Freitag, November 6, 2026
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IW-Chef Hüther springt Reiche zur Seite

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Katherina Reiche (Archiv), via dts NachrichtenagenturKöln (dts Nachrichtenagentur) – Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, Michael Hüther, unterstützt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei ihren Überlegungen zu einer längeren Lebensarbeitszeit.

„Die Rente mit 67 Jahren kann bei wieder steigender Lebenserwartung nicht das letzte Wort gewesen sein“, schreibt Hüther in einem Gastbeitrag für die Nachrichtenseite ntv. Die Erhöhung der Lebensarbeitszeit und damit die höhere Erwerbsbeteiligung älterer Menschen sei ein wichtiger Baustein, um die in Deutschland anfallende Arbeit zu erledigen und die Sozialsysteme zu sichern, so Hüther.

Denn das „gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen in Deutschland“ sei schlicht zu niedrig. Was nicht zwangsläufig etwas mit mangelndem Fleiß zu tun habe müsse, so Hüther weiter. Sondern mit der Alterung der Gesellschaft. „Während in den Jahren 2026-2029 – also der laufenden Legislaturperiode – 5,2 Millionen Menschen das Alter von 66 erreichen werden, wachsen nur 3,1 in die Altersgruppe ab 20 Jahren nach. Als Reflex des Pillenknicks, der von 1965 bis 1975 zu einer Verringerung der Geburtenrate je gebärfähiger Frau von 2,1 auf 1,5 führte, stehen wir von nun an für eine Dekade in einem anstrengenden demografischen Übergang. Erschwerend wirkt, dass die Anzahl der jährlichen Arbeitsstunden je Erwerbstätigen sich von 1.554 im Jahr 1991 um 14,3 Prozent auf 1.332 im Jahr 2024 verringert hat; im Jahr 1970 lag diese Zahl in Westdeutschland bei 1.966.“

Neben der Anhebung des Rentenalters fordert Hüther auch eine Steigerung der Jahresarbeitszeit. „Bei gegebenem Teilzeitanteil kann dies über die Wochenarbeitszeit und die Anzahl der Arbeitstage erreicht werden. Anders als bei der Lebensarbeitszeit adressiert die Jahresarbeitszeit unterschiedliche Regulierungen und institutionelle Bedingungen. Die Wochenarbeitszeit gestalten im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes die Sozialpartner, ebenso den Urlaubsanspruch oberhalb des gesetzlichen Mindestniveaus von 20 Tagen. Die Anzahl der gesetzlichen und kirchlichen Feiertage wird landesgesetzlich geregelt. Schließlich lässt sich die Jahresarbeitszeit dort gezielt erhöhen, wo Menschen unfreiwillig in Teilzeit beschäftigt sind; beispielsweise Alleinerziehende, die keine angemessene Kinderbetreuung finden.“

Aber auch eine gezielte Zuwanderung kann für Hüther das Rentensystem absichern. Nötig sei sowohl eine „gezielt aus Sicht des Arbeitsmarktes gesteuerte Fachkräftezuwanderung“ als auch „weiter steigende Erwerbstätigenquoten potenziell erwerbsfähiger Personen, die sich im Lande befinden“, so Hüther. Es gehe darum, Menschen aus der stillen Reserve für den Arbeitsmarkt zu gewinnen, insbesondere durch den Abbau von Fehlanreizen der Sozialsysteme sowie durch Integrations- und Bildungsangebote.

Insgesamt, so Hüther, fehle es an Dynamik im Ordnungsrahmen zur Arbeit. Es müsse endlich eine „Flexibilisierung bei der betrieblichen Organisation von Arbeitszeit und Arbeitsort“ angegangen werden und durch „Deregulierung der Zeitarbeit sowie befristeter Beschäftigung“ das Arbeitsvolumen in Deutschland erhöht werden.

Wichtig sei es daher, arbeitsmarktpolitische Ideen nicht „ideologisch zu verteufeln, ohne nach Sinn und Zweck zu fragen“. Hüther: „Es gibt einen Strauß von Maßnahmen, die sich gegenseitig verstärken und deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten. Und in einem insgesamt flexibleren und dynamischeren Ordnungsrahmen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Arbeitsproduktivität stärker expandiert. Können wir darüber ohne Scheuklappen und ohne ideologische Verteufelung reden?“


Foto: Katherina Reiche (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Ex-Nationalspieler Frank Mill ist tot

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Essen (dts Nachrichtenagentur) – Ex-Nationalspieler Frank Mill ist tot. Der 1958 geborene frühere Fußballspieler starb am frühen Dienstagmorgen im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes, berichtet die „Bild“ unter Berufung auf eigene Informationen. Den Infarkt hatte er bereits im Mai erlitten. Zuletzt wurde Mill laut „Bild“ in einer Klinik in Essen behandelt.

Nach seinen Anfängen bei Rot-Weiss Essen spielte Mill später bei Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund. Seinen größten Erfolg feierte er im Jahr 1990, als er mit der Nationalmannschaft in Italien Fußball-Weltmeister wurde. Mill selbst gab sich damals bescheiden und sagte, dass er eigentlich kein Weltmeister sei, da er bei dem Turnier nicht eingesetzt wurde. Für die Fußballnationalmannschaft war er von 1982 bis 1990 siebzehnmal aktiv.

Nach Abschluss seiner Fußballerkarriere war Mill unter anderem Manager bei Fortuna Düsseldorf sowie auch als Unternehmer tätig.

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Dax hält sich am Mittag im Plus – bisher keine großen Kurssprünge

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Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax hat sich am Dienstag nach einem positiven Start in den Handelstag bis zum Mittag weiter im grünen Bereich gehalten. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.940 Punkten berechnet, 0,8 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Gewinner standen Infineon, Airbus und Siemens. Die größten Verluste bis zum Mittag verzeichneten FMC, die Commerzbank und Continental.

Laut Marktanalyst Andreas Lipkow wird der Dax aktuell von einer anhaltenden Branchenrotation gestützt. „Die Investoren wechseln derzeit die Branchen und kaufen heute verstärkt zyklische Branchen und Technologietitel“, sagte Lipkow. Abgegeben würden dagegen die Bankaktien und die defensiven Titel.

„Das stellt keinen grundsätzlichen Paradigmenwechsel dar, sondern lediglich eine Konsolidierungserscheinung in einer typischen Sommerhandelsphase“, so der Analyst weiter. Der Handel verweile in engen Kursbahnen und es zeichneten sich keine großen Kurssprünge ab.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1542 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8664 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen weiter: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 67,96 US-Dollar; das waren 72 Cent oder 1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Zahl der Todesfälle durch Ertrinken in der EU gesunken

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Bojen im Meer (Archiv), via dts NachrichtenagenturLuxemburg (dts Nachrichtenagentur) – Die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken ist in der Europäischen Union im Jahr 2022 zurückgegangen. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Dienstag mitteilte, wurden insgesamt 4.810 solcher Todesfälle registriert – 194 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 3,9 Prozent.

Auch der Anteil von Ertrinkungsunfällen an allen tödlichen Unfällen in der EU sank leicht – von 3,1 Prozent im Jahr 2021 auf 2,8 Prozent im Jahr 2022. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2011, teilte Eurostat mit. Damals hatte der Anteil noch bei 4,2 Prozent gelegen.

Die meisten Todesfälle durch Ertrinken wurden 2022 in Frankreich registriert, dort starben 784 Menschen. Es folgten Deutschland (542), Polen (535), Rumänien (472) und Spanien (449). Die geringsten Fallzahlen wurden in Luxemburg (1), Malta (3), Zypern (13) und Slowenien (25) erfasst.

Wie bereits in den Vorjahren waren Männer deutlich häufiger betroffen als Frauen. In allen EU-Ländern lag der Männeranteil über dem der Frauen. In Slowenien war der Unterschied mit 14 Männern und 11 Frauen vergleichsweise gering. Der einzige Fall in Luxemburg war männlich.


Foto: Bojen im Meer (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Ukraine-Krieg lässt Mieten drastisch ansteigen

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Wohnungen bei Anbruch der Dunkelheit (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In Deutschland sind die für freien Wohnraum aufgerufenen Mieten seit Anfang 2022 stark angestiegen, um durchschnittlich 18,3 Prozent. Das zeigen Daten des Berliner Forschungsinstituts Empirica, über die der „Spiegel“ berichtet.

Hauptgrund sind die seit 2022 mehrfach durch die Europäische Zentralbank erhöhten Zinsen. Mit ihnen sollte die im Zuge des Ukraine-Kriegs massiv angestiegene Inflation eingedämmt werden. Weil gleichzeitig auch die Bauzinsen zulegten, stoppten viele Wohnungsbaufirmen ihre Projekte. Das Angebot neuer Wohnungen wuchs kaum. Gleichzeitig stieg die Nachfrage an. Enttäuschte Kaufinteressenten drängten auf den Mietmarkt, nachdem ihre Immobilienfinanzierungen geplatzt waren. Zudem kamen mehr als eine Million ukrainische Flüchtlinge ins Land, die Wohnraum benötigten.

Vor allem in Berlin stiegen die Mieten rasant an, seit 2022 um 42 Prozent. Inzwischen werden durchschnittlich 14,90 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Damit steigen die Angebotsmieten in der Hauptstadt deutlich stärker als in Städten wie München oder Hamburg. Zugleich ist der Unterschied zur ortsüblichen Vergleichsmiete in der Hauptstadt höher als in den anderen Großstädten. Sie lag in Berlin 2024 bei überschaubaren 7,21 Euro pro Quadratmeter, die mittlere Angebotsmiete ist also mehr als doppelt so hoch.

Christian Gaebler, Berlins Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, sprach deshalb jüngst von einem „geteilten Wohnungsmarkt“. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die eine Wohnung haben und moderate Mieten zahlen, auf der anderen Seite diejenigen, die eine Wohnung suchen und horrende Preise zahlen müssen.

Auch mittelgroße Städte und ländliche Regionen abseits der großen Metropolen sind vom Mietenboom betroffen. Am zweitstärksten haben die Mieten im Landkreis Kaiserslautern zugelegt, dort stiegen sie seit Anfang 2022 um 41,7 Prozent. Knapp dahinter folgen Cottbus (41,3 Prozent), der Landkreis Tirschenreuth (32,3 Prozent) und die Stadt Brandenburg an der Havel (33,2 Prozent). Mit der Attraktivität dieser Städte dürfte der Trend kaum erklärbar sein. Eher ist es wohl ein Hinweis darauf, dass Menschen zunehmend aus den großen Metropolen gedrängt werden, weil sie sich diese nicht mehr leisten können.


Foto: Wohnungen bei Anbruch der Dunkelheit (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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ADAC fordert Notbremsassistent-Pflicht beim Rückwärtsfahren

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ADAC (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Der ADAC spricht sich für eine gesetzliche Pflicht zum Einbau automatischer Notbremsassistenten beim Rückwärtsfahren aus. Die Technik sei ausgereift und könne zahlreiche Unfälle im Straßenverkehr verhindern, teilte der Mobilitätsclub am Dienstag mit.

Laut Daten der Allianz ereignen sich rund 25 Prozent aller Fußgängerkollisionen beim Zurücksetzen. Zudem entstehen durch Parkrempler jährlich Schäden in Höhe von rund 4,5 Milliarden Euro.

In einem aktuellen Test hat der ADAC zehn Fahrzeuge mit rückwärtsgerichtetem Notbremsassistenten (AEB) untersucht. Dabei mussten die Systeme auf stehende und bewegte Hindernisse reagieren. Vier Modelle – von BMW, Volvo, Ford und VW – konnten sämtliche Kollisionen vermeiden. Das Hyundai-System zeigte nur geringe Schwächen. Bei anderen Herstellern wie Mercedes, Skoda und BYD wurden dagegen Objekte übersehen oder zu spät gebremst.

Der ADAC sieht in den Assistenten großes Potenzial zur Unfallvermeidung. Etwa die Hälfte der Unfälle beim Rückwärtsfahren könnten demnach mit AEB-Systemen verhindert werden. Viele Fahrzeuge verfügten bereits über die nötigen Sensoren. Auch eine Nachrüstung per Software-Update sei in vielen Fällen möglich.

Während ein Notbremsassistent für das Vorwärtsfahren seit Mitte 2024 bei neuen Pkw in der EU Pflicht ist, fehlt bislang eine entsprechende Regelung für Rückfahrvorgänge. Der ADAC fordert, diese Lücke zu schließen.


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Gericht: Bahn muss Stuttgart-21-Mehrkosten allein tragen

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Stuttgart-21-Baustelle am Stuttgarter Hauptbahnhof, via dts NachrichtenagenturStuttgart (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Bahn muss die milliardenschweren Mehrkosten des Bahnprojekts Stuttgart 21 alleine tragen. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg wies einen Antrag auf Zulassung der Berufung gegen ein entsprechendes Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart vom 7. Mai 2024 ab, wie der VGH am Dienstag mitteilte.

Die Bahn habe keine Gründe dargelegt, die die Zulassung der Berufung rechtfertigen, hieß es zur Begründung. Nach dem Vortrag der Bahn bestünden keine ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils, der Rechtsstreit weise keine besonderen tatsächlichen oder rechtlichen Schwierigkeiten auf und die geltend gemachten Verfahrensfehler lägen nicht vor.

Die Deutsche Bahn hatte gefordert, dass das Land Baden-Württemberg, die Landeshauptstadt Stuttgart, der Regionalverband Region Stuttgart und der Flughafen Stuttgart zusätzliche 4,7 Milliarden Euro für das Projekt bereitstellen, während sie selbst bereit war, 2,5 Milliarden Euro zu tragen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hatte die Klage abgewiesen, da der bestehende Finanzierungsvertrag die Zuschüsse auf 4,5 Milliarden Euro begrenzte und lediglich Gespräche für den Fall weiterer Mehrkosten vorsah.

Das Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart ist mit der Entscheidung des VGH rechtskräftig (Beschluss vom 1. August 2025, 14 S 1737/24).


Foto: Stuttgart-21-Baustelle am Stuttgarter Hauptbahnhof, via dts Nachrichtenagentur

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Bilger findet Söders Bürgergeldvorschlag "bedenkenswert"

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Steffen Bilger (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Steffen Bilger, hat den Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), Geflüchteten aus der Ukraine kein Bürgergeld mehr zu zahlen, als „bedenkenswert“ bezeichnet.

Ich finde, Markus Söder hat einen wichtigen Punkt angesprochen, nämlich, dass der Anteil der ukrainischen Flüchtlinge, die bei uns in Arbeit sind, deutlich geringer ist als in vielen anderen Ländern“, sagte Bilger am Dienstag im RBB-Inforadio. „Dieses Problem habe man auch im Koalitionsvertrag benannt, so Bilger. „Wir führen jetzt in der Koalition ohnehin eine Debatte über die Zukunft des Bürgergelds, wir wollen eine neue Grundsicherung daraus machen.“ Dabei gehe es auch um Einsparungen.

Bilger sagte, er finde es „irritierend, wenn versucht wird, durch irgendwelche pauschalen Vorwürfe diese Debatte gleich im Keim zu ersticken“. Bereits vor einem Jahr habe man über den Bürgergeldbezug von Ukrainern diskutiert, „da erinnere ich mich an Äußerungen von SPD-Ministerpräsidenten wie Frau Rehlinger und Herrn Woidke, die auch gesagt haben, das war ein Fehler, die Ukrainer ins Bürgergeld genommen zu haben“.

Zur Kritik von Grünen-Fraktionsvize Audretsch, den Ukrainern das Bürgergeld zu streichen, würde auch bedeuten, ihre Vermittlungschancen am Arbeitsmarkt zu schmälern, sagte Bilger, die Union halte es grundsätzlich nicht für ausreichend, wie die Vermittlung in Arbeit bis jetzt abläuft: „Man kann die Augen einfach nicht davor verschließen, dass wir so einen geringen Anteil ukrainischer Flüchtlinge in Arbeit haben im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – also offensichtlich funktioniert etwas bisher nicht so gut.“


Foto: Steffen Bilger (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet im Plus – Rally am Aktienmarkt lebt neu auf

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Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem guten Wochenstart ist der Dax am Dienstagmorgen mit leichten Kursgewinnen in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.900 Punkten berechnet, 0,6 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

Die meisten Dax-Werte verzeichneten zur Handelseröffnung einen leichten Anstieg. Das größte Plus gab es bei der Deutschen Post, gefolgt von Infineon und Porsche. Entgegen dem Trend ließen unter anderem FMC, Continental und die Commerzbank nach.

„Die Hoffnung auf einen Handelsdeal zwischen den USA und der Schweiz lebt“, sagte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners. Mit dieser Hoffnung lebe die Rally am Aktienmarkt neu auf. Zusätzlich beflügele die neuen Zinserwartungen die Märkte. „Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinssenkung im September wird an den Börsen jetzt bei 93 Prozent gesehen. Vor dem Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag lag diese bei 43 Prozent“, so Altmann.

Mit der gestrigen Erholung sei auch viel Volatilitäts-Erwartung aus dem Markt gegangen. Das sehe man an den Volatilitäts-Indizes. „Der VIX, die die zukünftig erwarteten Schwankungen des S&P 500 misst, hatte am Freitag seinen größten Tagesanstieg seit April. Gestern gab es dann den größten Tagesrückgang seit April.“

„Wichtig für die Börsen wird jetzt sein, ob nach den Schnäppchenjägern von gestern Anschlusskäufer in den Markt kommen“, so Altmann weiter. Für einen weiteren Anstieg seien überzeugte und vor allem langfristig orientierte Investoren notwendig. „Ohne solche könnte die Erholung schnell an ihr Ende kommen.“

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmorgen etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1560 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8651 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 68,48 US-Dollar; das waren 28 Cent oder 0,4 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Täglicher Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche nimmt zu

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Einfamilienhaussiedlung mit Solarpark (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die in Deutschland für Siedlungen und Verkehr genutzte Fläche ist in den Jahren 2020 bis 2023 durchschnittlich um 51 Hektar pro Tag gewachsen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Damit liegt der tägliche Zuwachs zwei Hektar höher als im vorherigen Vergleichszeitraum 2019 bis 2022.

Ziel der Bundesregierung ist es, diesen Wert bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar täglich zu senken. Langfristig – bis 2050 – soll eine sogenannte „Flächenkreislaufwirtschaft“ erreicht werden, bei der netto keine neuen Flächen mehr für Siedlungs- oder Verkehrszwecke beansprucht werden.

Insgesamt werden 14,6 Prozent der Fläche Deutschlands – das entspricht rund 5,2 Millionen Hektar – für Siedlungs- und Verkehrszwecke genutzt. Die restliche Fläche entfällt überwiegend auf Landwirtschaft 50,3 Prozent und Wald 29,9 Prozent. Lediglich 2,3 Prozent bestehen aus Gewässern.

Besonders die Flächen für Wohnbau, Industrie, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen wuchsen 2023 langsamer als in den Vorjahren. Im Schnitt wurden hierfür täglich 35 Hektar neu genutzt – weniger als in den Jahren 2022 (37 Hektar), 2021 (39 Hektar) und 2020 (40 Hektar). Gründe dafür sind laut Destatis vor allem eine rückläufige Bautätigkeit sowie Flächenrückgänge in Brandenburg und Thüringen.

Dagegen legten Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen deutlich zu: Ihr täglicher Zuwachs stieg von 12 Hektar im Jahr 2022 auf 17 Hektar im Jahr 2023. Besonders stark war der Anstieg in Brandenburg mit einem Plus von 14,8 Prozent, teils durch die Rückführung ungenutzter Bauflächen.


Foto: Einfamilienhaussiedlung mit Solarpark (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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