ProSiebenSat.1 – Großaktionär MFE schlägt Aufsichtsratsposten aus

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München, 28. Mrz (Reuters) – Der italienische Fernsehkonzern MFE-MediaForEurope hat einen Posten im Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 nach Angaben des Münchner Medienunternehmens ausgeschlagen. Der Aufsichtsrat habe der Mediaset-Holding angeboten, einen eigenen Kandidaten zur Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen, teilte ProSiebenSat.1 am Montag mit.

Im Gegenzug habe das Gremium bei den Italienern um Unterstützung für seine eigenen Kandidaten geworben. „MFE-MediaForEurope hat diesen Vorschlag abgelehnt, was der Aufsichtsrat sehr bedauert“, hieß es in der Mitteilung. ProSiebenSat.1 hatte im Dezember den ehemaligen Axel-Springer-Vorstand Andreas Wiele als Nachfolger von Aufsichtsratschef Werner Brandt nominiert, der auf der Hauptversammlung am 5. Mai nach acht Jahren im Amt nicht wieder antritt.

MFE, die inzwischen nach eigenen Angaben mehr als 25 Prozent an ProSiebenSat.1 hält und damit größter Aktionär ist, fühlte sich davon übergangen. Damals hatte es geheißen, der vom früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi dominierte Konzern wolle selbst Kandidaten für den Aufsichtsrat nominieren – einschließlich eines Nachfolgers für Brandt.

Vergangene Woche hatte MFE-Finanzchef Marco Giordani im „Handelsblatt“ noch eine Lösung im Konsens angedeutet: „Möglicherweise lässt sich ein Kandidat finden, den wir auch voll unterstützen.“ Sonst könne MFE bis zum 20. April Gegenkandidaten aufstellen. „Das wären jedenfalls keine Vertreter aus dem Unternehmen MFE, sondern unabhängige Direktoren mit der richtigen Eignung.“ Am Montag wollte sich MFE zunächst nicht dazu äußern.

Die Italiener wollen den deutschen Konzern (Pro7, Sat.1, Kabel 1) in ihre europäischen Wachstumspläne einbinden, doch ProSiebenSat.1-Chef Reiner Beaujean hält sie auf Distanz.

Am Montag veröffentlichte ProSiebenSat.1 die offizielle Einladung zur Hauptversammlung. Dort steht neben Wiele auch der ehemalige Vorstandschef des Rivalen RTL, Bert Habets, als Aufsichtsrat zur Wahl. Der Niederländer war 2019 im Streit mit Bertelsmann-Chef Thomas Rabe über die Strategie gegangen und führt heute den griechischen Fernsehkonzern Antenna. Wiele war bereits im Februar in das Gremium eingezogen, wo ein Posten frei geworden war. Als dritter Aufsichtsrat steht der Bilanzierungs- und Corporate-Governance-Experte Rolf Nonnenmacher zur Wiederwahl an.

ProSiebenSat.1 – Großaktionär MFE schlägt Aufsichtsratsposten aus

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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