Dienstag, September 22, 2026
Start Blog Seite 138

Gesundheitspolitiker werben für höhere Alkoholpreise

0

Wodka-Flaschen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Fachpolitiker von CDU und SPD haben für höhere Alkoholpreise in Deutschland geworben. „Internationale Erfahrungen zeigen sehr deutlich: Eine maßvolle Erhöhung der Alkoholpreise senkt insbesondere den riskanten Konsum, vor allem bei Jugendlichen und Vielkonsumierenden“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe).

Aus gesundheitsökonomischer Perspektive sei „die derzeitige Alkoholbesteuerung in Deutschland nicht mehr zeitgemäß“, erklärte er. „Die Steuersätze sind seit vielen Jahren kaum angepasst worden und haben – inflationsbereinigt – real an Lenkungswirkung verloren. Damit bleibt ein zentrales Instrument der Prävention ungenutzt.“ Die Preise für alkoholische Getränke im Einzelhandel lagen zuletzt deutlich unter dem EU-Durchschnitt, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitgeteilt hatte.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt, befürwortete „die Einführung einer zweckgebundenen Abgabe“. Eine solche dürfe aber „kein Instrument der Haushaltskonsolidierung sein, sondern muss ein gezieltes gesundheitspolitisches Steuerungsinstrument werden“, forderte sie. „Der Fokus sollte klar auf hochprozentigem Alkohol liegen. Dort sind das Risiko für Abhängigkeit, schwere Erkrankungen und die langfristigen Belastungen des Gesundheitssystems besonders hoch.“ Mit den Einnahmen sollten „Prävention, Suchtberatung, Therapieangebote und die Versorgung alkoholbedingter Erkrankungen nachhaltig gestärkt werden“, so Borchardt.

Derweil will die Bundesregierung schon bald das sogenannte begleitete Trinken verbieten. Geplant sei ein entsprechender „Gesetzentwurf zur Streichung“, teilte eine Sprecherin des Familienministeriums der Zeitung mit. Das begleitete Trinken erlaubt Jugendlichen ab 14 Jahren momentan noch den legalen Konsum von Bier, Wein und Sekt, wenn etwa die Eltern dabei sind. „Ein Gesetzgebungsverfahren soll Anfang 2026 auf den Weg gebracht werden“, sagte die Sprecherin zum Zeitplan.


Foto: Wodka-Flaschen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Bundesliga: Frankfurt und BVB trennen sich unentschieden

0

Carney Chukwuemeka (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) – Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund haben sich am Freitag zum Auftakt des 16. Bundesliga-Spieltags im Deutsche-Bank-Park nach einer spektakulären Partie mit 3:3 getrennt.

Die Gäste aus Dortmund erwischten den besseren Start und gingen früh in Führung: Maximilian Beier traf in der 10. Minute nach einer schnellen Verlagerung über die rechte Seite zum 0:1. Frankfurt steigerte sich in der Folge und kam in der 22. Minute zum Ausgleich, als Can Uzun einen von Serhou Guirassy verursachten Foulelfmeter sicher verwandelte. Mit dem 1:1 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Felix Nmecha brachte den BVB in der 68. Minute erneut in Führung, ehe die Eintracht prompt antwortete: Debütant Younes Ebnoutalib glich in der 71. Minute zum 2:2 aus. In einer dramatischen Schlussphase schien Frankfurt das Spiel auf seine Seite zu ziehen, als Mahmoud Dahoud in der 2. Minute der Nachspielzeit zum 3:2 traf. Dortmund warf in der Nachspielzeit noch einmal alles nach vorne und wurde belohnt: Carney Chukwuemeka erzielte in der 6. Minute der Nachspielzeit den späten Ausgleich und setzte damit den Schlusspunkt unter ein turbulentes Bundesliga-Spiel.


Foto: Carney Chukwuemeka (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

US-Börsen legen zu – Nasdaq deutlich stärker

0

Wallstreet, via dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Freitag zugelegt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 49.504 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,5 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 6.966 Punkten 0,7 Prozent im Plus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 25.784 Punkten 1,1 Prozent im Plus.

Anleger warteten am Freitag vergeblich auf eine Entscheidung des Supreme Courts zur Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Eine Entscheidung darüber, ob der Präsident die Befugnis hat, auf Basis eines Gesetzes für nationale Notstände aus dem Jahr 1977 Zölle zu verhängen, wird nun für die kommenden Tage erwartet.

Derweil trieben schlechter als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktdaten die Indizes Dow Jones und den S&P 500 auf Rekordhochs. Die US-Zentralbank Federal Reserve hat neben dem Ziel der Preisstabilität auch das Ziel, Maximalbeschäftigung zu erreichen. Der Druck, den Leitzins zu senken, um damit die Wirtschaft anzukurbeln, steigt durch die neuen Daten.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagabend etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1635 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8595 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte profitieren, am Abend wurden für eine Feinunze 4.507 US-Dollar gezahlt (+0,7 Prozent). Das entspricht einem Preis von 124,54 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 63,05 US-Dollar, das waren 1,7 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Merz und Macron rufen iranische Behörden zu Gewaltverzicht auf

0

Iran-Fahnen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer haben das iranische Regime dazu aufgerufen, keine Gewalt gegenüber Demonstranten auszuüben.

„Wir sind zutiefst besorgt über Berichte von Gewalt durch iranische Sicherheitskräfte und verurteilen die Tötung von Demonstranten auf das Schärfste“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der drei Staats- und Regierungschefs. Die iranischen Behörden seien „verantwortlich für den Schutz der eigenen Bevölkerung“ und müssten „Meinungsfreiheit sowie friedliche Versammlungen zulassen, ohne dass Angst vor Repressalien herrscht“. Man fordere die iranischen Behörden „nachdrücklich dazu auf, Zurückhaltung zu üben, von Gewalt abzusehen“ und die Grundrechte der iranischen Bürger zu wahren.

Die seit dem Jahreswechsel andauernden Proteste im Iran gehen derzeit weiter. Nach tagelangem Schweigen berichten mittlerweile auch iranische Staatsmedien über die Ereignisse, allerdings verbunden mit Attacken und Schuldzuweisungen gegen Israel und die USA.

Iranische Sicherheits- und Justizbehörden hätten „mehrere bewaffnete Terrorzellen und die Festnahme von mutmaßlichen ausländischen Akteuren bekannt gegeben“, hieß es in einem Bericht des iranischen Auslandsfernsehsenders „Press TV“. Hintergrund sei „eine Welle von ausländisch unterstützten Unruhen, bei denen mehrere Polizisten getötet wurden“.

Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei bezeichnete in einer Fernsehansprache die Demonstranten als „eine Bande von Vandalen“, die US-Präsident Donald Trump „beeindrucken“ wollten. Trump hatte bereits vor Tagen dem Iran gedroht, „sehr hart“ einzugreifen, sollten Regierungstruppen Demonstranten töten.

Die deutsche Botschaft in Teheran ist unterdessen trotz der teilweisen Unterbrechung von Internet- und Telefonverbindungen in verschiedenen Landesteilen weiterhin erreichbar. Die Internet-Abschaltung sei „nicht durchgängig“, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Freitag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur. „Wir beobachten die Lage sehr genau“. Der Krisenstab der Bundesregierung habe mittlerweile zur Lage im Iran getagt.

Die Proteste, die am 28. Dezember in Teheran begannen, wurden durch den Zusammenbruch der iranischen Währung ausgelöst. Menschenrechtsgruppen berichten, dass sich die Demonstrationen seitdem auf Dutzende weitere Städte ausgeweitet haben. Eine freie Berichterstattung unabhängiger Medien ist aus dem Iran derzeit nicht möglich.


Foto: Iran-Fahnen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Innenminister wollen Schutz kritischer Infrastruktur ausbauen

0

Strommast (Archiv), via dts NachrichtenagenturHamburg (dts Nachrichtenagentur) – Als Reaktion auf den Anschlag auf die Berliner Stromversorgung fordern Bund und Länder ein robusteres Vorgehen gegen linke Gewalttäter und Konsequenzen für den Schutz kritischer Infrastruktur.

„Unsere zivile Verteidigung muss in gleichem Maße wachsen wie unsere militärischen Abwehrkräfte“, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), der seit Anfang des Jahres auch Chef der Innenministerkonferenz der Länder ist, der „Welt am Sonntag“. „In Sachen kritischer Infrastruktur sollten wir zukünftig genau abwägen, wie transparent wir mit sensiblen Informationen zu Strom- und Energieversorgung umgehen.“

Das sieht auch der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Marc Henrichmann (CDU), so. „Das lange Wegsehen der vergangenen Jahre rächt sich nun, etwa dort, wo detaillierte Pläne zu Strom- und Wasserleitungen, Verwaltungsstrukturen oder digitalen Netzen öffentlich einsehbar sind“, sagte er. Das sei unter heutigen Bedingungen zu einem Sicherheitsrisiko geworden. „Kritische Infrastruktur darf nicht länger bis ins Detail offenliegen“, sagte der CDU-Politiker.

„Die Antwort auf diese Taten muss klar sein: konsequente Strafverfolgung, besserer Schutz Kritischer Infrastruktur und null Toleranz gegenüber Sabotage“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). „Wer unsere Sicherheit angreift, greift unsere Demokratie an. Das muss Konsequenzen haben.“


Foto: Strommast (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Nouripour zeigt sich besorgt über Lage in Iran

0

Omid Nouripour (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) hat sich tief besorgt über die politische Lage im Iran geäußert.

Das herrschende System stehe „am Abgrund“, die Menschen seien verzweifelt, sagte Nouripour dem „Mannheimer Morgen“ (Samstagausgabe). Trotz des Rohstoffreichtums herrsche eine „echte Hungerkrise“, der Wert der Währung habe sich binnen eines halben Jahres halbiert und ein normales Leben werde für viele immer schwieriger.

Es gibt mittlerweile beinahe täglich Proteste im Iran, gleichzeitig droht US-Präsident Donald Trump dem Regime mit einem Eingreifen der USA. Die Signale aus Washington nannte Nouripour „sehr gemischt“. Die Iraner wüssten nicht, ob sie sich auf US-Präsident Donald Trump verlassen könnten. Nouripour forderte die Europäer auf, nicht zu schweigen, sondern den Druck auf das Regime, insbesondere auf die Revolutionsgarden, zu erhöhen.


Foto: Omid Nouripour (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Gewinnzahlen Eurojackpot vom Freitag (09.01.2026)

0

Spielschein für Eurojackpot, via dts NachrichtenagenturHelsinki (dts Nachrichtenagentur) – In der Freitags-Ausspielung des Eurojackpots wurden am Abend die Gewinnzahlen gezogen.

Sie lauten 1, 17, 19, 25, 41, die beiden „Eurozahlen“ sind die 6 und die 12. Diese Angaben sind ohne Gewähr.

Die Gewinnwahrscheinlichkeit in der Gewinnklasse 1, also beim eigentlichen „Eurojackpot“, liegt bei 1:140 Millionen. Glücksspiel kann süchtig machen.

Beim Eurojackpot wird für jede Ziehung ein Jackpot in Höhe von mindestens 10 Millionen Euro garantiert. Wird dieser nicht gewonnen, wächst der Jackpot bis zu einer Begrenzung von 120 Millionen Euro an. Wenn der Jackpot dann noch immer nicht geknackt ist, wird der Mehrbetrag in die Gewinnklasse 2 überwiesen, dort reichen „5 Richtige“ und eine richtig getippte „Eurozahl“.


Foto: Spielschein für Eurojackpot, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Mercosur: Von der Leyen erwartet Ausfuhr-Plus von 50 Milliarden Euro

0

Ursula von der Leyen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBrüssel (dts Nachrichtenagentur) – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) erwartet, dass insbesondere Deutschland vom Mercosur-Abkommen mit Südamerika profitieren wird. „Exportstarke Nationen wie Deutschland werden besonders profitieren, wenn Europas Ausfuhren in die Mercosur-Region bis 2040 um geschätzte 50 Milliarden Euro ansteigen“, sagte von der Leyen der „Bild“ (Samstagausgabe).

„Noch vor dem Herbst“ werde die größte Freihandelszone der Welt mit mehr als 700 Millionen Konsumenten Realität. Das bedeute „kräftigen Rückenwind für Europas Wirtschaft“, so von der Leyen. Das Abkommen nannte sie „historisch“.

Chancen sieht von der Leyen jetzt vor allem für Krisen-Sektoren. „Für Branchen, die in den vergangenen Jahren besonders zu kämpfen hatten, wie der Maschinenbau, die Autoindustrie oder unseren Chemiesektor öffnet sich kurzfristig das Tor zu einem riesigen neuen Absatzmarkt“, sagte die EU-Kommissionspräsidentin. „Sie werden die ersten sein, die von der Offenheit unserer südamerikanischen Partner profitieren.“

Das werde sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. „Zehntausende kleine und mittlere Unternehmen in Europa können bald schlanke Exportverfahren nutzen und sofort 4 Milliarden Euro Einfuhrzölle sparen. Das ist ein handfester Vorteil gegenüber der globalen Konkurrenz und sichert gute Arbeitsplätze auf unserem Kontinent“, sagte von der Leyen.

Die EU-Kommissionspräsidentin plädierte dafür, den Freihandel noch auf zwei andere Kontinente auszuweiten. „Die Kommission wird in den kommenden Wochen alles daran setzen, auch die laufenden Verhandlungen mit Indien und Australien über die Ziellinie zu bringen. Jedes europäische Handelsabkommen sichert unseren Unternehmen zusätzliche Absatzchancen und Zugang zu wichtigen Rohstoffen“, sagte sie. „Jeder Abschluss macht Europa auch politisch ein Stück stärker und unabhängiger.“


Foto: Ursula von der Leyen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Zentralrat pocht auf Unterstützung für iranische Demonstranten

0

Zentralrat der Juden (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert die Bundesregierung auf, die Demonstranten im Iran zu unterstützen und sich gegen das islamistische Regime zu stellen.

„Deutschland muss in dieser historischen Stunde unbedingt seine diplomatische Zurückhaltung ablegen“, sagte Zentralratspräsident Schuster der „Bild“ am Freitag. „Jedes Abwarten ist fehl am Platz. Das Gebot der Stunde sind entschlossenes Handeln und Zivilcourage. Deutschland muss sich unmissverständlich an die Seite der Bevölkerung im Iran und der Exil-Iraner in unserem Land stellen, die seit Jahren unter Lebensgefahr für ihre Freiheit kämpfen.“

Das Signal aus deutscher Politik und Zivilgesellschaft müsse lauten, dass die Zeit jetzt gekommen sei. „Das Mullah-Regime muss jetzt fallen“, sagte Schuster. Die iranischen Machthaber unterdrückten „seit Jahren im Inneren ihre Bevölkerung, vor allem Frauen“. Zudem gehörten sie „zu den global gefährlichsten Financiers des Terrorismus“. Die Demonstranten forderten „todesmutig den Sturz der Mullahs und das Ende des Terrorstaats“, so der Zentralratspräsident.

Anders als die US-Regierung hält sich die Bundesregierung mit Solidaritätsbekundungen für die iranischen Anti-Mullah-Demonstranten weitgehend zurück. Am Freitag erklärte ein Regierungssprecher, Berlin rufe das iranische Regime dazu auf, von Gewalt gegen die Demonstranten abzusehen.


Foto: Zentralrat der Juden (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Bericht: Brüssel will Reiche weniger neue Gaskraftwerke genehmigen

0

Katherina Reiche am 09.01.2026, via dts NachrichtenagenturBrüssel (dts Nachrichtenagentur) – Die EU-Kommission will offenbar deutlich weniger neue Gaskraftwerke genehmigen, als von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gewünscht. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf „Brancheninsider“. Die monatelangen Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und der Bundesregierung über die Kraftwerkstrategie stehen demnach kurz vor dem Abschluss.

Bis 2031 sollen nur 12 Gigawatt (GW) neue steuerbare Kapazitäten installiert werden dürfen. Dabei soll es sich vollständig oder nahezu vollständig um Gaskraftwerke handeln. Die nötigen Ausschreibungen sollen noch dieses Jahr durchgeführt werden.

Zusätzlich soll ein sogenannter Kapazitätsmechanismus mit einem Volumen von voraussichtlich 29 Gigawatt geplant sein. Dieser umfasst neben Gaskraftwerken auch alle anderen steuerbaren Kapazitäten – von Batteriespeichern über Biogasanlagen bis zu Fabriken, die bei Stromknappheit die Produktion herunterfahren.

Der Kompromiss soll dem Vernehmen nach in Kürze verkündet werden. Aus dem Wirtschaftsministerium hieß es auf Anfrage des Nachrichtenmagazins, man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren. Da die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien, stünden auch die Zahlen noch nicht final fest.

Mit dem Neubau von Gaskraftwerken will die Bundesregierung den Schutz vor sogenannten Dunkelflauten ausbauen, also länger anhaltenden Phasen mit wenig Strom aus erneuerbaren Quellen. Zuletzt waren in Deutschland Kraftwerke mit einer gesicherten Leistung von gut 90 GW installiert – dazu zählen etwa Gaskraftwerke, Wasserkraft und Biomassekraftwerke, aber auch gut 30 GW an besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerken, die bis spätestens 2038 vom Netz gehen sollen. Neue Gaskraftwerke sollen ein Element sein, um den Verlust an gesicherter Leistung zu kompensieren.

Die zwölf Gigawatt an steuerbaren Kapazitäten, auf die sich Bundesregierung und Kommission nun offenbar geeinigt haben, entsprechen ziemlich genau der Menge, auf die sich Reiches Amtsvorgänger, der Grünen-Politiker Robert Habeck, schon Anfang Juli 2024 mit der EU-Kommission grundsätzlich verständigt hatte. Reiche hatte mit Brüssel aber neue Gespräche geführt, offenbar in der Überzeugung, mindestens 20 Gigawatt an neuen Gaskraftwerken aushandeln zu können.

Schon Anfang Oktober hatte sich abgezeichnet, dass Reiche sich damit wohl nicht durchsetzen würde. Mitte November hatte sich auch der Koalitionsausschuss vorläufig auf eine Größenordnung von zwölf Gigawatt geeinigt.


Foto: Katherina Reiche am 09.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts