Sonntag, November 8, 2026
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1. Bundesliga: Augsburg schlägt Union

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Kevin Volland (Union Berlin) (Archiv), via dts NachrichtenagenturAugsburg (dts Nachrichtenagentur) – Zum Auftakt des 29. Bundesliga-Spieltags hat der FC Augsburg 2:0 gegen Union Berlin gewonnen.

Nachdem der erste Durchgang noch recht ereignisarm verlaufen war, konnten die Hausherren direkt nach dem Seitenwechsel durch einen Treffer von Phillip Tietz in Führung gehen. Im Anschluss gab es wieder lange kaum Highlights, bis Sven Michel in der 82. Minute gegen seinen Ex-Klub nachlegte. Das war dann auch die Vorentscheidung, weitere Treffer fielen nicht mehr.

In der Tabelle bleiben die Augsburger nach dem Sieg auf Rang sieben, während die Berliner auf dem 13. Platz rangieren. Für Augsburg geht es am kommenden Freitag in Frankfurt weiter, Union ist am Tag darauf gegen die Bayern gefordert.


Foto: Kevin Volland (Union Berlin) (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Uiguren-Verband bittet Scholz vor China-Reise um Hilfe

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Olaf Scholz (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Vor der Reise von Olaf Scholz (SPD) nach China bittet der „Weltkongresses für Uiguren“ den Bundeskanzler um Hilfe. Scholz müsse bei seinem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping „ein Ende des Völkermordes und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und die Freilassung aller in Xinjiang politisch Verfolgten fordern, sagte Verbandschef Dolkun Isa dem „Tagesspiegel“.

Auch der Sacharow-Preisträger Ilham Tohti und Isas eigene Familienmitglieder zählen zu den Inhaftierten. „Aus den Medien habe ich erfahren, dass zwei meiner Brüder im Gefängnis sitzen, einer wurde zu lebenslanger Haft, der andere zu 17 Jahren verurteilt“, sagte er. „Ich bitte unseren Bundeskanzler persönlich um Hilfe in dieser Angelegenheit.“

Dolkun Isa selbst stammt aus Xinjiang, lebt seit 1994 im Exil und ist Präsident des „Weltkongresses für Uiguren“, einer Organisation, die sich für die in China verfolgte Minderheit einsetzt. Xinjiang ist ein autonomes Gebiet im Westen Chinas, welches von der Kommunistischen Partei regiert wird. Die Vereinten Nationen, internationale Experten und Menschenrechtsorganisationen werfen dem Regime in Peking systematische Menschenrechtsverletzungen an den muslimischen Minderheiten in der Region vor.


Foto: Olaf Scholz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bericht: Lauterbach verzichtet vorerst auf Gesundheitskioske

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Karl Lauterbach (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will sich offenbar von dem noch in dieser Legislatur geplanten großflächigen Start der Gesundheitskioske verabschieden. In einem neuen Entwurf des zugrunde liegenden Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetzes, über den das „Handelsblatt“ berichtet, findet sich das Vorhaben nicht mehr.

Das gilt auch für das geplante Förderprogramm für zusätzliche Medizinstudienplätze, das offenbar ebenfalls wieder aus dem Gesetzesentwurf gestrichen wurde. Die Krankenkassen hatten scharfe Kritik an dem Vorhaben geübt, da sie die Kosten von bis zu 660 Millionen Euro pro Jahr finanzieren sollten. An dem Ende des Honorardeckels für Hausärzte – der sogenannten Entbudgetierung – hält Lauterbach allerdings fest.

Die Sparmaßnahmen sollen ein Zugeständnis an Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sein. Er hatte im Februar ein mehrjähriges Moratorium bei den Sozialausgaben verlangt. Lindner forderte dem Vernehmen nach von Lauterbach deswegen in der Ressortabstimmung Abstriche beim geplanten Gesetz, weil es deutliche Mehrausgaben für die Krankenkassen bedeutet hätte.


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2. Bundesliga: Fürth gewinnt spät gegen Kaiserslautern

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Spieler von Greuther Fürth (Archiv), via dts NachrichtenagenturFürth (dts Nachrichtenagentur) – Zum Auftakt des 29. Spieltags der 2. Bundesliga hat der 1. FC Kaiserslautern trotz zwischenzeitlicher Führung am Ende 1:2 bei der SpVgg Greuther Fürth verloren.

Obwohl sich die Hausherren zu Beginn des Spiels leichte Feldvorteile erarbeiteten, waren es zunächst die Roten Teufel, die in der 18. Minute durch ein Tor von Ragnar Ache in Führung gingen. Vorausgegangen war eine Ecke, nach der das Kleeblatt nicht entscheidend klären konnte. Im Anschluss verteidigten die Pfälzer bis zur Pause konsequent.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Fürther besser ins Spiel und konnten in der 54. Minute durch Robert Wagner ausgleichen. Nur zwei Minuten später vergab Branimir Hrgota eine Riesenchance zur Führung. Auch weitere gute Möglichkeiten konnten die Hausherren danach nicht nutzen, sodass es lange nach einer Punkteteilung aussah. In der fünften Minute der Nachspielzeit schoss Wagner Fürth mit seinem zweiten Treffer des Tages dann aber doch noch zum Sieg.

In der Tabelle bleibt Lautern Vorletzter, Fürth steht auf dem achten Rang. Für die Franken geht es nächste Woche Samstag in Düsseldorf weiter, Kaiserslautern ist zeitgleich gegen Wiesbaden gefordert. In der mit etwas Verspätung angepfiffenen Parallelbegegnung konnte sich Hertha BSC am Freitagabend 4:0 gegen den FC Hansa Rostock durchsetzen.


Foto: Spieler von Greuther Fürth (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Wissing lehnt generelles Tempolimit auf Autobahnen weiter ab

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Tempolimit in Deutschland (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Diskussion um die Klimaschutzziele im Verkehrsbereich lehnt Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) ein generelles Tempolimit auf Autobahnen weiter ab. Mit einer Veränderung der Höchstgeschwindigkeit ließe sich der CO2-Ausstoß nicht ausreichend senken, sagte Wissing in den ARD-Tagesthemen.

„Das ist keine Lösung – nicht ansatzweise.“ Zuvor hatte Wissing erklärt, dass wegen des Klimaschutzgesetzes in Deutschland Fahrverbote an den Wochenenden drohen könnten. Nun über ein Tempolimit zu diskutieren, lenke von den Problemen ab, so Wissing weiter: „22 Millionen Tonnen CO2, die nach dem Gesetz eingespart werden müssen, kann man nicht mit Steueränderungen oder mit einer Veränderung der Höchstgeschwindigkeit einsparen.“

Als wesentliches Problem sieht der FDP-Politiker die bisherige Ausgestaltung des Klimaschutzgesetzes mit der Fokussierung auf einzelne Sektoren, etwa auf den Verkehrsbereich. „Das heißt, dass wir dringend das Klimaschutzgesetz ändern müssen. Dieses Gesetz ist überholt.“

Das derzeit geltende Gesetz gibt für mehrere Sektoren verbindliche Klimaziele vor. Im Verkehr wurden diese in den vergangenen Jahren jedoch immer wieder gerissen. Die Ampel-Koalition hatte sich bereits im Koalitionsvertrag auf eine Reform des Gesetzes verständigt, durch die die einzelnen Sektoren zusammengefasst würden. „Ich habe mich darauf verlassen, dass die Koalitionspartner sich vertragstreu verhalten – und das ist ja im Kabinett auch der Fall“, so Wissing.

Der Verkehrsminister stellte nun klar, dass er eine schnelle Umsetzung der Reform erwarte. Diese sei 2021 vereinbart und bereits vor neun Monaten durch das Bundeskabinett gebracht worden. „Und jetzt haben wir neun Monate immer noch keine Entscheidung des Deutschen Bundestages. Das ist das Problem.“

Die bislang bestehenden Sektor-Ziele seien nur mit „ganz rabiaten Maßnahmen“ im Verkehrsbereich zu erreichen. Diese Maßnahmen seien allerdings überflüssig, so Wissing, „weil wir ja die Klimaschutzziele erreichen und einhalten“. In diesem Zusammenhang verwies der Bundesverkehrsminister darauf, dass Deutschland seine Klimaschutzziele insgesamt im vergangenen Jahr erreicht hat.


Foto: Tempolimit in Deutschland (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Linke fordert Entlassung von Wissing

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Volker Wissing am 10.04.2024, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Linken-Chefin Janine Wissler sieht massive Klimaschutz-Versäumnisse bei Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und fordert dessen Entlassung aus der Regierung. „Wenn er jetzt von den Koalitionspartnern fordert, ihn von der Verantwortung für den Klimaschutz im Verkehrsbereich zu entbinden, sollte der Kanzler ihn gleich aus seiner Verantwortung für den Verkehrsbereich insgesamt entlassen“, sagte Wissler dem „Spiegel“.

Mit seinen Warnungen vor Sofortmaßnahmen ab dem 15. Juli räume Wissing das eigene Versagen ein. „Ein Verkehrsminister, der lieber von Lufttaxis fantasiert, als Klimaschutz im Straßenverkehr umzusetzen, betreibt Arbeitsverweigerung“, so die Linken-Vorsitzende. Wissings Blockade eines Tempolimits sei unverantwortlich: „Laut Umweltbundesamt würde ein Tempolimit von 120 km/h 6,7 Millionen Tonnen CO2 im Jahr einsparen. Einsparungen, die nichts kosten und sofort und unkompliziert umzusetzen wären. „


Foto: Volker Wissing am 10.04.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Richterbund kritisiert Regierungspläne für Anleger-Musterklagen

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Marco Buschmann (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Richterbund (DRB) hat sich skeptisch zur Reform des Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetzes (KapMuG) geäußert. „Es erscheint zweifelhaft, ob die ausgegebenen Ziele eines schnelleren Rechtsschutzes für Betroffene und einer Entlastung der Justiz damit erreicht werden können“, sagte DBR-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn dem „Handelsblatt“.

Die Reformpläne führten absehbar „nicht zu weniger, sondern eher zu mehr Einzelklagen vor den Gerichten, weil künftig nicht mehr alle gleich gelagerten Verfahren bis zum Abschluss eines Musterverfahrens zwingend auszusetzen sind, sondern nur noch bei einem Antrag von Kläger- oder Beklagtenseite.“ Folge seien zahlreiche Parallelverfahren vor verschiedenen Gerichten, mit erwartbar unterschiedlichen Entscheidungen. „Die Regierungspläne für Anleger-Musterklagen sind trotz mancher Verbesserungen im Detail nicht der große Wurf“, sagte Rebehn.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) will das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz ändern und entfristen. Andernfalls würde es im August auslaufen. Die Regelungen traten 2005 in Kraft, um die Klagen vieler einzelner Anbieter zu bündeln. Parallel laufende Verfahren werden dazu ausgesetzt und deren Kläger zum Musterverfahren hinzugezogen. Das Urteil im Musterverfahren gilt dann für alle Kläger. Doch bereits das erste Musterverfahren, der Telekom-Prozess, dauerte über ein Jahrzehnt. Ähnliches droht bei den laufenden Verfahren gegen Mercedes, Volkswagen und Wirecard.

DBR-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn sagte dem „Handelsblatt“: „Während die Zivilgerichte mit immer mehr und immer neuen Massenverfahren konfrontiert sind, bleibt die Bundesregierung weiterhin überzeugende prozessrechtliche Antworten aus einem Guss für das Problem schuldig.“


Foto: Marco Buschmann (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Neue ÖPNV-Streiks in NRW ab Montag geplant

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Haltestelle (Archiv), via dts NachrichtenagenturDüsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Die angekündigten Streiks im ÖPNV in NRW sollen am Montag losgehen. Das berichtet die „Rheinische Post“ (Samstagsausgabe) unter Berufung auf „informierte Kreise“.

Die Gewerkschaft Verdi will am Wochenende bekannt geben, wo die Arbeit niedergelegt werden soll. Anders als bei den Warnstreiks im Februar und März soll es keinen Streik in ganz NRW geben, berichtet die „Rheinische Post“. Die Gewerkschaft plant gleichzeitig, neue Gespräche mit den Arbeitgebern über den neuen Manteltarifvertrag aufzunehmen.

Am Mittwoch hatte Verdi bekannt gegeben, dass 97 Prozent der Mitglieder einem unbefristeten Streik zustimmen. Daraufhin hatten die Arbeitgeber am Donnerstag ein neues Angebot vorgelegt. Hauptstreitpunkt ist, wie viele freie Tage die Fahrerinnen und Fahrer im ÖPNV zusätzlich erhalten sollen.


Foto: Haltestelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax kann 18.000er-Marke nicht halten

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Zum Wochenausklang hat der Dax leicht nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 17.930 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss.

Im Handelsverlauf hatte der Dax lange über der 18.000-Punkte-Marke gestanden, am Nachmittag war er dann aber ins Minus gedreht. Die größten Einbußen mussten die Aktien von Sartorius, BMW und Porsche hinnehmen. Entgegen dem Trend im Plus waren derweil unter anderem die Papiere von RWE, Rheinmetall und Eon.

„Die Anleger haben eine stressige Börsenwoche hinter sich“, sagte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst von CMC Markets. „Aus der noch zu Wochenbeginn erhofften Stabilisierung des Deutschen Aktienindex über der 18.000er-Marke wurde nach enttäuschenden Inflationsdaten aus den USA nichts.“ Zwar habe die Europäische Zentralbank eine erste Zinssenkung für den Juni signalisiert, aber auch das habe dem Dax nicht geholfen, sich aus dem nach Ostern gestarteten Abwärtstrend zu befreien. „In der nun laufenden Berichtssaison könnte die Entscheidung fallen, ob sich die Rally fortsetzt oder ob sich der Markt tatsächlich in eine längere Pause oder gar eine größere Korrektur verabschiedet.“

„Einige EZB-Mitglieder befürworteten bereits auf der gestrigen Sitzung eine Senkung der Zinssätze, der Rat wollte diesen mutigen Schritt aber noch nicht gehen“, so Oldenburger. „Die Notenbank will nicht zu weit vorpreschen und für Kapriolen am Markt sorgen, sondern die Senkung zunächst besser kommunizieren.“

Und die Inflation in den USA liege zwar weiter deutlich über dem Ziel von zwei Prozent, doch müsse vielleicht auch die Fed früher oder später anerkennen, dass sich dieses Ziel nicht mehr aufrechterhalten lasse und sich die Wirtschaft seit den großen Covid-Lockdowns verändert habe. „Von allen Seiten wird mehr Geld ausgegeben als gespart“, so der Marktexperte. „Dies gilt sowohl für Regierungen in Form von steigenden Ausgaben und Schulden als auch für Haushalte in ihrer Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen.“


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Wissings Warnung vor Wochenend-Fahrverboten stößt auf breite Kritik

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Volker Wissing (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat mit seiner Warnung vor möglichen Wochenend-Fahrverboten breite Kritik ausgelöst.

„Volker Wissing spielt mit dem Ruf des Standorts Deutschland“, sagte Unionsfraktionsvize Ulrich Lange (CSU) der „Welt“. Es sei unverantwortlich für einen Bundesverkehrsminister, der Bevölkerung mit Fahrverboten zu drohen. „Minister Wissing hat seine Hausaufgaben beim Klimaschutz nicht gemacht, und jetzt sollen die Autofahrer und die Wirtschaft das für ihn mit Fahrverboten ausbaden. Er sollte seine Drohgebärden umgehend zurücknehmen.“

Auch die AfD übte deutliche Kritik. Der verkehrspolitische Sprecher Dirk Spaniel teilte mit: „Der Verkehrsminister wurde von seinem grünen Koalitionspartner geschickt in die politische Sackgasse gesteuert. Die Blockade der Grünen zeigt aber auch, dass diese Partei einen ökosozialistischen Verzichtsstaat will. Das private Auto ist das nächste große Angriffsziel der Grünen.“ Die FDP müsse nun ein Ultimatum setzen: Entweder müssten die Grünen ihren Widerstand gegen die Neufassung des Klimaschutzgesetzes aufgeben, oder aber die Koalition müsse beendet werden.

Die Grünen reagierten unterdessen empört auf die Drohung von Wissing: Der Verkehrsminister könne seine politische Verantwortung nicht auf die Bürger abschieben, sagte die Grünen-Klimapolitikerin Lisa Badum dem Nachrichtenportal T-Online. „Hätte er bereits 2021 ein Tempolimit eingeführt, hätte er die heutige Lücke geschlossen. Stattdessen behauptete er, es gäbe nicht genügend Verkehrsschilder dafür.“

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Stefan Gelbhaar, sagte dem Nachrichtenportal: „Dass der Verkehrsminister mit Fahrverboten droht, ist arg daneben.“ Er kritisierte: „Aus dem gleichen Ministerium kam in den letzten Jahren immer wieder die Behauptung, es ginge auch mit „Bordmittel“, quasi einfach so und ohne echtes Programm.“

Gelbhaar widersprach Wissings Einschätzung, dass die nötigen Einsparungen ohne Reform des Klimaschutzgesetzes nur mit Fahrverboten zu erreichen seien. „Selbst die gerichtliche Verpflichtung, endlich ein ordentliches Klimaschutzprogramm vorzulegen, beinhaltet null die Verpflichtung zu Fahrverboten“, sagte er. „Insofern betreibt Volker Wissing da eine gefährliche Desinformation.“

Es lägen schon lange zahlreiche ernsthafte Maßnahmen auf dem Tisch, so Gelbhaar. Die „viel zu hohen Emissionen“ machten ein Bündel notwendig: „Ausbau von Bus, Bahn und Fahrrad, Förderung von E-Mobilität, Ladeinfrastruktur und Sharing. Abbau klimaschädlicher Subventionen, Umbau der Dienstwagenbesteuerung. Erhalt vor Neubau.“ Grünen-Klimapolitikerin Badum kritisierte: „Das Straßenverkehrsgesetz hängt seit Monaten im Bundesrat, ohne dass er sich einsetzt. Und bei den letzten Haushaltsberatungen hat er die Axt an Mittel für Rad und Bahn gesetzt, statt endlich bei der Straße zu kürzen.“

Auch die SPD äußerte sich kritisch: „Panikmache durch abwegige Vorschläge helfen dem Klimaschutz im Verkehrsbereich überhaupt nicht, im Gegenteil. Der Vorschlag führt nicht zu unserem gemeinsamen Ziel der CO2-Einsparung, sondern zur unnötigen Verunsicherung der Menschen in unserem Land“, sagte der für Verkehrspolitik zuständige SPD-Fraktionsvize Detlef Müller der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). „Die SPD-Fraktion lehnt Fahrverbote für Pkw und Lkw klar ab. Solche Manöver bringen die laufenden Beratungen des Klimaschutzgesetzes im Bundestag schwerlich voran“, so Müller.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) warf dem Bundesverkehrsminister derweil Populismus vor: „Endlich erkennt Volker Wissing, dass er mit seiner Verweigerungshaltung bei der Bekämpfung der Klimakrise nicht weiterkommt“, sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Dass er Fahrverbote ins Spiel bringt, ist nichts anderes als populistische Panikmache.“

Der Nabu-Chef sagte, es lägen längst seriöse Vorschläge für eine klimafreundlichere Verkehrspolitik vor. „Vor allem mit einem Tempolimit ließe sich viel bewegen“, so Krüger. „Auch mit Dienstwagenbesteuerung und Kilometerpauschale lassen sich Anreize für klimafreundlicheres Verhalten setzen.“

Als weitere mögliche Maßnahme für mehr Klimaschutz schlug der Nabu Steuern für Kerosin oder Marinediesel vor. „Wir erwarten, dass der Minister die Probleme in seinem Sektor endlich ernsthaft bearbeitet. Mit Angstmacherei kommen wir hier nicht weiter“, sagte Krüger dem RND.

Widerspruch erntete Wissing zudem vom Umweltbundesamt: „Wir brauchen natürlich keine Fahrverbote. Solche Verbote werden auch nicht ernsthaft diskutiert und verängstigen die Menschen ohne Grund“, sagte der Chef des Umweltbundesamts, Dirk Messner, dem „Spiegel“.

Es sei zwar richtig, dass die Bundesregierung sofort handeln und wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz umsetzen müsse, damit der Verkehrssektor die Klimaziele einhalte. „Das bedeutet aber nicht automatisch, dass plötzlich Fahrverbote drohen, wenn wir Klimaschutz im Verkehrssektor ernst nehmen.“

Das Deutsche Institut für Wirtschafsforschung (DIW) kritisiert die von Wissing ins Spiel gebrachten Fahrverbote ebenfalls: „Die Forderung von Fahrverboten ist faktisch falsch, reine Panikmache und soll davon ablenken, dass Verkehrsminister Wissing eine Klimaschutzpolitik noch immer vermissen lässt“, sagte Claudia Kemfert, Leiterin der Verkehrsabteilung, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Fahrverbote gebe es wie bislang nur dann, wenn Stickoxid-Grenzwerte in Städten überschritten werden. Verkehrsminister Wissing sprach in seinem Brief an die Chefs der Ampelfraktionen jedoch von CO2-Einsparungen. „Es ist überfällig, dass mehr Klimaschutzaktivitäten im Verkehrssektor umgesetzt werden“, so Kemfert. Dazu schlägt sie unter anderem die Aufhebung des Diesel- und Dienstwagenprivilegs und ein Tempolimit vor.

Auch der Handelsverband (HDE) sieht Wissings Vorstoß kritisch: „Fahrverbote sind keine Lösung, schon gar nicht auf Dauer“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth den Funke-Zeitungen. Sowohl Lieferketten als auch Kunden dürften nicht behindert werden. Insbesondere die Wochenenden seien für die Handelsunternehmen von großer Bedeutung. „Insofern ist die aufkommende Debatte um Fahrverbote am Wochenende für den Einzelhandel Gift“, so der Verbandschef.

Der Präsident des Groß- und Außenhandelsverbands, Dirk Jandura, warnte unterdessen vor möglichen Fahrverboten zur Senkung klimaschädlicher Emissionen im Verkehrssektor: „Ein flächendeckendes Fahrverbot hätte Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft in Deutschland und auf unsere Gesellschaft“, sagte Jandura dem „Handelsblatt“. „Das würde die Lieferketten und die Versorgung mit Gütern durcheinanderbringen.“ Laut Jandura werden 60 Prozent aller Güter im Groß- und Außenhandel mit dem Lkw über die Straßen befördert. „So sichern wir Tag für Tag die Warenversorgung für alle, von Lebensmitteln über Medikamenten bis hin zu Baumaterialien.“

Aus Sicht des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV) wären durch Fahrverbote insbesondere Langstreckenverkehre und damit auch die Logistik insgesamt negativ betroffen. „Hier würden Zwangspausen zu einer aufwändigen Anpassung von Logistikprozessen auf der Straße führen“, sagte DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster dem „Handelsblatt“.

Zugleich zeigte Huster Verständnis für Wissing: „Der Verkehr kann tatsächlich heute ad hoc nur mit einem Mobilitätsverzicht der Gesellschaft und mit Versorgungseinbußen einen Beitrag zur CO2-Reduktion liefern“, sagte Huster. Als Grund nannte er, dass im Güterverkehr die technischen Voraussetzungen für die E-Mobilität längst noch nicht geschaffen seien.

Rückendeckung erhielt Wissing derweil von FDP-Fraktionschef Christian Dürr. Dieser forderte die Grünen zum Ende der Blockade beim Klimaschutzgesetz auf. „Zu Fahrverboten in Deutschland darf es nicht kommen“, sagte er der „Bild“. Die FDP stehe für eine freie Fahrt für Menschen, die sich individuell fürs Auto entschieden haben. Es gehe darum, ein Gesetz der früheren CDU-Regierung „schnellstmöglich“ zu ändern, um Fahrverbote zu verhindern.

„Deswegen ist mein Appell an die Grünen, mit uns gemeinsam jetzt dieses CDU-Gesetz zu ändern. Denn das ist vollkommen verrückt.“ Er gehe davon aus, dass die Grünen handlungsfähig seien, sagte Dürr: „Aber sie müssen das jetzt unter Beweis stellen. Es ist verabredet in der Koalition, es ist vom Bundeskabinett beschlossen. Jetzt muss der Bundestag dazu Ja sagen.“

Dürr warnte zugleich vor den Folgen eines Fahrverbots: „Jeder ist aufs Auto irgendwann einmal angewiesen. Und es ist ja niemandem zu erklären, warum man samstags nicht mehr zum Supermarkt fahren kann oder Lieferketten zusammenbrechen, weil Lkws nicht mehr unterwegs sein dürfen.“


Foto: Volker Wissing (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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