Dienstag, März 17, 2026
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Snap schockt Wall Street – Tech-Börse auf Talfahrt

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New York/Frankfurt, 24. Mai (Reuters) – Der Betreiber des US-Messenger-Dienstes Snapchat hat Aktienanleger mit einem trüben Ausblick schockiert und die Börsen in New York auf Talfahrt geschickt. Snap-Aktien stürzten knapp 42 Prozent ab und damit so stark wie noch nie. Der Nasdaq-Index fiel bis zum Mittag um 3,2 Prozent auf 11.180 Punkte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab ein Prozent auf 31.551 Stellen nach. Der breiter gefasste S&P 500  verlor zwei Prozent auf 3896 Zähler.

Die heruntergeschraubten Erwartungen von Snap für das laufende Quartal seien ein Indiz für die sich verschlechternde Konjunktur und das Werbegeschäft, sagte Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies. Titel stark werbeabhängiger Firmen wie Twitter, die Google-Mutter Alphabet, Meta Platforms und Pinterest rutschten zwischen vier und 22 Prozent ab. „Wenn die (wirtschaftlichen) Aussichten düsterer sind, werden die Werbeausgaben reduziert. Dies wird die Anleger in schlechte Laune versetzen und mehr Gewitterwolken erzeugen, genau zu dem Zeitpunkt, als viele hofften, dass der Markteinbruch kurz vor der Talsohle steht“, sagte Investment-Experte Russ Mould vom Vermögensverwalter AJ Bell.

NERVOSITÄT VOR ZINSSIGNALEN DER FED

Aktuell verschärften ohnehin drei Entwicklungen die Konjunktursorgen der Anleger, konstatierten die Investmentexperten von BlackRock. „Die noch schärfere Rhetorik seitens der US-Notenbank Fed, Meldungen zu eingetrübten Gewinnaussichten bei großen US-Einzelhändlern und schwache Konjunkturindikatoren aus China.“ Im Vorfeld der Veröffentlichung der Fed-Protokolle am Mittwoch dürften die Schwankungen an den Börsen hoch bleiben, sagten die Analysten von ActivTrades.

„Immer mehr Investoren und Analysten stellen die aktuelle aggressive Haltung der Federal Reserve in Frage und warten auf weitere Details.“ Es müsse klar erkennbar sein, dass die Zinserhöhungen gegen die hohe Inflation wirkten, ohne eine Rezession auszulösen, sagte Händler Dennis Dick vom Broker Bright Trading. „Bis dahin lautet das Motto an den Märkten ‚erst Verkaufen, dann Nachfragen‘, sagte Händler Dennis Dick vom Broker Bright Trading.

Der Dollar geriet an den Devisenmärkten ins Hintertreffen. Der Euro legte angesichts von Spekulationen auf eine aggressivere geldpolitische Gangart der Europäischen Zentralbank (EZB) erneut zu. EZB-Chefin Christine Lagarde hatte ein Ende der Negativzinsen bis Ende des dritten Quartals in Aussicht gestellt. Der Kurs der Gemeinschaftswährung stieg um bis zu 0,5 Prozent auf ein Vier-Wochen-Hoch von 1,0746 Dollar.

AUSBLICKE VERDERBEN DIE STIMMUNG 

Am Aktienmarkt sorgten maue Firmenbilanzen für lange Gesichter. Aktien von Abercrombie & Fitch stürzten um rund 30 Prozent ab, nachdem der Bekleidungseinzelhändler seinen Umsatzausblick für das Gesamtjahr gesenkt hat.

Die Aktien des Fitnessgeräte-Anbieters Nautilus rutschten um rund 19 Prozent ab. Für das laufende Quartal und das Geschäftsjahr 2022/2023 warnte Nautilus vor Ergebnissen unter Markterwartungen. Das Branchenumfeld bleibe schwierig, kommentierte Analyst Mark Smith von der Investment Bank Lake Street. Der Handel sitze auf hohen Lagerbeständen, die während der Pandemie aufgebaut worden seien. Die Titel des Nautilus-Rivalen Peloton gaben mehr als sechs Prozent nach.

Ein Preisrutsch bei Kupfer zog Aktien aus dem Sektor nach unten. Papiere von Freeport-McMoRan, dem weltweit größten börsennotierten Kupferproduzenten, fielen um 2,9 Prozent. Papiere von Southern Copper und Hudbay Minerals rutschen bis zu 2,6 Prozent ab. Die Sorge vor einer Konjunkturschwäche drückte den Preis für das Industriemetall um 1,8 Prozent auf 9379 Dollar je Tonne.

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Mieter sollen Klimaabgabe nicht mehr allein bezahlen

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Berlin, 24. Mai (Reuters) – Die Bundesregierung will eine Kostenteilung bei der Klimaabgabe für Wohngebäude auf den Weg bringen, die Millionen von Mietern im kommenden Jahr entlasten dürfte. Die Ministerien für Bauen, Wirtschaft und Justiz verständigten sich am Dienstag nach Angaben aus der Regierung auf letzte Details des Gesetzentwurfs, der am Mittwoch das Kabinett passieren soll.

Demzufolge beteiligen sich ab 2023 Vermieter an den Kosten der Kohlendioxid-Abgabe, die seit 2021 auf Heizöl und Erdgas erhoben wird. Sie tragen laut einem Stufenplan 90 bis null Prozent der Kosten, je nachdem, wie energieeffizient ihr Haus ist. Dies soll ein Anreiz sein, alte Heizungen oder Fenster auszutauschen. Das Stufenmodell erfasst über 13 Millionen Wohnungen. Bei Gewerbeimmobilien sollen Mieter und Vermieter die CO2-Kosten zunächst je zur Hälfte tragen.

Bisher schultern Mieter die CO2-Abgabe alleine. Die CO2-Kosten für einen Musterhaushalt in einer unsanierten Wohnung hatte der Mieterbund für 2022 auf 130 Euro bei einer Gas- und 190 Euro bei einer Ölheizung beziffert. Im Koalitionsvertrag hatten SPD, Grüne und FDP eine Kostensteilung ab Juli 2022 in Aussicht gestellt. Die Verzögerung um ein halbes Jahr wurde in der Koalition damit begründet, dass die Abrechnungszeiträume der Heizkosten in der Regel am Jahresanfang neu begännen. 

Angesichts der als Folge des Ukraine-Kriegs drastisch gestiegenen Energiepreise forderte der GdW-Spitzenverband der Wohnungswirtschaft eine Aussetzung der CO2-Abgabe für ein Jahr. Die Abgabe könne angesichts der hohen Energiepreise keine nennenswerte Lenkungswirkung mehr erzielen.

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Snap-Absturz zieht Dax herunter – Zinssignale treiben Euro

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Frankfurt, 24. Mai (Reuters) – Ein trüber Ausblick des Betreibers des US-Messenger-Dienstes Snapchat hat die Aktienanleger schockiert und die Börsen nach unten gezogen. „Die Warnung von Snap hat Befürchtungen ausgelöst, dass die Werbeausgaben vorerst ihren Höhepunkt erreicht haben“, sagte Investment-Experte Russ Mould beim Vermögensverwalter AJ Bell. Der Dax und EuroStoxx50 ging im Sog der US-Börsen auf Tauchstation und verlor 1,8 Prozent auf 13.919 Punkte. An der Wall Street gerieten Technologiewerte unter die Räder, Aktien von Snap stürzten knapp 42 Prozent ab und damit so stark wie noch nie. 

Aktuell verschärften drei Entwicklungen die Konjunktursorgen der Anleger, konstatierten die Investmentexperten von BlackRock. „Die noch schärfere Rhetorik seitens der US-Notenbank Fed, Meldungen zu eingetrübten Gewinnaussichten bei großen US-Einzelhändlern und schwache Konjunkturindikatoren aus China.“ Im Vorfeld der Veröffentlichung der Fed-Protokolle am Mittwoch dürften die Schwankungen an den Börsen hoch bleiben, sagten die Analysten von ActivTrades. „Immer mehr Investoren und Analysten stellen die aktuelle aggressive Haltung der Federal Reserve in Frage und warten auf weitere Details.“

LAGARDE LEGT NACH – EURO AUF VIER-WOCHEN-HOCH

Der EuroEUR= legte angesichts von Spekulationen auf eine aggressivere geldpolitische Gangart der Europäischen Zentralbank (EZB) erneut zu. EZB-Chefin Christine Lagarde hatte am Montag ein Ende der Negativzinsen bis Ende des dritten Quartals in Aussicht gestellt und legte am Dienstag bei Bloomberg TV nach: Der Einlagenzins könnte dann bei null oder auch „leicht darüber“ liegen.

Sicherlich würden viele Beobachter die EZB weiterhin als zu zögerlich erachten, sagte Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. „Dennoch, die Tatsache, dass ein Lift-off im Juli mittlerweile ziemlich sicher erfolgen wird und dass die EZB Bereitschaft zeigt, die Zinsen auch danach noch weiter anzuheben, ist positiv für den Euro.“ Der Kurs der Gemeinschaftswährung stieg um bis zu 0,5 Prozent auf ein Vier-Wochen-Hoch von 1,0746 Dollar.

In der Hoffnung auf einen Gewinnschub stiegen Anleger angesichts der Zinssignale der Notenbank-Chefin bei Finanzwerten ein. Zu den Favoriten gehörten die Deutsche Bank, die 0,6 Prozent zulegten und damit ihre kräftigen Zuwächse vom Montag ausbauten. 

ABOUT YOU ENTTÄUSCHT

Am deutschen Aktienmarkt stachen About You mit einem Minus von 7,3 Prozent heraus. Das angepeilte Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2022/2023 bleibe mit 25 bis 35 Prozent hinter den Markterwartungen zurück, monierte Analyst Volker Bosse von der Baader Helvea Bank.

Der Rekord-Kursrutsch von Snap in den USA riss auch Papiere der Werbeagenturen WPP und Publicis nach unten. Sie gaben bis zu 9,3 Prozent nach. Aktien von TV-Sendern wie ProSiebenSat.1, RTL oder ITV büßten bis zu 4,8 Prozent ein. „Wenn die (wirtschaftlichen) Aussichten düsterer sind, werden die Werbeausgaben reduziert. Dies wird die Anleger in schlechte Laune versetzen und mehr Gewitterwolken erzeugen, genau zu dem Zeitpunkt, als viele hofften, dass der Markt kurz vor der Talsohle steht“, sagte Investment-Experte Mould.

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Dax schließt 1,8 Prozent tiefer

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Dax schließt

Frankfurt, 24. Mai (Reuters) – Nachfolgend die Kurse ausgewählter Indizes zum Xetra-Handelsschluss am Dienstag:

Grafik AgenaTrader, Grafik

Dax schließt
Screenshot Agena Trader 24.Mai 2022
Index-Stände17:30 24.05.22Plus/Minus in Prozent
Dax<.GDAXI>13.919,75-1,8
MDax<.MDAXI>28.894,33-1,9
TecDax<.TECDAX>3.059,98-1,1
SDax<.SDAXI>13.246,30-1,4
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.650,22-1,6
Stoxx50<.STOXX50>3.577,79-1,0
ATX<.ATX>3.263,23-0,5
Dow Jones<.DJI>31.450,31-1,4
Nasdaq<.IXIC>11.151,82-3,3
S&P 500<.SPX>3.889,35-2,1
Umsatz aller Dax-WerteStand 24.05.22
in Millionen Stück70,912
in Milliarden Euro3,028
Ölpreis in Dollar je Barrel17:30 24.05.22Plus/Minus in Prozent
Brent<LCOc1>113,82+0,4
WTI<CLc1>110,22-0,1

(zusammengestellt vom Reuters Marktteam)

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Frankreich erwartet spätere Umsetzung der globalen Steuerreform

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Brüssel/Paris, 24. Mai (Reuters) – Die globale Steuerreform wird vermutlich erst Ende 2023 oder Anfang 2024 in Kraft treten – und damit ein Jahr später als eigentlich geplant. Das sagte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag in Brüssel. Entscheidend sei, dass die Reform überhaupt gelinge. Sie soll die bestehenden Vorgaben in das Digitalzeitalter überführen. 

Knapp 140 Staaten hatten sich vergangenes Jahr auf Details einer globalen Steuerreform geeinigt. Dazu gehört eine Mindeststeuer in Höhe von 15 Prozent für international agierende Unternehmen. Außerdem sollen Schwellenländer mehr Einnahmen von den größten Konzernen der Welt abbekommen. Steueroasen sollen so ausgetrocknet und vor allem die große Digitalkonzerne stärker in die Pflicht genommen werden. 

Bei der Mindeststeuer stockt die Umsetzung in der EU aber, weil Polen noch Bedenken hat. „Alle offenen Fragen sind beantwortet worden“, sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner in Brüssel. Er hoffe, dass die Bedenken sehr bald ausgeräumt seien. Es gebe auch keinen Grund, mit der Umsetzung der Mindeststeuer zu warten. Zwischen den beiden Säulen der geplanten Reform gebe es keine rechtliche Verbindung. 

Die bisherigen Details wurden unter dem Dach der OECD ausgehandelt. Der Generalsekretär der Industriestaaten-Organisation, Mathias Cormann, sagte beim Weltwirtschaftsforum in Davos, er sei vorsichtig optimistisch, dass die EU grünes Licht für die Mindeststeuer geben werde. Allerdings werde die Umsetzung womöglich nicht vor 2024 gelingen. Le Maire hofft, dass die Zustimmung der EU-Länder im Juni gelingt. Steuerfragen erfordern in der aus 27 Ländern bestehenden Europäischen Union stets Einstimmigkeit, weswegen Änderungen oft mühsam sind.

Frankreich erwartet spätere Umsetzung der globalen Steuerreform

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Russischer Gasriese Gazprom nominiert Agrarminister für Aufsichtsrat

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24. Mai (Reuters) – Der russische Gaskonzern Gazprom hat Landwirtschaftsminister Dmitry Patruschew am Dienstag für einen Sitz im Aufsichtsrat noiminiert. Bereits im Februar hat der Staatskonzern Altkanzler Gerhard Schröder als neues Mitglied in dem Gremium vorgeschlagen. Bei der Hauptversammlung am 30. Juni soll über die Zusammensetzung des Aufsichtsrat mit elf Sitzen entschieden werden. Dem SPD-Politiker werden enge Bindungen zu Russland vorgeworfen, die Parteispitze hat ihn zum Austritt aus der SPD aufgefordert. Schröder ist mit dem russischen Präsident Wladimir Putin persönlich befreundet. Putin ist die treibende Kraft hinter dem Angriff auf die Ukraine.

Schröder hatte vergangene Woche seinen Posten im Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Rosneft aufgegeben. Zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz den Wunsch geäußert, Schröder möge seine Mandate niederlegen. Parteiübergreifend war dem 78-Jährigen vorgeworfen worden, hoch dotierte Posten in russischen Staatsunternehmen zu besetzen, während die Europäische Union mit Sanktionen versucht, auch die russische Wirtschaft zu treffen, um auf diesem Wege der Ukraine zu helfen.

Wegen seines Russland-Engagements verlor Schröder auch die bislang Altkanzlern zustehenden Privilegien. Der Haushaltausschuss des Bundestages beschloss vergangene Woche, dass das Büro des 78-Jährigen mit zuletzt vier Beschäftigten abgewickelt wird. Das Europaparlament will Schröder auf die Sanktionsliste gegen Oligarchen setzen.

Schröder für Gazprom-Aufsichtsrat nominiert

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Informationen und Fakten zum Affenpocken-Ausbruch in Europa

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Frankfurt, 24. Mai (Reuters) – In Europa häufen sich Fälle von Affenpocken. In Deutschland wurden bis Dienstagvormittag fünf Infektionen an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Für Infizierte und Kontaktperson wird nun eine Isolation von mindestens 21 Tage empfohlen, um das Ausbruchsgeschehen in den Griff zu bekommen. Die Viruserkrankung tritt vor allem in West- und Zentralafrika auf und nur sehr selten andernorts, was die derzeitigen Ausbrüche ungewöhnlich macht. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach betonte, es handele sich nicht um den Beginn einer neuen Pandemie. Man müsse Affenpocken aber ernst nehmen.

Es folgt ein Überblick zu den Affenpocken-Fällen in Deutschland und andernorts sowie zum Virus und den möglichen Ursachen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit.

NACHGEWIESENE FÄLLE IN DEUTSCHLAND 

Am Freitag wurde nach Angaben des RKI der erste Affenpocken-Fall in Deutschland nachgewiesen. Dabei handelt es sich um einen Mann aus Brasilien. Er befindet sich in Isolation. Der 26-Jährige war von Portugal über Spanien nach Deutschland gereist und hielt sich seit etwa einer Woche in München auf. Vor seiner Ankunft in München war er in Düsseldorf und Frankfurt. Am Samstag waren drei weitere Fälle in Berlin bekanntgeworden. Insgesamt wurden dem RKI bis Dienstagvormittag fünf Fälle gemeldet. Dabei handelt es sich ausschließlich um Männer. 

UND ANDERNORTS?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es Stand Dienstag 131 bestätigte Fälle von Affenpocken und 106 Verdachtsfälle in zahlreichen Ländern, in denen sich das Virus üblicherweise nicht verbreitet. Außerhalb Afrikas – wo das Affenpockenvirus als endemisch eingestuft ist – wurden die meisten Infektionen bislang in Portugal, Spanien und Großbritannien nachgewiesen. 

SYMPTOME UND KRANKHEITSVERLAUF

Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie Hautausschläge, die meist im Gesicht beginnen und sich auf den Rest des Körpers ausbreiten. Das Virus wurde 1958 erstmals bei Affen gefunden – sie gelten aber als Fehlwirt, Nagetiere dagegen vermutlich als Hauptwirt. Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken verlaufen Affenpocken in der Regel deutlich milder. Allerdings können auch schwere Verläufe auftreten. Bei Kindern unter 16 Jahren, die mit der zentralafrikanischen Variante infiziert sind, beobachtet man laut RKI eine Sterblichkeit von bis zu elf Prozent.

ÜBERTRAGUNG

Das Virus wird von Tieren, vermutlich vor allem von Nagetieren, auf Menschen übertragen. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind selten, aber bei engem Kontakt möglich – etwa durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Affenpocken-Infizierten. Eine Übertragung ist auch durch Atemsekrete bei sehr engem Kontakt möglich. Die Inkubationszeit für Affenpocken beträgt zwischen sieben und 21 Tagen. Bislang gibt es nach Angaben der WHO keinerlei Hinweise, dass das Virus mutiert ist.

Viele der Fälle betreffen Männer, die Sex mit Männern gehabt haben. Lauterbach sieht sie daher derzeit als Hauptrisikogruppe. „Und das muss man ansprechen können, um diese Gruppe zu schützen. Das ist keine Stigmatisierung.“ WHO-Europachef Hans Kluge warnte vor einer weiteren Ausbreitung während der Sommermonate. Partys und Festivals könnten die Übertragung des Virus beschleunigen. Das RKI riet dazu, bei verdächtigen Symptomen – insbesondere bei Reiserückkehrenden aus (West-)Afrika – eine Affenpockeninfektion in Betracht zu ziehen. Dies gelte aber auch für Personen ohne Reisehintergrund mit unklaren pockenähnlichen Hautveränderungen.

BEHANDLUNG VON AFFENPOCKEN 

Für den Fall, dass sich das Infektionsgeschehen in Deutschland weiter ausbreitet, bereitet man sich im Gesundheitsministerium auf so genannte Ringimpfungen der Kontakte von Infizierten vor. Dafür sind bis zu 40.000 Dosen des Pocken-Impfstoffs Imvanex der Herstellers Bavarian NordicBAVA.CO bestellt worden. Dieser kann Lauterbach zufolge dafür genutzt werden, um eine Ansteckung zu verhindern er kann aber auch bei den bereits Angesteckten den Ausbruch der Erkrankung verhindern. „Ich rechne damit, dass wir hier eine Reserve in Kürze geliefert bekommen.“

Nach Angaben der WHO zeigen Impfstoffe, die zur Ausrottung der Pocken verwendet wurden, eine Wirksamkeit von bis zu 85 Prozent bei der Bekämpfung von Affenpocken. Einige Länder haben im Rahmen der Pandemievorsorge große Vorräte an Pockenimpfstoff angelegt. Die US-Regierung verfügt nach eigenen Angaben über genügend Impfstoff in ihrem Strategischen Nationalen Vorrat, um die gesamte Bevölkerung zu impfen. Die WHO geht jedoch davon aus, dass Massenimpfungen nicht notwendig sind. Es gibt zudem antivirale Medikamente gegen Pocken, die unter bestimmten Umständen auch bei Affenpocken eingesetzt werden können.

GRUND DER AUSBREITUNG UND WEITERES VORGEHEN

Ein möglicher Grund für den gegenwärtigen Anstieg der Fälle könnte die zunehmende Reisetätigkeit nach Aufhebung der meisten Corona-Beschränkungen sein, glaubt Jimmy Whitwort von der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Nach Einschätzung von Anne Rimoin, Epidemiologin in Kalifornien, hat das Ende von Pockenimpfungen, die auch gegen Affenpocken schützen, zu einem Anstieg der Affenpockenfälle in Gebieten geführt, in denen die Krankheit endemisch ist. Da seit Ausrottung der Pocken nicht mehr gegen diese geimpft wird, gibt in der Bevölkerung kaum eine belastbare Immunität mehr, wie RKI-Chef Wieler sagt. Die Gefahr für die Öffentlichkeit stuft die WHO als gering ein. Man tue alles daran, den Ausbruch einzudämmen.

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US-Eigenheimgeschäft bricht ein – Hohe Kosten dämpfen Baulust

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Washington, 24. Mai (Reuters) – Das Geschäft mit Einfamilienhäusern in den USA ist im April überraschend eingebrochen. Die Zahl der verkauften Neubauten fiel im April zum Vormonat um 16,6 Prozent auf eine Jahresrate von 591.000 Einheiten, wie das Handelsministerium am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem leichten Rückgang auf 750.000 gerechnet. Der März-Wert wurde allerdings auf 709.000 von 763.000 nach unten revidiert.

Für viele US-Amerikaner ist der Kauf eines Eigenheims angesichts der nach der Zinswende stark gestiegenen Hypothekenzinsen schwer zu stemmen. Kräftig gestiegene Preise für Holz und Material treiben zudem die Baukosten in die Höhe. Im Mittel kostete ein neues Haus im April 450.600 Dollar – ein Plus von 19,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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Bieterkonsortium bei Aareal Bank auf der Zielgeraden

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Frankfurt, 24. Mai (Reuters) – Im Ringen um eine Übernahme der Aareal Bank ist das Bieterkonsortium kurz vor Ablauf der Annahmefrist mit seinem zwei Milliarden Euro schweren Angebot auf der Zielgeraden. Wie die Finanzinvestoren Advent, Centerbridge und der staatliche kanadische Pensionsfonds CPPIB am Dienstag mitteilten, haben sich die Firmen bis Montagabend 59,66 Prozent der Anteile an dem Wiesbadener Immobilienfinanzierer gesichert.

Mit ihrer Offerte von 33 Euro je Aktie wollen sie 60 Prozent der Anteile an dem Geldhaus einsammeln und haben dafür noch bis Dienstag um Mitternacht Zeit. In einem ersten Anlauf hatten die Investoren mit einem Gebot von 1,86 Milliarden Euro die selbstgesetzte Schwelle von 60 Prozent klar verfehlt.

Doch mit ihrer erhöhten neuen Offerte haben sie die widerspenstigen Hedgefonds Petrus und Teleios bereits auf ihre Seite gezogen. Diese hatten den ersten Vorstoß zu Fall gebracht. Petrus und Teleios, der Londoner Fonds Talomon und der tschechische Unternehmer Daniel Kretinsky haben sich verpflichtet, ihre Beteiligung von zusammen 37 Prozent an Advent und Centerbridge zu verkaufen.

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Fast jeder dritte Managerposten bei Siemens Energy fällt weg

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Berlin, 24. Mai (Reuters) – Siemens Energy verordnet sich mehr Tempo bei Entscheidungen und streicht fast jeden dritten Manager-Posten. Die schlankeren Strukturen sollen die Prozesse deutlich beschleunigen, wie das Unternehmen am Dienstag zu seinem Kapitalmarkttag mitteilte. Ziel der Maßnahmen sei es unter anderem, auf komplexe Abstimmungsprozesse zu verzichten und das Verantwortungsbewusstsein einzelner Einheiten zu stärken.

„Technologie ist wichtig, reicht aber für sich genommen nicht mehr aus“, sagte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch. „Ausschlaggebend wird sein, wie wir unsere Lieferketten und Fertigungen steuern, wie wir Projekte abarbeiten und wie wir unsere wachsende Datenbasis erfolgreich nutzen.“ In einigen Bereichen habe es bis zu elf Hierarchie-Ebenen gegeben, nun sollen es künftig maximal sechs sein. Ein Stellenabbau werde durch die Neuorganisation aber nicht angestrebt. 

Das Segment mit Gas- und Stromanlagen wird zudem in drei Geschäftsfelder aufgeteilt. Das größte davon ist künftig das Geschäft mit Gasturbinen und ihrer Wartung, das auf einen Jahresumsatz von rund neun Milliarden Euro kommt. Die bereinigte operative Rendite (Ebita-Marge) soll hier mittelfristig auf zehn bis zwölf Prozent gesteigert werden, nach sieben Prozent im vergangenen Jahr. Mit rund 5,8 Milliarden Euro steht das Geschäft mit Stromübertragung und Speicherung an zweiter Stelle; hier soll die Rendite auf acht bis zehn (Vorjahr: 6,5) Prozent zulegen.

Als drittes wird der Bereich Transformation of Industry geschaffen, der sich primär mit der Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in industriellen Prozessen beschäftigt und einen Jahresumsatz von 3,9 Milliarden Euro erzielt. In diesem Geschäft strebt Siemens Energy eine bereinigte Ebita-Marge von sechs bis acht Prozent an, nach minus 2,5 Prozent im vergangenen Jahr. Durch die Umorganisation solle dem Kapitalmarkt die Möglichkeit gegeben werden, die Entwicklung der Geschäfte besser zu beurteilen, erläuterte der Konzern. Die neue Struktur tritt ab dem kommenden Geschäftsjahr in Kraft, das im Oktober beginnt. 

Das Übernahmeangebot für das knappe Drittel an der angeschlagenen spanischen Windkrafttochter Siemens GamesaSGREN.MC, das Siemens Energy noch nicht gehört, könne vor September auf den Weg gebracht werden, sagte Bruch. „Wir sind interessiert, das so bald wie möglich zu machen.“ Allerdings hänge der Zeitplan von den spanischen Aufsichtsbehörden ab. Siemens Energy hatte am Wochenende ein milliardenschweres Übernahmeangebot auf den Weg gebracht.

Der Preis von 18,05 Euro je Aktie spiegle die mittelfristigen Chancen für das Geschäft wider, sagte Bruch. „Wir haben ein sehr großzügiges Angebot auf den Tisch gelegt.“ Siemens Energy will Siemens Gamesa nach einer Übernahme von der Börse nehmen. Von diesem Schritt verspricht sich Siemens Energy eine leichtere Sanierung.

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