen. 2025 bis 2026 soll das Plus auf zehn bis zwölf Prozent klettern. 

Intel rechnet wegen Investitionen zunächst mit keinen Margengewinnen

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Ifo-Chef warnt vor Ölpreisschock bei russischem Einmarsch in Ukraine

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Berlin, 18. Feb (Reuters) – Ifo-Präsident Clemens Fuest erwartet im Falle eines russischen Einmarsches in der Ukraine einen Preisschock bei Öl und Gas. „Selbst wenn die Gaslieferungen nicht eingeschränkt würden, käme es zu einem Preisschock, jedenfalls vorübergehend“, sagte der Chef des Münchner Instituts am Freitag. „Das träfe private Haushalte und Industrie in Deutschland gleichermaßen.“ Bislang rechnet das Ifo Institut mit einer Inflationsrate von vier Prozent im laufenden Jahr – es wäre die höchste seit 1993 und noch einmal deutlich mehr als 2021 mir 3,1 Prozent. „Sollte ein Krieg ausbrechen, könnte sie noch höher ausfallen“, sagte Fuest.

Der Ökonom verwies zugleich auf die gegenseitige Abhängigkeit. Westeuropa brauche russisches Öl und Gas. Aber Russland sei auch auf das Geld angewiesen, das dafür bezahlt werde. Ein Lieferstopp sei unwahrscheinlich, weil Russland auch künftig noch Gas nach Europa verkaufen wolle. Sonst würde die EU von woanders Gas beziehen, zum Beispiel Flüssiggas aus Schiffen. Dafür Infrastruktur in Deutschland auszubauen, sei auf jeden Fall sinnvoll. Kurzfristig könnten jedoch Versorgungsengpässe eintreten.

Die russische Volkswirtschaft ist dem Ifo zufolge jenseits des Energiemarktes für sich genommen nicht so bedeutsam: Das Bruttoinlandsprodukt entspreche gerade einmal der kombinierten Wirtschaftsleistung von Belgien und den Niederlanden. Außerdem seien die ökonomischen Beziehungen schon wegen bestehender Sanktionen eingeschränkt.

„Die wegen der Besetzung der Krim verhängten Sanktionen verringern die deutsche Wirtschaftsleistung pro Jahr um rund fünf Milliarden Euro“, sagte Lisandra Flach, die beim Ifo-Institut das Zentrum für Außenwirtschaft leitet. Das seien 0,16 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. „Der Schaden für Russland ist größer: Er beträgt 1,2 Prozent der russischen Wirtschaftsleistung“, sagte Flach. „Würden weitere Sanktionen verhängt, könnten diese die deutsche Wirtschaft zusätzlich belasten, aber die russische Wirtschaft noch deutlich stärker.“

Ifo-Chef warnt vor Ölpreisschock bei russischem Einmarsch in Ukraine

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Marktentwicklungen 18. Februar 2022

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Update 16:35 Uhr

18. Feb (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

CONTINENTAL – Vilnius: Der Autozulieferer hält trotz Druck aus China an seinen Investitionsplänen in Litauen fest. Das sagte der Leiter des örtlichen Werks der Zeitung „Verslo Zinios.“ Insgesamt geht es um 1500 Arbeitsplätze und Investitionen über 185 Millionen Euro. Das Werk war in den diplomatischen Streit zwischen Litauen und China geraten, nachdem Taiwan in der litauischen Hauptstadt Vilnius eine Vertretung eröffnet hatte. China sieht Taiwan als Teil seines Territoriums an.

VOLKSWAGEN – Berlin: Der Autobauer stoppt wegen der Sturmwarnung die Produktion in seinem Werk in Emden. Die Spät- und die Nachtschicht seien abgesagt worden, sagte eine Sprecherin. Die Frühschicht am Samstag beginne eine Stunde später. Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Norden Deutschlands vor extremen Orkanböen mit Geschwindigkeiten zwischen 120 und 140 Stundenkilometern.

DEERE – Bangalore: Der US-Landmaschinenbauer hat seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2021/22 dank hoher Nachfrage nach Traktoren und Mähdreschern angehoben. Für das laufende Geschäftsjahr werde nun ein Gewinn zwischen 6,7 Milliarden und 7,1 Milliarden Dollar anvisiert, teilte Deere mit. Bisher war der Konzern aus Illinois von 6,5 Milliarden bis sieben Milliarden Dollar ausgegangen. Deere profitiert von der zunehmenden Bereitschaft der Landwirte, verstärkt in neue Maschinen zu investieren. Das US-Landwirtschaftsministerium schätzt, dass das Nettoeinkommen der Landwirte im Jahr 2021 dank der Rekordpreise bei Getreide um 25 Prozent geklettert ist. Im Ende Januar endenden ersten Geschäftsquartal verbuchte Deere jedoch wegen Lieferkettenprobleme einen Gewinnrückgang auf 903 Millionen Dollar nach 1,22 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

DUPONT – Bangalore: Das US-Chemieunternehmen verkauft seine Mobilitäts- und Materialsparte für elf Milliarden Dollar an den Spezialchemiekonzern Celanese. Bis Ende diesen Jahres solle der Verkauf über die Bühne gehen, teilte DuPont mit. Der Konzern will sich auf seine Elektronik-, Auto- und Wassersparten konzentrieren und sich dafür von anderen Geschäftsfeldern trennen.

EDF – Paris: Der französische Energieriese erhält vom Staat eine Finanzspritze in Höhe von rund 2,1 Milliarden Euro. Dies werde im Zuge der am Freitag von EDF angekündigten Kapitalerhöhung geschehen, sagt Finanzminister Bruno Le Maire. Mit der Maßnahme solle auch Investoren signalisiert werden, dass EDF vertrauenswürdig sei. EDF muss wegen technischer Probleme eine Reihe von Atomkraftwerken für Wartungsarbeiten vom Netz nehmen. Zudem muss der Konzern auf Geheiß der Regierung seinen Kunden Strom unterhalb der stark gestiegenen Marktpreise liefern. Der Staat hält knapp 84 Prozent der Anteile von EDF.

NORWEGIAN AIR – Oslo: Die norwegische Billig-Airline kehrt in die Gewinnzone zurück. Für 2021 meldete Norwegian Air einen Gewinn von 1,88 Milliarden norwegischer Kronen (rund 186 Millionen Euro) nach einem Verlust von 23 Milliarden Kronen im Jahr davor. Auch der Umsatz im vierten Quartal habe sich im Vergleich zum Vorjahr fast vervierfacht, teilte das Unternehmen mit. Im Rahmen eines Insolvenzverfahrens hatte die Airline vergangenes Jahr ihre Flotte stark reduziert und auf Langstreckenverbindungen verzichtet. Das Unternehmen plane dieses Jahr die Flotte auf 70 von 51 Maschinen aufzustocken. Vor der Pandemie waren es über 160 Flugzeuge.

BE SEMICONDUCTOR – Danzig: Geplante Milliardeninvestitionen großer Chipproduzenten stimmen den niederländischen Hersteller von Maschinen für die Halbleiterindustrie zuversichtlicher. Besi erwarte nun für das erste Quartal 2022 ein Umsatzwachstum von rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Trotz der Unterbrechungen in der globalen Lieferkette, der anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China und der Überschwemmung in einer seiner Produktionsstätten seien starke Ergebnisse für das Gesamtjahr erzielt worden, sagte Konzernchef Richard Blickman. Der Umsatz des Zulieferers von unter anderem Infineon, STMicroelectronics und Micron Technology fiel im Schlussquartal um 17,6 Prozent gegenüber dem dritten Quartal auf 171,7 Millionen Euro, was jedoch der eigenen Prognose entsprach. An die Aktionäre solle eine um 95 Prozent angehobene Dividende von 3,33 Euro pro Aktie ausgeschüttet werden.

AMAZON – Sydney: Der australische Bundesstaat New South Wales hat Unternehmen wie Amazon angeordnet, ihren freiberuflichen Lieferfahrern einen Mindestlohn zu zahlen. Nach der stufenweisen Einführung müsse den Fahrern mit eigenen Autos letztlich ein Stundenlohn von 37,80 Australischen Dollar (umgerechnet fast 24 Euro) überwiesen werden, teilte der bevölkerungsreichste Bundesstaat mit. New South Wales prescht mit der Maßnahme voraus. Laut der Gewerkschaft TWU ist es das erste Mal, dass der weltgrößte Onlinehändler gezwungen ist, seinen Auftragnehmern vom Gesetz vorgegebene Löhne zu zahlen. Allein in dem Bundesstaat lieferten Tausende sogenannte „Flex“-Fahrer für Amazon Waren aus.

SIKA – Zürich: Der Schweizer Bauchemiekonzern hat seinen Gewinn 2021 um 27,1 Prozent auf den Höchstwert von 1,05 Milliarden Franken gesteigert. Trotz anhaltender Engpässe bei der Beschaffung von Rohmaterialien habe der Umsatz um 17,5 Prozent auf 9,3 Milliarden Franken angezogen, teilte Sika mit. Insbesondere die Region Amerika florierte. In den USA hätten Instandsetzungs- und Neubauprojekte von Distributions- und Rechenzentren das Geschäft angetrieben. Das Management wolle die Dividende um 16 Prozent auf 2,90 Franke pro Aktie anheben. Für 2022 erwarte Sika eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von deutlich mehr als zehn Prozent auf über zehn Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis (Ebit) dürfte dabei überproportional zulegen. Sika gehe weiterhin davon aus, die Übernahme des früheren Bauchemiegeschäfts von BASF in der zweiten Hälfte 2022 abschließen zu können.

Marktentwicklungen 18. Februar 2022

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Kennt ihr unseren Börsen Vormittag?

18. Februar: Der Börsen Vormittag

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Update: 18:01 Uhr

Frankfurt, 18. Feb (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:

17.05 Uhr – Bitcoin fällt angesichts der zunehmenden Spannungen im Ukraine-Russland-Konflikt unter die Marke von 40.000 Dollar. Die Kryptowährung verliert mehr als zwei Prozent auf 39.837 Dollar. Ethereum fällt ebenfalls um mehr als drei Prozent auf 2791 Dollar. „Niemand möchte im Falle einer militärischen Eskalation auf dem falschen Fuß erwischt werden. Gerade über das Wochenende fürchten Anleger neue Kapriolen“, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research.

16.49 Uhr – Die Anleger an der Wall Street trennen sich von ihren General-Electric-Aktien (GE) nach einer Warnung des Siemens-Rivalen vor anhaltenden Lieferkettenproblemen. GE-Titel liegen in Verlauf 4,5 Prozent niedriger.

16.30 Uhr – Angesichts der Ukraine-Krise suchen Anleger Zuflucht in Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen US-Bonds fällt im Gegenzug auf 1,932 Prozent, die Bundrendite verliert drei Basispunkte auf 0,202 Prozent und steuert auf ihren größten Wochenverlust seit November zu. Experten verweisen auf die Berichte über eine Evakuierung von Rebellengebieten in der Ost-Ukraine. „Das macht es ein wenig realer und wahrscheinlicher, dass es einen Konflikt geben wird“, sagt der Marktstratege Lou Brien vom Handelshaus DRW Trading.


16.20 Uhr – Aktien von Lagardere steigen um 5,6 Prozent auf 25,48 Euro. Damit stehen sie so hoch wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr. Der französische Medienkonzern Vivendi treibt seine Pläne für eine Komplettübernahme voran und erwägt ein aufgestocktes Barangebot für die restlichen Anteile an dem Wettbewerber. Die bislang offerierten 24,10 Euro je Aktie würden dann noch bis zum 15. Dezember 2023 laufen, während für Eigner, die sich sofort von ihren Anteilen trennen wollten, ein Preis von 25,50 Euro gelten würde.

15.50 Uhr – Spekulationen auf Engpässe treiben den Nickelpreis nach oben. Das Industriemetall verteuert sich an der Londoner Metallbörse auf ein Drei-Wochen-Hoch von 24.140 Dollar je Tonne. Händlern zufolge sorgten sich die Anleger angesichts niedriger Lagerbestände und möglicher Sanktionen gegen den wichtigen Lieferanten Russland. Nickel wird unter anderem bei E-Autos zum Bau aufladbarer Batterien verwendet, die Nachfrage aus dem Sektor war zuletzt stark gestiegen.


14.55 Uhr – Intels Ankündigung einer höheren Marge erst ab 2025 kommt bei den Anlegern nicht gut an. Die Aktien des Chipkonzerns liegen vorbörslich etwa ein Prozent im Minus. Intel steigt mitten in der Chipkrise stärker in die Auftragsfertigung ein und baut seine Kapazitäten massiv aus.

14.40 Uhr – Roku-Aktien fallen den dritten Tag in Folge. Die Titel des Hard- und Software-Herstellers für Video-Streaming-Plattformen liegen vorbörslich knapp 25 Prozent im Minus. Roku gab am Donnerstag nach US-Börsenschluss einen Umsatz unter Expertenerwartungen bekannt und verwies auf Lieferkettenprobleme. Das Unternehmen war einer der Gewinner in der Frühphase der Coronavirus-Pandemie. Im vergangenen Jahr gaben die Papiere jedoch fast 31 Prozent nach.

14.10 Uhr – Die höhere Gewinnprognose von Deere lockt die Anleger an. Die Aktien des weltgrößten Landmaschinen-Bauers steigen an der Wall Street vorbörslich um 1,5 Prozent. Deere profitiert von einer höheren Nachfrage nach Traktoren und Mähdreschern.

10.30 Uhr – Die Aussicht auf möglicherweise wieder steigende iranische Ölexporte belastet den Ölpreis. Die Nordseesorte Brent verliert in der Spitze 1,6 Prozent auf 91,49 Dollar je Fass. Das US-Öl WTI kostet mit 90,16 Dollar je Barrel 1,7 Prozent weniger. Anfang der Woche war der Ölpreis wegen der Furcht vor Sanktionen gegen russisches Öl noch mit 96,78 beziehungsweise 95,82 Dollar auf den höchsten Stand seit siebeneinhalb Jahren geklettert. Im jahrelangen Streit über das iranische Atomprogramm zwischen einer Staatengruppe und der islamischen Republik deutete sich zuletzt eine Lösung an. Einem Entwurf zufolge könnten die Ölsanktionen gegen den Iran nach dessen Verzicht auf die Uran-Anreicherung befristet ausgesetzt werden

09.55 Uhr – Der Studienerfolg bei einem Mittel gegen Prostatakrebs lässt Anleger bei der finnischen Pharmafirma Orion zugreifen. Die Aktien schnellen in der Spitze um 26,1 Prozent in die Höhe. Sie steigen auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Bayer hat das Mittel zusammen mit Orion entwickelt. Bayer-Aktien sind mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 55,74 Euro größter Gewinner im Dax. Sie verbuchen damit den höchsten Stand seit neun Monaten.

07.47 Uhr – Eine kräftige Erhöhung der Dividende schiebt die Allianz an. Die Aktien von Europas größtem
Versicherer gewinnen bei Lang & Schwarz 0,7 Prozent und gehören damit zu den größten Dax-Gewinnern. Etwas getrübt wird die Freude über die Dividende laut Börsianern durch Hedgefonds-Verluste, die die Allianz mehr als 3,7 Milliarden Euro kosten.

07.36 Uhr – Folgende Aktien werden am Freitag mit einem Dividendenabschlag gehandelt:
Deutsche Unternehmen Schlusskurs Dividende Angaben in Euro
Infineon Technologies AG 32,33 0,27
Aurubis AG 105,45 1,60

18. Februar: Der Börsen Vormittag

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Dax höher erwartet – Ukraine-Krise bleibt im Fokus

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Berlin, 18. Feb (Reuters) – Am Freitag wird der Dax trotz der anhaltenden Ukraine-Krise Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Anleger schöpften etwas Hoffnung, weil US-Außenminister Antony Blinken eine Einladung zu einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow angenommen hat. Am Donnerstag hatte der Dax 0,7 Prozent tiefer bei 15.267 Punkten geschlossen.

Auch an der Wall Street war es bergab gegangen. Investoren schwanken zwischen der Hoffnung auf eine Entspannung der Lage und der Furcht vor einem russischen Einmarsch in die Ukraine. Im Blick bleibt außerdem die Frage, wie stark die US-Notenbank ihre bevorstehende Zinswende einleiten wird. Sie wird für März erwartet – ob die Fed jedoch gleich mit einer Erhöhung um einen halben Prozentpunkt startet, ist unklar. Zudem stehen Firmenbilanzen an. Aus Frankreich kommen unter anderen Zahlen des Modekonzerns Hermes. Auf der Konjunkturseite werden US-Frühindikatoren und das Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone für Februar erwartet.

Schlusskurse europäischer Indizes Stand am vorangegangenen Handelstag
Dax 15.267,63
Dax-Future 15.275,00
EuroStoxx50 4.113,19
EuroStoxx50-Future 4.111,50

Schlusskurse der US-Indizes am Stand Veränderung vorangegangenen Handelstag
Dow Jones 34.312,03 -1,8 Prozent
Nasdaq 13.716,72 -2,9 Prozent
S&P 500 4.380,26 -2,1 Prozent

Asiatische Indizes am Freitag Stand Veränderung

Nikkei 27.131,89 -0,4 Prozent
Shanghai 3.478,00 +0,3 Prozent
Hang Seng 24.675,67 -0,5 Prozent

Dax Vorbericht 18 Februar

Dax höher erwartet – Ukraine-Krise bleibt im Fokus

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