Snap schockt Wall Street – Tech-Börse auf Talfahrt

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New York/Frankfurt, 24. Mai (Reuters) – Der Betreiber des US-Messenger-Dienstes Snapchat hat Aktienanleger mit einem trüben Ausblick schockiert und die Börsen in New York auf Talfahrt geschickt. Snap-Aktien stürzten knapp 42 Prozent ab und damit so stark wie noch nie. Der Nasdaq-Index fiel bis zum Mittag um 3,2 Prozent auf 11.180 Punkte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab ein Prozent auf 31.551 Stellen nach. Der breiter gefasste S&P 500  verlor zwei Prozent auf 3896 Zähler.

Die heruntergeschraubten Erwartungen von Snap für das laufende Quartal seien ein Indiz für die sich verschlechternde Konjunktur und das Werbegeschäft, sagte Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies. Titel stark werbeabhängiger Firmen wie Twitter, die Google-Mutter Alphabet, Meta Platforms und Pinterest rutschten zwischen vier und 22 Prozent ab. „Wenn die (wirtschaftlichen) Aussichten düsterer sind, werden die Werbeausgaben reduziert. Dies wird die Anleger in schlechte Laune versetzen und mehr Gewitterwolken erzeugen, genau zu dem Zeitpunkt, als viele hofften, dass der Markteinbruch kurz vor der Talsohle steht“, sagte Investment-Experte Russ Mould vom Vermögensverwalter AJ Bell.

NERVOSITÄT VOR ZINSSIGNALEN DER FED

Aktuell verschärften ohnehin drei Entwicklungen die Konjunktursorgen der Anleger, konstatierten die Investmentexperten von BlackRock. „Die noch schärfere Rhetorik seitens der US-Notenbank Fed, Meldungen zu eingetrübten Gewinnaussichten bei großen US-Einzelhändlern und schwache Konjunkturindikatoren aus China.“ Im Vorfeld der Veröffentlichung der Fed-Protokolle am Mittwoch dürften die Schwankungen an den Börsen hoch bleiben, sagten die Analysten von ActivTrades.

„Immer mehr Investoren und Analysten stellen die aktuelle aggressive Haltung der Federal Reserve in Frage und warten auf weitere Details.“ Es müsse klar erkennbar sein, dass die Zinserhöhungen gegen die hohe Inflation wirkten, ohne eine Rezession auszulösen, sagte Händler Dennis Dick vom Broker Bright Trading. „Bis dahin lautet das Motto an den Märkten ‚erst Verkaufen, dann Nachfragen‘, sagte Händler Dennis Dick vom Broker Bright Trading.

Der Dollar geriet an den Devisenmärkten ins Hintertreffen. Der Euro legte angesichts von Spekulationen auf eine aggressivere geldpolitische Gangart der Europäischen Zentralbank (EZB) erneut zu. EZB-Chefin Christine Lagarde hatte ein Ende der Negativzinsen bis Ende des dritten Quartals in Aussicht gestellt. Der Kurs der Gemeinschaftswährung stieg um bis zu 0,5 Prozent auf ein Vier-Wochen-Hoch von 1,0746 Dollar.

AUSBLICKE VERDERBEN DIE STIMMUNG 

Am Aktienmarkt sorgten maue Firmenbilanzen für lange Gesichter. Aktien von Abercrombie & Fitch stürzten um rund 30 Prozent ab, nachdem der Bekleidungseinzelhändler seinen Umsatzausblick für das Gesamtjahr gesenkt hat.

Die Aktien des Fitnessgeräte-Anbieters Nautilus rutschten um rund 19 Prozent ab. Für das laufende Quartal und das Geschäftsjahr 2022/2023 warnte Nautilus vor Ergebnissen unter Markterwartungen. Das Branchenumfeld bleibe schwierig, kommentierte Analyst Mark Smith von der Investment Bank Lake Street. Der Handel sitze auf hohen Lagerbeständen, die während der Pandemie aufgebaut worden seien. Die Titel des Nautilus-Rivalen Peloton gaben mehr als sechs Prozent nach.

Ein Preisrutsch bei Kupfer zog Aktien aus dem Sektor nach unten. Papiere von Freeport-McMoRan, dem weltweit größten börsennotierten Kupferproduzenten, fielen um 2,9 Prozent. Papiere von Southern Copper und Hudbay Minerals rutschen bis zu 2,6 Prozent ab. Die Sorge vor einer Konjunkturschwäche drückte den Preis für das Industriemetall um 1,8 Prozent auf 9379 Dollar je Tonne.

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