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Ukraine aktuell 13.05.22

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13. Mai (Reuters) – Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

22.01 Uhr – Baerbock verteidigt Scholz‘ diplomatische Initiative

Die Bundesregierung bemüht sich nach den Worten von Außenministerin Annalena Baerbock auf verschiedensten Wegen, die Ukraine zu unterstützen und für ein Ende des Krieges zu sorgen. „Wir versuchen auf allen Kanälen, nicht nur den Ukrainern zur Seite zu stehen, dass sie sich verteidigen können, sondern den Druck auf den russischen Präsidenten maximal zu erhöhen, damit diese brutale Bombardierung eingestellt wird und die russischen Truppen sich zurückziehen“, sagt Baerbock in der ARD. Neben humanitärer Hilfe und militärischer Unterstützung werde aber auch weiter auf Diplomatie gesetzt. Damit die Menschen in der Ukraine in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben könnten, müssten als allererstes die Waffen schweigen. „Es ist so richtig und wichtig, dass der Bundeskanzler heute gegenüber dem russischen Präsidenten nochmal deutlich gemacht hat, dass diese Bombardierung von unschuldigen Menschen unverzüglich aufhören muss.“ 

21.10 Uhr – Die Verhandlungen mit Russland über eine Befreiung der ukrainischen Soldaten im eingekesselten Stahlwerk Asowstal in der Hafenstadt Mariupol gestalten sich nach Angaben der stellvertretenden ukrainischen Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk sehr schwierig. Details nennt Wereschtschuk nicht. „Das Ergebnis gefällt vielleicht nicht jedem, aber unsere Aufgabe besteht darin, unsere Soldaten zu evakuieren. Alle von ihnen. Lebendig“, schreibt sie in einem Online-Post. 

19.52 Uhr – In Georgien planen die Behörden der abtrünnigen Region Südossetien laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Tass für den 17. Juli ein Referendum über einen Anschluss an Russland. In den vergangenen Tagen hatten sich die Pläne bereits abgezeichnet. Die georgische Regierung hat ein solches Votum als inakzeptabel bezeichnet. Südossetien mit seinen rund 60.000 Einwohnern grenzt an das zu Russland gehörende Nordossetien. Nach einem kurzen Krieg gegen Georgien im Jahr 2008 hatte Russland neben Südossetien auch die Küstenregion Abchasiens als unabhängig anerkannt. Beide Regionen unterstützt Russland bereits finanziell und hat dort zudem Tausende Soldaten stationiert. Der Bevölkerung wurde die russische Staatsbürgerschaft angeboten.

19.01 Uhr – US-Verteidigungsminister telefoniert mit russischem Kollegen

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat erstmals seit Beginn des Kriegs in der Ukraine mit seinem russischen Kollegen Sergej Schoigu telefoniert. In dem Gespräch habe Austin einen sofortigen Waffenstillstand gefordert, teilt das US-Verteidigungsministerium mit. Austin habe betont, wie wichtig es sei, die Kommunikationskanäle zwischen Russland und den USA offenzuhalten. US-Regierungskreisen zufolge hatte Austin seit dem Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine am 24. Februar wiederholt versucht, mit Schoigu zu sprechen. Die Regierung in Moskau schien daran aber nicht interessiert gewesen zu sein. Nach dem Telefonat am Freitag erklärt das russische Verteidigungsministerium laut Nachrichtenagentur Tass, das Gespräch sei auf amerikanische Initiative hin zustande gekommen. „Aktuelle Fragen der internationalen Sicherheit wurden besprochen, darunter die Situation in der Ukraine“, meldet Tass. Aus der US-Regierung verlautet, in dem rund einstündigen Gespräch seien keine konkreten Probleme gelöst worden. Russland spricht von einer Spezialoperation in der Ukraine.

18.31 Uhr – Scholz – Putin hat Bedingung für Frieden nicht verstanden

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach Worten von Kanzler Olaf Scholz immer noch nicht verstanden, dass sich Russland nicht mit Gewalt ein Stück der Ukraine einverleiben kann. Mit Hinweis auf sein Telefonat mit Putin sagt Scholz in Köln auf einer SPD-Wahlveranstaltung: „Es ist klar, dass da noch nicht verstanden worden ist, dass nur eine Sache den Frieden möglich macht … nur indem es eine Verständigung, eine Vereinbarung gibt, einen Friedensschluss zwischen der Ukraine und Russland, der kein Diktatfrieden ist.“ Der SPD-Politiker fügt hinzu: „Wir werden keinen Diktatfrieden akzeptieren, die Ukrainerinnen und Ukraine auch nicht.“

18.09 Uhr – Der russische Versorger Inter RAOI stellt nach Angaben des finnischen Netzbetreibers Fingrid ab Samstag 01.00 Uhr (Ortszeit) seine Stromlieferungen nach Finnland bis auf weiteres ein. Grund sei, dass über die Energiebörse Nord Pool seit dem 6. Mai keine Zahlungen bei der russischen Firma eingegangen seien, teilt Fingrid unter Verweis auf eine Erklärung von Inter RAO mit. Fingrid sei nicht für die Zahlungen zuständig. Nord Pool lehnt eine Stellungnahme ab. Fingrid betont, dass die Stromversorgung in Finnland nicht gefährdet sei. Die Energie aus Russland mache rund zehn Prozent des gesamten Verbrauchs aus und könne durch Importe aus Schweden und zum Teil durch heimische Stromerzeugung ausgeglichen werden.

17.55 Uhr – Scholz – Ausstieg aus russischem Öl gegen Ende 2022 möglich

Deutschland kann nach Angaben von Kanzler Olaf Scholz gegen Ende des Jahres auf russisches Öl verzichten. Man könne auf russische Kohle bis Herbst verzichten, sagt der SPD-Politiker auf der Abschluss-Wahlveranstaltung der SPD in Nordrhein-Westfalen in Köln. Auch der Kohleausstieg sei „nicht so leicht, aber wird wohl klappen“, sagt Scholz. Bei Öl gebe es gerade in Ostdeutschland für Raffinerien mit Anschluss an russische Ölpipelines Probleme. Man werde dies „wohl so zu Ende des Jahres“ schaffen, fügt er mit Blick auf das diskutierte sechste EU-Sanktionspaket hinzu.

16.38 Uhr – Baltische Häfen im Gespräch für ukrainische Agrar-Exporte

Die Ukraine lotet nach Worten ihres Agrarministers Mykola Solskyj in Gesprächen mit baltischen Staaten die Möglichkeit aus, über deren Häfen Agrar-Exporte zu verschiffen. Es gebe dort einige große Häfen, die nicht ausgelastet seien, weil Transitlieferungen aus Russland und Belarus ausblieben, sagt Solskyj nach einem Treffen mit den G7-Agrarministern in Stuttgart. Lettland und Litauen würden sich nach seinen Worten freuen, wenn sie mit der Ukraine zusammenarbeiten könnten. Es gebe aber ein großes Problem, wie die Waren dort hingelangen sollten. In der Ukraine sind die Häfen bis auf Odessa durch den russischen Einmarsch blockiert.

16.24 Uhr – Özdemir – Wollen Agrar-Exporte aus Ukraine unterstützen

Die Agrarminister der sieben größten Industrienationen haben der Ukraine nach Worten des deutschen Ressortchefs Cem Özdemir Hilfe zugesagt, um trotz des russischen Angriffkrieges Getreide zu exportieren. Es gelte, über Schienen, Straßen und die Donau soviel Getreide aus den vollen Silos in der Ukraine auf die Teller der Menschen zu bringen, die in Not seien, sagt der Grünen-Politiker nach Beratungen der G7-Agrarminister mit ihrem ukrainischen Kollegen Mykola Solskyj in Stuttgart. Allerdings sei nicht alles kompensierbar, was Russland an Exportwegen blockiere. 

14.02 Uhr – Die Ukraine wirft Russland vor, seit Beginn seiner Invasion am 24. Februar mehr als 210.000 Kinder zwangsweise deportiert zu haben. Sie sollten zu russischen Staatsbürgern gemacht werden, erklärt die Ombudsfrau für Menschenrechte, Ljudmyla Denissowa. Die Kinder gehörten zu den 1,2 Millionen Menschen, die nach Angaben der ukrainischen Führung gegen ihren Willen weggebracht wurden. Russland hat von „Flüchtlingen“ gesprochen, die nach Russland kommen, um den Kämpfen zu entkommen, insbesondere aus der südukrainischen Stadt Mariupol.

Türkei – Nato-Beitritte Schweden/Finnland wären nicht positiv

13:52 Uhr – Das Nato-Mitglied Türkei steht einen möglichen Beitritt Schwedens und Finnlands zum Militärbündnis nicht positiv gegenüber. Das sei seinem Land nicht möglich, da die beiden Staaten „Heimat vieler terroristischer Organisationen“ seien, sagt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Finnland, das eine rund 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland teilt, hat seinen Beitrittswunsch bereits bekundet. Dass Schweden dem Beispiel folgt, wird erwartet. Für einen Beitritt ist ein einstimmiger Beschluss der Nato-Staaten notwendig.

13.24 Uhr – Putin berät mit Sicherheitsrat möglichen Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands

Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit seinem nationalen Sicherheitsrat den möglichen Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands beraten. Das meldet die russische Nachrichtenagentur RIA. Putin selbst sitzt dem Sicherheitsrat vor. Am Donnerstag hat das Präsidialamt in Moskau erklärt, ein Nato-Beitritt der beiden Länder würde als feindseliger Schritt gewertet, der die Sicherheit Russlands bedrohen würde. Darauf würde Russland entsprechend reagieren. 

13.22 Uhr – Bundesfinanzminister Christian Lindner will russisches Vermögen für den Wiederaufbau in der Ukraine nutzen. „Beim Vermögen des russischen Staates spricht mein Gerechtigkeitsgefühl dafür, sagt der FDP-Chef dem „Spiegel“. Skeptischer sei er bei konfisziertem Besitz von Oligarchen. „Bei privaten Vermögenswerten würde es sich um eine Enteignung handeln. Da sind die Hürden in unserem Rechtsstaat hoch.“ 

13.18 Uhr – Bundeskanzler Olaf Scholz fordert in einem Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin nach eigenen Angaben ein sofortiges Ende des Ukraine-Krieges. „Es muss schnellstmöglich einen Waffenstillstand in der Ukraine geben“, erklärt der SPD-Politiker via Twitter. „Die Behauptung, dass dort Nazis herrschen, ist falsch. Und ich habe ihn auf die Verantwortung Russlands für die globale Lebensmittellage hingewiesen“, schreibt Scholz mit Blick auf Putin.

13.05 Uhr – Die Gasversorgung in Deutschland ist nach Angaben der Bundesnetzagentur stabil. Über den Ukrainetransit ausbleibende Mengen würden weiterhin durch höhere Flüsse insbesondere aus Norwegen und den Niederlanden kompensiert, teilt die Behörde in ihrem täglichen Lagebericht mit. „Die aktuellen Füllstände der Speicher in Deutschland liegen bei 39,3 Prozent.“ Sie seien mittlerweile zum Teil deutlich höher als im Frühjahr 2015, 2017, 2018 sowie 2021.

12.53 Uhr – Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Olaf Scholz haben nach Angaben des russischen Präsidialamtes in Moskau über die Lage im Ukraine-Krieg telefoniert. Putin habe dem Kanzler gesagt, dass die Friedensgespräche von der Führung in der ukrainischen Hauptstadt Kiew blockiert würden, berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. Putin und Scholz hätten vereinbart, die Gespräche zur Ukraine auf verschiedenen Ebenen fortzuführen, zitiert die Agentur Interfax das Präsidialamt in Moskau. Von der Bundesregierung war eine Stellungnahme zunächst nicht zu erhalten.

12.30 Uhr – Kuleba bittet bei G7-Treffen um mehr Waffen

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba fordert beim G7-Treffen im schleswig-holsteinischen Weissenhaus weitere Waffenlieferungen. Die Waffen-Situation habe sich zwar gebessert, sagt Kuleba. Aber die Lieferungen sollten fortgesetzt werden, damit die Ukraine alle Mittel erhalte, um Russland zu besiegen. Dringend brauche die Ukraine etwa Mehrfachraketenwerfer. Auf russischer Seite könne er derzeit keine Bereitschaft für Friedensverhandlungen und Gespräche über die Sicherheit der Nahrungsmittelversorgung erkennen. Er habe die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) zudem gebeten, beschlagnahmte russische Vermögenswerte zur Unterstützung beim Wiederaufbau der Ukraine zu nutzen. Auch hoffe er, dass sich die EU auf ein Öl-Embargo gegen Russland einigen könne.

12.28 Uhr – Außenministerin – Schwedens Nato-Beitritt würde stabilisierend wirken

Ein Nato-Beitritt Schwedens würde nach Einschätzung von Außenministerin Ann Linde stabilisierend wirken und den Ostsee-Anrainern zugutekommen. „Schwedens Nato-Mitgliedschaft würde die Schwelle für militärische Konflikte erhöhen und damit eine konfliktverhindernde Wirkung in Nordeuropa haben“, sagt sie vor der Presse bei der Vorstellung eines Berichtes zur Sicherheitslage. Der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist rechnet mit einer Reaktion Russlands bei einem Nato-Beitritt seines Landes. In einem solchen Fall sei Schweden bereit, mit jeder Gegenreaktion umzugehen. Finnland, das eine rund 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland teilt, hat bereits am Donnerstag seinen Willen zum Nato-Beitritt bekundet. Es wird erwartet, dass Schweden dem Beispiel folgt und am Montag einen Antrag auf Nato-Mitgliedschaft stellen könnte.

12.04 Uhr – Das russische Militär hat nach eigenen Angaben die Öl-Raffinerie in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk beschossen. Dabei seien die Produktionsfähigkeit der Anlage und Treibstofftanks zerstört worden, teilt das Verteidigungsministerium mit. Zudem sei ein ukrainischer Kampfjet vom Typ Su-27 in der östlichen Region Charkiw abgeschossen worden.

11.48 Uhr –  Scholz um Gespräch mit Putin bemüht

Bundeskanzler Olaf Scholz ist nach Angaben eines Regierungssprechers um ein neues Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bemüht. Es sei richtig, dass der Kanzler dies am Freitag im Verteidigungsausschuss mitgeteilt habe, sagt Sprecher Steffen Hebestreit: „Wenn wir dann dazu etwas mitzuteilen haben, werden wir das sehr zeitnah tun.“

11.30 Uhr – Die Ukraine will so lange wie nötig um die abgelegene Schlangeninsel im Schwarzen Meer kämpfen. Wer die Insel kontrolliere, könne zu jeder Zeit die Bewegung ziviler Schiffe in alle Richtungen zur Südukraine blockieren, sagt der Chef des Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, im Fernsehen. Die erneuten Gefechte rings um die Insel in den vergangenen Tagen könnten sich zu einem Kampf um die Kontrolle über die westliche Schwarzmeerküste entwickeln.

11.00 Uhr – FDP – Kanzler wird nochmals in Verteidigungsausschuss kommen

Die FDP-Politikerin und Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, spricht nach der Befragung von Kanzler Olaf Scholz von einem sehr konstruktiven Gespräch. „Der Kanzler hat uns angeboten, nochmal wiederzukommen, um mit uns im Gespräch zu bleiben.“ Es solle vor allem bei den möglichen Nato-Beitrittsanträgen aus Finnland und Schweden eine engere Kooperation zwischen Kanzleramt und Bundestag geben. Scholz habe weitere humanitäre, militärische und wirtschaftliche Hilfen für die Ukraine gegeben, solange der Krieg nach der russischen Invasion andauere.

10.00 Uhr – EU-Außenbeauftragter dringt auf schnelles Öl-Embargo

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell dringt auf eine schnelle Entscheidung der Mitgliedstaaten für ein Öl-Embargo gegen Russland. „Ich bin sicher, wir werden eine Einigung bekommen, und wir brauchen diese Einigung“, sagt Borrell beim Treffen der G7-Außenminister in Weißenhaus. Sollten die Botschafter der EU-Staaten sich nicht einigen können, müssten die Außenminister bei ihrem Treffen am kommenden Montag den Durchbruch erzielen. Vor allem Ungarn lehnt ein Embargo gegen russisches Öl weiter ab.

09.34 Uhr – EU gibt Ukraine weitere 500 Millionen Euro Militärhilfe

Die Europäische Union stellt der Ukraine weitere 500 Millionen Euro als Militärhilfe zur Verfügung. Das kündigt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell beim Treffen der G7-Außenminister in Weißenhaus an. Damit erhöht sich die Militärhilfe der EU für die Ukraine laut Borrell auf insgesamt zwei Milliarden Euro.

08.59 Uhr – Großbritannien – Ukraine braucht mehr Waffen

Die Ukraine braucht nach den Worten der britischen Außenministerin Liz Truss mehr Waffen. Dies und weitere Sanktionen seien sehr wichtig, um den Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufrecht zu erhalten, sagt sie bei der Ankunft beim G7-Treffen in Weißenhaus in Schleswig-Holstein.

08.30 Uhr – Bundesfinanzminister Christian Lindner wehrt sich gegen Vorwürfe der Opposition, die inflationsbedingten Steuermehreinnahmen nicht an die Bürger zurückzugeben. „Das tue ich“, sagt der FDP-Vorsitzende im Deutschlandfunk. Dies geschehe über mehrere milliardenschwere Entlastungspakete. Eine vierköpfige Familie bekomme Mitte des Jahres mehrere Hundert Euro, je nach Einzelfall deutlich über 500 Euro. Lindner ergänzt, der Staat könne sich nicht alles leisten, müsse aber nicht „brutal mit dem Rotstift arbeiten“. Die Wirtschaft müsse schneller wachsen als die Ausgaben des Staates. „Wenn das gelingt, dann befreit sich unser Staat über die nächsten Jahre aus der Verschuldungssituation.“

08.05 Uhr – Ukrainische Einheiten haben nach britischen Angaben verhindert, dass russische Truppen den Fluss Siwerskji Donez im Donbass überqueren. Dieser fließt westlich der Stadt Sewerodonezk. Bilder zeigten, dass das russische Militär unter anderem die eingesetzte Ausrüstung zur Bildung von Ponton-Brücken verloren habe, teilt das britische Verteidigungsministerium mit. Es beruft sich auf den jüngsten Lagebericht des britischen Militärgeheimdienstes. Die russischen Truppen hätten versucht, Richtung Slowjansk und Kramatorsk durchzubrechen.

07.50 Uhr – Russland hat seine Buchungskapazität für den Gastransit durch die Ukraine über die Sudscha-Route nach ukrainischen Angaben gekürzt. Sie liege für Freitag bei 60,8 Millionen Kubikmeter von zuvor angekündigten 65,7 Millionen Kubikmetern, teilt der ukrainische Pipelinebetreiber mit. Für Donnerstag hatte der russische Gasriese Gazprom den Angaben zufolge eine Transitkapazität von 53,45 Millionen Kubikmetern gebucht. Die Ukraine hatte am Mittwoch den Gastransit über die Schlüsselroute Sochranowka gestoppt, weil dort eine Verdichterstation kriegsbedingt nicht mehr betrieben werden könne und pro-russische Separatisten Gas von der Leitung abzweigen würden. Sie forderte Gazprom auf, die Sudscha-Leitung als Ausweichroute zu nutzen. Russland und Gazprom wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, die geforderte Umleitung sei technisch nicht möglich. 

07.20 Uhr – Bundesagrarminister Cem Özdemir wirft Russland vor, Hunger gezielt als Kriegswaffe einzusetzen, indem der Export ukrainischen Getreides durch Blockade der Häfen verhindert werde. Die gelte innerhalb der Ukraine, aber auch weltweit, da allein die Ukraine die Hälfte des Getreides für das Welternährungsprogramm liefere, sagt der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk vor der G7-Agrarministerkonferenz in Stuttgart. „Das ist bewusste Kriegsstrategie – die Verknappung, die Erhöhung der Preise.“ Derzeit sei Odessa der einzige freie Seehafen der Ukraine. Es dürfe „nicht fallen.“ Mit der EU und den europäischen Partnern werde nach alternativen Transportwegen für ukrainisches Getreide gesucht – auf dem Landweg, über die Donau, auf der Schiene. All das werde aber den Seeweg nicht ersetzen können. Die Seewege müssten frei werden.

05.45 Uhr – Satellitenbilder des US-Unternehmens Maxar zeigen ein vermutlich durch einen ukrainischen Raketenangriff getroffenes russisches Versorgungsschiff der Serna-Klasse im Schwarzen Meer. Nach Angaben des Unternehmens befindet sich das beschädigte Landungsschiff unweit der Schlangeninsel nahe der ukrainischen Seegrenze zu Rumänien. Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte für den Militärbezirk Odessa hatte bereits mitgeteilt, dass das russische Schiff „Wsewolod Bobrow“ von ukrainischen Streitkräften getroffen und in Brand gesetzt worden sei. Die Angaben konnten zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

03.15 Uhr – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) warnt vor einer neuen Wirtschaftskrise und Stagflation in Deutschland durch ein mögliches Gasembargo. „Ein einseitiges Gasembargo Deutschlands gegenüber Russland etwa würde uns in eine Doppel-Krise stürzen, dann wären wir in einer Stagflation, also in einer Wirtschaftskrise und noch stärker steigenden Preisen“, sagt Heil der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ einem Vorabbericht zufolge.

Im Moment könne man sich auf zwar auf das Wirtschaftswachstum und den stabilen Arbeitsmarkt verlassen, falls die Lage aber eskaliere, werde man entschlossen handeln. Bei einer anhaltenden hohen Inflation soll dann ein Entlastungspaket im Umfang von 30 Milliarden Euro helfen, soziale Härten abzufedern, so der Minister. Dabei könne der Staat nicht alle Einbußen ausgleichen, sondern es gehe vielmehr darum, Menschen mit normalen und geringen Einkommen zu unterstützen. „Spitzenverdiener werden keine staatliche Unterstützung bekommen“, betont der Arbeitsminister.

02.20 Uhr – Die Angehörigen der ukrainischen Kämpfer im Stahlwerk Asowstal in Mariupol bitten die Regierung in Kiew weiter darum, die Soldatinnen und Soldaten zu retten. „Wir haben eine neue Verhandlungsrunde über einen Fahrplan für eine Evakuierungsoperation begonnen und wir werden mit den Schwerverletzten beginnen“, sagt die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk dem Fernsehsender 1+1. Man arbeite eng mit dem Roten Kreuz sowie den Vereinten Nationen zusammen. „Wir wollen, dass ein Dokument unterzeichnet wird, in dem festgelegt wird, wie eine Evakuierung von Asowstal erfolgen soll“, sagt sie und fügt hinzu, dass die Türkei angeboten hat, in den Verhandlungen als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine zu agieren.

00.15 Uhr – Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk erwartet von der Bundesregierung einen stärkeren Einsatz für den EU-Beitritt der Ukraine. „Neben Waffenlieferungen und der Verschärfung von Sanktionen ist unser Hauptziel, Unterstützung zu bekommen für einen Beitritt zur EU“, sagt Melnyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) einem Vorabbericht zufolge. Da die Entscheidung über den Kandidatenstatus seitens der EU bis Ende Juni getroffen werde, sei es wichtig wenn die Deutschen dabei helfen würden, andere Skeptiker zu überzeugen. Dies sei schließlich im Interesse Deutschlands und der EU, so Melnyk.

Ukraine aktuell 13.05.22

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Wichtige Entwicklungen zur Börse.

13.Mai Dax niedriger erwartet – Zinsen bleiben Thema

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Frankfurt, 13. Mai (Reuters) – Der Dax wird am Freitag Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge mit erneuten Abschlägen starten. Zins- und Rezessionssorgen hatten ihn am Donnerstag 0,6 Prozent ins Minus auf 13.739,64 Punkte gedrückt. Hier lesen.

Grafik: AgenaTrader, Grafik ansehen

Dax gibt
ScreenShot: AgenaTrader 12. Mai 2022

Börsianer sind weiterhin mit der Nachlese der in den vergangenen Tagen veröffentlichten Verbraucher- und Erzeugerpreisdaten aus den USA beschäftigt. Sie versuchen, aus ihnen zu deuten, ob die Notenbank Fed das Tempo bei den Zinserhöhungen anzieht und damit die weltgrößte Volkswirtschaft eventuell in eine Rezession stürzt. Dem könnte sich Europa kaum entziehen, da hier zusätzlich die Folgen des Ukraine-Kriegs die Konjunktur beeinträchtigen.

Bei der Bilanzsaison kehrt vor dem Wochenende etwas Ruhe ein. Zu den wenigen Firmen, die Geschäftszahlen vorlegen, gehören die Deutsche Telekom und die MediaMarkt/Saturn-Mutter Ceconomy.

Schlusskurse europäischer Indizes am vorangegangenen HandelstagStand
Dax<.GDAXI>13.739,64
Dax-Future<FDXc1>13.890,00
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.613,43
EuroStoxx50-Future<STXEc1>3.634,00
Schlusskurse der US-Indizes am vorangegangenen HandelstagStandVeränderung
Dow Jones<.DJI>31.730,30-0,3 Prozent
Nasdaq<.IXIC>11.370,96+0,1 Prozent
S&P 500<.SPX>3.930,08-0,1 Prozent
Asiatische Indizes am FreitagStandVeränderung
Nikkei<.N225>26.398,95+2,5 Prozent
Shanghai<.SSEC>3.072,12+0,6 Prozent
Hang Seng<.HSI>19.767,36+2,0 Prozent

13.Mai Dax niedriger erwartet – Zinsen bleiben Thema

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Wichtige Entwicklungen zur Börse.

SHAPE SHOTS – ZWEI PRAKTISCHE HELFER, UM DEINE ABNEHMZIELE ZU UNTERSTÜTZEN

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shape shots

foodspring Shape Shots in den Sorten Himbeere und Maracuja

Du willst auf natürliche Weise abnehmen und benötigst noch einen kleinen Kick? Dann sind die fruchtig-frischen Shape Shots in der Geschmacksrichtung Himbeere und Maracuja die Lösung. Das Geheimnis dahinter? Glucomannan und Cactinea™-Extrakt. Die beiden pflanzlichen Wirkstoffe verringern Deinen Heißhunger, während Du gleichzeitig Deine Mahlzeiten genießen kannst. Einfach einen Shape Shot in ein Glas Wasser mischen und vor dem Essen trinken. So praktisch, so gut!

KLEINE HELFER, UM NATÜRLICH ABZUNEHMEN

Shape Shots sind eine trinkbare, 100% pflanzliche Mischung aus CacatineaTM und Glucomannan*, die klinisch erwiesenermaßen die Gewichtsabnahme unterstützt. 

Das darin enthaltene Glucomannan, auch bekannt als Konjakwurzel, ist ein pflanzlicher Ballaststoff, der Wasser absorbieren kann und der Gewichtsregulierung dient: Vor einer Mahlzeit getrunken, dehnt er sich im Magen aus und zügelt den Appetit. Cactinea™ ist ein Inhaltsstoff, der aus der Kaktusfrucht gewonnen wird. Es wirkt sich positiv auf die Körperform aus, indem es Wassereinlagerungen beseitigt.

In Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung und der richtigen Trainingsroutine hast Du alles, um Deine Abnehmziele zu erreichen.

foodspring ist die Marke für gesunde funktionale Lebensmittel aus Deutschland. Die Berliner sind mit einem internationalen Team aus über 250 Mitarbeitern und einer großen Entwicklungsabteilung das am stärksten wachsende Food-Startup Deutschlands. Das junge Unternehmen wurde 2013 gegründet und ist inzwischen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Finnland, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich aktiv. 

Im Juni 2019 hat Mars, Incorporated eine Mehrheitsbeteiligung an foodspring erworben. Damit planen Mars Edge und das Berliner Start-Up ab sofort eine gemeinsame globale Plattform für zielgerichtete Ernährung und die Entwicklung personalisierter Ernährungsangebot.

Die Shape Shots kosten je 19,99 € und sind ab sofort auf www.foodspring.de verfügbar.

*Glucomannan trägt bei einer kalorienarmen Ernährung zum Gewichtsverlust bei: Du kannst die positiven Effekte erzielen, indem du täglich vor den Mahlzeiten 3 g Glucomannan in drei Portionen zu je 1 g zusammen mit 1–2 Gläsern Wasser einnimmst.

Quelle BAUERNFEIND + LÖWE GbR

Dax gibt jüngste Gewinne teilweise ab

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Dax gibt

Frankfurt, 12. Mai (Reuters) – Nachfolgend die Kurse ausgewählter Indizes zum Xetra-Handelsschluss am Donnerstag: Grafik: AgenaTrader, Grafik ansehen

Dax gibt
ScreenShot: AgenaTrader 12. Mai 2022
Index-Stände17:30 12.05.22Plus/Minus in Prozent
Dax<.GDAXI>13.739,64-0,6
MDax<.MDAXI>28.180,30-1,5
TecDax<.TECDAX>2.974,36-0,1
SDax<.SDAXI>12.734,09-1,7
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.618,62-0,8
Stoxx50<.STOXX50>3.536,56-0,7
ATX<.ATX>3.033,10-1,6
Dow Jones<.DJI>31.723,10-0,4
Nasdaq<.IXIC>11.437,34+0,6
S&P 500<.SPX>3.934,67+0,0
Umsatz aller Dax-WerteStand 12.05.22
in Millionen Stück110,575
in Milliarden Euro4,859
Ölpreis in Dollar je Barrel17:30 12.05.22Plus/Minus in Prozent
Brent<LCOc1>108,20+0,6
WTI<CLc1>106,86+1,1

(zusammengestellt vom Reuters Marktteam)

Dax gibt jüngste Gewinne teilweise ab

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

EU kündigt Hilfe bei Weizenexporten aus der Ukraine an

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Brüssel, 12. Mai (Reuters) – Die EU-Kommission bietet der Ukraine Hilfe beim Export von Weizen an. „20 Millionen Tonnen Getreide müssen in weniger als drei Monaten mit Hilfe der EU aus der Ukraine gebracht werden“, sagte EU-Verkehrskommissarin Adina Valean am Donnerstag. Dazu solle eine Logistikplattform eingerichtet sowie die Lagerkapazitäten der Mitgliedstaaten überprüft werden.

Der Transport per Zug stelle eine Herausforderung dar, da die Gleisbreite in der Ukraine anders sei als in Europa. Der Weizen müsse an der Grenze umgeladen werden, dies ginge vielerorts aber nicht. Des Weiteren sollen Garantien geprüft werden für Spediteure, die ihre Fahrzeuge in die Ukraine schicken. Dei EU-Kommission forderte Mitgliedstaaten und Unternehmen außerdem auf, genügend Personal und Material zur Verfügung zu stellen sowie ukrainische Agrarexportsendungen an den Terminals Vorrang zu gewähren. 

Die Ukraine gilt, neben Russland, als eines der wichtigsten Getreidelieferanten weltweit. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist einem UN-Bericht zufolge die Ernährungssicherheit in vielen armen Ländern gefährdet, insbesondere in Afrika.

EU kündigt Hilfe bei Weizenexporten aus der Ukraine an

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Kurseinbruch von „Stablecoin“ TerraUSD macht Krypto-Anleger nervös

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Hongkong/London/Frankfurt, 12. Mai (Reuters) – Der Kursverfall einer bislang wenig bekannten Cyber-Devise versetzt die gesamte Kryptobranche in Aufregung. Die Währung TerraUSD, deren Kurs eigentlich eins zu eins an den US-Dollar gebunden sein sollte, stürzte in den vergangenen Tagen zeitweise rund 70 Prozent ab und lag dem Branchendienst CoinMarketCap.com zufolge am Donnerstag bei 0,63 Dollar. „Der Kollaps der Kursbindung von TerraUSD hatte einige hässliche und vorhersehbare Nebenwirkungen“, sagte Richard Usher, Manager beim auf Digitalwährungen spezialisierten Finanzdienstleister BCB. Eine davon seien der Ausverkauf bei anderen Kryptowährungen wie BitcoinBTC= oder EthereumETH=. Deren Kurs fiel seit Wochenbeginn um 18 beziehungsweise 25 Prozent. 

TerraUSD gehört zu den sogenannten Stablecoins. Ihre Kurse sind an andere Werte wie den US-Dollar oder Gold gebunden. Damit sollen Kurskapriolen, wie sie bei Bitcoin an der Tagesordnung sind, vermieden werden. Denn bei Letzteren entscheidet allein Angebot und Nachfrage über den Preis. Während die meisten Anbieter von Stablecoins die Kursbindung mit Einlagen beispielsweise in Dollar oder Gold gewährleisten, ist TerraUSD ein „dezentraler“ Stablecoin. Hier soll automatisiert ein komplexer Mechanismus von Handelsgeschäften mit anderen Kryptowährungen den Kurs bei einem US-Dollar pro TerraUSD halten. Mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 7,6 Milliarden Dollar ist TerraUSD laut CoinMarketCap.com die Nummer 14 der Kryptowährungen. 

Im Sog von TerraUSD geriet auch der Kurs des bekanntesten Stablecoins, TetherUSDT=BNFX, ins Rutschen und fiel am Donnerstag auf bis zu 0,95 Dollar. Da Tether nur unzureichend transparent mache, mit welchen Wertpapierbeständen es die Kursbindung an den Dollar aufrecht erhalte, sei es ein natürliches Ziel für Spekulanten, sagte BCB-Experte Usher. Tether sei aber etablierter als TerraUSD. Daher werde sich der Kurs sicher bald wieder bei einem Dollar einpendeln. Mit einem Börsenwert von etwa 82 Milliarden Dollar ist Tether hinter Bitcoin und Ethereum die Nummer drei unter den Kryptowährungen. Rund die Hälfte der addierten Marktkapitalisierung aller Stablecoins entfällt auf diese Cyber-Devise. 

Vor diesem Hintergrund wollen Regierungen die Regulierung des Sektors vorantreiben. Ashley Alder, Chef der Weltorganisation der Börsenaufsichten (IOSCO), signalisierte für kommendes Jahr die Gründung einer internationalen Behörde für Kryptowährungen. Neben dem Klimawandel und der Pandemie sei dies das dritte wichtige Thema für Regierungen. Die US-Notenbank hatte unlängst vor Kurseinbrüchen bei Stablecoins gewarnt, weil in turbulenten Börsenzeiten der Wert der Einlagen, die die Preisbindung gewährleisten sollen, fallen könne.

Kurseinbruch von „Stablecoin“ TerraUSD macht Krypto-Anleger nervös

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Neueste Zahlen zum britischen BIP lassen eine Zinserhöhung auf 2% bis zum Jahresende immer unwahrscheinlicher werden

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James Lynch, Fixed Income Manager bei Aegon Asset Management, kommentiert die Erwartungen für die Zinssätze in Großbritannien:

„Heute Morgen hat das ONS die neuesten BIP-Zahlen für das Vereinigte Königreich vorgelegt – im Vergleich zum Vormonat betrug das Wachstum im Januar 0,7%, im Februar 0% und im März -0,1%. Es handelt sich eindeutig um eine Wirtschaft, die schnell an Schwung verliert. Normalerweise ließe sich auf die zugrundeliegenden Daten verweisen, die von den Schlagzeilen überlagert werden, die ein anderes Bild zeigen, aber nicht dieses Mal. Es ist schwach. 

Der wichtigste wirtschaftliche Konflikt besteht darin, dass einerseits die Nachfrage nach dem Ende der Haushaltsbeschränkungen mit einem angespannten Arbeitsmarkt und steigenden Löhnen boomt, während andererseits die Inflation bei fast 10 % liegt. Dies wiederum führt zu einem Rückgang der diskretionären Ausgaben und zu Befürchtungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Unsicherheit in der Zukunft.

Diese rückwärtsgerichteten Daten zusammen mit aktuelleren Informationen wie den sinkenden Einzelhandelsumsätzen und den schockierenden Umfrageergebnissen zum Verbrauchervertrauen bedeuten, dass die Befürchtungen einer Rezession/eines Wachstumseinbruchs im Jahr 2023 auf ein Problem im Jahr 2022 vorverlegt werden müssen.

Natürlich gibt es bei der BoE eine Meinungsverschiedenheit darüber, was mit den Leitzinsen geschehen soll, die sich noch deutlich zuspitzen dürfte. Allerdings machen die BIP-Zahlen es immer unwahrscheinlicher, dass die BoE die Zinsen bis zum Jahresende um weitere 100 Basispunkte auf 2 % anheben wird, wie es die Märkte derzeit einpreisen.“

Neueste Zahlen zum britischen BIP lassen eine Zinserhöhung auf 2% bis zum Jahresende immer unwahrscheinlicher werden

Foto von James Lynch (Quelle: Aegon AM)

Wichtige Entwicklungen zur Politik.

Nach Aktiencrash in China: Warum die Erholung kurz bevorstehen könnte

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Anleihen China Halbleiter Brasilien Value Brasilien Südkorea

Ein Marktkommentar von Marcus Weyerer, Senior ETF Strategist EMEA, Franklin Templeton:

„Chinesische Aktien erleben derzeit sicherlich harte Zeiten. Seit Jahresbeginn hat der FTSE China 30/18 Capped Net Index, ein breit gestreuter Aktienindex, fast ein Viertel seines Wertes verloren. Außerdem liegt er mehr als 40 % unter seinem Allzeithoch von vor weniger als eineinhalb Jahren.

Für Anleger, die in der Lage sind, eine langfristige Perspektive einzunehmen, lohnt es sich unserer Meinung nach jedoch, die Situation in einen gewissen Kontext zu stellen.

Einer der größten Rückgänge seit über 20 Jahren

Wir alle wissen, dass die Vergangenheit die Zukunft nicht vorhersagen kann, aber das muss uns nicht davon abhalten, die Vergangenheit zu konsultieren, um einige Erkenntnisse über die Zukunft zu gewinnen. Der aktuelle Rückgang ist analytisch interessant. Wir haben uns vergangene Fälle von Marktkorrekturen von 10 % oder mehr vom vorherigen Höchststand aus angesehen. Zwischen 2002 und 2021 gab es insgesamt neun Fälle von Rückgängen von mehr als 10 %.

Vier dieser Fälle überstiegen Verluste von 20 %, und in drei Fällen kam es zu Marktverlusten von mehr als 30 %.

Mit Ausnahme des Crashs während der globalen Finanzkrise erleben wir derzeit den stärksten Rückgang seit über zwanzig Jahren. Die Verluste übertreffen das Platzen der großen Spekulationsblase in den Jahren 2015/16 (-40,8 %), und die Erschütterungen durch den Handelskrieg von Trump im Jahr 2018 (-30,4 %).

Gleichzeitig gilt zu bedenken, dass angesichts der aktuellen Volatilität ein um 10 % höherer oder niedrigerer Indexwert für langfristige Anleger fast bedeutungslos ist.

Ein typisches Beispiel: 

Von Mitte März 2022 bis Anfang April stieg der Index um fast 25 %, gefolgt von einem Rückgang von 16 % bis Ende April. Nur eine Woche später stand der Markt wieder 10 % höher.

Das sind beeindruckende Zahlen, und eine Erholung von nur weiteren etwa 10 % gegenüber heute würde den Markt wieder in den „normalen“ historischen Rückgangsbereich bringen.

Eine Erholung ist aufgrund des bisherigen Marktverhaltens überfällig

Interessanter als die Tiefe des Tals ist vielleicht die Frage nach der Zeit zwischen Höchststand und Tiefststand, oder anders gesagt ausgedrückt: Wann werden die Dinge normalerweise besser? Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass die gegenwärtige Misere bereits länger anhält als alle anderen Fälle in der Vergangenheit. Die gute Nachricht ist, dass – nach derselben Logik, die sich an der Vergangenheit orientiert eine deutliche Erholung überfällig ist.

In den oben genannten neun Fällen trat der Tiefpunkt des Zyklus im Durchschnitt nach etwa 22 Wochen ein. Es überrascht nicht, dass je tiefer der Verlust war, desto länger es in der Regel dauerte, bis der Markt den Tiefpunkt erreicht hat. Doch selbst während der Finanzkrise, als die Verluste die heutigen deutlich übertrafen, dauerte es etwa 53 Wochen – etwa ein Jahr – bevor die Aktienmärkte ihre Trendwende einleiteten. In diesem jüngsten Zyklus wurde der vorläufige Tiefpunkt erst nach 62 Wochen erreicht. Dies könnte darauf hindeuten, dass wir auf dem Weg zurück nach oben sind.

Vergangene und aktuelle Verluste; in %  

Jeder neue Tiefststand ab diesem Zeitpunkt könnte die aktuelle Episode zu einem Ausreißer machen (wenn auch aufgrund der geringen Stichprobengröße statistisch gesehen unbedeutend).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die derzeitige Situation zwar sicherlich einen der schwersten Bärenmärkte für chinesischen Aktien in den letzten 20 Jahren darstellt, so ist sie auch nicht gerade einmalig.

Da wir seit 2020 mindestens zwei Ereignisse von weltveränderndem Ausmaß erlebt haben, nämlich die Covid-19-Pandemie und den russisch-ukrainischen Krieg, sowie die hausgemachten Probleme in China, könnte man vielleicht argumentieren, dass der Markt eine relative Widerstandsfähigkeit gezeigt hat.

Dies wird den Anlegern, die auf hohen Verlusten sitzen, wenig Trost spenden.  Für diejenigen, die in der Lage und gewillt sind, über die kurzfristige Volatilität hinwegzusehen, und die an die langfristigen, fundamentalen Argumente für chinesische Aktien glauben, kann dies jedoch die aktuelle Situation relativieren.“

Nach Aktiencrash in China: Warum die Erholung kurz bevorstehen könnte

Foto von Marcus Weyerer (Quelle: Franklin Templeton)

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Talentcube kehrt in „Die Höhle der Löwen” zurück

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talentcube

Video bleibt wichtig, um Talente zu gewinnen – Vermittlung von authentischen Erfahrungen für Bewerber*innen, Personalvermittelnde, Mitarbeiter*innen und HR-Verantwortliche

Der weltweit führende Anbieter von Talent Experience Management (TXM), Phenom, gibt heute bekannt, dass das 2021 von ihnen übernommene Start-up Talentcube für erlebnisorientierte Videotechnologie in die beliebte Show „Die Höhle der Löwen” zurückkehren wird. In der Show stellen Gründer*innen ihr Unternehmen potenziellen Investor*innen mit dem Ziel vor, eine Finanzierung zu bekommen, die ihnen weiteres Wachstum ermöglicht.

Die neue „Höhle der Löwen”-Folge, die am 16. Mai 2022 erstmals ausgestrahlt wird, greift die erfolgreichen Investitionen in Talentcube und seine innovative Videotechnologie wieder auf, die in der Übernahme durch Phenom gipfelte.

Talentcube trat 2017 in der Show auf und gewann schnell die Unterstützung des bekannten deutschen Wirtschaftsführers und Investors Carsten Maschmeyer: „Die Videotechnologie von Talentcube ist ein perfektes Beispiel für die Art von wegweisenden Technologien, in die wir investieren, um durch Start-ups Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt einen Mehrwert zu bieten. Der Exit an das US-Unicorn hat unsere Erwartungen übertroffen. Wir sind stolz jetzt an Phenom beteiligt zu sein.“

Die Gründer von Talentcube stellten sich eine Zukunft vor, in der das Einstellen von Mitarbeiter*innen per Video genauso authentisch und ansprechend sein kann wie der persönliche Bewerbungsprozess vor Ort. Als Teil der Talent Experience Management (TXM)-Plattform von Phenom für Bewerber*innen, Recruiter*innen, Mitarbeitende und Personalverantwortliche ist diese Vision nun Wirklichkeit geworden. Das Video-Recruiting fügt sich nahtlos in die Talentakquise ein und ebnet den Weg für hybride Arbeitsformen in der Post-COVID-Welt. Gleichzeitig dient es als Unterscheidungsmerkmal auf dem immer stärker umkämpften Talentakquise-Markt.

„Angesichts des weltweiten Fachkräftemangels sind Unternehmen bemüht, qualifizierte Mitarbeitende so schnell und zielgerichtet wie möglich einzustellen, zu fördern und zu binden. Unsere Videotechnologie bietet erstklassige Erfahrungen, von denen alle Stakeholder*innen während der gesamten Talent Journey profitieren“, sagt Sebastian Hust, Senior Director Talent Experience Strategy, Phenom.

Phenoms Videotechnologie hilft Recruiter*innen und Personalverantwortlichen, Kandidat*innen schneller und verlässlicher einzuschätzen. Als Teil einer ganzheitlichen Talent Experience können Recruiter*innen mit Kandidat*innen in Kontakt treten und sie über das geschriebene Wort hinaus bewerten – und das alles innerhalb des Phenom CRM. Die Videotechnologie verkürzt zudem die Zeit bis zur Einstellung, indem sie Engpässe bei der Auswahl von Bewerber*innen beseitigen und gleichzeitig einen konsistenten Ansatz für die Auswahl der am besten geeigneten Kandidat*innen bieten.


Kürzlich wurde Phenom zum zweiten Mal in Folge als Strategic Leader im Fosway’s 2022 9-GridTM für Talentakquise ausgezeichnet. Besuchen Sie phenom.com, um zu erfahren, wie stark sich Phenom’s TXM von anderen unterscheidet und wie es “Talent Experiences” und KI auf hohem Niveau liefert.

Quelle Tonka GmbH

Zinssorgen drücken Wall Street erneut ins Minus

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Frankfurt, 12. Mai (Reuters) – Aus Furcht vor drastischeren Zinserhöhungen der Notenbank Fed ziehen sich weitere Anleger aus der Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones.DJI, Nasdaq.IXIC und S&P 500.SPX fielen zur Eröffnung am Donnerstag um bis zu 2,2 Prozent. Mit 31.476,55 Punkten, 11.108,76 Zählern und 3877,04 Stellen notierten sie so niedrig wie zuletzt vor mehr als einem Jahr. 

Geschürt wurden diese Spekulationen von den US-Erzeugerpreisen. Sie gingen zwar im April auf elf Prozent im Jahresvergleich zurück. Analysten hatten aber einen Rückgang auf 10,7 Prozent vorhergesagt. „Wir sehen zwar, dass sich die Inflation zu verlangsamen beginnt, aber nicht so schnell wie erhofft“, sagte Gene Goldman, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Cetera. Das verunsichere Anleger, denn wenn die Fed die Zinsen zu aggressiv anhebe, schade dies dem Wachstum. „Aber wenn sie zu konservativ sind, schadet es dem Konsum, was wiederum dem Wachstum schadet.“ 

Zu den Verlierern am US-Aktienmarkt zählte Walt DisneyDIS.N. Die Titel des Unterhaltungskonzerns fielen wegen eines Quartalsergebnisses unter Markterwartungen um 3,7 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 101,30 Dollar. Außerdem warnte die Firma vor Belastungen durch Lieferketten-Probleme sowie steigende Löhne und Gehälter. Die Analysten der Bank JPMorgan bezweifelten, dass Disney das Kundenwachstum seiner Streaming-Sparte Disney+ aufrecht erhalten und seine Gesamtjahresziele erreichen könne.

Zinssorgen drücken Wall Street erneut ins Minus

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.