Sonntag, November 8, 2026
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DIHK: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2025 um 0,5 Prozent

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Industrieanlagen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) rechnet für das laufende Jahr mit einer deutlichen Schrumpfung der deutschen Wirtschaft.

Die Organisation prognostiziert einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent, wie Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe) sagte: „Ich habe so eine schlechte Stimmung und so schlechte Zahlen noch nie gesehen.“ Die Prognose basiert auf einer Umfrage unter den 23.000 IHK-Mitgliedsunternehmen.

Melnikov fordert umfassende wirtschaftspolitische Reformen von der künftigen Bundesregierung: „Wir rasen jetzt auf die letzte Ausfahrt zu.“ Die Juristin, die seit Jahresbeginn DIHK-Chefin ist, hält nicht nur Union und FDP zu einer Wirtschaftswende imstande: „Auch SPD und Grünen ist das zuzutrauen.“ Die „Agenda 2010“ sei schließlich auch von der SPD mit Unterstützung der Grünen gekommen.


Foto: Industrieanlagen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Merz nennt Bedingungen für Telefonat mit Putin

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Friedrich Merz am 03.02.2025, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Chef Friedrich Merz will als Bundeskanzler nur unter bestimmten Voraussetzungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprechen.

„Wenn ich mit Putin telefoniere, dann nur, wenn wir eine Chance haben, einer Friedenslösung näherzukommen“, sagte der Unionskanzlerkandidat den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben) und der französischen Zeitung `Ouest France`.

Der amtierende Kanzler Olaf Scholz (SPD) habe sein Telefonat mit Putin im vergangenen Jahr „gut inszeniert öffentlich gemacht“, kritisierte Merz. „Die Antwort des russischen Präsidenten war eine Verschärfung der Bombardements auf Kiew.“

Die Kernaufgabe der Nato bleibe Abschreckung, so Merz. „Wir brauchen dafür eine deutliche Steigerung der Effizienz. Wir müssen unsere Waffensysteme vereinfachen, sie sind im Moment zu kompliziert und zu teuer. Wir müssen in Europa möglichst einheitliche Systeme schaffen, es gibt viel zu viele verschiedene Typen, wir haben zum Beispiel 17 verschiedene Kampfpanzer in Europa, die USA haben zwei. Und wir müssen drittens gemeinsam größere Stückzahlen bestellen und produzieren.“

Dazu brauche es aber eine deutliche Steigerung der finanziellen Mittel. Konkret wollte Merz bei den Verteidigungsausgaben nicht werden. „Wir müssen erst einmal das Zwei-Prozent-Ziel der Nato erreichen, davon liegen wir noch 30 bis 40 Milliarden Euro pro Jahr entfernt. Ich gehe aber davon aus, dass das Ziel in Zukunft noch höher angesetzt werden muss“, sagte er.


Foto: Friedrich Merz am 03.02.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Audretsch zu Merz: Nicht aus Laune heraus Europa infrage stellen

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Andreas Audretsch (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Andreas Audretsch, Wahlkampfmanager der Grünen, kritisiert CDU-Chef Merz erneut für die Abstimmung in der vergangenen Woche.

„Wer im Deutschen Bundestag Zufallsmehrheiten mit Rechtsextremen, ja vielleicht sogar anstrebt, der hat die Dimension dessen, um was es geht, nicht verstanden“, sagte Audretsch am Donnerstag den Sendern RTL und ntv. „Es ist ein Wortbruch von Friedrich Merz. Das ist aber auch ein Bruch mit der politischen Kultur unseres Landes, nämlich dass wir im Deutschen Bundestag nicht mit Rechtsextremen zusammenarbeiten“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen.

„Es gibt eine dritte Dimension, die Frage: inwieweit man mit der AfD gemeinsam abstimmt, Grenzen in Europa zu schließen. Wir brauchen unser gemeinsames Europa. Ein Kanzler in Zukunft kann nicht einfach aus einer Wahlkampflaune heraus unser Europa infrage stellen“, so Audretsch. „Friedrich Merz muss auch darlegen, dass es in Zukunft keine Kooperation mit der AfD im Deutschen Bundestag gibt.“


Foto: Andreas Audretsch (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bundestagswahl: Mehrheit befürchtet Einflussnahme aus dem Ausland

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Wahlplakate von Bündnis90/Die Grünen, CDU, Linke und FDP (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die allermeisten Menschen in Deutschland fürchten eine Einflussnahme anderer Staaten und ausländischer Akteure auf die Bundestagswahl.

In einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom nehmen 88 Prozent der Wahlberechtigten an, dass fremde Regierungen, Personen oder Gruppen aus dem Ausland versuchen, die Bundestagswahl über Soziale Medien zu manipulieren.

An der Spitze dieser Manipulationsversuche steht nach Ansicht der Befragten Russland, 45 Prozent nehmen an, dass die Einflussversuche in Russland ihren Ursprung haben, dicht gefolgt von den USA (42 Prozent) und deutlich vor China (26 Prozent). Acht Prozent vermuten osteuropäische Staaten sowie sieben Prozent Nordkorea als potenzielle Quelle für Manipulations- oder Desinformations-Kampagnen.

Fast die Hälfte (47 Prozent) hält insbesondere „Deepfakes“, also realistisch wirkende, aber gefälschte Videos, Fotos oder Tonaufnahmen, für eine Gefahr in diesem Wahlkampf. Drei Viertel (75 Prozent) sehen die Demokratie in Deutschland auf Fake News und Desinformation insgesamt nicht gut vorbereitet. Für mehr als die Hälfte (56 Prozent) reichen die Maßnahmen der Politik gegen Desinformation und Fake News nicht aus.

Der Erhebung zufolge ist fast ein Drittel (30 Prozent) der Internet-Nutzer im Netz bereits auf Falschmeldungen zur anstehenden Bundestagswahl gestoßen. 37 Prozent überprüfen Informationen, bevor sie sie über Soziale Medien teilen.

Insgesamt finden zwei Drittel (67 Prozent) die vorgezogene Bundestagswahl spannend. Ein Viertel (24 Prozent) ist aber vom Wahlkampf genervt. Für 86 Prozent der Unter-30-Jährigen ist das Netz eine wichtige Informationsquelle zur Wahl. Für gut zwei Drittel (69 Prozent) der Wahlberechtigten ist das Internet eine wichtige Informationsquelle zur Wahl. Eine sehr viel größere Bedeutung haben aber nach wie vor persönliche Gespräche im Freundes-, Bekannten oder Familienkreis (82 Prozent).

Direkt dahinter folgt das Fernsehen, das für 76 Prozent der Wahlberechtigten eine wichtige Informationsquelle zur Wahl ist. Bei den Älteren über 75 Jahren trifft dies sogar auf 82 Prozent zu, wohingegen die Unter-30-Jährigen mehrheitlich im Internet nach Informationen zur Wahl suchen (86 Prozent). 54 Prozent lesen Flyer oder Broschüren der Parteien, für jeweils die Hälfte sind Radio (53 Prozent) oder Tageszeitung (50 Prozent) eine wichtige Informationsquelle zur Wahl.

Mit Blick auf Online-Kanäle liegen Nachrichten-Websites oder -Apps von Zeitungen, Redaktionen, TV oder Radio vorn: 63 Prozent der Internetnutzer informieren sich dort über die Bundestagswahl. Auf Platz 2 folgen Soziale Medien und Messenger-Dienste mit 51 Prozent, 32 Prozent nutzen Wahlhilfen wie den Wahl-o-Mat und 28 Prozent informieren sich via YouTube. Webseiten von Parteien, Verbänden oder Behörden spielen ebenfalls für ein Viertel der Internetnutzer eine Rolle (27 Prozent), um sich online über die Wahl zu informieren.

Innerhalb der Sozialen Medien liegt Facebook mit deutlichem Abstand vorn: 56 Prozent der Nutzer informieren sich auf Facebook über die Wahl. Dahinter folgen X/Twitter (35 Prozent), WhatsApp (32 Prozent) sowie LinkedIn (25 Prozent). Bei Instagram wird von den Befragten weniger nach wahlbezogenen Themen gesucht (18 Prozent) – und fast gar nicht bei Tiktok (1 Prozent).

Sorge bereitet vielen Menschen vor allem Rechtsradikalismus und Populismus im Netz. 87 Prozent sagen, die Gesellschaft müsse Rechtsradikalen im Internet mehr entgegensetzen, 78 Prozent sagen dies zu Linksradikalen. 79 Prozent sehen eine Stärkung populistischer Parteien durch Social Media. Zwei Drittel (66 Prozent) sorgen sich explizit, dass die AfD in Sozialen Medien besonders junge Menschen beeinflusst.


Foto: Wahlplakate von Bündnis90/Die Grünen, CDU, Linke und FDP (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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CDU-Kanzlerkandidat: Vier Prozent für FDP sind vier zu viel

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Spitzen von FDP und CDU (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In einem ungewöhnlichen Schritt hat Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz die Bürger dazu aufgerufen, bei der Bundestagswahl nicht für die FDP zu stimmen.

„Vier Prozent sind vier Prozent zu viel für die FDP und vier Prozent zu wenig für die Union“, sagte Merz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben) und der französischen Zeitung `Ouest France`. „Die Wählerinnen und Wähler müssen sich überlegen, ob Stimmen für die FDP am Ende verlorene Stimmen sind.“

Er habe „mit einiger Besorgnis gesehen, wie die FDP-Fraktion am vergangenen Freitag im Bundestag bei der Abstimmung zum Zustrombegrenzungsgesetz auseinandergefallen ist“, fügte der CDU-Vorsitzende hinzu. „Das dürfte Auswirkungen auf die Wahlen haben.“

Merz reagierte reserviert auf den jüngsten Vorstoß der FDP, das sogenannte „Zustrombegrenzungsgesetz“ der Union mit der europäischen Asylreform verknüpfen und noch vor der Wahl zur Abstimmung bringen. „Unser Zustrombegrenzungsgesetz ist in der letzten Woche abgelehnt worden“, sagte er. „Der Vorstoß der FDP richtet sich deshalb in erster Linie an SPD und Grüne. Die Rest-Ampel muss jetzt eine Antwort darauf geben.“

Die Union werde sich „vernünftigen Vorschlägen“ nicht verweigern, aber man dürfe nicht vergessen, dass die europäische Asylreform erst nach einer langen Übergangsphase Mitte 2026 von allen EU-Staaten angewandt werde, so Merz. „Selbst wenn es jetzt zu einer Abstimmung im Bundestag kommt, wird das in den nächsten 16 Monaten zu keinen substanziellen Veränderungen führen.“

Auf die Frage, ob er auf nationale Maßnahmen verzichte, wenn ein europäisches Asylsystem funktioniere, sagte Merz: „Ich würde Europa immer den Vorzug geben. Aber Europa muss dann auch liefern.“ In den vergangenen Jahren sei in Europa sehr viel verhandelt und wenig erreicht worden. „Die Mehrzahl der europäischen Staaten wartet darauf, dass Berlin seinen Kurs in der Migrationspolitik ändert, um endlich wichtige Schritte gehen zu können.“


Foto: Spitzen von FDP und CDU (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Verfassungsbeschwerde gegen Auslieferung nach Ungarn erfolgreich

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Ungarische Polizei (Archiv), via dts NachrichtenagenturKarlsruhe (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundesverfassungsgericht hat der Beschwerde gegen die Auslieferung einer sich als non-binär identifizierenden Person mit deutscher Staatsangehörigkeit nach Ungarn stattgegeben.

Das Kammergericht Berlin sei „seiner Pflicht zur vollständigen Aufklärung des für die Überstellung erheblichen Sachverhalts nicht hinreichend gerecht geworden“, teilten die Karlsruher Richter am Donnerstag mit. „Insbesondere hat es die Haftumstände, die die beschwerdeführende Person in Ungarn erwarteten, nicht hinreichend aufgeklärt.“

Der ausgelieferten Person wird in Ungarn zur Last gelegt, im Februar 2023 gemeinsam mit weiteren Personen vermeintliche Sympathisanten der rechtsextremen Szene in Budapest angegriffen zu haben. Im Dezember 2023 wurde sie in Berlin festgenommen. Am 27. Juni 2024 erklärte das Kammergericht ihre Auslieferung nach Ungarn für zulässig. Mit Beschluss vom 28. Juni 2024 hatte das Bundesverfassungsgericht die Übergabe der Person an die ungarischen Behörden im Wege der einstweiligen Anordnung vorläufig untersagt. Die beschwerdeführende Person wurde jedoch noch vor dem Erlass der einstweiligen Anordnung an die ungarischen Behörden übergeben.

Mit ihrer Verfassungsbeschwerde wendete sich die festgenommene Person gegen ihre Auslieferung. Sie rügt unter anderem eine Verletzung ihres Rechts aus Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (GRCh). Ihr Anwalt kritisiert die Haftbedingungen in Ungarn, unter anderem da sie dort in Isolationshaft sitze. Bei einer Verurteilung drohten ihr bis zu 24 Jahre Haft – deutlich mehr als in Deutschland möglich.


Foto: Ungarische Polizei (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet freundlich – Siemens Healthineers vorn

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Donnerstagmorgen freundlich in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 21.710 Punkten berechnet, 0,6 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

An der Spitze der Kursliste rangierte Siemens Healthineers. Der Medizintechnik-Konzern startete trotz schwächerer Nachfrage aus China besser ins Geschäftsjahr als erwartet.

„Der Fokus der Anleger ist nun auf die morgen erscheinenden Arbeitsmarktdaten aus den USA gerichtet, da diese maßgeblich darüber entscheiden werden, ob und wie viele Zinssenkungen die US-Notenbank in diesem Jahr noch vornehmen wird“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Die geldpolitischen Erwartungen gingen derzeit von zwei weiteren Schritten im Juni und im Oktober aus. „Im Markt fallen die inflationären Effekte der Zollpolitik Trumps weniger stark ins Gewicht als häufig behauptet wird – ein Umstand, der den Forderungen des neuen Finanzministers Bessent nach niedrigeren Renditen entgegenkommt.“

„In den vergangenen anderthalb Wochen dominierte an den Finanzmärkten schiere Volatilität, was dazu führte, dass der Goldpreis zunächst neue Rekorde erreichte, bevor Anleger vermehrt in sichere US-Staatsanleihen flüchteten und die Renditen fielen. Trump will Verwirrung stiften und Angst verbreiten, um Verhandlungsziele zu erreichen. Dass dies auch die Anleger trifft, nimmt er billigend in Kauf, zumindest bis zu dem Punkt, an dem die Märkte zu stark einbrechen.“

„Offenbar wurde der Punkt in dieser Woche erreicht. Wie sonst wäre ein so schnelles Einlenken bei den Zolldrohungen gegen Mexiko und Kanada zu rechtfertigen.“ Nicht nur andere Staaten fühlten sich in diesen Tagen die Pistole auf die Brust gesetzt, sondern auch ganz normale Investoren. Aktien zu kaufen, fühle sich in diesen Tagen fast schon wie ein politisches Statement an. „Jenem, dass man sich von den Drohgebärden aus dem Weißen Haus nicht unterkriegen lässt – eine bedenkliche Entwicklung“, sagte Stanzl.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagmorgen schwächer: Ein Euro kostete 1,0374 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9639 Euro zu haben.

Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Morgen wurden für eine Feinunze 2.856 US-Dollar gezahlt (-0,4 Prozent). Das entspricht einem Preis von 88,51 Euro pro Gramm.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Niedriglohnsektor geschrumpft

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Reinigungskraft in einer U-Bahn-Station (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – In den zehn Jahren von April 2014 bis April 2024 ist die Zahl der Niedriglohnjobs in Deutschland um 1,3 Millionen gesunken.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, wurden im April 2024 rund 6,3 Millionen Beschäftigungsverhältnisse und damit knapp jeder sechste Job (16 Prozent) mit einem Bruttostundenverdienst unterhalb der Niedriglohnschwelle von 13,79 Euro entlohnt. Im April 2014 und somit vor der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2015 befand sich noch mehr als jeder fünfte Job (21 Prozent oder rund 7,6 Millionen) im Niedriglohnsektor. Die Niedriglohnschwelle lag damals bei 10,00 Euro brutto je Stunde. Zum Niedriglohnsektor zählen alle Beschäftigungsverhältnisse (ohne Auszubildende), die mit weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttostundenverdienstes entlohnt werden.

Zwischen April 2022 und April 2023 sank der Anteil der Jobs unterhalb der Niedriglohnschwelle an allen Beschäftigungsverhältnissen um drei Prozentpunkte von 19 Prozent auf 16 Prozent. Das war der stärkste Rückgang der Niedriglohnquote innerhalb der vergangenen zehn Jahre. In diesem Zeitraum von April 2022 und April 2023 war der gesetzliche Mindestlohn von 9,82 Euro auf 12,00 Euro gestiegen.

Der Anteil der niedrigentlohnten Jobs an allen Beschäftigungsverhältnissen halbierte sich in den östlichen Bundesländern im Zehnjahresvergleich nahezu: Der Anteil sank um 17 Prozentpunkte von 35 Prozent auf 18 Prozent. In den westlichen Ländern sank der Anteil dagegen nur um drei Prozentpunkte von 19 Prozent auf 16 Prozent.

Nicht nur der Anteil der Niedriglohnjobs hat sich in den zehn Jahren von 2014 bis 2024 verringert, sondern auch der Verdienstabstand zwischen Gering- und Besserverdienenden: So erhielten Besserverdienende (obere zehn Prozent der Lohnskala) im April 2024 das 3,00-Fache des Bruttostundenverdienstes von Geringverdienenden (untere zehn Prozent der Lohnskala), im April 2014 war es noch das 3,48-Fache. Dabei zählte eine Person im April 2024 bis zu einem Bruttostundenverdienst von 13,00 Euro zu den Geringverdienenden und ab 39,05 Euro brutto pro Stunde zu den Besserverdienenden.

Nach wie vor war das Lohngefälle im April 2024 im Westen deutlich größer als im Osten: So erhielten Besserverdienende in den westlichen Bundesländern den 3,08-fachen Bruttostundenverdienst von Geringverdienenden, während Besserverdienende in den östlichen Bundesländern den 2,50-fachen Verdienst von Geringverdienenden erzielten. Im April 2014 hatte der Verdienstabstand im Westen bei 3,47 und im Osten bei 3,31 gelegen, so die Statistiker.


Foto: Reinigungskraft in einer U-Bahn-Station (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe gestiegen

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Industrieanlagen (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Der preisbereinigte Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Dezember 2024 gegenüber November 2024 saison- und kalenderbereinigt um 6,9 Prozent gestiegen.

Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 2,2 Prozent höher als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag nach vorläufigen Angaben mit. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich blieb der Auftragseingang im 4. Quartal 2024 unverändert (0,0 Prozent) gegenüber dem Vorquartal, ohne Großaufträge stieg er um 1,4 Prozent.

Im November 2024 ging der Auftragseingang nach Revision der vorläufigen Ergebnisse gegenüber Oktober 2024 um 5,2 Prozent zurück (vorläufiger Wert: -5,4 Prozent). Im gesamten Jahr 2024 waren die Auftragseingänge kalenderbereinigt um 3,0 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Die positive Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2024 ist wesentlich auf den deutlichen Anstieg im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) zurückzuführen. Hier lagen die Neuaufträge aufgrund mehrerer Großaufträge um 55,5 Prozent höher als im Vormonat. Auch die Zuwächse der Auftragseingänge im Maschinenbau (+8,6 Prozent) beeinflussten das Gesamtergebnis positiv. Negativ wirkte sich hingegen der Rückgang in der Automobilindustrie (-3,2 Prozent) aus.

Im Bereich der Vorleistungsgüter ergab sich für den Auftragseingang im Dezember 2024 ein Anstieg von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Bei den Investitionsgütern und den Konsumgütern stieg der Auftragseingang um 10,9 Prozent beziehungsweise 7,7 Prozent.

Die Aufträge aus dem Inland stiegen im Vormonatsvergleich um 14,6 Prozent, hauptsächlich aufgrund der Großaufträge aus dem Bereich des Sonstigen Fahrzeugbaus. Die Aufträge aus dem Ausland stiegen um 1,4 Prozent. Dabei stiegen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 6,2 Prozent, während die Aufträge von außerhalb der Eurozone um 1,5 Prozent fielen.

Im Gesamtjahr 2024 waren die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe kalenderbereinigt um 3,0 Prozent niedriger als im Vorjahr. In der ersten Jahreshälfte hatte sich noch der seit dem Jahr 2021 zu beobachtende Abwärtstrend fortgesetzt, während sich in der zweiten Jahreshälfte tendenziell eine Stabilisierung abzeichnete.

Im Bereich der Investitionsgüter lagen die Auftragseingänge im Jahr 2024 um 2,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Maschinenbau war hierbei ein Rückgang um 6,6 Prozent zu beobachten, während in der Automobilindustrie die Neuaufträge mit einem Anstieg von 0,1 Prozent wenig Veränderung zeigten. Im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) war 2024 ein Zuwachs von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lagen die Auftragseingänge im Jahr 2024 um 4,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang ist hier überwiegend auf Entwicklungen in der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (-11,4 Prozent) und von Metallerzeugnissen (-10,7 Prozent) zurückzuführen. In der Chemieindustrie waren die Neuaufträge um 1,8 Prozent und in der Papierindustrie um 2,2 Prozent höher als im Jahr 2023.

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im Dezember 2024 saison- und kalenderbereinigt 0,1 Prozent niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2023 war der Umsatz kalenderbereinigt 3,9 Prozent geringer. Für November 2024 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber Oktober 2024, damit wurde das vorläufige Ergebnis bestätigt.

Im Gesamtjahr 2024 war der reale Umsatz kalenderbereinigt um 4,0 Prozent niedriger als im Vorjahr. Auch hier war der Umsatz in der ersten Jahreshälfte überwiegend rückläufig, während sich in der zweiten Jahreshälfte eine Tendenz zur Stabilisierung abzeichnete, so das Bundesamt.


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Ifo: Auftragsmangel im Wohnungsbau auf Rekordniveau

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Baustelle (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Noch nie haben so viele Unternehmen im Wohnungsbau über fehlende Aufträge geklagt.

57 Prozent der Unternehmen meldeten im Januar einen Mangel an Aufträgen, nach 53,6 Prozent im Dezember, teilte das Ifo-Institut am Donnerstag in München mit. Das ist der höchste jemals gemessene Wert. „Die Krise im Wohnungsbau scheint inzwischen zum Normalzustand geworden zu sein“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Auch die Zinssenkungen der EZB führten bisher zu keiner Entspannung der Situation.“

Das Geschäftsklima im Wohnungsbau sackte erneut ab. Dies war auf deutlich schlechtere Erwartungen zurückzuführen. „Die pessimistischen Aussichten zeigen, dass die Unternehmen gegenwärtig nicht an eine baldige Besserung glauben“, ergänzte Wohlrabe. Die aktuelle Lage wurde auf sehr niedrigem Niveau etwas positiver beurteilt. Der Anteil der Auftragsstornierungen ist minimal auf 9,7 Prozent gesunken.


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