Sonntag, November 8, 2026
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TÜV-Verband lehnt Cannabis-Grenzwert der Expertenkommission ab

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Feierabendverkehr (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der TÜV-Verband spricht sich gegen die Empfehlung der Expertenkommission aus, den Cannabis-Grenzwert für Verkehrsteilnehmer anzuheben. „Die geplante Schaffung eines Grenzwerts in Höhe von 3,5 ng/ml THC im Blutserum bei Cannabiskonsum im Straßenverkehr lehnen wir ab“, sagte Fani Zaneta, Expertin für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Die vorgeschlagene Erhöhung sei verfrüht und auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse derzeit wissenschaftlich nicht begründbar. „Zudem vermittelt die Festlegung eines THC-Grenzwerts im Straßenverkehr die völlig falsche Botschaft, dass es tolerierbar sei, unter gewissem Drogeneinfluss Auto zu fahren“, so Zaneta. Der TÜV-Verband plädiert stattdessen dafür, den aktuell gültigen Nachweiswert beizubehalten. Dieser liegt derzeit bei 1 ng/ml THC im Blutserum, was der Nachweisgrenze der verwendeten Schnelltests entspricht.

Insbesondere für Fahranfänger und Berufskraftfahrer solle es „wie beim Alkohol eine Null-Toleranz-Grenze für Cannabiskonsum am Steuer geben“, so die TÜV-Expertin. Das Alkoholverbot für Fahranfänger habe sich bewährt und sollte als Vorbild für Cannabis dienen.


Foto: Feierabendverkehr (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Kind soll Obdachlosen in Dortmund erstochen haben

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Polizeiabsperrung (Archiv), via dts NachrichtenagenturDortmund (dts Nachrichtenagentur) – Bei einer Auseinandersetzung im Dortmunder Hafen ist am Donnerstag eine Person mit einem Messer angegriffen und dabei tödlich verletzt worden; nach der Auswertung eines Handyvideos ist nun ein Kind dringend tatverdächtig. „Die am heutigen Tag durchgeführte Obduktion ergab, dass das 31-jährige Opfer durch mehrere Messerstiche getötet wurde“, teilte die Polizei am Freitagnachmittag mit.

„Nach den durchgeführten Ermittlungen und insbesondere der Auswertung eines Videos steht fest, dass ihm die tödlichen Stiche von einem der strafunmündigen Kinder beigebracht wurden“, hieß es weiter. Zeugen hatten am frühen Donnerstagabend eine Auseinandersetzung beobachtet und daraufhin die Polizei verständigt. Die Beamten konnten vier Personen wenige Minuten später in Tatortnähe festnehmen. Ebenfalls konnte ein Messer sichergestellt werden.

Am Freitagmorgen bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst, dass es sich bei denen am Donnerstag Festgenommenen um zwei strafunmündige Kinder und um zwei Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren handelte. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Opfer und die Täter zufällig aufeinandertrafen. Bei dem Getöteten handelt es sich um eine Person ohne festen Wohnsitz, so die Polizei. Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an.


Foto: Polizeiabsperrung (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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US-Arbeitslosenquote im März auf 3,8 Prozent gesunken

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Freiheitsstatue in New York (Archiv), via dts NachrichtenagenturWashington (dts Nachrichtenagentur) – Die Arbeitslosenrate in den USA ist im März auf 3,8 Prozent gesunken, nach 3,9 Prozent im Vormonat. Das teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen blieb mit 1,2 Millionen ebenfalls nahezu unverändert. Die Unternehmen in den USA schufen dem Ministerium zufolge rund 303.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft.

Die US-Arbeitsmarktdaten werden von Investoren auf der ganzen Welt mit Argusaugen beachtet. Ist der Arbeitsmarkt robust und die Inflation hoch, werden Zinssenkungen unwahrscheinlicher. Über die würden sich Börsianer aber freuen, unter anderem weil das Sparbuch als Alternative zur Aktie damit wieder unattraktiver werden würde und Unternehmen und andere Akteure billiger an Kredite kämen.


Foto: Freiheitsstatue in New York (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Letzte Generation will Wahlprogramm zusammen mit Bürgern erstellen

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Logo der Letzten Generation (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Letzte Generation will Bürger beteiligen, um zentrale Positionen für ihren Europawahlkampf zu erarbeiten. „Wir werden die deutsche Gesellschaft einladen, mitzuentscheiden und wirkliche Mitbestimmung ermöglichen“, sagte Carla Hinrichs, die dem Führungsgremium der Gruppe angehört, dem „Spiegel“.

Die Gruppe denke unter anderem über Onlinetreffen, runde Tische oder Social-Media-Abstimmungen nach, um so fünf zentrale Positionen zu erarbeiten. Es sollen verschiedene Formate zum Einsatz kommen. Ganz offen soll der Prozess aber auch nicht sein: „Klar ist aber, dass unsere Basis feststeht: Wir haben das Ziel einer sicheren und gerechteren Welt für alle.“

Ein fertiges Konzept für die Beteiligung gibt es noch nicht, entsprechend auch keinen Zeitplan. Gewählt wird allerdings bereits am 9. Juni. Die Letzte Generation hatte erst Anfang Februar erklärt, eine eigene Liste bei der Europawahl antreten lassen zu wollen. Die nötigen Unterschriften hat sie gesammelt, mittlerweile ist die Gruppe daher auch zur Wahl zugelassen. Da keine Sperrklausel gilt, erhofft sie sich mindestens ein Mandat.


Foto: Logo der Letzten Generation (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Verkehrsverbund Rhein-Ruhr fordert Zuwanderung von Fachkräften

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Straßenbahnhaltestelle (Archiv), via dts NachrichtenagenturGelsenkirchen (dts Nachrichtenagentur) – Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) fordert die Bundesregierung auf, massiv Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben. „Ohne qualifizierte Zuwanderung wird es nichts mit der Verkehrswende“, sagte Oliver Wittke, Vorstandssprecher des Unternehmens, dem „Spiegel“.

Jedes Jahr müssten allein für die Busse seines Verkehrsverbunds 1.700 Fahrer neu eingestellt werden, steht in einem internen Strategiepapier. Zudem benötige der VRR rund 540 Kräfte für seine Stadt- und Regionalbahnen. Insgesamt müssten im ÖPNV bis 2030 deutschlandweit 110.000 Fachkräfte angeworben werden, um das Angebot deutlich auszuweiten. Im Schienenverkehr werde die Zahl der Fahrten im VRR bis 2045 um 209 Prozent zunehmen, auf den Busstrecken betrage der Zuwachs 189 Prozent.

Hinzu komme die große Zahl von Beschäftigten aus der Babyboomer-Generation, die demnächst in Rente gehen. Außerdem steigere die immer kürzer werdende Arbeitszeit, etwa durch den gerade erreichten Tarifabschluss der Lokführergewerkschaft GDL mit der Deutschen Bahn, den Personalbedarf. Die Studie des VRR geht von einer schrittweisen Einführung der 35-Stunden-Woche aus. Um Wachstum und Wohlstand zu sichern, sagte VRR-Chef Wittke, müsse das Personal verstärkt auch jenseits der europäischen Grenzen gesucht werden.


Foto: Straßenbahnhaltestelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Siemens zieht Top-Forscher für Künstliche Intelligenz an

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Siemens (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Siemens und seine Medizintechnik-Tochter Healthineers werben unter deutschen Konzernen am erfolgreichsten um Entwickler für Künstliche Intelligenz (KI). Das zeigt der Report „The State of AI Talent“ der britischen Personalberatung Zeki, über den der „Spiegel“ berichtet.

Für ihre Analyse nutzten die Berater einen globalen Index von KI-Experten außerhalb Chinas, der sich an der Zahl wissenschaftlicher Publikationen sowie an Auszeichnungen oder Beförderungen in Unternehmen orientiert.

Demnach ziehen die beiden im Dax notierten bayerischen Konzerne besonders viele renommierte KI-Fachkräfte an. Auch Bosch ist gleich zweimal unter den Top Ten der deutschen KI-Arbeitgeber vertreten, mit seinem Stammhaus und seinem Center for Artificial Intelligence. SAP dagegen, der einzige deutsche Softwarekonzern von Weltrang, zieht laut Zeki weniger KI-Talente an. Unter ihnen seien aber relativ viele exzellente Forscher.

Die Schwergewichte der deutschen Industrie sind laut der Personalberatung besonders wichtig, um Deutschland einen Spitzenplatz im globalen KI-Wettlauf zu sichern. Zwei Drittel der besten KI-Talente arbeiteten hierzulande bei Großkonzernen, deutlich mehr als in anderen Ländern, wo Start-ups und mittelgroße Firmen eine größere Rolle spielen.

Insgesamt hole Deutschland im Werben um die besten Köpfe in der Künstlichen Intelligenz auf. Die noch immer hohe Abwanderung von KI-Entwicklern in die USA werde inzwischen durch Zuwanderung, etwa aus Großbritannien, Frankreich oder Italien, mehr als kompensiert. Eine Branche sei aber auffällig abwesend in seinem Ranking, sagte Zeki-Chef Tom Hurd: die deutschen Banken.


Foto: Siemens (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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SPD-Politiker befürchten Finanzierungsprobleme bei Kinderbetreuung

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Spielendes Kind (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In der SPD wachsen die Sorgen, dass die Probleme vieler Kitas sich verschärfen könnten. Sollte der Bund keine dauerhafte finanzielle Hilfe zusagen, „wäre das eine Katastrophe, für die zuallererst die Kinder und Familien im Land die Rechnung zahlen“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Erik von Malottki dem „Spiegel“.

Hintergrund ist eine auslaufende Förderung: Bislang unterstützt der Bund die Länder im Rahmen des Kita-Qualitätsgesetzes mit rund zwei Milliarden Euro im Jahr, um die Kinderbetreuung zu verbessern. Fachpolitiker befürchten, dass die finanzielle Unterstützung danach ganz eingespart werden könnte – aufgrund der angespannten Haushaltslage für 2025.

„Wir müssen so früh wie möglich dafür Sorge tragen, dass Kinder gut auf ihr späteres Leben vorbereitet werden“, so von Malottki weiter. Der Co-Sprecher des „Forum DL21“, einer linken Gruppierung in der SPD, verweist auf Studien, laut denen Lese- und Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren abgenommen hat. Es brauche daher „ein klares Signal, dass wir in Infrastruktur investieren, die es ermöglicht, dass alle Kinder in Deutschland gut aufwachsen“.

Das Kita-Qualitätsgesetz der Ampelkoalition war Ende 2022 verabschiedet worden.


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Bundesregierung "bedauert" Festhalten Georgiens an Agenten-Gesetz

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Auto mit Fahne von Georgien (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung kritisiert das Festhalten der georgischen Regierung am Plan eines umstrittenen Agenten-Gesetzes. „Wir sehen das schon mit einem gewissen Bedauern, dass es jetzt trotz deutlicher öffentlicher und internationaler Reaktionen wieder in Betracht gezogen wird“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann am Freitag in Berlin.

Georgien habe im vergangenen Jahr zugesagt, das Gesetz „bedingungslos“ zurückzuziehen. Das Land befinde sich auf einem Reformweg in Richtung EU und wisse, dass Pressefreiheit und Demokratie Kernbestandteile der Union seien, ergänzte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Welche Konsequenzen ein Festhalten an dem Gesetz für den Annäherungsprozess hätte, wollte der Sprecher nicht sagen. Georgien hatte Ende 2023 den Kandidatenstatus für die Aufnahme in die EU erhalten.

Mit dem Gesetzesvorhaben will die georgische Regierung gegen den „ausländischen Einfluss auf die Zivilgesellschaft“ vorgehen. Alle Nichtregierungsorganisationen, die zu mehr als 20 Prozent aus dem Ausland finanziert werden, sollen demnach einmal im Jahr Rechenschaft ablegen müssen. Im vergangenen Jahr war das Gesetz nach tagelangen Massenprotesten in Tiflis zurückgezogen worden. Die Demonstranten fürchteten einen Missbrauch des Gesetzes zur Kontrolle der Zivilgesellschaft und der Opposition.

Am nächsten Freitag empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den georgischen Premierminister Irakli Kobachidse zu seinem Antrittsbesuch in Berlin.


Foto: Auto mit Fahne von Georgien (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Umwelthilfe kritisiert zu langsamen Solarausbau in Großstädten

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Solarzellen auf einem Dach (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht in den meisten deutschen Großstädten deutliche Versäumnisse beim Solarausbau. Dabei bezieht sie sich auf ein am Freitag veröffentlichtes Ranking, basierend auf Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.

Von allen 82 deutschen Großstädten seien einzig Oldenburg, Paderborn, Regensburg, Neuss, Oberhausen, Gütersloh und Erlangen mit ihren zugebauten Photovoltaik-Anlagen in den letzten zwei Jahren auf einem sehr guten Weg, das 1,5-Grad-Limit einzuhalten. Die Schlusslichter der Auswertung Potsdam, Lübeck und Bremerhaven müssten die Zubau-Geschwindigkeit der letzten zwei Jahre um mehr als 350 Prozent steigern, um auf einen mit dem Pariser Klimaabkommen kompatiblen Pfad zu kommen, so die DUH.

Entgegen aller Erfolgsmeldungen der Bundesregierung liege das Tempo beim Solarstromzubau in etlichen deutschen Großstädten damit „weit unterhalb des klimapolitisch notwendigen Niveaus“.

Um den entgegenzusetzen, fordert die Umwelthilfe die Einführung eines bundesweiten Solarstandards im Neubau sowie bei Renovierung auch im Bestand, „massiven Bürokratieabbau“ für dezentrale Solarenergie und eine sofortige Umsetzung des Solarpakets I. Weitere Vereinfachungen müssten in einem zusätzlichen Gesetzespaket zu Photovoltaik kommen.

„Unsere Auswertung zeigt, dass die Jubel-Meldungen der Bundesregierung rund um ihre Photovoltaik-Strategie kritisch zu hinterfragen sind“, DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. „Gemessen am Pariser Klimaabkommen sind wir weit entfernt von einer zufriedenstellenden Ausbaurate in deutschen Städten. Wo bleibt das Deutschlandtempo bei der Solarenergie auf Dächern?“ In deutschen Städten und Gemeinden müssten viel mehr Photovoltaikanlagen errichtet werden: insbesondere auf Dächern von Gewerbehallen und Supermärkten, aber auch auf Parkplätzen oder am Balkon, so Metz.


Foto: Solarzellen auf einem Dach (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet schwach – Kashkari-Äußerung löst Abwärtsstrudel aus

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Freitagmorgen schwach in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 18.180 Punkten berechnet, 1,2 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.

Dementsprechend notierten alle Dax-Papiere am Morgen zunächst im negativen Bereich. „Die Börsenampel springt kurzfristig auf Rot, Risiko besteht jetzt bis in den Bereich der 17.000er-Marke“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Eine Entspannung würde erst mit einem neuen Allzeithoch eintreten, wobei eine Rückeroberung der 18.250 Punkte bereits erste Fragezeichen hinter den Korrekturambitionen setzen würde. Bleibt diese allerdings zeitnah aus, dürfte sich die Stimmung der Anleger weiter eintrüben“, ergänzte er.

Am Donnerstag hatte der Präsident der Minneapolis-Fed, Neel Kashkari, bei einem weiteren „seitwärtigen“ Verlauf der Inflation die Notwendigkeit von Zinssenkungen angezweifelt. Kashkaris Äußerung löste dann einen „breiten Ausverkauf“ an der Wall Street aus, so Stanzl. Verstärkt wurde der Abwärtstrend anschließend wohl durch die Ankündigung von US-Außenminister Antony Blinken: „Die Ukraine wird Mitglied der Nato.“

„So ging es mit dem Gesamtmarkt nach unten und mit Rüstungsaktien und Öl nach oben“, sagte Stanzl. „Neben der Ukraine sind spätestens mit den jüngsten Vorfällen im Iran auch die geopolitischen Sorgen um eine Eskalation in Nahost zurück auf dem Tisch.“

Höhere Ölpreise schürten die Inflation und bekräftigten, was Fed-Mitglied Kashkari als Besorgnis äußerte, nämlich dass die Inflation gar nicht weiter abnehmen könnte. „Der Aktienmarkt hat jetzt kurzfristig eine Reihe von negativen Nachrichten zu verkraften. Die schnellen Kursgewinne seit Jahresbeginn werden von den Anlegern mehr und mehr hinterfragt“, so der Marktexperte.

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Freitagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,0834 US-Dollar (-0,04 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9230 Euro zu haben. Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 91,13 US-Dollar, das waren 48 Cent oder 0,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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