Freitag, März 27, 2026
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Dividenden-Rente mit Closed-end Funds

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Ein laufendes hohes Einkommen auch nach dem aktiven Arbeitsleben erzielen? Wer nicht gerade über einen privat vermieteten Immobilienbestand verfügt, erreicht dieses Ziel hauptsächlich mithilfe staatlich empfohlener Vorsorgeprodukte. Besonders hervorzuheben sind hierbei umlagefinanzierte Lösungen, die im Falle der gesetzlichen Rentenversicherung bereits seit 1889 in Deutschland bestehen. Auch in anderen westeuropäischen Staaten sind vergleichbare Systeme heutzutage weit ausgebaut, mit dem Ziel, einen angemessenen Lebensstandard für die Versicherten zu gewährleisten. Die finanzmathematisch schwer aufzulösenden Probleme, die eine alternde und schrumpfende Erwerbsbevölkerung in diesen Systemen hervorruft, müssen an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden. 

Trotz vergleichbarer Durchschnittseinkommen, sind staatlich organisierte Ruhestands-Lösungen in der angelsächsischen Welt, anders als in Kontinentaleuropa, bis heute nur dürftig ausgeprägt. Um die entstehenden Einkommenslücken zu schließen, entwickelten sich im 19. Jahrhundert, parallel zu den Systemen in Europa, in englischsprachigen Landen privatwirtschaftliche Lösungen, zu denen unter anderem die sogenannten Closed-end Funds (CEFs) gehören. Bereits der erste seiner Art, namentlich der im Jahr 1868 emittierte Foreign & Colonial Investment Trust, wurde mit einer 6-prozentigen Dividende ausgestattet.

Der Versorgungscharakter, mit Fokus auf regelmäßigen Einnahmen, war bei diesem Papier unmissverständlich erkennbar. Investiert wurde, wie der englische Name andeutet, schwerpunktmäßig in den seinerzeit wichtigsten Schwellenländern, worunter insbesondere die USA, Kanada und Australien fielen. Bis heute zahlt der CEF stetig steigende Dividenden, was ihm den Aristokraten-Rang einbrachte. Damit ist dieser Titel der älteste, nach wie vor investierbare, Fonds überhaupt.  

Dieser einkommensorientierte Ansatz war allerdings keineswegs eine Erfindung des Foreign & Colonial Investment Trusts oder der CEF-Industrie im Allgemeinen, sondern ging auf die Anlageprodukte Abraham van Kettwichs zurück. Der Holländer legte mit »Eendragt Maakt Magt« (deutsch: »Eintracht macht stark«) im Jahr 1774 und »Voorderig En Vorsiglig« (deutsch: »vorteilhaft und vorsichtig«) im Jahr 1776 die ersten Publikumsfonds weltweit auf, deren erklärtes Ziel verlässliche hohe Ausschüttungen von 4 respektive 6 % p. a. waren – wohlgemerkt in der inflationsfreien Zeit des klassischen Goldstandards.

Als Fondsmanager legte Van Kettwich die Anlegergelder global gestreut in einer Vielzahl von Beteiligungen an, um die Einkommenserzielung mit der Risikominimierung zu verbinden. Beide Fonds hatten über Jahrzehnte Bestand und zahlten bis zu ihrer geplanten Auflösung stets die anvisierte Barrendite. CEFs adaptierten den ertragsorientierten Ansatz demnach lediglich und machten ihn einer breiten, damals primär britischen, Investorenschaft zugänglich.

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BuchCover und Portraitfoto: Gneupel_Anton (c) studioline Photostudios

Doch was genau sind Closed-end Funds? Bei CEFs handelt es sich neben klassischen Investmentfonds und Exchange Traded Funds (ETFs), um ein eigenständiges und ausschließlich börsengehandeltes Investitionsvehikel. CEFs sind regulierte Fonds am weißen Kapitalmarkt und werden insbesondere im Vereinigten Königreich, in den USA, Kanada und Australien aufgelegt. Der wesentliche Unterschied zu den ebenfalls börsennotierten ETFs, ist das feststehende Volumen an Fondsanteilen.

Eine Rücknahme und (Neu-)Ausgabe von Anteilen, durch die Fondsgesellschaft, ist bei CEFs demnach nicht auf laufender Basis vorgesehen, was Vor- und Nachteile mit sich bringt.  

Heute sind weltweit über 1.300 CEFs investierbar, von denen das Gros regelmäßige Ausschüttungen leistet. Die Anlageschwerpunkte sind dabei vielfältig und reichen von Rentenpapieren über Aktien und Genussscheine bis hin zu außerbörslichen Direktinvestitionen. Unter letztere fallen allzu oft auch physische Sachwerte wie Immobilien, Wasservorkommen, Schiffe, Wälder, Flugzeuge und Solarparks. Doch auch Rechte und Konzessionen sind über CEFs investierbar. Der Hipgnosis Songs Fund verfügt beispielsweise über die kommerziellen Rechte an hunderten Musik-Hits. Die Lizenzeinnahmen, die unter anderem von Streaming-Plattformen wie Spotify stammen, schüttet der Titel quartalsweise aus, was historisch für Barrenditen zwischen 3,5 und 5,5 % p. a. sorgte. 

Mit Closed-end Funds und einer geeigneten Strategie können sich Anleger demnach wie schon zu Zeiten Abraham van Kettwichs eine arbeitsunabhängige Kapitalrente aufbauen.

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Autor: Anton Gneupel ist auf Einkommens-Lösungen spezialisiert. Mit seiner Expertise rund um ausschüttungsstarke Geldanlagen unterstützt er private und institutionelle Investoren.

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Ausnahmen für Ungarn und Slowakei bei Öl-Embargo geplant

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Brüssel, 04. Mai (Reuters) – Ungarn und die Slowakei sollen EU-Kreisen zufolge eine Ausnahmeregelung vom geplanten Öl-Embargo der Europäischen Union gegen Russland erhalten. Die beiden Länder sollen im Rahmen bestehender Verträge bis Ende 2023 weiterhin russisches Rohöl kaufen können, sagte ein EU-Insider am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die Einfuhr von russischem Rohöl innerhalb von sechs Monaten und von raffinierten Ölprodukten bis zum Ende des Jahres zu stoppen. Für ein solches Embargo müssen alle 27 EU-Staaten zustimmen. Ungarn und die Slowakei etwa hatten sich aber wegen ihrer großen Abhängigkeit von russischem Öl gegen ein solches Embargo ausgesprochen und Vorbehalte vorgebracht. Um diese Länder zur Zustimmung zu bewegen, habe die Kommission für sie einen längeren Zeitraum zur Umsetzung des Embargos vorgeschlagen, so der Insider.

Ausnahmen für Ungarn und Slowakei bei Öl-Embargo geplant

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Aufsicht fordert möglicherweise größere Änderung bei Airbus-Flugzeug

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Paris, 04. Mai (Reuters) – Der europäische Flugzeugbauer Airbus muss möglicherweise sein neues Langstreckenflugzeug A321XLR überarbeiten. Die europäische Luftfahrtaufsicht könne größere Änderungen bei der Verkleidung an der Unterseite fordern, sagte ein Brancheninsider. Damit solle die Feuergefahr reduziert werden, die von einem zentralen Treibstofftank ausgehe.

Einem Bloomberg-Bericht zufolge könnte sich durch die Änderungen die Reichweite der Maschine verringern. Ein Airbus-Sprecher sagte, das Unternehmen sei in Gesprächen mit der Luftfahrtaufsicht EASA über die Zulassungsvoraussetzungen. Die EASA war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. 

Die Langstreckenversion des A321 wurde 2019 angekündigt und entpuppte sich schon wenige Tage nach dem Start als Verkaufsschlager. Die Maschinen sollen auf eine Reichweite von 8700 Kilometern kommen – das sind 15 Prozent mehr, als herkömmliche Kurz- und Mittelstreckenmaschinen schaffen. Die Maschinen könnten etwa auf dem kürzesten Weg ohne Zwischenstopp bis nach Shanghai fliegen.

Aufsicht fordert möglicherweise größere Änderung bei Airbus-Flugzeug

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Musk erwägt Gebühren für Twitters Firmenkunden und Behörden

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Whistleblower musk Tesla
--FILE--Tesla CEO Elon Musk is pictured during a delivery ceremony at the sales center of Tesla in Jinqiao, Shanghai, China, 23 April 2014. Tesla CEO Elon Musk and the electric car company have agreed to pay a total of $40 million and make a series of concessions to settle a government lawsuit alleging Musk duped investors with misleading statements about a proposed buyout of the company. Tesla and Musk will each pay $20m to settle the case. The settlement will require Musk to relinquish his role as chairman for at least three years, but he will able to remain as CEO. The Securities and Exchange Commission announced the settlement Saturday, just two days after filing a case seeking to oust Musk as CEO.

Bangalore, 04. Mai (Reuters) – Firmen- und Behördenkunden könnten bei Twitter nach der Übernahme durch Tesla-Chef Elon Musk zur Kasse gebeten werden. „Twitter wird für private Nutzer immer kostenlos sein, aber für gewerbliche/staatliche Nutzer könnte eine geringe Gebühr anfallen“, schrieb er in der Nacht zu Mittwoch in einem Tweet. Im Vergleich zu größeren Rivalen wie Meta-Eigner Facebook hinkt bei Twitter bisher das Umsatzwachstum hinterher. Twitter war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. 

Twitter Musk

Erst vergangene Woche hatte der US-Kurznachrichtendienst der Übernahme durch Tesla-Chef Musk für 44 Milliarden Dollar zugestimmt. Insidern zufolge hat dieser bei den Finanzierungsgesprächen mit Banken bereits erklärt, neue Wege finden zu wollen, um Tweets zu monetarisieren, und Managergehälter zu kürzen. Im Moment zählt Twitter rund 217 Millionen Nutzer. Damit bedient der Dienst laut Musk eine „Nische“, was er nach eigenen Angaben nun ändern will. 

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Aston Martin will mit neuer Führung aus der Krise

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Aston Martin

München, 04. Mai (Reuters) – Der britische Sportwagenbauer Aston Martin will mit einer neuen Führungsmannschaft aus der Krise kommen. Amedeo Felisa, ehemaliger Ferrari-Chef, übernimmt den Spitzenposten bei dem Autohersteller, der durch die „James Bond“-Filme international berühmt wurde. Der bisherige Aston-Martin-Chef Tobias Moers trete mit sofortiger Wirkung zurück, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Felisa hatte von 2008 bis 2016 den Spitzenposten bei Ferrari inne.

Neuer Technikchef wird Roberto Fedeli, der als Erfinder des ersten Hybrid-Supersportwagen bei Ferrari gilt. „Diese beiden Ernennungen werden das Führungsteam signifikant stärken, wenn es um den Bau von Sportwagen der nächsten Generation und den Weg zur Elektrifizierung geht“, teilte das Unternehmen mit.

Im ersten Quartal rutschte Aston Martin allerdings noch tiefer in die roten Zahlen. Der Vorsteuerverlust weitete sich auf 111,6 Millionen Pfund (umgerechnet 132,3 Millionen Euro) von 42,2 Millionen Pfund im Vorjahr aus. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 233 Millionen Pfund. Erst im Januar hatte Aston Martin Doug Lafferty zum neuen Finanzchef ernannt. Er löste Kenneth Gregor ab, der selbst nur 18 Monate im Amt war.

Aston Martin will mit neuer Führung aus der Krise

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

NFTs sind in Deutschland noch weitgehend unbekannt

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Berlin Digitale Kunstwerke, die für mehrere Millionen Dollar versteigert werden, oder der Verkauf des ersten Tweets für 2,9 Millionen US-Dollar – um Non-Fungible Tokens oder kurz NFTs als Eigentumsnachweise für digitale Werke wie Kunst oder Musik gab es in den vergangenen Monaten einen regelrechten Hype. Doch am Großteil der Menschen in Deutschland geht diese Entwicklung völlig vorbei. Zwei Drittel (68 Prozent) haben noch nie etwas von NFT gehört oder gelesen. Lediglich rund ein Zehntel (11 Prozent) kennt den Begriff, weiß aber nicht wirklich, was sich dahinter verbirgt. Nur 7 Prozent haben eine ungefähre Ahnung von NFT und gerade einmal 5 Prozent wissen nach eigenem Dafürhalten über NFT so gut Bescheid, dass sie anderen erklären könnten, was man darunter versteht.

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „NFTs ermöglichen mit Hilfe der Blockchain-Technologie den dezentralen, unveränderlichen digitalen Nachweis, dass man etwas besitzt. Es kann sich dabei um digitale Werke handeln, aber auch der Fahrzeugbrief als digitaler Eigentumsnachweis für einen Pkw lässt sich als NFT abbilden“, sagt Benedikt Faupel, Blockchain-Experte des Bitkom. „Für Künstlerinnen und Künstler können NFTs eine Möglichkeit sein, Originalwerke direkt an Interessierte zu verkaufen. NFTs bieten aber noch deutlich mehr Anwendungsmöglichkeiten, weil sie grundsätzlich jedem digitalen Gegenstand eine eindeutige Eigentümerin oder Eigentümer zuordnen können.“

Wer NFT kennt, rechnet noch mit zahlreichen neuen Anwendungsmöglichkeiten

Zwei Drittel (67 Prozent) derjenigen, die bereits von NFT gehört haben, sagen, dass die Nutzungsmöglichkeiten noch in den Kinderschuhen stecken. Ein Fünftel (20 Prozent) geht davon aus, mit NFTs bald im Alltag in Berührung zu kommen, etwa als digitales Wartungsprotokoll für Geräte oder als digitaler Eigentumsnachweis. 17 Prozent sagen, dass NFTs als langfristige Wertanlage dienen können, 16 Prozent glauben, dass man mit NFTs seine Verbundenheit zu einer Marke oder einer Künstlerin oder einem Künstler zeigen kann.

Bislang hat von den Befragten noch niemand selbst NFTs gekauft. Aber 16 Prozent derjenigen, die bereits von NFT gehört haben, würden dies gerne tun – wissen allerdings nicht, wie das geht. Ein Viertel (25 Prozent) von allen, die von NFT gehört haben, versteht nicht, wie sie funktionieren. Ein Fünftel (20 Prozent) schreckt vor einem Kauf zurück, weil rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen unklar sind. Fast die Hälfte (49 Prozent) ist allerdings der Meinung, dass NFT ein Hype ist, der bald wieder verschwinden wird.

Hinweis zur Methodik

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.003 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete „Haben Sie schon einmal von dem Begriff Non-Fungible Token oder kurz NFT gelesen oder gehört?“ und „Bitte geben Sie an, inwieweit Sie den folgenden Aussagen zu NFT zustimmen oder nicht zustimmen.

NFT sind in Deutschland noch weitgehend unbekannt

Quelle: Bitkom e.V. https://www.bitkom.org

Teamviewer kommt bei Einsparungen voran – Aktie legt zu

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Teamviewer
KONSKIE, POLAND - November 24, 2019: TeamViewer app logo displayed on mobile phone

Berlin, 04. Mai (Reuters) – Das Softwarehaus Teamviewer erntet die Früchte des im vergangenen Jahr eingeleiteten Sparkurses. Die bereinigte operative Marge (Ebitda) kletterte im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal auf 51 von 44 Prozent, wie das Göppinger Unternehmen am Mittwoch mitteilte. „Wir haben in allen Kostenbereichen stark durchgegriffen“, sagte der scheidende Finanzchef Stefan Gaiser zu Journalisten, dem im September Deutsche-Telekom-Manager Michael Wilkens nachfolgt. Die Aktie legte vorbörslich rund fünf Prozent zu.

Nun habe Teamviewer eine gute Kostenbasis und Sichtbarkeit, ergänzte Firmenchef Oliver Steil. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Marge wegen der teuren Sportsponsoring-Verträge mit dem englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United und mit Mercedes in der Formel 1 deutlich um zehn Prozentpunkte zurück. Steil verteidigte die Marketingaktivitäten, die es der Firma ermöglichten, neue Anwendungsfälle aufzuzeigen. Das bereinigte Betriebsergebnis sank um acht Prozent auf 83,2 Millionen Euro. 

Der Umsatz des mit seiner Fernwartungssoftware bekanntgewordenen Unternehmens kletterte hingegen von Januar bis März um zwölf Prozent auf 163,5 Millionen Euro – vor allem dank eines regeren Geschäfts mit Großkunden, das inzwischen mehr als ein Fünftel des Umsatzes generiert. In zwei bis drei Jahren soll der Bereich rund ein Drittel der Erlöse erwirtschaften, wie Gaiser ankündigte. Dabei würden auch die Partnerschaften mit Google, SAP und Microsoft helfen. 

Teamviewer bestätigte den Ausblick, wonach der Umsatz 2022 auf 565 bis 580 Millionen Euro steigen und die Ebitda-Marge zwischen 45 bis 47 Prozent liegen soll. Das inzwischen eingestellte Russland-Geschäft spielt bei Teamviewer eine untergeordnete Rolle.

Teamviewer kommt bei Einsparungen voran – Aktie legt zu

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Ukraine-Krieg hinterlässt Spuren bei Traton

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Traton
STUTTGART, GERMANY - Jun 14, 2021: Mobile phone with business logo of German commercial vehicle manufacturer Traton SE on screen in front of website. Focus on center of phone display.

München, 04. Mai (Reuters) – Der Krieg in der Ukraine hinterlässt seine Spuren bei der Volkswagen Nutzfahrzeugtochter Traton. Vor allem in Europa sei die Lage schwierig, sagte Traton-Chef Christian Levin am Mittwoch. Der bereinigte Betriebsgewinn sank im ersten Quartal um 114 Millionen Euro auf 402 Millionen Euro. „Das wirtschaftliche Umfeld könnte kaum herausfordernder sein: Die Versorgungsengpässe mit Halbleitern sind noch nicht behoben und durch den Konflikt in der Ukraine fehlen auch Kabelbäume.“ Gut laufe dagegen das Service-Geschäft, das inzwischen rund ein Viertel zum Umsatz beisteuere.

Traton

Wegen fehlender Kabelbäume standen die Bänder bei der Traton-Tochter MAN wochenlang still. Die Werke liefen nun langsam wieder an, auf deutlich vermindertem Niveau, sagte Finanzchefin Annette Danielski. „Der Krieg hat starke Auswirkungen auf die Traton Group.“ Die Prognose für das Gesamtjahr passte das Unternehmen an und rechnet nun mit einem starken Absatzanstieg. Noch im März hatte Traton hier ein sehr starkes Plus vorhergesagt.

Dafür dürfte der Umsatz sehr stark steigen, im März war noch von einem starken Anstieg die Rede. Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen ist trotz des Krieges weiterhin hoch, was es Herstellern erlaubt, höhere Preise durchzusetzen. Traton verweist aber darauf, dass der Verlauf des Krieges nicht vorhersehbar sei und negative Auswirkungen auf das Geschäft nicht ausgeschlossen werden könnten. 

Der Auftragseingang legte im ersten Quartal um 17 Prozent zu auf knapp 96.000 Fahrzeuge, der Umsatz schnellte 30 Prozent nach oben auf 8,5 Milliarden Euro. Neben dem Dienstleistungs-Geschäft profitierte Traton auch von der Navistar-Übernahme in den USA.

Ukraine-Krieg hinterlässt Spuren bei Traton

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

4.Mai 2022 Der Börsen Vormittag

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04. Mai (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen: 

13.10 Uhr – Manager-Abgänge an der Spitze von Just Eat Takeaway stoßen den Aktionären der Lieferando-Mutter sauer auf. Die Titel brechen in der Spitze um fast neun Prozent auf 24,12 Euro ein. Damit ist der Kurs nicht mehr weit vom IPO-Preis der Firma im Jahr 2016 von 23 Euro entfernt. Der niederländische Konzern teilte vor der Hauptversammlung mit, dass Aufsichtsratschef Adriaan Nühn sowie der für das operative Geschäft verantwortliche Manager Jörg Gerbig nicht zur Wiederwahl stünden.

11.13 Uhr – Der Rubel klettert auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Dabei wurde die russische Landeswährung von Kapitalkontrollen gestützt, nachdem die Europäische Union ein neues Paket von Sanktionen gegen Russland vorlegte, darunter auch ein Öl-Embargo. Der Euro verbilligt sich im Gegenzug um drei Prozent auf 72,40 Rubel. Der Dollar gibt ebenfalls um drei Prozent auf 68,83 Rubel nach.

09.43 Uhr – Das geplante Öl-Embargo der EU gegen Russland lässt den Ölpreis weiter steigen. Rohöl der Sorte Brent verteuert sich um bis zu 2,8 Prozent auf 107,87 Dollar pro Barrel. Der Preis für US-Öl WTI steigt um bis zu 2,9 Prozent auf 105,39 Dollar pro Barrel. Die EU-Kommission will mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten sämtliche Importe von russischem Rohöl stoppen

08.37 Uhr – Anleger greifen nach Zahlenvorlage bei der Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton zu. Die Titel steigen im Frankfurter Frühhandel um 3,5 Prozent. Der Auftragseingang legte im ersten Quartal um 17 Prozent zu, der Umsatz schnellte um 30 Prozent nach oben.

07.46 Uhr – Die Aktien des Gesundheitskonzerns Fresenius ziehen im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um zwei Prozent an. Das erste Quartal sei besser ausgefallen als erwartet, sagt ein Händler. Allerdings sei das Ausscheiden der bisherigen Finanzchefin Rachel Empey ein Wermutstropfen.

07.28 Uhr – Die Aussicht auf ein Ölembargo der Europäischen Union treibt den Ölpreis an. Rohöl der Sorte Brent verteuert sich um 1,2 Prozent auf 106,19 Dollar pro Barrel. Auch gesunkene Rohöl- und Kraftstoffvorräte in den USA treiben Analysten zufolge den Preis.

4.Mai 2022 Der Börsen Vormittag

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Wichtige Entwicklungen zur Börse.

Ukraine aktuell 04.05.22

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04. Mai – Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

20.55 Uhr – Großbritannien – Russland greift nicht-militärische Ziele an

Das britische Verteidigungsministerium wirft Russland vor, in der Ukraine nicht-militärische Ziele wie Wohngebiete und Transportzentren anzugreifen. Damit solle der Wille der Bevölkerung geschwächt werden, heißt es. Zu den Zielen gehörten auch Schulen und Krankenhäuser.

20.40 Uhr – Russland kündigt humanitäre Korridore in Mariupol an

Das russische Militär kündigt die Einrichtung von humanitären Korridoren aus dem belagerten Stahlwerk Asowstal in Mariupol an. Diese würden von Donnerstag bis Samstag von 0700 Uhr bis 1700 Uhr (MESZ) gelten, um Zivilisten ein Verlassen des Geländes zu ermöglichen. Die russischen Truppen würden während dieser Zeit ihre militärischen Aktivitäten einstellen und sich in eine sichere Entfernung zurückziehen.


19.05 Uhr – Ukraine – Russische Soldaten auf dem Gelände des Stahlwerks Asowstal

Russische Truppen sind nach Darstellung der Ukraine auf das Gelände des belagerten Asowstal-Stahlwerks in Mariupol vorgedrungen. Man stehe weiter in Kontakt mit den Verteidigern, sagt der Abgeordnete David Arachamia dem Sender Radio Free Europe/Radio Liberty.

19.00 Uhr – Bundeskanzler Olaf Scholz wirft Russlands Präsident Wladimir Putin vor, sein Land mit dem fortgesetzten Angriff auf die Ukraine „in die Irre“ zu führen und einen jahrzehntelangen Niedergang der russischen Wirtschaft zu riskieren. Er sei bereit, mit Putin zu sprechen, aber man dürfe sich keine Illusionen machen, sagt Scholz. Russland setze den brutalen Krieg fort und verursache unglaubliches Leid. Dies könne man nicht akzeptieren. Frieden könne es nur geben, wenn sich Russland darauf einlasse, mit der Ukraine eine Vereinbarung zu finden, die für die Ukraine akzeptabel sei. Ein „Diktatfrieden“ werde nicht funktionieren. „Die Situation ist dramatisch.“

17.15 Uhr – Kosovos Regierungschef – Kreml schürt Spannungen

Der Ministerpräsident des Kosovo, Albin Kurti, wirft Russland vor, Spannungen auf dem Westbalkan zu schüren. „Es gibt Faktoren, die vom Kreml gesteuert werden“, sagt er nach einem Treffen mit Kanzler Olaf Scholz, ohne Details zu nennen. „Diese stellen eine Gefahr für Frieden und Sicherheit dar.“ Kosovo werde sich aber zu verteidigen wissen, fügt Kurti hinzu. Hintergrund sind Spannungen mit Serbien, das traditionell enge Beziehungen nach Moskau unterhält und sich anders als der Kosovo nicht den westlichen Sanktionen gegen Russland angeschlossen hat.

16.50 Uhr – Scholz gibt am 13. Mai im Verteidigungsausschuss Auskunft

Bundeskanzler Olaf Scholz wird am Freitag den 13. Mai im Verteidigungsausschuss des Bundestags auftreten. Koalitionskreise bestätigen gegenüber Reuters eine Meldung der „Rheinischen Post“. Der Kanzler folgt damit einer Einladung der Ausschuss-Vorsitzenden Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Dabei soll der Kanzler unter anderem Auskunft über Waffenlieferungen an die Ukraine geben.

16.09 Uhr – EU will Patriarchen Kyrill sanktionieren

Die EU-Kommission hat einem Insider zufolge als Teil einer neuen Sanktionsrunde vorgeschlagen, das Vermögen des Patriarchen Kyrill einzufrieren. Das Oberhaupt der russischen-orthodoxen Kirche sei auf eine entsprechende gesetzt worden, auf der sich bereits Hunderte Militärvertreter und Geschäftsleute mit Verbindungen zum russischen Präsidialamt befänden, sagt der Diplomat.

15.45 Uhr – Russisch-orthodoxe Kirche tadelt Papst Franziskus

Die russisch-orthodoxe Kirche tadelt Papst Franziskus, sich im Ton gegenüber dem Patriarchen Kyrill vergriffen zu haben. Durch solche Bemerkungen würden die Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche beschädigt, heißt es in einer Stellungnahme. Papst Franziskus hat die Unterstützung des Krieges durch das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche kritisiert und gewarnt, Patriarch Kyrill solle sich nicht zum „Messdiener“ von Präsident Wladimir Putin machen.

15.00 Uhr – Ungarn kündigt Widerstand gegen Öl-Embargo an

Ungarn kann das von der EU-Kommission vorgeschlagene Öl-Embargo gegen Russland in der vorliegenden Form nicht unterstützen, wie Außenminister Peter Szijjarto sagt. Ein Importstopp von Rohöl Ende nächsten Jahres würde die Energiesicherheit Ungarns gefährden, sagt Szijjarto zu dem Vorschlag, nach dem das Land bereits eine Sonderregelung eingeräumt bekommt. Seine Regierung könnte zustimmen, wenn die Lieferungen über Pipelines von dem Embargo ausgeschlossen würden.

14.00 Uhr – EZB lädt ukrainischen Notenbankchef ein

Der ukrainische Notenbankchef ist von der Europäischen Zentralbank eingeladen worden. Wie die EZB weiter mitteilt, kann Notenbankchef Kyrylo Schewtschenko am Mittwoch einer Sitzung des Erweiterten Rats als besonderer Gast beiwohnen. Dieses Führungsgremium umfasst die Vertreter der 19 Länder des Euroraums sowie die Vertreter der acht EU-Länder, die den Euro noch nicht eingeführt haben. Die anderen Mitglieder des Direktoriums der EZB, der Präsident des Rates der EU und ein Mitglied der EU-Kommission können an den Sitzungen des Erweiterten Rats teilnehmen, sind jedoch nicht stimmberechtigt. Mit Blick auf die russische Invasion der Ukraine erklärt die Notenbank in Frankfurt weiter, EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe den ukrainischen Kollegen im Lichte der „derzeit außergewöhnlichen Lage“ zu der Sitzung eingeladen. 

13.55 Uhr – Die Slowakei strebt eine dreijährige Übergangsphase bei einem EU-Ölembargo gegen Russland an. Die Slowakei sei stark abhängig von russischen Öllieferungen, sagt Wirtschaftsminister Richard Sulik zur Begründung. Das Land habe die EU-Sanktionen unterstützt, wolle aber nach wie vor eine Ausnahmeregelung, um Zeit zu haben, sich um alternative Öllieferungen zu kümmern. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht aktuell vor, dass mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten Importe von russischem Rohöl gestoppt werden. Bis Jahresende soll das Embargo auch alle raffinierten Öl-Produkte umfassen. EU-Kreisen zufolge soll es Ungarn und der Slowakei mit einer Ausnahmereglung erlaubt werden, bis Ende 2023 russisches Öl zu kaufen.

13.47 Uhr – Kontakt zu Truppen in Mariupoler Stahlwerk abgerissen

Der Kontakt zu den ukrainischen Truppen im Stahlwerk Asowstal sei abgerissen, teilt der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Boitschenko, im Fernsehen mit. Es seien heftige Kämpfe um die letzte Bastion ukrainischer Einheiten in der südostukrainischen Hafenstadt ausgebrochen. Immer noch würden Zivilisten, darunter über 30 Kinder, auf eine Evakuierung aus dem großen Stahlwerksgelände warten.

12.50 Uhr – Kreml – Noch keine Einigung zu Putin-Papst-Treffen

Für ein von Papst Franziskus angeregtes Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin zur Ukraine gibt es noch keine Zusage. Es sei dahingehend noch keine Einigung erzielt worden, teilt das Präsidialamt in Moskau mit. Der Papst hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Zeitungsinterview erklärt, er habe um ein Treffen mit Putin in Moskau gebeten, um sich für ein Ende des Krieges einzusetzen. 

12.36 Uhr – Die Idee, Sondergewinne von Unternehmen im Zuge der hohen Öl- und Gaspreise zusätzlich zu besteuern, ist in der Bundesregierung umstritten. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagt nach der Kabinettsklausur in Meseberg, das Thema bleibe wichtig und sei noch auf der Agenda, die Umsetzung aber schwierig. Finanzminister Christian Lindner (FDP) warnt dagegen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz, dies sei schon in der Vergangenheit nicht machbar gewesen, weil die Abgrenzung solcher Sondergewinne schwierig sei.

12.35 Uhr – Kreml – Spekulationen über formelle Kriegserklärung am 9. Mai falsch

Russland weist Spekulationen zurück, wonach Präsident Wladimir Putin am 9. Mai offiziell der Ukraine den Krieg erklären und zur nationalen Mobilmachung aufrufen könnte. „Da gibt es keine Chance. Das ist Unsinn“, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Für den 9. Mai ist eine Rede Putins bei der traditionellen Militärparade in Moskau geplant, mit der Russland an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert. 

12.34 Uhr – Das von der EU-Kommission geplante Öl-Embargo hat laut Wirtschaftsminister Robert Habeck für Deutschland ausreichende Übergangsfristen. Dennoch könne es Probleme geben, sagt der Grünen-Politiker. „Wir können nicht garantieren, dass es nicht stockend wird, vor allem regional stocken wird“, sagt er mit Blick auf Ostdeutschland. Russisches Öl wird vor allem noch in Ostdeutschland verarbeitet, besonders in Schwedt. Hier wird eine Lösung für die Raffinerie gesucht, die derzeit unter Kontrolle des russischen Rosneft-Konzerns steht. Das Embargo soll schrittweise bis zum Jahresende in Kraft treten.

12.27 Uhr – Regierung prüft Offenlegungspflicht für Vermögen von sanktionierten Personen

Die Bundesregierung prüft, ob sanktionierte Personen per Gesetz verpflichtet werden können, ihr Vermögen offenzulegen. Das wäre ein neues Instrument, das nun im Gespräch sei, sagt Finanzminister Christian Lindner. 

12.17 Uhr – Der Entwurf des Beschleunigungsgesetz zum Bau von Flüssiggas-Terminals soll in Kürze von der Regierung beschlossen werden. Bis Montag soll es vom Kabinett gebilligt werden, sagt Kanzler Olaf Scholz. Das Gesetz soll es möglich machen, dass ein erstes sogenanntes Floating-Terminal in Wilhelmshaven noch im Winter fertig wird. Es verkürzt Genehmigungsverfahren auf deutlich geringere Fristen.

12.11 Uhr – Wirtschaftsweise warnt vor „unerwünschten Effekten“ bei Öl-Embargo

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor negativen Folgen der geplanten EU-Ölsanktionen gegen Russland. „Die Ankündigung eines Öl-Embargos dürfte den Ölpreis weiter in die Höhe treiben“, sagt Grimm den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Das beeinträchtigt die Wirtschaftsentwicklung und dürfte die Erholung der Wirtschaft in der EU weiter einbremsen.“ Wie stark der Preisanstieg ausfalle, hänge davon ab, ob Russland sein Öl an andere Abnehmer weltweit verkaufen könne. Der geplante Importstopp erst in sechs Monaten habe „auch unerwünschte Effekte“, mahnt Grimm. Die Ankündigung dürfte die Preise in die Höhe treiben in dem Zeitraum, in dem auch Deutschland noch russisches Öl beziehe. „Dadurch realisiert Russland höhere Einnahmen – gerade das möchte man aber in der kurzen Frist verhindern.“

12.09 Uhr – Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich laut Bundeskanzler Olaf Scholz mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine verrechnet. Er bekomme eine stärkere Nato, auch im Osten des Nato-Gebietes. Zudem sei die Europäische Union geeinter, sagt Scholz.

11.37 Uhr – Industrie trägt Ölembargo gegen Russland mit – Höhere Preise erwartet

Die deutsche Industrie unterstützt das geplante Ölembargo gegen Russland. Dies sei ein außerordentlich drastischer Schritt, sagt der Präsident des Industrieverbands BDI, Siegfried Russwurm. „Für den russischen Staat ist der Verkauf von Öl die wichtigste Einnahmequelle. Ein Öllieferstopp wird Russland hart treffen.“ Russisches Öl lasse sich auf dem Weltmarkt kurzfristig ersetzen, allerdings verbunden mit zusätzlichen Kosten und logistischen Herausforderungen. „Angesichts des Ölembargos werden die Energiepreise wahrscheinlich weiter steigen.“ 

11.20 Uhr: Russland hält an der Belagerung des Stahlwerks Asowstal in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol fest, in dem ukrainische Kämpfer und Zivilisten ausharren. Die Blockade werde fortgesetzt, sagt der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Präsident Wladimir Putin hatte befohlen, das große Stahlwerksgelände hermetisch abzuriegeln und auf eine Erstürmung zu verzichten. Zuletzt hatte es aber immer wieder Berichte über russische Angriffe auf das Werk gegeben.

11.15 Uhr – Russland will Waffen-Transporte des Westens an die die Ukraine ins Visier nehmen. Das russische Militär werde Nato-Waffentransporte in der Ukraine als zu zerstörende Ziele betrachten, zitiert die Nachrichtenagentur RIA den russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

11.05 Uhr – Deutschland wird laut Wirtschaftsminister und Vize-Kanzler Robert Habeck keine Kriegspartei. „Die Ukraine wurde von Russland angegriffen und hat das Recht, sich selbst zu verteidigen. Ein Land, das Selbstverteidigungsrechte ausübt, darf unterstützt werden“, sagt der Grünen-Politiker der Wochenzeitung „Die Zeit“ einem Vorabbericht zufolge. „Wenn wir Entscheidungen treffen, ist die Frage, ob wir dadurch Kriegspartei werden können, immer eine, die gewogen wird.“ 

10.50 Uhr – Tschechien reagiert skeptisch auf den Vorschlag der EU-Kommission zum Embargo auf russisches Öl. Das Import-Verbot enthalte keine Mechanismen zur Verteilung der Lasten, sagt der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela zu Reuters am Rande einer Konferenz. Der Vorschlag beinhalte keinen Vorschlag zu gemeinsamen Einkäufen und gemeinsamer Verteilung. „Wir studieren das noch, aber es ist ein Problem für mich.“

10.42 Uhr – Die Europäische Union erwägt zusätzliche militärische Unterstützung für die Republik Moldau, wie EU-Ratspräsident Charles Michel bei einem Besuch in der Hauptstadt Chisinau der ehemaligen Sowjetrepublik erklärt. Die EU prüfe, wie sie Moldau mehr militärische Unterstützung zukommen lassen könne, darunter auch mehr Hilfe beim Aufbau der Streitkräfte des kleinen südosteuropäischen Landes, sagt Michel auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Moldaus Präsidentin Maia Sandu. Dies komme zusätzlich zu der von der EU bereits zugesagten Unterstützung in den Bereichen Logistik und Cyberverteidigung. Michel nennt keine Details, betont aber, es sei äußerst wichtig, eine Eskalation zu vermeiden.

10.35 Uhr – Chemieverband – Öl-Versorgung über andere Anbieter wohl gesichert

Der deutsche Chemieverband VCI hält den geplanten Öl-Boykott gegen Russland für einen Kraftakt, die Versorgung über andere Anbieter scheine aber gesichert. „Sorgen machen uns aber die dadurch zu erwartenden weiteren Preisanstiege für Rohöl und damit auch der Rohstoffpreise. Die Wettbewerbsfähigkeit der Branche wird mehr und mehr belastet“, sagt VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. Erdöl beziehungsweise der für die Chemie relevante Bestandteil Naphtha – Rohbenzin – sei aus verschiedenen Regionen verfügbar. Die Belieferung via Pipeline oder Tanker seien etabliert. „Es müssen aber noch Probleme bei der Logistik innerhalb Deutschlands insbesondere zur Versorgung von Ostdeutschland gelöst werden“, so der Verband. 

10.25 Uhr – Nach dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Ölembargo erwartet Moskau dennoch, dass sich Europa auch künftig über Drittländer mit russischem Öl eindeckt. „Europa wird weiterhin russisches Öl über Drittländer kaufen, sobald es ein Embargo einführt“, zitiert die Nachrichtenagentur RIA Wladimir Dschabarow, den ersten stellvertretenden Leiter des Ausschusses für internationale Angelegenheiten des russischen Oberhauses.

10.15 Uhr – EU will Sanktionen gegen zwei weitere russische Banken

Die EU-Kommission hat einem Insider zufolge vorgeschlagen, auch gegen die Credit Bank of Moscow und die Russian Agricultural Bank Sanktionen zu verhängen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angekündigt, dass die russische Sberbank mit Sanktionen belegt werden soll. Die EU-Mitgliedstaaten müssen dem Vorschlag der Kommission noch zustimmen. 

10.10 Uhr – Ungarn sieht das Öl-Embargo der EU gegen Russland kritisch. Es gebe keine Pläne oder Garantien für die vereinbarte Übergangszeit, wie der Übergang hin zu einer Unabhängigkeit von russischen Lieferungen gelingen könne, sagt der Sprecher der ungarischen Regierung.

10.02 Uhr – Baerbock bekräftigt Wunsch nach eigener Reise nach Kiew

Außenministerin Annalena Baerbock hat ihren Wunsch nach einer Reise nach Kiew bekräftigt, aber mit Hinweis auf Sicherheitsvorkehrungen keinen Zeitpunkt genannt. „Solche Reisen werden genau vorbereitet“, sagt die Grünen-Politikerin am Rande der Kabinettsklausur in Meseberg. „Der Kanzler und ich haben bereits beide deutlich gemacht, dass es uns wichtig ist, vor Ort präsent zu sein, dass wir aber mit Blick auf die Ausladung das, was ursprünglich geplant war, etwas umorganisieren mussten“, fügt sie mit Blick auf die Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hinzu. „In solchen Situation trägt man eine große Verantwortung, wie man die Ukraine am besten unterstützen kann.“ Das werde im Kabinett beraten.

10.01 Uhr – Deutschland prüft zusammen mit Verbündeten, ob es fünf Panzerhaubitzen 2000 an die Ukraine abgeben kann. Das gibt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht am Rande der Kabinettsklausur in Meseberg bekannt. Sie habe nicht entschieden, dass Panzerhaubitzen geliefert würden, betont sie mit Blick auf Medienberichte. Man suche zusammen mit Partnern nach Möglichkeiten, wer noch solches Gerät abgeben könne. In Idar-Oberstein würden aber ukrainische Soldaten an von den Niederlanden gelieferten Panzerhaubitzen ausgebildet. Die Bundeswehr habe „auf dem Papier“ 100 Haubitzen, von denen aber lediglich 40 einsatzbereit seien, fügt die SPD-Politikerin hinzu. 

10.00 Uhr – Die russischen Streitkräfte haben laut Angaben des russischen Verteidigungsministerium vom Mittwoch 40 militärische Ziele in der Ukraine einschließlich vier Munitionsdepots getroffen. Sechs Bahnstationen in der Ukraine zur Versorgung des ukrainischen Militärs mit ausländischen Waffen seien unbrauchbar gemacht worden, teilte das Ministerium mit.

06.55 Uhr – Die Streitkräfte von Belarus haben am Mittwoch laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tass überraschend mit Manövern begonnen, um ihre Kampfbereitschaft zu testen. Die Agentur beruft sich auf das belarussische Verteidigungsministerium und zitiert dieses mit den Worten, dass die Übungen keine Bedrohung für die Nachbarstaaten oder die europäische Gemeinschaft im Allgemeinen darstelle. 

00.21 Uhr – In der ostukrainischen Region Donezk sterben nach Angaben des dortigen Gouverneurs 21 Zivilisten bei russischem Beschuss. 27 seien verletzt worden, teilt Pawlo Kyrylenko auf den Sozialen Medien mit. Dies sei die höchste Zahl an Todesopfern in der Region innerhalb eines Tages seit einem Angriff auf einen Bahnhof in der Stadt Kramatorsk vergangenen Monat, bei dem mehr als 50 Menschen ums Leben kamen.

Ukraine aktuell 04.05.22

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