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Ukraine aktuell 06.05.22

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06. Mai – Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

19.15 Uhr – Lindner will in die Ukraine reisen

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will einem Medienbericht zufolge in die Ukraine reisen, um seinen ukrainischen Amtskollegen zu besuchen. Laut einem Vorabbericht der Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) sagte der FDP-Chef, er habe sich mit Finanzminister Sergej Martschenko ausgetauscht und ihm angeboten zu kommen, wenn ein Besuch hilfreich sei. Martschenko sei erfreut gewesen und habe erklärt, Lindners Visite wäre der erste Besuch eines G7-Finanzministers.

17.50 Uhr – Umfrage – Deutsche lehnen Kiew-Reisen von Merz und Scholz ab

Die Deutschen lehnen Besuche ihres politischen Spitzenpersonals in der Ukraine derzeit mehrheitlich ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für das Magazin „Focus“. Die Entscheidung von Bundeskanzler Olaf Scholz, Kiew derzeit nicht zu besuchen, begrüßt demnach eine Mehrheit von 51 Prozent der Bundesbürger. Besonders hoch sei das Verständnis für das Zögern des Bundeskanzlers mit 70 Prozent unter SPD-Anhängern. Hingegen lehnten 47 Prozent der Bürger die Entscheidung von CDU-Chef Friedrich Merz ab, der diese Woche in die Ukraine gereist war. Befürwortet wurde die Merz-Reise lediglich von 37 Prozent der Befragten, allerdings fand sie bei 60 Prozent der Unionsanhänger Zustimmung.

17.40 Uhr – Von dem belagerten Stahlwerk in der südukrainischen Stadt Mariupol aus ist russischen Medienberichten zufolge ein Bus mit zwölf Zivilisten aufgebrochen. Darunter seien Kinder, meldet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf einen Korrespondenten vor Ort. Die Regierung in Kiew hat Russland vorgeworfen, eine Feuerpause zur Evakuierung der zahlreichen Zivilisten aus den Kellern des Asowstal-Werkes zu verletzen.

17.03 Uhr – Ukraine gibt Gefangenenaustausch mit Russland bekannt

Die Ukraine und Russland haben nach Angaben der Regierung in Kiew Gefangene ausgetauscht. Dabei seien 41 Menschen – darunter 28 Militärs – in die Ukraine zurückgekehrt, erklärt Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk auf Telegram. Auch ein Vertreter der ukrainisch-orthodoxen Kirche sei dabei. Eine russische Stellungnahme liegt nicht vor.

16.45 Uhr – Selenskyj lädt Scholz am 9. Mai nach Kiew ein

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lädt Bundeskanzler Olaf Scholz zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai nach Kiew ein. Scholz sei seit einiger Zeit eingeladen, sagt Selenskyj per Videoschalte der britischen Denkfabrik Chatham House. Am Montag empfängt Scholz nach Angaben der Bundesregierung bereits den französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Berlin. Zuvor hatte es ein wochenlanges Tauziehen um einen von der Ukraine abgesagten Kiew-Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gegeben. In Ländern der ehemaligen Sowjetunion ist der 9. Mai einer der wichtigsten Feiertage.

15.41 Uhr – Die Danziger Raffinerie der polnischen Grupa LotosLTSP.WA verarbeitet Öl für die Raffinerie TotalEnergies TTEF.PA im deutschen Leuna. Man helfe der Bundesrepublik dabei, die Verwendung von russischem Rohöl zu reduzieren, sagt Polens Klimaministerin Anna Moskwa. „Wir befinden uns in einem sehr intensiven Dialog, um die deutschen Diversifizierungsbemühungen zu unterstützen.“ Die Danziger Raffinerie verarbeite bereits Öl für Leuna, da sie viele verschiedene Arten von Rohöl verarbeiten könne.

15.40 Uhr – Die Ukraine will ihre Exportkapazitäten in den kommenden Monaten durch den Ausbau von Anlagen an ihrer Westgrenze um 50 Prozent steigern. Das Vorkriegsniveau werde aber dennoch in weiter Ferne bleiben, sagt der stellvertretende Infrastrukturminister Juri Waskow. Über die Seehäfen seien ursprünglich 75 Prozent des ukrainischen Außenhandels abgewickelt worden, doch seien sie wegen der russischen Invasion inzwischen geschlossen. „Die Westgrenzen und die Donauhäfen sind heute die einzige Möglichkeit, zu exportieren und zu importieren“, sagte Waskow. „Wir haben das Handelsvolumen über die Donauhäfen bereits vervierfacht.“ Allein im letzten April seien 3,5 Millionen Tonnen Fracht über die westlichen Grenzen auf der Schiene transportiert worden. Der nationale Eisenbahnbetreiber haben dafür Grenzterminals entwickelt. „All dies dürfte dazu führen, dass die Kapazität der Westgrenze in den nächsten Monaten um 50 Prozent zunehmen wird“, so Waskow.

14.20 Uhr – Ukraine – Russische Truppen verletzen Waffenruhe in Mariupol

Die Behörden in Mariupol werfen den russischen Streitkräften vor, eine Waffenruhe für Evakuierungen aus dem belagerten Stahlwerk Asowstal verletzt zu haben. Russische Truppen hätten ein Auto beschossen, das an Evakuierungsmaßnahmen beteiligt gewesen sei, teilt der Stadtrat mit. Dabei sei ein ukrainischer Kämpfer getötet und sechs weitere verletzt worden. Russland äußerte sich zunächst nicht dazu. Russland bestreitet, Zivilisten in der Ukraine anzugreifen.

12.45 Uhr – Russische Regierung bestätigt Putin-Entschuldigung gegenüber Israel nicht

Die russische Regierung will nicht bestätigen, dass Präsident Wladimir Putin sich bei Israel für Äußerungen seines Außenministers Sergej Lawrow entschuldigt haben soll. Lawrow hatte vor dem Hintergrund der jüdischen Abstammung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj behauptet, auch Adolf Hitler habe jüdische Wurzeln gehabt. Aus Sicht Lawrows ist damit die von Russland behauptete Befreiung der Ukraine von Nazis widerspruchsfrei. Nach Darstellung des israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett hat sich Putin für die Bemerkungen Lawrows entschuldigt.

12.30 Uhr – Russland bezeichnet Polen als mögliche Bedrohung

Der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow wirft Polen eine feindliche Rhetorik vor und erklärt, die Regierung in Warschau könne sich zu einer Quelle der Bedrohung entwickeln. Polen gehört zu den westlichen Ländern, die sich besonders entschieden für Sanktionen gegen Russland einsetzen. „Polen ist stolz darauf, auf Putins Liste der unfreundlichen Länder zu stehen“, hatte die Umweltministerin Anna Moskwa am Montag erklärt.

12.20 Uhr – Die Menschenrechtsorganisation amnesty international erklärt, es gebe zwingende Beweise, dass russische Truppen während der Besetzung des Umlands der ukrainischen Hauptstadt Kiew Kriegsverbrechen begangen haben. Zivilisten seien wahllos erschossen und gefoltert worden. „Das sind keine isolierten Fälle“, sagt ai-Mitarbeiterin Donatella Rovera in Kiew. Es sei Teil eines Musters in den besetzten Gebieten.

12.13 Uhr – FAO – Fast 25 Millionen Tonnen Getreide stecken in Ukraine fest

In der Ukraine stecken nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) knapp 25 Millionen Tonnen Getreide fest. „Es ist eine nahezu groteske Situation, die wir im Moment in der Ukraine sehen“, sagt FAO-Experte Josef Schmidhuber bei einer Pressekonferenz in Genf. Die Getreidemenge könne eigentlich exportiert werde, „kann aber das Land nicht verlassen, einfach wegen der fehlenden Infrastruktur und der Blockade der Häfen“.

11.40 Uhr – TV-Ansprache von Scholz am Sonntag

Bundeskanzler Olaf Scholz wird sich am Sonntag in einer Fernseh-Ansprache an die Bevölkerung wenden. Die Rede werde abends ausgestrahlt, sagt eine Regierungssprecherin in Berlin. Die Ansprache stehe in Zusammenhang mit dem 8. Mai als Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Dieser Tag sei in diesem Jahr ein besonderer, da zwei Staaten, die damals Opfer Nazi-Deutschlands gewesen seien, nun im Krieg seien. 

11.10 Uhr – EU-Außenbeauftragter dringt auf rasche Einigung bei Öl-Embargo

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell kündigt an, ein außerordentliches Treffen der EU-Außenminister einzuberufen, sollte es bis zum Wochenende keine Verständigung auf das geplante Embargo gegen russisches Öl geben. Es müsse schnell eine Einigung gefunden werden, sagt Borrell. Er gehe fest davon aus, dass dies erreicht werden könne, obwohl nicht alle EU-Mitglieder in derselben Lage seien.

11.05 Uhr – Russland wird laut dem Außenministerium in Moskau in der Ukraine keine Atomwaffen einsetzen. Der Einsatz dieser Waffen sei im Rahmen des speziellen Militäreinsatzes, wie Russland die Invasion offiziell bezeichnet, nicht vorgesehen, sagt der Sprecher des Ministeriums, Alexej Saizew. Die USA hatten angesichts der ausbleibenden Erfolge der russischen Armee gewarnt, Russland könnte taktische Atomwaffen einsetzen.

11.03 Uhr – SPD-Chef – Beim Wirtschaftsumbau nicht auf andere EU-Länder warten

Deutschland sollte laut SPD-Co-Chef Lars Klingbeil beim Umbau seiner Wirtschaft weg von fossilen Energien aufs Tempo drücken. Die zu starke Abhängigkeit von russischem Öl und Gas müsse schnell reduziert werden, sagt Klingbeil in Hannover. „Deswegen muss Deutschland voranmarschieren, und wir werden andere europäische Länder mitziehen, aber warten auf Europa sollten wir nicht.“

10.34 Uhr –SPD-Chef – Müssen russische IT-Spezialisten gezielt anlocken

SPD-Co-Chef Lars Klingbeil sagt, Deutschland müsse wegen des Fachkräftemangels auch russische IT-Spezialisten jetzt gezielt anlocken. „Solche Leute brauchen wir“, sagt er in Hannover. Das müsse insgesamt ein einfacher Prozess sein.

10.00 Uhr – EU-Kommission geht bei Öl-Embargo auf Kritiker zu

Die EU-Kommission will einem Diplomaten zufolge die Übergansfrist eines russischen Ölembargos für Ungarn und die Slowakei bis Ende 2024 verlängern. Für Tschechien soll die Frist bis Mitte 2024 gelten, es sei denn, die Transalpine-Pipeline wäre früher fertiggestellt, heißt es weiter. Die Ausnahmeregelungen sollen grundsätzlich nur für Pipeline-Öl gelten, sagt der Diplomat weiter. 

09.42 Uhr – Das russische Militär hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ein großes Munitionsdepot in Kramatorsk im Osten der Ukraine mit Raketenangriffen zerstört, wie die Nachrichtenagentur Tass meldet. Zudem seien zwei ukrainische Kampfflugzeuge, eine Su-25 und eine Mig-29, abgeschossen worden.

09.20 Uhr – „Bild“ – Scholz hält am Sonntag TV-Ansprache

Bundeskanzler Olaf Scholz wird sich einem Medienbericht zufolge am Sonntag in einer TV-Ansprache direkt an die Bürger wenden. Die Ansprache solle am Sonntagnachmittag aufgezeichnet und dann am frühen Abend von ARD und ZDF ausgestrahlt werden, berichtet „Bild“. Eine Bestätigung des Berichts war zunächst nicht zu erhalten. In Regierungskreisen hieß es zum Thema TV-Ansprache, „ist in Planung“.

09.15 Uhr – Die EU-Kommission passt ihren Vorschlag für ein Embargo gegen russisches Öl an, um Kritikern des Vorhabens unter den 27 Mitgliedssaaten entgegen zu kommen. Das sagt ein Mitarbeiter der Kommission Reuters. Dazu zählen demnach eine dreimonatige Übergangsphase bis zur vollen Umsetzung des Embargos sowie Investitionshilfen zur Verbesserung der Öl-Infrastruktur.

08.56 Uhr – Ukraine – Neuer Versuch zur Rettung von Zivilsten in Stahlwerk läuft

„Ein neuer Schritt zur Evakuierung unserer Leute aus (dem Stahlwerk) Asowstal wird derzeit umgesetzt“, sagt der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Andriy Jermak. Informationen über das Ergebnis werde es später geben. Am Donnerstag hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres einen neuen Versuch zur Evakuierung der Menschen aus dem von russischen Truppen eingekreisten Werksgelände in Mariupol angekündigt.

08.45 Uhr – Ungarn – EU-Sanktionspaket in jetziger Form Atombombe für Wirtschaft

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban lehnt das neue Sanktionspaket der EU, das unter anderem ein Embargo auf russische Öl-Importe vorsieht, ab. Sein Land könne das Paket in der gegenwärtigen Form nicht unterstützen, sagt Orban dem staatlichen Rundfunk. Die Vorschläge der EU-Kommission kämen dem Abwurf einer Atombombe auf die ungarische Wirtschaft gleich. Ungarn sei aber bereit zu verhandeln, sollte es einen neuen Vorschlag geben, der den ungarischen Interessen entspreche. Ungarn zählt in der EU zu den Ländern, die besonders auf russische Öllieferungen angewiesen sind.

08.15 Uhr – Deutschland will sieben Panzerhaubitzen an Ukraine liefern

Deutschland wird der Ukraine sieben Panzerhaubitzen liefern, kündigt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht an. Das Training an den selbstfahrenden Geschützen könne kommende Woche in Deutschland beginnen, sagt sie vor Reportern in der slowakischen Stadt Sliac. Die deutschen Haubitzen vom Typ 2000 würden fünf aus den Niederlanden kommende ergänzen.

07.30 Uhr – Botschafter Melnyk lehnt Entschuldigung für umstrittene Äußerungen ab

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, lehnt eine Entschuldigung wegen seiner umstrittenen Äußerungen gegenüber Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ab. „Es geht nicht darum, dass man sich entschuldigt, sondern es geht darum, dass eine richtige Politik in diesen Tagen gemacht wird“, sagt er im Deutschlandfunk. Melnyk hatte Scholz als beleidigte Leberwurst bezeichnet, nachdem dieser wegen des Umgangs mit dem Bundespräsidenten zunächst eine Kiew-Reise abgelehnt hatte. Steinmeier hatte der Diplomat wegen seiner früheren Russland-Politik massiv kritisiert.

06.59 Uhr – Großbritannien – Russland setzt Bodenangriff auf Aswostal fort

Russische Truppen haben nach Angaben des britischen Militärgeheimdienstes den zweiten Tag in Folge ihren Bodenangriff auf das Stahlwerk Asowstal in Mariupol fortgesetzt. In dem Werk harren nach ukrainischen Angaben nach wie vor Zivilisten und Soldaten aus.

23.55 Uhr – Die Evakuierung von Zivilisten aus der Hafenstadt Mariupol hält nach Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an. In seiner Videoansprache sagt Selenskyj jedoch nicht, wie viele Menschen die belagerte Stadt am Donnerstag verlassen konnten. Die russischen Streitkräfte griffen weiterhin das Stahlwerk Asowstal in Mariupol an, wo sich ukrainische Zivilisten und Soldaten aufhielten. Man werde alles unternehmen, um eine Lösung zu finden und die eingekesselten Soldaten dort zu retten.

23.45 Uhr – Die Ratingagentur S&P drückt ihre Bewertung für die Kreditwürdigkeit von Belarus noch tiefer in den Ramsch-Bereich. Die Bonitätsnote für die langfristigen Fremdwährungsanleihen werde auf „CC“ von zuvor „CCC“ bei weiterhin negativem Ausblick zurückgenommen, teilte S&P mit. Es bestehe die Gefahr, dass die Papiere nicht bedient würden. Eine weitere Herabstufung auf „SD“ (Selective Default/teilweiser Zahlungsausfall) in den nächsten Monaten sei möglich. Das Land ist von Sanktionen des Westens im Zusammenhang mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine betroffen. 

22.24 Uhr – Die ukrainische Regierung kündigt für morgen Evakuierungen aus der belagerten Küstenstadt Mariupol an. Vize-Ministerpräsidenten Iryna Wereschtschuk nennt als Termin 11.00 Uhr MESZ.

Ukraine aktuell 06.05.22

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Wichtige Entwicklungen zur Börse.

Musk sichert sich für Twitter-Übernahme sieben Mrd Dollar

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Musk Tesla Elon Twitter
Elon Musk, CEO of Tesla Motors Inc., speaks during a delivery ceremony for Tesla Model S sedan in Beijing, China, 22 April 2014. Tesla Motors Inc. began deliveries of the Model S sedan in China as Chief Executive Officer Elon Musk tested the reluctance of consumers in the worlds largest auto market to buy electric cars. The billionaire chairman hosted an event on Tuesday (22 April 2014) to mark the occasion, according to the Palo Alto, California-based company. The electric-car maker has been taking orders since August and opened an 800-square-meter (8,600 square feet) store in a Beijing shopping mall late last year to showcase its vehicles.

Bangalore, 05. Mai (Reuters) – Elon Musk hat sich für die 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Twitter sieben Milliarden Dollar bei einer Gruppe von Investoren gesichert. Zudem könnte der reichste Mann der Welt einem Medienbericht zufolge kurzfristig den Chefposten bei dem US-Kurznachrichtendienst übernehmen. Zu den Investoren zählen Oracle-Mitgründer Larry Ellison sowie Risikokapitalgeber Sequoia Capital und Qatar Holding, wie aus einer Börsenmitteilung vom Donnerstag hervorgeht. Ellison allein, der als Freund von Musk gilt, stelle rund eine Milliarde Dollar zur Verfügung. 

Zudem habe der saudische Prinz Alwalid bin Talal, der die Übernahme zunächst abgelehnt hatte, zugestimmt, seine Beteiligung in Höhe von fast zwei Milliarden Dollar einzubringen statt zu Geld zu machen. Zuvor war bekanntgeworden, dass Musk sein Margendarlehen auf 6,25 Milliarden von 12,5 Milliarden Dollar reduziert, und seine Finanzierungszusage auf 27,25 Milliarden Dollar erhöht hat. Zugleich will der Tesla-Chef weitere Aktionäre auf seine Seite ziehen und spricht unter anderem mit dem früheren Twitter-Chef und -Gründer Jack Dorsey. 

Musk selbst dürfte einem Medienbericht zufolge vorerst den Spitzenposten bei Twitter übernehmen. Der Sender CNBC berichtete unter Berufung auf Insider, Musk könnte Twitter für ein paar Monate leiten. Prinz Alwalid bin Talal schrieb in einer Twitter-Kurznachricht, er glaube, dass Musk ein ausgezeichneter Chef wäre.

Erst vergangene Woche hatte der US-Kurznachrichtendienst der Übernahme durch Musk zugestimmt. Insidern zufolge hat dieser bei den Finanzierungsgesprächen mit Banken bereits erklärt, neue Wege finden zu wollen, um Tweets zu monetarisieren, und Managergehälter zu kürzen. Im Moment zählt Twitter rund 217 Millionen Nutzer.

Musk sichert sich für Twitter-Übernahme sieben Mrd Dollar

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Scholz sichert EU-Partnern Solidarität bei Gas-Versorgung zu

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Scholz
Brussels, Belgium. 21th January 2020.Finance Minister of Germany Olaf Scholz attends a Finance Ministers' Economic and Financial Affairs Council (ECOFIN) meeting.

Berlin, 05. Mai (Reuters) – Bundeskanzler Olaf Scholz will osteuropäische EU-Länder ohne Häfen an Nord- und Ostsee mit LNG-Gas versorgen. Deutschland werde sich solidarisch zeigen, wenn es darum gehe, alle EU-Staaten mit Alternativen zu russischem Gas zu beliefern, sagte Scholz am Donnerstag nach einem Treffen mit tschechischen Ministerpräsidenten Petr Fiala in Berlin. Fiala sagte, Scholz habe ihm zugesichert, dass Tschechien über die von Deutschland geplanten Flüssiggas-Terminals mit versorgt werden könne. Dies sei eine ganz wichtige Aussage. Tschechien ist zu mehr als 95 Prozent abhängig von russischem Pipeline-Gas. 

Wie genau die Zusammenarbeit aussehe, müsse man sehen, sagte Scholz auf die Frage, ob sich Tschechien auch an dem geplanten LNG-Terminal in Wilhelmshaven beteiligen könne. Fiala betonte, dass ein Land immer zu den Befürwortern der härtesten Sanktionen gegen Russland gehört habe, weil man die russische Führung nur so beeindrucken könne. Aber man brauche Hilfe bei der Umstellung. 

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper, die Bundesregierung und das Land Niedersachsen hatten am Donnerstag ihre Planungen zum Bau eines Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Wilhelmshaven konkretisiert. Uniper kündigte in der niedersächsischen Hafenstadt im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und des niedersächsischen Energieministers Olaf Lies an, als Errichter und Betreiber des Terminals 65 Millionen Euro zu investieren.

Scholz sichert EU-Partnern Solidarität bei Gas-Versorgung zu

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Erstes Gesetzespaket soll Sanktionsdurchsetzung schnell verbessern

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Berlin, 05. Mai (Reuters) – Die Bundesregierung will Insidern zufolge mit einem Maßnahmenbündel noch vor der Sommerpause die Durchsetzung von Sanktionen gegen Russland verbessern. Im ersten von zwei Teilen des geplanten Gesetzespaketes soll die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden intensiviert werden. So sollen die Stellen besser an bereits anderswo vorliegende Informationen kommen. Ihre Zuständigkeiten werden den Regierungskreisen zufolge zudem erweitert. Es soll auch bessere Möglichkeiten zur Ermittlung und Sicherstellung von Vermögensgegenständen geben. Unter Androhung von Strafen und Bußgeldern sollen sanktionierte Personen ihr Vermögen offenlegen müssen.

Der Entwurf für eine sogenannte Formulierungshilfe ist innerhalb der Regierung in der finalen Abstimmung. Das Kabinett soll laut Bundesfinanzminister Christian Lindner bis spätestens Montag zustimmen. Bis zur Sommerpause soll der erste Teil des Gesetzes dann durch das Parlament sein. Die Formulierungshilfe für die Bundestagsfraktionen der Ampel-Koalition soll den Gesetzgebungsprozess beschleunigen. 

„Wir brauchen eigentlich eine zentrale Behörde“, sagte eine Regierungsvertreterin. Dies sei aber in der Kürze der Zeit nicht umsetzbar. Deswegen sollten schnell Lücken in der Gesetzgebung geschlossen werden, um die von der EU verhängten Sanktionen gegen russische Personen und Firmen auch effektiv durchzusetzen. Unter anderem wurden nach dem russischen Angriff auf die Ukraine das Einfrieren von Vermögenswerten sowie Reisebeschränkungen verhängt. Eine Mitte März eingerichtete Task Force soll die Durchsetzung sicherstellen und hat Vorschläge für die geplanten Gesetzesänderungen vorgelegt.

Im zweiten Teil sollen dann Maßnahmen umgesetzt werden, für die die Regierung mehr Zeit braucht. Hier gehe es um strukturelle Reformen. Ein Entwurf solle aber noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. Den Regierungsvertretern zufolge stößt die Vermögensermittlung an Grenzen, wenn Oligarchen durch verschachtelte Unternehmenskonstruktionen ihr Vermögen verschleierten. Geplant sei deswegen vor allem eine zentrale Koordinierungsstelle. Außerdem soll es ein Register geben – für Vermögen unklarer Herkunft sowie für sanktionierte Vermögenswerte. Im Geldwäschegesetz soll eine Meldepflicht für Sanktionsverstöße ergänzt, zudem eine Hinweisgeberstelle eingerichtet werden.

Erstes Gesetzespaket soll Sanktionsdurchsetzung schnell verbessern

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Investor Brookfield will Anteil an Funkturmfirma TDF verkaufen

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Brookfield
STUTTGART, GERMANY - Mar 05, 2021: Person holding smartphone with logo of company Brookfield Infrastructure Partners L.P. on screen in front of website. Focus on phone display.

London, 05. Mai (Reuters) – Der kanadische Vermögensverwalter Brookfield Asset Management.TO will Insidern zufolge seine 45-Prozent-Beteiligung an der französischen Funkturmfirma TDF Group verkaufen. Mit dem Schritt wolle der Investor vom zunehmenden Interesse an Infrastruktur-Vermögenswerten in Europa profitieren, sagten am Donnerstag drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Brookfield habe die Banken Citigroup und Credit Suisse damit beauftragt, Verkaufspläne zu erstellen, die TDF mit mehr als fünf Milliarden Euro bewerten könnten. TDF, Brookfield, Citigroup und Credit Suisse lehnten einen Kommentar dazu ab. 

Brookfield hatte 2015 ein Konsortium angeführt, das die Kontrolle über TDF übernahm. Mit einem Anteil von 45 Prozent sind die Kanadier der größte Investor bei TDF. Das Angebot der Franzosen konzentriert sich auf die Bild- und Tonübertragung und Ausstrahlung für TV- und Rundfunkanbieter. In Deutschland hat die Deutsche Telekom Insidern zufolge den Verkaufsprozess für ihre Tochter Deutsche Funkturm (DFMG), die mit bis zu 18 Milliarden Euro bewertet wird, inzwischen auf den Weg gebracht.

Investor Brookfield will Anteil an Funkturmfirma TDF verkaufen

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

ARD-Umfrage – CDU in NRW knapp vor SPD

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Berlin, 05. Mai (Reuters) – Zehn Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen liegt die CDU einer ARD-Umfrage zufolge leicht vor der SPD und wäre damit erneut stärkste Kraft. Die Union erreichte in der am Donnerstag verbreiteten Erhebung 30 Prozent, die SPD 28 Prozent, die Grünen 16 Prozent und die FDP wie auch die AfD acht Prozent.

Die Linken würden mit drei Prozent erneut an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. CDU, SPD und FDP stünden damit etwas schlechter als bei der Wahl 2017, für die Grünen wäre es dagegen verglichen mit den 6,4 Prozent von damals ein deutlicher Zugewinn. Allerdings hätten weder eine erneute schwarz-gelbe Koalition noch eine Allianz aus SPD und Grünen eine Mehrheit.

ARD-Umfrage – CDU in NRW knapp vor SPD

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Börsen im Minus – Fed kann Zinsängste nicht beseitigen

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Frankfurt, 05. Mai (Reuters) – Die US-Notenbank konnte mit ihrem Zinsmanöver die Nerven der Aktienanleger nur vorübergehend beruhigen. Im Sog eines Ausverkaufs an der Wall Street nutzten Anleger in Europa am Donnerstag anfängliche Kursgewinne zum Ausstieg. Dax und EuroStoxx50 landeten am Ende des Handelstages im Minus: der deutsche Leitindex fiel um rund 0,5 Prozent auf 13.902 Punkte, sein europäisches Pendant gab 0,8 Prozent nach. Grafik: AgenaTrader, Download der Grafik.

Zins
ScreenShot: AgenaTrader 05.05.2022

Die US-Börsen, die am Mittwoch mit einer Kursrally auf die Zinsentscheidung der Notenbank reagiert hatten, lagen zum Handelsschluss in Europa stark im Minus. Vor allem Technologiewerte gerieten unter die Räder, der Nasdaq-Index verlor knapp fünf Prozent. „Ich würde sagen, dass die Märkte der Fed ihre Zurückhaltung nicht abkaufen“, sagte Callie Cox, US-Investmentanalystin beim Broker eToro.

Notenbank-Chef Jerome Powell hatte nach der Zinserhöhung um 50 Basispunkte weitere Anhebungen im größeren Stil von 75 Basispunkten vorerst ausgeschlossen. Doch einige Fed-Mitglieder hätten bereits darauf gepocht, dass die Zinsen schneller steigen müssten und das sofort, sagte Cox. „Es macht also Sinn, dass die Anleger an diesen Ort der Angst zurückkehren, dass die Fed viel mehr tun könnte, als sie sich vorgestellt hatten, um die Inflation geldpolitisch zu bekämpfen.“

Dem US-Dollar gab diese Sichtweise Auftrieb: der Dollar-Index stieg um 1,3 Prozent auf 103,88 Punkte. Der Euro rutschte unter die Marke von 1,05 Dollar und nähertes sich seinem Ende April erreichten Fünf-Jahrestief von 1,0470 Dollar an. Anleger rätseln, wann die Europäische Zentralbank dem Beispiel der Fed folgen und ebenfalls die Zinswende einleiten könnte. 

AUCH BANK OF ENGLAND HEBT ZINSEN IM KAMPF GEGEN INFLATION

Auch die Bank of England stemmte sich gegen den Preisdruck und hob die Zinsen um einen Viertel Punkt auf 1,0 Prozent an. Die Entscheidung fiel allerdings nicht einstimmig: Drei Währungshüter hatten vergeblich einen noch größeren Schritt auf 1,25 Prozent gewünscht. Das seien aber weniger Befürworter gewesen, als von den Marktteilnehmern erhofft, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Das Pfund Sterling geriet deswegen unter Druck und fiel um mehr als zwei Prozent auf 1,2331 Dollar.

Die rasant steigenden Preise erhöhen den Handlungsdruck auf die Notenbanken. Befeuert wird die Inflation unter anderem durch neue Energiepreisschübe infolge des Ukraine-Krieges. Nordsee-Öl der Sorte BrentLCoc1 notierte am Donnerstag allerdings 0,7 Prozent tiefer bei 109,50 Dollar je Fass. Die „Opec+“, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, einigte sich Insidern zufolge auf eine Anhebung der Quoten um weitere 432.000 Barrel pro Tag.

AIRBUS STARTEN DURCH – ZALANDO AUF ZWEI-JAHRES-TIEF

Neben den Notenbanken hielten Firmenbilanzen die Anleger auf Trab. Die Aktien des Flugzeugbauers AirbusAIRG.DEsetzten sich mit einem Plus von zeitweise 6,1 Prozent an die Dax-Spitze. Der operative Gewinnsprung von 82 Prozent sei eine eindeutige Überraschung gewesen, sagte ein Händler.

Für Enttäuschung sorgte dagegen der Online-Modehändler Zalando, der erstmals seit der Firmengründung vor 14 Jahren einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Die Tage deutlichen Wachstums dürften erst einmal vorbei sein, sagte ein Händler. Die Aktien verloren 10,6 Prozent. 

Europaweit flogen Finanzwerte aus den Depots. Der Branchenindex gab 1,9 Prozent nach. An der Mailänder Börse waren UniCredit hingegen begehrt. Dank eines Bekenntnisses zum geplanten milliardenschweren Aktienrückkauf sahen die Anleger über den Gewinneinbruch hinweg. Die Aktien der Großbank stiegen um rund zwei Prozent. 

Börsen im Minus – Fed kann Zinsängste nicht beseitigen

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80 chinesischen Firmen droht Delisting in den USA

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Bangalore, 05. Mai (Reuters) – Der Streit zwischen den USA und China um Prüfungsberichte von Firmen geht in die nächste Runde. In der Nacht zu Donnerstag fügte die US-Börsenaufsicht SEC 80 weitere Firmen zur Liste der von einem Delisting bedrohten Unternehmen hinzu. Darunter befand sich auch der chinesische Onlineriese JD.com. Der Schritt sorgte an der Wall Street für Unruhe, wo die Aktien von JD.com, aber auch Alibaba, Baidu und Didi Global vorbörslich nachgaben. 

Die US-Regulierer verlangen kompletten Zugriff auf die Prüfungsberichte von in New York gelisteten chinesischen Unternehmen, die allerdings in der Volksrepublik gespeichert sind. China lehnt die Freigabe bisher mit Verweis auf nationale Sicherheitsregeln ab. JD.Com gab bekannt, mit den Behörden in beiden Staaten zusammenzuarbeiten.

80 chinesischen Firmen droht Delisting in den USA

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Deutschland gegen EU-Verbot von Gebühren-Modell bei Online-Brokern

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Frankfurt, 05. Mai (Reuters) – Deutschland lehnt Vorschläge der EU-Kommission für ein EU-Verbot einer zentralen Vergütungsmethode für Online-Broker ab. Bei dem sogenannten ‚Payment for Order Flow‘ (PFOF) handelt es sich um Zahlungen, die Neo-Broker von den Handelsplätzen erhalten, an die sie ihre Kundenaufträge weitervermitteln.

Diese sind häufig auf Kleinanleger spezialisiert. EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness hatte im Herbst Kommissionsvorschläge vorgestellt, nach denen diese Vergütungspraxis in der EU untersagt werden soll. Unter anderem wird am PFOF-Modell bemängelt, dass die Order womöglich dahin gehen, wo es die höchsten Zahlungen für die Broker und nicht wo es die besten Kurse für die Kunden gibt.

Das Verbot könne weder auf hinreichende Analysen noch auf eine Auswirkungsstudie der Kommission oder der europäischen Finanzmarktaufsicht ESMA gestützt werden, teilte das Bundesfinanzministerium am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit. Bestehenden Marktpraktiken und Handelsstrukturen sowie Kleinanleger-Interessen würden nicht hinreichend berücksichtigt.

Das Finanzministerium wies darauf hin, dass es bereits Regelungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten und zur bestmöglichen Ausführung von Kundenaufträgen gebe. Ein Verbot würde zudem die zunehmende Teilnahme von Kleinanlegern an den Finanzmärkten unter Beteiligung von Neo-Brokern behindern, begründetet das Ministerium.

Eine neue Studie heizte unterdessen die Diskussion um die Verbotspläne der EU-Kommission weiter an. Die am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung der Investmentplattform Scalable Capital kam nun zu dem Ergebnis, dass die Gesamtkosten an Retail-Börsen meist geringer für Kleinanleger sind als an etablierten Handelplätzen.

„Payment for Order Flow macht den Handel für Privatanleger günstiger“, erläuterte Erik Podzuweit, Mitgründer und Co-Vorstandschef von Scalable Capital, die Studienergebnisse. Im Vergleich zu Handelsplätzen wie Xetra oder der Frankfurter Börse gelte für Retail-Börsen: „Der Preis ist gleich oder oft sogar besser und unter Einbeziehung aller Nebenkosten konkurrenzlos gut.“ 

PFOF erlaubt es Neobrokern Podzuweit zufolge, sehr günstige Konditionen anzubieten. Aus seiner Sicht würde ein Verbot dieser Vergütungspraxis Anlegern den Zugang zum Kapitalmarkt durch erhöhte Gebühren wieder erschweren.

In der Studie wurden Preisdaten über sechs Monate an vier Handelsplätzen ausgewertet: Xetra, die Börse Frankfurt sowie die Retail-Börsen Tradegate-Exchange und Gettex. Die Analyse konzentrierte sich auf 150 stark gehandelte Wertpapiere. Eines der Ergebnisse: Im Mittel ließen sich für eine typische Aktienorder über 3000 Euro rund 4,80 Euro an Gesamtentgelten über die Retail-Börsen einsparen. Ähnliche Einsparungen zeigten sich im Retail-Handel mit ETFs.

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

US-Börsen geben nach – Fed-Euphorie verpufft

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Frankfurt, 05. Mai (Reuters) – An den US-Börsen ist die Erleichterungsrally einen Tag nach dem Zinsentscheid der Notenbank Fed bereits wieder beendet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab am Donnerstag um 1,3 Prozent auf 33.753 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 1,6 Prozent auf 4230 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,4 Prozent auf 12.656 Punkte.

„Ich denke nicht, dass es überraschend ist, dass kurzfristig orientierte Investoren darauf aus sind, einige Gewinne mitzunehmen“, sagte Sam Stovall, Investmentstratege beim Vermögensverwalter CFRA. Die Frage sei, ob der Kursanstieg am Mittwoch nur eine technische Gegenbewegung gewesen sei und es nun an den Börsen so weitergehe wie vor der Zinssitzung.

Die Notenbank hatte die Zinsen im Kampf gegen die Inflation erwartungsgemäß um 50 Basispunkte angehoben. Fed-Chef Jerome Powell schloss jedoch eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte in einer bevorstehenden Sitzung ausdrücklich aus und hatte den Anlegern damit die Angst vor einer aggressiven Straffung der Geldpolitik genommen.

Investoren mussten am Donnerstag zudem eine Flut von Firmenbilanzen verarbeiten. Ein enttäuschender Ausblick brockte Etsy den größten Kurssturz seit neun Monaten ein. Die Aktien des auf Kunsthandwerk spezialisierten Online-Marktplatzes rutschten um mehr als vierzehn Prozent ab. 

Ein Quartalsergebnis über Markterwartungen und die Aussicht auf sprudelnde Gewinne bescherte dem Lithium-Produzenten Albemarle hingegen einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien des globalen Branchenschwergewichts stiegen um mehr als elf Prozent.

Twitter zogen um 3,4 Prozent an. Tesla-Chef Elon Musk kommt bei der Finanzierung der insgesamt 44 Milliarden Dollar teuren geplanten Übernahme des Kurznachrichtendienstes voran. So hat er den Angaben zufolge von einer Gruppe von Investoren 7,14 Milliarden Dollar zugesichert bekommen.

US-Börsen geben nach – Fed-Euphorie verpufft

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