Donnerstag, April 18, 2024
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Russland bombardiert Mariupol – EU berät über Ölembargo

Kiew, 03. Mai (Reuters) – Russische Streitkräfte haben das eingekesselte Stahlwerk in der belagerten südostukrainischen Stadt Mariupol am Dienstag beschossen. Nach offiziellen ukrainischen Angaben sind dort neben ukrainischen Kämpfern trotz einiger Evakuierungen immer noch rund 200 Zivilisten eingeschlossen. Reuters-Bilder zeigten Raketensalven, die von einem russischen Fahrzeug am Rande Mariupols abgefeuert wurden. In Brüssel berieten die EU-Staaten unterdessen über einen Stopp von Ölimporten aus Russland. 

Der Angriff am Dienstag folgte auf einen von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand um den Stahlkomplex aus der Sowjetzeit, der in den vergangenen Tagen mehreren Gruppen von Zivilisten die Flucht aus dem letzten Versteck ukrainischer Kämpfer in der Hafenstadt ermöglichte. Weitere Zivilisten seien in Bunkern und Tunneln unter dem Komplex eingeschlossen, und etwa 100 000 Menschen hielten sich im Rest der Stadt auf, sagte Bürgermeister Wadym Bojtschenko. 

Mariupol ist ein wichtiges Ziel für Russland, das versucht, die Ukraine vom Schwarzen Meer abzuschneiden. Zudem wollen russische Truppen den gesamten Donbass im Osten der Ukraine erobern, wo prorussische Separatisten seit 2014 einige Gebiete in den Bezirken Luhansk und Donezk kontrollieren. Bei der russischen Offensive in der Ostukraine wurden am Dienstag nach Angaben des ukrainischen Präsidialbüros mindestens drei Zivilisten in der Stadt Wuhledar getötet. Nach Angaben des ukrainischen Militärs versuchten die russischen Streitkräfte, die Stadt Rubischne an der Frontlinie einzunehmen.

Seit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine am 24. Februar haben die russischen Bombardements mehrere Städte schwer verwüstet. Tausende Zivilisten starben und nach Angaben der Vereinten Nationen wurden mehr als fünf Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Die Regierung in Moskau bezeichnete ihr Vorgehen als Sondereinsatz zur Entmilitarisierung und Entnazifizierung des Nachbarlandes. Sie weist Vorwürfe zurück, Zivilisten anzugreifen. Westliche Staaten sprechen dagegen von einem Angriffskrieg und Verbrechen gegen die ukrainische Zivilbevölkerung. 

Westliche Verbündete der Ukraine haben ihre Lieferungen von immer schwereren Waffen verstärkt, die wiederum von Russland nach ihrer Ankunft in der Ukraine ins Visier von Bombardements genommen werden. Russland hat nach eigenen Angaben ein Logistikzentrum für aus dem Westen gelieferte Waffen auf einem Militärflugplatz in der Nähe der ukrainischen Hafenstadt Odessa mit Raketen beschossen. Hangars mit unbemannten Bayraktar TB2-Drohnen sowie Raketenwaffen und Munition aus den USA und europäischen Ländern seien zerstört worden, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. 

EU-STAATEN BERATEN ÜBER ÖLEMBARGO

In Brüssel berieten die 27 EU-Staaten am Dienstag weiter über ein mögliches Ölembargo gegen Russland. Widerstand dagegen gibt es etwa aus Ungarn und der Slowakei, die sehr stark vom Import russischen Öls abhängen. Sollte sich die EU auf ein Importverbot verständigen, will sich die Slowakei nach eigenen Angaben des dortigen Wirtschaftsministeriums um eine Ausnahmeregelung bemühen. 

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz traf unterdessen in der Ukraine ein. Er will dort Gespräche unter anderem mit Vertretern des ukrainischen Parlaments führen. 

Russland bombardiert Mariupol – EU berät über Ölembargo

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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