Donnerstag, Mai 14, 2026
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Volkswirte zum neuen Rekordhoch der Inflation in Euro-Zone

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Inflation

Berlin/Brüssel, 02. Feb (Reuters) – Die Inflation im Euro-Raum ist zu Jahresbeginn überraschend auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Dienstleistungen und Waren kosteten im Januar durchschnittlich 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang auf 4,4 nach 5,0 Prozent im Dezember gerechnet. Sie sagten in ersten Kommentaren:

THOMAS GITZEL, VP BANK:

„EZB-Chefin Christine Lagarde werden die Inflationsdaten nicht gefallen. Die Inflationsentwicklung geht immer noch nicht in die richtige Richtung. Die ohnehin schon laute Kritik aus Deutschland dürfte nicht abreißen. Trost mag hingegen sein, dass zumindest unter Herausrechnung der volatilen Energie- und Lebensmittelpreise die Teuerungsrate fiel. Der Anstieg der Kernrate um 2,3 Prozent ist nicht weit vom EZB-Ziel von zwei Prozent entfernt. Dies wird Lagarde nach der morgigen EZB-Notenbanksitzung besonders betonen. Der geldpolitische Kurs dürfte deshalb bestätigt werden.“

FRITZI KÖHLER-GEIB, KFW:

„Der erste Datenpunkt des neuen Jahres zeigt einen erneuten Anstieg der Inflationsrate. In erster Linie erklärt sich das mit der Weitergabe der sehr hohen Energiepreise an die Verbraucher. Im Jahresverlauf ist zwar weiterhin damit zu rechnen, dass die monatliche Teuerungsrate absinkt. Wie schnell es geht, hängt aber davon ab, wie schnell sich die Lieferengpässe und die Energiepreise entspannen. Vor allem durch die Omikron-Variante werden neue Störungen in den Lieferketten wahrscheinlicher. Falls ein merklicher Abwärtstrend bei der Inflationsrate ausbleibt, steigt jedenfalls der Druck auf die Lohnverhandlungen zu höheren Abschlüssen und damit auch die Gefahr von Zweitrundeneffekten. In diesem Fall rechne ich mit einer früher als aktuell kommunizierten Reaktion der Geldpolitik.“

Inflation

ROBERT GREIL, MERCK FINCK:

„Die Inflation in der Euro-Zone hat mit einer Rate von 5,1 Prozent die Erwartungen der Marktteilnehmer übertroffen. Der Wegfall von Basiseffekten, auf den die EZB gesetzt hatte, dämpfte die Inflationsrate weniger als erwartet. Die EZB gerät damit weiter unter Druck, ihre Geldpolitik schneller zu straffen. Der durch die geopolitischen Spannungen angeheizte Anstieg der Rohstoffpreise hat die Lage für die Notenbank weiter verkompliziert.“

ALEXANDER KRÜGER, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE PRIVATBANK:

„Der Anstieg der Inflationsrate ist ein erneuter Nackenschlag. Statt zu sinken, ist die Inflationsrate nochmals etwas gestiegen. Klarer Spielverderber waren nahezu ausschließlich die Energiepreise. Auch wenn es noch immer nach einem temporären Inflationsanstieg aussieht, bleiben Aufwärtsrisiken gerade von dieser Seite vorerst dominant. Gegen den Anstieg der Energiepreise ist die EZB machtlos. Aus ihren Wertpapierkäufen wird sie daher kaum schneller aussteigen.“

RALF UMLAUF, HELABA:

„Die nationalen Datenveröffentlichungen hatten darauf hingewiesen, dass die Inflationsrate in der Euro-Zone höher als gedacht ausfallen würde. Der Anstieg überrascht dennoch deutlich auf der Oberseite. Insofern bleibt der Druck auf die EZB erhalten, schneller auf die Teuerungswelle zu reagieren, als dies bisher avisiert wird. Spannend ist, ob die EZB-Präsidentin morgen auf der Pressekonferenz erneut betont, dass Zinserhöhungen in diesem Jahr sehr unwahrscheinlich seien. Die Marktteilnehmer haben derweil die Zinserhöhungserwartungen zum Ende dieses Jahres forciert und werden sich durch die aktuellen Zahlen bestätigt sehen.“

JÖRG KRÄMER, CHEFÖKONOM COMMERZBANK:

„Mit 5,1 Prozent liegt die Inflation im Januar meilenweit über den 4,1 Prozent, die die EZB für das erste Quartal prognostiziert. Die unerwartet hohe Teuerungsrate ist ein Nackenschlag für die EZB. Sie sollte die massiv gestiegenen Inflationsrisiken endlich anerkennen und geldpolitisch den Fuß vom Gas nehmen.“ 

Volkswirte zum neuen Rekordhoch der Inflation in Euro-Zone

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Salzgitter beschleunigt Umstellung auf CO2-arme Stahlerzeugung

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Hamburg, 02. Feb (Reuters) – Salzgitter beschleunigt die Umstellung der Stahlproduktion auf CO2-arme Verfahren. 2025 solle der erste Hochofen durch Verfahren unter Einsatz von Wasserstoff und Erdgas ersetzt werden, teilte der Thyssenkrupp-Rivale am Mittwoch mit.

Bereits im Jahr 2033 wolle Salzgitter keinen Hochofen mehr betreiben. Vorstandschef Gunnar Groebler hatte als Ziel in einem Zeitungsinterview unlängst einen nicht näher konkretisierten Zeitpunkt Mitte der 2030er genannt. Dann solle der CO2-Ausstoß in der Stahlproduktion um 95 Prozent reduziert werden. Ursprünglich hatte Salzgitter dies erst für 2045 in Aussicht gestellt.

Stahl

Groebler begründete die schnellere Umstellung bei der Präsentation der neuen Strategie damit, dass sich die Marktbedingungen durch die Klimadebatte und die schärferen Ziele der Politik zur CO2-Senkung dynamisch veränderten.

Neben der Umstellung auf klimaschonende Stahlerzeugung wolle Salzgitter die Aktivitäten im Schrottrecycling ausweiten und den Strombezug aus regenerativen Quellen erhöhen.

Mit Blick aufs Geschäft sagte Finanzvorstand Burkhard Becker: „Wir werden in bestehenden Geschäftsfeldern wachsen und wollen bis 2025 den jährlichen Umsatz auf über elf Milliarden Euro ausbauen.“ Die laufenden Programme zur Ergebnisverbesserung sollen fortgesetzt werden. Daraus will Salzgitter ab 2026 jährlich zusätzlich 150 Millionen Euro Gewinn schöpfen. 

Salzgitter beschleunigt Umstellung auf CO2-arme Stahlerzeugung

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Titelfoto und Foto: Symbolfoto

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Wiener Raiffeisen Bank denkt nicht an Rückzug aus Russland

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Wien, 02. Feb (Reuters) – Die in Russland aktive Raiffeisen Bank International (RBI) denkt trotz der drohenden Sanktionen gegen das Land nicht an einen Verkauf der dortigen Tochterbank. „Wir stellen derzeit keine derartigen Überlegungen an“, sagte Bankchef Johann Strobl am Mittwoch. Einen Abwertungsbedarf in Russland oder der Ukraine sieht der Manager nicht, da die Töchter seinen Worten zufolge sehr gut verdienen würden. Allerdings habe die Bank mit Blick auf das Sanktionsrisiko Vorsorgen in Höhe von 115 Millionen Euro gebildet.

Raiffeisen Bank

Insgesamt ist die RBI laut Strobl in Russland mit unter zwei Prozent Marktanteil eine sehr kleine Bank. Die Tochterbank zähle vier Millionen Kunden, darunter viele Privatkunden. Zudem sei man auf kleinere und mittlere Firmen fokussiert, bei den großen russischen Unternehmen spiele die RBI keine bedeutete Rolle, sagte der Manager. Russland ist allerdings der wichtigste Einzelmarkt der RBI und habe zuletzt einen Gewinn nach Steuern von 474 Millionen Euro abgeliefert. Das gesamte Exposure der Bank in Russland beläuft sich auf 22,85 Milliarden Euro. 

Wiener Raiffeisen Bank denkt nicht an Rückzug aus Russland

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Spanische Bank Santander lässt Corona-Krise hinter sich

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Madrid, 02. Feb (Reuters) – Spaniens größte Bank hakt die Corona-Krise zu einem guten Teil ab: Santander löste im vierten Quartal 750 Millionen Euro an pandemiebedingten Rückstellungen etwa für den Ausfall von Krediten auf.

Das zusammen mit florierenden Geschäften in den USA und Großbritannien sorgte für eine Verachtfachung des Nettogewinns im Schlussquartal auf 2,28 Milliarden Euro, wie Santander am Mittwoch in Madrid mitteilte. „Wir sind auf Kurs, um unsere mittelfristigen Ziele, die wir 2019 gesetzt haben, trotz der Auswirkungen der Pandemie zu erreichen“, sagte Verwaltungsratschefin Ana Botin. In allen Regionen und Geschäftsbereichen habe Santander ein solides und beständiges Ertragswachstum gezeigt.

Aufgrund der Corona-Krise haben viele Geldhäuser in Europa und in den USA hohe Rückstellungen gebildet, um drohende Kreditverluste abzusichern. Doch wegen der konjunkturellen Erholung haben sie inzwischen damit begonnen, diese deutlich abzubauen. Bei Santander trug dies dazu bei, dass das Institut im Gesamtjahr 2021 auf einen Gewinn von 8,12 Milliarden Euro kam. Noch im Jahr war ein Milliardenverlust angefallen.

Santander

Das Geldhaus expandierte zuletzt in den Schwellenländern, wo es sich ein stärkeres Wachstum als in seinen Kernmärkten Spanien und Großbritannien erhofft. Dort setzt Santander auf Kostensenkungen, weil die jahrelang niedrigen Zinsen die Geschäfte belasten.

Für das laufende Jahr strebt der Finanzkonzern eine Rendite (ROTE) von mehr als 13 Prozent an. Ende Dezember lag diese Kennziffer bei 12,73 Prozent. Mittelfristig peilt Santander hier 13 bis 15 Prozent an.

Auch andere Großbanken legten zuletzt starke Gewinnzahlen vor. Die Deutsche Bank hatte vergangene Woche trotz hoher Kosten für den laufenden Konzernumbau ihr bestes Ergebnis seit zehn Jahren ausgewiesen, die Schweizer UBS erzielte den höchsten Gewinn seit 2006. US-Großbanken wie Morgan Stanley, Goldman Sachs oder JP Morgan profitierten vom weltweiten Boom an Übernahmen und Fusionen.

Spanische Bank Santander lässt Corona-Krise hinter sich

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Inflation in Euro-Zone zieht überraschend weiter an – Rate bei 5,1 Prozent

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Berlin/Brüssel, 02. Feb (Reuters) – Die Inflation im Euro-Raum ist zu Jahresbeginn überraschend weiter gestiegen. Dienstleistungen und Waren kosteten im Januar durchschnittlich 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.

Experten hatten mit einem Rückgang auf 4,4 nach 5,0 Prozent im Dezember gerechnet.

Damit entfernt sich die Inflation noch weiter vom Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Rate von 2,0 Prozent als optimalen Wert für die Wirtschaft anpeilt.

Euro-Zone

Für die EZB, die am Donnerstag wieder den geldpolitischen Kurs absteckt, dürfte dies eine negative Überraschung sein. Nach dem vom EZB-Stab entworfenen Szenario wird sich die Inflation 2022 stabilisieren und es schrittweise zu einem Rückgang der Teuerungsrate kommen.

Haupttreiber der Inflation sind die stark gestiegenen Preise für Energie. Dafür mussten Konsumenten im Januar 28,6 Prozent mehr bezahlen als vor Jahresfrist. Im Dezember lag das Plus bei 25,9 Prozent. Ohne Energie hätten die Verbraucherpreise im Januar nur um 2,6 Prozent zugelegt. Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich um 5,2 Prozent und damit ebenfalls stärker als im Dezember – mit damals plus 4,7 Prozent. 

Inflation in Euro-Zone zieht überraschend weiter an – Rate bei 5,1 Prozent

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360X investiert in Twelve x Twelve NFT Marktplatz

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360x twelve x twelve

Berlin/Frankfurt am Main, 02.02.2022

Die 360X AG steigt als Investor und strategischer Partner bei der twelve x twelve ein. Die 360X AG hat ein Multi-Million-Cash-Investment in die extra hierfür neu gegründete 360X Music AG getätigt. In diesem Zuge wurden die Anteile der Twelvebytwelve GmbH vollständig von der 360X Music AG übernommen Dadurch wird Twelve x Twelve zu einem der schlagkräftigsten NFT-Marktplätze und Playern im WEB 3.0 für Musik in Europa.  
Die Musikbranche im Web 3.0

Twelve x Twelve ist der erste NFT-Marktplatz in Europa, der sich ausschließlich auf Musik fokussiert und den Musikmarkt in ein neues Zeitalter begleitet. Fans und Musiker*innen sollen wieder stärker zusammenwachsen. Zudem unterstützt das Startup Musiker*innen und Labels mit ihrem Know-how, um die richtigen NFT-Inhalte zu definieren, zu produzieren und zu vermarkten. Mit der angeschlossenen „Creative Community“ hat das Unternehmen ein bisher einzigartiges Konzept erschaffen und den Weg für die Musikwelt in das Web 3.0 geebnet. 

„Wir befinden uns aktuell in einer der spannendsten Zeiten für Künstler*innen in Bezug auf Rechteverwertung und Fan-Engagement“, erklärt Jan Denecke, CEO und Co-Gründer von Twelve x Twelve. „NFTs eröffnen den Künstler*innen unglaublich viele neue Möglichkeiten sich und ihre Werke neu zu positionieren und zu vermarkten. Wir wollen die Zukunft der Musik im WEB 3.0 gemeinsam mit den Künstlern*innen und deren Fans gestalten. Hierfür haben wir eine einmalige Plattform und NFT Formate geschaffen, die es den Künstler*innen erlaubt, zusätzliche innovative Umsatzströme für sich zu erschließen und gleichzeitig ihren Fans näher zu sein.

360x twelve x twelve
Jan Denecke, CEO und Co-Gründer von Twelve x Twelve.

Mit der 360X Gruppe, und deren Gesellschaftern, die Deutsche Börse und Commerzbank, haben wir die stärksten Partner gewonnen, mit denen wir unsere Vision umsetzen werden“ 
„Tokenisierung und der boomende NFT-Markt haben das Potential, die Musikwelt zu revolutionieren, so wie es parallel zum Beispiel bei digitaler Kunst zu sehen ist.

Twelve x Twelve ist in der Musikindustrie zuhause und hat als Pionier früh erkannt, welche Chancen Web 3.0 für Künstler und Fans ermöglicht. Wir sprechen eine neue Zielgruppe an als mit unseren bisherigen Assetklassen, jünger und digital verwurzelt. Innovativ, mit den richtigen Ideen und einer außergewöhnlichen Expertise im Bereich Musik ist Twelve x Twelve die optimale Ergänzung zum 360X-Kosmos und auf dem Weg zum regulierten Metaverse“, so Carlo Kölzer, Group-CEO der 360X. 
Zusammen mit Scooter brachte Twelve x Twelve die ersten NFTs im April 2021 auf den Markt. Weitere Drops folgten unter anderem mit Till Lindemann und GENETIKK. Geplant sind für das anstehende Jahr außerdem virtuelle Konzerte und Festivals. 

Mehr Investmentmitteilungen.

Foto/Quelle: Twelvebytwelve GmbH

Zick-Zack-Kurs der Ampel gefährdet Bau- und Klimaziele

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Berlin, 02. Feb (Reuters) – Nach dem Hin und Her um die Bauförderung haben die Verbände der Wohnungswirtschaft der Ampel-Regierung eine Gefährdung der Bau- und Klimaziele vorgeworfen. „Beim Wohnungsbau versucht die Bundesregierung, mit angezogener Handbremse in Fahrt zu kommen – auf 400.000 Neubauwohnungen im Jahr.

Gelingen wird ihr dies so jedoch nicht“, erklärten 30 Verbände einschließlich des Mieterbundes und der Gewerkschaft IG Bau am Mittwoch. Der Zick-Zack-Kurs bei der Förderung von Neubau und Sanierung effizienter Häuser müsse ebenso ein Ende haben wie die Politik nach Kassenlage.

Zwar habe die Regierung nach dem Stopp der Hilfen Verbesserungen angekündigt. Grundsätzlich sei aber eine Förderung sowohl für Energiespar-Sanierung als auch für Neubauten nach dem Effizienz-Standard 55 sowie 40 nötig, heißt es im Positionspapier für Regierung und Parlament.

Ampel

Die Regierung hatte am 24. Januar aufgrund eines Ansturms auf die Förderung von Sanierungen und vor allem dem Bau von Effizienzhäusern nach dem Standard 55 einen sofortigen Stopp verkündet. Nach heftigen Protesten sollen nun aber doch noch zumindest bis zum 24. Januar eingereichte Anträge genehmigt werden können. Die Förderung nach dem Standard 55, die Ende Januar ohnehin ausgelaufen wäre, soll aber nicht wieder aufgenommen werden.

Die Verbände erklärten, ein Förderlücke könne sich der Bund nicht erlauben: „Der Wohnungsbau braucht mehr Verlässlichkeit, mehr Tempo, mehr Anreize – und weniger bürokratische Hürden.“

Zick-Zack-Kurs der Ampel gefährdet Bau- und Klimaziele

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Bilanzsaison versetzt europäische Anleger in Kauflaune

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Frankfurt, 02. Feb (Reuters) – Ermutigende Firmenbilanzen locken weitere Anleger an Europas Aktienmärkte. Dax und EuroStoxx50 stiegen am Mittwoch um jeweils 0,5 Prozent auf 15.692 beziehungsweise 4245 Punkte. „Die Berichtssaison dies- und jenseits des Atlantiks kann die Marktteilnehmer überzeugen“, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. „Von steigenden Renditen am US-Anleihemarkt und den zuletzt oft genannten Leitzinserhöhungen möchten die Börsianer nichts hören.“

„Man kann aber nicht sagen, dass die Märkte das Thema Inflation und Zinswende sowie das Risiko eines Kriegs in der Ukraine bereits abgehakt haben“, warnte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Die aktuelle Erholung sei lediglich eine Reaktion auf vorangegangene Verluste. Außerdem sei der Markt inzwischen wieder anfällig für Gewinnmitnahmen.

Eine Bewährungsprobe für die europäischen Aktienmärkte sind die anstehenden Inflationsdaten. Experten erwarten für Januar einen Rückgang der Teuerungsrate in der Euro-Zone auf 4,4 von fünf Prozent im Jahresvergleich. Sollte der Preisdruck höher ausfallen, gerät die Europäische Zentralbank (EZB) Börsianern unter Zugzwang. Eine unmittelbare Änderung der Geldpolitik gilt zwar als ausgeschlossen. Die Währungshüter würden im Rahmen ihrer Beratungen am Donnerstag aber anerkennen müssen, dass die Inflation stärker steigt als bislang angenommen, sagte Volkswirt Andreas Billmeier vom Vermögensverwalter Western Asset Management.

Europa

GOOGLE-MUTTER ALPHABET HELLT ANLEGERSTIMMUNG AUF

In Kauflaune versetzten Aktienanleger der Umsatz- und Gewinnsprung der Google-Mutter Alphabet. Diese Steigerungen im zweiten Jahr der Pandemie seien beeindruckend, lobte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. „Derzeit ist Alphabet einer der absoluten Gewinner der Pandemie. Die Frage ist nur, ob und zu welchem Teil die durch Corona erhöhten Einnahmen und Nutzer nachhaltig sind.“ Die in Frankfurt notierten Aktien von Alphabet stiegen um gut 14 Prozent auf ein Rekordhoch von 2688 Euro.

Unter den deutschen Technologiewerten legte Teamviewer Zahlen vor. Der Ausblick liege zwar leicht unter den Erwartungen, aber insgesamt sei der Quartalsbericht solide, sagte ein Börsianer. „Der nicht ganz unerwartete Aktienrückkauf gibt den Aktien Auftrieb.“ Die Titel der Softwarefirma steuerten mit einem Plus von zeitweise fast 18 Prozent auf den größten Tagesgewinn der Firmengeschichte zu.

In Wien gehörte Raiffeisen Bank dank eines überraschend starken Quartalsergebnisses mit einem Kursplus von 5,1 Prozent zu den Favoriten. Zins- und Gebühren-Einnahmen hätten über den Erwartungen gelegen, kommentierten die Analysten der Bank JPMorgan. Gleiches gelte für die geplante Dividende.

ANSPANNUNG AM ÖLMARKT WÄCHST WEGEN OPEC+-BERATUNGEN

Unterdessen blickt Investoren gespannt auf die Beratungen der großen Erdöl-Exporteuere zur Förderpolitik. Sie rechneten mehrheitlich damit, dass die „Opec+“, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, die Quoten wie in den vorangegangenen Monaten um 400.000 Barrel pro Tag anheben wird.

In diesem Fall werde der Ölpreis wohl weiter steigen, prognostizierte Tetsu Emori, Chef des Vermögensverwalters Emori. „Sollten aber Saudi-Arabien und Russland signalisieren, dass sie mit einer höheren Produktion die Ausfälle anderer Mitgliedsstaaten ausgleichen, werden die Preise sicher fallen.“ Einige Staaten verfehlen wegen maroder Förderanlagen seit Monaten ihre Quoten. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee notierte zuletzt 0,4 Prozent im Plus bei 89,48 Dollar je Barrel (159 Liter).

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Bilfinger konstruiert Lithiumraffinerie von Rock Tech Lithium

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Frankfurt, 02. Feb (Reuters) – Der Rohstoffverarbeiter Rock Tech Lithium will beim Aufbau einer Lithiumraffinerie im brandenburgischen Guben mit dem Industriedienstleister Bilfinger zusammenarbeiten.

Eine Absichtserklärung zu einer Partnerschaft sei dafür unterzeichnet worden, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. „Das Projekt von Rock Tech befindet sich derzeit in einem fortgeschrittenen Planungsstadium.“ Bilfinger geht demnach die Konstruktion am Reißbrett an und übernimmt im Falle der Verwirklichung das Baumanagement des Projekts.

„Das von Rock Tech Lithium ausgearbeitete Konzept für den Bau der Lithium-Veredelungsanlage ist innovativ und technologisch überzeugend“, sagte Bilfinger-Chefin Christina Johansson.

Bilfinger

Die Kooperation sei ein weiterer bedeutender Meilenstein von Rock Tech auf dem Weg zu einem Unternehmen für umweltschonende Technologie, erklärte Rock-Tech-Chef Markus Brügmann.

Nach früheren Aussagen soll es im April mit dem Bau der ersten europäischen Lithium-Verarbeitungsanlage losgehen. Der Konverter soll ab 2024 Lithiumhydroxid produzieren für Elektroauto-Batterien.

Geplant ist eine jährliche Produktionskapazität von 24.000 Tonnen, was genug Material für rund eine halbe Million E-Auto-Batterien wäre. Das Lithium will das in Frankfurt und Toronto börsennotierte Unternehmen unter anderem aus einer eigenen Mine in Kanada beziehen. Rock Tech Lithium geht davon aus, bis zu 470 Millionen Euro in das Werk in Brandenburg investieren zu müssen.

Bilfinger konstruiert Lithiumraffinerie von Rock Tech Lithium

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Bieterkonsortium fehlen noch 30 Prozent der Aareal-Bank-Aktien

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München, 02. Feb (Reuters) – Drei Finanzinvestoren müssen am letzten Tag der Annahmefrist noch gut 30 Prozent der Aktionäre der Aareal Bank von ihren Übernahmeplänen für den Wiesbadener Immobilienfinanzierer überzeugen.

Bis Dienstag sei die 1,86 Milliarden Euro schwere Offerte für 29,45 Prozent der Aareal-Bank-Aktien angenommen worden, teilten die Bieter am Mittwoch mit. Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge sowie der kanadische Pensionsfonds CPPIB haben eine Untergrenze von 60 Prozent der Aktien gesetzt, die sie bis Mittwochabend erreichen müssen, damit die Übernahme zustande kommt.

Aareal

„Das ist machbar, aber es wird knapp“, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ein anderer Insider äußerte sich ähnlich. Für rund 50 Prozent lägen bereits mündliche Zusagen vor, während gut ein Viertel der Aareal-Bank-Aktien für die Bieter als unerreichbar gilt.

Sie liegen bei Hedgefonds wie Petrus Advisers und Teleios, die die Offerte über 31 Euro je Aktie für deutlich zu niedrig halten und angekündigt haben, sie nicht anzunehmen. Die meisten institutionellen Investoren warten bei Übernahmen bis zum letzten Tag, ehe sie ihre Aktien andienen. Bis klar ist, ob die Offerte erfolgreich war, kann es bis Freitag dauern.

Bieterkonsortium fehlen noch 30 Prozent der Aareal-Bank-Aktien

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