Ermittler durchsuchen Großbank unter Verdacht von Cum-Ex-Steuertricks

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Düsseldorf/Frankfurt, 23. Mrz (Reuters) – Die deutsche Niederlassung der Investmentbank Merrill Lynch, die zur Bank of America gehört, ist von Ermittlern wegen des Verdachts des Steuerbetrugs durchsucht worden. Grund der Razzia sind offenbar mögliche Verwicklungen von Merrill Lynch in Cum-Ex-Geschäfte. Über die Untersuchungen hatte auch das „Handelsblatt“ berichtet. Ein Sprecher der Bank of America teilte am Mittwoch auf Anfrage mit, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft würden sich auf vergangene Aktivitäten beziehen, die bis ins Jahr 2006 zurückreichten. „Wir arbeiten mit den Behörden zusammen, um sie bei ihren Untersuchungen zu unterstützen,“ fügte er hinzu.

Die Staatsanwaltschaft Köln erklärte, sie vollstrecke Durchsuchungsbeschlüsse gegen Bankinstitute in Frankfurt am Main sowie gegen eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Darüber hinaus seien Privatwohnungen dreier ehemaliger Bankangestellter als Beschuldigte durchsucht worden. Die Aktionen stünden im Zusammenhang mit dem Verdacht von „Cum-Ex-Geschäften sowie verwandter Steuerhinterziehungsmodelle“. 

In Cum-Ex-Geschäfte waren zahlreiche Banken verwickelt. Der Schaden für die Steuerzahler in der Bundesrepublik geht in die Milliarden. Bei diesen Geschäften ließen sich Anleger einmal gezahlte Kapitalertragssteuer auf Aktiendividenden mit Hilfe von Banken mehrfach erstatten. Dazu verschoben sie um den Stichtag der Dividendenzahlung herum untereinander Aktien mit – also cum – und ohne – ex – Dividendenanspruch. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt in zahlreichen Verfahren.

Ermittler durchsuchen Großbank unter Verdacht von Cum-Ex-Steuertricks

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Titelfoto: Symbolfoto

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