Montag, März 23, 2026
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Bundesbank-Präsident Nagel für erste Zinsanhebung im Juli

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Eltville, 10. Mai (Reuters) – Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hält eine erste Zinsanhebung der EZB im Juli für sinnvoll, sollte der aktuelle Inflationsschub anhalten. Im gegenwärtigen Umfeld sei es umso wichtiger, dass Notenbanken rechtzeitig handelten, sagte Nagel am Dienstag auf einer Veranstaltung der Bundesbank in Eltville. „Da die Inflation im Euro-Raum weiterhin hochgeht, müssen wir handeln“, sagte er laut Redetext.

Er erwarte, dass die Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank EZB) Ende Juni auslaufen. „Und wenn sowohl die hereinkommenden Daten als auch unsere neuen Projektionen diese Sichtweise im Juni bestätigen, werde ich für einen ersten Schritt zur Normalisierung der EZB-Zinsen im Juli plädieren“, erklärte Nagel.

Auch der finnische Notenbank-Chef Olli Rehn hatte sich unlängst für eine Zinserhöhung im Juli ausgesprochen. Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann hielt zuletzt angesichts der hohen Inflation bis zu drei Zinserhöhungen in diesem Jahr für möglich. Letztmalig hatte die EZB Leitzinsen im Jahr 2011 angehoben. 

Laut Nagel sollten die Schritte vorhersehbar, graduell und datenabhängig sein. Die Inflation in der Euro-Zone war im April auf ein neues Rekordhoch von 7,5 Prozent nach oben geschnellt. Dies bringt die EZB zunehmend unter Zugzwang. Zudem waren auch die Inflationserwartungen an den Märkten kräftig nach oben gegangen.

„Eine geldpolitische Wende zu verzögern ist eine riskante Strategie“, warnte Nagel. Je mehr sich der Inflationsdruck ausbreite um so größer werde dann die Notwendigkeit, eine sehr starke und abrupte Zinserhöhung einzuleiten. Unternehmen und Haushalte würden dann aber übermäßig belastet.

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Deutschland und Belgien warnen Großbritannien vor Aufkündigung Nordirland-Protokoll

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Berlin, 10. Mai (Reuters) – Bundeskanzler Olaf Scholz und der belgische Ministerpräsident Alexander de Croo haben die britische Regierung davor gewarnt, die beim Brexit vereinbarten Zollregelungen für Nordirland aufzukündigen. „Niemand sollte die Regeln, die wir miteinander vereinbart haben, außer Kraft setzen oder brechen“, sagte Scholz am Dienstag nach einem Gespräch mit de Croo in Berlin. „Das sind schon gute Regelungen, die miteinander vereinbart worden sind.“

Die EU-Kommission sei mit größtem Pragmatismus bereit, Probleme bei der Umsetzung des sogenannten Nordirland-Protokolls zu lösen. „Aber das sollte auch der Weg sein, den wir weiter gehen“, sagte Scholz. Eine Aufkündigung der Protokolle würde alle Brexit-Regeln hinfällig machen, sagte der belgische Ministerpräsident. 

Beim Austritt Großbritanniens aus der EU wurde vereinbart, dass für das zum Königreich gehörende Nordirland besondere Zollregeln gelten, um die Beziehungen zum Nachbarn und EU-Land Irland nicht zu gefährden. Bei der Parlamentswahl am Wochenende wurde erstmals die katholische Partei Sinn Fein stärkste Kraft in Nordirland. Sie verfolgt das Ziel einer Vereinigung mit Irland. 

Nach der Wahl hatte der irische Ministerpräsident Micheal Martin den britische Premierminister Boris Johnson davor gewarnt, die mit der EU vereinbarten Regeln für den Handel im britisch geführten Nordirland nach dem Brexit einseitig außer Kraft setzen zu wollen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, betonte ein Sprecher von Johnson am Dienstag. Die britische Regierung forderte die EU auf, bei der Lösung des Konflikts Flexibilität und Einfallsreichtum an den Tag zu legen. 

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Immobilien-Boom hält an – Experte erwartet Zeitenwende

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Frankfurt, 10. Mai (Reuters) – Der Boom auf dem deutschen Wohnungsmarkt hat nach Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) auch im ersten Quartal angehalten. Insgesamt seien die Preise für Immobilien im Auftaktviertel 2022 binnen Jahresfrist um 8,8 Prozent gestiegen, teilte der vdp am Dienstag mit. Bei Wohneigentum liege das Preisplus sogar bei 10,7 Prozent. Experten der LBBW mahnen aber zur vorsichtigen Interpretation, da die Zahlen noch nicht merklich unter dem Einfluss des aktuellen Zinsanstiegs stünden. Der Immobilienmarkt solle sich deshalb nicht in falscher Sicherheit wiegen, erklärte LBBW-Analyst Martin Güth. „Die Zinswende bedeutet für den Immobilienmarkt eine Zeitenwende.“

Insgesamt habe der Immobilienpreisindex des Verbandes mit 190,8 Punkten einen neuen Höchstwert erreicht, erklärte der vdp. „Der Immobilienmarkt in Deutschland befindet sich weiterhin im Aufwind – und das, obwohl die Pandemie nach wie vor nicht ausgestanden ist und mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ein höchst beunruhigender exogener Schock eingetreten ist“, erklärte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Auch wenn aktuell noch keine Auswirkungen auf den Immobilienmarkt zu erkennen seien, müsse man abwarten, wie sich Zweit- und Drittrundeneffekte auswirken werden.

LBBW: BEI STAGFLATION PREISRÜCKGÄNGE UM BIS ZU 25 PROZENT

Die LBBW hat in ihrer Studie vor allem den jüngsten Anstieg der Bauzinsen im Blick, die sich seit Jahresbeginn um 1,5 Prozentpunkte erhöht hätten. Laut dem Baufinanzierungsvermittler Interhyp kosteten Darlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung Anfang Mai im Durchschnitt 2,6 Prozent. Beruhige sich der Zinsanstieg wie erwartet, verlaufe die Hauspreisentwicklung im laufenden Jahr noch positiv, bevor sie in eine Seitwärtsbewegung übergehe, erklärte Analyst Güth. Sollte es jedoch zu einem weiteren Anstieg der Zinsen kommen, zeige die LBBW-Untersuchung deutliche Konsequenzen für die Preise von Wohnimmobilien. „Das Risiko einer kräftigen Preiskorrektur sehe ich vor allem für den Fall, dass die Zinsen weiter kräftig steigen, während die Wirtschaft nicht vom Fleck kommt – ein echtes Stagflationsszenario also.“ Dann dürften Preisrückgänge ineiner Größenordnung von 20 Prozent bis 25 Prozent möglich sein. 

UMFRAGE: GROSSE PROBLEME BEI BAUMATERIAL IN DEUTSCHLAND

Bei den Gewerbeimmobilien hat sich die Stimmung der Investoren in Deutschland im ersten Quartal bereits eingetrübt, wie die weltweite Immobilien-Berufsvereinigung RICS zu ihrer jüngsten Umfrage mitteilte. „Während einzelne Länder eine deutliche Wachstumsdynamik ausmachen, fällt die Investorenstimmung in Deutschland“, sagte Susanne Eickermann-Riepe , die Vorstandsvorsitzende von RICS Deutschland. So sei der Stimmungsindex für deutsche Gewerbeimmobilien (Commercial Property Sentiment Index) im ersten Quartal mit minus eins Punkten in den negativen Bereich gerutscht, während er im vierten Quartal 2021 noch bei plus zwei Zählern gelegen habe. Der Pfandbrief-Verband vdp meldete für das Auftaktquartal 2022 einen Anstieg der Preise für Gewerbeimmobilien von 1,8 Prozent.

Der gesondert vom RICS ermittelte Gesamtindex der Bautätigkeit (CAI) zeigt in Deutschland ein Plus von 31 auf 34 Punkte. In Europa hat sich der CAI dagegen abgeschwächt und liegt bei 19 gegenüber 29 im Vorquartal. In ganz Europa nannten 91 Prozent der Befragten die Materialkosten als ein Hemmnis für die Bautätigkeit, 80 Prozent gaben Schwierigkeiten bei der Materialversorgung an. In Deutschland stimmten dem Problem der Materialversorgung sogar 94 Prozent zu. Probleme bei den Materialkosten sehen satte 100 Prozent der Befragten in Deutschland.

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Fraport will Kostensteigerung auf Airlines und Händler abwälzen

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Frankfurt, 10. Mai (Reuters) – Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet mit hoher Inflationsrate in den kommenden Jahren und will steigende Kosten bei seinen Kunden hereinholen. Anders als die Europäische Zentralbank erwarte das Unternehmen ein hohes Preisniveau über mehrere Jahre, erklärte Fraport-Finanzchef Matthias Zieschang am Dienstag.

„Die gute Nachricht ist, wir werden in der Lage sein, die Profitabilität unseres Geschäftsmodells gegen die Inflationsgefahr zu schützen.“ Steigende Kosten könnten über höhere Flughafengebühren für Airlines abgedeckt werden. Die Mietverträge für Einzelhändler am Airport hätten Indexklauseln, sodass die Mieteinnahmen automatisch angepasst werden. 

Die Beteiligung Fraports an den Umsätzen der Einzelhändler spült bei höheren Verkaufspreisen dem Flughafenbetreiber mehr Geld in die Kasse. Die Geschäfte hätten einen Fokus auf Luxuswaren, deren Preise derzeit überdurchschnittlich zulegten. „Es könnte sein, dass wir auf der Einzelhandelsseite Inflationsgewinner sind“, sagte Zieschang. 

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Wall Street auf Erholungskurs – Peloton auf Talfahrt

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Frankfurt, 10. Mai (Reuters) – Nach drei Verlusttagen in Folge steigen Anleger wieder in die US-Aktienmärkte ein. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung am Dienstag um jeweils etwa 1,5 Prozent. 

Vielleicht hofften einige Investoren, dass die in den kommenden Tagen anstehenden Preisdaten besser ausfielen als befürchtet, sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA. „Sie suchen nach Hinweisen, ob das Schlimmste schon hinter uns liegt oder uns noch bevorsteht.“ 

Am Mittwoch werden die Daten zu den US-Verbraucherpreisen veröffentlicht. Experten rechnen für April mit einer Abschwächung der Teuerungsrate im Jahresvergleich auf 8,1 von 8,5 Prozent. Am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise, deren Anstieg sich Prognosen zufolge auf 10,7 von 11,2 Prozent verlangsamt hat. Von diesen Zahlen versprechen sich Börsianer Rückschlüsse auf das Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen. 

Gegen den Trend fielen die Aktien von Peloton um gut 16 Prozent auf ein Rekordtief von 11,83 Dollar. Der Fitnessgeräte-Hersteller hatte einen Umsatz-Einbruch und einen überraschend hohen Verlust von 757,1 Millionen Dollar bekanntgegeben.

Außerdem warnte Firmenchef Barry McCarthy, dass die Kapitaldecke mit 879 Millionen Dollar für ein Unternehmen dieser Größe dünn sei. Peloton habe selbst die niedrigen Markterwartungen verfehlt, kritisierte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Selbst mit den jüngsten Preissetzungen werde das Unternehmen seine Fitness-Bikes und Laufbänder nur schwer los.

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ams Osram verkauft Geschäft für dynamische Beleuchtung

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Wien, 10. Mai (Reuters) – Der Sensorhersteller ams Osram trennt sich von seiner Fassadenbeleuchtungs-Tochter Traxon. Mit dem privaten Beleuchtungsunternehmen Prosperity Group mit Sitz in Hongkong sei eine Vereinbarung über den Verkauf des Geschäftsbereichs Traxon Technologies vereinbart worden, teilte ams Osram mit.

Angaben zum Verkaufspreis wurden nicht gemacht. Laut ams Osram ist die Transaktion ein weiterer Schritt in der Umsetzung der Strategie, sich auf die Kerntechnologien in den Bereichen Beleuchtung, Visualisierung und Sensorik zu konzentrieren.

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Den Berchtesgadener Alpen zu Füßen

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Sommer-Aktivurlaub vor traumhafter Kulisse im Hotel EDELWEISS Berchtesgaden

Watzmann, Jenner, Königssee und Co.: Umgeben von der idyllischen Kulisse der Berchtesgadener Alpen ist das Vier-Sterne-Superior-Hotel EDELWEISS mit seiner Lage inmitten des Berchtesgadener Zentrums der ideale Ausgangspunkt für einen Sommer-Aktivurlaub in der Region. Vielfältige Wanderrouten, abwechslungsreiche Biketouren sowie herausfordernde Kletterrouten und -steige machen die Berchtesgadener Alpen mit dem Nationalpark Berchtesgaden zum Highlight für Naturliebhaber. Erholung nach einem aktiven Tag verspricht der großzügige EDELWEISS Panorama Spa über den Dächern Berchtesgadens. In den vier zum Hotel gehörenden Restaurants sorgt sich Küchendirektor Stefan Hettegger mit seinem Team um das leibliche Wohl seiner Gäste und stärkt sie für neue Abenteuer in den Bergen.

Inmitten der Fußgängerzone Berchtesgadens gelegen genießen Aktivurlauber im Hotel EDELWEISS Berchtesgaden nicht nur eine entspannte Auszeit, sondern haben die markanten Gipfel der Bayerischen Alpen und den imposanten Watzmann stets im Blick. Diese Aussicht erwartet Kletterenthusiasten auch auf den zahlreichen Kletterrouten und -steigen jeglichen Schwierigkeitsgrades im Nationalpark Berchtesgaden unweit des Hotels. Hoch hinaus geht es für erfahrene Bergsportler beispielsweise auf die berühmt-berüchtigte Watzmann-Ostwand, die Göllwestwand mit dem Großen Trichter, die Untersberg-Süd-oder Südwestwand oder auf das Blaueis am Hochkalter. Wer die Landschaft lieber fest auf beiden Beinen entdeckt, ist auf den 230 Kilometer umfassenden Wanderwegen mit leichten Familientouren bis hin zu herausfordernden Gipfelsiegen gut aufgehoben. Der 1.874 Meter hohe Jenner, gemütlich erreichbar mit der modernen Jennerbahn, ist der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen mit einem faszinierenden Ausblick auf das Herzstück des Nationalpark Berchtesgaden – den malerischen Königssee. Nicht minder beeindruckend präsentiert sich der zwischen steil aufragenden Felswänden eingebettete See auf einer entspannten Schifffahrt.

Für alle, die sich lieber auf zwei Rädern fortbewegen, bietet das weitverzweigte Tourennetz zwischen Königssee, Berchtesgaden und dem Rupertiwinkel eine Auswahl an 700 Kilometer langen, ausgewiesenen Mountainbikestrecken für jedes Level. Für eine stärkende Brotzeit bieten sich entlang der Wege über 40 bewirtschaftete Almen und Berghütten an.

Wer von den grandiosen Aussichten nicht genug bekommen kann, auf den wartet nach einem aktiven Tag in der Natur der EDELWEISS Panorama Spa mit einem ebenso spektakulären 360-Grad-Rundumblick auf die Berchtesgadener Bergwelt. Auf 2.000 Quadratmeter genießen Erholungssuchende bei lockernden Massagen, Sauna- und Dampfbadgängen, im Whirlpool und im Panoramabad sowie bei wohltuenden Behandlungen pure Entspannung und Regeneration.

Abends stehen vier unterschiedliche zum Hotel gehörende Restaurants zur Wahl: Im Restaurant PANORAMA inklusive Dachterrasse erleben Gäste neben höchstem kulinarischem Genuss den grandiosen Ausblick auf den Watzmann und die zuvor erklommenen Gipfel. Daneben verwöhnt das Restaurant EINKEHR mit italienischer Küche, der Gasthof NEUHAUS mit typisch bayerischen Schmankerln und einladendem Biergarten sowie das Hotelrestaurant mit einem mehrgängigen Verwöhn-Menü.

Weitere Informationen und Buchungen unter www.edelweiss-berchtesgaden.com

Bilder © Hotel EDELWEISS Berchtesgaden

Quelle uschi liebl pr GmbH

Wahl im Libanon – Mehr Einfluss für Hisbollah und den Iran

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Beirut, 10. Mai (Reuters) – Gewinner gibt es in dem von schwerer Wirtschaftskrise und Armut gezeichneten Libanon zurzeit kaum. Der schiitischen Hisbollah könnte aber bei der Parlamentswahl am Sonntag ein überwältigender Sieg praktisch in den Schoß fallen. Grund ist der Rückzug des führenden Sunniten-Politikers Saad al-Hariri, der seinen Abgang im Januar mit großer Verbitterung verkündet und quasi mit einem Aufruf zum Wahlboykott verbunden hatte. Als Gründe nannte der Ex-Ministerpräsident und Sohn des 2005 ermordeten langjährigen Regierungschefs Rafik al-Hariri die tiefe Spaltung des Libanon, den Staatskollaps und allem voran den starken Einfluss des Iran. Doch gerade der Iran-Schützling Hisbollah könnte nun seine Macht im Libanon weiter zementieren.

Bis zu zwei Drittel der Sitze trauen Beobachter der Bewegung zu – eine Mehrheit, mit der die Politiker aus dem Dunstkreis der schwer bewaffneten und von der EU sowie den USA als Terrororganisation eingestuften Miliz praktisch freie Hand in dem Vielvölkerstaat am Mittelmeer hätten. Ein Veto anderer Bevölkerungsgruppen gegen politische Entscheidungen wäre dann selbst in dem streng nach Proporz organisierten Regierungssystem kaum mehr möglich. Von den rund sieben Millionen Libanesen sind schätzungsweise je knapp 30 Prozent schiitische und sunnitische Muslime, rund 40 Prozent sind Christen.

Nach dem Rückzug des politischen Schwergewichts Hariri dürften viele Sunniten der Wahl fernbleiben. „Wir haben viele Vorbehalte gegenüber Politikern“, sagt Rami Harrouk, der in einer Hariri-Hochburg im Norden von Tripoli lebt. In der zweitgrößten Stadt des Libanon werben riesige Plakate für die Kandidaten, doch der 39-jährige Fabrikarbeiter kann sich unter dem Eindruck des wirtschaftlichen Zusammenbruchs für keinen der Politiker erwärmen. „Diese letzten zwei Jahre waren für uns voll von Unglück. Natürlich werde ich nicht wählen.“ 

ERSTARKTE HISBOLLAH HÄTTE MEHR EINFLUSS AUF PRÄSIDENTENWAHL

Führende Sunniten-Politiker und Geistliche versuchen mittlerweile, ihre Anhänger und Gemeindemitglieder an die Wahlurnen zu bekommen. Bahaa Hariri, der ältere Bruder von Saad Hariri, hat die Bewegung „Zusammen für den Libanon“ gegründet und ruft in Radiowerbespots zur Wahl auf. Bahaa liegt mit seinem Bruder politisch über Kreuz, ein Sinnbild für die Spaltung innerhalb des Sunniten-Lagers. 

Die Hisbollah selbst erklärt offiziell, sie erwarte keine Zwei-Drittelmehrheit von mindestens 86 Sitzen und strebe diese auch gar nicht an. Bei der vorherigen Wahl 2018 holte sie mit ihren Verbündeten 71 der 128 Sitze. Die Schiiten-Bewegung rechnet nach eigenen Angaben mit einer ähnlichen Verteilung – wohl auch, weil ihr wichtigster Alliierter aus dem christlichen Lager nach allgemeiner Erwartung Sitze einbüßen dürfte.

Doch jeglicher Zugewinn – auch wenn eine Zwei-Drittelmehrheit verfehlt wird – könnte der eng mit der Teheraner Führung verbündeten Hisbollah größeren Einfluss bei der noch in diesem Jahr anstehenden Präsidentenwahl geben. Auch bei Reformen, die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) angemahnt werden, hätten die Schiiten mehr mitzureden. Libanons Nachbarland Israel sieht sich von der Hisbollah bedroht, in der Vergangenheit ist es zwischen beiden Seiten immer wieder zu Kämpfen gekommen. Mehr Macht für die Schiiten-Miliz könnte den Libanon in einer Zeit international isolieren, in der drei Viertel der Bevölkerung unter die Armutsgrenze gerutscht sind.

In dem Land, das seit langem von Konflikten zwischen den verschiedenen Religionsgruppen geprägt ist, hat die zerstrittene politische Elite die Finanzkrise auch nach Jahren nicht in den Griff bekommen. Die Weltbank spricht von einem der größten wirtschaftlichen Zusammenbrüche, den es weltweit je gegeben hat. Der Finanzkollaps gilt als größte Bedrohung für die Stabilität seit dem Bürgerkrieg von 1975 bis 1990. Die 1982 von den iranischen Revolutionsgarden gegründete Hisbollah ist finanziell besser aufgestellt als viele andere Gruppierungen im Libanon.

Wahl im Libanon – Mehr Einfluss für Hisbollah und den Iran

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Gehaltspakete neu gedacht

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emplu

Emplu erhält sechsstelliges Investment in Pre-Seed-Runde 

Mit ihrer Benefit- und Compensation-Plattform gestaltet Emplu die Gehaltspakete von Morgen. Das Konzept des Berliner Startups hat zahlreiche führende Expert:innen aus dem HR- und Tech-Bereich überzeugt und so nun zum ersten Mal eine Finanzierung in Höhe von rund einer halben Million Euro erhalten. 

Pre-Seed-Runde erfolgreich: rund eine halbe Million Euro für Emplu

Mithilfe von flexiblen Gehaltspaketen Personalabteilungen entlasten und Mitarbeiter:innen glücklich machen – dieses Ziel verfolgt Anika Brunner, Gründerin und Geschäftsführerin von Emplu. Im Frühjahr 2021 hat die ehemalige Unternehmensberaterin ihre Benefit- und Compensation-Plattform Emplu ins Leben gerufen. Nun hat das Berliner Unternehmen seine Pre-Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen und externes Kapital im mittleren sechsstelligen Bereich erhalten.

Unterstützung erhält Emplu von führenden Expert:innen aus den Bereichen HR, Tech, Beratung sowie Tax und Payroll. Zu den Investor:innen gehören unter anderem Ingo Weber (Gründer der FAS Wirtschaftsprüfung), Andreas Schranzhofer (CTO bei Scalable Capital), Jan Dzulko (CEO von Everphone), Marc Müller (Vorstand der ETL AG), Dr. Sophie Glusac (Partner und Managing Director bei Kearney), Thomas Perlitz (Ex-CHRO und Geschäftsführer von Best Secret) und Dr. Carsten Thies (Geschäftsführer von Haufe-Lexware). Weiterhin unterstützt der HR Tech VC Allygatr, der Emplu bereits seit Oktober 2021 begleitet, das Startup strategisch und operativ.

Investor Ingo Weber ist überzeugt: „Emplu bringt für mich zwei aktuelle Megatrends zusammen: zum einen die anhaltende Knappheit von qualifizierten Teammitgliedern und daraus resultierend, die Notwendigkeit eines sinnvollen Employer Branding durch passende Employer Benefits; zum anderen der Trend zu tech-enabled Services oder auch Komplettlösungen anstelle von Software-only-Lösungen.“

Vision: Flexible Gehaltspakete für jeden

Mit Emplu wird in Zukunft jeder Arbeitgeber – vom Startup über den Mittelständler bis hin zum Großunternehmen mit zehntausend Mitarbeitenden – seinen Mitarbeiter:innen individuelle Gehaltspakete inklusive attraktiver Benefits, die genau zu den Wünschen und Bedürfnissen der Belegschaft passen, anbieten können. Über eine ganzheitliche Plattform können Mitarbeiter:innen ihre Benefits individuell auswählen, anpassen und verwalten.

Gründerin Anika Brunner erklärt: „New Work braucht New Pay, davon bin ich überzeugt. Wir leben in einer Arbeitswelt, in der Flexibilität und Freiheit eine zentrale Rolle spielen. Was jedoch noch alles andere als flexibel ist, sind Gehaltspakete. Mit Emplu nehmen wir genau das in Angriff.“

Launch der Emplu-App steht kurz bevor

Seit der Gründung ist Emplu auf ein achtköpfiges Team gewachsen, hat namhafte Partner an Bord geholt und erste Pilotprojekte erfolgreich umgesetzt. Der Release der Emplu-App, die für iOS- und Android-Geräte zur Verfügung stehen wird, steht kurz bevor. 

Mit dem externen Kapital soll das Team, insbesondere in den Bereichen Key Account Management und Customer Support erweitert werden. Zudem sollen weitere Features zum Produkt hinzugefügt werden, um den Administrationsprozess für Arbeitgeber weiter zu verschlanken sowie die User Experience weiter zu verbessern.

Quelle allygatr GmbH

Lufthansa baut Beschäftigung nach Corona-Krise aus

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Frankfurt, 10. Mai (Reuters) – Die Lufthansa fährt nach massivem Personalabbau in der Corona-Krise angesichts der Erholung des Flugverkehrs die Beschäftigung wieder hoch. Die Airline-Gruppe plane mehrere tausend Neueinstellungen in diesem Jahr, um der deutlich steigenden Nachfrage gerecht zu werden, erklärte das Unternehmen in nachträglich veröffentlichten Antworten auf Fragen bei der Hauptversammlung am Dienstag.

„Das Vorkrisenniveau wird sie aber nach aktueller Planung in den nächsten Jahren nicht erreichen“, hieß es weiter. Der Konzern hatte die Belegschaft wegen der Pandemie weltweit um mehr als 30.000 auf gut 100.000 Arbeitsplätze abgebaut. Im laufenden Jahr solle es keine wesentlichen Belastungen durch Restrukturierungen, also Kosten eines sozialverträglichen Personalabbaus geben.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hält eine Erholung bei Passagierflügen auf das Vorkrisenniveau von 2019 schon vor Mitte des Jahrzehnts für möglich. Es sei angesichts der zurzeit stark steigenden Nachfrage möglich, dass die bisherige Prognose zu vorsichtig sei. 

Zu der für nächstes Jahr anvisierten Trennung von einem Minderheitenanteil an der Wartungstochter Lufthansa Technik erklärte die Lufthansa, kursierende Bewertungen des Unternehmens zwischen vier und acht Milliarden Euro seien nicht repräsentativ. Eine eigene Schätzung des Wertes gab das Management nicht ab. Das internationale Cateringgeschäft LSG will der MDax-Konzern vollständig verkaufen – „sobald der volle Wert der Unternehmung realisiert werden kann“. Die Höhe künftiger Angebote sei vor allem von der weiteren Erholung der Luftfahrt abhängig.

Lufthansa baut Beschäftigung nach Corona-Krise aus

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