Ifo-Chef Fuest für Umverteilung wegen hoher Energiepreise

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Berlin, 19. Mrz (Reuters) – Ifo-Präsident Clemens Fuest spricht sich angesichts der hohen Energiepreise für eine Umverteilung zugunsten ärmerer Haushalte aus. „Höhere Energiepreise kann der Staat nicht aus der Welt schaffen, wir können das nur umverteilen“, sagte der Chef des Münchner Instituts in einem am Samstag veröffentlichten Interview des Bayerischen Rundfunks. „Umverteilen bedeutet, dass besonders betroffene Gruppen zwar in der Tat geschützt werden, die anderen aber nicht nur die höheren Energiepreise tragen, sondern noch was obendrauf bezahlen müssen.“

Die wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine nochmals stark gestiegenen Energiepreise machten sowohl Unternehmen als auch Verbrauchern zu schaffen, sagte Fuest. Er rechne für dieses Jahr mit einer Inflationsrate von mehr als fünf Prozent. In einer solchen Lage sollte der Staat nur sehr gezielt denjenigen helfen, die die Last nicht alleine tragen könnten. Von einer flächendeckenden Senkung der Mineralölsteuer hält Fuest deshalb ebenso wenig wie von großen Staatszuschüssen für Unternehmen. Sinnvoller seien Kredite, die dann nur von denen in Anspruch genommen werden, die sie zum Überleben brauchten.

Energie kostete die deutschen Verbraucher im Februar 22,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Kraftstoffpreise zogen um 25,8 Prozent an, die für Haushaltsenergie um 20,8 Prozent. Hier verteuerten sich vor allem leichtes Heizöl (plus 52,6 Prozent), Erdgas (plus 35,7 Prozent) und Strom (plus 13,0 Prozent). Viele Ökonomen heben derzeit ihre Inflationsprognosen wegen des am 24. Februar begonnenen Ukraine-Kriegs kräftig an, weil seither etwa die Ölpreise nochmal zugelegt haben.

Ifo-Chef Fuest für Umverteilung wegen hoher Energiepreise

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto und Fotos: Symbolfotos

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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