Dienstag, März 17, 2026
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Voestalpine – Gas-Embargo wäre nicht oder nur schwer zu managen

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Wien, 25. Mai (Reuters) – Der Linzer Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine fordert von der heimischen Regierung rasch klare Maßnahmen rund um die Energieversorgung. „Es ist höchste Zeit, in die Gänge zu kommen“, sagte Konzernchef Herbert Eibensteiner laut der Agentur APA im Gespräch mit Journalisten. Sollte es in Europa zu einem Ausfall der Gaslieferungen kommen, wäre dies dramatisch und „nicht oder schwer managebar“. 

Der Regierung fehle ein Energiekonzept, kritisierte der Manager. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept für die langfristige Versorgung mit Strom und Wasserstoff“. Das bedeute die Herstellung ausreichender Mengen und den Bau entsprechender Netze zur Verteilung der Energie. Zudem müssten die Notwendigkeiten der Stahlindustrie berücksichtigt werden. „Wenn es den politischen Willen wirklich gäbe, könnte man schnell sein“, so Eibensteiner. 

Die Voestalpine ist einer der größten Industriekonzerne Österreichs und zählt zu den größten Gasverbrauchern. Ein Gaslieferstopp aus Russland würde das Unternehmen hart treffen. „Ohne Gas keine Stahllieferungen“, sagte Eibensteiner. Wesentliche industrielle Prozesse würden zum Stillstand kommen. Spüren würden das alle, weil Lieferketten zusammenbrechen würden und es wohl zu einer hohen Arbeitslosigkeit käme, vor allem, wenn der Ausfall von Erdgas länger anhalten sollte.

Voestalpine – Gas-Embargo wäre nicht oder nur schwer zu managen

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25. Mai 2022 Der Börsen Vormittag

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Frankfurt, 25. Mai (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:

07.20 Uhr – Folgende Unternehmen werden am Mittwoch mit Dividendenabschlag gehandelt:

Deutsche UnternehmenAngaben in EuroSchlusskursDividende
Hugo Boss AG<BOSSn.DE>47,300,70
Knorr Bremse AG<KBX.DE>63,641,85
BayWa AG<BYWGnx.DE>48,601,05

25. Mai 2022 Der Börsen Vormittag

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25. Mai 2022 Marktentwicklungen

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25. Mai (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

APPLE – Bangalore: Die chinesischen Corona-Lockdowns belasten einem Medienbericht zufolge die Entwicklung neuer iPhone-Modelle. Der Zeitplan für mindestens ein Modell habe sich nach hinten verschoben, meldete Nikkei unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Im schlimmsten Fall könnten sich die Produktionspläne verzögern und weniger Geräte hergestellt werden. iPhone-Fertiger Pegatron musste wegen der Lockdowns seine Aktivitäten in den Werken Shanghai wie auch Kunshan vorübergehend einstellen. Apple hat bereits selbst erklärt, die chinesischen Lockdowns verkomplizierten die Produktion und belasteten die Nachfrage in der Volksrepublik.

ABB – Zürich: Der Schweizer Elektrotechnikkonzern verstärkt sein Geschäft mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. ABB stockt seinen Anteil am indischen Unternehmen Numocity auf 72 Prozent auf, wie der Konzern mitteilte. Numocity sei eine digitale Plattform für die Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen. ABB habe zudem das Recht, bis 2026 Alleininhaber zu werden. ABB hatte vor drei Jahren im Rahmen einer Frühphasenfinanzierung bereits einen Anteil von sieben Prozent an der 2018 in Bangalore gegründete Firma erworben. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Mit dem Kauf baue das Geschäft seine Stellung in Indien, in anderen Teilen Südostasiens sowie dem Nahen Osten aus. Früheren Angaben zufolge will ABB den Bereich E-Mobility im zweiten Quartal an die Schweizer Börse bringen. 

AROUNDTOWN – Düsseldorf: Das Immobilienunternehmen hat im ersten Quartal zugelegt. Der in der Branche entscheidende Kernwert FFO I kletterte um drei Prozent auf 89,3 Millionen Euro. Dank der Einbeziehung der Wohnimmobilientochter Grand City Properties (GCP) schnellten die Mieteinnahmen um 32 Prozent auf 309 Millionen Euro. Der Vorstand bekräftigte seine Jahresziele.

TOSHIBA- Tokio: Der Staatsfonds Japan Investment Corp (JIC) prüft einem Agenturbericht zufolge die Übernahme des japanischen Mischkonzerns. Das meldete Bloomberg ohne Angabe von Quellen. Auch die US-Finanzinvestoren Bain Capital und CVC Partner sollen eine Akquisition erwägen. Das Konglomerat, das von Speicherchips über Drucker bis hin zu Klimaanlagen zahlreiche Produkte anbietet, hangelt sich von Krise zu Krise, seit es 2015 in einen Bilanzierungsskandal geriet. Aktivistische Investoren streben einen Verkauf oder eine Minderheitsbeteiligung von Finanzinvestoren an.

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Nordkorea führt kurz nach Bidens Abreise aus Asien Raketentests durch

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Seoul, 25. Mai (Reuters) – Nordkorea hat nur wenige Stunden nach der Abreise von US-Präsident Joe Biden aus Asien weitere Raketen getestet. Nordkorea habe von Sunan, nördlich der Hauptstadt Pjöngjang, drei ballistische Raketen abgefeuert, teilten die Generalstabschefs Südkoreas am Mittwoch mit. Auch die japanische Küstenwache meldete mindestens zwei Starts. Die Raketen seien offenbar außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans gelandet, berichtete der japanische Rundfunk NHK. 

Die Tests erfolgten nur wenige Stunden, nachdem Biden nach seiner ersten Asienreise als Präsident Japan verlassen hatte. Die USA hatten davor gewarnt, dass Nordkorea offenbar während Bidens Besuch zu einem Waffentest bereit sei. Nordkorea führt seit Beginn des Jahres ungewöhnlich viele Raketentests durch. Mit den Tests verstößt Nordkorea gegen UN-Resolutionen.

Biden und sein südkoreanischer Amtskollege Yoon Suk Yeol hatten sich am Wochenende darauf verständigt, Maßnahmen zur Abschreckung des atomar bewaffneten Staates zu verstärken. Gleichzeitig boten sie Nordkorea Hilfe zur Eindämmung des ersten bestätigten Virus-Ausbruchs an.

Nordkorea führt kurz nach Bidens Abreise aus Asien Raketentests durch

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Mindestens 18 Kinder bei Schießerei in texanischer Grundschule getötet

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Washington, 25. Mai (Reuters) – Ein bewaffneter 18-Jähriger hat nach offiziellen Angaben in einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas 18 Kinder und drei Erwachsene erschossen. Der Schütze selbst sei ebenfalls getötet worden, offenbar durch Polizisten am Tatort, sagte Gouverneur Greg Abbott am Dienstag in einer ersten Stellungnahme. Er sprach von einer schrecklichen und unbegreiflichen Tat, die sich in der Kleinstadt Uvalde im Süden von Texas ereignet habe.

Details zu den genauen Hintergründen lagen zunächst nicht vor. Die Ermittler gehen aber von einem Einzeltäter aus. Zwei Polizisten sind nach Abbotts Angaben bei dem Schusswechsel leicht verletzt worden. Abbott ging zunächst von 14 getöteten Kindern und einem Lehrer aus. Der Senator des Bundesstaates Texas, Roland Gutierrez, erklärte später gegenüber CNN unter Berufung auf Strafverfolgungsbehörden, dass die Zahl der Todesopfer auf 18 Kinder und drei Erwachsene gestiegen sei. 

Der Sender CNN berichtete, dass der Schütze zuerst seine Großmutter erschossen habe, bevor er zu der Schule gefahren sei und diese dann mit einem Gewehr und einer Pistole betreten habe. „Ich habe keine weiteren Informationen über die Verbindung zwischen diesen beiden Schießereien“, erklärte Abbott. Die Universitäts-Klinik in San Antonio twitterte, es seien zwei Verletzte aus der Schießerei aufgenommen worden, eine 66 Jahre alte Frau und ein zehn Jahre altes Mädchen. Beide seien in einem kritischen Zustand.

US-Präsident Joe Binden kündigte an, infolge des Schusswaffenangriffs das Verbot von Angriffswaffen und „Waffengesetze mit gesundem Menschenverstand“ wieder einzuführen. Unschuldige Zweit-, Dritt- und Viertklässler hätten in „einem weiteren Massaker“ ihr Leben gelassen, sagte ein sichtlich bewegter Biden in Washington. Ihre Eltern „werden ihr Kind nie wieder sehen, sie nie wieder ins Bett bringen und mit ihnen kuscheln können“, sagte er. „Als Nation müssen wir uns fragen: ‚Wann in Gottes Namen bieten wir der Waffenlobby die Stirn?'“

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25. Mai 2022 Dax mit Erholungsversuch – Fed-Protokolle im Blick

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Frankfurt, 25. Mai (Reuters) – In Erwartung geldpolitischer Signale der US-Notenbank Fed wird der Dax am Mittwoch Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Ein trüber Ausblick des Betreibers des US-Messenger-Dienstes Snapchat hatte die Aktienanleger am Dienstag schockiert und die Börsenerholung vom Wochenanfang abgewürgt. Hier lesen.
Der Dax hatte 1,8 Prozent auf 13.916 Punkte verloren. Hier lesen.

Grafik AgenaTrader, Grafik

Dax schließt
Screenshot Agena Trader 24.Mai 2022

Anleger warten am Mittwoch vor allem auf die Veröffentlichung der Fed-Protokolle der vergangenen Mai-Sitzung am Abend (MESZ). Notenbankchef Jerome Powell hatte die US-Bevölkerung zuletzt gewarnt, dass es „auch einige Schmerzen mit sich bringen wird, die Inflation auf zwei Prozent zu senken.“ Die Währungshüter beschlossen Anfang des Monats einstimmig eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt auf die neue Zins-Spanne von 0,75 bis 1,00 Prozent – der größte Zinssprung seit 22 Jahren. Sie signalisierten, weitere kräftige Schritte nach oben folgen zu lassen.

An den Kapitalmärkten rückt zudem das Thema Russlands Zahlungsfähigkeit wieder in den Blickpunkt. Am Mittwoch läuft eine Ausnahmeregelung der USA aus, die es Russland erlaubt, im Ausland eingefrorene Devisenreserven zur Bedienung von Anleihen zu nutzen.

Schlusskurse europäischer Indizes am vorangegangenen HandelstagStand
Dax<.GDAXI>13.919,75
Dax-Future<FDXc1>14.048,00
EuroStoxx50<.STOXX50E>3.647,56
EuroStoxx50-Future<STXEc1>3.680,00
Schlusskurse der US-Indizes am vorangegangenen HandelstagStandVeränderung
Dow Jones<.DJI>31.928,62+0,2 Prozent
Nasdaq<.IXIC>11.264,45-2,4 Prozent
S&P 500<.SPX>3.941,48-0,8 Prozent
Asiatische Indizes am MittwochStandVeränderung
Nikkei<.N225>26.729,60-0,1 Prozent
Shanghai<.SSEC>3.094,24+0,8 Prozent
Hang Seng<.HSI>20.215,00+0,5 Prozent

25. Mai 2022 Dax mit Erholungsversuch – Fed-Protokolle im Blick

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Bericht über Menschenrechtsverletzungen in China – Ampel-Politiker für Konsequenzen

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Berlin, 24. Mai (Reuters) – Führende Ampel-Politiker fordern nach Berichten über Menschenrechtsverletzungen gegen die muslimische Minderheit der Uiguren in China Konsequenzen. „Hier muss es international eine klare Antwort und weitere Aufklärung geben“, teilte Wirtschaftsminister Robert Habeck am Dienstagabend mit. Auch SPD-Chef Lars Klingbeil forderte einen neuen Kurs gegenüber China und unabhängige Untersuchungen in der Region Xinjiang, der Heimat der Uiguren. Außenministerin Annalena Baerbock sprach nach einer Videokonferenz mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi von „schockierenden Berichten“. 

Baerbock bezog sich auf Berichte mehrerer internationaler Medien, darunter auch der „Spiegel“ und der Bayerische Rundfunk, die sich auf Fotos aus chinesischen Internierungslagern stützen. Darin ist auch von einem geheimen Schießbefehl in den Lagern die Rede. „Die Daten belegen auf extrem anschauliche Weise die willkürliche und massenhafte Internierung von Uiguren in Xinjiang, im Nordwesten Chinas“, schreibt der „Spiegel“. 

„Es ist seit langem klar, dass China zwar ein großer Handelspartner ist, es aber sehr relevante Probleme gibt, auch bei der Einhaltung von Menschenrechten“, sagte Habeck. Er betonte, die Bundesregierung habe den Umgang mit den China-Fragen verändert. „Wir diversifizieren uns stärker und verringern unsere Abhängigkeiten auch von China.“ Anträge deutscher Unternehmen auf Bundes-Bürgschaften würden mit Blick auf Umwelt-, Sozial und Menschenrechtsaspekte genau untersucht.

Klingbeil sagte dem „Spiegel“, die Berichte über die gravierenden Menschenrechtsverletzungen seien erschütternd. „Solange die chinesische Regierung keine unabhängige Untersuchung zulässt, verhärtet sich der Verdacht, dass hier organisiert und in vollem Bewusstsein massive Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen werden.“

BAERBOCK POCHT IN VIDEO-KONFERENZ AUF FUNDAMENTALE NORMEN 

Bei dem Gespräch mit Wang habe Baerbock auf die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hingewiesen, teilte das Auswärtige Amt mit. „Eine solche Zusammenarbeit kann jedoch nur auf der Grundlage der fundamentalen Normen der internationalen Ordnung geschehen, die von allen geachtet und verteidigt werden müssen.“ 

Der VW-Konzern verteidigte sein Engagement in Xinjiang. „Volkswagen tritt weltweit entschieden gegen Zwangsarbeit in Zusammenhang mit seinen geschäftlichen Aktivitäten ein“, sagte ein Unternehmenssprecher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Der Konzern nehme seine Verantwortung für die Menschenrechte „weltweit sehr ernst – auch in China“. VW steht immer wieder in der Kritik, weil der Autohersteller zusammen mit dem chinesischen Staatskonzern Saic seit 2013 eine Fabrik in der Stadt Urumqi betreibt. 

„Kein Mitarbeiter arbeitet hier unter Zwang“, sagte der Sprecher. Die Beschäftigten im Werk seien direkt beim Gemeinschaftsunternehmen Saic Volkswagen angestellt, bei direkten Zulieferern werde die Einhaltung der Konzernstandards kontrolliert. Der Glaube muslimischer Mitarbeiter werde respektiert.

Bericht über Menschenrechtsverletzungen in China – Ampel-Politiker für Konsequenzen

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Russland verschärft Offensive in Ost-Ukraine

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Kiew/Davos, 24. Mai (Reuters) – Drei Monate nach dem Beginn ihrer Invasion in der Ukraine versuchen russische Truppen mit einer breit angelegten Offensive Teile im Osten des umkämpften Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Im Mittelpunkt des Kriegsgeschehens stand am Dienstag unter anderem erneut das Gebiet um die Zwillingsstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Donbass.

Russische Truppen rückten aus drei Richtungen vor, um die Städte zu umzingeln. „Wir beobachten jetzt die aktivste Phase der umfassenden Aggression, die Russland gegen unser Land entfaltet hat“, schilderte ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums die Lage. Die Situation an der Front sei äußerst schwierig, weil sich dort vielleicht gerade das Schicksal des Landes entscheide.

„Der Feind hat seine Bemühungen auf eine Offensive konzentriert, um Lyssytschansk und Sjewjerodonezk zu umzingeln“, sagte der Gouverneur von Luhansk, Serhij Gajdaj. „Die Intensität des Feuers auf Sjewjerodonezk hat sich um ein Vielfaches erhöht. Sie zerstören die Stadt einfach.“ Reuters konnte die Berichte unabhängig nicht prüfen. Reuters-Journalisten sahen aber, wie sich ukrainische gepanzerte Fahrzeuge, Panzer, Raketenwerfer und Busse mit Soldaten in Richtung Front bewegten. 

In der Region gehören die beiden Städte zu den wenigen, die noch von ukrainischen Truppen gehalten werden. Insgesamt kann Russland nach einem Vierteljahr Krieg aber nur auf begrenzte Geländegewinne verweisen, während es gleichzeitig die schlimmsten militärischen Verluste seit Jahrzehnten erlitten hat. Gleichwohl sind ein großer Teil der Ukraine zerstört und ganze Städte verwüstet worden. Unzählige Tausende Menschen wurden getötet. Rund 6,5 Millionen flohen ins Ausland. 

Zahlreiche Experten waren zu Beginn des Kriegs davon ausgegangen, dass die Ukraine nur wenige Tage dem von Russland als militärischen Sondereinsatz bezeichneten Angriff standhalten könnte. Doch es gelang den Ukrainern, mehrere strategisch wichtige Gebiete zu verteidigen. Im März schlugen sie Russland vor den Toren der Hauptstadt Kiew zurück, später gelang dies auch in Charkiw, der zweitgrößten Stadt. Dort ordneten die Behörden am Dienstag die Wiederaufnahme des U-Bahn-Betriebs an, wo Tausende Zivilisten in den vergangenen Monaten Zuflucht vor den Dauerbombardements gesucht hatten. Einige Menschen reagierten jedoch skeptisch, als sie zum Verlassen der Metro aufgefordert wurden. „Alle haben wahnsinnige Angst“, sagte Natalia Lopanska, die fast die gesamte Kriegszeit in einem U-Bahn-Waggon ausgeharrt hatte. Die Raketenangriffe seien noch nicht gestoppt.

Auch international hat der Krieg zu schweren diplomatischen und wirtschaftlichen Krisen geführt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos das Vorgehen Russlands auch mit Blick auf die Blockade von Getreidelieferungen aus der Ukraine scharf. „Es ist beschämend.“ Russland bombardiere bewusst Getreidesilos in der Ukraine und blockiere Häfen wie Odessa, damit das Getreide dort nicht exportiert werden könne.

Zugleich halte Russland eigene Getreide-Exporte zurück, um aus weiter explodierenden Preisen politisches Kapital schlagen zu können. Präsident Wladimir Putin nutze „den Hunger als Instrument der Macht“. Es müsse jetzt alles getan werden, das Getreide aus der Ukraine zu bekommen, um damit die Ärmsten der Armen versorgen zu können.

In den ukrainischen Häfen, allen voran im größten in Odessa, liegen Millionen Tonnen Getreide in den Silos, die nicht exportiert werden können, weil die russische Marine eine Ausfahrt blockiert. Hauptabnehmer sind normalerweise Länder im Nahen Osten und Nordafrika, wo sich vereinzelt bereits eine Verschärfung der ohnehin bestehenden Hungersnot abzeichnet. Die Regierung in Moskau wirft jedoch dem Westen vor, mit seinen Sanktionen gegen Russland für die steigenden Preise und die Nahrungsmittelkrise verantwortlich zu sein.

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Schröder lehnt Nominierung für Aufsichtsratsposten bei Gazprom ab

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Schröder Rosneft Schröder Gazprom
Former German Chancellor Gerhard Schroeder attends the award ceremony for the 2011 CCTV Chinese Annual Economic Figures in Beijing, China, 12 December 2011.

24. Mai (Reuters) – Altkanzler Gerhard Schröder lehnt die Nominierung für einen Sitz im Aufsichtsrat des russischen Gasriesen Gazprom ab. „Auf die Nominierung in den Aufsichtsrat von Gazprom habe ich schon vor längerer Zeit verzichtet. Dieses habe ich dem Unternehmen auch mitgeteilt“, teilte der SPD-Politiker am Dienstagabend über das Netzwerk LinkedIn mit. „Insofern wundere ich mich über heute neu erschienene anderslautende Berichte.“ 

Zuvor hatte Reuters berichtet, dass seine Nominierung noch aktuell sei. Der russische Staatskonzern nominierte am Dienstag Landwirtschaftsminister Dmitry Patruschew für einen Sitz im Aufsichtsrat. Im Februar hatte das Unternehmen Schröder als neues Mitglied in dem Gremium vorgeschlagen. Dem SPD-Politiker werden enge Bindungen zu Russland vorgeworfen, die Parteispitze hat ihn zum Austritt aus der SPD aufgefordert. Schröder ist mit dem russischen Präsident Wladimir Putin persönlich befreundet. Putin ist die treibende Kraft hinter dem Angriff auf die Ukraine.

Schröder hatte vergangene Woche seinen Posten im Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Rosneft aufgegeben. Parteiübergreifend war dem 78-Jährigen vorgeworfen worden, hoch dotierte Posten in russischen Staatsunternehmen zu besetzen, während die Europäische Union mit Sanktionen versucht, auch die russische Wirtschaft zu treffen, um auf diesem Wege der Ukraine zu helfen.

Wegen seines Russland-Engagements verlor Schröder auch die Altkanzlern zustehenden Privilegien. Der Haushaltausschuss des Bundestages beschloss vergangene Woche, dass sein Büro mit zuletzt vier Beschäftigten abgewickelt wird. Das Europaparlament will Schröder auf die Sanktionsliste gegen Oligarchen setzen.

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Russische Duma bringt neues Mediengesetz auf den Weg

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London, 24. Mai (Reuters) – Das russische Parlament stellt die Weichen für ein verschärftes Vorgehen gegen westliche Medien. Das Unterhaus verabschiedete am Dienstag in erster Lesung einen Gesetzentwurf, der die Schließung von Büros ausländischer Medien in Moskau durch die Staatsanwaltschaft ermöglicht, wenn sich ein westliches Land „unfreundlich“ gegenüber russischen Medien verhalten hat.

Auch ein Verbreitungsverbot für Artikel ist vorgesehen. Auslandskorrespondenten kann die Akkreditierung entzogen werden, was bedeutet, dass sie nicht mehr in Russland arbeiten können. Das Gesetz muss noch zwei weitere Lesungen durchlaufen, vom Oberhaus geprüft und schließlich von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet werden, ehe es in Kraft treten kann. 

Im März unterzeichnete Putin im Zuge der Ukraine-Invasion bereits ein Gesetz, das Haftstrafen von bis zu 15 Jahren vorsieht für die Verbreitung von angeblich absichtlichen Falschnachrichten über das Militär. Einige westliche Medieneinrichtungen zogen daraufhin ihre Journalisten aus Russland ab. Die russischen Behörden benutzen im Zusammenhang mit der Ukraine nicht das Wort Invasion. Sie sprechen offiziell von einer Sonderoperation und werfen westlichen Medien eine voreingenommene Berichterstattung vor.

Russische Duma bringt neues Mediengesetz auf den Weg

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