Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hat dazu aufgerufen, die USA auf diplomatischem Weg von einem Griff nach Grönland abzubringen.
„Wir müssen den Amerikanern in diplomatischen Gesprächen deutlich machen, dass ein militärisches Vorgehen gegen ein kleines Nato-Land das letzte Vertrauen in die Allianz zerstören würde“, sagte der frühere Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat der Union den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Ein Ende der Nato könne nicht im Interesse Washingtons sein. Auf die Frage, ob Dänemark auf den Beistand der europäischen Partner zählen könne, wenn es zum Äußersten komme, sagte Laschet: „Die Europäer könnten nicht in einen Krieg gegen die USA ziehen.“ Das Weiße Haus schließt ein militärisches Vorgehen zur Annexion Grönlands ausdrücklich ein.
Grönland gewinne neue geostrategische Bedeutung, und es seien dort immer mehr russische und chinesische Kriegs- und Handelsschiffe zu sehen, führte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag aus. „Diese Herausforderung könnte die Nato gemeinschaftlich annehmen, ohne dass die Vereinigten Staaten sich Grönland einverleiben.“
Laschet verwies darauf, dass Interventionen im Ausland keine Besonderheit von US-Präsident Donald Trump seien. „Die Tötung von Osama bin Laden ohne Gerichtsbeschluss auf pakistanischem Boden unter Präsident Obama war völkerrechtlich genauso kritisch“, sagte er. „Wir waren damals alle erleichtert.“
Der Außenpolitiker rechtfertigte die zurückhaltende Reaktion der Europäer nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Eine offene Kritik europäischer Regierungschefs am US-Präsidenten „hätte das Ende der Ukraine-Verhandlungen bedeutet“, sagte er. Auf die Nachfrage, ob man Trump mit Leisetreterei bei Laune halten könne, entgegnete Laschet: „Was hätten wir denn tun sollen? Den Geschäftsträger in der amerikanischen Botschaft einbestellen? Sanktionen gegen die USA verhängen? Amerikanische Vermögenswerte einfrieren? Maduros Freilassung fordern? Die wichtigste Aufgabe ist, den Ukraine-Krieg bald zu beenden und die Ukraine zu schützen. Und das geht nur mit den Amerikanern.“
Foto: Bundeswehr-Soldaten (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
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