Ukraine-Ereignisse tragisch – „Brauchen dringend Frieden“

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London, 14. Mrz (Reuters) – Der russische Kohle- und Düngemittel-Unternehmer Andrej Melnitschenko mahnt ein Ende der Kämpfe in der Ukraine an. „Die Ereignisse in der Ukraine sind wirklich tragisch. Wir brauchen dringend Frieden“, teilte der Milliardär am Montag in einer über einen Sprecher übermittelten Email an die Nachrichtenagentur Reuters mit. Ansonsten drohe eine weltweite Nahrungsmittelkrise, da die Düngemittelpreise für viele Landwirte schon zu hoch seien.

Der 50-jährige ist Russe, aber in Belarus geboren und hat eine ukrainische Mutter. Er empfinde daher „großen Schmerz und Unglauben, wenn ich sehe, wie brüderliche Völker kämpfen und sterben“, sagte Melnitschenko, der von den westlichen Sanktionen betroffen ist. Auch andere Oligarchen wie Michail Fridman, Pjotr Awen und Oleg Deripaska hatten bereits auf Frieden gedrungen.

„Eines der Opfer dieser Krise wird die Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie sein“, warnte Melnitschenko, der mit EuroChem einen der größten russischen Düngemittelhersteller sowie mit Suek einen größten Kohleproduzenten gegründet hat. Wenn der Krieg nicht gestoppt werde, drohe eine weltweite Nahrungsmittelkrise, da Düngemittel deutlich teurer würden. Viele Landwirte könnten sich die Bodennährstoffe dann nicht mehr leisten. 

Russland ist ein bedeutender Produzent von kali-, phosphat- und stickstoffhaltigen Düngemitteln – wichtige Nährstoffe für Pflanzen und Böden. Die russischen Exporte von Düngemitteln machen etwa 13 Prozent der Weltproduktion aus. EuroChem, das Stickstoff, Phosphate und Kali produziert, gehört nach eigenen Angaben zu den fünf größten Düngemittelherstellern der Welt. Der Krieg „hat bereits zu steigenden Düngemittelpreisen geführt, die für die Landwirte nicht mehr erschwinglich sind“, sagte Melnitschenko. Die Versorgungsketten stünden bereits wegen der Corona-Pandemie unter Druck. „Jetzt wird dies zu einer noch höheren Lebensmittelinflation in Europa und wahrscheinlich zu einer Lebensmittelknappheit in den ärmsten Ländern der Welt führen“, sagte er.

Melnitschenko hatte als Physikstudent an der renommierten Moskauer Staatsuniversität mit dem Devisenhandel begonnen. Der Mathematiker brach sein Studium ab und gründete die MDM Bank. Später begann er, schlecht laufende Kohle- und Düngemittelanlagen aufzukaufen. Sein Vermögen wurde 2021 wurde von Forbes auf 18 Milliarden Dollar geschätzt, womit er der achtreichste Mann Russlands war.

Am 9. März trat Melnitschenko als Vorstandsmitglied und nicht geschäftsführender Direktor sowohl bei EuroChem als auch bei Suek zurück, so sein Sprecher. Die italienische Polizei beschlagnahmte vergangene Woche Melnitschenko 142 Meter lange Yacht, deren Wert auf 530 Millionen Euro geschätzt wird.

Ukraine-Ereignisse tragisch – „Brauchen dringend Frieden“

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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