Erzeugerpreise steigen in Rekordtempo – Energie als Treiber

Date:

spot_img

Berlin, 21. Mrz (Reuters) – Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im Februar in Rekordtempo angehoben. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen um durchschnittlich 25,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. „Dies war der stärkste Anstieg seit Beginn der Erhebung 1949“, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. 

Von Reuters befragte Ökonomen waren sogar von einem noch kräftigeren Anstieg 26,2 Prozent ausgegangen, nachdem die Rate im Januar bei 25,0 Prozent gelegen hatte. Nicht nur Energieprodukte, sondern auch viele andere Güter kosteten deutlich mehr als noch vor einem Jahr – von Kaffee bis hin zu Butter. „Die aktuellen Preisentwicklungen im Zusammenhang mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind in den Ergebnissen noch nicht enthalten“, erklärten die Statistiker zugleich. 

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die Verbraucher auf anhaltend hohe Preissteigerungen einstellen müssen. Denn der Handel dürfte zumindest einen Teil davon an die Endverbraucher weitergeben. Die Produzentenpreise gelten als Vorläufer für die Entwicklung der Inflation.

In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – noch bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet auch wegen des Krieges in der Ukraine vorerst nicht mit einer Normalisierung bei den Preisen. „Die Inflationsrate dürfte in diesem Jahr mit 5,8 Prozent so hoch ausfallen wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland“, heißt es in der aktuellen Prognose. 

Hauptverantwortlich für die stark steigenden Erzeugerpreise war den Statistikern zufolge abermals Energie. Sie verteuerte sich im Februar um durchschnittlich 68,0 Prozent. Erdgas kostete 125,4 Prozent mehr als im Februar 2021, elektrischer Strom zwei Drittel und leichtes Heizöl 56,9 Prozent mehr. Klammert man Energie aus, lagen die Erzeugerpreise insgesamt nur um 12,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei Nahrungsmitteln lag der Aufschlag bei 9,2 Prozent. Besonders stark stiegen die Preise für nicht behandelte pflanzliche Öle (+50,1 Prozent), Butter (+64,4 Prozent) und Kaffee (+16,9 Prozent).

Erzeugerpreise steigen in Rekordtempo – Energie als Treiber

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

FUNDSCENE DAILY NEWS

FUNDSCENE DAILY NEWS - erhalte ab sofort alle wichtigen Nachrichten des Tages um 19 Uhr kostenlos per eMail in dein Postfach!

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Das könnte dir auch gefallen

Containerumschlag steigt – Lieferketten entspannen sich etwas

Berlin, 30. Sep - Ein anziehender Containerumschlag signalisiert dem RWI-Institut zufolge ein leichtes Abflauen der globalen Lieferkettenprobleme. "Der Containerumschlag hat im August trotz einer sich abschwächenden...

Inflationsrate im Euro-Raum mit zehn Prozent erstmals zweistellig

Frankfurt, 30. Sep - Die Inflation im Euro-Raum ist im September angetrieben durch einen massiven Preisschub bei Energie erstmals zweistellig. Die Verbraucherpreise stiegen binnen Jahresfrist um...
spot_img
spot_img

The latest

Share post:

Popular

Breaking