Samstag, November 7, 2026
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Estland schließt Bodentruppen in Ukraine nicht aus

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Flagge der Ukraine (Archiv), via dts NachrichtenagenturTallinn (dts Nachrichtenagentur) – Estland schließt den Einsatz von Bodentruppen in der Ukraine nicht aus.

„Ich befürworte diese Diskussion, die uns auf eine völlig neue Ebene bringt“, sagte der estnische Außenminister Margus Tsahkna dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Allerdings betonte er: „Es gibt keine Verhandlungen über den Einsatz von Bodentruppen und die Ukrainer bitten uns auch nicht, unsere Soldaten vor Ort zu stationieren.“

Statt Bodentruppen müsse der Westen Waffen liefern. „Ich hoffe, dass sich die Einsicht durchsetzt, dass es viel billiger und sicherer ist, den Ukrainern Munition und Waffen zu liefern, damit sie kämpfen können, anstatt darüber nachzudenken, ob wir einmarschieren sollen oder nicht“, sagte er. „Wenn wir der Ukraine in der Zeit der Not nicht helfen, werden wir bald selbst in Not sein.“

Der Außenminister rief Europa auf, sich nicht von Putin verängstigen zu lassen. „Denn Putin will, dass wir Angst haben. Putin isst unsere Angst zum Frühstück. Daraus zieht er seine Energie, um andere Länder zu bedrohen“, so Tsahkna. Wenn Europa Putin zeige, dass es keine Angst habe und dass es der Ukraine militärisch helfe, könne man ihm etwas entgegensetzen.

Die Lage in der Ukraine bezeichnete Tsahkna als „sehr, sehr schwierig“ und forderte die EU-Staaten zur Ausweitung der Munitionsbestellungen auf. „Tatsache ist: Es gibt genug Munition auf der Welt, vielleicht nicht in Europa, aber anderswo. Und es gibt genügend Kapazitäten. Wir müssen nur Verträge abschließen, das Geld auf den Tisch legen und die Munition beschaffen.“

Er verwies darauf, dass die EU-Staaten sich kürzlich darauf verständigt haben, auch außerhalb der EU Munition zu kaufen. „Jetzt ist es an der Zeit zu liefern“, sagte er. „Estland ist in diesem Jahr einer der größten Munitionskäufer in Europa. Daher will ich wirklich keine Geschichten mehr hören, dass es keine Munition gebe.“


Foto: Flagge der Ukraine (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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EU-Rat beschließt Beitrittsverhandlungen mit Bosnien-Herzegowina

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EU-Fahnen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBrüssel (dts Nachrichtenagentur) – Der Europäische Rat hat beschlossen, Beitrittsverhandlungen mit Bosnien-Herzegowina aufzunehmen. Das teilte EU-Ratspräsident Charles Michel am Abend mit.

„Ihr Platz ist in unserer europäischen Familie“, schrieb der Politiker auf Twitter/X. Die heutige Entscheidung sei ein wichtiger Schritt vorwärts auf dem Weg in die EU. „Jetzt muss die harte Arbeit fortgesetzt werden, damit Bosnien und Herzegowina stetig vorankommt“, schrieb Michel weiter, das wolle die Bevölkerung dort auch.

Bosnien-Herzegowina ist unter anderem bereits Mitglied des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens, der Vereinten Nationen, des Europarates, sowie Teilnehmer der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und des Kooperationsrates für Südosteuropa. Des Weiteren ist der Staat seit 2010 offizieller Nato-Beitrittskandidat und hat einen Beobachterstatus bei der Organisation für Islamische Zusammenarbeit.


Foto: EU-Fahnen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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EU-Gipfel fordert einstimmig "humanitäre Pause" in Gaza

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Gazastreifen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBrüssel (dts Nachrichtenagentur) – Der EU-Gipfel fordert eine „humanitäre Pause“ in Gaza. Die Erklärung der EU-Staats- und Regierungschefs sei einstimmig erfolgt, teilte EU-Ratspräsident Charles Michel am Donnerstagabend mit.

Eine solche „humanitäre Pause“ solle „zu einem dauerhaften Waffenstillstand führen“, sagte er weiter.

„Ein vollständiger und sicherer humanitärer Zugang nach Gaza ist unerlässlich, um der Zivilbevölkerung in der katastrophalen Situation in Gaza lebensrettende Hilfe zu leisten“, sagte Michel.

Nach dem Anschlag der Hamas vom 7. Oktober mit über 1.000 Todesopfern und hunderten teilweise bis heute verschleppten Geiseln hatte Israel zum Gegenschlag ausgeholt, der bis heute andauert und vermutlich mehrere zehntausend Menschen das Leben gekostet hat.


Foto: Gazastreifen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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US-Börsen bleiben auf Rekordjagd – Hoffnung auf weiche Landung

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Wallstreet in New York, via dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Donnerstag zugelegt und zwischenzeitlich neue Rekordhochs markiert. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 39.781 Punkten berechnet, 0,7 Prozent höher als am Vortag und höher als jemals zuvor. Der breiter gefasste S&P 500 schloss bei 5.242 Punkten 0,3 Prozent stärker und die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 am Ende bei 18.320 Punkten 0,4 Prozent im Plus.

Nach Ansicht von Marktkommentatoren herrscht an den Märkten die Hoffnung vor, dass die US-Notenbank Federal Reserve in der Lage ist, „eine sanfte Landung herbeizuführen“, wie es in verschiedenen Berichten hieß. Eine Zinssenkung im Sommer gilt jetzt als ausgemacht.

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Donnerstagabend schwächer. Ein Euro kostete 1,0859 US-Dollar (-0,67 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9209 Euro zu haben. Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagabend gegen 21 Uhr deutscher Zeit 85,71 US-Dollar, das waren 24 Cent oder 0,3 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, via dts Nachrichtenagentur

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Bahn bezeichnet Verhandlungen mit GDL als "konstruktiv"

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Bahn-Zentrale (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Bahn sieht die Verhandlungen mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL auf einem guten Weg.

„Wir sind in konstruktiven Gesprächen“, sagte Bahn-Chef Richard Lutz am Donnerstag in einem Interview für das „Heute-Journal“ im ZDF, das bereits am Nachmittag aufgezeichnet wurde. Er sei „guter Hoffnung, dass das in den nächsten Tagen zu einem guten Ende geführt werden kann“.

Zur Frage nach den Ursachen der massiven Verspätungen im Bahnverkehr sagte der Bahnchef: „Wenn man das nachhaltig lösen will, kommen wir um die Erkenntnis nicht herum, dass wir die Infrastruktur über Jahre und Jahrzehnte auf Verschleiß gefahren haben“. Man könne schon sagen, „dass Deutschland ganz, ganz viele Baustellen hat und wir eine davon sind“.

Die Bahn hatte am Vormittag ihre Bilanzzahlen für das Jahr 2023 vorgestellt. Der Umsatz ging zurück, allerdings nicht im Personenverkehr. Dort legten dafür auch die Verspätungen zu. Unterm Strich verbuchte der Staatskonzern einen Milliardenverlust.


Foto: Bahn-Zentrale (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax schließt wieder auf Rekordhoch – Douglas schockt Anleger

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Am Donnerstag hat der Dax seine Rekordjagd fortgesetzt.

Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 18.179 Punkten berechnet, 0,9 Prozent höher als am Vortag und – ebenso wie am Vortag – erneut so hoch wie nie zuvor. Bemerkenswert: Gleichzeitig wurde in den letzten Sekunden auch das Allzeithoch im Handelsverlauf erreicht, gerundet sogar bei 18.180 Zählern. „Nachdem nun eine Zinssenkung der Fed im Juni als nahezu sicher gilt, fragen sich Anleger, welche Gründe für weiter steigende Kurse sorgen könnten“, kommentierte Jochen Stanzl von CMC Markets die Gedanken der Investoren.

Die Kursentwicklung von Douglas am ersten Tag der Wiederkehr war unterdessen eine Enttäuschung für die Anleger, die während der Zeichnungsphase zu 26 Euro pro Aktie dachten, günstig zum Zug gekommen zu sein. Ausgerechnet am Vortag des Börsengangs lief eine negative Nachricht des Gucci-Konzerns Kering über die Ticker, die das gesamte Luxus- und Premium-Segment an der Börse belastete – bei der Kering-Aktie gab es einen Ausverkauf und auch Douglas gab bis kurz vor Handelsschluss über zehn Prozent nach.

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Donnerstagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,0862 US-Dollar (-0,64 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9207 Euro zu haben.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Barbi Markovic gewinnt Preis der Leipziger Buchmesse

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Barbi Markovic am 21.03.2024, via dts NachrichtenagenturLeipzig (dts Nachrichtenagentur) – Die serbische Autorin Barbi Markovic hat den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik für „Minihorror“ gewonnen.

Darin erzählt sie einen Comic in Prosa, aufgeteilt in 26 Geschichten. Es geht um Missgeschicke, Beleidigungen, Verwandtschaftsfehden, Möbelkäufe und Ungeziefer – aber auch um Krieg. Neben Markovic waren auch Anke Feuchtenberger („Genossin Kuckuck“), Wolf Haas („Eigentum“), Inga Machel („Auf den Gleisen“) und Dana Vowinckel („Gewässer im Ziplock“) nominiert.

In der Kategorie Sachbuch gewann Tom Holert mit „ca. 1972“, in dem er dazu auffordert, die politischen Kämpfe dieser Zeit aus einer globalgeschichtlichen Perspektive neu zu denken. In der Kategorie Übersetzung wurde Ki-Hyang Lee für ihre Version von „Der Fluch des Hasen“ geehrt, gesellschaftskritische Kurzgeschichten von Bora Chung aus Südkorea.

Der Preis der Leipziger Buchmesse ist mit 60.000 Euro dotiert und wird seit 2005 von einer siebenköpfigen Jury vergeben.


Foto: Barbi Markovic am 21.03.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Fed auf Kurs für eine weiche Landung – Rückenwind für Fixed Income Märkte

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Fed Cash
Foto von Robert Tipp (Quelle: PGIM Fixed Income)

Die Ergebnisse der Fed-Sitzung kommentiert Robert Tipp, Chief Investment Strategist bei PGIM Fixed Income:

Fed auf Kurs für eine weiche Landung – Rückenwind für Fixed Income Märkte

Gelungener Kurs

Was die Maßnahmen der Federal Reserve betrifft, so ist die Wachstumsrate der Wirtschaft stabil geblieben. Die Inflationsrate ist insgesamt um 5-6 % und in der Kernrate um nahezu 3 % zurückgegangen. Im Markt wird darüber diskutiert, ob die Fed eine Rezession in Kauf nehmen würde. Aus unserer Sicht strebt sie eine weiche Landung an und hat die Rahmenbedingungen ausreichend restriktiv gestaltet, dass die Inflation ziemlich stark zurückgegangen ist. Der Lohnanstieg hat sich verlangsamt. Und das ist gelungen, während die Arbeitslosigkeit niedrig blieb und das Wachstum anhielt. Ich bin also der Meinung, dass die Federal Reserve einen sehr gelungenen Kurs eingeschlagen hat.

Hat die Fed spät gehandelt? Ja, allerdings war ihre Erfahrung während der Pandemie ein wenig eingeschränkt. Es gab bisher einfach noch nicht viele Erfahrungswerte von Seiten der Zentralbanken, wie man es machen sollte. Insofern ist das Ergebnis durchaus positiv, und die Zentralbank bemüht sich, ihre Botschaft zu verfeinern.

Attraktiver Zeitpunkt für Fixed Income

Ich denke, wir waren bereits nach dem Zyklus von 2018 auf dem Weg zu einer weichen Landung, die durch eine Pandemie unterbrochen wurde. Ende der 90er Jahren gab es nach dem 94er Zyklus eine weiche Landung. Das Problem ist, dass viele Menschen das Platzen der Dotcom-Blase und auch die Weltwirtschaftskrise miterlebt haben und ihnen die Erfahrung der weichen Landung fehlt. Die meisten sind daran gewöhnt, dass die Zinssätze steigen und wieder fallen, dass es zu einem Crash kommt und damit große Probleme einhergehen. Dass die Dinge auch anders ablaufen können, ist ihnen fremd. In der Vergangenheit hat es weiche Landungen gegeben, und es sieht so aus, als ob wir dieses Mal auf einem guten Weg dorthin sind.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um in Fixed Income zu investieren? Auf jeden Fall. Strategisch gesehen ist der Höhepunkt der Zinsen erreicht, wenn der Zinserhöhungszyklus der Fed zu Ende geht. Das war vermutlich Ende September letzten Jahres. Ende 2022 sind wir in diese Kaufphase eingetreten, in der wir uns noch immer befinden. Wir beobachten, dass der Markt aktuell eine Menge Rückenwind bekommt. Ich denke, das ist der Grund, warum die Risikoprämien am Markt so niedrig sind, aber sie werden wahrscheinlich niedrig bleiben. Insgesamt betrachtet glaube ich, dass die Federal Reserve hier einen sehr erfolgreichen Kurs fährt.

Fed auf Kurs für eine weiche Landung – Rückenwind für Fixed Income Märkte

Foto von Robert Tipp (Quelle: PGIM Fixed Income)

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Aegon High Yield Global Bond Fund ändert Ausschüttungshäufigkeit

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Renditen Aegon High Yield
Foto von Thomas Hanson (Quelle: Aegon AM)

Aegon Asset Management stellt ab Ende März die Ausschüttung der Income Anteilsklassen des Aegon High Yield Global Bond Fund von vierteljährlich auf monatlich um, um Anlegern eine regelmäßigere Ertragsquelle zu bieten.

Der von Tom Hanson, Head of Europe High Yield, und Portfoliomanager Mark Benbow gemeinsam verwaltete Aegon High Yield Global Bond Fund mit einem Volumen von USD 595 Mio. (EUR 550 Mio.) strebt eine Maximierung der Gesamtrendite an, indem er mindestens zwei Drittel seines Nettovermögens in Hochzinsanleihen investiert. Der Fonds kombiniert eine strategische Top-Down-Perspektive auf die Anlageklasse mit einem überzeugenden Kreditresearch, das sich auf das gut ausgestattete Kreditresearch-Team von Aegon AM und die Spezialisten für notleidende Kredite stützt.

Mit der Umstellung auf monatliche Ausschüttungen folgt der Fonds dem britischen Aegon High Yield Bond Fund, der ebenfalls von Hanson und Benbow gemanagt wird und monatliche Erträge ausschüttet.

Aegon High Yield
Foto von Mark Benbow (Quelle: Aegon AM)

„Wir wissen, dass Anleger gerade im aktuellen Marktumfeld regelmäßige Erträge wünschen. Mit der Änderung der Ausschüttungshäufigkeit wollen wir diesem Bedürfnis Rechnung tragen und gleichzeitig weiterhin die Chancen des High-Yield-Marktes nutzen“, erklärt Tom Hanson.

Aegon High Yield Global Bond Fund ändert Ausschüttungshäufigkeit

Fotos von Thomas Hanson und Mark Benbow (Quelle für Beide: Aegon AM)

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SPD kritisiert Gender-Debatte

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Gegendertes Wort (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat die aktuelle Debatte über die Verwendung von Sonderzeichen kritisiert. „Gendern ist nicht die zentrale Frage dieses Landes“, sagte Heil dem „Spiegel“. Wichtig seien die Außen- und Sicherheitspolitik, die Wirtschaftspolitik und der Arbeitsmarkt. „Hier liegen auch die wesentlichen Unterschiede zwischen der SPD und der Merz-CDU“, sagte der Arbeitsminister.

Um eine Trendumkehr bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland hinzubekommen, rät Heil seiner Partei sich „um die wichtigen Themen kümmern“. Zudem werde man sich mit der rechtsradikalen AfD hart auseinandersetzen. „Es gab zu viele öffentliche Debatten um Nebensächliches, es geht aber um die Konzentration auf das Wichtige“, sagte der SPD-Politiker.

Manche Kollegen würden sich in Talkshows die Köpfe über Identitätsdebatten einschlagen, ob man jetzt gendern dürfe, müsse oder sollte. Menschen sollten sich einfach in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren und respektvoll miteinander umgehen, so Heil.

Dass die AfD eine Bedrohung für die Demokratie sei, wisse eine Mehrheit der Bürger. „Wir wollen deutlich machen, dass die AfD Probleme verschärft, unsere Gesellschaft spaltet und den arbeitenden Menschen in Deutschland schadet“, sagte der Arbeitsminister. Gegen Unzufriedenheit und Verlustängste, ein maßgeblicher Grund für das Erstarken der AfD, helfe es, keine Untergangsdebatten zu führen. Es gebe eine weltwirtschaftlich bedingte Konjunkturschwäche und große Aufgaben zu lösen. Deutschland brauche ein Update – aber Deutschland sei nicht der kranke Mann Europas. „Wir sind immer noch eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt“, sagte Heil. „Das Untergangsgerede der Konservativen ist interessengeleitet und macht den Menschen Angst.“


Foto: Gegendertes Wort (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts