Freitag, März 20, 2026
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RWE will Gasspeichergeschäft in Tschechien verkaufen

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Düsseldorf, 17. Mai (Reuters) – Der Energiekonzern RWE will sein Gasspeichergeschäft in Tschechien verkaufen. „Wir prüfen aus rein strategischen Erwägungen, das tschechische Gasspeichergeschäft abzugeben, da wir in Tschechien selbst nicht über eigene Erzeugungskapazitäten verfügen“, teilte RWE am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit. Der Konzern habe einen Bieterprozess gestartet, bei dem er großen Zuspruch aus Tschechien und von anderen europäischen Interessenten erhalten habe. „Der Verkaufsprozess ist bereits weit fortgeschritten.“ 

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US-Einzelhändler erzielen im April solides Umsatzplus – Autos gefragt

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Washington/Berlin, 17. Mai (Reuters) – Die Einzelhändler in den USA haben ihren Umsatz im April wie erwartet gesteigert. Angetrieben von einer anziehenden Nachfrage nach Fahrzeugen stiegen die Erlöse um 0,9 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Dienstag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten damit gerechnet. Im März hatte es allerdings ein Wachstum von aufwärts revidiert 1,4 Prozent gegeben. In einer ersten Schätzzahl war nur ein Plus von 0,7 Prozent genannt worden.

Automarkt US-Einzelhändler

Der Preisauftrieb in den USA hat zuletzt etwas nachgelassen, der Inflationsdruck bleibt aber hoch: Die Teuerungsrate fiel im April auf 8,3 von 8,5 Prozent im März. Materialengpässe und höhere Energiekosten sorgen für anhaltenden Preisdruck und schmälern die Kaufkraft der Verbraucher. Die US-Notenbank Federal Reserve hat jüngst den größten Zinsschritt seit 22 Jahren unternommen und will weitere folgen lassen, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen.

„Die Fed steht weiterhin unter Druck, mit Zinserhöhungen für eine Beruhigung an der Preisfront zu sorgen. Dadurch soll mittel- und langfristig für eine stabile, konjunkturelle Perspektive gesorgt werden“, so Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg.

US-Einzelhändler erzielen im April solides Umsatzplus – Autos gefragt

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Umweltministerium will Obergrenze bei Biosprit senken

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Berlin, 17. Mai (Reuters) – Das Bundesumweltministerium will die Beimischung von Biosprit aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen zu herkömmlichem Benzin und Diesel im kommenden Jahr deutlich reduzieren. Die Obergrenze für dessen energetischen Anteil bei der Erfüllung der Treibhausgasminderungsquote solle von derzeit 4,4 Prozent auf zunächst 2,5 Prozent verringert werden, hieß es am Dienstag in Regierungskreisen.

Dies entspreche einer sofortigen Rohstoff-Einsparung von 4,2 Millionen Tonnen an Nahrungs- und Futtermitteln oder einer Anbaufläche von 1,1 Millionen Hektar. Bis 2030 solle die Obergrenze schrittweise auf Null verringert werden. Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) strebe an, bis Mitte Juni einen Gesetzentwurf in die Ressortabstimmung mit den anderen Ministerien zu geben. Das Agrarministerium ihres Parteifreundes Cem Özdemir trage das Vorhaben mit.

Die Gewinnung von Biosprit aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen ist durch den Ukraine-Krieg verstärkt in die Kritik geraten. Durch den Krieg sind Produktion und Ausfuhr von Getreide oder Pflanzenöl in der Ukraine massiv eingeschränkt, was zu drastischen Preissteigerungen an den Weltmärkten geführt hat. Entwicklungshilfeministerin Svenja Schulze sagte jüngst: „Es muss aufhören, dass wir Lebensmittel in den Tank packen – egal ob Weizen, Palmöl, Raps oder Mais.“

LEMKE-MINISTERIUM LEGT STUFENPLAN VOR

Die Umweltminister von Bund und Ländern hatten vorige Woche entschieden, die Verwendung von Biokraftstoffen weiter einzuschränken. Neu ist der Stufenplan des Bundesministeriums. In einem Arbeitspapier des Ressorts heißt es, es sollten weniger Nahrungs- und Futtermittelpflanzen in den Verkehrsbereich gelangen. Dadurch solle der Druck auf Preise insbesondere für Nahrungsmittel und Agrarflächen verringert werden. Ohne Absenkung der Obergrenze würden demnach 2023 etwa 9,8 Millionen Tonnen Nahrungs- und Futtermittel für den Einsatz von Biokraftstoffen in Deutschland verbraucht. Den Ausstieg aus Palmöl beim Biosprit ab dem Jahr 2023 hatte die vorherige Bundesregierung bereits im Herbst 2021 beschlossen.

Als Kompensation für den Wegfall des Biosprits aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen bis 2030 will das Ministerium die zulässigen Spritmengen aus abfallbasierten Biokraftstoffen wie etwa aus Altspeiseölen und tierischen Fetten leicht anheben. Bei den Kraftstoffherstellern sollen zudem der Einsatz von Strom in Elektrofahrzeugen oder Wasserstoff in den Raffinerien stärker auf die CO2-Bilanz angerechnet werden. Die Klimaschutzwirkung von Biosprit aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen sieht das Umweltministerium kritisch. Diese sei „stark anzuzweifeln“, da auf diese Art gewonnener Sprit über die Verdrängung der Produktion von Nahrungsmitteln indirekt zu Waldrodungen und hohen Kohlendioxid-Emissionen beitrage.

Der Verband der Biokraftstoffindustrie (VDB) reagierte mit Ablehnung und scharfer Kritik. „Das ist ignorante grüne Politik gegen Klimaschutz und Investitionssicherheit, ein Beispiel unfassbar schlechter Regierungsführung“, sagte VDB-Geschäftsführer Elmar Baumann auf Reuters-Anfrage zu den Plänen. „Wie die grüne Ministerin die deutschen und europäischen Klimaziele mit dieser fehlgeleiteten Politik erreichen will, ist völlig schleierhaft.“

Umweltministerium will Obergrenze bei Biosprit senken

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G7-Finanzminister wollen 15-Mrd-Hilfspaket für Ukraine schnüren

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Berlin, 17. Mai (Reuters) – Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) wollen diese Woche bei ihrem Treffen in Bonn Insidern zufolge ein 15 Milliarden Euro schweres Hilfspaket für die Ukraine schnüren. Es gehe um drei Monate mit einem kurzfristigen Finanzierungsbedarf der Ukraine von jeweils fünf Milliarden Euro beziehungsweise Dollar, hieß es am Dienstag in deutschen Regierungskreisen. Das solle möglichst jetzt umgesetzt werden, weil die Einnahmen der Ukraine weggebrochen seien.

Die Hilfen sollten überwiegend durch Zuschüsse erfolgen, die anders als Kredite nicht zurückgezahlt werden müssten. Die USA hätten bereits angeboten, die Hälfte zu tragen – Zuschüsse im Volumen von 7,5 Milliarden Dollar. Die G7-Gruppe habe eine Pflicht, der von Russland angegriffenen Ukraine weiter zu helfen. 

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) hatten sich bei ihren jüngsten Beratungen der Finanzminister in Washington nicht auf ein Abschlussdokument mit gemeinsamen Zielen verständigen können – wegen offener Spannungen im Zuge des Krieges in der Ukraine. Die G7-Gruppe – bestehend aus den USA, Kanada, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien – ist aber deutlich homogener.

Deswegen wird dieses Mal wieder ein Abschlussdokument angestrebt. Den deutschen Regierungskreisen zufolge soll darin auch der Plan für einen Klimaclub verankert werden, der den Klimaschutz international koordiniert. 

G7-Finanzminister wollen 15-Mrd-Hilfspaket für Ukraine schnüren

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Musk feilscht bei Twitter-Kauf und will mehr über Falschkonten wissen

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San Francisco, 17. Mai (Reuters) – Elon Musk erhöht im Streit mit dem Twitter-Management um die Zahl der Falschkonten den Druck und macht davon die 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme abhängig. Zudem deutet Musk am Dienstag Neuverhandlungen an: Seine Offerte basiere darauf, dass Twitters Börseninformationen korrekt seien, sagte Musk. Twitters Chef müsse den Nachweis erbringen, dass weniger als fünf Prozent der Nutzerkonten gefälscht seien: „Dieser Deal geht nicht voran, bis er es tut.“ Twitter gab bekannt, an der Akquisition zum vereinbarten Preis und Konditionen festzuhalten.

Die Twitter-Aktie grenzte daraufhin ihre vorbörslichen Verluste wieder auf ein Minus von drei Prozent auf 36,31 Dollar ein und lag damit deutlich unter dem von Musk vorher genannten Kaufpreis von 54,20 Dollar. Allein dadurch wird es unwahrscheinlicher, dass Musk diesen Preis weiterhin bereit ist zu zahlen.

Auf einer Konferenz in Miami sagte er am Montag mit Blick auf die Konten, hinter denen keine realen Menschen stehen: „Man kann nicht den gleichen Preis für etwas zahlen, das viel schlechter ist als behauptet.“ Erst am Freitag hat der Milliardär die Akquisition auf Eis gelegt und dies mit fehlenden Informationen zur Zahl der Spam- und Falschkonten begründet. Dem Kurznachrichtendienst zufolge liegt die Zahl unter fünf Prozent, während Musk von mindestens einem Fünftel der Nutzer ausgeht.

Als Musk auf der All-In-Konferenz in Miami gefragt wurde, ob der Deal zu einem anderen Preis durchgehen würde, sagte er: „Das ist nicht ausgeschlossen.“ Zugleich erklärte der 50-Jährige, je mehr Fragen er bei Twitter stelle, setze größer würden seine Bedenken. Wie sei es möglich, dass Werbetreibende überhaupt wüssten, was sie für genau für ihr Geld bekämen. „Das ist fundamental für die finanzielle Gesundheit von Twitter.“ 

Der US-Konzern hat seine Angaben zu den Spam- und Falschkonten seit 2013 nicht geändert. Twitter-Chef Parag Agrawal twitterte nun, die Zahl „liege weit unter fünf Prozent“ der 229 Millionen Nutzer. Beweisen könne er das nicht, weil dafür öffentliche wie auch private Informationen benötigt würden. Musk reagierte auf den Tweet mit einem obszönen Emoji. Im Moment müssen Twitter-Nutzer bei der Anmeldung nicht ihre wirklichen Identitäten offenlegen. Musk will nun Stichproben vornehmen, um Klarheit zu gewinnen.

Twitter hatte Ende April der Übernahme durch Musk und damit seinem „besten und letzten Angebot“ zugestimmt. Musk will das 16 Jahre alte Unternehmen von der Börse nehmen. Insidern zufolge hat dieser bei den Finanzierungsgesprächen mit Banken bereits erklärt, er wolle neue Wege finden, um mit Tweets Geld zu verdienen und die Managergehälter zu kürzen.

Zugleich erklärte Musk, er wolle Twitter zu einem Hort der Meinungsfreiheit machen und auch den verbannten früheren US-Präsidenten Donald Trump wieder auf die Plattform lassen. Sollte Musk bei der Twitter-Übernahme letztlich doch eine Kehrtwende vollziehen, muss er eine Strafgebühr in Höhe von einer Milliarde Dollar zahlen. Der US-Amerikaner kommt laut Forbes auf ein Vermögen von 265 Milliarden Dollar und gilt damit als reichster Mann der Welt.

Musk feilscht bei Twitter-Kauf und will mehr über Falschkonten wissen

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Andreas Schneider wird neuer CFO der Social Chain AG

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andreas schneider

Der bisherige CFO der DS Gruppe, Andreas Schneider, wird CFO der Social Chain AG

Andreas Schneider wird ab 1. Juni 2022 neuer Chief Financial Officer (CFO) der Social Chain AG. Schneider startete seine Laufbahn beim Otto-Konzern, wo er in Führungspositionen an verschiedenen Standorten im In- und Ausland tätig war. Seit 1999 ist der Betriebswirt als CFO und Geschäftsführer der DS Gruppe für die Bereiche Finanzen, Digitalisierung und Logistik zuständig. Während seiner Zeit als Mitglied der Geschäftsführung hat sich der Umsatz verzehnfacht. Seit 2021 ist er darüber hinaus im Managementboard der Social Chain AG tätig und verantwortet hier zusätzlich die Post-Merger-Integration.

Der neue CFO freut sich auf die anstehenden Aufgaben: In der Social Chain AG kann ich meine Kompetenzen aus dem operativen und strategischen Controlling effektiv einbringen – eine große Chance und eine Verantwortung, der ich mich gern stelle. Im dynamischen Umfeld der Social Chain AG wird unser Augenmerk in den kommenden Quartalen auf Konsolidierung, Integration und Internationalisierung liegen”, erklärt Andreas Schneider.

Der bisherige CFO der Social Chain AG, Christian Senitz, verlässt das Unternehmen im besten Einvernehmen und wird den reibungslosen Wechsel in den kommenden Wochen unterstützen: „Nach einem sehr intensiven und für die Social Chain prägenden Geschäftsjahr, verlasse ich die Social Chain aus privaten Gründen und im besten freundschaftlichen Einvernehmen. Ich freue mich, dass Andreas Schneider diese Aufgaben übernimmt.” 
Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Georg Kofler verabschiedet Senitz mit großer Wertschätzung: „Ich möchte Christian Senitz für seine hervorragende Arbeit Respekt und Anerkennung aussprechen. Besonders hervorzuheben sind seine Erfolge in 2021 mit der IFRS Umstellung, dem Uplisting der Social Chain AG in den Prime Standard der Frankfurter Börse und dem M&A Prozess für die Übernahme der DS Gruppe.”

CEO Wanja S. Oberhofs Vertrag verlängert, Ralf Dümmel übernimmt zusätzliche Aufgaben
Der CEO der Social Chain AG, Wanja S. Oberhof, verlängert seinen Vorstandsvertrag mit der Social Chain AG um weitere drei Jahre, der Aufsichtsrat hat die Verlängerung der Amtszeit von Herrn Wanja S. Oberhof um diese weiteren drei Jahre beschlossen. Georg Kofler:  „Wanja S. Oberhof wird neben der Führung des Unternehmens im Besonderen die Bereiche Social Commerce und Social Media verantworten. Ich bin überzeugt, dass er diese Kernkompetenzen der Social Chain AG durch Innovationsfreude und unternehmerisches Gespür prägen wird.”

Ralf Dümmel, Produktvorstand, wird zusätzlich zu seiner bisherigen Vorstandsposition zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt. Er soll die innovativen Produkte und Marken der Gruppe mit den Wachstumschancen der Omnichannel-Vertriebsstruktur verzahnen. „Ich freue mich sehr, dass die Social Chain AG mit diesem Vorstandsteam professionell und unternehmerisch aufgestellt ist – das ist eine solide und innovative Basis für unsere ambitionierten Zukunftspläne”, so Ralf Dümmel.

Mit Wanja S. Oberhof, Ralf Dümmel und Andreas Schneider setzt sich der Vorstand aus drei unternehmerischen Köpfen zusammen, die sich persönlich und in ihren Kompetenzen produktiv ergänzen: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem neuen Vorstandskollegen Andreas Schneider und natürlich mit Ralf Dümmel. Wir leben unternehmerische Dynamik und finanzpolitische Solidität und ich weiß, dass Andreas Schneider ein Garant für eine fließende Integration und solide Finanzstrukturen ist”, so Wanja S. Oberhof, CEO der Social Chain AG.

Aufgewachsen in Hamburg und an der Ostküste der USA, begann Andreas Schneider seine berufliche Laufbahn in der Otto Group mit Stationen in Hamburg, Mailand / Biella und München.

Dieter Schwarz, Gründer der DS Produkte, holte Andreas Schneider Ende 1999 wieder nach Hamburg. Hier ist Andreas Schneider über 20 Jahre Geschäftsführer der DS Unternehmensgruppe und verantwortet seitdem die Bereiche Finanzen, Controlling, Logistik und IT. Die DS Gruppe hat in dieser Zeit den Umsatz verzehnfacht. Andreas Schneider baute in diesem dynamischen Umfeld seine Verantwortungsbereiche zu wichtigen Säulen eines auf Solidität ausgerichteten Unternehmenswachstums auf. Seit Frühjahr 2022 ist Andreas Schneider Chief Financial Officer der Social Chain AG. Andreas Schneider ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

Weitere Informationen finden Sie hier

Fotografin: Rieka Anscheit

Quelle Social Chain AG

Lässt China-Lockdown deutsche Industrie und Wirtschaft entgleisen?

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Berlin, 17. Mai (Reuters) – Erst Corona-Pandemie, dann Erholung, jetzt Wirtschafts- und Energiekrise durch den Ukraine-Krieg. Die deutsche Konjunktur fährt Achterbahn. Während hohe Inflation und teure Energie Firmen und Verbrauchern zu schaffen machen, haben einige Branchen die Virus-Krise schon abgeschüttelt. Fast. Wenn da nicht China wäre. Der harte Anti-Covid-Kurs mit Lockdowns in Metropolen wie Shanghai bremst den Welthandel.

„Die deutsche Wirtschaft wird das noch spüren“, sagt Vincent Stamer, Handelsexperte beim Kieler IfW-Institut. „Jetzt dürften die Verbraucher beginnen, Lieferengpässe bei manchen Produkten wahrzunehmen.“ Auch Konjunkturchef Timo Wollmershäuser vom Münchner Ifo-Institut betont: „Das trifft uns wahrscheinlich im Mai und Juni mit voller Wucht.“ Denn 15 Prozent aller importierten Vorprodukte kämen aus China.

Als die Omikron-Welle ihren Schrecken verlor und fast überwunden schien, sorgte der Einmarsch Russlands in die Ukraine Ende Februar erneut für massive Unsicherheit in der Wirtschaft. Seitdem streichen Verbände und Ökonomen ihre Wachstumsprognosen zusammen und holen stattdessen wieder Rezessionsszenarien aus der Schublade. Die Bundesregierung erwartet 2022 nur noch ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,2 Prozent.

Das Aufflammen der Corona-Krise in China stand anfangs noch im Hintergrund, die strikte Null-Covid-Strategie der Pekinger Regierung bremst nun aber Welthandel und globale Konjunktur. Das merken auch deutsche Außenhändler. China ist seit 2016 wichtigster Handelspartner Deutschlands: Zwischen beiden Ländern wurden 2021 Waren über rund 245 Milliarden Euro gehandelt.

QUASI EINGESPERRT

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat Anfang des Jahres noch auf sechs Prozent Exportwachstum gesetzt. Doch längst herrscht Ernüchterung. „Es wird nicht viel mehr geben für die deutsche Exportwirtschaft als hoffentlich eine schwarze Null“, sagte jüngst DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. In China fühlten sich viele Unternehmen und Angestellte wegen des strikten Vorgehens quasi eingesperrt, vor allem in der für deutsche Firmen wichtigen Region rund um Shanghai. „Der Frust kann nicht viel höher sein.“

Auch die Bundesregierung gibt sich besorgt über das weitreichende Abriegeln ganzer Ballungsräume. „Von der weltweiten Containerfrachtkapazität stehen derzeit rund drei Prozent im Stau im Hafen von Shanghai“, erklärt das Wirtschaftsministerium. Ein Containerschiff von China nach Deutschland ist rund 30 bis 40 Tage unterwegs, wie IfW-Fachmann Stamer erläutert.

Er rechnet zunehmend mit Engpässen von Zwischen- und Endprodukten, bei einer breiten Palette von Waren: von Halbleitern und anderen elektronischen Gütern bis über Textilien hin zu Möbeln. „China wird wohl noch weitere Lockdowns verhängen in anderen Städten und damit in anderen Produktionsorten“, sagt der Kieler Forscher. „Lieferengpässe im Handel mit China werden uns auch in diesen Jahr noch verfolgen.“

STAU AUCH NACH ENDE VON HAFENBLOCKADEN – „MONATE VERGEHEN“

Doch mit dem Ende von Hafenblockaden läuft noch lange nicht wieder alles wie geschmiert – davon können Logistiker ein Klagelied singen. „Selbst wenn der Schiffsstau vor Shanghai sich auflöst und die meisten Fabriken in China aus dem Lockdown gehen, wird es viele Monate dauern, bis sich die Lieferketten normalisieren“, sagt Marktexperte Christian Kille von der Bundesvereinigung Logistik (BVL).

Das sei wie bei einem Stau auf der Autobahn, der sich weiterverbreite und aufschaukele, obwohl sich der eigentliche Grund dafür längst aufgelöst habe. „Bis die Hinterlandverkehre wieder funktionieren und die Leercontainer den Weg zur nächsten Beladung gefunden haben, werden Monate vergehen“, warnt Kille. „Der Schiffsstau wird sich zudem zunächst auf die europäischen Häfen verlagern, weil diese den Ansturm nach der Pause nicht bewältigen können.“ 

Shanghai mit seinen gut 25 Millionen Einwohnern läutet derweil ein Ende des mehr als sechswöchigen Lockdowns ein. Die Lockerung kommt auch vor dem Hintergrund massiver wirtschaftlicher Schäden. Mit zeitlichem Verzug trifft es nun hiesige Firmen. „Das wird die Probleme der deutschen Industrie weiter verschärfen“, sagt Ifo-Ökonom Wollmershäuser.

Das Dilemma der Betriebe sei eine „gute Auftragslage – aber stagnierende Produktion“. Damit laufe das zweite Quartal bei der Industrie auf ein Minus hinaus. Aber konsumnahe Dienstleister dürften nach Corona-Lockerungen für Schwung sorgen. „Das trägt die BIP-Erholung der gesamten Wirtschaft.“

Allianz-Chefökonom Ludovic Subran sieht Gegenwind in den nächsten drei bis sechs Monaten für die Industrie. Baubranche und Autosektor dürften das spüren und womöglich wieder auf Kurzarbeit geben. „Es würde keine Rezession verursachen“, betont Subran. „Aber das Sommer-Quartal könnte wegen des China-Lockdowns für die Produktion noch schwierig sein.“

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Clariant und Aktionär Sabic heizen Übernahmespekulationen an

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Zürich, 17. Mai (Reuters) – Das Ende einer Vereinbarung zwischen Clariant und dem saudischen Großaktionär Sabic hat Spekulationen über eine Übernahme des Schweizer Spezialchemiekonzerns neue Nahrung gegeben. Die Vereinbarung zu den Grundsätzen der Unternehmensführung werde mit dem Ende der Generalversammlung am 24. Juni 2022 auslaufen, teilte Clariant am Dienstag mit.

Damit wäre der Weg für eine Übernahme von Clariant durch Sabic frei. Die 2018 unterschriebene Vereinbarung regelt unter anderem die Stellung von Sabic als strategischer Ankeraktionär und die Unabhängigkeit von Clariant als börsennotiertes Unternehmen.

Nach der Generalversammlung bildeten die beiden Parteien bezüglich der Zurechnung von Stimmrechten sowie aufsichtsrechtlicher Pflichten keine Gruppe mehr, hieß es in der Mitteilung. „Wir sind zuversichtlich, dass Sabic uns im Sinne der über die Jahre hinweg aufgebauten Art der Zusammenarbeit weiter unterstützen wird,“ erklärte Verwaltungsratspräsident Günter von Au.

Sabic hält letzten verfügbaren Angaben zufolge 31,5 Prozent an Clariant. Erreichen die Saudis die Schwelle von einem Drittel der Anteile, müssen sie ein Übernahmeangebot vorlegen. „Wir haben keine Anzeichen dafür, dass Sabic etwas an unserer Beziehung zu ihnen ändern wird“, sagte ein Clariant-Sprecher. „Wir haben eine zufriedenstellende Partnerschaft mit ihnen.“

Baader-Analyst Markus Mayer erklärte, das Auslaufen der Vereinbarung ebne den Weg für eine mögliche Übernahme. „Wie ein Mantra haben wir in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass Clariant für uns das offensichtlichste Übernahmeziel in der Branche ist“, erklärte er. Die Bewertung des Unternehmens sei viel zu niedrig. Um erfolgreich zu sein, müsste Sabic über 29 Franken pro Aktie bieten. Am Dienstag kletterten die Anteile um über acht Prozent auf 18,73 Franken. 

Dass Sabic bei Clariant aufstocken will, ist aber nicht ausgemacht. Jefferies-Analyst Chris Counihan erklärte, das Ende der Vereinbarung könnte auch zu Marktspekulationen führen, dass sich Sabic zurückziehe oder auf eine Aufspaltung des Unternehmens dränge. 

Nach einer intern aufgedeckten Bilanzmanipulation will Clariant die Ergebnisse für das vierte Quartal 2021 und das Gesamtjahr 2021 am 19. Mai veröffentlichen.

Clariant und Aktionär Sabic heizen Übernahmespekulationen an

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Yellen bittet US-Partner um mehr Finanzhilfen für Ukraine

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Brüssel, 17. Mai (Reuters) – US-Finanzministerin Janet Yellen hat den Westen aufgerufen, die finanziellen Hilfen für die Ukraine weiter aufzustocken. Die bisherigen Unterstützungen reichten nicht aus, um den kurzfristigen Bedarf zu decken, sagte Yellen am Dienstag laut Redetext bei einem Besuch in Brüssel. „Der Finanzierungsbedarf der Ukraine ist erheblich.“

Nach Angaben der ukrainischen Regierung als auch des Internationalen Währungsfonds (IWF) braucht der von Russland angegriffene Staat pro Monat rund fünf Milliarden Dollar an externen Mitteln. Yellen sagte, Soldaten und Rentner müssten bezahlt, außerdem die Wirtschaft aufrechterhalten werden, um zumindest die Grundbedürfnisse der Menschen abzudecken. Zu einem späteren Zeitpunkt werde das Land „massive Unterstützung“ beim Wiederaufbau des Landes brauchen, vergleichbar mit dem Marshall-Plan zum Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. 

Die Europäische Union will Insidern zufolge am Mittwoch ein neues Kreditpaket für die Ukraine ankündigen, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken. Die Details würden noch ausgearbeitet. Es solle aber in etwa der Finanzierungsbedarf für zwei Monate abgedeckt werden. Außerdem sollen Zusagen für den langfristigen Wiederaufbau gemacht werden. In den USA muss der Senat noch über ein 40 Milliarden Dollar schweres Finanzpaket befinden, mit dem die Ukraine militärische und humanitäre Hilfen bekommen soll.

Yellen bittet US-Partner um mehr Finanzhilfen für Ukraine

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Lockerungen in China lassen Anleger in Europa aufatmen

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Frankfurt, 17. Mai (Reuters) – Die Aussicht auf ein Auslaufen der strikten Corona-Maßnahmen in China hellt die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten auf. Der Dax kletterte am Dienstag um bis zu 1,7 Prozent auf 14.201 Punkte; der EuroStoxx50 zog in der Spitze um 1,8 Prozent auf 3752 Zähler an. Seit Wochen hält die Abriegelung ganzer Bezirke vor allem in der Wirtschaftsmetropole Shanghai Börsianer in Atem. Für Erleichterung sorgte nun, dass außerhalb der Quarantänezonen in Shanghai drei Tage lang keine neuen Corona-Fälle registriert wurden und damit ein Etappenziel für Lockerungen erreicht wurde.

„Wir haben sechs ziemlich brutale Wochen hinter uns“, sagte Keith Temperton, Händler bei Forte Securities. „Die Märkte waren wie besessen von den Ereignissen in China, und das ist im Grunde der einzige große Katalysator.“ Angesichts der niedrigen Handelsumsätze an den Börsen brauche es nicht viel, um die Märkte zu bewegen. Auch bei einer Lockerung der Corona-Maßnahmen seien die Lieferkettenprobleme aber noch nicht vom Tisch, warnte Christian Henke, Analyst vom Brokerhaus IG. „Zudem belastet weiterhin die strikte Zinspolitik der US-Notenbank Fed die Stimmung.“ 

RÜCKENWIND AUS CHINA TREIBT ÖL UND KUPFER

An den Rohstoffmärkten spekulierten die Anleger ebenfalls auf eine wieder anziehende Nachfrage des wichtigen Handelspartners China. Das Industriemetall KupferCMCU3 verteuerte sich um 1,7 Prozent auf 9400 Dollar je Tonne. „Das Tempo der Zinserhöhungen ist inzwischen mehr oder weniger eingepreist. Das nächste, woran der Markt denkt, ist die Wiedereröffnung in Shanghai, da die Fälle in den Kommunen seit drei Tagen bei Null liegen“, sagte ein Metallhändler.

Auch beim Rohöl gewannen die positiven Signale aus der Volksrepublik die Oberhand und trieben den Preis. Die Sorten BrentLCOc1 und WTICLc1 zogen jeweils knapp ein Prozent auf 115,15 und 114,94 Dollar je Barrel an. Nachdem in der Europäischen Union ein Verbot russischer Ölimporte am Widerstand Ungarns am Vortag gescheitert war, hatte der Ölpreis zunächst leicht nachgegeben. Eine Einigung auf ein sechstes Sanktionspakt gegen Russland wird nun für Ende Mai angestrebt.

TECHNOLOGIESEKTOR IN CHINA VOR LOCKERUNG?

Positiv stimmte Investoren zudem ein Treffen zwischen dem chinesischen Vize-Premier Liu He mit Führungskräften aus dem Technologiesektor. Börsianer rechnete mit Lockerungen der strengen Auflagen für die Tech-Branche. Die Analysten von J.P. Morgan setzten drauf, dass die „erheblichen Unsicherheiten“ in dem Sektor abnehmen werden und stuften einige chinesische Internetunternehmen herauf. Die Technologie-Riesen Alibaba9988.HK und Tencent0700.HK schossen an der Börse in Hongkong sieben und knapp sechs Prozent nach oben. Dies zog in Amsterdam auch die Aktien des Tencent-Großaktionärs ProsusPRX.AS mit, die mehr als sechs Prozent zulegten.

In der abflauenden Berichtsaison konnte unterdessen Daimler Truck mit gefüllten Auftragsbüchern und einem Umsatzsprung auch dank höherer Preise bei den Anlegern punkten. Der Lkw-Hersteller zeigte mit einem Kursplus von rund sieben Prozent allen anderen Dax-Werten nur noch die Rücklichter.

Eine Prognose-Anhebung trieb auch die Aktien des französischen Energiekonzerns EngieENGIE.PA um sechs Prozent nach oben. Dagegen senkten Anleger bei Vodafone nach einer enttäuschenden Ergebnisprognose den Daumen. Die Titel des Mobilfunkers fielen in London zunächst mehr als vier Prozent auf den niedrigsten Stand sei mehr als vier Monaten. Im Handelsverlauf machten die Anteilsscheine ihre Verluste aber wieder wett.

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