Putin will an Zentralbankchefin Nabiullina festhalten

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8. Mrz (Reuters) – Inmitten der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise wegen des Krieges gegen die Ukraine will sich der russische Präsident Wladimir Putin die Dienste der Zentralbankchefin Elvira Nabiullina für längere Zeit sichern. Er werde sie für eine weitere Amtszeit nominieren, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Dokument auf der Internetseite des Parlaments hervorgeht. Die Abgeordneten der Duma wollen den Vorschlag demnach am 21. März prüfen.

Die 58-jährige Nabiullina, eine Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Beraterin Putins, wurde 2013 überraschend zur Chefin der Zentralbank. Sie ist die erste Frau auf dem Spitzenposten dieser in Russland sehr angesehenen Institution. Ihre aktuelle Amtszeit endet im Juni. Die Regeln besagen, dass Putin sie oder einen anderen Kandidaten bis zum 24. März nominieren muss.

Nabiullina hat als Reaktion auf die westlichen Sanktionen infolge der russischen Invasion in der Ukraine den Leitzins zuletzt von 9,5 auf 20 Prozent mehr als verdoppelt. Damit sollte der drastischer Verfall der Landeswährung Rubel gebremst werden. Die Zentralbank entscheidet noch im Tagesverlauf neu über ihren Zinskurs. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass der Leitzins nicht angetastet wird.

Wegen der westlichen Sanktionen droht Russland ein wirtschaftlicher Absturz. Eine unabhängige Umfrage unter Analysten, die die Zentralbank in diesem Monat in Auftrag gegeben hatte, prognostiziert für dieses Jahr eine Inflationsrate von 20 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach um acht Prozent einbrechen. Vor dem Ausbruch des Kriege hatte die Zentralbank für das Jahresende noch eine Teuerungsrate von 5,0 bis 6,0 Prozent erwartet.

Die westlichen Länder haben unter anderem die milliardenschweren Devisenreserven der russischen Zentralbank eingefroren. Hunderte ausländische Unternehmen wollen sich aus dem Land zurückziehen. Mehrere große Ratingagenturen haben inzwischen die Kreditwürdigkeit für russische Staatsanleihen in den Ramschbereich gedrückt.

Putin will an Zentralbankchefin Nabiullina festhalten

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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