Donnerstag, Juli 9, 2026
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portagon im Interview

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portagon Johannes Laub_Jamal El Mallouki

Stell dich doch bitte kurz vor! 

Mein Name ist Johannes Laub und ich bin neben Jamal El Mallouki Gründer und Geschäftsführer von portagon (ehemals CrowdDesk). portagon digitalisiert durch seine Produkte und Leistungen das Geschäft der Kapitalaufnahme und -vermittlung für Unternehmen, Banken, Emissionshäuser und Finanzanlagenvermittler. Mit unserer Software ermöglichen wir einerseits einen unabhängigen, sicheren und vollständig digitalen Zugang zum privaten Kapitalmarkt und tragen andererseits einen Teil zur Demokratisierung der Finanzierungsbranche bei. 

Gründungen begleiten mich schon eine lange Zeit. Mit 18 Jahren habe ich das erste Mal gegründet – und zwar ein Musiklabel, um die Band meiner Freunde zu promoten. Ein paar Jahre zuvor, mit ca. 15 Jahren, entdeckte ich meine große Leidenschaft für die Finanzwelt, zunächst im Trading-Bereich. Es folgten weitere Gründungen von LeihDeinerStadtGeld und LeihDeinerUmweltGeld, weil mir bewusst wurde, dass kleinere oder unkonventionelle Projekte kaum Chancen auf schnelle Liquiditäten haben – Privatinvestor:innen aber gerne in eben diese investieren möchten. Die gesamte Branche ist für Privatpersonen ein undurchsichtiger und nahezu geschlossener Markt.

Vor allem, wenn es um Finanzierungen und die nötige Infrastruktur geht. Für einen  essentiellen Gründungsstandort wie Deutschland sind ebendiese jedoch unglaublich wichtig. Das wollte ich ändern. Mit portagon demokratisieren und öffnen wir diesen Markt heute und stellen Zugang zum privaten Kapitalmarkt her. 

Was hat euch bewogen portagon zu gründen? 

Bevor ich portagon zusammen mit Jamal gegründet habe, studierten wir beide an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Damals stand ich kurz davor, eine Karriere im Investmentbanking zu starten, und Jamal war auf dem Weg in die Unternehmensberatung. Das war jedoch zur Zeit der großen Finanzkrise – im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklungen empfanden wir die Strukturen der Branche zunehmend abschreckend.  

Wir waren überzeugt, dass es für Unternehmen schneller und einfacher möglich sein muss, Kapital zu beziehen – jenseits der Kreditvergabe im traditionellen Bankensystem. Die Idee trieb uns an, eine Lösung und Plattform für Finanzierungen zu schaffen, auf der sich Privatanleger:innen und Unternehmen auf Augenhöhe begegnen. Damals hießen wir noch CrowdDesk. Im Sommer dieses Jahres haben wir uns dazu entschieden, das Unternehmen neu zu formieren, denn unser Angebot eines komplett digitalen Finanzierungsinstruments ist dem ursprünglichen Crowdinvesting-Modell entwachsen. So wurde aus CrowdDesk portagon. Mit unserem neuen Namen, neuem Markenauftritt und veränderter Ausrichtung verdeutlichen wir unser dynamisches Wachstum .  

Wie bist du selbst das erste mal mit Bitcoin und Co. in Verbindung gekommen? 

Tatsächlich vor langer Zeit, als Bitcoin noch kaum bekannt war. Bereits 2010 stellte ich mir zwei Bitcoin-Miner in die Einliegerwohnung im Haus meiner Eltern. Damals haben die Miner am Tag 1,5 Bitcoins ausgespuckt – der damalige Wert lag bei rund neun Euro, heute wären es ca. 85.000 Euro. Die Miner trieben unsere Stromkosten jedoch ziemlich in die Höhe und entwickelten eine extreme Hitze – zum Ärgernis meiner Eltern. Also habe ich sie wieder abgebaut. 

Was ist portagon? 

Mit portagon positionieren wir uns gegen die starren Strukturen der Finanzwelt, um eine Chancengleichheit innerhalb der Finanzierungsbranche herzustellen. Wir möchten die Demokratisierung der Finanz- und Finanzierungsindustrie, sowie den Abbau von Intermediären vorantreiben. Anleger:innen sollen dadurch bessere Anlageprodukte erhalten und Emittenten einen einfacheren Weg zum Kapitalmarkt bekommen. Denn für viele Unternehmen ist es schlichtweg zu teuer, aufwendig oder nicht möglich, sich Liquiditäten über herkömmliche Kapitalmärkte zu beschaffen. Insbesondere Start-ups, Einzelunternehmer:innen, kleine und mittelständische Unternehmen brauchen unbedingt eine passende Alternative. 

Mit unserer Technologie, einer SaaS-Lösung, standardisieren wir dafür jegliche Prozesse, die für das Einsammeln, Vermitteln und Investieren von Kapital erforderlich sind. Zusätzlich machen wir sie rechtskonform. Dadurch können sich Emittent:innen digital am Kapitalmarkt finanzieren, und Investor:innen sowie Intermediäre werden dazu befähigt, Investitionen online zu vermitteln und abzuwickeln.  

portagon Johannes Laub_Jamal El Mallouki
Johannes Laub und Jamal El Mallouki, Gründer und Geschäftsführer von portagon.

Wer ist eure Zielgruppe? 

In erster Linie richtet sich portagon an Unternehmen aller Größen in verschiedensten Branchen mit Eigenkapital-Bedarf, die nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten suchen. 

Finanzvermittler:innen, Banken und Finanzdienstleister:innen gehören jedoch auch zu unseren Zielgruppen. Immerhin bekommen sie durch unsere digitale Finanzierungsplattform oder unsere direkt integrierbare Whitelabel-Lösung die Chance, Unternehmen einen neuen Kapitalzugang zu eröffnen, die aufgrund ihres geringen Eigenkapitals bislang nicht berücksichtigt werden konnten. 

In welchen Ländern seid Ihr aktiv? 

Derzeit sind wir in Deutschland und Österreich aktiv. Unsere Kunden und Kundinnen können jedoch europaweit Kapital einsammeln. 

Welche Produkte findet der Kunde bei euch? 

Bei uns gibt es keine Standardabfertigung. Vielmehr bieten wir unseren Kundinnen und Kunden mit unserer SaaS-Lösung ein Baukastenprinzip an und somit eine individuell auf sie abgestimmte Finanzierungslösung. Dabei umfasst das Paket nicht nur die benötigte technologische Infrastruktur, sondern darüber hinaus auch eine passende Vermarktungsstrategie, einen professionellen Anlegerservice und eine rechtskonforme Strukturierung. So ermöglichen wir individuelle digitale Finanzierungen für die unterschiedlichsten Branchen – wie beispielsweise Food & Beverages, Mobility und erneuerbare Energien. 

Dafür bieten wir individuelle Plattform-Lösungen. Mit dieser ermöglichen wir es Unternehmen, einzelne Projekte zur Zeichnung anzubieten. Eine wichtige Angelegenheit, denn mit einer individuell gestalteten Plattform können ohne großen Aufwand rechtssicher Finanzierungen gestartet werden, ohne dafür extra eine spezielle externe Lösung in Anspruch nehmen zu müssen. So wird die digitale Finanzierung auch eine Alternative für mittelständische Unternehmen, Handwerksbetriebe und Start-ups, um kleinere Summen einzusammeln – die aber genauso entscheidend sein können. 

Wie hat sich eure Plattform seit dem Launch entwickelt? 

2015 sind wir unter dem Namen CrowdDesk als Anbieter für die Bedürfnisse von Crowdinvesting- und -financing gestartet. Heute, gut sechs Jahre später, bieten wir mit portagon eine breit aufgestellte Software-Lösung für digitale Finanzierungen aller Art. Damit vernetzen wir Finanzinstitutionen, Intermediäre, Unternehmen sowie Investor:innen. Zudem bieten wir auch hinsichtlich Datenschutzes umfangreiche Hilfestellung an – sofern sie von unseren Kundinnen und Kunden gewünscht werden. Mittlerweile ist unsere SaaS-Lösung ja auch als Whitelabel-Lösung bei großen Finanzinstitutionen in Betrieb, denn der Bedarf an sicheren Infrastrukturen in dem Bereich ist groß.  

Mit den Einnahmen aus unserer Series-A-Finanzierungsrunde im Sommer dieses Jahres konzentrieren wir uns mit unserem Team von mittlerweile knapp 70 Mitarbeiter:innen vor allem auf die Weiterentwicklung des Produkts und auf strategische Partnerschaften.  

Welche Prozesse verändert ihr bei der Kreditvergabe? 

Wir bieten mit unserer Lösung die passende Infrastruktur für die sichere Abwicklung digitaler Finanzierungen. Und für eine weitere Öffnung des Finanzmarktes auch daran anknüpfende digitale Angebote. Denn der gesamte Bereich der digitalen Finanzgeschäfte unterliegt noch immer starren Vorschriften und Regulatoriken aus dem analogen Zeitalter.  

Wir halten geeignete Funding-Lösungen für Unternehmen bereit, die trotz unzureichender Eigenkapitalquote strategisches Wachstum ermöglichen. Banken und Finanzdienstleister:innen wiederum bekommen durch unsere Lösungen die Möglichkeit, ihre Kundenbindung zu stärken, indem sie auch Unternehmen bedienen können, die sie zuvor aufgrund mangelnder Kreditwürdigkeit abweisen mussten. 

Wie steht Ihr zu dem Thema Regulierungen? 

Als wir mit portagon gestartet sind, war der Markt noch komplett unreguliert. Den Austausch und die Zusammenarbeit mit den Gesetzgebenden in der Folge haben wir als sehr fruchtvoll empfunden immerhin konnten wir auch unseren Perspektiven Gehör verschaffen und sind auf offene Ohren gestoßen. Als die Regulierung dann kam, hat dies unser Geschäft nicht beschränkt, ganz im Gegenteil: Es wurde dadurch sogar weiter angetrieben. Denn ab diesem Zeitpunkt gab es klare Regeln und auch etablierte Institutionen wie etwa Banken sind in den Markt eingetreten – die Branche wurde attraktiver und hat mehr Aufmerksamkeit erhalten.  

An unserem Beispiel kann man gut erkennen, dass Regulierungen nicht nur Einschränkungen bedeuten, sondern nützlich sein können – solange sie sinnvoll sind. 

Welche Aufgaben haben die klassischen Banken in Zukunft?  

Ich denke, klassische Banken werden in Zukunft insbesondere drei Kernaufgaben haben. Zum einen natürlich weiterhin das Kerngeschäft der Bereitstellung und des Managements von Liquiditäten. Zum anderen werden sie aber auch dafür verantwortlich sein, lokale Wirtschaftskreise zu ermöglichen. Zuletzt ist eine ihrer Kernaufgaben, Kapital möglichst effizient an die Stellen zu bringen, an denen es unternehmerisch wirken kann. Im Grunde, wie es auch mit unseren Plattformen gemacht wird. 

Welche Konferenzen sollte man 2022 nicht verpassen? 

Ganz klar die Konferenz von Finance Forward und das damit zusammenhängende Festival von OMR. Zudem sind auch große Events wie das visionäre Hinterland of Things oder auch die NOAH sehr relevant für uns. In den einzelnen Branchen gibt es auch einige Events, die man auf keinen Fall verpassen sollte. So etwa die Expo Real im Immobilienbereich oder auch den Energiegipfel vom Handelsblatt.  

portagon im Interview

Wir bedanken uns bei Johannes Laub für das Interview

Aussagen des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Eigenkapital vom Staat

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Eine interessante Möglichkeit für Gründer

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist mit vielen verschiedenen Risiken behaftet. Besonders die Finanzierung ist in vielen Fällen ein Problem. Es kommt immer darauf an, wie viel Startkapital für das jeweilige Business benötigt wird. Besonders dann, wenn teure Maschinen für das Business unabdingbar sind, ist die Gründung nochmals komplizierter und komplexer. Speziell die Finanzierung ist in diesen Fällen oft schwierig.

Nicht jeder Gründer hat genügend, private Rücklagen, die er in das Unternehmen einbringen kann. In einem solchen Fall ist es notwendig, sich anderweitig Kapital zu beschaffen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie dies geschehen kann. Speziell staatliche Hilfen stehen in diesem Zusammenhang im Fokus. Sie gelten als sicher und es gibt verschiedene Förderprogramme, die teilweise in der Bilanz sogar als Eigenkapital geführt werden.

Es gibt mittlerweile viele verschiedene Möglichkeiten der Förderung

Eine Finanzierung, insbesondere für das Startkapital, ist für ein neues Unternehmen oft schwierig zu bekommen. Meist die Gründer selbst nicht über genügend finanzielle Mittel. Mittlerweile gibt es aber verschiedene Methoden, um an Gründungskapital zu kommen. Es kann beispielsweise über einen Investor geschehen oder auch über Crowdfunding. Zudem gibt es verschiedene staatliche Möglichkeiten, um an Fördermittel zu kommen.

Staatliche Fördermittel

Besonders die staatlichen Fördermittel sind attraktiv, obwohl es sich in vielen Fällen um sogenanntes Risikokapital handelt. In diesem Fall liegt das Risiko jedoch eindeutig auf staatlicher Seite. Zum Zeitpunkt der Gewährung der Mittel ist nämlich nicht sicher, ob die gewährten Mittel zurückgezahlt werden können, weshalb vor der Bewilligung und der Auszahlung eine eingehende Prüfung erfolgt. Beliebte Beteiligungsgesellschaften sind beispielsweise die IBB Beteiligungsgesellschaft mbH, die Kapitalbeteiligungsgesellschaft NRW oder die bayerische Beteiligungsgesellschaft.

Wie bereits anhand der Namen der Fördermittelgesellschaften zu erkennen ist, besteht ein Bezug zum jeweiligen Bundesland: Das zu fördernde Unternehmen muss in diesem Bundesland ansässig sein. Gründer können bei diesen Gesellschaften einen entsprechenden Antrag auf Förderung stellen. Der interessante Aspekt bei den genannten Fördermitteln ist, dass diese in der Bilanz als Eigenkapital geführt werden. Neben dem Firmensitz im richtigen Bundesland müssen noch weitere Vorgaben erfüllt und Schritte eingehalten werden. Ein Fördermittelberater wie Maximilian Schreiber bietet Unterstützung und die Garantie, dass beim Antrag keine Formfehler oder Missverständnisse die Förderungswürdigkeit zunichte machen.

Natürlich ist es ebenfalls möglich, bei anderen staatlichen Organisationen wie der KfW Bank, der IHK oder der HWL eine Förderung zu beantragen. Mittlerweile gibt es etliche, unterschiedliche Fördermittelprogramme für die verschiedensten Branchen und Bereiche. Sich selbst einen Überblick zu verschaffen, fällt aufgrund der Menge und der Komplexität immer schwerer. Es werden laufend Anpassungen vorgenommen und neue Modelle kommen auf den Markt. Es ist deshalb äußerst ratsam, sich in im Vorfeld beraten zu lassen.

Was macht ein Fördermittelberater?

Fördermittelberater haben sich auf dieses komplexe und unübersichtliche Themengebiet spezialisiert und ein fundiertes Wissen hinsichtlich der verschiedenen Programme und Modelle angeeignet. Sie helfen bei der Auswahl der passenden Förderungen, sind bei der Beantragung behilflich und informieren über etwaige böse Stolpersteine. Besonders für Gründer ist dies sehr hilfreich, da die Gründungsphase ohnehin schon sehr arbeitsreich ist und die wenigsten Gründer Zeit und Muße haben, sich auch noch mit diesem komplizierten Thema zu beschäftigen. Ohne das entsprechende Kapital ist eine Gründung aber gar nicht erst möglich. Hier setzt der Fördermittelberater an und schlägt die passenden Förderprogramme vor, die die Unternehmensgründung erleichtern.

Fördermittel sind in den meisten Fällen nur begrenzt verfügbar und an verschiedene Bedingungen geknüpft. Damit da nichts übersehen oder falsch gemacht wird, unterstützt der Berater bei der Antragstellung und weist auf die KO-Kriterien hin. In vielen Fällen wird übrigens selbst die Beratungsleistung gefördert. 

Fazit

Eigenkapital vom Staat ist eine attraktiver Fördermöglichkeit für Gründer. Im Fördermittel-Dschungel aber das passende Förderprogramm zu finden ist nicht einfach. Es ist wichtig, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen und sich umfassend zu informieren. Bei der anschließenden Antragstellung müssen alle Bedingungen und Auflagen berücksichtigt werden. Um hier keine Fehler zu machen und Zeit und Energie zu sparen, ist es sinnvoll, sich Unterstützung vom Fördermittelberater zu holen. Auch hierfür gibt es Förderungen, wodurch die Beratung oft sogar kostenlos ermöglicht wird.

Autor

Maximilian Schreiber ist selbst Wirtschaftsjurist und Unternehmer, und zwar seit mittlerweile mehr als 10 Jahren. Als Gründer- und Fördermittelberater schlägt er seinen Kunden gezielt passende Förderungen vor und unterstützt sie bei der Beantragung. Er hat in der Branche bereits langjährige Erfahrungen und ist etabliert im Geschäft. 

Maximilian Schreiber ist Gründerberater, Fördermittelexperte und Geschäftsführer der RSC GmbH. Nach seinem Wirtschaftrechtsstudium spezialisierte er sich auf die staatliche Fördermittelthematik. In seiner über 10 Jahre langen Tätigkeit als Unternehmer sammelte er die notwendige praktische Erfahrung auch durch eigene Beantragung von Fördermitteln in verschiedenen Branchen, was er heute nutzt, um anderen Unternehmen und Gründern mehr Liquidität durch staatliche Fördermittel zu verschaffen. Maximilian Schreiber betreut Kunden im gesamten DACH-Raum.

Mittlerweile ist er gelisteter Berater für

  • Zuschussberatungen KfW, LfA, IHK und HWK – Berater unternehmerisches Knowhow des Bundesamtes für Wirtschaft – Berater im Beratungsprogramm Wirtschaft NRW (BPW)
  • Gründungs- und Fördermittelberatung
  • Nachfolge- und Übernahmeberatung
  • Betriebswirtschaftliche Unternehmensberatung

Weitere Informationen finden Sie hier

Titelbild pixabay

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ist Chinas Aufstieg zu Ende?

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china Kommentar Gerwin Bell China

Ein Kommentar von Dr. Gerwin Bell, Asiatischer Chefvolkswirt, PGIM Fixed Income

Asien bleibt ein bedeutender Wirtschaftsraum. Der Einfluss Chinas darin wird allerdings zurückgehen, denn langfristig stellen Chinas gegenwärtige Probleme die weithin akzeptierte These des „asiatischen Jahrhunderts“ infrage. 

Asien verkörpert wie keine andere Region das Alleinstellungsmerkmal der gegenwärtigen Weltkonjunktur: Den scharfen Kontrast zwischen „rebound“ und „recovery“, also die Kluft zwischen der Rückkehr einer Volkswirtschaft auf Vorkrisen-Niveau und der langsameren wirtschaftlichen Erholung. Nordasiens Volkswirtschaften waren die ersten, die das Vorkrisen BIP-Niveau wieder erreichten. Auch die ASEAN Staaten werden an dieses Niveau — ähnlich wie Deutschland — Ende 2021 wieder herankommen. 

Auf der anderen Seite der Medaille befindet sich die BIP-Lücke, also die Differenz zwischen dem tatsächlichen BIP-Niveau und jenem BIP, das erreicht worden wäre, hätte der Vorkrisen-Wachstumstrend angehalten. Zwar hatte auch hier China wieder die Nase vorn, denn immerhin war es die „globale Fabrik“, die die Güternachfrage während der Krise bediente. Jedoch konnten andere Exportnationen ihre jeweilige Lücke bislang noch nicht schließen, etwa Korea und Japan sowie besonders die ASEAN Länder, letztere mit teilweise weitreichenden sozialen Folgen.

All das geht auf die Kehrtwende in Chinas Konjunkturpolitik zurück. Im Gegensatz zur globalen Finanzkrise in 2008, als Pekings massiver Konjunkturstimulus die Weltwirtschaft aus dem Konjunkturtal führte (und in China zu einem starken Anstieg der Schuldenquote führte), vermied es die chinesische Führung diesmal, der Wirtschaft substanzielle Impulse zu geben. 

Der Technologiemotor stottert

Zwar setzte China auf die Fortführung der Produktion, während die meisten Länder strikte (und langanhaltende) Lockdowns einführten. Dadurch wurde die globale Güternachfrage verstärkt in China gestillt. In der Tat trieben Exporte das Wachstum Chinas wie selten zuvor, und ließen Chinas globalen Marktanteil auf einen historischen Rekordwert von 16 Prozent hinaufschnellen – vgl. Deutschland: 9 Prozent (Quelle: Global Trade Monitor by CPB).

Andererseits wurde damit primär die chinesische Wirtschaft stabilisiert und nicht, wie von manchen erhofft, auch der Rest der Welt vorangetrieben. Die letzten Wochen und Monate lassen vermuten, dass China nicht willens ist, dies zu ändern. Ende letzten Jahres mehrten sich die Zeichen, dass Peking den Einfluss der großen chinesischen Technologiekonzerne beschränken will. Über die folgenden Monate kamen zunehmende Regulierung von E-Commerce und des privaten Bildungssektors hinzu, die zu empfindlichen Börsenverlusten führten. Im Spätsommer bewirkte der drastische Einschnitt der Neuverschuldung im Immobilienmarkt zwei Ausfälle („defaults“) und Sorgen um eine systemische Krise, die außerdem durch Versorgungsausfälle im Energiesektor überschattet wurden. 

Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass diese Entwicklungen zu einer harten Landung führen, sie untermauern dennoch die These, dass Chinas zukünftiges Wachstum wohl auf vier bis fünf Prozent beschränkt bleiben wird.

Doch selbst dieses Ziel bedingt, dass Chinas Wirtschaftspolitiker bald aktiv werden, um einen schlimmeren Wirtschaftseinbruch zu verhindern. Wenn der notwendige Stimulus sichtbar wird, dürfen Investoren jedoch nicht der instinktiven Annahme verfallen, dass China wieder die Welt antreiben wird. Denn klar ist: Der gegenwärtige Aufschwung der Weltkonjunktur steht und fällt nach wie vor mit den Konjunkturprogrammen und der stimulierenden Geldpolitik in den entwickelten Volkswirtschaften.

Ist das „asiatische Jahrhundert“ vorbei? Der Hintergrund eines schwächelnden Chinas und asiatischer Volkswirtschaften, die von der Nachfrage entwickelter Volkswirtschaften abhängig sind, führt naturgemäß zu der Frage, ob die These des „asiatischen Jahrhunderts”, also der postulierten wirtschaftlichen Dominanz Asiens im 21. Jahrhundert, überdacht werden muss. In der Tat legen die letzten zwei Jahre erhebliche Zweifel an der angenommen Stärke Chinas nahe: Die Inlandsnachfrage schwächelt, die Schulden schnellen nach oben und das Produktivitätswachstum ist bescheiden (und wird durch US-Sanktionen und chinesische Regulierung im Technologieberiech zusätzlich erschwert), während die wirtschaftliche Planung zu einer zeitgleichen Kumulierung von Energie- und Immobilienkrisen mit negativen Wachstumsauswirkungen führte.

BIP-Niveau vs. Vorkrisen-Wachstumstrend
Indexpunkte (Differenz) Quelle: PGIM Fixed Income und Haver Analytics, per 30. September 2021.

Aufstieg der USA setzt sich fort

Welche Konsequenzen hat das jetzt auf globaler Ebene? Eine simple Extrapolation des historischen Wachstumstrends seit Reformbeginn in 1980 zeigt, dass China bald zur größten Volkswirtschaft der Weltaufsteigen könnte und diese Rolle in den nächsten 80 Jahren nicht wieder aufgeben dürfte. Im Gegensatz dazu zeigt eine Projektion auf Basis der Bevölkerungsentwicklung sowie der historischen Produktivitätswachstumstrends, dass China zwar gegen Mitte des Jahrhunderts die Eurozone überholen, nach wenigen Jahrzehnten jedoch wieder zurückfallen wird, während die USA bald zur globalen Nummer eins aufsteigen und ihren Vorsprung kontinuierlich weiter ausbauen werden. 

Das liegt unter anderem daran, dass Chinas Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter seit ein paar Jahren schrumpft. Außerdem ist die Produktivität zwar schwieriger zu messen, eine neue IWF Studie zeigt jedoch, dass China noch deutlich hinter globalen Produktivitätsstandards liegt sowie, was noch wichtiger ist, dass es in zentralen Industrien in den letzten Jahren einen Rückschritt gab, konkret in der Zeit, in der Generalsekretär Xi Jinping stärkere politische Kontrolle über die Wirtschaft ausgeübt hat.

Blick auf andere asiatische Staaten lohnt sich

Dabei sollte man jedoch viele andere asiatische Länder nicht vergessen, aus denen zahlreiche gute Nachrichten kommen. So wird Indien in Kürze das bevölkerungsreichste Land der Welt sein und Indonesien mit seinen 275 Millionen Einwohnern die Nummer 4 nach den USA. Beide Volkswirtschaften werden von Reformregierungen geführt, die es verstanden haben, dass Wohlstand der jungen und wachsenden Bevölkerung darauf beruht, Marktkräfte zu nutzen. Darüber hinaus stellt Indonesien als größte muslimische Demokratie der Welt ein vielleicht in Teilen kopierbares Modell für andere Länder dar.

Auch Bangladesch hat große Fortschritte gemacht, während es Hoffnungen gibt, dass der subkontinentale Nachbar Pakistan endlich tragbare Wirtschaftsreformen hervorbringt. Außerdem haben Reformen in den Philippinen und Vietnam den Grundstein für größere Dienstleistungs- und Güterexporte gelegt, die tragfähiges Wachstum untermauern. 

Alles in allem wird das „asiatische Jahrhundert“ also wahrscheinlich weiter fortschreiten. Voraussichtlich jedoch mit reduzierter chinesischer Dominanz.

For Professional Investors only. All investments involve risk, including the possible loss of capital. Nur für professionelle Anleger. Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Kapitalverlusts.

Ist Chinas Aufstieg zu Ende? Ein Kommentar von Dr. Gerwin Bell, Asiatischer Chefvolkswirt, PGIM Fixed Income

Quelle: PGIM Fixed Income

Tipps zur sicheren und niedrigen Finanzierung

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finanzierung

Es gibt zahlreiche Situationen, weshalb ein Unternehmen Kapital benötigt. Je nachdem, in welcher Form dieses in die Firma fließt und woher es kommt, unterscheidet man zwischen einer Innen- und einer Außenfinanzierung.

Innenfinanzierung:

Bei dieser stammt das Kapital aus dem eigenen Unternehmen. Da keine finanzielle Hilfe von außen erforderlich ist, wird diese Finanzierung Innenfinanzierung genannt. Der Klassiker ist die Innenfinanzierung durch den Gewinn.

Außenfinanzierung:

Im Falle einer Außenfinanzierung wird das Kapital von außen in eine Firma eingebracht. Auch hierfür gibt es unterschiedliche Wege. Eine Möglichkeit ist, die Einlagen zu erhöhen. Auch Darlehen und Finanzierungen zählen zu Außenfinanzierungen.

Tipps zur sicheren Finanzierung

Im Folgenden geben wir einige hilfreiche Tipps zum Thema sichere Finanzierung.

Mindestens 20% EK für eine Finanzierung bereitstellen:

Als Eigenkapital bezeichnet man alle Mittel, die zum Eigentum einer Person gehören. Es spielt nicht nur bei der Gründung eines Unternehmens eine wichtige Rolle. 

Da Geldgeber bei einer Finanzierung sicher sein möchten, dass ihr Geld nicht in einem Fass ohne Boden verschwindet, sind bestimmte Auflagen einzuhalten. Eine davon ist die Eigenkapitalquote, die in meisten Fällen mindestens 20% beträgt. Vereinfacht gesagt bedeutet sie, dass man 20% des benötigten Kapitals bereits haben muss (Eigenkapital) und die restlichen 80% in Form einer Finanzierung bekommen kann (Fremdkapital).

Bei Finanzierungen mit langer Laufzeit eine tilgungsfreie Anfangszeit vereinbaren:

Kredite können eine tilgungsfreie Zeit beinhalten. Das heißt, dass für eine bestimmte Zeit die Rückzahlung der Schulden ausgesetzt wird. Dadurch fällt die monatliche Rate in der Anfangszeit niedriger aus.

Eine tilgungsfreie Zeit kann auch ein Ausweg sein, wenn man zum Beispiel von Arbeitslosigkeit oder Krankheiten in eine finanzielle Schieflage gerät und keine Zahlungen mehr leisten kann. Viele Banken zeigen sich verständnisvoll und gewähren einen Aufschub der Tilgung, sofern Aussicht darauf besteht, dass sich die Lage wieder ändern wird.

Gute Bonität für niedrige Zinsen erarbeiten:

Ein zuverlässiges Zahlungsverhalten ist die Basis für Kreditwürdigkeit. Das gilt für die Abrechnungen von Kreditkarten, für alle Rechnungen, Kredite usw. Um die Bonität entsprechend zu verbessern, sollte man eventuelle Schulden so rasch wie möglich begleichen. Es lohnt sich auch, bei der Schufa nachzufragen, ob es negative Einträge gibt, das diese die Kreditwürdigkeit stark herabsetzen. Wenn etwaige negative Schufa-Einträge gelöscht werden können, sollte man das unbedingt vor der Beantragung der Finanzierung erledigen.

Kreditlaufzeit passend zur Nutzungsdauer der zu finanzierenden Sache vereinbaren:

Wie viel Kredit sich ein Kreditnehmer leisten kann, wenn das monatlich zur Verfügung stehende Budget bekannt ist, wird durch die Laufzeit festgelegt. Es ist ratsam, die Laufzeit eines Kredites nicht über die Nutzungsdauer des angeschafften Guts hinaus laufen zu lassen. Wer beispielsweise vorhat, ein Fahrzeug über einen Kredit zu finanzieren und das Auto die kommenden sechs Jahre zu fahren, sollte die Kreditlaufzeit nicht länger als sechs Jahre festlegen. Berücksichtigt man dies nicht, muss man über die Nutzungsdauer des Objekts hinaus noch die fehlenden Finanzierungsraten bezahlen.

Gute Beziehungen zu den Banken:

Eine gute Beziehung zur Bank steht und fällt mit der Beziehung zum Kundenberater. Man sollte ihn deshalb regelmäßig über die Entwicklung des Unternehmens informieren. Nur so kann die Bank die Entwicklung des Unternehmens verfolgen und die Risiken und Chancen einschätzen, was eine Voraussetzung für zusätzliche Kredite ist und für die Höhe des Zinssatzes eine wesentliche Rolle spielt.

Fördermitteldarlehen in Anspruch nehmen:

Als Unternehmen, Selbstständiger oder Freiberufler hat man nicht nur die Möglichkeit ein Fördermitteldarlehen in Anspruch zu nehmen, wenn man durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten ist. Auch für viele andere Projekte können Förderungen zu attraktiven Konditionen beantragt werden, um die Liquidität zu verbessern und laufende Kosten zu decken. Am bekanntesten sind wohl die KfW-Kredite. Hierzu beraten unabhängige Fördermittelberater, aber auch Banken und Sparkassen.

Gewinn des Unternehmens möglichst hochhalten und die Kosten niedrig:

Es gibt vier mögliche Hebel, um den Unternehmensgewinn zu steigern:

  • Die Erhöhung der Stückzahl,
  • Die Erhöhung der Preise,
  • Die Reduktion der Fixkosten und
  • Die Senkung der variablen Kosten.

Die Wirksamkeit dieser vier Hebel sind unterschiedlich. Der Preis ist der mit Abstand wirksamste Hebel, um den Gewinn zu erhöhen.

Nahezu alle Kosten sind Fixkosten, zum Beispiel Gehälter, Mieten, Abschreibungen sowie Kosten für IT, Leasing und Versicherungen. All diese Kosten laufen weiter, auch wenn die Einnahmen abnehmen. Kommen in einer Situation rückläufiger Einnahmen zusätzliche Geldabflüsse hinzu, geraten kleinere Firmen und Selbstständige häufig in Schwierigkeiten. Die Folge sind Liquiditätsengpässe oder im Extremfall sogar eine Insolvenz. Rechtzeitig gebildete Rücklagen verschaffen ein entsprechendes Finanzpolster für weniger rosige Zeiten.

Rechnungen stets zur Fälligkeit bezahlen, um die Bonität hochzuhalten:

Die gesetzliche Zahlungsfrist beträgt 30 Tage. Eine Rechnung ist stets sofort fällig. Die gesetzliche Zahlungsfrist räumt dem Konsumenten aber 30 Tage Zeit ein, eine Rechnung zu begleichen. Erst dann befindet er sich im Zahlungsverzug. Bei Zahlungen zwischen Unternehmen sind Skonti durchaus gängige Praxis: Man bezahlt innerhalb einer kürzeren Frist und erhält dafür einen Rabatt.

Fazit

Nicht ausreichend finanzierte Investitionsvorhaben und Liquiditätslücken behindern und belasten die Geschäftstätigkeit. Neben der Pflege einer guten Geschäftsbeziehung zur Bank ist es wichtig, den Umfang des eventuellen Finanzierungsbedarfs genau zu kennen und aus den vielen Möglichkeiten der Finanzierung die optimalen Instrumente auszuwählen.

Eine der grundlegendsten Fragen ist, ob es um eine Einmalfinanzierung geht – etwa für die Anschaffung eines Wirtschaftsguts – oder ob das Unternehmen regelmäßig Betriebsmittel benötigt, um laufenden Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Autor:

Maximilian Schreiber ist anerkannter Fördermittelexperte. Er ist als Gründerberater und Geschäftsführer der RSC GmbH (www.r-s.consulting) tätig. Nach seinem wirtschaftsrechtlichen Studium spezialisierte er sich auf die Beratung zu staatlichen Fördermitteln. Aktuell ist er gelisteter Berater für

  • Zuschussberatungen
  • Beratungen für Gründungs- und Fördermittel
  • Nachfolge- und Übernahmeberatung
  • Betriebswirtschaftliche Unternehmensberatung

Titelbild: Bild von Steve Buissinne auf Pixabay

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

GENETIKK veröffentlicht NFTs bei twelve x twelve

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GENETIKK


“Was jetzt passiert, wird euer Bewusstsein verändern”: GENETIKK veröffentlicht NFTs bei twelve x twelve  

Die Hiphop-Crew GENETIKK veröffentlicht nun erstmalig eigene NFTs auf dem Musik-NFT-Marktplatz von twelve by twelve. Ab dem 24.12.2021 werden in insgesamt zehn Drops die NFT-Edition des Nummer eins Albums “MDNA” inklusive sechs unveröffentlichten Songs und dem heiß diskutierten Videoclip zu GERMAN ANGST den Fans zur Verfügung gestellt. Außerdem wird es zu jedem Drop ein limitiertes Artwork geben. 

Nachdem die Fans zwei Jahre auf das neue Album warten mussten, haben GENETIKK schlussendlich doch keine Wünsche offen gelassen und eine Revolution des Deutschraps ins Leben gerufen. Mit dem Entschluss “MDNA” nun auch als NFTs zu veröffentlichen, haben sie, wie gewohnt, einen eigenen, neuen Weg abseits der Industrie gefunden, um ihre Musik zu vertreiben. “NFT sind eine Möglichkeit, die MDNA-Experience um eine Dimension zu erweitern und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit twelve x twelve”, so GENETIKK.  “NFTs werden ein Gamechanger im Musik-Business werden und die Wertschätzung zurück zu den Künstlern tragen.” 

Immer weiter Richtung Metaverse 

Mit GENETIKK wird für twelve x twelve ein weiterer Meilenstein Richtung Music 3.0 gelegt. “Geplant ist ein twelve-x-twelve-Metaverse mit digitalen Clubs und Konzerthallen, in denen die User mittels Avataren eintreten und ihre Künstler via Greenscreen-Technologie Live erleben können”, so Jan Denecke, CEO und Co-Gründer von twelve x twelve. “Ferner wird es eine NFT-Galerie, einen Record Store, eine Hall of Fame und vieles mehr geben. Alle Produkte, von Merchandise, „digital wearables“, Musik und deren artverwandet Kunst können dann über den angeschlossenen Marktplatz erworben, getauscht und verkauft werden. Die Gäste können sich während den Veranstaltungen live miteinander austauschen. Das Metaverse wird der Playground für die Community und der Fantasie werden keine Grenzen gesetzt. “ 

“Um unser Ziel, die erste Adresse für Musik und musikverwandte Kunst auf dem NFT-Markt zu werden, zu erreich, sind wir auf visionäre Künstler angewiesen, die mit uns die nächsten Schritte gehen und eine Weiterentwicklung unseres Marktplatzes überhaupt ermöglichen”, sagt Philipp Köhn, CXO von twelve x twelve. “Für das kommende Jahr soll das ‘A Thousand Fans’-Konzept verwirklicht werden. Fans sollen hier direkt in die kreative Schöpfung ihrer Band investieren können. Es ist eine Art tokenbasiertes Crowdfunding, welchen den Artists die Möglichkeit eine Finanzierung erleichter, da es direkt die Fans anspricht, und sich so voll auf ihr kreatives Schaffen konzentrieren können.” 

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle Twelvebytwelve GmbH

Bankhaus Scheich veräußert Kryptowährungen aus Beschlagnahmungen im Wert von ca. 100 Mio. EUR

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bankhaus scheich

Bankhaus Scheich handelte für das Land Hessen und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main

Das Bankhaus Scheich hat für das Land Hessen und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main Kryptowährungen aus Beschlagnahmungen im Wert von ca. 100 Mio. EUR veräußert. Das Bankhaus hat die Kryptowährungen innerhalb von einer Woche bis zum 20. Dezember 2021 abverkauft.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bankhaus Scheich haben im Rahmen der Veräußerung der Kryptowerte ein Setup etabliert, über das nun auch zukünftig Krypto-Transaktionen rechtssicher und schnell abgewickelt werden können. Da die Kryptowährungen im Zusammenhang mit Verbrechen stehen gelten sie als „kontaminierte Coins“ und können nicht auf gängigen Börsen gehandelt werden. Der nun etablierte Prozess stellt sicher, dass Handelspartner informiert werden, dass die Währungen wieder in rechtmäßigem Besitz sind und als „sauber“ deklariert worden sind, so dass eine Veräußerung möglich ist.

Eine Rahmenvereinbarung zwischen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und dem Bankhaus Scheich begründet darüber hinaus eine langfristige Partnerschaft und dient als Grundlage für die künftige Veräußerung beschlagnahmter Kryptowerte durch das Land Hessen.

Boris Ziganke, Mitglied des Vorstands des Bankhaus Scheich, sagte: „Eine solch große Menge an Kryptowährungen in kürzerer Zeit abzuverkaufen ist komplex und über die klassischen auf Privatanleger fokussierte Plattformen nahezu unmöglich. Dass uns dies aufgrund unserer großen Liquidität im Bereich der Krypto-Vermögenswerte ohne Marktverwerfungen gelungen ist bezeugt unsere führende Stellung in Deutschland im Bereich des Handels von Krypto-Vermögenswerten.“

Nils von Schoenaich-Carolath, Managing Director Digital Assets und Leiter des Projekts, sagte: „Aufgrund der hohen Volumina, der Vielzahl an Währungen und der Schwierigkeiten in Bezug auf das Problem der Geldwäsche war dieses Projekt äußerst vielschichtig. Gemeinsam haben wir eine rechtssichere und effiziente Lösung entwickelt, um Transaktionen dieser Art schnell und ohne den Markt zu beeinflussen, abwickeln zu können.“

Oberstaatsanwältin Jana Ringwald, die das Projekt auf Seiten der Generalstaatsanwaltschaft vertritt: „Kryptowährungen sind das Zahlmittel der Cybercrime. Nicht nur ihre Sicherstellung erfordert ein professionelles Vorgehen, sondern auch ihre Verwertung. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bankhaus Scheich haben eine in Deutschland bislang einzigartige, marktgerechte und rechtssichere Lösung entwickelt, um derartig inkriminiertes Kryptovermögen wieder dem regulären Markt zuzuführen.“

Das Bankhaus Scheich hat als lizensierte Bank und regulierter Handelspartner über 35 Jahre Erfahrung im Bereich Preisstellung, Market Making und Liquiditätsbereitstellung im traditionellen Handel bspw. von Aktien und Anleihen. Seit 2018 hat sich das Bankhaus darüber hinaus auf den außerbörslichen Handel von Kryptowährungen, Digital Assets und der Tokenisierung spezialisiert.

Die rechtliche Begleitung des Projekts erfolgte durch die Anwälte von YPOG um Daniel Resas. „Es ist jedenfalls in Deutschland das erste Mal, dass es zu einer derart hochvolumigen Verwertung beschlagnahmter Kryptowerte gekommen ist. Das hat die Beteiligten nicht nur im Abverkauf vor große Herausforderungen gestellt. Vor allem im Umgang mit den geldwäscherechtlichen Anforderungen der Handelsteilnehmer mussten wir praktisch Neuland beschreiten. Ich bin mir sicher, dass wir hier einen neuen Marktstandard für die Verwertung staatlich beschlagnahmter Kryptowerte geschaffen haben.“, so Resas.

Weitere Informationen finden Sie hier

Titelbild pixabay.com

Quelle Bankhaus Scheich

Wie funktioniert der Energiehandel an der Strombörse?

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Wie funktioniert der Energiehandel an der Strombörse? Ein Gastbeitrag von Andreas Lindhorst, Geschäftsführer der Energie Vertrieb Deutschland EVD GmbH

Aufgaben und Funktionen der EEX

Strom bleibt unverzichtbar für die Menschheit und besonders für Industrienationen, lässt sich aber schlecht lagern. Im Idealfall halten sich Verbrauch und Erzeugung die Waage, die Produktion an erzeugter Energie aus erneuerbarem und konventionellem Strom schwankt aber ebenso wie der Verbrauch. Aus diesem Grund existiert in vielen Ländern eine Strombörse, die den auch kurzfristigen finanziellen Ausgleich für Strommengen zwischen Anbietern und Käufern ermöglicht. Für einen Großteil der Unternehmen besitzen kostengünstige und zugleich langfristig kalkulierbare Energiepreise eine hohe Priorität, da sie einen entscheidenden Kostenfaktor für den Betrieb darstellen. Beschaffungsexperten sorgen in diesen Fällen mit kurz- und langfristigen Einkäufen dafür, dass den Kunden zu jederzeit die Energie zur Verfügung steht, die sie brauchen.

Weg zu mehr Wettbewerb

Bis 1998 band der Wohnort einen Stromkunden an einen festen Anbieter, dem in der Regel auch das lokale Stromnetz gehörte, weshalb es keinen preislichen Wettbewerb gab. Veränderung brachte das im Jahr 1998 verabschiedete Energiewirtschaftsgesetz1. Es löste den Betrieb der Stromnetze aus dieser Wertschöpfungskette und erlaubte es somit auch anderen Stromanbietern, die Netze für den Transport ihres Stroms zu nutzen.

Mit dieser Liberalisierung des Strommarkts und der Aufhebung des Monopols ergab sich zudem die Anforderung, für die Ware Strom eine Börse zu schaffen. Sie soll einen Marktplatz für den Austausch zwischen Erzeugern und Anbietern beziehungsweise Großkunden bieten.

Vermittler für den europäischen Energiehandel

Im Jahre 2000 entstanden zuerst die Leipziger Power Exchange (LPX) und die European Energy Exchange in Frankfurt am Main (EEX). Sie schlossen sich 2002 zur neuen EEX in Leipzig zusammen und heute findet dort neben dem Stromhandel auch der Kohle-, Erdgas- sowie Emissionshandel statt. 2008 fusionierten die Spotmarktaktivitäten der französischen und deutschen Energiebörse zur EPEX SPOT2. An ihr können Kunden Strom zu stündlich aktualisierten Preisen erwerben, wie es auch die Energie Vertrieb Deutschland GmbH anbietet.

Die EEX ist die größte Anlaufstelle für Energiehandel in Europa und besaß im Jahr 2020 für den europäischen Terminmarkt ein Handelsvolumen von 4.736 TWh sowie 622 TWh für den Spotmarkt3. Sie verkauft oder kauft selbst keinen Strom. Als Vermittler gewährleistet sie die Erfüllung der hier getätigten Geschäfte.

Energiehandel

Wer darf teilnehmen?

Während des Verkaufsgeschehens bleiben alle Kunden anonym, um bilaterale Absprachen untereinander zu vermeiden. Ende 2000 nahmen noch 40 Kunden aus sieben Ländern an der Strombörse teil. 20 Jahre später steht die EEX aktuell nach ihrem letzten Geschäftsbericht bei 776 Handelsteilnehmern aus 38 Ländern4. Da sie Privatkunden von den Geschäften ausschließt, handelt es sich hierbei vor allem um Energieversorger, Stadtwerke, Industrieunternehmen, Banken, spezialisierte Handelshäuser und Broker. Um an der Strombörse handeln zu dürfen, müssen Unternehmen einen speziellen Zulassungsprozess abschließen5. Genehmigte Handelspartner verbinden sich danach ausschließlich über elektronische Handelssysteme mit der Börse und können so Gebote für den Verkauf und Kauf abgeben. 

Bis kurz vor Schluss

Je nach Lieferdatum findet die Elektrizität Absatz im Spotmarkt oder im Terminhandel. Bei ersteren können Transaktionen dank digitaler Lösungen bis zu fünf Minuten vor Liefertermin stattfinden, wodurch Energieversorgungsunternehmen mit Day-Ahead- oder Intraday-Auktionen die Möglichkeit haben, kurzfristig Engpässe oder Überversorgungen auszugleichen. Faktoren wie das Wetter beziehungsweise die steigende oder sinkende Nachfrage führen dabei oftmals zu starken Preisschwankungen und manchmal sogar zu negativen Preisen. Einerseits kann die Produktion bei Wind, Wasser oder Sonne schnell sinken und damit den Preis in die Höhe treiben. Andererseits besitzt Ökostrom den Einspeisungsvorteil gegenüber konventioneller Energie und sorgt so bei großen Produktionsmengen schnell für einen starken Preisfall.

Andreas Lindhorst, Geschäftsführer der Energie Vertrieb Deutschland EVD GmbH, Quelle: EVD

Blick in die Zukunft

Am EEX Hauptsitz in Leipzig können Kunden am Terminmarkt langfristige Stromhandelsgeschäfte im Zeitraum von einer Woche bis hin zu sechs Jahren tätigen. Die vermarkteten Stromprodukte heißen auch Futures und bieten Planungssicherheit für beide Seiten, da sie innerhalb der Vertragslaufzeit täglich den vereinbarten Preis sichern. Als Untermodell bietet sich noch die Tranchenbeschaffung, wodurch der Energieeinkauf nicht auf einmal, sondern über das Jahr verteilt geschieht, in der Regel mit Quartals- oder Jahrestranchen. Damit vermeiden Kunden einen einmalig ungünstigen Preis und können kurzfristige Marktschwankungen ausnutzen. 

Versorger als verlängerter Arm des Kunden

Gut aufgestellte Versorger wie die Energie Vertrieb Deutschland bieten Kunden und Partnern an, über einen direkten Marktzugang höchst flexibel agieren zu können. Das ist gerade in Zeiten mit hohen Preisvolatilitäten eine der Grundvoraussetzungen für die Chance auf einen günstigen Energiepreis. Denn dadurch können Beschaffungsrisiken reduziert und Chancen gesteigert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.energiedeutschland.de.

Wie funktioniert der Energiehandel an der Strombörse? von Andreas Lindhorst

Quellen

1http://www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005/index.html
2https://www.eex.com/de/eex-ag/eex20
3https://www.eex.com/fileadmin/EEX_Group/EEX_Group_Annual_Report/Annual_Report_2020/210421_EEX_Group_Annual_Report_2020_DE.pdf, S. 6.
4https://www.eex.com/fileadmin/EEX_Group/EEX_Group_Annual_Report/Annual_Report_2020/210421_EEX_Group_Annual_Report_2020_DE.pdf, S. 6.
5https://www.eex.com/de/zugang/zulassung.

Grüne Anleihen-ETF-Studie: Warum die Bahn Elektromobilität schlägt

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Grüne Anleihen-ETF-Studie, ein Kommentar von Marcus Weyerer, ETF Investment Strategist bei Franklin Templeton Investments 

Pro 10 Mio. EUR Investitionssumme führt der im Bereich Verkehr investierte Anteil zu Emissionseinsparungen in Höhe von 947 Tonnen CO2-Äquivalent, was dem Wegfall von 563 Autos von den europäischen Straßen entspricht.

Das Verkehrswesen war 2020 nach wie vor für 24 % der direkten CO2-Emissionen aus der Kraftstoffverbrennung (Quelle: IEA) sowie 2021 für 23 % der globalen energiebezogenen CO2-Emissionen (Quelle: IEA) verantwortlich. Die Emissionen aus dem Straßen- und dem Inlandsflugverkehr dürften sich 2021 auf knapp 350 Mio. Tonnen CO2 (oder 5 % weniger als 2019) belaufen (Quelle: „Global Energy Review 2021“).

Der Schienenverkehr sticht aufgrund seiner extrem hohen induzierten Emissionen hervor. Zurückzuführen ist dies auf den Ausbau zusätzlicher erneuerbarer Energiekapazitäten und den Umbau von Eisenbahnstrecken, da diese auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Pro Einheit an ausgestoßenem CO2 wurden 1,58 Einheiten eingespart oder verhindert. Aufgrund der Skalierbarkeit des Schienenverkehrs dürfte diese Zahl mit zunehmender Bevölkerungsgröße oder zunehmendem Frachtvolumen steigen.

Die Bedeutung von Größe kann nicht oft genug betont werden. Die Emissionen aus dem globalen Verkehrswesen stiegen 2018 um lediglich 0,6 % an (im Vergleich zu 1,6 % pro Jahr im letzten Jahrzehnt), da Effizienzsteigerungen und Elektrifizierung dazu beitrugen, das Wachstum des Energiebedarfs zu begrenzen. Ein emissionsarmes, skalierbares Verkehrssystem ist im Hinblick auf das Ziel von Emissionssenkungen bis 2030 von entscheidender Bedeutung und wird sich auch angesichts des Bevölkerungswachstums – einer der Haupttreiber von Emissionen – behaupten können.

Der IEA zufolge werden rund drei Viertel der Eisenbahnpassagiere sowie rund die Hälfte der Bahnfracht weltweit mit strombetriebenen Zügen befördert. Dies macht den Schienenverkehr zu einem direkten Nutznießer der Dekarbonisierung der Stromerzeugung. Der CIR wird für neue Verkehrslinien als Emissionsreduzierung ausgehend von den nationalen Durchschnittsemissionen im Verkehrswesen berechnet. Dabei werden jedoch möglicherweise die potenziell erheblichen Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten außer Acht gelassen. Die übrigen Klimarisikoaspekte des Brennstoffverbrauchs, der Netzfaktoren für den elektrischen Verkehr und der Widerstandsfähigkeit sind in den Impact-Kennzahlen nicht berücksichtigt. Bei den CO2-Emissionen sollten die Bauphase der Fahrzeuge, die Batteriekomponenten oder die unterstützende Infrastruktur sowie die indirekten Emissionen aus dem Stromnetz, mit dem elektrische Verkehrsmittel betrieben werden, berücksichtigt werden.

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Marcus Weyerer, ETF Investment Strategist bei Franklin Templeton Investments 

ÖPNV schlägt Elektromobilität

Öffentliche Verkehrsmittel sind aus Lebenszyklus-Gesichtspunkten in der Regel grüner als Elektrofahrzeuge. Im Falle von Biokraftstoffen sollten auch die Rohmaterial- und Lebenszyklus-Emissionen in die Betrachtung aufgenommen werden. Die Art der transportierten Fracht kann sich ebenfalls wesentlich auf die Emissionen auswirken, so z.B. der Transport fossiler Brennstoffe auf dem Schienen- oder Seeweg. Effizienzsteigerungen bei überwiegend mit fossilen Brennstoffen betriebenen Verkehrsmitteln (z.B. Schiffe und Flugzeuge) stellen nur den Anfang des Übergangs zu einem emissionsarmen Verkehrswesen dar. Physische Risiken in Form von Überschwemmungen und extremen Niederschlägen sowie Hitzestress können Bahngleise und andere Infrastrukturanlagen beeinträchtigen.

Ob Elektromobilität grün ist, hängt von der Lebensdauer ab

Elektrofahrzeuge schneiden in Europa zwar in allen Szenarios im Hinblick auf den Lebenszyklus besser ab als Diesel- oder Benzinfahrzeuge. Doch bei der Herstellung eines Elektroautos fallen von Anfang bis Ende und unter Berücksichtigung aller Input-Faktoren bei der Beschaffung und in den Lieferketten hohe Emissionen an. Diese Emissionen dürften jedoch vor allem im Hinblick auf die Beschaffung der Batteriematerialien sinken. Dadurch gewinnt die Lebensdauer eines Fahrzeugs jedoch noch mehr an Bedeutung.

Der CIR bewegt sich für den Großteil der verkehrsbedingten Verwendung der Erträge in der Regel bei rund 1. Dies bedeutet, dass für jede Einheit an CO2, die beim Projekt anfällt, zuverlässig die Emission einer Einheit an CO2 verhindert werden kann. Dies unterstreicht die Bedeutung der Fahrzeuglebensdauer und des Recyclings von Batteriematerialien – denn wird sichergestellt, dass langlebige Elektrofahrzeuge gebaut und die für Batterien benötigten Komponenten und Mineralien recycelt werden, dann lassen sich die induzierten Emissionen deutlich senken.

Die induzierten Emissionen von Elektrofahrzeugen sind von entscheidender Bedeutung, weshalb Investoren diesbezüglich Transparenz benötigen. 

Die Nutzung bestehender Infrastrukturen ist im Hinblick auf die Eindämmung von Emissionen extrem effizient und sollte wenn möglich vorgezogen werden.

Die Lebenszeit von Elektrofahrzeugen ist wesentlich für deren Nachhaltigkeit, da dies bedeutet, dass die Emissionen aus der Produktion über längere Zeit hinweg ausgeglichen werden können. Je länger ein Auto in Benutzung bleibt, desto weniger neue Fahrzeuge müssen hergestellt werden. Die Beschaffung der für Batterien benötigten Materialien muss überwacht werden und das Recycling dieser Materialien sollte verbindlich vorgeschrieben werden, da dies die Emissionen deutlich senken würde.

Spitzenreiter: Deutsche Bahn 

Die Deutsche Bahn weist die beeindruckendste Umweltstrategie auf. Sie ist sogar noch beachtenswerter, wenn man bedenkt, dass es sich im Portfolio um eine gewöhnliche Unternehmens- und nicht eine grüne oder nachhaltige Anleihe handelt. Dies spricht für die Stärke der Nachhaltigkeitsstrategie der Deutschen Bahn, aber auch für den Mehrwert, den maßgeschneidertes ESG-Research schaffen kann.

Aus dem Research zur Deutschen Bahn ergeben sich drei wesentliche Erkenntnisse:

Die Auswirkungen einer starken Nachhaltigkeitsstrategie eines Unternehmens,

der Wert eines gut ausgerichteten Governance-Rahmenwerks, und die Skalierbarkeit von Projekten im Bereich öffentlicher Verkehrsmittel.

Grüne Anleihen-ETF-Studie von Marcus Weyerer, ETF Investment Strategist bei Franklin Templeton Investments 

Sebastian Pitzler von InsurLab Germany im Interview

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Sebastian Pitzler

Sebastian Pitzler von InsurLab Germany ist Speaker auf der insureNXT 2022, wir haben ein Interview mit Sebastian Pitzler geführt:

Stellen Sie sich doch bitte kurz vor!

Meine Name ist Sebastian Pitzler, ich bin Managing Director des InsurLab Germany. Seit 20 Jahren bin ich beruflich in der Versicherungsbranche zu Hause und seit 2015 auf die Themen Innovation, Digitalisierung und Start-up-Kollaboration spezialisiert. So habe ich vor sechs Jahren zunächst das ERGO Digital Lab in Berlin aufgebaut und seit 2018 dann das InsurLab Germany – eine Brancheninitiative für die Versicherungswirtschaft

Stellen Sie uns doch kurz ihr Unternehmen vor!

Das InsurLab Germany hat sich zum Ziel gesetzt, die Versicherungsbranche zu digitalisieren und zu transformieren. Wir bieten unserer Community aus Versicherungsunternehmen, Start-ups, führenden Dienstleistern und Hochschulen eine Plattform, auf der sie sich austauschen, vernetzen sowie Innovationsprojekte realisieren können. Gemeinsam mit der Koelnmesse haben wir die insureNXT ins Leben gerufen, die 2021 ihre Premiere gefeiert hat – eine neuartige internationale Kongressmesse für Innovation in der Versicherungswirtschaft. Auf dieser finden sich alle Marktteilnehmer*innen des Ökosystems: traditionelle Versicherer, zukunftsweisende Start-ups, führende Technologiediensteister, Beratungsunternehmen sowie cross-industrielle Partner.

Was sind Ihre Aufgaben im Unternehmen?

Als Geschäftsführer bin ich für die strategische Weiterentwicklung des InsurLab Germany verantwortlich. Das heißt vor allem: den Ausbau von Partnerschaften sowie die Weiterentwicklung unserer Angebotsformate wie auch Networking-Events. So war ich beispielsweise für den Aufbau unserer strategischen Partnerschaft mit der Koelnmesse und für die initiale Konzeption der insureNXT verantwortlich. In zentraler Funktion als Mitorganisator der insureNXT kümmere ich mich um die Konzeption der Inhalte sowie des Rahmenprogramms und zum Teil auch um die Akquise von Top-Referent*innen.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Jeder Tag ist anders. Das liegt größtenteils daran, dass wir zahlreiche Themen parallel entwickeln und eine konstant steigende Fülle an Geschäftspartner*innen und Mitgliedsunternehmen betreuen – mit einer Vielzahl an Anforderungen und Bedürfnissen. Genauso lebt mein Alltag von Abwechslung und Vielfalt, abgesehen von fixen Terminen wie Dailys und Weeklys, die durch die Corona-Pandemie zugenommen haben. 

Über welches Thema sprechen Sie auf der insureNXT?

Als Mitorganisator der insureNXT beinhaltet mein Part den offiziellen Abschluss der insureNXT 2022. So werde ich am Ende des zweiten Tages, also am 19. Mai 2022, eine Zusammenfassung der Veranstaltung präsentieren sowie einen Ausblick auf die insureNXT 2023 geben. Natürlich entwickeln wir das Format weiter und freuen uns darauf, fester Bestandteil der Terminkalender unserer Community zu werden. What’s next? insureNXT! 

Wer sollte sich Ihren Vortrag nicht entgehen lassen?

Da sich mein Vortrag um die Frage “What’s next?” dreht: unsere gesamte insureNXT Community – also vom traditionellen Versicherer, über Start-ups bis hin zu Dienstleistern und Partnern der Branche. 

Welche Anlagestrategien haben Sie persönlich?

Da ich aus der Versicherungsbranche komme, sind meine Anlagestrategien für die Altersvorsorge recht konservativ. Ich orientiere mich größtenteils an den Angeboten, die Versicherungsunternehmen ihren Kund*innen zur Verfügung stellen – und bin damit bisher zufrieden.

Wie fit sind Sie im Kryptobereich?

Ich verfolge die Krypto-Szene seit mehreren Jahren sehr gespannt und habe in der Vergangenheit auch immer wieder in Krypto-Währungen investiert – mit allen Höhen und Tiefen. Der gesamte Krypto-Bereich ist sehr spannend, komplex und vielfältig. Profi bin ich nicht, eher interessierter Follower. 

Wie bewerten Sie die Kryptoszene?

Die Anlagemöglichkeiten der Kryptoszene sind hoch volatil, mit vielen Chancen, aber genauso auch Risiken. Bei der stetig wachsenden Anzahl an Kryptowährungen ist es kaum möglich, den Überblick zu behalten. Neben einigen überbewerteten Kryptowährungen gibt es meiner Ansicht nach auch sehr ernst zu nehmende neue “Gold-Standards” wie Bitcoin und Ethereum. Denn: Ihre Technologien wie Blockchain (Bitcoin) und Smart Contracts (Ethereum) könnten sehr interessant für die Versicherungswirtschaft oder auch andere Branchen werden. Das macht sie dann auf besondere Weise werthaltig.

Sebastian Pitzler
Sebastian Pitzler, Managing Director InsurLab Germany

Wie wichtig sind Events für das Networking und den Erfahrungsaustausch?

Enorm wichtig, und zwar für beides. Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass es zwar auch digital funktioniert, der persönliche Austausch physisch vor Ort aber einfach anders und in der Regel noch wertvoller ist. Mit dem Erfolg der rein digitalen Premiere der insureNXT waren wir sehr zufrieden. Wir haben das Potenzial des Events erfolgreich unter Beweis stellen können – und konnten wenige Monate später sogar erste Success Stories präsentieren wie die Zusammenarbeit des Versicherungsunternehmens Helvetia und des Start-ups Parloa, die sich im Rahmen der insureNXT kennengelernt haben. 2022 können wir das weiter ausbauen – vor allem auch vor Ort in Köln, wie wir hoffen. 

Welche Bücher können Sie empfehlen?

Berufsbedingt interessieren mich vor allem Bücher, die sich mit innovativen Geschäftsmodellen beschäftigen oder einen Blick in die Zukunft werfen. Das wären derzeit unter anderem “10xDNA” von Frank Thelen sowie “Zukunftsrepublik: 80 Vorausdenker*innen springen in das Jahr 2030”, an dem Autoren wie Patrick Adenauer, Felix Staeritz oder ebenfalls Frank Thelen beteiligt waren – beide sehr lesenswert und inspirierend.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

Wir möchten mit der insureNXT innerhalb der nächsten fünf Jahre fester Bestandteil des europäischen InsurTech Ökosystems werden. Dazu sind wir bereits auf dem besten Weg. Denn die Branche ist sehr dynamisch und entwickelt sich rasant weiter. Wir können dabei unterstützen, unter anderem Start-up-Kollaborationen, -Finanzierungen und -Wachstum weiter zu fördern. Ich freue mich sehr darauf, mich damit sicherlich auch in den kommenden fünf Jahren zu beschäftigen – damit kein Arbeitstag wie der andere aussieht. 

Welche 3 Tipps haben Sie für Kryptoneulinge?

Der erste und wichtigste Tipp: man sollte nur Geld investieren, auf das man im Worst Case auch verzichten kann, da die Kursschwankungen und die damit verbundenen Risiken bei  Kryptowährungen recht hoch sind. Zudem sollte man sich damit auseinandersetzen, für welche Anwendungsfälle eine Kryptowährung ursprünglich konzipiert wurde und auch weiterentwickelt wird. Stichwort: nachhaltiges Potenzial. Und damit auch nachhaltige Erfolgsaussicht. Wie bei allen Anlagen zahlt sich auch bei Kryptowährungen zu guter Letzt auch Diversität aus. Nicht auf eine Kryptowährung oder einen Coin fokussieren, lieber breiter streuen.

Wie hat sich der Kapitalmarkt in den letzten 5-10 Jahren verändert?

Ich verstehe mich selbst bestimmt nicht als Kapitalmarktexperte, was ich jedoch beobachte: Das lang anhaltende Niedrigzins-Niveau stellt insbesondere Lebensversicherer vor zahlreiche Herausforderungen. Da klassische Kapitalanlageprodukte teilweise keine attraktive Rendite oder Verzinsung mehr ausweisen, werden neue Anlagemöglichkeiten benötigt und gesucht. In diesem Zuge entstehen immer wieder neue Anlagestrategien und -Möglichkeiten, wie eben Kryptowährungen. Der Markt wird also noch komplexer.  

Wir bedanken uns bei Sebastian Pitzler für das Interview.

Aussagen des Interviewpartners Sebastian Pitzler geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie funktioniert die Blockchain?

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Die Blockchain ist derzeit in aller Munde. Die Technologie ist der Grundstein für Kryptowährungen wie Bitcoin, um die vor allem Ende 2017 ein riesiger Hype entstanden ist. Doch tatsächlich wissen nur die wenigsten, wie die Technik eigentlich funktioniert und dass sie noch sehr viel mehr als nur Kryptowährungen zu bieten hat. Durch die große Aufmerksamkeit entstanden und entstehen auch zahlreiche Startups, die sich voll und ganz auf die Blockchain konzentrieren. Mit einigen von diesen haben wir uns über das Thema unterhalten.

Die Funktionsweise einer Blockchain

Was genau eine Blockchain eigentlich ist, erklärt Masiar Ighani, CEO von der skillbyte GmbH in Köln, sehr anschaulich. Laien können sich das Ganze nach seinen Ausführungen als eine Art Exceltabelle vorstellen, bei der alle Nutzer lesenden und einige schreibenden Zugriff haben. Neue Werte werden dabei immer nur an das Ende dieser Tabelle angehängt, Änderungen in beliebigen Zeilen sind nicht möglich. Die Liste wird mittels Peer-to-Peer unter teilnehmenden Nutzern verteilt, jeder hat also eine Kopie der kompletten Datei auf dem lokalen Rechner. Änderungen werden permanent weitergereicht, damit die Liste stets aktuell ist. Sämtliche Daten sind zudem per Kryptographie geschützt, wodurch gleichzeitig die Teilnehmer anonym sind. 

Um welche Daten es sich genau handelt, ist dabei im Prinzip völlig egal, wie Alexander Weipprecht, Chefredakteur des Krypto Magazins, ausführt. Statt Finanztransaktionen könnten es also auch Bilder, Videos oder Musik sein. Die Blockchain zeichnet sich lediglich dadurch aus, dass sie dezentral funktioniert, also niemand uneingeschränkten Zugriff darauf hat, und dass sie unveränderlich ist.

Die Technik ist nicht neu

Auch wenn die Blockchain erst seit relativ kurzer Zeit in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt ist, so ist die Idee dahinter alles andere als neu. Als Gründer von Bitcoin gilt das Synonym Satoshi Nakamoto, der das Prinzip einer Blockchain für ein dezentrales Zahlungssystem erstmals im Jahr 2008 in einem Whitepaper beschrieb. In seinen Quellen verweist er dabei aber auf Forschungen von Krypoexperten, Wissenschaftlern und Softwareentwicklern, die bis in die 50er Jahre zurückgehen. 1976 wurde außerdem bereits ein Papier unter dem Titel „New Directions in Cryptography“ vorgestellt, welches sich ebenfalls dem gleichen Funktionsprinzip widmet. Was sich in all den Jahren geändert hat, ist die schiere Leistungsfähigkeit von Computern.

Heute tragen die meisten Menschen Smartphones in ihrer Hosentasche, die jeden Supercomputer der 70er Jahre locker in die Tasche stecken. PCs, Notebooks und andere Computer sind nochmal um ein Vielfaches leistungsstärker und erledigen Milliarden von Berechnungen im Bruchteil einer Sekunde. Mit dieser Rechenkraft ergeben sich natürlich auch unzählige Möglichkeiten in Sachen Kryptographie und genau das machen sich moderne Ansätze der Blockchain zunutze.

stock.adobe.com – Gorodenkoff

Die Blockchain als Problemlöser

Im praktischen Einsatz ist die Blockchain imstande, eine Vielzahl von Problemen zu lösen. Kryptowährungen sind dabei tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Sebastian Hoffmann ist Partner bei ChainLabs, einer Beratung rund um Blockchain-Themen und zur Entwicklung von Lösungen. Er erzählt uns, dass die Technik unter anderem auch bei Crowdfunding, dem weltweiten Zahlungsverkehr, Ursprungszertifikaten, Registern und sogar bei Wahlen zum Einsatz kommt. Wann immer das Thema Sicherheit von Interesse ist und Daten unveränderlich gespeichert und verarbeitet werden sollen, ist die Blockchain ein guter Ansatzpunkt. In gewisser Weise ist sie der direkte Gegensatz zur Funktionsweise des derzeit vorherrschenden Finanzsystems.

Bei FIAT-Geld dreht sich alles um Vertrauen. Der Bankkunde vertraut der Bank, dass diese den Gegenwert seines Kontostandes auszahlt und er vertraut außerdem darauf, dass sein Geld einen bestimmten Wert hat. Bei der Blockchain hingegen misstrauen Nutzer den anderen erstmal, bis das gesamte Netzwerk jeglichen Zweifel ausgeräumt hat. Es ist durch diese Technik nahezu unmöglich, dass ein Einzelner auf eigene Faust Änderungen vornimmt und dadurch die Blockchain korrumpiert. Hundertprozentig sicher ist es deshalb aber nicht.

Sind Hacker ein Problem für die Blockchain?

Wo immer viel Aufmerksamkeit erregt wird, da treten früher oder später auch Hacker auf den Plan. Rund um die Blockchain gab es so manchen Vorfall, in dem Hacker die Systeme überlisteten. Das System ist dabei umso sicherer, je mehr sich an einer Blockchain beteiligen. Sind in einem Netzwerk nur einige wenige Rechner vertreten, so haben Hacker leichtes Spiel. Bei Millionen von Beteiligten Systeme hingegen steigt die Sicherheit enorm an. Doch absolute Sicherheit wird es auch hier nie geben, was einfach in der Natur der Sache liegt. Letzten Endes kann jedes System irgendwie geknackt werden.

Für die Blockchain dürften dabei in Zukunft vor allem Quantencomputer zu einer ganz neuen Herausforderung werden, davon ist auch Sebastian Hoffmann überzeugt. Jene Rechner arbeiten nicht mehr nur mit zwei Zuständen, sondern auch mit sogenannten Superpositionen und sind dadurch in der Lage, klassische Verschlüsselungen in Windeseile zu entschlüsseln. Noch steckt diese Technik in den Kinderschuhen, doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich das ändert.

Ist der Hype gerechtfertigt?

Neben der Technik selbst ist ein großes Thema bei der Blockchain der derzeitige Hype um die Technologie. Viele sehen schon eine Blase vor Augen, die nur darauf wartet, zu platzen. Für den Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht Stefan Winheller ist das aber kein Problem. Der Gründer der WINHELLER Rechtsanwaltschaft beschäftigt sich unter anderem mit Kryptorecht und sieht den Hype als Chance, da er die Blockchain im Allgemeinen und Bitcoin im Speziellen in den Blick des Mainstreams brachte. Für ihn ist die Technik auch nicht die Lösung aller Probleme, gleichzeitig aber auch kein Teufelszeug.

Er empfiehlt eine unaufgeregte Herangehensweise, welche Vor- und Nachteile in den Blick nimmt. Der Hype ist nach seiner Ansicht nur ein Problem für all jene, die sich aufgrund fehlender Kenntnisse zum falschen Zeitpunkt zu Investments haben hinreißen lassen.

Die Meinungen um die Zukunft der Technik gehen im Allgemeinen weiterhin stark auseinander. Für die einen ist die Blockchain noch immer ohne jeden Zweifel das nächste große Ding, während andere darin eine Bedrohung sehen und ein Verbot fordern. Ein beliebtes Gegenargument ist vor allem der Stromverbrauch, der beim sogenannten Mining anfällt.

Mining: Fluch und Segen

Zur Blockchain gehört das Mining dazu und wie das im Detail funktioniert, verrät uns mit Albert Sperl von Cointed ein echter Experte. Er ist CMO des Unternehmens, welches sich auf ein umweltfreundliches und nachhaltiges Mining durch Wasserkraft konzentriert und seinen Kunden damit die profitable Gewinnung von Kryptowährungen ermöglichen will. Er verrät uns, dass Mining das Lösen von mathematischen Aufgaben mithilfe von extremen Rechenkapazitäten beschreibt. Die Aufgaben werden mit der Zeit immer komplexer und schwerer zu lösen.

Dies ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Kryptowährung, da damit das gesamte System am Leben erhalten wird und unter anderem auch Transaktionen durchgeführt werden. Für die Teilnehmer entstehen dabei natürlich nicht zu vernachlässigende Kosten, weshalb sie in Form von Transaktionsgebühren belohnt werden sollen. Bei Bitcoin erhalten sie also für das Lösen von Aufgaben einen Gegenwert in Form von Bitcoin.

Durch den enormen Wertanstieg ist Mining zu einem profitablen Geschäft geworden und vor allem in Asien sind riesige Farmen entstanden, die nichts anderes tun, als Kryptowährungen zu schürfen. Das Interesse daran ist sogar so groß, dass es zu einer mittelschweren Krise im Hardwaremarkt kam. Die Kryptowährung Ether lässt sich besonders gut mit Grafikkarten minen, welche eigentlich für den Einsatz in Spielerechnern geeignet ist. Durch den Hype ist die Nachfrage nach solchen Grafikkarten zuletzt explodiert und dementsprechend sind auch die Preise enorm angestiegen.

Darüber hinaus sorgen Mining-Farmen auf der ganzen Welt für einen enormen Stromverbrauch. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass Mining alleine im Jahr 2018 so viel Strom verbrauchen wird wie ganz Argentinien.

Wer nur deshalb die Blockchain vorschnell abschreibt, denkt aber zu kurz. Denn schon jetzt sind Lösungen in Arbeit, die sich genau dieser Problematik annehmen. Auch bei Bitcoin stehen Änderungen an oder wurden teilweise schon vorgenommen, welche den Stromverbrauch eindämmen sollen. Davon ab sind die Berechnungen nicht immer nur sinnlos. Mit Mining lassen sich auch Berechnungen anstellen, die einer Vielzahl von Menschen dient. Dazu gehören etwa Berechnungen im medizinischen Bereich, die bei der Bekämpfung von Krebs helfen. Ähnliche Ansätze für verteiltes Rechnen gab es schon in der Vergangenheit, doch mit der Blockchain werden Teilnehmer dafür belohnt, sodass die Anreize um ein Vielfaches höher sind.

Die Blockchain wird erwachsen

Die Technologie hinter der Blockchain ist momentan noch mit einem enormen Aufwand verbunden, weshalb sie bei Unternehmen eher zögerlich zum Einsatz kommt. Es arbeiten jedoch bereits viele Menschen daran, genau diesen Umstand zu ändern. Dazu zählt auch Jason Goldberg, Gründer und CEO von OST. Er will mit seinem Unternehmen die Blockchain für den Massenmarkt tauglich machen. Mit OST soll es künftig jedem Unternehmen möglich sein, eigene Tokens aufzusetzen und die Blockchain für sich zu nutzen. Nach seiner Ansicht bietet die Technologie ein enormes Potenzial und könnte zahlreiche Facetten der Gesellschaft, des Handels und der Wirtschaft nachhaltig verändern.

Albert Sperl geht sogar so weit und vergleicht die Bedeutung der Blockchain mit der des Internets. Wie sich das Thema weiterentwickelt, ist derzeit aber nicht genau abzusehen. Sicher ist wohl nur, dass die Blockchain gerade in Sachen IT in Zukunft überall in irgendeiner Weise zum Einsatz kommen wird. Zahlreiche große Unternehmen forschen bereits an eigenen Lösungen, darunter auch Banken.

Gerade bei Letzteren steht unter anderem die Befürchtung im Raum, dass diese durch die Blockchain obsolet werden könnten. Der Digitalstratege Sven Wiesner aus Hamburg sieht diese Möglichkeit ebenfalls, sollten die Geldhäuser es in den nächsten Jahren nicht schaffen, ihr Geschäftsmodell vom reinen Verwalter zu einem Partner auf Augenhöhe zu entwickeln.

Auch Albert Sperl sieht in der Blockchain grundsätzlich das Potenzial, um Banken überflüssig zu machen. Ein kleines Boot in eine neue Richtung zu lenken sei schließlich einfacher, als dies mit einem schwerfälligen Tanker zu tun. Wer jetzt schon Angst um seine Ersparnisse und sein Bargeld hat, den kann Stefan Winheller aber beruhigen. Er geht davon aus, dass die Blockchain Banken zumindest nicht vollständig ersetzen wird. Letzten Endes seien es immer noch Menschen, die mit anderen Menschen kommunizieren und Geschäfte treiben wollen und es wird nach seiner Ansicht immer Bereiche geben, die frei von Technik bleiben.

In genau diesen Bereichen könnten sich dann künftig auch Banken bewegen. Bis die Blockchain eine ernste Gefahr für Banken darstellt, werden aber fraglos noch einige Jahre vergehen und es stellt sich dabei auch die Frage, wie die Regierungen rund um den Globus mit dem Thema umgehen werden.

stock.adobe.com – Sergey Nivens

Begünstigt die Blockchain kriminelle Energien?

In das Fadenkreuz von Regierungen sind Kryptowährungen nicht zuletzt deshalb geraten, weil mit Bitcoin und Co. gerne illegale Geschäfte und andere kriminelle Machenschaften abgewickelt werden. Das ist auch nicht abzustreiten, aber dennoch nur ein bedingt valides Argument gegen die Blockchain. Zum einen sind Kryptowährungen an sich nur ein Teil der Technik, zum anderen ist es nicht so, als hätten Kriminelle keine Alternativen. Sie nutzen Kryptowährungen aktuell, weil es für solche Geschäfte mit eine der bequemsten Lösungen darstellt.

Sollten die Währungen verboten werden, und ob das so einfach durchzuführen ist, ist nochmal eine andere Frage, werden Kriminelle sich aber einfach Alternativen suchen. Ein Verbot von Kryptowährungen alleine würde mit hoher Wahrscheinlichkeit keine kriminellen Machenschaften unterbinden. 

Was aber auch Experten derzeit erwarten, ist eine verstärkte Regulierung des Marktes. Es herrscht derzeit eine gewisse Wild-West-Mentalität rund um Kryptowährungen. Was am Aktienmarkt klar illegal wäre, das wird bei Kryptowährungen derzeit schonungslos durchgeführt. Dazu gehört etwa das künstliche Hochtreiben von Kursen, wobei die Verantwortlichen sich des Phänomens „Fear of Missing out“ (FOMO) bedienen. Durch gezielte Zukäufe wird der Kurs einer bestimmten Währung dabei hochgetrieben und der Vorgang durch soziale Medien bewusst beworben.

Ziel ist es, Anleger dazu zu bringen, in eine Währung zu investieren aus Angst, einen bevorstehenden Kursanstieg zu verpassen. Am Höhepunkt steigen die Initiatoren aus, bereichern sich am Gewinn und die Ahnungslosen müssen herbe Verluste hinnehmen. Derartige und andere Probleme gilt es noch in den Griff zu bekommen.

Lohnt sich ein Investment in Bitcoin und Co.?

Geht es um das Thema Blockchain, wird früher oder später unweigerlich die Frage gestellt, ob sich ein Investment darin jetzt noch lohnt. Leider gibt es darauf aber keine einfache Antwort. Es handelt sich um reine Spekulation. Der Kurs von Bitcoin, Ethereum, IOTA und anderen Währungen könnte sich in den nächsten Jahren nochmal vervielfachen. Er könnte ebenso gut aber auch abstürzen. Zu beachten ist dabei auch, dass es mit Sicherheit zu einer Konsolidierung kommen wird.

Derzeit gibt es mehr als 1.000 Kryptowährungen und diese werden auf Dauer nicht alle bestehen. Wer in die falschen Coins investiert, kann am Ende deshalb einen Totalverlust erleben.

Darauf macht auch Albert Sperl seine Kunden aufmerksam und empfiehlt stets, sich sehr genau über die Risiken zu informieren. Wer danach immer noch investieren möchte, sollte immer nur die Menge an Geld dafür nehmen, die er ohne unmittelbare Auswirkungen auf das tägliche Leben verlieren kann. Auf gar keinen Fall sollte jemand aufgrund von Verlusten bei Kryptowährungen nicht mehr in der Lage sein, die eigene Miete zu bezahlen oder sogar einen Kredit aufnehmen, um Bitcoin zu kaufen. In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Währungen nicht vom klassischen Aktienmarkt.

HODL!

Ob eine bestimmte Kryptowährung nun die Zukunft ist oder doch nur eine Blase, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Zweifellos wird die Blockchain aber auch in Zukunft eine große Bedeutung haben und den Alltag der Menschen in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Auch wenn es zu Regulierungen oder sogar Verboten kommen sollte, so lässt sich die zugrundeliegende Technik nicht mehr aufhalten. Die große Frage ist dabei lediglich, in welchen Bereichen die Blockchain die größten Veränderungen bringen wird. Sicher ist dabei bisher noch nichts und auch Bitcoin als Mitbegründer des derzeitigen Hypes ist vor einem Absturz nicht sicher.

Die Blockchain an sich ist aber ein sicheres Pferd. Wer darin investieren oder sich die Technik auf andere Weise zunutze machen möchte, muss von der Blockchain selbst überzeugt sein. Veteranen aus dem Bereich geben Einsteigern dafür auch gerne den kurzen Rat „HODL“. Dabei handelt es sich auf eine bewusste Falschschreibung des englischen Wortes „Hold“, was übersetzt soviel heißt wie „Halten“. Der Begriff geht zurück auf den Foreneintrag in einem Bitcoin-Forum, der von einem offenbar betrunkenen Nutzer verfasst wurde, der darin nach einem Kurseinbruch im Dezember 2013 seine Überzeugung zu Bitcoin zum Besten gab.

Auch heute ist dieses Prinzip eine gesunde Grundeinstellung zum Thema Blockchain. Auch wenn mit Kryptowährungen enorme Gewinne in kurzer Zeit möglich sind, so wird die Technik an sich erst langfristig ihr ganzes Potenzial zeigen.

Titelbild stock.adobe.com – amixstudio

Autor: Andreas Göttling Daxenbichler

Aussagen des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder!