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Hohe Stahlpreise lassen KlöCos Kassen klingeln

Düsseldorf, 04. Mai (Reuters) – Der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) hat dank der stark gestiegenen Werkstoffpreise zugelegt. Die Erlöse seien im ersten Quartal um rund 60 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro geklettert, teilten die Duisburger am Mittwoch mit. Das Konzernergebnis konnte auch durch den Verkauf von Immobilien und Standorten in Frankreich und der Schweiz gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 172 Millionen Euro verdoppelt werden. KlöCo hatte bereits vor einem Monat mitgeteilt, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) im Quartal auf 201 Millionen Euro nach 130 Millionen Euro vor Jahresfrist gesteigert zu haben.

Für das zweite Quartal peilt das Unternehmen einen operativen Gewinn von 180 bis 240 Millionen Euro an, ein Rückgang im Vergleich zu den 271 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Vorstandschef Guido Kerkhoff wollte einen direkten Vergleich nicht gelten lassen. „Das letzte Jahr war ein Rekord und ein außergewöhnliches Ergebnis.“ Es habe Zeiten gegeben, in denen man froh gewesen wäre, wenn man in einem gesamten Jahr ein operatives Ergebnis von 180 bis 240 Millionen Euro erzielt hätte. Die KlöCo-Aktie rutschte dennoch am Mittwoch zeitweise mehr als vier Prozent ins Minus.

KONZERN PROFITIERT VON ENERGIE- UND RÜSTUNGSWIRTSCHAFT 

„Mir ist um die Nachfrage nicht bange“, betonte Kerkhoff. In Europa erwarte der Konzern in diesem Jahr ein Wachstum der Stahlnachfrage von ein bis drei Prozent und in den USA von drei bis fünf Prozent. Das sei zwar etwas weniger als zuletzt angenommen. Mittel- bis langfristig sei die Nachfrage aber positiv. KlöCo profitiere von der Nachfrage der Bauindustrie, dem Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Windrädern aus Stahl, Infrastrukturprojekten oder auch von den steigenden Verteidigungsausgaben. KlöCo habe seine Abhängigkeit von der Automobilindustrie, die vom Krieg in der Ukraine am stärksten betroffen sei, reduziert. 

Engpässe bei den eigenen Lieferungen habe KlöCo nicht, erklärte Kerkhoff. „Wir können liefern.“ Ein Ölembargo, wie es die EU plant, hätte wohl weniger Engpässe bei der Versorgung zur Folge, sondern Auswirkungen auf die Preise. „Ein Ölembargo ist insofern verkraftbar. Es wird halt durch die Kette zu höheren Energiekosten führen.“ KlöCo versuche, etwa durch eine bessere Lagerhaltung und eine bessere Nutzung der LKW gegenzusteuern. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben weltweit rund 1000 Lastwagen im Einsatz, 600 davon eigene Fahrzeuge.

Hohe Stahlpreise lassen KlöCos Kassen klingeln

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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