Dienstag, März 24, 2026
Start Blog Seite 5559

Israel – Haben Verantwortliche für tödlichen Angriff gefasst

0

Jerusalem, 08. Mai (Reuters) – Nach dem gewaltsamen Tod dreier Israelis am vergangenen Donnerstag haben israelische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben die Täter gefasst. Es handle sich um zwei Palästinenser, teilten die Polizei, der Geheimdienst Schin Bet und das Militär am Sonntag mit.

„Die beiden Terroristen, die bei dem tödlichen Angriff in der Stadt Elad drei israelische Zivilisten ermordet haben, wurden gefasst“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Behörden. Bei dem Angriff am israelischen Unabhängigkeitstag waren drei Menschen getötet und zwei verletzt worden.

In den vergangenen Wochen haben Palästinenser und Mitglieder der arabischen Minderheit in Israel mehrere Angriffe verübt, bei denen 18 Menschen ums Leben kamen, darunter sowohl Zivilisten als auch Mitglieder der Sicherheitskräfte. Israel hat mit Razzien und Festnahmen in palästinensischen Städten und Dörfern reagiert. Seit Anfang des Jahres sind mindestens 40 Palästinenser durch israelische Sicherheitskräfte getötet worden, darunter unbewaffnete wie auch bewaffnete Personen.

Israel – Haben Verantwortliche für tödlichen Angriff gefasst

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Finanzminister Lindner will hochverschuldete Kommunen entlasten

0
Lindner Deutschland Steuern Geldwäsche China

Berlin, 08. Mai (Reuters) – Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat Hilfen für hochverschuldete Städte und Gemeinden angekündigt. „Wir müssen die betroffenen Kommunen jetzt entschulden, damit Spielraum für Investitionen bleibt“, sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut einem Vorabbericht am Sonntag. Die Zeit dränge, denn die Zinswende werde auch auf Städte und Gemeinden durchschlagen.“

Aus dem Bundesfinanzministerium hieß es, dass das Angebot im Raum stehe, dass der Bund die Hälfte der Kosten für eine Entschuldung übernehme. Eine Bedingung Lindners sei dafür aber eine Änderung des Grundgesetzes. Es müsse verhindert werden, dass nach einer einmaligen Entschuldung sofort neue Schulden in den Kommunen angehäuft würden. Bisher ist die kommunale Verschuldung nicht von der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse erfasst.

Finanzminister Lindner will hochverschuldete Kommunen entlasten

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelbild Copyright © Laurence Chaperon

Bild Quelle https://www.fdp.de/person/christian-lindner

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Schleswig-Holstein wählt einen neuen Landtag – Wahllokale geöffnet

0

Berlin, 08. Mai (Reuters) – In Schleswig-Holstein haben die Wahllokale für die Wahlen zum neuen Landtag am Sonntag geöffnet. Dort können die Bürger und Bürgerinnen bis 18.00 Uhr abstimmen.

Nach letzten Umfragen hat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gute Aussichten, wiedergewählt zu werden. Denn die CDU liegt demnach in der Wählergunst mit Werten von 36 bis 38 Prozent deutlich vorne. Der 48-Jährige setzte seiner Partei sogar ein Ziel von 40 Prozent, damit keine Koalition ohne die Union gebildet werden kann. Die SPD und Grünen rangieren laut ZDF-Politbarometer mit je 18 Prozent dahinter, die FDP kam der Umfrage zufolge auf acht Prozent, die AfD und der SSW auf je sechs Prozent. Der Südschleswigsche Wählerverband unterliegt als Partei der dänischen Minderheit nicht der Fünf-Prozent-Hürde. 

Wahlberechtigt sind im nördlichsten Bundesland gut 2,3 Millionen Personen. Bisher regiert dort eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP. Denkbar ist laut Umfragen eine Zweierkonstellation, in der die CDU entweder zusammen mit den Grünen oder der FDP regiert. Auch eine sogenannte Küstenkoalition aus SPD, Grünen, FDP und SSW ist zumindest rechnerisch laut Umfragen möglich. Eine Woche nach Schleswig-Holstein wird auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt.

Schleswig-Holstein wählt einen neuen Landtag – Wahllokale geöffnet

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

John Lee wird neuer Regierungschef von Hongkong

0

Hongkong, 08. Mai (Reuters) – John Lee wird neuer Regierungschef von Hongkong. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Seine Vorgängerin Carrie Lam war nicht wieder angetreten. Am Sonntag stimmten 1416 Mitglieder des Peking-nahen Wahlausschusses für den 64-Jährigen, acht unterstützten ihn nicht.

Die fünfjährige Amtszeit von Lees Vorgängerin endet Regierungszeit am 30. Juni. In Carrie Lams Regierungszeit fallen die Corona-Pandemie und die monatelangen pro-demokratischen Kundgebungen. Die teils gewaltsamen Proteste führten dazu, dass die Zentralregierung ein umfassendes Sicherheitsgesetz erließ, das ihr weitreichende Befugnisse einräumt.

Lee war während der Proteste gegen die Regierung 2019 und des massiven Vorgehens gegen die Demokratiebewegung Sicherheitschef in der Millionenmetropole. Die USA verhängten 2020 gegen Lee wie auch gegen Lam Sanktionen wegen der Beteiligung „an der Nötigung, Verhaftung, Festnahme oder Inhaftierung von Personen“ im Rahmen des Sicherheitsgesetzes.

Bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur Anfang April hatte Lee angekündigt, ein neues Kapitel für die Finanzmetropole aufschlagen zu wollen. Priorität habe die Loyalität Hongkongs gegenüber der chinesischen Zentralregierung in Peking. Auch Lösungen für die chronische Wohnungsnot stünden ganz oben auf der Agenda.

John Lee wird neuer Regierungschef von Hongkong

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Shanghai verschärft Corona-Beschänkungen

0

Shanghai, 08. Mai (Reuters) – Die chinesische Millionenmetropole Shanghai verschärft Insidern zufolge ihre bereits strengen Corona-Beschränkungen. So wolle sie den Virusausbruch bis Ende des Monats in den Griff bekommen, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. Auch wenn die Neuansteckungen zuletzt gesunken seien, sollten die Restriktionen in Kraft bleiben bis Ende Mai, um einen erneuten Ausbruch zu verhindern.

Aus Berichten von Einwohnern in verschiedenen Bezirken und Beiträgen in den sozialen Medien ging hervor, dass die 25-Millionen-Einwohner-Stadt Kontaktpersonen von Coronapositiven schneller und in größerem Maße in Quarantänezentren verlegen wolle. Mehrere Personen berichteten, sie sollten trotz negativer Tests in diese Einrichtungen ziehen, weil in ihren Häusern Menschen positiv getestet worden waren.

Anderen wurde von ihren Hausverwaltungen mitgeteilt, sie dürften sich für eine Woche nicht über ihre Haustür oder ihre Wohnanlage hinaus bewegen und keine Lieferungen entgegennehmen. So sollen die Fälle auf Gemeindeebene auf null sinken. Die Stadtregierung gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Shanghai verschärft Corona-Beschänkungen

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

BMW-Chef sieht kein schnelles Aus für Verbrennermotoren

0

Frankfurt, 08. Mai (Reuters) – Der Chef des Autokonzerns BMW, Oliver Zipse, rechnet nicht mit einem schnellen Ende für Verbrennermotoren. „Die weitere Entwicklung der Verbrennertechnologie können Sie nur einstellen, wenn weltweit binnen zehn Jahren alle Kunden auf das Elektroauto umsteigen. Diese Wette gehe ich nicht ein“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „In Einzelmärkten wie Deutschland und Großbritannien kann der Wechsel sehr schnell kommen. Aber weltweit sehe ich so eine rasche Umstellung nicht.“

Sollten die Kunden Verbrennermotoren absehbar nicht mehr nachfragen, könne BMW die Entwicklung der Motoren beenden. „Und das wird in den verschiedenen Märkten zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten passieren. In den USA zum Beispiel wollen im Vergleich zu Europa noch viel mehr unserer Kunden Verbrennungsmotoren“, betonte Zipse. Die Elektromobilität werde für BMW aber mit Abstand der wichtigste Wachstumsmotor sein. „Spätestens 2030 wird BMW 50 Prozent des weltweiten Absatzes mit batterieelektrischen Autos erzielen. In einigen Regionen wird der Anteil sogar deutlich höher liegen.“ 

Zipse sagte, die Versorgung mit Halbleitern bleibe angespannt. „Das wird selbst 2023 noch ein Thema sein.“ Dazu erschwerten andere Probleme die Produktion, wie etwa die jüngsten Corona-Lockdowns in China.

BMW-Chef sieht kein schnelles Aus für Verbrennermotoren

Foto: Symbolfoto

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Wichtige Entwicklungen zur Börse.

Ukraine aktuell 08.05.22

0

08. Mai (Reuters)- Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

14.25 Uhr – Soldaten im Asowstal-Werk – Wir kämpfen bis zum Ende

Die im belagerten Stahlwerk Asowstal eingeschlossenen ukrainischen Kämpfer wollen ihren Widerstand notfalls bis zum bitteren Ende fortsetzen. „Wir werden weiter kämpfen, solange wir leben, um die russischen Besatzer zurückzuschlagen“, sagt Hauptmann Swjatoslaw Palamar, stellvertretender Kommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, auf einer Online-Konferenz. „Wir haben nicht viel Zeit, wir stehen unter starkem Beschuss“, sagt er und bittet die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Evakuierung verwundeter Soldaten aus der Anlage in der südöstlichen Hafenstadt Mariupol. Palamar fügt hinzu, er könne nicht bestätigen, dass bereits alle Zivilisten das Stahlwerk verlassen hätten.

13.10 Uhr – Jill Biden besucht ukrainische Flüchtlinge in Slowakei

Die First Lady der USA, Jill Biden, spricht am letzten Tag ihrer Reise durch Rumänien und die Slowakei mit ukrainische Flüchtlingen in der Ostslowakei. Die Frau von US-Präsident Joe Biden trifft Frauen und Kinder, die aus der Ukraine geflohen sind. Biden besucht ein Flüchtlingszentrum in Kosice, einem der wichtigsten Durchgangsorte für über 400.000 ukrainische Flüchtlinge, die seit Beginn der russischen Invasion in die Slowakei gekommen sind. Biden fragt eine Lehrerin, die mit ihrer siebenjährigen Tochter geflohen ist, wie sie den Kindern den Krieg erkläre. „Es ist sehr schwer zu erklären. Ich habe nur gesagt, dass es einen Krieg gibt und ich es nicht erklären kann, weil ich es selbst nicht weiß“, sagt die Frau. „Es ist sinnlos“, antwortet Biden, bevor sie die Mutter und ihr Kind umarmt.

10.44 Uhr – Bundestagspräsidentin Bas trifft in Kiew ein

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) trifft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ein. Bundestagsprotokollchef Enrico Brissa twitterte Fotos von Bas, wie sie mit dem Zug ankommt und sich mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal trifft. Bas wolle in Kiew an die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnern und politische Gespräche führen.

10.27 Uhr – Das russische Militär hat nach Aussagen des russischen Verteidigungsministeriums in der Nacht ein ukrainisches Kriegsschiff nahe Odessa zerstört. Raketen hätten eine Korvette getroffen. Zudem habe die russische Luftabwehr über der Schlangeninsel im Schwarzen Meer zwei ukrainische Bomber und einen Hubschrauber abgeschossen, teilte das Ministerium mit.

07.45 Uhr – Zwei Menschen sind dem Gouverneur der ostukrainischen Region Luhansk zufolge bei der Bombardierung einer Schule durch das russische Militär getötet worden. Rund 60 Menschen befänden sich noch unter den Trümmern des Gebäudes in dem Dorf Bilohoriwka, sie seien wahrscheinlich auch tot, schreibt Serhiy Gaidai auf Telegram. In der Schule hätten etwa 90 Menschen Schutz gesucht als russische Streitkräfte am Samstagnachmittag eine Bombe abgeworfen hätten. 30 Personen seien gerettet worden, sieben davon seien verletzt.

05.28 Uhr – Nach Angaben des Machthabers der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, ist die ostukrainische Stadt Popasna in der Region Luhansk gefallen. „Kämpfer der tschetschenischen Spezialeinheiten … haben den größten Teil von Popasna unter Kontrolle gebracht“, schreibt Kadyrow auf Telegram. Die zentralen Bezirke seien geräumt. Die Ukraine meldet hingegen, dass die schweren Kämpfe um die Stadt weiter andauern. „Russische Propagandisten haben freudig berichtet, dass sie die Stadt bereits eingenommen haben, aber das ist nicht ganz richtig. Dies ist die 117. ‚Einnahme von Popasna‘, die sie allein in dieser Woche behauptet haben“, teilt ein Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj in den sozialen Medien mit. Die tschetschenischen Truppen würden nicht kämpfen, sondern plündern und Videos aufnehmen. Reuters konnte die Berichte nicht unabhängig überprüfen.

01.01 Uhr – Nirgendwo in der Europäischen Union (EU) ist einem Zeitungsbericht zufolge der Preis für den Liter Diesel seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine stärker gestiegen als in Deutschland. Diesel verteuerte sich in Deutschland im Zeitraum vom 21. Februar und damit drei Tage vor Kriegsbeginn bis zum 25. April von 1,66 Euro pro Liter auf 2,04 Euro pro Liter um 38 Cent, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Daten der EU-Kommission. Nur in Schweden und Lettland legte demnach der Preis in diesem Zeitraum ebenfalls um 38 Cent zu. In Frankreich hingegen verteuerte sich laut Bericht der Liter Diesel um 17 Cent, in Italien um fünf Cent.

00.31 Uhr – Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) dringt angesichts der Lebensmittelkrise auf ein Ende der Lebensmittelnutzung für Biokraftstoffe. „Niemand will beim Tanken dafür verantwortlich sein, dass der Hunger auf der Welt verschärft wird. Es muss aufhören, dass wir Lebensmittel in den Tank packen – egal ob Weizen, Palmöl, Raps oder Mais“, sagt Schulze der Zeitung „Bild am Sonntag“. Die Lage sei durch Corona, extreme Dürren und den Ukraine-Krieg „hochdramatisch“, Lebensmittelpreise seien weltweit um ein Drittel gestiegen. „Uns droht die größte Hungersnot seit dem Zweiten Weltkrieg mit Millionen Toten.“ 4,4 Prozent im Sprit seien Nahrungs- und Futtermittel. „Das gehört auf null runtergefahren – nicht nur in Deutschland, sondern möglichst international.“

00.00 Uhr – Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) erhöht die Soforthilfen für die Ukraine, Moldau und Georgien. „Mir ist es wichtig, dass Deutschland die Ukraine nicht nur militärisch unterstützt, sondern auch das Leben für die Menschen erträglicher macht“, sagt Schulze der Zeitung „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht. „Dafür haben wir jetzt das Sofortprogramm für die Ukraine von 122 Millionen auf 185 Millionen Euro aufgestockt.“ Damit sollen die Trinkwasserversorgung wiederhergestellt und zerstörte Wohnungen, Schulen und Kindergärten wiederaufgebaut werden.

Ukraine aktuell 08.05.22

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Wichtige Entwicklungen zur Börse.

Evakuierung in Mariupol macht Fortschritte

0

Kiew, 07. Mai (Reuters) – – Aus dem von russischen Truppen belagerten Stahlwerk in der ukrainischen Stadt Mariupol ist nach Darstellung der in der Region herrschenden Separatisten ein großer Teil der Zivilisten in Sicherheit gebracht worden. Mit der Abfahrt 50 weiterer Menschen am Samstag summiere sich die Zahl der vom Werksgelände abgeholten Zivilisten auf 176, teilte das militärische Hauptquartier der pro-russischen Separatistenregierung in der Gebietshauptstadt Donezk am Samstag mit.

Die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk erklärte, es seien alle Kinder, Frauen und ältere Personen evakuiert worden. „Dieser Teil des humanitären Einsatzes in Mariupol ist beendet.“ Die Stadtverwaltung hatte die Zahl der auf dem weitläufigen Gelände mit zahlreichen Gebäuden und unterirdischen Anlagen eingeschlossenen Zivilisten vor wenigen Tagen auf 200 beziffert. 

Unter der Federführung der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz war die Evakuierungsaktion am vergangenen Wochenende begonnen und am Freitag fortgesetzt worden. Russland und die Ukraine hatten einander wiederholt einen Bruch des dafür notwendigen Waffenstillstands vorgeworfen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Freitagabend erklärt, sein Land arbeite an einer diplomatischen Lösung, um auch die in dem Stahlwerk ausharrenden ukrainischen Soldaten zu retten. Allerdings setzten russische Artillerie- und Panzereinheiten nach Angaben des ukrainischen Militärs am Samstag ihre Angriffe auf das Werksgelände fort.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am 21. April den Sieg seiner Armee über Mariupol erklärt und eine Abriegelung des von ukrainischen Kämpfern gehaltenen Asowstal-Geländes erklärt. Die Verteidiger hatten es abgelehnt, sich zu ergeben. In der Ukraine wird befürchtet, die russischen Streitkräfte könnten bis zum Montag zu einem Vernichtungsschlag gegen sie ausholen, um Putin pünktlich zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg einen militärischen Erfolg zu verkünden. Der 9. Mai wird seit Sowjetzeiten in Moskau mit einer großen Militärparade begangen.

DUMA-CHEF: USA AN MILITÄRAKTIONEN DIREKT BETEILIGT

Russland verschärfte seinen Ton gegenüber den USA, die wie ihre Nato-Verbündeten die Ukraine unter anderem mit Waffen unterstützen. Der russische Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin bezichtigte die USA einer unmittelbaren Kriegsbeteiligung. „Washington koordiniert und entwickelt wesentlich militärische Operationen und beteiligt sich damit unmittelbar an Militäraktionen gegen unser Land“, erklärte der Duma-Vorsitzende. Die USA und ihre Verbündeten hatten erklärt, sie betrachteten sich nicht als Kriegspartei. 

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief den Westen zu weiteren Lieferungen schwerer Waffen an die Ukraine auf. „Die Ukraine benötigt dringend weitere schwere Waffen, der Westen sollte seine Lieferungen intensivieren, noch mehr tun und sich auf ein langfristiges Engagement vorbereiten“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Die Ukraine müsse sich auf einen „langen Krieg“ mit Russland über Monate oder Jahre einstellen. 

Russische Truppen waren am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert. Inzwischen haben die russischen Bombardierungen mehrere Städte verwüstet. Tausende Zivilisten starben, Millionen sind auf der Flucht. Die Regierung in Moskau bezeichnet die Invasion der Ukraine als „militärische Spezialoperation“. Westliche Staaten sprechen von einem Angriffskrieg und Verbrechen gegen die ukrainische Zivilbevölkerung.

WEITERE LUFTANGRIFFE

Russland setzte seine Angriffe nach eigenen Angaben am Samstag fort und zerstörte ein großes Lager mit militärischem Gerät aus Europa und den USA. Das Lager habe sich in der Nähe des Bahnhofs Bohoduchiw in der Region Charkiw befunden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. In der Nacht seien 18 ukrainische Militäreinrichtungen getroffen worden, darunter drei Nahe der südukrainischen Hafenstadt Odessa. Auch in der Stadt selbst schlugen nach Angaben der Regionalverwaltung mehrere Raketen ein. Aus dem Norden der Ukraine melden örtliche Behörden ebenfalls Raketenangriffe. In den Gemeinden Myropilske und Chotin in der Region Sumy seien Raketen eingeschlagen.

Evakuierung in Mariupol macht Fortschritte

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

EU-Unterhändler will im Iran Annäherung in Atomgesprächen suchen

0

Dubai, 07. Mai (Reuters) – Angesichts der stockenden Gespräche über eine Wiederbelebung des Atomabkommens will sich der europäische Unterhändler mit einem Besuch im Iran um eine Annäherung bemühen. EU-Verhandlungsführer Enrique Mora werde am Dienstag in der Hauptstadt Teheran erwartet, meldete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Nour News am Samstag. Dies könne als neuer Schritt konstruktiver Konsultationen gewertet werden, erklärte die Agentur.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sagte der „Financial Times“, er suche einen „Mittelweg“ zur Lösung der Differenzen. Ein wesentlicher Streitpunkt besteht in der Rolle der Iranischen Revolutionsgarden, einer Eliteeinheit der Streitkäfte.

Atom Iran EU

Der Iran pocht darauf, dass die USA die Revolutionsgarden aus ihrer Liste ausländischer terroristischer Organisationen streichen. Der Zeitung zufolge schwebt Borrell eine Lösung vor, bei der die Sanktionen gegen die Gesamtheit der Revolutionsgarden zwar aufgehoben, aber gegen Teile beibehalten werden. Borrell sagte, Mora solle dies in Teheran ansprechen.

Die indirekten Gespräche zwischen dem Iran, den USA und weiteren Staaten über eine Wiederbelebung des Atomabkommens ziehen sich in die Länge. Die USA hatten das Abkommen 2018 unter ihrem damaligen Präsidenten Donald Trump aufgekündigt und erneut harte Sanktionen gegen den Iran verhängt. Daraufhin hielt sich der Iran seinerseits nicht mehr an alle Auflagen. Mit dem Atomabkommen soll verhindert werden, dass der Iran Nuklearwaffen baut. Die Regierung in Teheran dementiert solche Absichten.

EU-Unterhändler will im Iran Annäherung in Atomgesprächen suchen

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto und Foto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

Wie die Kriegsziele in der Ukraine neu definiert werden

0

Berlin, 07. Mai (Reuters) – Wenn Emmanuel Macron am Montag zu seinem ersten Besuch nach seiner Wiederwahl als französischer Präsident nach Berlin reist, muss er mit Olaf Scholz eine wichtige Frage klären: Was soll eigentlich das Ziel bei der Hilfe für die Ukraine sein? Denn in den vergangenen Tagen hat sich die Debatte verschoben – was eine Reihe von Folgefragen für die militärische und zivile Hilfe sowie die Dauer der Sanktionen aufwirft. Ging es zu Beginn der russischen Invasion vor allem darum, dass die Ukraine wenige Tage, dann einige Wochen gegen die russischen Angreifer standhalten sollte, so haben sich nun die Kriegsziele verändert.

„Es ist jetzt vor allem das Narrativ der Amerikaner, dass die Russen verlieren müssen und aus der Ukraine vertrieben werden müssen“, sagt Stefan Meister, Russland-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), zu Reuters. Das von den USA initiierte Treffen der Verteidigungsminister von mehreren Dutzend Unterstützerstaaten in Ramstein habe vor allem dazu gedient, der Ukraine mittelfristig zu helfen und ihnen für den Kampf Waffen zur Verfügung zu stellen.

Tatsächlich hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin ein Ziel genannt, das weit über die Ukraine hinausgeht: „Wir wollen Russland in einem Maße geschwächt sehen, dass es dem Land unmöglich macht, zu tun, was es in der Ukraine mit der Invasion getan hat.“

Auch Außenministerin Annalena Baerbock betonte: „Durch die Sanktionen sorgen wir dafür, dass ein weiteres militärisches Vorgehen in anderen Regionen aus russischer Kraft allein in den nächsten Jahren nicht möglich ist.“ Die Frage ist, wie lange die Sanktionen dafür angesichts der derzeitigen Rekordeinnahmen Russlands für Öl- und Gasverkäufe bei so einem Ziel eigentlich in Kraft bleiben müssten. Zur Ukraine selbst sagte Baerbock, dass alle russischen Soldaten das Land verlassen müssten – also auch die auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim.

AUF DEM WEG ZU EINEM LANGEN KONFLIKT?

Das stößt nicht überall in der Bundesregierung auf Zustimmung. Kanzler Scholz etwa bleibt bei einer sehr viel vorsichtigeren Wortwahl. „Putin darf diesen verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht gewinnen – und er wird diesen Krieg auch nicht gewinnen“, sagte er am Freitag in einer Rede in Hamburg. Scholz unterscheidet sich erheblich etwa von den Aussagen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem britischen Premierminister Boris Johnson, die von einem „Sieg“ der Ukraine sprechen.

Das passt zum neuen Selbstbewusstsein auch in Kiew und färbt offensichtlich auf deutsche Politiker ab: Es gehe nicht mehr darum, dass die Ukraine nicht verliere, sondern sie könne den Krieg gewinnen, sagen der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), und der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter übereinstimmend.

Dabei ist Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj viel vorsichtiger. „Das Minimum ist, unsere Gebiete mit dem Stand vom 23. Februar wieder zu bekommen“, sagte er in einer Video-Schalte beim Thinktank Chatham House mit Blick auf den Start der Invasion am 24. Februar. Das würde etwa die Halbinsel Krim ausklammern. 

VON DER VERTEIDIGUNG ZU UNREALISTISCHEN KRIEGSZIELEN?

Deshalb ist meist völlig unklar, was eigentlich gemeint ist, wenn Politiker von „gewinnen“ sprechen – und wie realistisch das ist. In Kreisen der Bundesregierung wird es als eher utopisch angesehen, dass die atomare Supermacht Russland am Ende wirklich die Krim zurückgeben könnte, auf der sich der zentrale Stützpunkt der russischen Schwarzmeer-Marine befindet.

Auch DGAP-Experte Meister sieht einen vollständigen Sieg der Ukraine nicht als realistisch an. „Es wird auf absehbare Zeit kein Ende des Krieges geben, wenn man die Ziele zu hoch ansetzt“, warnt er. Die ukrainische Armee sei trotz der Erfolge eine Blackbox, deren Stärke man im Westen nicht einschätzen könne. Das viel größere Russland könne zudem mit einer Teilmobilmachung sehr viele Soldaten rekrutieren. Er warnt vor einem lange anhaltenden Krieg in niedriger Intensität.

Militärexperten betonen zudem, dass alleine die Rückeroberung der von den russischen Invasoren besetzten Gebiete andere und vor allem sehr viel mehr Waffen aus dem Westen erfordere – und eine neue Debatte, ob man dazu bereit ist. Auch die zivile Hilfe, bei der auf der Ukraine-Geberkonferenz nach polnischen Angaben 6,5 Milliarden Dollar gesammelt wurden, hängt letztlich davon ab, was man erreichen will.

Denn humanitäre Hilfe und Finanzspritzen zur Vermeidung eines ukrainischen Staatsbankrotts müssen schnell geleistet werden. Aber klassische Wiederaufbauhilfe ist erst sinnvoll, wenn Russland aufhört, ukrainische Häuser oder Infrastruktur-Anlagen zu zerschießen. „Und niemand weiß, wann man jemals wieder aus Sanktionen aussteigen kann, wenn man diese etwa an den Abzug aller russischen Soldaten knüpft“, heißt es in der Bundesregierung. 

Aber auch auf russischer Seite hat sich die Rhetorik verändert. Als die russischen Angreifer noch auf Kiew zumarschierten, war von einer Entnazifizierung und Entwaffnung der Ukraine die Rede. Dann schob das Verteidigungsministerium die Eroberung des Donbass in den Vordergrund. Auch das Abschneiden der Ukraine vom Schwarzen Meer gilt als mögliches Ziel – obwohl alle westlichen Regierungen betonen, dass man nicht wisse, was Präsident Wladimir Putin wirklich wolle. Möglicherweise wird der Kreml am 9. Mai zur großen Militärparade in Erinnerung an den Sieg im Zweiten Weltkrieg die eigenen Ziele neu formulieren – unmittelbar vor dem Treffen von Macron und Scholz.

Wie die Kriegsziele in der Ukraine neu definiert werden

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.