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Lindner sieht völlig anderes Wirtschaftsumfeld – Ökonomen warnen vor Dauer-Inflation

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Lindner
LEIPZIG, GERMANY - Sep 17, 2021: Christian Lindner, the leading candidate of the "Free Democratic Party" (FDP) in Germany, giving a campaign speech for the 2021 federal election

Meseberg/Berlin, 04. Mai (Reuters) – Bundesfinanzminister Christian Lindner sieht das wirtschaftliche Umfeld durch den russischen Angriff auf die Ukraine komplett auf den Kopf gestellt. „Das Geschäftsmodell Deutschland verändert sich“, sagte der FDP-Vorsitzende am Mittwoch im brandenburgischen Meseberg nach der Kabinettsklausur der Bundesregierung. Er verwies auf die starke Abhängigkeit vom internationalen Handel und von fossilen Energien aus Russland. Das geänderte Umfeld zeige sich bereits in geringeren Wachstumserwartungen bei gleichzeitig hoher Inflation. 

Um die Probleme vieler Menschen abzufedern, habe die Regierung zwei Entlastungspakete geschnürt, sagte Lindner. Das sei ein Beitrag, um die gefühlte Inflation zu dämpfen. Vor den anstehenden Tarifverhandlungen gebe es den Wunsch, die geringere Kaufkraft vieler Menschen durch höhere Löhne auszugleichen.

„Das ist ein ernstzunehmendes Anliegen“, so Lindner. Er lehnte es aber ab, den Tarifpartnern Empfehlungen zu geben. Sie hätten in den vergangenen Jahren eine sehr kluge Politik gemacht und sich bei ihren Forderungen immer auch am Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) orientiert, das bei zwei Prozent liegt. Der Staat werde seinen Beitrag leisten und sehr sorgsam mit seinen Mitteln umgehen, um die Inflation nicht zusätzlich etwa durch Subventionen noch anzuheizen. 

In Deutschland lag die Teuerungsrate im April angetrieben von stark steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen bei 7,4 Prozent. Dies ist der höchste Stand seit Oktober 1981.

Ökonomen warnen vor einer Lohn-Preis-Spirale, die zu einer Dauer-Inflation führen könnte. Die Analysten der Deutschen Bank betonten in einer Studie diese Woche, die Gefahr dafür sei real. Sie verwiesen auf die jüngste Forderung der IG Metall, in der kommenden Tarifrunde für die Beschäftigten der Stahlindustrie 8,2 Prozent mehr Lohn anzustreben – bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten. „Natürlich sind Forderungen noch keine Einigung“, so die Analysten, sonstige Forderungen würden aber klar übertroffen. In normalen Zeiten lägen die Einigungen oft bei etwa der Hälfte der ursprünglichen Forderungen. „Aber diese Zeiten sind nicht normal.“

Lindner sieht völlig anderes Wirtschaftsumfeld – Ökonomen warnen vor Dauer-Inflation

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Bosch-Autosparte will profitabel bleiben – Prognose nicht möglich

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Bosch

Frankfurt, 04. Mai (Reuters) – Der weltweit führende Autozulieferer Bosch will nach einem Mini-Gewinn seiner Kernsparte „Mobility Solutions“ im vergangenen Jahr auch 2022 schwarze Zahlen schreiben. Ein positives Ergebnis werde angestrebt, erklärte Bosch-Chef Stefan Hartung. Eine seriöse Prognose sei aber derzeit wegen der vielen Unsicherheitsfaktoren nicht möglich.

Der Branchenprimus hatte im vergangenen Jahr den Umsatz in seinem Hauptgeschäft um 7,6 Prozent auf 45,3 Milliarden Euro gesteigert, aber nur eine operative Rendite von 0,7 Prozent erwirtschaftet nach Verlust im Vorjahr. 

Die Material- und Energiekosten seien so stark gestiegen, dass sie nicht durch Rationalisierung der Produktion ausgeglichen werden könnten, erklärte Spartenchef Markus Heyn. Bosch will deshalb Preise erhöhen. Die Gespräche darüber liefen schon länger. „Wir sind zuversichtlich, dass wir Vereinbarungen mit der Kundenseite erzielen werden“, ergänzte Heyn.

Bosch-Autosparte will profitabel bleiben – Prognose nicht möglich

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Anleger gehen vor Zinsentscheid der Fed in Deckung

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Fed Cook Powell Bullard Fed Währungshüter US weisses Entscheidung Inflation
Federal reserve building, Washington DC. USA.

Frankfurt, 04. Mai (Reuters) – An Europas Aktienmärkten halten sich die Anleger vor der erwarteten Zinserhöhung der US-Notenbank mit Aktienkäufen zurück. Der Dax gab am Mittwoch 0,2 Prozent auf 14.009 Punkte nach. Der EuroStoxx50 sank 0,3 Prozent auf 3752 Zähler. „Das geldpolitische Vorhaben der Fed ist wahrlich historisch“, sagte Jochen Stanzl, Analyst beim Handelshaus CMC Markets. „Noch nie gab es einen derart zügigen Zinspfad, während sich gleichzeitig die Weltwirtschaft so zügig abschwächte.“ Bei Börsianern gilt eine Anhebung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte bereits als ausgemachte Sache. Vereinzelte Stimmen halten auch 0,75 Prozentpunkte für möglich. 

„Die letzten Kommentare deuten darauf hin, dass der Fed die Inflationsentwicklung ziemliche Sorgen bereitet und sie daher bereit ist, entschieden zu handeln“, sagte Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. Im Vorfeld des Zinsentscheids trennten sich Anleger erneut von Anleihen. Im Gegenzug zog die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe in der Spitze auf 1,0360 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit Juni 2015. Damit kletterte die Rendite den zweiten Tag in Folge über ein Prozent. „Das hört man als Aktienanleger natürlich nicht gern“, sagte ein Händler. Mit steigenden Zinsen werden Anleihen im Vergleich zu Aktien zunehmend attraktiver für Investoren.

ÖL-EMBARGO TREIBT ÖLPREIS

Am Rohstoffmarkt trieb unterdessen das geplante Öl-Embargo der Europäischen Union gegen Russland den Ölpreis erneut um bis zu fast vier Prozent nach oben. Rohöl der Sorte BrentLCOc1 verteuerte sich in der Spitze auf 108,99 Dollar pro Barrel. Der Preis für US-Öl WTICLc1 zog auf bis zu 106,45 Dollar pro Barrel an. Nach dem Import-Verbot für Kohle plant die EU-Kommission nun auch ein Aus für die Öl-Einfuhren aus Russland bis Jahresende. Das sechste EU-Sanktionspaket nimmt ferner die russische Sberbank ins Visier.

Dank starker Kapitalkontrollen kletterte der Rubel dennoch auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Euro verbilligte sich im Gegenzug um drei Prozent auf 72,40 Rubel. Der Dollar gab ebenfalls um drei Prozent auf 68,83 Rubel nach.

GROSSE KURSSCHWANKUNGEN NACH ZAHLENVORLAGEN

Die unsicheren Aussichten angesichts des Ukraine-Kriegs und der Corona-Lockdowns in China schürten zusätzlich die Nervosität der Anleger. Zu den größten Verlierern gehörten die Titel des britischen Online-Modehändlers Boohoo, die in der Spitze rund 18 Prozent einbrachen. Angesichts der rapide gestiegenen Frachtkosten, anhaltender Lieferschwierigkeiten und höherer Retourenraten blickte der Händler vorsichtig auf das weitere Jahr.

Auch der weltgrößte Schmuck-Hersteller Pandora warnte vor den Unsicherheiten durch die steigende Inflation und den Ukraine-Krieg und verschreckte damit die Anleger. Die Titel gaben an der Börse in Kopenhagen rund 2,5 Prozent nach. Der europäische Einzelhandelsindex lag rund zwei Prozent im Minus. Angesichts trüber Aussichten trennten sich Anleger auch von Cancom-Anteilsscheinen. Die Aktien des IT-Dienstleisters brachen um bis zu 15 Prozent ein, nachdem der Konzern wegen anhaltender Lieferengpässe bei Computern und Zubehör seine Erwartungen für das laufende Jahr zurückgeschraubt hat.

Dagegen schnitt der Gesundheitskonzern Fresenius besser ab als erwartet, sagte ein Händler. Die Aktie gehörte mit einem Plus von rund drei Prozent zu den größten Kursgewinnern im Dax. Rund zehn Prozent legten unterdessen die Anteilsscheine von Teamviewer zu. Das Softwarehaus erntete die Früchte des im vergangenen Jahr eingeleiteten Sparkurses und punktete bei Anlegern mit starken Margen.

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Vattenfall prüft Verkauf seines Berliner Wärmegeschäfts

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Vattenfall

Düsseldorf, 04. Mai (Reuters) – Der schwedische Energiekonzern Vattenfall erwägt den Verkauf seines Berliner Wärmegeschäfts. Vattenfall habe eine Neubewertung des Geschäfts gestartet, teilte Konzernchefin Anna Borg am Mittwoch mit.

Energiepreis Gasversorgung Vattenfall

Dabei gehe es darum, wie dies am besten zur Energiewende beitragen könne. Sollte Vattenfall das Geschäft behalten, werde das Unternehmen die CO2-Emissionen erheblich reduzieren. Im Fall eines Verkaufs würde das Geschäft nur an einen Eigentümer veräußert werden, der die Transformation des Unternehmens zu einer klimafreundlichen Produktion fortsetze. Mit dem Wärmegeschäft versorgt Vattenfall 1,3 Millionen Wohnungen mit Warmwasser und Wärme. Dazu gehören auch zehn Heizkraftwerke. In dem Bereich sind 1700 Mitarbeiter tätig.

Vattenfall prüft Verkauf seines Berliner Wärmegeschäfts

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Hohe Stahlpreise lassen KlöCos Kassen klingeln

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Düsseldorf, 04. Mai (Reuters) – Der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) hat dank der stark gestiegenen Werkstoffpreise zugelegt. Die Erlöse seien im ersten Quartal um rund 60 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro geklettert, teilten die Duisburger am Mittwoch mit. Das Konzernergebnis konnte auch durch den Verkauf von Immobilien und Standorten in Frankreich und der Schweiz gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 172 Millionen Euro verdoppelt werden. KlöCo hatte bereits vor einem Monat mitgeteilt, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) im Quartal auf 201 Millionen Euro nach 130 Millionen Euro vor Jahresfrist gesteigert zu haben.

Für das zweite Quartal peilt das Unternehmen einen operativen Gewinn von 180 bis 240 Millionen Euro an, ein Rückgang im Vergleich zu den 271 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Vorstandschef Guido Kerkhoff wollte einen direkten Vergleich nicht gelten lassen. „Das letzte Jahr war ein Rekord und ein außergewöhnliches Ergebnis.“ Es habe Zeiten gegeben, in denen man froh gewesen wäre, wenn man in einem gesamten Jahr ein operatives Ergebnis von 180 bis 240 Millionen Euro erzielt hätte. Die KlöCo-Aktie rutschte dennoch am Mittwoch zeitweise mehr als vier Prozent ins Minus.

KONZERN PROFITIERT VON ENERGIE- UND RÜSTUNGSWIRTSCHAFT 

„Mir ist um die Nachfrage nicht bange“, betonte Kerkhoff. In Europa erwarte der Konzern in diesem Jahr ein Wachstum der Stahlnachfrage von ein bis drei Prozent und in den USA von drei bis fünf Prozent. Das sei zwar etwas weniger als zuletzt angenommen. Mittel- bis langfristig sei die Nachfrage aber positiv. KlöCo profitiere von der Nachfrage der Bauindustrie, dem Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Windrädern aus Stahl, Infrastrukturprojekten oder auch von den steigenden Verteidigungsausgaben. KlöCo habe seine Abhängigkeit von der Automobilindustrie, die vom Krieg in der Ukraine am stärksten betroffen sei, reduziert. 

Engpässe bei den eigenen Lieferungen habe KlöCo nicht, erklärte Kerkhoff. „Wir können liefern.“ Ein Ölembargo, wie es die EU plant, hätte wohl weniger Engpässe bei der Versorgung zur Folge, sondern Auswirkungen auf die Preise. „Ein Ölembargo ist insofern verkraftbar. Es wird halt durch die Kette zu höheren Energiekosten führen.“ KlöCo versuche, etwa durch eine bessere Lagerhaltung und eine bessere Nutzung der LKW gegenzusteuern. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben weltweit rund 1000 Lastwagen im Einsatz, 600 davon eigene Fahrzeuge.

Hohe Stahlpreise lassen KlöCos Kassen klingeln

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Exporte mit stärkstem Einbruch seit 2020 – „Krieg belastet massiv“

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Berlin, 04. Mai (Reuters) – Die deutschen Exporte sind im ersten Monat nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine so stark gefallen wie seit dem Beginn der Corona-Krise vor zwei Jahren nicht mehr. Sie sanken im März um 3,3 Prozent zum Vormonat auf 120,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Einen größeren Rückgang gab es zuletzt im April 2020, als die Pandemie den Außenhandel ausbremste. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 2,0 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar noch ein saison- und kalenderbereinigtes Wachstum von 6,2 Prozent gegeben hatte. Die Importe legten dagegen im März um 3,4 Prozent zu, nachdem sie schon im Februar mit 4,7 Prozent kräftig gewachsen waren.

„Die Lieferkettenunterbrechungen durch den Krieg in der Ukraine und die Null-Covid-Strategie der Volksrepublik China belasten den Außenhandel massiv“, sagte der Präsident des Branchenverbandes BGA, Dirk Jandura. Der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) teilt die Einschätzung. „In den Häfen stauen sich die Container, bei den Unternehmen stauen sich die Sorgen“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Die anhaltenden Lockdowns in China und die wirtschaftlichen Folgen des russischen Kriegs in der Ukraine belasten den Welthandel.“

Die deutschen Ausfuhren nach Russland brachen im März wegen der Sanktionen und anderer Maßnahmen zur Exportbeschränkung um 62,3 Prozent auf nur noch 0,9 Milliarden Euro ein. „Die direkten Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland sind erstmalig in den Außenhandelszahlen sichtbar“, sagte BGA-Chef Jandura. Der Krieg gegen die Ukraine hat am 24. Februar begonnen, worauf der Westen mit inzwischen immer weiter verschärften Strafmaßnahmen reagiert hat. Die Importe aus Russland gaben dagegen nur um 2,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro nach. Deutschland importiert von dort vor allem Öl und Erdgas.

US-GESCHÄFT BRUMMT

Überdurchschnittlich stark gesunken ist auch das China-Geschäft. Die Exporte dorthin fielen um 4,3 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro, da die Volksrepublik mit Corona-Ausbrüchen kämpft und sogar riesige Metropolen wie das Finanzzentrum Shanghai in einen harten Lockdown geschickt hat. Das drückt die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“. „Einziger Lichtblick scheint die Nachfrage aus den USA zu sein“, sagte DIHK-Experte Treier. Die Exporte zum wichtigsten Kunden USA wuchsen um 3,2 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Die Ausfuhren in die EU-Mitgliedstaaten schrumpften dagegen um 1,7 Prozent. 

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge im April vom Einbruch im Vormonat etwas erholt. Das Barometer für die Erwartungen an das Auslandsgeschäft kletterte auf plus 3,5 Punkte, nach minus 2,9 Punkten im März. „Trotz hoher Unsicherheit und Logistikproblemen zeichnet sich derzeit eine Stabilisierung des Exportklimas ab“, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Demnach gehen viele Unternehmen von steigenden Exporterlösen aus.

Exporte mit stärkstem Einbruch seit 2020 – „Krieg belastet massiv“

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Ferrari-Manager sollen Aston Martin aus der Krise helfen

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Ferrari

München, 04. Mai (Reuters) – Eine neue Führungsmannschaft aus Italien soll der legendären britischen Sportwagenschmiede Aston Martin aus der Krise helfen. Amedeo Felisa, ehemaliger Ferrari-Chef, übernimmt den Spitzenposten bei dem Autohersteller, der durch die „James Bond“-Filme international berühmt wurde. Der bisherige Aston-Martin-Chef Tobias Moers trete mit sofortiger Wirkung zurück, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Neuer Technikchef wird Roberto Fedeli, der als Erfinder des ersten Hybrid-Supersportwagen bei Ferrari gilt. „Diese beiden Ernennungen werden das Führungsteam signifikant stärken, wenn es um den Bau von Sportwagen der nächsten Generation und den Weg zur Elektrifizierung geht“, teilte das Unternehmen mit. 

Der Milliardär und Aston-Großaktionär Lawrence Stroll sagte, Moers habe das Unternehmen stabilisiert, als es „unmittelbare Aufmerksamkeit bei der Produktion“ benötigt habe. Jetzt brauche Aston Martin aber einen Chef, der sich „auf das größere Bild“ fokussieren könne. „Niemand weiß besser, wie man Ultra-Luxus-Sportwagen baut, als Amedeo“, sagte Stroll. Der 76-jährige Felisa hatte von 2008 bis 2016 Ferrari geleitet und war zuletzt unter anderem bei dem Supersportwagen-Joint-Venture Silk-FAW aktiv.

Stroll war vor weniger als zwei Jahren Aston Martin zu Hilfe geeilt, als das Unternehmen nach einem desaströsen Börsengang in Schieflage geraten war. Er hatte daraufhin eine Neuordnung der Produktion auf den Weg gebracht. Um im Wettbewerb mit Ferrari Boden gut zu machen, setzte er sich zudem für eine stärkere Individualisierung der Autos ein. Er holte Moers von der Mercedes-Tochter AMG. Dieser baute in seiner Zeit die Verbindungen zu Mercedes-Benz aus. Mercedes liefert Teile und elektrische Antriebe an die Briten und erhält dafür in den nächsten Jahren neue Aktien von Aston Martin.

Aston Martin

Im ersten Quartal rutschte Aston Martin allerdings noch tiefer in die roten Zahlen. Der Vorsteuerverlust weitete sich auf 111,6 Millionen Pfund (umgerechnet 132,3 Millionen Euro) von 42,2 Millionen Pfund im Vorjahr aus. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 233 Millionen Pfund. Erst im Januar hatte Aston Martin Doug Lafferty zum neuen Finanzchef ernannt. Er löste Kenneth Gregor ab, der nur 18 Monate im Amt war.

Bei Analysten kamen die Personalien gut an. „Der Markt hofft, dass Felisa mit einer neuen Strategie das Tempo erhöhen kann“, sagte Laura Hoy, Analystin bei Hargreaves Lansdown. Ohne Elektroauto könnte Aston Martin der Konkurrenz hinterherfahren. Der Jefferies-Analyst Philippe Houchois schrieb, der neue Finanzchef und die Ernennung Felisas trügen „hoffentlich dazu bei, das Management bei dem Unternehmen zu stabilisieren“.

Ferrari-Manager sollen Aston Martin aus der Krise helfen

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Ein Garten im Wohnzimmer

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Start-up urbanhive geht an den Markt – eine Gründung eines FH-Alumnus

Die Idee für die „homefarm“ kam FH-Alumnus Jonas Hülskötter und seinem Bruder Sven Hülskötter im ersten Corona-Lockdown. Viel Tüftelei, etliche Stunden 3D-Druck, Photosynthese, Programmierarbeit und gute zwei Jahre später ist das mehrstöckige und per App steuerbare Innenraum-Beet des Start-ups „urbanhive“ marktfertig für die heimischen Wohnzimmer und Küchen.

Der Gedanke, ein eigenes Start-up zu gründen, hat Jonas Hülskötter schon lange beschäftigt. Sein Bachelor in Betriebswirtschaft an der FH Münster und der anschließende Master an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gaben ihm das nötige betriebswirtschaftliche Know-how mit. Sein Bruder, Sven Hülskötter, hat Projektmanagement Bau mit einem Fokus auf Fassadenbegrünung studiert. Zudem bringe er als leidenschaftlicher Gärtner und gelernter Tischler Pflanzen- und Produktexpertise ins Team, erzählt der FH-Alumnus.

„Wir wollten ein Produkt mit positivem Einfluss auf das Klima“, sagt Hülskötter. So entstand die „homefarm“ – ein Beet für Kräuter, Keimlinge und Gemüse ganz ohne Erde, das innen an der Wohnungswand montiert wird. „In den mitgelieferten torffreien Samenkapseln sind alle Nährstoffe für die jeweiligen Sorten enthalten. LED-Lampen imitieren das Sonnenlicht und ein Wassertank versorgt die Pflanzen.“ Wahlweise kann alles per App gesteuert und geplant werden. Das spare unnötige Verpackungen, Pestizide und Lieferwege. Gemeinsam mit einem Freund, Michael Dunsche, starteten die drei ihr Start-up „urbanhive“ und meldeten Ende 2020 ein Patent auf den Wandgarten an.

Die ersten Produkte hat das junge Unternehmen vor Weihnachten auf Vorbestellung ausgeliefert. Nun steht der Markteintritt an: „Ab jetzt haben wir fertige ‚homefarms‘ auf Lager und können die Onlinebestellungen verschicken“, erklärt der Unternehmer.

„Um unsere Gründungsidee zu entwickeln, wurden wir vom REACH Inkubator gefördert“, sagt Jonas Hülskötter. Bei der regionalen Start-up-Plattform ist die FH Münster als Gründerhochschule involviert. „Mit Mike Arnold von der FH hatten wir einen Sparringspartner zur Seite.“ Die ersten Ideen kamen ins Rollen, aus Skizzen wurden Prototypen aus dem 3D-Drucker. „Wir haben unser Produkt komplett selbst entwickelt, vom Design bis zu Hardware und Software“, erzählt Hülskötter.

Die Pandemie brachte weitere Herausforderungen. „Wir hatten große Schwierigkeiten, Lieferanten zu finden. Platinen und Sensoren waren kaum verfügbar.“ Damit misst die „homefarm“ beispielsweise die Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Raum und gibt den Hobbygärtner*innen per App-Nachricht Bescheid, wenn der Wassertank bald leer oder der ideale Erntezeitpunkt erreicht ist.

Seit November 2021 hat das Start-up einen Standort in Hiltrup. In der rund 700 Quadratmeter großen Fertigungshalle bauen die „urbanhives“ die Beete in Handarbeit zusammen. Die Hallenwände nutzt das Team für Testreihen mit neuen Gemüsesorten und die angrenzende Küche für das „Team-Salat-Essen“: „Natürlich ernten und verköstigen wir das Gemüse auch gemeinsam. Wir müssen auch den Geschmack testen.“ Mittlerweile hat das Team unter anderem einen Pflanzentechnologen eingestellt und erprobt, welche Erdbeer- und Tomatenpflanzen sich für eine zukünftige Erweiterung der Produktpalette eignen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Bild Jonas (l.) und Sven Hülskötter haben mit ihrem Start-up „urbanhive“ ein intelligentes Beet für die eigenen vier Wände entworfen. (Foto: FH Münster/Michelle Liedtke)

Quelle FH Münster

Lumaly erhält über eine Million Euro

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Berliner Start-up Lumaly schließt weitere Finanzierungsrunde mit über einer Million ab

Das Berliner Startup Lumaly (www.lumaly.de) schließt erfolgreich eine erneute Finanzierungsrunde mit einer siebenstelligen Summe ab. Mit dem Investment soll vor allem die Weiterentwicklung des Produktes und ein konstantes Userwachstum erreicht werden. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von dem Hauptinvestor Dutch Founders Fund. Zu den weiteren Investoren gehören u.a. German Media Pool, TA Ventures und Tekton Ventures.

Durch das Anzeigen aller verfügbaren Gutscheincodes soll Shopping-Experience verbessert werden

Das 2021 gegründete Startup hat eine Browser-Extension entwickelt, durch die alle aktuell verfügbaren Gutscheincodes angezeigt werden, sobald die Nutzer:innen einen Onlineshop besuchen. Die Codes werden mit einem Klick automatisch im Warenkorb getestet und der mit dem höchsten Ersparnis wird beim Kauf sofort angewendet. Dadurch will Lumaly den Nutzer:innen eine angenehme Online-Shopping-Experience ermöglichen. Bereits im ersten Jahr haben sie 300.000 Nutzer:innen von ihrer Lösung überzeugen können.

Neben Lumaly gründete CEO Noah Fischer das Online-Marketing-Unternehmen Onnoplus und das Marktforschungsinstitut Testerheld in Berlin und Los Angeles. COO Felix Raupach war unter anderem als Country Manager und Projektmanager bei der Global Savings Group tätig, Europas führender Commerce Content Plattform für Verbraucherprämien, Cashback, Einkaufsinformationen und Sparmöglichkeiten.

„Bereits im ersten Jahr hat Lumaly mit seiner Browser-Extension großes Potential bewiesen. Das große Vertrauen der Partnershops sowie die Aufmerksamkeit der User zeigen, dass die Shopping-Experience im Bereich des Online-Shoppings noch ausbaufähig ist und mit Features wie denen von Lumaly in Zukunft nachhaltig verbessert werden kann. Als Investor freue ich mich über die starke Entwicklung dieses jungen Technologie-Unternehmens und auf die Zukunft, die uns bevorsteht”, so der Berliner Unternehmer und Investor Roman Kirsch.

Was ist das Besondere an Lumaly und wie funktioniert der digitale Shopping Assistant?

Lumaly arbeitet mit Voucher Codes aus verschiedenen Quellen, wodurch aus Shops, Netzwerken oder von Influencer:innen automatisch neue Gutscheine gefunden werden. Mit der kostenfreien Browser-Extension werden den Nutzer:innen sämtliche aktuell verfügbaren Gutscheincodes angezeigt. Nutzer:innen können so beim Shoppen einfach Geld sparen. Im Durchschnitt werden durch die Gutscheine der Browser-Extension 12,3 Prozent pro Einkauf eingespart. Dabei arbeitet Lumaly streng DSGVO-konform: Für die Nutzung werden weder persönliche Daten noch ein Account benötigt.

Lumaly geht in den nächsten sechs Monaten bereits in die nächste Seed-Runde mit einem fünf Millionen Ziel. Derzeit arbeiten sie bereits an weiteren Features, die die Shopping-Experience noch weiter verbessern sollen.

„Wir möchten Usern eine neue Art von Shopping eröffnen, die Usern in jedem Schritt ihres Kaufprozesses unterstützt. Unsere Mission ist es, Lumaly von einer Browser-Extension zu einem Allround-Shopping Assistenten zu entwickeln, der sich für die User im wahrsten Sinne des Wortes auszahlt. User sollen nicht nur Geld sparen, sondern mit Lumaly die gute „Amazon-Shopping Experience“ mit Tools wie 1-Click-Checkout, personalisierten Deals und Content in jedem Shop erleben. Via Desktop oder Smartphone-App gleichzeitig neue Mode bei Zalando, Interior Design von Otto oder neue Technik bei Saturn shoppen und sparen – Einkaufen geht so nicht nur schneller, sondern auch wesentlich kostengünstiger. Wir finden den besten Preis für die User und das ganz ohne Aufwand”, hebt Noah Fischer hervor.

Quelle Tonka GmbH

Mode von Hugo Boss gefragt – Prognose bestätigt

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Hugo Boss
Milan, Italy - September 24, 2017: Hugo Boss store in Milan. Fashion week shopping

Düsseldorf, 04. Mai (Reuters) – Nach kräftigen Zuwächsen zum Jahresauftaktsieht sich der Modekonzern Hugo Boss trotz des Wegfalls des Russland-Geschäftes, steigender Kosten und der Lockdowns in China auf Rekordkurs. „Unter dem Strich hat Hugo Boss in den ersten drei Monaten besser abgeschnitten als wir das erwartet hatten“, sagte Finanzvorstand Yves Müller am Mittwoch. „Ein währungsbereinigter Umsatzanstieg von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist eine hervorragende Bilanz.“ Auch im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019 habe sich Boss dynamisch entwickelt.

„Weltweit sind wir im Drei-Jahresvergleich um 17 Prozent gewachsen, getragen von einem robusten Zuwachs von 21 Prozent in Europa und einem ebenso nennenswerten Anstieg von 17 Prozent in den USA“, sagte Müller. Die Erneuerung der Marken Hugo und Boss hätte die Kunden angelockt und die Entwicklung beschleunigt. Für die Vermarktung griff der für seine Herrenanzüge bekannte Modekonzern tief in die Tasche.

Hugo Boss

„Insgesamt ist es die bisher größte Kampagne in unserer Unternehmensgeschichte. Unsere Marketingaufwendungen haben sich im ersten Quartal im Vergleich zu den Jahren 2019 und 2021 auf 80 Millionen Euro verdoppelt.“ Das seien zehn Prozent des Konzernumsatzes. Auch die erheblichen Investitionen in die digitale Präsenz zahlten sich aus. „Die digitalen Umsätze sind um weitere 22 Prozent gestiegen.“ 

VORSTAND STEUERT AUF REKORDUMSATZ ZU – AKTIE UNTER DRUCK

Insgesamt schnellte der Umsatz in den ersten drei Monaten währungsbereinigt um 52 Prozent auf 772 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) übertraf mit 40 Millionen Euro trotz Investitionen den Vorjahreswert von einer Million deutlich. 

Trotz des schwungvollen Starts ins Jahr behielt Boss die Jahresziele bei. Diese sehen einen Anstieg der Erlöse um zehn bis 15 Prozent auf ein Rekordniveau von 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro vor. Für das Ebit peilt der Konzern ein Plus von zehn bis 25 Prozent auf 250 bis 285 Millionen Euro an. Das Erreichen des Zielkorridors sei kein Selbstläufer, betonte Müller. Es gebe eine Reihe von Risiken, die außerhalb des Einflussbereiches lägen. „Dazu gehören steigende Frachtkosten und natürlich die hohe Inflation.“ Zudem sei die Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden. „Derzeit sind wir aber zuversichtlich, dass auch 2022 für Hugo Boss trotz des schwierigen Umfeldes ein erfolgreiches Jahr werden wird.“

Die Anleger blieben indes skeptisch und strichen Gewinne ein. Die Aktie gab um 4,4 Prozent auf rund 51,54 Euro nach. Vor einem Jahr war der MDax-Titel noch mit knapp 38 Euro gehandelt worden. Die Profitabilität habe nicht so ganz mit den Umsatzzuwächsen mitgehalten, kommentierte ein Händler. Aber die Erwartungen seien auch ziemlich hoch gewesen.

Mode von Hugo Boss gefragt – Prognose bestätigt

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