Sonntag, November 8, 2026
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Dax baut zum Handelsstart Höchststand weiter aus

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Freitagmorgen positiv in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 18.780 Punkten berechnet, 0,5 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

„Im feiertagsbedingt dünnen Handel hat der Dax gestern ein neues Allzeithoch erklommen“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. „Jetzt muss der Dax zeigen, dass er seinen neuen Höchststand auch bei höherem Handelsvolumen verteidigen kann.“

Unterstützt habe den Dax beim Anstieg auf das neue Rekordhoch auch die Dividendensaison. Denn unter den großen Indizes dieser Welt sei der Dax der einzige Performanceindex und die dadurch berücksichtigten Dividendenzahlungen summierten sich seit Ostern auf zwei Prozent. „Dabei war der gestrige Handelstag der fünfte positive in Serie. Damit rückt der Dax näher an seine Osterserie von acht Gewinntagen am Stück heran.“

Mit dem neuen Allzeithoch habe allerdings das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Dax ein Zwei-Jahres-Hoch erreicht. Damit sei der Dax zwar noch nicht teurer bewertet als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Aber er sei eben auch nicht mehr unterdurchschnittlich günstig.

„Es klingt paradox, aber negative Nachrichten sind im Moment positiv für die Börsen.“ Die am Donnerstag veröffentlichten wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hätten ein Neun-Monats-Hoch erreicht. Doch genau dieser schwächere US-Arbeitsmarkt mache Zinssenkungen durch die Fed wahrscheinlicher. „So sehen die Börsianer die Wahrscheinlichkeit einer ersten Fed-Senkung im September jetzt wieder bei 90 Prozent, nachdem dieser Wahrscheinlichkeit vor gut einer Woche nur noch bei 50 Prozent gesehen wurde“, sagte Altmann.

Der Goldpreis konnte profitieren, am Morgen wurden für eine Feinunze 2.369 US-Dollar gezahlt (+1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 70,65 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 84,45 US-Dollar, das waren 57 Cent oder 0,7 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Brückenbauer oder Gatekeeper?

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Brückenbauer oder Gatekeeper?

Die Doppelnatur der führenden Krypto-Trading-Plattformen

In der sich rasant entwickelnden Welt der Kryptowährungen sind Trading-Plattformen zu unverzichtbaren Akteuren geworden. Diese digitalen Marktplätze bieten nicht nur den Zugang zu einer Vielzahl von Kryptowährungen, sondern formen auch aktiv die Landschaft der digitalen Finanzen. Ihr Einfluss reicht von der Liquiditätsschaffung über die Sicherheitsstandards bis hin zur Förderung der Dezentralisierung – einem Grundpfeiler der Krypto-Ideologie.

Die Architekten des digitalen Marktes

Krypto-Trading-Plattformen wie Binance, eToro und Kraken sind mehr als nur Handelsorte; sie sind die Architekten des digitalen Marktes. Mit umfangreichen Funktionen und einer breiten Palette von handelbaren Kryptowährungen setzen sie Maßstäbe in der Branche​​​​. Binance zeichnet sich durch niedrige Gebühren und eine beeindruckende Auswahl an Kryptowährungen aus, während eToro mit seiner benutzerfreundlichen Plattform und Social-Trading-Features überzeugt. Kraken wiederum bietet fortgeschrittenen Tradern niedrige Gebühren und eine große Auswahl an Kryptowährungen, was es zu einer attraktiven Wahl macht​​.

Einfluss auf Liquidität und Zugänglichkeit

Die Verfügbarkeit von Plattformen, die den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen vereinfachen, hat wesentlich zur Akzeptanz und Popularität von digitalen Währungen beigetragen. Sie schaffen nicht nur Liquidität, indem sie Käufer mit Verkäufern zusammenbringen, sondern erhöhen auch die Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum. Durch die Bereitstellung von Werkzeugen und Ressourcen für Einsteiger und erfahrene Trader gleichermaßen fördern sie ein tieferes Verständnis und eine größere Akzeptanz der Kryptowährungen.

Die Rolle von Trading-Plattformen bei der Adoption von Meme-Coins

Krypto-Trading-Plattformen haben eine entscheidende Rolle bei der Legitimierung und Verbreitung von Meme-Coins gespielt. Indem sie diesen neuartigen Währungen eine Handelsplattform bieten, fördern sie nicht nur deren Liquidität, sondern auch das allgemeine Interesse und die Akzeptanz. Dies zeigt, dass Plattformen nicht nur Zugang zu traditionellen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum bieten, sondern auch schnell auf Markttrends und Nutzerinteressen reagieren können, indem sie Meme-Coins in ihr Angebot aufnehmen. Auch wenn diese Meme-Coins oft kommen und gehen, können sie dennoch eine valide und attraktive Anlagequelle sein. Sollte man sich für Anlage und Tradingoptionen in diesem Bereich interessieren, sollte man dennoch darauf achten, dass die Coins von renommierten Institutionen wie beispielsweise von Techopedia Experten gekürt wurden.

Sicherheit an der Spitze der Prioritäten

In einer Welt, in der digitale Bedrohungen allgegenwärtig sind, nehmen die Sicherheitsstandards dieser Plattformen einen hohen Stellenwert ein. Viele bieten fortschrittliche Sicherheitsfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), Cold Storage (Offline-Speicherung) von Vermögenswerten und Verschlüsselungstechnologien an. Einige haben sogar Versicherungen für den Fall eines Hacks eingerichtet​​. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Vertrauen der Nutzer zu stärken und eine sichere Umgebung für den Handel zu schaffen.

Zentralisierung versus Dezentralisierung

Trotz ihres unbestreitbaren Beitrags zur Kryptowelt rufen die zentralisierten Naturen großer Trading-Plattformen Bedenken hervor. Sie stehen im Gegensatz zu den dezentralisierten Idealen, die viele Enthusiasten hochhalten. Zentralisierte Plattformen kontrollieren den Zugang zu Kryptowährungen und halten somit eine gewisse Macht über den Markt. Dies wirft Fragen hinsichtlich der Dezentralisierung und Autonomie innerhalb der Kryptoszene auf. Dennoch können sie als Brücken dienen, die traditionelle Finanzmärkte mit der neuen, dezentralisierten Welt der Finanzen verbinden, indem sie für Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit und Zugänglichkeit sorgen.

Brückenbau zur Dezentralisierung

Es ist eine ironische Wendung, dass gerade die größten Befürworter der Zentralisierung – die Trading-Plattformen – auch zu Wegbereitern der Dezentralisierung werden können. Viele dieser Plattformen bieten mittlerweile Zugang zu DeFi (dezentralisierte Finanzen) und unterstützen die Interaktion mit DApps (dezentralisierten Anwendungen), was wiederum die dezentralen Aspekte der Kryptowährungen fördert.

Wegweiser oder Wächter?

Große Trading-Plattformen werden oft als Wächter des Krypto-Handels betrachtet, da sie den Zugang zu Kryptowährungen regulieren und überwachen. Ihre Rolle als zentrale Knotenpunkte im Netzwerk der digitalen Währungen ermöglicht es ihnen, Einfluss auf Preisbewegungen auszuüben und den Markt in bestimmte Richtungen zu lenken. Dennoch darf nicht übersehen werden, dass sie auch als Wegweiser dienen, indem sie Innovationen vorantreiben und neue Wege für die Integration von Kryptowährungen in das traditionelle Finanzsystem eröffnen.

Förderung der Dezentralisierung durch Innovation

Trotz der berechtigten Bedenken hinsichtlich Zentralisierung leisten diese Plattformen einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Dezentralisierung. Sie tun dies, indem sie Brücken zu dezentralen Finanzdienstleistungen bauen und den Nutzern ermöglichen, an der breiteren DeFi-Landschaft teilzunehmen. Die Unterstützung von DApps und anderen dezentralen Diensten durch zentralisierte Plattformen schafft ein Ökosystem, in dem traditionelle und dezentralisierte Finanzwelten koexistieren und voneinander profitieren können.

Zukunftsperspektiven: Eine symbiotische Beziehung

Die Zukunft der Kryptowährungen und der Dezentralisierung hängt entscheidend von der Entwicklung einer symbiotischen Beziehung zwischen zentralisierten Plattformen und dezentralen Netzwerken ab. Während zentrale Plattformen die Vorteile der Dezentralisierung nutzen und fördern sollten, müssen dezentrale Netzwerke Wege finden, die Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit und Zugänglichkeit zu verbessern, um eine breitere Akzeptanz zu erreichen. Die kontinuierliche Innovation und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit sind entscheidend für das Erreichen dieses Gleichgewichts.

Harmonie zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung

In der Diskussion um die Rolle großer Trading-Plattformen in der Kryptowährungswelt zeigt sich, dass deren Einfluss nicht einseitig betrachtet werden kann. Obwohl sie auf den ersten Blick den dezentralen Idealen zuwiderlaufen mögen, haben sie das Potenzial, entscheidend zur Verbreitung und Akzeptanz von Kryptowährungen beizutragen. Die Herausforderung und gleichzeitig die Chance liegt darin, eine Balance zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung zu finden, die das Beste aus beiden Welten vereint. Die Zukunft wird zeigen, wie diese Dynamik sich entfaltet und welche neuen Möglichkeiten sich aus der Koexistenz dieser unterschiedlichen Ansätze ergeben.

von Techopedia Experten gekürt

Titelbild/ Bildquelle: Bild von Gerd Altmann für pixabay

Autor: Nicolas Sender

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Jedem zweiten Wohnungsbauunternehmen fehlen Aufträge

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Baustelle (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Dem Wohnungsbau in Deutschland fehlen Aufträge. Mehr als jede zweite Firma (55,2 Prozent) berichtete im April von Auftragsmangel, wie das Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Im März waren es 56,2 Prozent. „Die Wohnungsbauer suchen nach Hoffnungssignalen“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Ein Ende der Krise ist jedoch nicht in Sicht.“

Auch die vielen Stornierungen bleiben ein großes Problem. Im April meldeten 17,6 Prozent der Betriebe stornierte Projekte, nach 19,6 Prozent im März. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau stieg zwar deutlich an, bleibt aber weiterhin tief im negativen Bereich. Die Erwartungen sind weit von Optimismus entfernt. „Aufgrund fehlender Aufträge reduzieren viele Unternehmen ihre Preise“, sagte Wohlrabe.

Im Tiefbau berichteten 22 Prozent von einem Auftragsmangel. Die Unternehmen sind dort auch wesentlich zufriedener mit den laufenden Geschäften. „Der Ausblick auf die kommenden Monate ist im Tiefbau von Skepsis geprägt, aber nicht so stark wie im Hochbau“, so Wohlrabe.


Foto: Baustelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen nimmt zu

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Trockenes Salatfeld (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen nimmt im langjährigen Trend in Deutschland zu. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag nach Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2023 mitteilte, wurden im Jahr 2022 mit rund 554.000 Hektar etwa 3,3 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Freilandfläche in Deutschland bewässert.

Damit war die bewässerte Fläche im sehr niederschlagsarmen Jahr 2022 um fast die Hälfte (+49 Prozent beziehungsweise +181.300 Hektar) größer als im Jahr 2009, als nur rund 372.700 Hektar bewässert worden waren. Zur Bewässerung wurden 2022 insgesamt 431,1 Millionen Kubikmeter Wasser eingesetzt, das entspricht 778 Kubikmetern Wasser je Hektar (oder 77,8 Litern je Quadratmeter). Im Jahr 2009 waren insgesamt 293,3 Millionen Kubikmeter Wasser zur Bewässerung eingesetzt worden, das waren 787 Kubikmeter je Hektar bewässerter Fläche. Die eingesetzte Wassermenge je Hektar (Bewässerungsintensität) war also in beiden Jahren nahezu identisch.

Während die tatsächlich bewässerte Fläche stark von den klimatischen Bedingungen im jeweiligen Jahr abhängt und daher starken Schwankungen unterliegt, stellt die potenziell bewässerbare Freilandfläche – also die Fläche, die mit Bewässerungsanlagen ausgestattet beziehungsweise erreichbar ist – einen geeigneteren Indikator für den Ausbau von Bewässerungsanlagen dar. Die bewässerbare Freilandfläche vergrößerte sich von 639.030 Hektar im Jahr 2009 um 24 Prozent auf 791.800 Hektar im Jahr 2022. Insgesamt waren im Jahr 2022 demnach 4,8 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Freilandfläche in Deutschland bewässerbar. Im Jahr 2009 hatte der Anteil lediglich bei 3,8 Prozent gelegen.

Längere Trockenphasen erfordern einen immer effizienteren Umgang mit der Ressource Wasser, auch in der Landwirtschaft. Dies spiegelt sich auch im zunehmenden Einsatz von bewässerungseffizienten Techniken wie der Tröpfchenbewässerung wider. Im Unterschied zu Beregnungsanlagen wird das Wasser dabei nicht von oben auf den Pflanzen und dem Boden verteilt, sondern am Boden direkt zu den Pflanzenwurzeln geführt. Dadurch lassen sich auch bei starker Trockenheit mit vergleichsweise niedriger Bewässerungsintensität hohe Ernteerträge erzielen. Hatten im Jahr 2009 noch 12.126 Betriebe ihre Flächen mit Beregnungsanlagen und 3.178 Betriebe mit Tröpfchenbewässerung bewässert, zeigen die Ergebnisse für das Jahr 2022 ein verändertes Bild: 11.890 Betriebe nutzten Beregnungsanlagen, das waren zwei Prozent weniger als im Jahr 2009. Dagegen stieg die Zahl der Betriebe, die Tröpfchenbewässerung einsetzen, um mehr als drei Viertel (+78 Prozent) auf 5.660 Betriebe.

In Bezug auf die bewässerte Freilandfläche waren Kartoffeln mit 117.400 Hektar und Getreide mit 141.900 Hektar im Jahr 2022 die bestimmenden Kulturen. Zusammen machten sie fast die Hälfte (47 Prozent) der bewässerten Freilandfläche in Deutschland aus.

In der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass in Niedersachsen mit 4.290 Betrieben im Jahr 2022 die meisten landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland auf den Einsatz von Bewässerungsanlangen setzten. Mit 302.100 Hektar Freilandfläche bewässerten die Betriebe in Niedersachsen sogar 55 Prozent der gesamten bewässerten Freilandfläche in Deutschland. Bemerkenswert dabei ist, dass 82 Prozent der potenziell bewässerbaren Fläche in Niedersachsen tatsächlich bewässert wurde. Der Bundesdurchschnitt für die Nutzung der bewässerbaren Fläche betrug lediglich 70 Prozent, so die Statistiker.


Foto: Trockenes Salatfeld (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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DIW-Präsident warnt vor Rechtsruck bei junger Generation in Europa

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Junge Leute in einem Park (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich besorgt darüber geäußert, dass immer mehr junge Erwachsene dazu neigen, rechtspopulistische Parteien zu wählen.

„Der Rechtsruck der jungen Generation dürfte den Prozess der europäischen Integration weiter schwächen und vieles Erreichte wieder revidieren“, sagte Fratzscher dem „Handelsblatt“. „Vielen der jungen Generation ist offensichtlich nicht bewusst, dass eine Schwächung Europas letztlich ihre eigenen Zukunftschancen verschlechtert und im Systemwettbewerb mit China und den USA Deutschland und Europa viel Wohlstand kosten wird.“

Hintergrund ist, dass junge Wähler in Europa zuletzt besonders stark für rechte Parteien gestimmt haben und sich der Trend bei der Europawahl fortsetzen könnte. In Frankreich beispielsweise liegt der rechtsnationale französische Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen bei den Unter-35-Jährigen klar vorn, während das proeuropäische Mitte-Bündnis von Präsident Emmanuel Macron Umfragen zufolge in dieser Altersgruppe auf gerade einmal sechs Prozent kommt. Auch in Deutschland und anderen EU-Staaten wächst unter jungen Leuten die Zustimmung für das Rechtsaußen-Lager. Ein Grund ist laut Untersuchungen, dass die junge Generation immer unzufriedener ist, besonders mit der gesellschaftlich-wirtschaftlichen Lage.

Für Fratzscher ist der Unmut nachvollziehbar. „Nie in den letzten 80 Jahren wurde einer jungen Generation eine Welt mit so vielen großen Problemen und Krisen vererbt wie der jungen Generation heute“, sagte er. Angesichts einer zunehmenden Klimakrise, sozialer Polarisierung, geopolitischer Konflikte und Sorgen um Technologie und Arbeitsplätze seien daher „Frustration und die Zukunftsängste“ der Jüngeren berechtigt.


Foto: Junge Leute in einem Park (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Landkreistag fordert Verschärfungen beim Bürgergeld

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Werbung für das Bürgergeld (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Landkreistag fordert strengere Regeln für das Bürgergeld. Laut einem Beschlusspapier, über das der „Spiegel“ berichtet, soll die bestehende Karenzzeit für Vermögen, das für den Lebensunterhalt verwendet werden kann, gestrichen werden.

Aktuell gilt, dass im ersten Jahr des Bezugs Beträge bis zu 40.000 Euro behalten werden dürfen. Diese Regelung lasse sich „mit Sinn und Zweck einer steuerfinanzierten Sicherung des Existenzminimums nicht vereinbaren“, so der Landkreistag. Die Vertreter der Landkreise halten es laut dem Papier außerdem für angebracht, den Grundfreibetrag für Vermögen in Höhe von 15.000 Euro pro Person zu reduzieren.

Auch die Wohnbestimmungen für die knapp vier Millionen Bürgergeldbezieher sollen verschärft werden: „Im ersten Jahr des Leistungsbezuges auf eine Prüfung der Angemessenheit der Miete zu verzichten, führt zu Fehlanreizen.“ Der Landkreistag plädiert für strengere Sanktionen. „Wer ohne wichtigen Grund nicht zur Annahme zumutbarer und existenzsichernder Arbeit bereit ist, sollte keinen Leistungsanspruch haben.“ Gekürzt werden soll das Bürgergeld bereits dann, wenn eine Person der ersten Einladung zum Termin im Jobcenter „ohne wichtigen Grund“ nicht folgt.


Foto: Werbung für das Bürgergeld (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Forsa-Chef zweifelt an Ergebnis der AfD-Jugendstudie

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Logo auf AfD-Parteitag (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, hat die Studien-Methodik und das Ergebnis der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2024“ heftig kritisiert.

Die am 23. April erschienene Studie war u.a. zu dem Ergebnis gekommen, dass 22 Prozent der befragten 14- bis 29-Jährigen die AfD wählen würden. Güllner sagte der „Bild“: „AfD-Anhänger sind im Netz aktiver als Sympathisanten anderer Parteien. Deshalb sind sie auch in sogenannten Online-Panels, wo man sich selbst als Teilnehmer anmelden kann, generell überpräsentiert. Durch diese Verzerrung sind auch die jungen, mit Hilfe eines solchen Panels Befragten überdurchschnittlich häufig Anhänger der AfD.“

Güllner weiter: „Politische Entscheidungsprozesse können auf Basis falscher Zahlen in gefährlicher Weise beeinflusst werden, etwa wenn man auf vermeintlich übergroße rechtsradikale Einstellungen innerhalb der jungen Bevölkerung falsch reagiert.“ Das sei „gefährlich“. Ein weiterer Kritikpunkt Güllners: Die Summe aller Wählerstimmen-Anteile der Trendstudie ergebe 99 Prozent. „Man kann nicht einfach einen ganzen Prozentpunkt bei der Summe aller Wählerstimmen weglassen. Rundungsfehler von 0,1 Prozentpunkten können vorkommen. Ein Gesamtergebnis von 99 Prozent ist jedoch ein Zeichen für eine gewisse Schlampigkeit der Studie.“

Die Autoren der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2024“ teilten auf „Bild“-Anfrage mit: „Wir als Autoren der Trendstudie „Jugend in Deutschland“ haben keineswegs den Anspruch, eine exakte Wahlprognose zu geben. Es wurden nur 14- bis 29-Jährige befragt. Es geht uns, – wie der Name schon sagt – um Trends und um das Einfangen der Stimmung einer Zielgruppe, die sich in der politischen Wahrnehmung und Partizipation stark unterrepräsentiert fühlt. Für genaue Wahlprognosen mit damit korrespondierenden Sitzverteilungen etc. empfehlen wir selbst gerne solche Institute.“

Die Kritik von Manfred Güllner sei ihrerseits in den Sozialen Medien auf heftige Kritik gestoßen, „weil er nicht berücksichtigt, dass zwischen den Erhebungen (in unserer Studie überwiegend Januar vs. Januar bis April 2024) für das politische Bild bezüglich der AfD wichtige Ereignisse stattfanden, wie z.B. die Enthüllung der Correctiv-Recherchen oder Verfassungsfeindlichkeit von Landesverbänden. Zudem fanden große Demonstrationen für Demokratie statt. All dies war mit der von uns betrachteten Altersgruppe nicht identisch (14 – 29 Jahre in unserer Studie versus 18 – 29 Jahre).“

Außerdem sei es „völlig normal“, dass „bei seriösen Studien die Werte gerundet werden und dann in der Summe auch mal 99 Prozent oder 101 Prozent ergeben“. „Die Kritik von Herrn Manfred Güllner, dass selbstrekrutierte Panels AfD-lastig seien, ist methodisch aufgrund der vorliegenden sorgfältig gezogenen Stichproben und daraus folgenden Erhebungen nicht nachvollziehbar.“ Für die Rekrutierung der Teilnehmer habe man die Quoten des Instituts für Demoskopie Allensbach herangezogen.


Foto: Logo auf AfD-Parteitag (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Apotheken wollen Cannabis auch ohne Rezept verkaufen

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, fordert von der Politik, Apotheken den Verkauf von Cannabis auch ohne Rezept zu erlauben. „Nachdem Cannabis in Apotheken seit dem 1. April nicht mehr als Betäubungsmittel eingestuft wird, wäre es für die Politik nur noch ein kleiner Schritt, Cannabis in bestimmten Fällen aus der Verschreibungspflicht zu entlassen, damit Patienten bestimmte Erkrankungen selbst therapieren können“, sagte Preis der „Rheinischen Post“ (Freitagausgaben).

„Nach der Teillegalisierung von Cannabis sollte die Politik darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, Menschen alleine zu lassen, die nur gelegentlich aus therapeutischen Gründen Cannabis anwenden wollen. Es ist durchaus vorstellbar, dass Apotheken unter strengen Rahmenbedingungen kleine Mengen Cannabis auch ohne Rezept zu medizinischen Zwecken an Patienten abgeben.“

Trotz Legalisierung des Konsums zum 1. April brauchen Bürger für den Erwerb von Cannabis in der Apotheke derzeit noch immer ein Rezept. Für Patienten sei die Apotheke der richtige Abgabeort, sagte Preis. „So stehen ihnen qualitativ einwandfreies Medizinalcannabis oder medizinische Cannabistropfen zur Verfügung, und sie müssen nicht auf dubiose Quellen zurückgreifen.“

Wichtig sei auch die heilberufliche Beratung: „Dazu gehört die Aufklärung über Risiken und die richtige Anwendung – die Inhalation mit einem Verdampfer oder Cannabistropfen sind viel weniger gesundheitsschädlich als das Rauchen eines Joints“, so der Verbandschef weiter.

Auch der Rat, einen Arzt aufzusuchen, gehöre dazu. „Das alles würde bei der Eigentherapie mit Cannabis aus Eigenanbau, einem Cannabis-Club oder dem Kauf auf dem Schwarzmarkt nicht stattfinden“, sagte Preis. Zugleich betonte der Verbandschef: „Als Abgabestelle von Cannabis zu Genusszwecken oder als Cannabisshop stehen Apotheken hingegen nicht zur Verfügung.“


Foto: „Smoke-in“ vor dem Brandenburger Tor (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Wehrbeauftragte übt massive Kritik an Frauen-Mangel

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Eva Högl (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), hat massive Kritik am Mangel von Frauen in der Bundeswehr geübt. „Ein Weiter-so kann es nicht mehr geben“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagsausgaben). „Aktuell liegt der Frauenanteil in der Bundeswehr bei etwas mehr als 13 Prozent.

Rechnet man die Sanität raus, liegt er unter 10 Prozent. Die Bundeswehr verfehlt damit ihre selbstgesteckten Ziele, und das seit Jahren. Gesetzlich ist eine Quote von 20 Prozent festgeschrieben.“ Högl fuhr fort: „Es gibt zu wenige Frauen in der Fläche und in Führungspositionen. Der Anstieg des Frauenanteils bewegt sich seit Jahren nur im Promillebereich. Es gab im Jahr 2023 in der gesamten Bundeswehr nur 47 Frauen in der Besoldungsgruppe A16 und höher. Im Vorjahr war die Anzahl identisch. Lediglich drei Frauen dienen im Generalsrang. Selbst in der Sanität, wo Frauen bereits seit 1975 Dienst leisten, sind Frauen in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert. Das kann nicht zufrieden stellen.“

Es müsse in den kommenden Jahren darum gehen, dass „Frauen in Führungspositionen Normalität werden“. Die Wehrbeauftragte beklagte überdies sexuelle Übergriffe sowie einen Mangel an Toiletten und Duschen für Soldatinnen.

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte dem RND, seit der vollständigen Öffnung der Streitkräfte für Frauen im Jahr 2001 sei die Zahl der Soldatinnen auf rund 24.300 gestiegen. Dies entspreche einem Anteil von über 13 Prozent. Ein weiterer Aufwuchs zeichne sich ab. „Im vergangenen Jahr stammten rund 17 Prozent der Bewerbungseingänge von Frauen. Das freut uns sehr und zeigt, dass wir auch für Soldatinnen ein attraktiver Arbeitgeber sind.“

Zudem räumte die Sprecherin zwar ein, dass die Quote von Frauen auf militärischen Führungspositionen im Ministerium selbst aktuell lediglich „bei zirka 2 Prozent“ liege – bei rund 34 Prozent im zivilen Bereich. Außerhalb des Verteidigungsministeriums seien jedoch 16 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt. Im Bereich des Sanitätsdienstes seien es sogar rund 46 Prozent.

Chancengerechtigkeit werde in der Bundeswehr als „strategische Daueraufgabe“ betrachtet, so die Sprecherin. Ein Beleg dafür sei die „steigende Zahl an Soldatinnen, die an den Generalstabslehrgängen, insbesondere an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, teilnehmen“. Hier würden nur in Eignung, Befähigung und Leistung herausstechende Frauen und Männer zugelassen. Im vorigen Jahr habe der Anteil von teilnehmenden Offizierinnen rund 15 Prozent betragen.


Foto: Eva Högl (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Angriffe auf Politiker: Konfliktforscher gegen Strafverschärfungen

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Leiter des Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, Andreas Zick, hat nach dem jüngsten Beschluss der Innenministerkonferenz davor gewarnt, im Kampf gegen Angriffe auf Politiker auf Strafverschärfungen zu setzen. Zwar hätten sich „nach Jahren der Polarisierung aggressive Feindbilder von Politik durchgesetzt“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben).

Das gehe einher „mit einem gestiegenen Misstrauen gegen staatliche Institutionen und einer insgesamt höheren Billigung von politischer Gewalt in der Mitte der Gesellschaft“. Unter anderem die Europawahl sei nun „eine Gelegenheit für jene, die Feindbilder teilen und schon länger meinen, sie müssten ein Zeichen setzen“. Allerdings sei die Gewalt nicht neu, sondern reihe sich ein in eine lange Geschichte vor allem rechtsextremistischer Gewalt, fügte Zick hinzu. Und die meisten Fälle gelangten gar nicht in die Statistiken, weil sie nicht gemeldet würden und viele Politiker sich schon daran gewöhnt hätten.

Im Übrigen komme es darauf an, Gewaltprävention und Konfliktmanagement gerade auf lokaler Ebene zu fördern. Nötig sei „ein ordentliches Risikomanagement und Schutzsystem“. Der Konfliktforscher betonte: „Wenn die Politik sich jetzt einen Streit darüber leistet, wer die härtesten Strafen verkündet, dann trägt das nicht zur Gewaltprävention bei. Das hat es noch nie getan. Es ist vielmehr Wasser auf die Mühlen von Populisten, die behaupten werden, die Politik habe die Kontrolle verloren.“

Die Innenministerkonferenz hatte die Attacken der vergangenen Tage am Dienstagabend scharf verurteilt und zu einer Rückkehr zu einem gewaltfreien politischen Diskurs aufgerufen. Die Runde sprach sich aber auch für Verschärfungen des Strafrechts aus, um Angriffe konsequenter zu ahnden und insbesondere Kommunal- und Europapolitiker besser zu schützen. Die Möglichkeit, mehr Polizisten zum Schutz von Politikern abzustellen, wurde allgemein eher kritisch beurteilt.


Foto: Schild mit der Aufschrift „Angeklagter“ (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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