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Spanischer Ministerpräsident mit „Pegasus“ ausgespäht

Madrid, 02. Mai (Reuters) – Auf dem Handy des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez ist Regierungsangaben zufolge die Spähsoftware „Pegasus“ gefunden worden. Das Telefon sei im Mai 2021 infiziert worden, und es habe damals mindestens einen Fall von Daten-Diebstahl gegeben, sagte Präsidentschaftsminister Felix Bolanos am Montag auf einer Pressekonferenz.

Das Programm wurde demnach auch auf dem Handy von Verteidigungsministerin Margarita Robles gefunden. Bolanos äußerte sich nicht dazu, wer nach Einschätzung der Regierung hinter dem Spähangriff stecken könnte. Die linke Minderheitsregierung von Sanchez steht derzeit selbst im Zusammenhang mit „Pegasus“ politisch unter Druck.

Mehr als 60 Personen im Umfeld der katalanischen Separatistenbewegung sollen laut dem in Kanada ansässigen Forschungsinstitut Citizen Lab mit der Software ausspioniert worden sein. Die katalanische Partei ERC, die für eine Unabhängigkeit der Region eintritt und in Madrid Sanchez‘ Regierung stützt, fordert vom Ministerpräsidenten nun Aufklärung. Die ERC erklärte, sie werde die Regierung so lange bei Abstimmungen nicht unterstützen, bis das Vertrauen wieder hergestellt sei. 

Die „Pegasus“-Software ist nach Angaben des israelischen Herstellers NSO allein für den Einsatz von Geheimdiensten und der Polizei im Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität gedacht. Doch immer wieder gibt es Vorwürfe, das Spionage-Programm werde von Regierungen dazu genutzt, um Politiker, Menschenrechtler und Journalisten auszuspähen. Die Datenschutzbehörde der EU hat sich für einen Verbot von „Pegasus“ eingesetzt.

Spanischer Ministerpräsident mit „Pegasus“ ausgespäht

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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